Microcomputertechnik

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Transkript:

Microcomputertechnik mit Mikrocontrollern der Familie 8051 Bearbeitet von Bernd-Dieter Schaaf 2. Auflage 2002. Buch. 230 S. Hardcover ISBN 978 3 446 22089 8 Format (B x L): 16 x 22,7 cm Gewicht: 407 g schnell und portofrei erhältlich bei Die Online-Fachbuchhandlung beck-shop.de ist spezialisiert auf Fachbücher, insbesondere Recht, Steuern und Wirtschaft. Im Sortiment finden Sie alle Medien (Bücher, Zeitschriften, CDs, ebooks, etc.) aller Verlage. Ergänzt wird das Programm durch Services wie Neuerscheinungsdienst oder Zusammenstellungen von Büchern zu Sonderpreisen. Der Shop führt mehr als 8 Millionen Produkte.

CARL HANSER VERLAG Bernd-Dieter Schaaf Microcomputertechnik mit Mikrocontrollern der Familie 8051 3-446-22089-5 www.hanser.de

1 Der Mikrocomputer In diesem Kapitel werden der grundsätzliche Aufbau und die Arbeitsweise eines Mikrocomputers beschrieben. Damit soll die Grundlage für das Verständnis der darauf folgenden Inhalte gelegt werden. 1.1 Der Aufbau eines Mikrocomputers CPU Bussystem Programm Daten Port parallel Ein Aus Port seriell Ein Aus Daten Daten Ein Mikrocomputer besteht aus einer zentralen Prozess-Einheit CPU, die über ein Bussystem mit dem und den Eingabe- und Ausgabeeinheiten verbunden ist. Die CPU wird über das Programm gesteuert. Sie verarbeitet die Daten, die sie aus dem oder den Eingabe-Ports liest. Die Ergebnisse schreibt sie wieder in den oder in die Ausgabe-Ports. Der Transport der Daten erfolgt über eine Anzahl paralleler Leitungen, die als Datenbus bezeichnet werden. Der Datenbus ist ein Teil des Bussystems. Programm und Daten liegen im in bestimmten Adressen. Auch die Ports werden durch Adressen voneinander unterschieden. Die CPU muss die Adressen ausgeben, aus denen sie Programm oder Daten lesen will oder in die sie Daten schreiben will. Die Adresse wird von der CPU als Dualzahl über den Adressbus ausgegeben. Der Adressbus ist ein weiterer Teil des Bussystems. Da z. B. beim Daten in die gleiche Adresse geschrieben oder aus ihr gelesen werden, ist ihm mitzuteilen, ob es sich um einen Lese- oder Schreibvorgang handelt. Das gleiche gilt für die Ein- und Ausgabeports, falls sie gleiche Adressen haben. Zur Veranlassung dieser und ähnlicher Schaltvorgänge hat die CPU noch einige Steuerleitungen. Sie werden unter der Bezeichnung Steuerbus zusammengefasst. Der Steuerbus ist der dritte Teil des Bussystems. Während sich die Leitungen von Daten- und Adressbus immer in ihrer Gesamtheit betrachten lassen, da sie zum gleichen Zeitpunkt in einen neuen Zustand übergehen, muss beim Steuerbus jede Leitung im Einzelnen betrachtet werden. Die Steuerleitungen geben die Zeitpunkte vor, zu denen die Schaltvorgänge im System stattfinden.

12 1 Der Mikrocomputer Insgesamt besteht das Bussystem, über das die CPU mit den angeschlossenen Baugruppen korrespondiert, also aus dem Datenbus, dem Adressbus und dem Steuerbus. An das Bussystem sind die Baugruppen angeschlossen, die die CPU für ihre Arbeit benötigt. CPU Bussystem Datenbus z. B. 8 Bit Adressbus z. B. 16 Bit : Steuerleitungen Die CPU-Baugruppe Das zentrale Register in der CPU ist für den Programmierer der Akkumulator. Der Akku ist das Eingabe- und Ausgaberegister der Arithmetik-Logik-Einheit (Arithmetical Logical Unit) ALU. Zu Beginn einer arithmetischen oder logischen Operation steht im Akku einer der beiden Operanden. Am Ende der Operation steht darin das Ergebnis. Der Operand muss durch Befehle des Programms vor der Operation in den Akku transportiert und danach wieder in den Datenspeicher zurückgebracht werden. Damit ist der Akku auch die Übergabestation für die Daten, die in die CPU hinein oder heraus transportiert werden. Die CPU gibt über den Adressbus die Adressen der stellen oder der Ports aus, deren Inhalte sie lesen oder überschreiben will. Diese Adressen werden in der CPU in einem Doppelregister, dem Programmzähler (Programm Counter) PC vorbereitet. Im PC steht immer die Adresse, die als nächstes ausgegeben wird. CPU Akku ALU Steuerwerk PC PCH PCL Datenbus Adressbus D 0 D 7 A 0 A 15 Der Im stehen das Programm und die zu verarbeitenden Daten. Die Daten können entweder konstante oder variable Werte sein. Die Variablen werden über die Ports eingelesen oder ausgegeben.

1.1 Der Aufbau eines Mikrocomputers 13 Das Programm beinhaltet die Arbeitsanweisungen, die die CPU der Reihe nach liest und ausführt. Die CPU beginnt die Programmbearbeitung nach einem Reset ab der Adresse 0000h. Ab dieser Adresse müsssen die Befehle gespeichert sein. Als baustein für das Anfangsprogramm lässt sich nur ein EPROM verwenden, damit nach dem Einschalten der Stromversorgung mit anschließendem Reset sofort das Programm vorhanden ist. Die variablen Daten lassen sich nur in einem RAM-Baustein speichern. 1111111111111111 1111111111111110 1111111111111101 1111111111111100 11101110 10010001 11000110 10000001 RAM Daten EPROM 0000000000000011 11001110 0000000000000010 10110001 0000000000000001 10011100 0000000000000000 11100011 A 15 A 0 D 7 D 0 Adresse Programm Die parallelen Ports Über die parallelen Ports werden die Daten zu je acht Bit eingelesen oder ausgegeben. Die CPU schreibt die Ausgabedaten über den Datenbus 8-Bit-Datenbus in die Ausgabeports. Darin werden die Daten bis zum nächsten Überschreiben gespeichert. Die an den Ports anliegenden Eingabedaten werden von der CPU über den Datenbus gelesen. Eingabeport mit Datenspeicher Ausgabeport mit Datenspeicher 8-Bit-Eingabe 8-Bit-Ausgabe Die seriellen Ports Serielle Ports senden oder empfangen die Daten nacheinander, Bit für Bit. Deshalb wird für das Senden oder das Empfangen der Daten nur je eine Leitung benötigt. Dazu kommt bei einem Minimalausbau nur noch das Bezugspotenzial 0 V. Der serielle Datenstrom wird eingerahmt von einem Startbit zu Beginn und einem Stopbit am Ende derübertragung. In der Regel wird ein Byte seriell übertragen. Die Übertragung erfolgt mit einer bestimmten Geschwindigkeit, der Baudrate. Die Baudrate gibt an, wie viele Bits pro Sekunde übertragen werden. Bei einer Baudrate von z. B. 9600 werden 9600 Bits pro Sekunde übertragen. Die Übertragung wird getaktet von einem Baudratengenerator. Für die CPU stellt sich der serielle Port genauso dar wie der parallele Port. Bei der Datenausgabe wird die Umwandlung in den seriellen Bitstrom einschließlich Start- und Stopbit in der seriellen Schnittstelle selbst vorgenommen.

14 1 Der Mikrocomputer Die entsprechende Serien-Parallel-Wandlung erfolgt auch bei den Empfangsdaten. Die interne Portschaltung stellt der CPU die Daten parallel zur Verfügung. Datenbus Baudratengenerator Empfangsregister Senderegister Empfangs-Daten Sende-Daten 1.2 Die Arbeitsweise eines Mikrocomputers Die CPU führt die Befehle aus, die ihr vom Programm vorgegeben werden. Dabei liest sie erst den Befehl, um ihn anschließend auszuführen. Auf diese Weise wird das Programm Befehl für Befehl abgearbeitet. Das Programm Das Programm ist eine Folge von Befehlen oder Instruktionen. Es liegt in aufeinander folgenden Adressen im. Jede Adresse markiert einen platz mit acht Bit bzw. einem Byte Inhalt. Die Adressen sind z. B. 16-Bit-Dualzahlen. 000000000000011 000000000000010 000000000000001 000000000000000 Adresse Programm 11001110 10110001 10011100 11100011 Die Instruktionen des Programms sind in Bytes aufgeteilt. Jede Operation, die die CPU ausführen soll, wird durch ein bestimmtes Bitmuster in einem Byte dargestellt. Das so gespeicherte Programm, welches die CPU lesen und verstehen kann, wird Maschinenprogramm genannt. Fasst man die Bitmuster zur leichteren Lesbarkeit zu je vier Bit zusammen, lassen sie sich als Hex-Zahlen darstellen. Programm in Maschinensprache Programm im Hex-Code 11001110 10110001 10011100 11100011 C E B 1 9 C E 3

1.2 Die Arbeitsweise eines Mikrocomputers 15 Ein Programm in Maschinensprache lässt sich, selbst wenn es im Hexcode dargestellt wird, kaum lesen oder schreiben. Deshalb stellt man die Operationen symbolisch durch Abkürzungen dar. Diese Abkürzungen werden Mnemonics genannt. Ein so geschriebenes Programm ist ein Assemblerprogramm; die Programmiersprache heißt Assembler. Ein in Assemblersprache geschriebenes Programm wird von einem Übersetzerprogramm, Makro-Assembler genannt, in Maschinensprache übersetzt und dann in den des Mikrocomputers geladen. Aufbau einer Instruktion Instruktion: "Transferiere: Zieladresse, Quelladresse" Assemblersprache MOV 20 h, 30 h Maschinensprache 10000101 00100000 00110000 MOV Ziel Quelle Eine Instruktion besteht prinzipiell aus der Operation und dem Operanden. Es gibt einfache und mächtige Befehle. Entsprechend kurz oder lang sind die Instruktionen oder Befehle. Zur Unterbringung im müssen sie byteweise aufgeteilt werden. Einfache Befehle sind nur ein Byte lang, mächtige Befehle können drei Byte lang sein. Bei 1-Byte-Befehlen sind Operation und Operand in acht Bit zusammengefasst. Dabei befindet sich der Operand in der Regel in einem Register in der CPU. Operation Operand 1-Byte-Befehl: "Transferiere: Ziel, Quelle" = Register A = Register R1 Bei 2-Byte-Befehlen steht die Operation im ersten und der Operand im zweiten Byte. MOV A, R1 2-Byte-Befehl: "Transferiere: Ziel, = Register A 11101001 Konstante" = 10 h MOV A, #10 h 01110100 00010000 3-Byte-Befehle enthalten die Operation und in den nächsten beiden Bytes den Operanden mit Adressen oder Konstanten. 3-Byte-Befehl: "Transferiere: Zieladresse, Konstante" = Adr 11 h = 12 h MOV 11 h, #12 h 01110101 00001011 00001100

16 1 Der Mikrocomputer Programmbearbeitung durch die CPU Die CPU beginnt ihre Arbeit nach einem Reset bei der Adresse 0000h. An dieser Adresse erwartet sie den Operationscode der ersten Instruktion des Programms. Der Operationscode sagt der CPU, was sie machen soll und wie viel Bytes zu der Instruktion gehören. Die CPU liest dann die komplette Instruktion. Nach dem Lesen wird die Instruktion ausgeführt. Die Ausführung kann, je nach Befehl, innerhalb der CPU erfolgen oder externe Baugruppen ansprechen. Erfolgt die Ausführung intern, ist sie auf dem externen Bus nicht sichtbar. Wird auf externe Baugruppen wie oder Ports zugegriffen, können die Signale auf den Busleitungen verfolgt werden. Ist die Instruktion ausgeführt, gibt die CPU die nächste Adresse auf dem Adressbus aus und das Steuersignal zum Lesen des inhaltes. Dieser Inhalt ist der Operationscode der nächsten Instruktion. Die Instruktion wird wieder komplett gelesen und dann ausgeführt. So arbeitet die CPU Befehl für Befehl des Programms ab. Übung 1.1 1. Aus welchen Leitungen besteht das Bussystem eines Mikrocomputers? 2. Was steht im Programm Counter? 3. Wie viele Adressen lassen sich mit 16 Bit darstellen? 4. Mit welcher Anzahl Leitungen kann eine serielle Datenübertragung arbeiten? 5. Erklären Sie den Begriff Baudrate. 6. Stellen Sie zwei Befehle in Assemblersprache und in Maschinensprache dar. 7. Was steht im ersten Byte jedes Befehls? 8. In welchem baustein ist das Programm ab Adresse 0000h gespeichert? 9. In welchem baustein werden variable Daten gespeichert?