Psychosexuelle Entwicklung neurotypisch und bei Menschen im Autismus-Spektrum Barbara Rittmann Dipl.-Psych./Psychologische Psychotherapeutin Hamburger Autismus Institut Überblick über den Vortrag Psychosexuelle Entwicklung Sexualität beim Menschen im Autismus-Spektrum B.Rittmann Postkarten 1
Sexualität: grundlegende Gedanken die Erfahrungen mit Sexualität beginnen bereits vor der Geburt und erstrecken sich über das Ganze Leben bis ins Alter; dabei verändert sich die Wahrnehmung und die Einstellung bzgl. der Sexualität kontinuierlich beim Thema Sexualität geht es mehr darum, wer wir sind als was wir tun sie ist ein wichtiger Teil unseres Selbstbildes und Selbstwertgefühls Beschäftigung mit dem Thema Sexualität bedeutet immer, sich mit den ganzen Menschen zu beschäftigen Bandbreite zwischenmenschlicher Gefühle Zuneigung Freundschaft Verliebtheit Sexualität Liebe Sexualität 2
Psychosexuelle Entwicklung Neurotypische Entwicklung 1. Lebensjahr: Verschmolzensein mit der Mutter; Erlebnis von Bindung, Einheit und des Versorgtwerdens Urvertrauen 2. 3. Lebensjahr: entwickelt zunehmend Kontrolle über seinen Körper (eigene Bewegungen und Ausscheidungsfunktion); Unterscheidung Mädchen Junge (24 Monate: Ausbildung der geschlechtlichen Kernidentität (Stoller); 3. bis 5. Lebensjahr: vorläufiger Höhepunkt sexueller Neugier; sexuelle Rollenspiele (Doktorspiele), Papa-Mama-Kind-Spiele, teilweise Nachspielen des Koitus, etc.); Mädchen: Identifikation mit Mutter, Junge mit Vater ( Desidentifizierung von Mutter) 6. 9. Lebensjahr: Kind kennt die sozio-kulturellen Normen, entwickelt Schamgefühle und das Bedürfnis nach Intimität und Privatsphäre (z.b. im Bad, im eigenen Zimmer, etc.) 10. bis Lebensjahr: Entwicklungsherausforderungen: Identifikation mit dem "neuen" Körper; wesentliches Kennzeichen der Pubertät: Wunsch nach partnerorientierter Sexualität; Orientierung an den Peers; verstärktes Bedürfnis, sich aus der Verantwortung der Eltern zu lösen 3
Besonderheiten der Sexualität bei Menschen mit Autismus Auswirkungen des Autismus bzgl. Beziehungen Naivität und fehlender Selbstschutz fehlende Kommunika tionsfähigkeiten (z.b. Smalltalk) Grundlegende Fähigkeiten wurden nicht gelernt Autismus soziale Signale werden schlecht entschlüsselt Unrealitistische oder mechanistische Vorstellungen Probleme beim Verstehen von Gefühlen 4
Pubertäre Gefühle eines Jugendlichen mit Autismus Pubertäre Gefühle eines Jugendlichen mit Autismus 5
Vorstellungen von Liebe, Sexualität und Familie Vorstellungen wirken oft unreif, holzschnittartig oder bizarr naiv, fehlende Peergroupaufklärung eher funktional auf das Erreichen von bestimmtem Status ausgerichtet Realisierung der AS-Schwierigkeiten können große Zukunftsängste auslösen Auswirkungen des Autismus bzgl. des Sexualverhaltens Direktheit sexueller Annäherung Sexuelle Ausrichtung, sexuelle Identität Fehlen von Scham Über- und Unterempfindlichkeiten bei Körperkontakt Autismus Objekt- Orientiertheit, spez. Praktiken evtl. fehlendes Interesse Gefahr der Selbstverletzung 6
Sexualität: Interesse, Vorlieben, Orientierung und Identität Transgender-Crossdressing 1:45 7
Häufige Vorliebe für Bondage-Techniken (BDMS = (Bondage, Dominance, Masochism, Sadismus) sexuelle Vorlieben, u. a. mit Dominanz und Unterwerfung, Schmerz und Fesselspiele keine Straftat, wenn sie einvernehmlich und unter Absprache stattfinden werden von AS oft bevorzugt, weil klare kontrollierbare und vorhersehbare Absprachen (Lit: N#ummer 1) Objekte als Stimuli sexueller Erregung sensorischen Stimuli (visuell, auditiv, olfaktorisch, taktil) bestimmte Materialien und Objekte (Kopfkissen, Waschlappen, Puppen, bestimmte Texturen - Leder, Gummi -, Töpfe, Lampen, Gürtel, Duschkopf, Metallkugeln) bestimmten Personen oder Körperteilen anderer Menschen (z.b. Haare, Füße, nackte Arme) Darstellungen von Fleisch usw. 8
Sehnsucht nach Freundschaft und Liebe und geglückte Paarbeziehungen 9