Statistische Kompetenz: Fallstricke der Dateninterpretation Dr. Odette Wegwarth MPI für Bildungsforschung, Harding Center für Risikokompetenz, Berlin
Gigerenzer et al. (2007). Helping doctors and patients make sense of health statistics. PSPI. Was wissen Frauen? % der Antworten Richtige Antwort: 1 Geschätzte Anzahl von Frauen pro 1.000, die weniger an Brustkrebs versterben
Grassierende Unwissenheit. 317 US Bürger im Screeningalter*: 91% hatten noch die von Überdiagnose und überbehandlung gehört Gesundheitsmonitor-Befragung: > 30% glauben, Mammographie verhindere Brustkrebs * Wegwarth et al. Overdiagnosis and Overtreatment: Evaluation of what physicians tell their patients about screening harms. JAMA Int Med, 2013.
Selbe Statistik. Unterschiedlich kommuniziert. Relatives Risiko
Selbe Statistik. Unterschiedlich kommuniziert. Relatives Risiko Regelmäßige Teilnahme an der Mammographie senkt das Risiko an Brustkrebs zu versterben um 25%.
Selbe Statistik. Unterschiedlich kommuniziert. Relatives Risiko Regelmäßige Teilnahme an der Mammographie senkt das Risiko an Brustkrebs zu versterben um 25%. Absolutes Risiko
Selbe Statistik. Unterschiedlich kommuniziert. Relatives Risiko Regelmäßige Teilnahme an der Mammographie senkt das Risiko an Brustkrebs zu versterben um 25%. Absolutes Risiko Regelmäßige Teilnahme an der Mammographie senkt das Risiko an Brustkrebs zu versterben von 4 auf 3 Frauen pro 1.000 (0,1%).
Relative Risiken sind intransparent.
Relative Risiken sind intransparent.
Relative Risiken sind intransparent.
Relative Risiken sind intransparent. Relatives Risiko ignoriert tatsächliche Größe der Basisraten: 4 auf 3 Frauen pro 1000. RR = 25%
Relative Risiken sind intransparent. Relatives Risiko ignoriert tatsächliche Größe der Basisraten: 4 auf 3 Frauen pro 1000. RR = 25% 400 auf 300 Frauen pro 1000. RR = 25%
Relative Risiken sind intransparent. Relatives Risiko ignoriert tatsächliche Größe der Basisraten: 4 auf 3 Frauen pro 1000. RR = 25% 400 auf 300 Frauen pro 1000. RR = 25% 0,0004 auf 0,0003 Frauen pro 1000. RR = 25%
Relative Risiken sind intransparent. Relatives Risiko ignoriert tatsächliche Größe der Basisraten: 4 auf 3 Frauen pro 1000. RR = 25% 400 auf 300 Frauen pro 1000. RR = 25% 0,0004 auf 0,0003 Frauen pro 1000. RR = 25% Relatives Risiko ignoriert Größe der Referenzgruppe:
Relative Risiken sind intransparent. Relatives Risiko ignoriert tatsächliche Größe der Basisraten: 4 auf 3 Frauen pro 1000. RR = 25% 400 auf 300 Frauen pro 1000. RR = 25% 0,0004 auf 0,0003 Frauen pro 1000. RR = 25% Relatives Risiko ignoriert Größe der Referenzgruppe: 4 auf 3 Frauen pro 10. RR = 25%
Relative Risiken sind intransparent. Relatives Risiko ignoriert tatsächliche Größe der Basisraten: 4 auf 3 Frauen pro 1000. RR = 25% 400 auf 300 Frauen pro 1000. RR = 25% 0,0004 auf 0,0003 Frauen pro 1000. RR = 25% Relatives Risiko ignoriert Größe der Referenzgruppe: 4 auf 3 Frauen pro 10. RR = 25% 4 auf 3 Frauen pro 1 000 000. RR = 25%
20% - 30%
0.1%
Überlebensraten
Überlebensraten
Überlebensraten
Wir diskutieren viel über die Brustkrebsmortalität. Dabei ist die 5-Jahres-Überlebensrate in den vergangenen Jahren stetig gestiegen auf inzwischen 87 Prozent...
Welch et al. Are increasing 5-year survival rates evidence of success against cancer? JAMA, 2000. Überlebensrate: Invalide Statistik im Kontext von Screening Für die 20 häufigsten soliden Tumore ist die Korrelation zwischen Anstieg in der Überlebensrate und der Reduktion in der Moralität r =.00
Lead-time bias Verlängerter Diagnosezeitraum
Lead-time bias Verlängerter Diagnosezeitraum Tod mit 70 OHNE Screening Diagnose mit 67
Lead-time bias Verlängerter Diagnosezeitraum Tod mit 70 OHNE Screening Diagnose mit 67 MIT Screening Tod mit 70 Diagnose mit 60
Überdiagnose-Bias Einschluss von nicht-progressiven und langsam wachsenden Tumoren in den Nenner der Kalkulation Aufblähen der Statistik ohne reale Entsprechung
Überdiagnose-Bias Ohne Screening 5 Jahre später... 680 1000 am Leben aggressive Tumore 320 gestorben 5-J Überlebensrate: 680/1.000 = 68% 1680 am Leben
Überdiagnose-Bias Ohne Screening 5 Jahre später... 680 1000 am Leben aggressive Tumore 320 gestorben 5-J Überlebensrate: 680/1.000 = 68% MIT Screening 1000 nicht/langsam progressive Tumore 1000 aggressive Tumore 5 Jahre später... 1680 am 1000 Leben am Leben 680 am Leben 320 gestorben 5-J Überlebensrate: 1.680/2.000 = 84%
Was wissen Ärzte? 65 deutsche Onkologen Lead-time bias: 2 Überdiagnose-Bias: 0 412 US Ärzte 47% glaubten, dass mehr entdeckte Tumore in Screening- Gruppe beweise, dass Screening Leben rette > 80% machten keinen Unterschied zwischen Überlebensrate und Mortalitätsrate Wegwarth et al. Deceiving numbers: survival rates and their impact on doctors risk communication. Medical Decision Making. 2011. Wegwarth et al. Do physicians understand cancer screening statistics? Annals of Internal Medicine. 2012.
Wegwarth et al. (2012):Do physicians understand cancer screening statistics? Annals of Internal Medicine. Würden Sie das Screening ihren Patienten empfehlen? % der Ärzte, die das Screening empfahlen
Wegwarth et al. (2012):Do physicians understand cancer screening statistics? Annals of Internal Medicine. Würden Sie das Screening ihren Patienten empfehlen? % der Ärzte, die das Screening empfahlen
Würden Sie das Screening ihren Patienten empfehlen? % der Ärzte, die das Screening empfahlen Wegwarth et al. (2012):Do physicians understand cancer screening statistics? Annals of Internal Medicine.
Brustkrebs-Früherkennung
Mehr Informationen unter: https://www.harding-center.mpg.de/de
Ohne/Mit Mammographie Jahr der Publikation Relative Risikoreduktion Absolute Risikoreduktion 1996 25% 4 3 pro 1000 (0.1%) 1999 20% 5 4 pro 1.000 (0.1%) 2001 19% 3.1 2.5 pro 1.000 (0.07%) Autor Nyström et al., 1996 Nyström et al., 1999 Gøtzsche et al., 2001 2005: Einführung Mammographie als flächendeckendes Screening 2006 10% 5.5 5 pro 1.000 (0.05%) 2011 15% 3.9 3.3 pro 1.000 (0.06%) 2013 15% 3.9 3.3 pro 1.000 (0.06%) Gøtzsche et al., 2006 Gøtzsche et al., 2011 Gøtzsche et al. 2013