Das Koordinationsrecht

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Das Koordinationsrecht Den Kabelsalat kulinarisch dargestellt Die Koordinationsgemeinschaft AHVG ELG MVG UVG AVIG PK BVG IVG Es geht kulinarisch weiter Arbeitgeber Kollektive Vers. Wohlfahrtsfonds VVG-Einzelvers. -Kollektivvers. -Spezialvers. Kanton Karitative Org. OHG 2

Koordinationssysteme Intrasystemische Koordination: IVG z. B. Art. 38 bis Koordinationssysteme Intersystemische Koordination: z. B. Art. 63 ff. ATSG Art. 20 Abs. 2 UVG, Art. 24 BVV 2 AHVG ELG IVG MVG UVG AVIG PK BVG 3

AHVG MVG UVG AVIG PK BVG Koordinationssysteme Extrasystemische Koordination: IVG Arbeitgeber z. B. Art. 69 ATSG Art. 72 ff. ATSG Art. 79a (Spitalfinanzierung) Subrogationsrecht Integrales Regressrecht z. B. Art. 72 Abs. 1 ATSG: Gegenüber einem Dritten, der für den Versicherungsfall haftet, tritt der Versicherungsträger im Zeitpunkt des Ereignisses bis auf die Höhe der gesetzlichen Leistungen in die Ansprüche der versicherten Person und ihrer Hinterlassenen ein.ˮ 4

AHVG MVG UVG AVIG PK BVG IVG Subrogationsrecht Integrales Regressrecht z. B. Art. 72 ATSG (in Analogie für Arbeitgeber; vgl. BGE 126 III 521 und BGE 137 III 352) Arbeitgeber (Spitalfinanzierung) Integrale Subrogation + Leistungsverzicht AHVG MVG UVG AVIG PK BVG IVG Integrale Subrogation: Art. 72 ATSG / Art. 34b BVG Verzicht auf Leistungen Art. 23 ATSG: Die berechtigte Person kann auf Versicherungsleistungen verzichten. Sie kann den Verzicht jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen.ˮ Arbeitgeber (Spitalfinanzierung) 5

Integrales Regressrecht Art. 79a (Art. 72 ATSG!) in Kraft seit 01.01.2009 (Spitalfinanzierung) Subrogationsrecht Kein Regressrecht ELG (Sonderschulen) 6

Subrogationsrecht nach VVG: VVG-Einzelvers. -Kollektivvers. -Spezialvers. Art. 72 Abs. 1: Auf den Versicherer geht insoweit, als er Entschädigung geleistet hat, der Ersatzanspruch über, der dem Anspruchsberechtigten gegenüber Dritten aus unerlaubter Handlung zusteht.ˮ Subrogationsrecht nach OR: Art. 51: Haften mehrere Personen aus verschiedenen Rechtsgründen ˮ trägt in der Regel derjenige in erster Linie den Schaden, der ihn durch unerlaubte Handlung verschuldet hat, und in letzter Linie derjenige, der ohne eigene Schuld und ohne vertragliche Verpflichtung nach Gesetzesvorschrift haftbar ist.ˮ 7

Franchise = CHF 2'500.00 Spitalrechnung = CHF 4'500.00 VVG Private Abteilung; Spitalrechnung = CHF 20'000.00 Selbstbehalt = CHF 2'000.00 Spitalrechnung = CHF 5'500.00 /r Kausal ohne Verschulden, Haftungsquote = 75 % Schaden = CHF 30'000.00 Direktschaden = CHF 4'500.00 ersatzpflichtige Schaden = CHF 22'500.00 Lösungsvariante 1 zahlt CHF 2'000.00 Franchise = CHF 2'500.00 Spitalrechnung = CHF 4'500.00 VVG zahlt CHF 18'000.00 Private Abteilung; Spitalrechnung = CHF 20'000.00 Selbstbehalt = CHF 2'000.00 zahlt CHF 5'500.00 Spitalrechnung = CHF 5'500.00 zahlt effektiv: 1. Direktschaden im Quotenvorrecht = CHF 4'500.00 2. Regress = CHF 2'000.00 3. Regress Kanton = CHF 5'500.00 Ersatzpflichtige/r haftet kausal f. CHF 22'500.00 Kein Verschulden, Haftung = 75 % Total =. CHF 12'000.00 8

Lösungsvariante 2 Franchise = CHF 2'500.00 Spitalrechnung = CHF 4'500.00 VVG Private Abteilung; Spitalrechnung = CHF 20'000.00 Selbstbehalt = CHF 2'000.00 Spitalrechnung = CHF 5'500.00 Schaden = CHF 30'000.00 Geschädigte/r zeigt den Fall seiner VVG-Versicherung nicht an Direktschaden = CHF 22'500.00 /r Kausal ohne Verschulden, Haftungsquote = 75 % ersatzpflichtige Schaden = CHF 22'500.00 Lösungsvariante 3 Franchise = CHF 2'500.00 Spitalrechnung = CHF 4'500.00 Schaden = CHF 10'000.00 VVG Private Abteilung; Spitalrechnung = CHF 20'000.00 Selbstbehalt = CHF 2'000.00 Spitalrechnung = CHF 5'500.00 r Kausal ohne Verschulden, Haftungsquote = 75 % Eigene sachliche Kongruenz Direktschaden = CHF 2'500.00 ersatzpflichtige Schaden = CHF 7'500.00 9

Lösungsvariante 3 zahlt CHF 2'000.00 Franchise = CHF 2'500.00 Spitalrechnung = CHF 4'500.00 VVG zahlt CHF 18'000.00 Private Abteilung Spitalrechnung = CHF 20'000.00 Selbstbehalt = CHF 2'000.00 zahlt CHF 5'500.00 Spitalrechnung = CHF 5'500.00 zahlt effektiv: 1. Direktschaden im Quotenvorrecht = CHF 2'500.00 2. Regress = CHF 1'333.35 3. Regress Kanton = CHF 3'666.65 Ersatzpflichtige haftet kausal für CHF 7'500.00 Kein Verschulden, Haftung = 75 % Total =. CHF 7'500.00 Zusammenfassung Ergebnis / Endschadenlast in CHF Var. Geschäd. VVG Kanton Haftpfl. 1 0 0 18'000 0 12'000 2 0 2'000 0 5'500 22'500 3 0 667 5'000 1'833* 22'500 * Anwendbarkeit des Quotenvorrechts nach Art. 73 ATSG? 10

Extrasystemische Koordinationsbestimmung: Anwendbarkeit von Art. 72 ATSG, wenn freiwillige Versicherung nach ˮ ein Taggeld bereits ab einer Arbeitsunfähigkeit von 25 % vorsieht? Oder ist Art. 72 VVG bzw. 96 VVG anwendbar? Art. 72 Abs. 2 : Mindestarbeitsunfähigkeit für den Anspruch auf Taggelder = 50 % Extrasystemische Koordinationsbestimmung: VVG-Einzelvers. -Kollektivvers. -Spezialvers. Art. 64 Abs. 8 : Kostenbeteiligungen dürfen weder bei einer Krankenkasse noch bei einer privaten Versicherungseinrichtung versichert werden. Ebenso ist es Vereinen, Stiftungen oder anderen Institutionen verboten, ˮ 11

SwissDRG (Diagnosis Related Groups): (~ 45 %) Per 01.01.2012: Wechsel von leistungsbezogenen Globalbudgets hin zu Finanzierungen mittels Referenztarifen / Fallpauschalen zwecks Vergleichbarkeit und höherem Wettbewerb zwischen Spitälern (Spitalfinanzierung mind. 55 %) SwissDRG (Diagnosis Related Groups): (~ 45 %) Seit der Einführung sind die Spitalkosten erheblich gestiegen (ca. CHF 460 Mio. im Jahr 2012) Die kantonalen Tarife von 2012 (Baserate) sind teilweise noch nicht rechtskräftig Für komplexe und kostspielige Behandlungsfälle fehlt das erforderliche Mengengerüst Beeinflussbarkeit durch Rechnungssteller etc. (Spitalfinanzierung mind. 55 %) 12

Koordination bei Erwerbsausfall AUF 50 %ige Invalidität hypothetische Lohnentwicklung (= Lohnausfall) versicherter UVG-Verdienst UVG- Taggeld Hypothetische Altersleistung (ohne Unfall) Alter 30 31 32 33... ~ 50... 64 / 65... Unfall Rechnungstag AHV-Alter Tod konkrete hypothetische Schadensberechnung Koordination bei Erwerbsausfall AUF 50 %ige Invalidität hypothetische Lohnentwicklung (= Lohnausfall) 50 % 45 % UVG- Taggeld IV UVG-TG IV-Renten versicherter UVG-Verdienst Hypothetische Altersleistung (ohne Unfall) Alter 30 31 32 33... ~ 50... 64 / 65... Unfall Rechnungstag AHV-Alter Tod konkrete hypothetische Schadensberechnung 13

Koordination bei Erwerbsausfall AUF 50 %ige Invalidität hypothetische Lohnentwicklung (= Lohnausfall) 50 % 45 % UVG- Taggeld IV UVG-TG UVG-Renten IV-Renten versicherter UVG-Verdienst Hypothetische Altersleistung (ohne Unfall) Alter 30 31 32 33... ~ 50... 64 / 65... Unfall Rechnungstag AHV-Alter Tod konkrete hypothetische Schadensberechnung Koordination bei Erwerbsausfall AUF 50 %ige Invalidität hypothetische Lohnentwicklung (= Lohnausfall) 50 % 45 % UVG-Renten IV-Renten Effektive Altersleistung Alter 30 31 32 33... ~ 50... 64 / 65... Unfall UVG- Taggeld IV UVG-TG konkrete Rechnungstag PK-Renten AHV-Alter Rentenschaden hypothetische Schadensberechnung versicherter UVG-Verdienst Tod Hypothetische Altersleistung (ohne Unfall) 14

Optimierungspotential Statt Koordinationssalat harmonisch angerichtet Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und en Guete!ˮ 15