Segment 3: Improvisierte Alternative

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12.08.2014 Segment 3: Nachfragersegmente im Wohnungsmarkt 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 Fahrländer Partner AG Raumentwicklung Eichstrasse 23 8045 Zürich +41 44 466 70 00 info@fpre.ch www.fpre.ch

2. 3.1 : Einleitung Rund 12 % der Schweizer Haushalte zählt zu den Improvisierten Alternativen. Vorzugsweise leben die Improvisierten Alternativen in einem Gross- oder Mittelzentrum. Die Mehrheit der Improvisierten Alternativen wohnt in Einpersonenhaushalten oder Wohngemeinschaften. Die Altersstruktur ist deutlich jünger als in den anderen Nachfragesegmenten. In diesem Segment finden sich die meisten Auszubildenden und Studierenden. Sie verfügen über (noch) geringe Einkommen. Die Improvisierten Alternativen wohnen vorzugsweise als Mieter in Altbauten und Zwischennutzungen in den grossen und mittleren Städte sowie den kernstadtnahen Agglomerationsgemeinden. Die zentralen Werte der Improvisierten Alternativen sind Ungebundenheit und Flexibilität. Die gesellschaftlichen Konventionen des Bürgertums werden abgelehnt. Alltag und Freizeitverhalten ist auf die eigene Szene und den öffentlichen Raum bezogen. In der Freizeit werden intensive emotionale Erlebnisse gesucht. 3.2 : Beispiele dreier fiktiver Haushalte Die nachfolgenden Beispieltexte sollen einen schnellen Zugang zu den beschriebenen Nachfragersegmenten ermöglichen. Sie sind stark überzeichnet, klischeehaft und basieren nicht auf einer wissenschaftlichen Grundlage. Frau Meier, Junger Single Sabine Meier ist 28 Jahre alt und arbeitet als Aushilfsverkäuferin in zwei verschiedenen Kleiderläden. Dies hat sich zufällig so ergeben. Ihr ist wichtig, dass sie zwei- bis dreimal pro Woche in den Ausgang kann. Ebenfalls legt sie Wert auf eine zentrale Wohnlage, damit sie nach dem Ausgang in den frühen Morgenstunden auch gut nach Hause kommt. Sie lebt in einer kleinen Einzimmerwohnung. Ihr Einkommen reicht für den momentanen Lebensunterhalt. Sie hat sich noch keine Gedanken über Ihre Zukunft gemacht. Herr Kaiser, Wohngemeinschaft Remo Kaiser hat in Bern Biologie studiert und doktoriert nun an der Universität Zürich. Wie es bei Assistenzstellen üblich ist, wird er nur 50 Prozent bezahlt. Dementsprechend beschränkt ist sein Budget. Er wohnt deshalb in einer Wohngemeinschaft mit vier anderen Studenten am Rande der Stadt. Er ist in der Stadt hauptsächlich mit dem Fahrrad unterwegs und besucht am Abend oft seine Lieblingsbeiz an der Ecke. Seine Herkunftsgemeinde im Kanton Fribourg besucht er nur noch selten. Viel lieber bleibt er am Wochenende in der Stadt und geniesst die kulturellen Möglichkeiten. Frau Rosso und Herr Lang, Junges Paar Tabea Rosso ist Schauspielerin und spielt in mehreren Kleinproduktionen mit. Sie wohnt mit ihrem Partner Tim Kessler in einer sehr günstigen Wohnung. Sie würden gerne in einer luxuriöseren Wohnung leben, können es sich aber zurzeit nicht leisten. Tim arbeitet als freischaffender Journalist für mehrere Zeitungen. Beiden ist ihre Unabhängigkeit sehr wichtig. Sie haben deshalb kein Interesse an einer zeit und es sind auch keine Kinder geplant. Sie könnten sich auch niemals vorstellen von der Stadt aufs Land zu ziehen.

0 25'000 50'000 75'000 100'000 125'000 150'000 175'000 200'000 225'000 250'000 Oberstes Management Freie Berufe Andere Selbständige Akademische Berufe und Kader Intermediäre Berufe Qualifizierte nicht manuelle Berufe Qualifizierte manuelle Berufe Unqualifizierte Tätigkeiten Erwerbslose Primäre Bildung Sekundäre Bildung Tertiäre Bildung Ohne Angabe 3. 3.3 Wer ist die? Ausbildungsniveau Mittleres Bildungsniveau 10 8 6 4 2 Beruf Alle Branchen 5 4 3 2 1 Berufliche Stellung Einfache Mitarbeiter, häufig Teilzeitarbeit, mehrere Arbeitsstellen oder in Ausbildung Einkommen Mittel bis gering Verteilung der Einkommen Alle Haushalte Jährliches Brutto-Haushaltseinkommen Lesehhilfe 95 Perzentil 3. Quartil Mittelwert Median 1. Quartil 5 Perzentil

Singles Paare Familie mit Kindern Einelternfamilie Wohngemeinschaft Singles Paare Familie mit Kindern Einelternfamilie Wohngemeinschaft Nationalität 4. Schweizer Ausländer 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Lebensphasen Singles, Familien und Wohngemeinschaften Ältere 20.4% 6.9% Mittlere 15.6% 7.5% 12.2% 4.5% 7.5% Jüngere 17.4% 8.1% Durchschnittliche Anzahl Personen pro Haushalt 1.7 Personen 5 4.5 4 3.5 3 2.5 2 1.5 1 0.5

0 25'000 50'000 75'000 20 bis 30 Jahre 30 bis 40 Jahre 40 bis 50 Jahre 50 bis 65 Jahre 65 bis 80 Jahre Über 85 Jahre Familie mit Kindern Einelternfamilie Alle Familien 5. Durchschnittliche Anzahl Kinder pro Familie 1.5 Kinder 2.0 1.9 1.8 1.7 1.6 1.5 1.4 1.3 1.2 1.1 1.0 Durchschnittsalter der Referenzperson 5 4 3 2 1 Einkommen Verteilung der Einkommen pro Äquivalenzperson Jüngere Mittlere Ältere Familien mit Kindern Jährliches Brutto-Haushaltseinkommen pro Äquivalenzperson (CHF) Lesehhilfe 95 Perzentil 3. Quartil Mittelwert Median 1. Quartil 5 Perzentil

6. 3.4 : Verteilung und Entwicklung Differenz der Anteile der Gemeinde zu den schweizweiten Anteilen Daten einfügen! Quellen: BFS, BFS Geostat / swisstopo, Fahrländer Partner & sotomo. Entwicklung der Anteile der Nachfragersegmente und der Sozialen Schichten 25% 5 2 4 15% 3 1 2 5% 1 1990 2000 2010 1990 2000 2010 Ländlich Traditionelle Moderne Arbeiter Unterschicht Mittelschicht Oberschicht

Kein Arbeitsweg zu Fuss ÖV ÖV&IV ÖV&Velo MIV MIV&Velo Velo Verschiedene Unbekannt Zentren Suburbane Gemeinden Einkommensstarke Gemeinden Periurbane Gemeinden Touristische Gemeinden Industrielle und tertiäre Gemeinden Ländliche agrarische Gemeinden 7. 3.5 Wie lebt die? Wohnort Zentren 10 8 6 4 2 Wohnumfeld Urban Verkehrsmittel Langsamverkehr, öffentlicher Verkehr 7 6 5 4 3 2 1 Umzugsneigung Preissensitivität Mittel bis hoch Eigentumswohnungsquote Einfamilienhausquote Wohneigentumsneigung

1 Zimmer 2 Zimmer 3 Zimmer 4 Zimmer 5 Zimmer 6+ Zimmer 1 Zimmer 2 Zimmer 3 Zimmer 4 Zimmer 5 Zimmer 6-9 Zimmer 10+ Zimmer keine Wohneinheit Mieter Genossenschafter Wohnungseigentümer Alleineigentümer des Hauses Miteigentümer des Hauses Andere 8. Wohnform 10 8 6 4 2 Wohnungsgrundriss Eher kleine abgeschlossene Zimmer Architektur Präferenz für Altbauten Zimmerzahl 2 bis 4 Zimmer 5 4 3 2 1 Wohnfläche m² 200 180 160 140 120 100 80 60 40 20 0

weniger als 25m²/Äqu.Pers. 25-40m²/Äqu.Pers. 40-55m²/Äqu.Pers. 55-75m²/Äqu.Pers. 75-100m²/Äqu.Pers. über 100m²/Äqu.Pers. 9. Wohnfläche pro Aquivalenzperson 5 4 3 2 1 Flächenbedarf pro Person Mittel Ausbaustandard Materalisierung und Apparate Technische Ausrüstung Zahlungsbereitschaft für Ökologie Durchschnittlich Weitere spezifische Bedürfnisse Keine

10. 3.6 : Wohnumfeld Der Prozess der Wohnungssuche ist durch Präferenzen und Restriktionen geprägt, die auf die Nachfrager einwirken. Dabei spielen bei den Nachfragersegementen aus den sozial höheren Schichten die Präferenzen eine grössere Rolle und bei den sozial tieferen Schichten die Restriktionen. Die folgenden Angaben beziehen sich auf das Endergebnis der dabei spielenden Prozesse. Präferenz für urbanes Umfeld Sehr hoch Präferenz fürs Grüne Besonnung & Aussicht Erreichbarkeit Dienstleistungen Erreichbarkeit Freizeit/Erholung Erreichbarkeit kulturelles Angebot keit der Aussenräume Sekundär Kleinräumige Erschliessung Durchschnittlich Kinderfreundlichkeit Mittel