MBA Cröbern. Projektinformation



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Transkript:

MBA Cröbern Projektinformation Zweckverband Abfallwirtschaft Westsachsen Am Westufer 3 04463 Großpösna / OT Störmthal Tel.: 03 42 99 / 705-0 Fax: - 22 SITA Kommunal Service Ost GmbH & Co. KG Gerichtsweg 28 04103 Leipzig Tel.: 03 41 / 26 17 89-0 Fax: - 10 Westsächsische Entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft mbh Am Westufer 3 04463 Großpösna / OT Störmthal Tel.: 03 42 99 / 53 0 Fax: -128

- 2 - Inhaltsverzeichnis Seite 1. Einleitung 3 1.1. Abfallwirtschaftliche und abfallrechtliche Rahmenbedingungen 3 1.2. Die WEV und ihre Gesellschafter 4 2. Standort der MBA Cröbern 6 3. Konzept der MBA Cröbern 8 3.1. Ausrichtung, Kapazität und Technologie 8 3.2. Verfahrens- und Prozessbeschreibung 9 3.2.1. Abfallanlieferungen und annahme 9 3.2.2. Mechanische Aufbereitung 12 3.2.3. Biologische Behandlung 13 3.2.4. Abluftbehandlung 16 3.2.5. Prozesswassersystem 18 3.2.6 Lüftungskonzept 19 4. Stoffe, Stoffmengen, Stoffdaten 20 Fotos 22-27

- 3-1. Einleitung 1.1. Abfallwirtschaftliche und abfallrechtliche Rahmenbedingungen Wesentlicher Bestandteil einer nachhaltigen Abfallwirtschaft ist die umweltverträgliche Beseitigung nicht vermeidbarer bzw. nicht verwertbarer Abfälle. Die am 01.03.2001 in Kraft getretene Verordnung über die umweltverträgliche Ablagerung von Siedlungsabfällen (Abfallablagerungsverordnung - AbfAbIV) fordert im Vorfeld der Deponierung eine weitest gehende Reduzierung der Reaktionsfähigkeit der Abfälle durch Vorbehandlung. Die Ablagerung von unbehandelten Abfällen auf Deponien ist gemäß 6 AbfAblV seit dem 01.06.2005 nicht mehr zulässig. Vom genannten Zeitpunkt an müssen auf Deponien abzulagernde Abfälle strengen Zuordnungskriterien genügen, die in der Abfallablagerungsverordnung gesetzlich festgelegt und analytisch nachweisbar sind. Die Einhaltung dieser Zuordnungskriterien ist technisch durch zwei Behandlungsverfahren möglich: thermische oder mechanisch-biologische Abfallbehandlung. Der Zweckverband Abfallwirtschaft Westsachsen (ZAW) hat sich schon sehr zeitig im Rahmen seiner abfallwirtschaftlichen Strategie für die mechanisch-biologische Abfallbehandlung vor der Deponierung entschieden. In Kombination mit der hochtechnischen Zentraldeponie Cröbern ist dieses Konzept am wirtschaftlichsten für eine zukunftsweisende Abfallwirtschaft des Verbandes. Die Westsächsische Entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft mbh (WEV), deren Gesellschafter der ZAW ist, hat als Vorhabensträgerin eine mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage (MBA) am Standort der Zentraldeponie Cröbern errichtet. Generalübernehmer für dieses Vorhaben war die SITA Kommunal Service Ost GmbH & Co. KG, die Mitgesellschafter der WEV ist und über umfangreiche Erfahrungen in der Abfallwirtschaft verfügt. Garantiegeber für das Verfahren und die technische Ausführung der Anlage ist ein Konsortium von Linde-KCA-Dresden GmbH und HOCHTIEF Construction AG Leipzig. Die MBA Cröbern ist für einen Mengendurchsatz von 300.000 Mg ausgelegt. Ziel der Behandlung ist die gesicherte Erzeugung eines ablagerungsfähigen Deponiegutes, das den Kriterien der Abfallablagerungsverordnung entspricht. Damit sind die technischen Voraussetzungen für die in Deutschland festgelegten Ziele zum Schutz der Umwelt

- 4 - keine Altlasten für nachfolgende Generationen keine Verstärkung des natürlichen Treibhauseffektes durch unsere Abfälle Ressourcenschutz durch Gewinnung und Nutzung von Ersatzbrennstoffen erbracht. Auf diese Weise wurden für den ZAW eigene Behandlungskapazitäten geschaffen und der Weiterbetrieb der Zentraldeponie Cröbern langfristig sicher gestellt. Die Kombination einer hochtechnisierten Deponie mit einer MBA nach Stand der Technik versetzt die WEV und ihre Gesellschafter in die Lage, seriöse gesetzeskonforme Entsorgungslösungen anzubieten. Mit dieser anlagentechnischen Ausstattung verstehen sich ZAW, WEV und SITA als Dienstleistungsunternehmen für weitere öffentlich-rechtliche und private Entsorgungsträger und sorgen darüber hinaus verantwortungsvoll für langfristige Entsorgungssicherheit in der Region, gegebenenfalls auch überregional. Nach Erteilung der Genehmigung zum vorzeitigen Baubeginn haben die Arbeiten zur Errichtung der MBA im Februar 2004 begonnen und wurden im Mai 2005 abgeschlossen, so dass die Inbetriebnahme der Anlage pünktlich zum 31. Mai 2005 erfolgen konnte. 1.2. Die WEV und ihre Gesellschafter Die Westsächsische Entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft mbh (WEV) wurde aus der Zentraldeponie Cröbern Betriebsgesellschaft mbh gebildet und hat sich zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor in der westsächsischen Region entwickelt. Sie ist für die Umsetzung der abfallwirtschaftlichen Strategie des ZAW auf der Grundlage des aktuellen Abfallwirtschaftskonzeptes zuständig. Im modernen Wirtschaftskreislauf ist sie ein kompetentes und zuverlässiges Dienstleistungsunternehmen. Qualifiziertes Personal sorgt für einen reibungslosen Ablauf nach kaufmännischen Grundsätzen und neuesten wissenschaftlich-technischen Erkenntnissen im Einklang mit den bestehenden Gesetzen. Die WEV arbeitet kundenorientiert und berät in allen Fragen der Abfallwirtschaft.

- 5 - Die WEV betreibt ausschließlich Deponien nach Stand der Technik mit den erforderlichen Basisabdichtungssystemen sowie modernen peripheren Anlagen bzw. zeichnet für Nachsorge und Rekultivierung verantwortlich. Die technische Ausführung der Basisabdichtung und weiterer Überwachungssysteme an der Zentraldeponie Cröbern übertreffen die Anforderungen der TA Siedlungsabfall. Der ZAW ist einer der Abfallzweckverbände des Freistaates Sachsen. Seine Mitglieder sind die Stadt und der Landkreis Leipzig. Der ZAW ist im Rahmen seiner Aufgaben öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger und nimmt in dieser Eigenschaft gesetzlich übertragene Entsorgungsaufgaben wahr. Er legt die Strategie für die Behandlung und Beseitigung der Abfälle im Verbandgebiet fest und hat für die Abfälle von ca. 780.000 Einwohnern Entsorgungssicherheit nach den einschlägigen gesetzlichen Regelungen zu gewährleisten. Dazu gehören neben der Erarbeitung von wirtschaftlichen Entsorgungslösungen zur Niedrighaltung der Gebühren die unbedingte Einhaltung der Forderungen an den Umweltschutz. Die SITA Kommunal Service Ost GmbH & Co. KG, ein Tochterunternehmen der SITA Deutschland GmbH, ist mit mehreren Gesellschaften in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt tätig. Die Unternehmen der SITA Deutschland GmbH in einer dezentralen Struktur organisiert - sind Komplettdienstleister für Kommunen, für das Duale System Deutschland (DSD) sowie für Unternehmen aus Industrie, Handel und Gewerbe. In zahlreichen unterschiedlichen Entsorgungsanlagen erfolgt die sach- und fachgerechte Aufbereitung, Verwertung und Vermarktung von Sekundärrohstoffen sowie die umweltverträgliche Beseitigung von Restabfällen. Die SITA Deutschland GmbH gehört zur französischen SITA S.A., ein Tochterunternehmen des international operierenden Dienstleistungskonzerns SUEZ (früher Suez Lyonnaise des Eaux). SITA deckt den Geschäftsbereich Abfallwirtschaft der SUEZ ab und zählt neben den Bereichen Wasser und Energie zu einer der drei zentralen Sparten, die international tätig sind. Die SITA-Gruppe ist heute weltweit in 30 Ländern vertreten.

- 6-2. Standort der MBA Cröbern Der Anlagenstandort der MBA Cröbern befindet sich auf dem Gelände der Zentraldeponie Cröbern im Landkreis Leipzig. Die Zentraldeponie Cröbern (ZDC) wurde im Territorium des ehemaligen Tagebaus Espenhain im Südraum von Leipzig errichtet. Das Gebiet erstreckt sich östlich der Ortschaften Großdeuben / Gaschwitz / Großstädteln und wird im Norden und Nordosten von der Markkleeberger Stadtrandsiedlung Goldene Höhe und den Dörfern Auenhain, Güldengossa und Störmthal begrenzt. Im Südosten reicht es bis an die Ortschaften Dreiskau - Muckern, im Süden an Böhlen und Rötha heran. Die verkehrstechnische Anbindung der MBA erfolgt über das bereits bestehende Verkehrswegenetz der ZDC. Die ZDC ist durch einen Anschluss an die B 95 unmittelbar südlich des Großdeubener Kreuzes über eine Zufahrtsstraße zu erreichen. Die Bundesstraße 95 führt in südlicher Richtung nach Chemnitz und bindet an die A 4 an. Vom Großdeubener Kreuz aus ist über die B 2 in südwestlicher Richtung Gera zu erreichen und Richtung Norden das Zentrum von Leipzig. Durch die Anbindung der B 2 an die A 38 kann der östliche Raum über die A 9 und der westliche Raum über die A 14 schnell erreicht werden. Standort der Zentraldeponie und der MBA Cröbern

- 7 - Die ZDC mit einer genehmigten Gesamtfläche von 48,85 ha ist voll erschlossen und bietet Elektroenergie, Trinkwasser und Telekommunikation auf modernstem Niveau an. Die MBA Cröbern konnte an die bestehenden Ver- und Entsorgungsnetze anbinden. Die nächstgelegene Wohnbebauungen und empfindlichen Nutzungen wie z. B. soziale und medizinische Einrichtungen, Bildungsstätten etc. liegen mindestens 2.100 m entfernt. Lage der nächstgelegenen Wohnbebauung

- 8-3. Konzept der MBA Cröbern 3.1. Ausrichtung, Kapazität und Technologie Ziel der Behandlung ist die gesicherte Erzeugung eines ablagerungsfähigen Deponiegutes, das den Kriterien der Verordnung über die umweltverträgliche Ablagerung von Siedlungsabfällen entspricht. Die zur Behandlung in der Anlage vorgesehenen Abfallarten sind kommunale und gewerbliche Siedlungsabfälle zur Beseitigung wie z.b. Hausmüll, Sperrmüll, Gewerbeabfall (inkl. Reste aus der Kompostierung und Sortierreste DSD) und Rückstände aus der Abwasserreinigung und Wasseraufbereitung. Die Anlage ist für einen Mengendurchsatz von 300.000 Mg/a ausgelegt und beinhaltet eine mehrstufige mechanische Aufbereitung sowie eine zweistufige biologische Behandlung inkl. Abluftbehandlung. Die mechanische Aufbereitung ist darauf konzipiert, aus den Abfällen durch Zerkleinern, Sieben und mehrmaligem Trennen eine organische Feinfraktion und verschiedene marktfähige Stoffströme zur energetischen und stofflichen Verwertung zu erzeugen. Durch die Abtrennung von heizwertreichen Fraktionen, Holz und Metallen werden erhebliche Anteile der zu behandelnden Abfälle verwertet. Mit der biologischen Behandlung wird ein weitgehender Abbau der organischen Bestandteile in der abgetrennten Feinfraktion erreicht. Dies erfolgt durch aerobe Behandlung in einer zweistufigen Rotte (Intensivrotte und Nachrotte). Durch die Möglichkeiten in der mechanischen Aufbereitung einzelne Stufen im Aufbereitungsprozess zu umfahren bzw. doppelt anzuwenden und Fraktionen mit vereinheitlichten Stoffeigenschaften zusammenzuführen, besitzt die Anlage eine hohe Flexibilität gegenüber Schwankungen in der Abfallzusammensetzung und in der Abfallmenge.

- 9 - Übersicht über den Aufbau der MBA Cröbern 3.2. Verfahrens- und Prozessbeschreibung 3.2.1. Abfallanlieferung und -annahme Die Anlieferung der Abfälle in die MBA Cröbern erfolgt über die Straße durch Sammelfahrzeuge und Container-Fahrzeuge mit eigener Entladevorrichtung. Sämtliche Fahrzeuge werden mit einem im Anlieferungsbereich der Zentraldeponie Cröbern angeordneten Wiegesystem erfasst. Gleichzeitig erfolgt dort die Prüfung des angelieferten Abfalls und der Dokumente im Zusammenhang mit den abfallrechtlichen Nachweispflichten. Im Rahmen der visuellen Annahmekontrolle werden eventuell vorhandene Störstoffe (z. B. technische Haushaltsgroßgeräte, verschlossene Fässer) aussortiert und nachfolgend einer zugelassenen Entsorgung zugeführt oder zurückgewiesen. Auch wenn die gesamte Ladung nicht den mitgeführten Identifikationsangaben bzw. den Annahmebedingungen der MBA Cröbern entspricht, wird die Annahme des Abfalls verweigert und das Fahrzeug zurückgewiesen. Nach der Eingangskontrolle und der Verwiegung fahren die LKWs über das Betriebsgelände zum Anlieferungsbereich der MBA Cröbern. Die LKWs erreichen die Anlieferhalle durch 6 Schnelllauftore und entladen den Abfall innerhalb der Halle auf den vorhanden Zwischenlagerflächen. Zur Rückhaltung von diffusen Geruchs- und Staubemissionen sind die Schnelllauftore mit einer Luftschleieranlage ausgerüstet, die im geöffneten Zustand der Tore automatisch in Betrieb geht.

- 10 - Biologische Behandlung (BB) MBA Cröbern Anlieferung / Flachbunker Störstoffauslese, Aufgabe Haus- und Geschäftsmüll Sperrmüll Gewerbeabfall Holz Vorzerkleinerung Siebüberlauf Störstoffe Siebüberlauf Siebung 40/300 mm grob Intensivrotte (IR) (5 Wochen, Tunnel) fein Mischer mittel mittel Feinaufbereitung (bei Bedarf) Nachrotte (8 Wochen, Dreiecksmiete, Mobilumsetzer, überdacht, unbelüftet) leicht Windsichtung Metallabscheidung Schwergutabtrennung (ballist. Separator, Autosort) Holz Metalle Schwergut Abgas BB Zwischenlager (2 Wochen, bei Bedarf) Verladung Deponiegut (offene Container) zur IR Umluft Nachzerkleinerung < 80 mm Verladung hwr. Fraktion (Schubbodenfzg., Presscontainer, Ballenpresse) Abluft Anlieferung und Aufbereitung heizwertreiche Abfälle I und II Mechanische Aufbereitung (MA) Staubfilter Luftbefeuchter Biofilter Saurer Wäscher RTO Kamin Abluftfassung/Abgasbehandlung Vereinfachtes Verfahrenskonzept der MBA Cröbern

- 11 - In der Anlieferhalle erfolgt während des Abkippvorgangs eine weitere Sichtkontrolle des Abfalls durch das Personal. Von der Behandlung ausgeschlossene Abfälle werden an den Abfallerzeuger zurückgewiesen. Im Bedarfsfall werden Rückstellproben genommen. Nach der Entleerung erfolgt die Rückverwiegung der Fahrzeuge auf der Ausgangswaage der WEV. Angelieferte Abfälle, bei denen erkennbar ist, dass aufgrund ihrer Beschaffenheit durch mechanisch- biologische Behandlung keine Verbesserung der Eigenschaften erzielt wird, wie z. B. bei Monochargen Kunststoffabfälle, können direkt der thermischen Verwertung zugeführt werden. Der weitere Abfall wird durch das Personal entsprechend seiner Beschaffenheit als organikhaltiger Abfall bzw. als brennstoffhaltiger Abfall den Zwischenlagerflächen/Flachbunker der Linie I bzw. der Linie II zugeordnet. BE 1002 biologische Behandlung Zerkleinerung Linie I + II Siebung Windsichter FE-Abscheidung NE-Abscheidung ballistischer Separator weitergehende mech, Aufbereitung Abfälle Kanalband Linie I + II Rotorschere Windsichter FE-Abscheidung FE-Verladung Störs toffe heizwertr. Frak tion FE-Schrott NE-Schrott Schwergut Aufbereitungsstufen der Linien I und II

- 12-3.2.2. Mechanische Aufbereitung Die organikhaltigen und die brennstoffhaltigen Abfälle werden in getrennten Linien I und II aufgegeben und mehrstufig mechanisch aufbereitet. Dabei sind die Aggregate und Aufbereitungsziele der Linie I weitestgehend identisch mit denen der Linie II. In beiden Linien wird der Abfall durch mehrere Aufbereitungsschritte zerkleinert, gesiebt, gesichtet und in verschiedene Stoffströme getrennt. Die aus dem Flachbunker kommenden Abfälle werden vorzerkleinert und anschließend durch Trommelsiebung in drei Fraktionen (Feinfraktion < 40 mm, Mittelfraktion > 40 bis < 300 mm und Grobfraktion > 300 mm) klassiert. Die weitere Aufbereitung ist je nach Fraktion unterschiedlich. Der Feinfraktion werden die Metalle entnommen; der verbleibende Stoffstrom aus der Hausmülllinie ist die organische Feinfraktion, die anschließend zur biologischen Aufbereitung transportiert wird. Die Feinfraktion der Gewerbeabfall-/Sperrmülllinie wird Bestandteil der mittelkalorischen Fraktion. Die Mittelfraktion (>40 bis < 300 mm) wird zur Windsichtung geführt, bei der mittels Luftstrom die leichten, heizwertreichen Stoffe (Folie, Papier) abgetrennt werden, die nach Metallabscheidung und Nachzerkleinerung die hochkalorische Fraktion bilden. Die Grobfraktion gelangt über Förderbänder zurück in den Flachbunker und wird nach nochmaliger Zerkleinerung mittels Rotorschere wieder in die Behandlung einbezogen. Die Mittelfraktion muss weiter aufbereitet werden. Sie wird in Bogenbandsichtern mit nachgeschalteter Feinabsiebung aufgrund der unterschiedlichen Dichte und Korngröße in verschiedene Stoffströme: Schwerstoffe und Leichtstoffe - getrennt. Im Anschluss wird nochmals Feinkorn abgesiebt, das der organischen Feinfraktion zugemischt wird. Den Schwerstoffen werden durch FE- Abscheider die Eisenmetalle entnommen und mittels Kunststoffsortierer (Polysort) im weiteren Aufbereitungsprozess die kompakten Kunststoffe abgetrennt. Übrig bleibt das Schwergut, welches verladen wird.

- 13 - Schwerstoffe FE- Abscheidung NE- Abscheidung KT-Autosort Nachzerkleinerung FE-Verladung NE-Verladung Schwergutverladung Verladung heizwertreiche Fraktion FE-Schrott NE-Schrott Schwergut heizwertr. Fraktion Weitergehende Aufbereitung der Schwerstoffe Die gewonnene Leichtfraktion besteht im wesentlichen aus Kunststoff und wird gemeinsam mit den heizwertreichen Stoffen aus den Bogenbandsichtern und den im Kunststoffsortierer abgetrennten kompakten Kunststoffen nachzerkleinert. Nachdem nochmals Metalle entnommen wurden, wird der verbleibende Stoffstrom als heizwertreiche Fraktion der Verladung zugeführt. Das Feinkorn gelangt zur biologischen Behandlungsstufe. Für die in den einzelnen Aufbereitungsaggregaten der Linie I und II erzeugten nicht biologisch behandelbaren Fraktionen, wie FE-Metalle, Schwergut, heizwertreiche Fraktionen und Holz, stehen in der Anlage jeweils separate Verladestationen zur Verfügung. 3.2.3. Biologische Behandlung In der biologischen Behandlungsstufe werden die in den Linien I und II erzeugten organikreichen Stoffströme, im wesentlichen die aufbereitete organische Feinfraktion aus dem Trommelsieb der Hausmülllinie, behandelt. Ziel ist es, den weitgehenden biologischen Abbau organischer Substanzen innerhalb kurzer Zeit unter kontrollierten Bedingungen zu erreichen, so dass das Rottegut nach Verlassen der biologischen Stufe die Kriterien der Ablagerungsverordnung erfüllt. Die organische Feinfraktion gelangt zunächst zum Zwecke der Homogenisierung und der Einstellung des optimalen Wassergehaltes in Mischtrommeln. Das von den Mischtrommeln kommende Material wird mittels automatischer Eintragstechnik in die Rottetunnel der Intensivrotte (geschlossenes System) gefüllt. Insgesamt besteht die Intensivrotte aus 44 Rottetunneln, wobei jeder einzelne Tunnel mit einer lichten Breite und Länge von ca. 5 m x 30 m dimensioniert ist.

- 14 - Ansicht der zweiseitigen Tunnelfüllhalle mit automatischer Ein- und Austragtechnik Dort wird das Material intensiv mit Luft beaufschlagt. Diese strömt von unten nach oben durch das Rottegut und versorgt die im Rottegut lebenden Mikroorganismen (Bakterien, Pilze) mit Sauerstoff. Der im Abfall organisch gebundene Kohlenstoff wird von den Mikroorganismen als Nahrungsquelle verwertet und entweder zu CO 2 veratmet oder zum Aufbau eigener Zellsubstanz genutzt. Die Aufenthaltszeit des organikreichen Materials in der Intensivrotte beträgt 5 Wochen. Während dieser Zeit wird das Material zweimal umgesetzt. Nach der Intensivrotte wird bei Bedarf eine weitere Aufbereitung des Rottegutes mittels Siebung und Sichtung durchgeführt, wobei insbesondere die noch vorhandenen heizwertreichen Bestandteile entfernt werden. Da das aus der Intensivrotte stammende Material noch nicht die Kriterien der Ablagerungsverordnung erfüllt, ist eine zweite Stufe der biologischen Behandlung - die Nachrotte - erforderlich.

- 15 - In der Nachrotte wird das vorgerottete Material per Radlader zu Dreiecksmieten aufgehäuft. Die Nachrotte ist überdacht, 2-seitig umschlossen, besteht aus 15 Mieten und nimmt insgesamt eine Fläche von 105 m Breite und 147 m Länge ein. Innerhalb von 8 Wochen erfolgt hier ein weitest gehender Abbau noch verbliebener organischer Bestandteile. Währenddessen werden die Mieten regelmäßig umgesetzt und bei Bedarf gewässert. Nach Ablauf der Rottedauer ist das Material soweit biologisch stabilisiert, dass die Kriterien der Ablagerungsverordnung eingehalten werden und das endbehandelte Material mittels Radlader in betriebseigene Fahrzeuge verladen und zur Zentraldeponie Cröbern transportiert werden kann. Intensivrotte Nachrotte organikreiche Fraktion 5 Wochen Verweilzeit Deponiegut Feinaufbereitung 8 Wochen Verweilzeit Verweilzeiten in den verschiedenen Rottebereichen

- 16-3.2.4. Abluftbehandlung Die Hallen der Anlieferung und Aufbereitung (Mechanik) sowie die Intensivrotte sind vollständig geschlossene in Teilbereichen gekapselte Bauwerke. Sie werden entlüftet und ein Teil der anfallenden Hallenluft wird zur Belüftung des Rottematerials in der Intensivrotte genutzt. Das Abgas wird über ein differenziertes System behandelt. Die aus den Punktquellen und der Flächenabsaugung abgezogene Abluft der mechanischen Aufbereitung und der Anlieferungshalle wird über Staubfilter entstaubt. Die stärker verunreinigte Abluft aus der Tunnelrotte wird nach der Entfernung des Ammoniaks in einem Abluftwäscher (Saurer Wäscher) der thermischen Behandlung (RTO - Regenerative Thermische Oxidation) unterworfen. In den sauren Wäschern wird Ammoniak mit Hilfe von Schwefelsäure aus dem Abgas entfernt, bevor im weitesten Sinne die organischen Inhaltsstoffe im Abgasstrom verbrannt werden. Die Abluft aus der Anlieferung und der Aufbereitungshalle, die nicht über die Tunnelrotte der RTO zugeführt werden kann, wird in einem Biofilter gereinigt. Bevor die Abluft dem Biofilter zuströmt, wird diese in zwei Gegenstromwäschern aufbereitet. Die Gegenstromwäscher erfüllen mehrere Funktionen: Entstaubung der Luft Entfernung von eventuell in der Abluft enthaltenem Ammoniak Wasserdampfsättigung der Luft zur Vermeidung von Austrocknung des Biofiltermaterials In dem Biofilter strömt die Luft von oben nach unten durch eine Filterschicht, in der Mikroorganismen für den Abbau organischer Inhaltsstoffe der Luft sorgen. Die Abluft sowohl aus der RTO als auch aus der Biofilteranlage wird über einen gemeinsamen Kamin geführt.

- 17 - Frischluft Anlieferung Halle Punktquellen Staubfilter Staubfilter Staubfilter Aufbereitung Halle Punktquellen Luftwäscher Biofilter Mischerhaus Halle Punktquellen Intensivrotte Halle Tunnel Luftwäscher RTO Feinaufbereitung Nachrotte mit Zwischenlager überdacht, unbelüftet Kamin Abluftschema der MBA Cröbern

- 18-3.2.5. Prozesswassersystem Durch die Abfallbehandlung in der MBA Cröbern entstehen nur in sehr geringem Umfang Abwässer. Im Prozessablauf anfallende Abwässer stammen aus Reinigungsarbeiten oder auch aus dem Bereich der Rotte. Dort fällt Wasser im Bereich der Tunnel an. Dies kann überschüssiges zum Befeuchten des Rottegutes benutztes Wasser sein, aber auch beim biologischen Abbau von Zellen freigesetztes Zellwasser oder Kondensat aus dem Abluftsystem. Alle diese Wässer werden zum Prozesswasserspeicher geführt, um weitgehend wieder verwendet zu werden. Überschüssiges Prozesswasser (ca. 1000 m³/a) wird extern entsorgt. MBA Cröbern Waschwasser Saure Wäscher geringbelastetes Waschwasser Rückbefeuchtung von Prozeßwasser Prozeßwasser / Kondensate Trinkwasser Brauchwasser Oberflächenwasser Sanitärabwasser Kleinkläranlage Speicher Regenrückhaltebecken Prozeßwasserspeicher Drosselablauf max Q = 100 l/s Oberflächensammelbecken Notüberlauf Entsorgung 800 m³/a Entsorgung 1.000 m³/a Zufluss von der Deponie Öffentliche Trinkwasserversorgung Schönungsteich Vorfluter Brauch- und Prozesswassersystem MBA Cröbern

- 19-3.2.6 Lüftungskonzept Zuluft Zuluft Zuluft Kamin Anlieferung Mechanische Aufbereitung Tunnelfüllhalle Intensivrotte Umluft Staubfilter Staubfilter Saurer RTO Wäscher Prozessluft Staubfilter Punktquellen Hallenabluft Luftbe- Biofilter feuchter Schematische Darstellung des Lüftungskonzeptes Die höher belastete Abluft von den Punktquellen aus der mechanischen Aufbereitung wird direkt als Zuluft dem Rotteprozess zugeführt. Die übrige Hallenluft aus den Bereichen Anlieferung und Aufbereitung wird vollständig über Luftwäscher und Biofilter gereinigt. Außerhalb der Betriebszeiten der Anlieferung und Aufbereitung wird die zur Abluftbehandlung überführte Luftmenge auf ca. 40% abgesenkt und die Punktquellenabsaugung abgeschaltet. Damit wird eine ausreichende Entlüftung der Hallen für die außerhalb der Betriebszeit anstehenden Wartungsarbeiten sichergestellt. Das Belüftungssystem der Intensivrotte beinhaltet die Zuführung von Frischluft in die Tunnelfüllhalle und die vollständige Weiternutzung der Hallenabluft im Rotteprozess der Intensivrotte. Zur Reduzierung de Wrasenbildung in der Tunnelfüllhalle bei kalter Witterung kann die zugeführte Frischluft über ein Wärmetauschersystem mit Abwärme aus dem Rotteprozess vorgewärmt werden. Die mit Schadstoffen angereicherte Prozessluft aus den Rottetunneln der Intensivrotte wird zusammengeführt. Anschließend wird sie über einen sauren Wäscher zur Abscheidung von Ammoniak sowie über die beiden RTO-Linien gereinigt und zusammen mit der behandelten Hallenluft aus dem Biofilter über den Kamin abgeleitet. Dort erfolgt über die angeschlossenen Messeinrichtungen die kontinuierliche Überwachung der Emissionen entsprechend den Vorgaben der 30. BlmSchV.

- 20-4. Stoffe, Stoffmengen, Stoffdaten Die Einsatzstoffe können hinsichtlich ihrer Eigenschaften in organikhaltige (z. B. Hausmüll) und brennstoffhaltige Abfälle (z. B. Sperrmüll, Gewerbeabfall) unterschieden werden. Dementsprechend erfolgt auch die Aufbereitung in Linie I oder Linie II. Abfallarten Gesamt Linie 1 Linie 2 Organikhaltige Abfälle Brennstoffhaltige Abfälle Anlieferung pro Jahr Mg/a 300.000 197.000 103.000 Monatsmittel (12 Monate) Mg/Mon. 25.000 16.417 8.583 Wochenmittel (52 Wo/a) Mg/Wo 5.770 3.789 1.981 Tagesmittel (260 d/a) Mg/d 1.154 758 396 Max. Durchsatzleistung (14h/d) Mg/h 99 65 34 Auslegungsmengen der MBA Cröbern In der mechanischen Aufbereitung werden die Restabfälle in Stoffströme mit unterschiedlichen Stoffeigenschaften so aufgeteilt, dass die Eigenschaften der jeweils nachfolgenden Behandlungsstufe angepasst sind. Die Qualität der heizwertreichen Fraktionen weist mit einem Heizwert im Mittel von H u 16 MJ/kg FS eine sehr gute Eignung zur energetischen Verwertung auf (FS Feuchtsubstanz; TS Trockensubstanz; o - organisch). Für die Modellierung des Organikabbaus in der Rotte wurden Erfahrungswerte zur Abbaukinetik von Restabfällen aus bestehenden Anlagen zugrunde gelegt. Die Stoffeigenschaften der Teilströme ergeben sich aus der Abfallzusammensetzung, der Stoffaufteilung und dem biologischen Abbauprozess. Am Ende des Behandlungsprozesses erfüllt das Rottegut die Anforderungen der AbfAblV (maßgeblich für die Ablagerung sind der TOC > 18 % TS und der DOC < 300 mg/l im Eluat). Bei den in den nachfolgenden Tabellen genannten Angaben handelt es sich um Orientierungswerte, die die Rahmenbedingungen für den technischen Ablauf beschreiben.

- 21 - Stoffstrom TS % FS Input mechanische Aufbereitung Abfälle ~ 300.000 Mg/a Output mechanische Aufbereitung ots % TS TOC % TS H ufs MJ/kg FS H uts MJ/kg TS H o MJ/kg TS 65-70 60 30-36 11 17 19 Heizwertreiche Fraktionen 70 70 35-43 16 23 25 + Holz ~ 131.250 Mg/a 80 90 46-55 15 19 21 Störstoffe ~ 14.500 Mg/a Schwergut ~ 21.450 Mg/a Fe-/NE-Metalle ~ 16.800 Mg/a Input biologische Behandlung 135.000 Mg/a 85 90 45-53 20 24 26 80 30-40 15-20 3-5 6-9 7-11 100 0 0 0 0 0 60 50 25-31 5 9 11 Prognostizierte Stoffeigenschaften der Teilströme aus der mechanischen Aufbereitung Stoffstrom Feinfraktion zur biologischen Behandlung TS % FS ots % TS TOC % TS H ufs MJ/kg FS H uts MJ/kg TS H o MJ/kg TS 60 50 25-31 5 9 11 Austrag Intensivrotte 60 35 18-21 4-5 7-8 10 heizwertreiche Fraktion aus Feinaufbereitung Rottegut aus Feinaufbereitung Rottegut zur Ablagerung (Austrag Nachrotte) ~ 90.000 Mg/a 70 70 35-40 14 19 21 60 33 17-20 4 7 9 65 30 15-18 3-4 6-7 7-8 Prognostizierte Stoffeigenschaften der Teilströme in der biologischen Behandlung & Feinaufbereitung