MÄDCHEN UND TECHNIK - INTERVIEW

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Transkript:

MÄDCHEN UND TECHNIK - INTERVIEW Zielgruppe: Mädchen, 8. - 12. Schulstufe, 14-18 jährige Jugendliche Gruppengröße: max. 15 Teilnehmerinnen Ziel: Die Teilnehmerinnen sollen mit dem Grad der Akzeptanz von Mädchen in Männerberufen konfrontiert werden (in unmittelbarer Umgebung und in regionalen Betrieben). Sie überlegen sich Strategien, um eine höhere Akzeptanz zu erreichen. Methode: Junge Frauen, die sich für einen so genannten Männerberuf interessieren oder einen solchen ausüben, sind immer wieder mit Vorurteilen konfrontiert. Aussagen wie "Mädchen sind zu schwach, zerstören das Betriebsklima, bekommen von der harten Arbeit einen unschönen Körper,..." sind manchmal zu hören, wenn sich eine junge Frau in einem nichttraditionellen Beruf bewirbt. Die folgende Methode beschäftigt sich mit der Akzeptanz von Mädchen in nichttraditionellen Berufen. Die Methodik ist das Interview. Die Schülerinnen sollen Interviews zum Thema: "Was halten Sie von Mädchen in so genannten Männerberufen?" durchführen. Das Projekt besteht aus verschiedenen Phasen. 1. Phase: Vorbereitung der Interviews Die Teilnehmerinnen orientieren sich an dem Fragenkatalog (Arbeitsblatt 1), der sich an Eltern und Familienmitglieder, Menschen auf der Straße sowie Betriebe und Betriebsbeschäftigte richtet und entwickeln diesen weiter. Sie bilden auch Arbeitsgruppen. MÄDCHEN UND TECHNIK - INTERVIEW Methodenblatt 1

2. Phase: Durchführung der Interviews Vorerst wird festgestellt, wer interviewt, wer interviewt werden soll und wo diese Interviews stattfinden. Die Interviews werden an MitschülerInnen und an den TrainerInnen erprobt. Gemeinsam werden Betriebe in der näheren Umgebung aus dem Branchenverzeichnis herausgesucht, angerufen und Termine vereinbart. Eine Gruppe führt Straßeninterviews durch. Es soll auf jeden Fall vermerkt werden, ob die befragten Personen männlich oder weiblich waren. Eine weitere Gruppe befragt Familienmitglieder der Klassengemeinschaft. Eine vierte Gruppe kann Personen aus öffentlichen Institutionen befragen (z.b. LehrerInnen, GemeinderätInnen, BerufsberaterInnen, usw.) 3. Phase: Auswertung und Nachbesprechung Wie war das Gefühl bei den Interviews? Haben die Leute bereitwillig Auskunft gegeben? Was haben sie zum Thema gesagt? Die Interviews und Aussagen werden ausgewertet, durchbesprochen und auf Vorurteile untersucht. Die ausgewerteten Fragen können in einer öffentlichen Aktion präsentiert werden (z.b. Wandzeitung in Schule oder Gemeindeamt, Rollenspiel vor der Klasse oder bei einer Schulfeier, Artikel für Schülerzeitung oder Regionalzeitung, usw.). Die Aktion, gezielte Realbegegnungen zu diesem Thema zu machen und verschiedene Meinungen zu hören, hat bisher alle Mädchen begeistert. Wichtiger Punkt dabei ist, alle Erfahrungen mit den Interviewten, die nicht immer positiv sind, in der Gruppe noch einmal sorgfältig zu reflektieren. Variationen: Kann auch mit einer reinen Bubengruppe zum Thema nichttraditionelle Männerberufe durchgeführt werden. (Arbeitsblatt 2) Materialien: Arbeitsblatt 1 oder 2, Plakate, Plakatstifte, Kassettenrekorder, Kassetten, Mikrofone, Kameras, Filme MÄDCHEN UND TECHNIK - INTERVIEW Methodenblatt 2

Zeit: Sehr aufwendig, aber toll! Arbeitsphasen über 2-3 Wochen bzw. über das Schuljahr verteilt oder auch einige Projekttage. Quelle: Verein Sprungbrett. Sprünge in die Zukunft. Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten, Wien 1997. MÄDCHEN UND TECHNIK - INTERVIEW Methodenblatt 3

UMFRAGE IN DER ÖFFENTLICHKEIT MÄDCHEN Mögliche Fragen könnten sein: 1. Nehmen wir an, Sie haben eine Tochter. Welche Berufe würden Sie ihr empfehlen? 2. Ihre Tochter/Freundin möchte Elektromechanikerin werden. Was würden Sie dazu sagen? 3. Würden Sie Ihr Auto von einer Frau reparieren lassen? 4. Würden Sie eine junge Frau als Lehrling in einer Hafnerei einstellen? Wenn nein, warum nicht? 5. Könnten Sie sich als Frau vorstellen, Elektromechanikerin zu werden? 6. Welche so genannten Männerberufe sollten Frauen auf keinen Fall ausüben? Mögliche Fragen an Firmen: 1. Haben Sie schon jemals Mädchen ausgebildet? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht? 2. Was halten Sie im Allgemeinen von Frauen in Männerberufen? 3. Würden Sie Frauen, die in einem gewerblich-technischen Beruf ausgebildet sind, in ihrem Betrieb einstellen? MÄDCHEN UND TECHNIK - INTERVIEW Arbeitsblatt 1

UMFRAGE IN DER ÖFFENTLICHKEIT BURSCHEN Mögliche Fragen könnten sein: 1. Nehmen wir an, Sie haben einen Sohn. Welche Berufe würden Sie ihm empfehlen? 2. Ihr Sohn/Freund möchte Schönheitspfleger oder Altenhelfer werden. Was würden Sie dazu sagen? 3. Würden Sie sich von einem Mann pflegen lassen? 4. Würden Sie einen jungen Mann als Lehrling in einem Kosmetikinstitut einstellen? Wenn nein, warum nicht? 5. Könnten Sie sich als Mann vorstellen, Schönheitspfleger zu werden? 6. Welche so genannten Frauenberufe sollten Männer auf keinen Fall ausüben? Mögliche Fragen an Firmen: 1. Haben Sie schon jemals Burschen ausgebildet? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht? 2. Was halten Sie im Allgemeinen von Männern in Frauenberufen? 3. Würden Sie Männer, die in einem Dienstleistungs-Beruf ausgebildet sind, in ihrem Betrieb einstellen? MÄDCHEN UND TECHNIK - INTERVIEW Arbeitsblatt 2