Kanton St.Gallen Kantonspolizei Verkehrsunfallstatistik 216 Sicherheits- und Justizdepartement
Inhaltsverzeichnis Einleitung 5 Das Wichtigste in Kürze 7 Die Wirkung von Verkehrssicherheitsmassnahmen im Verkehr 8 Das Unfallgeschehen 216 1 Verkehrsopfer 1 Strassenart und Ortslage 11 Unfalltypengruppen 12 Tierunfälle 13 Zeitliche Verteilung der Unfälle 15 Höchstgeschwindigkeit 16 Verkehrsteilnahme 17 Alter und Geschlecht 18 Hauptursachen 19 Unfälle nach Verkehrsteilnahme 22 Fussgänger 22 Fahrrad 24 E-Bike 26 zum heraustrennen Unfallschwerpunkte 216 Motorrad 34 Unfälle nach Infrastruktur 36 Innerorts 36 Ausserorts 37 Autobahn, Autostrasse 38 Stadtautobahn St.Gallen 39 Schulweg 4 Fussgängerstreifen 41 Baustellen 42 Unfälle nach Hauptunfallursache 44 Alkohol 44 Betäubungsmittel 46 Geschwindigkeit 48 Ablenkung 5 Unfälle nach Gemeinden 52
4
Einleitung Die Mobilität ist heute zu einem der wichtigsten Pfeiler in unserem Leben geworden. Dementsprechend hat sich die Arbeit der Polizei im Verkehr in den letzten Jahrzehnten zu einem Massengeschäft entwickelt. Von Anfang an begleitete das Phänomen der Unfälle die Mobilität bis heute. Gemäss Wikipedia wird ein Unfall als plötzliches, zeitlich und örtlich beschränktes und von aussen einwirkendes Ereignis, welches ungewollt zu einem Schaden führt, definiert. Einem Unfall liegt demnach immer auch eine Unfallursache zugrunde. Diese Ursachen liegen meist in höherer Gewalt, in einer Fremdeinwirkung und in technischem oder menschlichem Versagen. Diesen Unfallursachen wollen wir jährlich mit der Verkehrsunfallstatistik auf den Grund gehen, um einen Ansatzpunkt für unser präventives oder repressives Tun zu erhalten. Vor Ihnen liegt die Verkehrsunfallstatistik 216 des Kantons St.Gallen. Zu Grunde liegen diesem Dokument die Unfallaufnahmen der Kantonspolizei St.Gallen in der Zeitspanne vom 1.1.216 bis zum 31.12.216, welche mit der Bundesapplikation MISTRA (Management Informationssystem Strasse und Strassenverkehr) durch die Polizeiabteilung Verkehrstechnik ausgewertet wurden. Diese Zahlen schaffen in den Bergen von Unfallrapporten einen Gesamtüberblick des Unfallgeschehens auf den St.Galler Strassen und liefern wertvolle Hinweise, damit unsere Strassen in Zukunft sicherer gestaltet werden können. Durch die Analyse von Verkehrsunfällen versuchen wir fortwährend, jeden Todesfall im Verkehr, wenn irgendwie möglich, zu verhindern. Um uns dem neuen schweizerischen Standard anzugleichen, wurde die gesamte Broschüre komplett überarbeitet. So können die Kantone untereinander besser verglichen werden. Ich freue mich nun, Ihnen mit dieser Broschüre die neuesten Tendenzen und Entwicklungen im Strassenverkehr unseres Kantons präsentieren zu dürfen. Kantonspolizei St.Gallen Major Christian Aldrey Leiter Verkehrspolizei 5
6
Das Wichtigste in Kürze Die zentralen Aussagen der Verkehrsunfallstatistik 216 sind: Das Jahr 216 zählt 14 Verkehrstote. Dies entspricht etwa dem Vorjahresstand. Die Unfallzahlen bewegen sich auf Vorjahresniveau. Die Zahl der Verletzten ist leicht angestiegen. Hauptunfallursache ist Ablenkung. Weitere typische Phänomene des Jahres 216 sind: Die Unfälle bei Motorradfahrern sind weiterhin rückgängig. Es ist noch ein Verkehrstoter zu beklagen. Verkehrsunfälle mit Radfahrern haben zugenommen. E-Bikeunfälle haben stark zugenommen. Die Unfälle auf Fussgängerstreifen haben etwas zugenommen. Hauptsächlich führte das Nichtgewähren des Fussgängervortritts zu diesen Unfällen. Dabei ist das Fehlverhalten der Fussgänger nur marginal. Unfälle aufgrund überhöhter Geschwindigkeit nehmen wieder zu. Unfälle auf dem Schulweg nehmen zu. Dies sind vor allem Fussgängerunfälle, welche mindestens zu ¼ auf Fussgängerstreifen geschehen. 4 35 3 25 2 15 1 5 27 28 29 21 211 212 213 214 215 216 Total Unfälle 3955 381 3841 3513 3414 3421 2819 2746 2748 2712 Total Verletzte 1776 1578 1661 1522 1567 1497 128 1218 196 1117 davon Leichtverletzte 1269 1168 1275 119 1296 1225 1 15 891 927 davon Schwerverletzte 57 41 386 332 271 272 28 213 25 19 Total Tote 18 23 2 14 19 16 23 13 13 14 7
Die Wirkung von Verkehrssicherheitsmassnahmen im Verkehr Verkehrstote im Vergleich zum Motorfahrzeugbestand 15 12 9 Motorfahrzeuge (Faktor 1') Tote 6 3 1945 195 196 1965 197 1975 198 1985 199 1995 2 25 21 211 212 213 214 215 216 Im Kanton St.Gallen war die Zahl der Verkehrstoten in den letzten Jahren tief. Dies trotz Strassen, auf welchen sich Jahr für Jahr mehr Fahrzeuge bewegen. (www.verkehrszahlen.sg.ch) Leider sind wir bei so tiefen Zahlen dem Zufall erheblich ausgeliefert. Ausgangspunkt aller Verkehrssicherheitsbestrebungen im Kanton St.Gallen war der Höchststand an Verkehrstoten im Jahr 1971. Man wollte die Anzahl von Verkehrstoten drastisch senken und so begann man, verschiedene Massnahmen zu ergreifen. Im Kanton St.Gallen wurden damals verschiedene Personen mit Verkehrs-Expertenwissen zusammengerufen, um gemeinsam mit der Polizei Kampagnen zu erarbeiten (Polizei, Psychologen, Fahrlehrer, Verkehrsverbände usw.). Damals gab es noch keine Agenturen, welche im Bereich der Verkehrsprävention auf eine langjährige Erfahrung zurückgreifen konnten. Somit war Kreativität und Innovation gefragt. Heute kann man im Rückblick sagen, dass sich alle ergriffenen Massnahmen auf Kantons- und auf Bundesebene positiv auf die Verkehrsunfallstatistik ausgewirkt haben. Auch die technologische Entwicklung hat hierbei ihre positiven und gut sichtbaren Spuren hinterlassen. 21 wurde der erste markante Tiefstand an Verkehrstoten seit 1947 im Kanton St.Gallen erreicht. Seitdem blieben die Zahlen ungewöhnlich tief. 8
Interessant ist es, die vorangehende Grafik mit der geschichtlichen Entwicklung im Strassenverkehr zu vergleichen. Daraus ist ersichtlich, welche Massnahmen im Verkehr nachhaltig positive Wirkung zeigten. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 1 1971 Pflicht zur Ausrüstung von Personenwagen mit Gurten (vorne). 1973 Einführung einer Geschwindigkeitslimite von 1 km/h ausserorts (aus Sicherheitsgründen) und auf Autobahnen (aufgrund der Ölkrise), später auf Autobahnen 13 km/h. 198 Einführung.8 Promille Grenzwert, Airbags werden seriell in Fahrzeuge eingebaut. 1981 Einführung Gurtenobligatorium, Helmtragpflicht für Motorradfahrer. 1985 Einführung Tempo 12 km/h auf Autobahnen und 8 km/h ausserorts. 199 Einführung Helmobligatorium für Motorfahrradlenker, Tempi 8/12 km/h werden definitiv. 1994 Einführung Gurtenobligatorium für Rücksitzpassagiere, Einführung Vortritt für Fussgänger. 25 Einführung.5 Promille Grenzwert. 213 Einführung Rasertatbestand (Via sicura). 216 Einführung der beweissicheren Atemalkoholprobe mit Wechsel der Masseinheit von Promille zu mg/l (Via sicura). 9
Das Unfallgeschehen 216 Verkehrsopfer Verunfallte nach Unfallfolgen 15 12 9 6 Leichtverletzte Schwerverletzte 3 davon lebensbedrohlich Verletzte 1 davon erheblich Verletzte 1 27 28 29 21 211 212 213 214 215 216 Getötete Wir befinden uns immer noch nahe dem historischen Tiefststand der Verkehrstoten im Kanton St.Gallen. Die Zahl der Schwerverletzten ist zwar 216 gesunken, leider ist jedoch die Zahl der Leichtverletzten angestiegen. Unter der Gesamtzahl der Schwerverletzten verbergen sich 9 lebensbedrohlich Verletzte. Dies zeigt auf, dass die Zahl der Verkehrsopfer jährlich stark schwanken kann. 1 ¹ Zahlen für lebensbedrohlich Verletzte und erheblich Verletzte erst ab 215 verfügbar
Strassenart und Ortslage Unfälle nach Unfallfolgen, Strassenart und Ortslage 45 4 35 Leichtverletzte 3 erheblich Verletzte¹ 25 lebensbedrohlich Verletzte¹ 2 Schwerverletzte 15 Getötete 1 Unfälle mit Personenschaden 5 Unfälle mit Sachschaden Total Autobahn Autostrasse Hauptstrasse davon innerorts davon ausserorts Nebenstrasse davon innerorts davon ausserorts andere davon innerorts davon ausserorts Die meisten und folgenschwersten Unfälle im Kanton St.Gallen geschehen auf Hauptund Nebenstrassen innerorts. Aus diesem Grund konzentriert sich die Kantonspolizei St.Gallen bei Geschwindigkeitsmessungen auf den Innerortsbereich. Die Unfälle auf der Autobahn sind weniger folgenschwer, trotz höherer Geschwindigkeiten. Dies ist natürlich der Richtungstrennung und anderen Einflussfaktoren wie z.b. der Sicherheitstechnik zu verdanken. ¹ Zahlen für lebensbedrohlich Verletzte und erheblich Verletzte erst ab 215 verfügbar 11
Unfalltypengruppen Unfälle nach Unfallfolgen und Gruppen der Unfalltypen Schleuder- oder Selbstunfall Überholunfall, Fahrstreifenwechsel Auffahrunfall Abbiegeunfall Einbiegeunfall Überqueren der Fahrbahn Frontalkollision Parkierunfall Fussgängerunfall Tierunfall Andere 2 4 6 8 1 12 Unfälle mit Personenschaden Unfälle mit Sachschaden Betrachtet man die einzelnen Unfälle genauer, fällt auf, dass die meisten und folgenschwersten Schleuder- bzw. Selbstunfälle sind. Hier sind die Ursachen meist Unaufmerksamkeit am Steuer (Ablenkung durch Natel, Navi, Unterhaltungselektronik). Auch Auffahr- und Einbiegeunfälle bergen einiges an Gefahrenpotential. Parkier- und Tierunfälle sind dabei weitaus weniger folgenschwer für die Insassen eines Fahrzeugs. Das Pendant dazu sind die Fussgängerunfälle. Verunfallte nach Unfallfolgen und Gruppen der Unfalltypen Schleuder- oder Selbstunfall Überholunfall, Fahrstreifenwechsel Auffahrunfall Abbiegeunfall Einbiegeunfall Überqueren der Fahrbahn Frontalkollision Parkierunfall Fussgängerunfall Tierunfall Andere Leichtverletzte Schwerverletzte Getötete 5 1 15 2 25 3 Die meisten Schwerverletzten ergeben sich aus den Schleuder-/Selbstunfällen und bei den Fussgängerunfällen. Die Verkehrstoten sind bei den Schleuder-/Selbstunfällen, bei der Frontalkollision und bei den Fussgängerunfällen zu finden. 12
Tierunfälle Tierunfälle nach Jahr 2 15 15 165 13 156 164 18 1 5 211 212 213 214 215 216 Dem Verkehr sind 216 wiederum mehr Tiere zum Opfer gefallen. Vor allem sehr viele Füchse und Rehe waren in der Berichtsperiode betroffen. Tierunfälle nach Tierart 7 6 63 5 4 35 3 2 18 13 14 1 6 2 2 1 1 1 1 7 Fuchs Dachs Reh Hund Katze Vogel Hirsch Wildschwein Marder Rind Hase Ziege unbekannt 13
14
Zeitliche Verteilung der Unfälle Unfälle und Verunfallte nach Unfallfolgen und Monat 25 2 15 1 5 Jan Feb März April Mai Juni Juli Unfälle mit Personenschaden Unfälle mit Sachschaden Aug Sept Okt Nov Dez Die Verteilung der Unfälle über das ganze Jahr ist typisch. Vor allem in den Wintermonaten geschehen viele Unfälle, welche aber hauptsächlich nur zu hohen Sachschäden führen. Die Personenschäden steigen vor allem in Monaten, in welchen sich typischerweise mehr Fussgänger und Fahrzeuge auf den Strassen bewegen (mit Ferienunterbrüchen). Die meisten Verkehrstoten wurden 216 im September verzeichnet (3 Personen). Unfälle nach Unfallfolgen und Wochentag 35 3 25 2 15 1 Keine Veränderungen zum Vorjahr gab es bei den Wochentagen: Der Freitag ist der unfallreichste Wochentag, der Sonntag bleibt der unfallärmste Tag. In der Arbeitswoche war der Dienstag der unfallärmste Tag. In der Regel ist eine Häufung der Unfälle von Montag bis zur Spitze am Freitag zu beobachten. 5 Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Unfälle nach Unfallfolgen und Stunde 2 15 1 Die Verteilung der Unfälle auf den Tag zeigt seit Jahren drei Tagesspitzen (Morgen-, Mittagsund Abendverkehr). Zu diesen Tagesspitzen sind die meisten Fahrzeuge und Fussgänger auf der Strasse unterwegs. 5. -.59 1. - 1.59 2. - 2.59 3. - 3.59 4. - 4.59 5. - 5.59 6. - 6.59 7. - 7.59 8. - 8.59 9. - 9.59 1. - 1.59 11. - 11.59 12. - 12.59 13. - 13.59 14. - 14.59 15. - 15.59 16. - 16.59 17. - 17.59 18. - 18.59 19. - 19.59 2. - 2.59 21. - 21.59 22. - 22.59 23. - 23.59 15
Höchstgeschwindigkeit Unfälle nach Unfallfolgen und Höchstgeschwindigkeit 1 11-2 3 4 5 6 7 8 1 12 3 6 9 12 15 Unfälle mit Personenschaden Unfälle mit Sachschaden Die meisten Unfälle geschehen innerorts bei der geltenden Geschwindigkeit von 5 km/h. Hier haben wir auf engstem Raum die grösste Durchmischung der verschiedenen Verkehrsteilnehmer. Aus der Grafik auch ersichtlich ist, dass die Autobahnen als sicherste Verkehrsträger angesehen werden können. Wir verfügen im Kanton St.Gallen mittlerweile über mehr als 65 3er Zonen. Die Einrichtung dieser Zonen mit geschwindigkeitsreduzierenden Elementen, Rechtsvortritten und der Entfernung von Fussgängerstreifen zeigen ihre Wirkung. Es sind, verglichen mit der Anzahl sich in diesen Zonen bewegenden Fussgänger, viel weniger Personenunfälle als auf anderen Strassen zu verzeichnen. Fussgänger und Fahrzeuglenker sind in diesen Zonen aufmerksamer unterwegs und die tiefe Grundgeschwindigkeit führt zu weniger gravierenden Verletzungen bei den Unfallopfern. 16
Verkehrsteilnahme Verunfallte nach Unfallfolgen und Verkehrsteilnahme Personenwagen 55 Personentransportfahrzeuge (ohne ÖV) Linien- / Trolleybus Tram Bahn Sachentransportfahrzeuge Landwirtschaftsfahrzeuge Fahrräder E-Bikes Motorfahrräder (ohne E-Bikes) Motorräder Fussgänger Andere 1 2 Leichtverletzte Schwerverletzte Getötete Fussgänger, Fahrrad- und Motorradfahrer weisen als «schwache» Verkehrsteilnehmer die grösste Verletzungsrate auf. Die hohe Anzahl Verletzter bei den Personenwagen ist auf deren grössere Verkehrsbeteiligung zurück zu schliessen. 17
Alter und Geschlecht Verunfallte nach Unfallfolgen und Alter 2 15 1 Leichtverletzte Schwerverletzte 5 Getötete -9 1-19 2-29 3-39 4-49 5-59 6-69 7-79 8-89 9-99 99+ unbekannt Verunfallte Verunfallte nach Unfallfolgen, Alter und Geschlecht männlich weiblich 12 12 1 1 8 6 4 2-9 1-19 2-29 3-39 4-49 5-59 6-69 7-79 8-89 9-99 99+ -9 1-19 2-29 3-39 4-49 5-59 6-69 7-79 8-89 9-99 99+ unbekannt unbekannt 8 6 4 2 Leichtverletzte Schwerverletzte Getötete Verunfallte Dem Verkehr am meisten zum Opfer fallen Jugendliche von 1-19 Jahren und Personen im Alter von 2-29 Jahren. Höchste Mortalität im Verkehr weisen die 2-29 Jährigen und die 7-79 Jährigen auf. Bei den Männern scheint das Alter von 2-29, 4-49 und 5-59 gefährlich zu sein, im Verkehr verletzt zu werden. Bei den Frauen ist die Gefahr eines Verkehrsunfalles zwischen 1 und 29 Jahren besonders hoch. 18
Hauptursachen Unfälle nach Unfallfolgen und Gruppen der Hauptursachen Direkter Einfluss des Lenkers Äusserer Einfluss Mängel am Fahrzeug Verkehrsablauf / Verkehrsregeln Direkter Einfluss des Fussgängers Unbekannte Ursache Unfälle mit Personenschaden 2 4 6 8 1 Unfälle mit Sachschaden Unter direkter Einfluss des Lenkers versteht man: Zustand des Lenkers, beeinträchtigte Sicht des Lenkers, Nichtbeachten von Signalisation oder Zeichen, Missachten Lichtsignale, mangelhafte Bedienung des Fahrzeugs, Ladung des Fahrzeugs und Ablenkung des Lenkers. Äussere Einflüsse auf den Lenker sind: Mangel an der Strassenlage, der Einfluss von Dritten und vorübergehende äussere Einflüsse. Bei den Mängeln an Fahrzeugen sind vor allem technische Defekte und mangelhafter Unterhalt für Unfälle ursächlich. Unter Verkehrsablauf/Verkehrsregeln sind das Nichteinhalten der Geschwindigkeit, Links-/ Rechtsfahren und Einspuren, Überholen und Missachten des Vortrittsrechts zu verstehen. Als direkter Einfluss des Fussgängers wird der Zustand und das Verhalten des Fussgängers gesehen. Den meisten Unfällen liegt eine Verkehrsregelverletzung zugrunde (missachten Vortrittsrecht). 19
2
21
Unfälle nach Verkehrsteilnahme Fussgänger Die Unfälle mit Fussgänger haben 216 etwas abgenommen. Schaut man sich die Ursachen der Unfälle an, fällt auf, dass 216 vor allem das unvorsichtige Überqueren der Fahrbahn und das Springen/Laufen über die Fahrbahn die meisten Unfälle provozierte. Insgesamt gesehen ist jedoch das Verhalten des Fussgängers nur in ca. einem Viertel der Fälle ursächlich für den Unfall. Opfer sind meist Kinder von -14 Jahren und junge Erwachsene von 18-24 Jahren. Unfälle mit mindestens einem Fussgänger 2 16 158 15 127 124 129 118 139 132 128 121 1 davon mit Fussgängern als Hauptverursacher 5 212 43 213 26 214 27 215 42 216 31 mit Personenschaden Total Unfälle mit mindestens einem Fussgänger Unfälle mit Personenschaden mit Fussgänger als Hauptverursacher 15 Mangelnde Rücksichtnahme auf Fussgänger 12 Falsches Verhalten auf dem Fussgängerstreifen 9 6 Einwirkung von Alkohol Anderes Fehlverhalten des Lenkers eines fahrzeugähnlichen Gerätes (FäG) 3 212 213 214 215 216 Springen / Laufen über die Fahrbahn Unvorsichtiges Überqueren der Strasse (Gehen) 22
Altersgruppe des Hauptverursachers 25 65+ 2 45-64 15 25-44 18-24 1 15-17 5-14 212 213 214 215 216 Verunfallte Fussgänger 12 1 8 Leichtverletzte Schwerverletzte Getötete 6 4 2 212 213 214 215 216 23
Fahrrad Die Verkehrsunfälle mit Fahrrädern haben nach einem Rückgang im Vorjahr 216 wieder zugenommen. Dabei waren diese Unfälle zu ca. 5% durch die Fahrradfahrer selbstverschuldet. Meist war bei diesen Unfällen Alkohol im Spiel. Aber auch Verstösse gegen die Verkehrsregeln und Unaufmerksamkeit waren ursächlich für diese Unfälle. Vor allem waren 25 bis 64 jährige Personen betroffen. Unfälle mit mindestens einem Fahrrad 2 175 166 161 155 15 188 179 161 15 181 165 Dabei trugen 81 Fahrradfahrer keinen, 79 trugen einen Helm. Bei den restlichen Unfällen (6) konnte dies nicht mehr eruiert werden. 1 9 82 72 72 94 davon mit Fahrradlenker als Hauptverursacher 5 mit Personenschaden 212 213 214 215 216 Total Unfälle mit mindestens einem Fahrrad Unfälle mit Personenschaden mit Fahrradlenker als Hauptverursacher 4 35 3 25 Nichtvortrittlassen beim Einbiegen in Verkehr ab Vorplatz, usw. Befahren eines Trottoirs / Fussweges (längs) mit einem Fahrzeug 2 15 1 5 212 213 214 215 216 Momentane Unaufmerksamkeit Anderes Fehlverhalten des Fahrrad- oder Motorfahrradlenkers Einwirkung von Alkohol 24
Altersgruppe des Hauptverursachers 3 unbekannt 25 65+ 45-64 2 25-44 15 18-24 1 15-17 -14 5 212 213 214 215 216 Verunfallte Fahrradlenker und Mitfahrer 15 12 9 6 Leichtverletzte Schwerverletzte 3 Getötete 212 213 214 215 216 25
E-Bike Die E-Bike Unfälle haben sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Obwohl zurzeit die Zahl der E-Bikes im Verkehr sehr stark zunimmt, ist diese Verdoppelung besorgniserregend. Die Auswertung nach Alter bei den verunfallten E-Bikefahrern zeigt, dass vor allem die ältere Generation beim Fahren mit E-Bikes gefährdet ist. Es sind auch Personen betroffen, welche aus körperlichen Gründen seit mehreren Jahren nicht mehr Fahrrad gefahren sind und sich zu früh mit dem neuen Gefährt in den Verkehr wagen. Hier führt die bfu zurzeit eine Kampagne mit Franky dem Schutzengel zum Thema E-Bike und Slow down, take it easy. Mehr Informationen finden Sie unter: http://www.bfu.ch/de/die-bfu/kommunikation/kampagnen/e-bikes 25 der Verletzten trugen einen Helm, 17 keinen. Die Trends der letzten Jahre zeigen damit an, dass bei den E-Bikes typische Fahrradprobleme verstärkt auftauchen: Aufgrund der höheren Geschwindigkeiten wird meist der Bremsweg falsch (zu kurz) eingeschätzt. Andere Verkehrsteilnehmer sehen aus einiger Distanz die schmale Silhouette eines Fahrradfahrers und schätzen seine Geschwindigkeit falsch ein. Das Fahrradfahren ist auch für Ungeübte wieder möglich geworden. Auch hier sind Alkohol und Unaufmerksamkeit als Ursachen zu finden. Unfälle mit mindestens einem E-Bike 5 4 46 41 3 2 26 26 12 27 27 16 29 26 12 23 22 13 18 davon mit E-Bike- Lenkenden als Hauptverursacher mit Personenschaden 1 212 213 214 215 216 Total Unfälle mit mindestens einem E-Bike 26
Unbekannte Ursache Nichtvortrittlassen aus Strasse über Trottoir (Trottoirüberfahrt) Mangelnde Vertrautheit mit Strecke (inkl. Suchen der Wegweisung) Mangelnde Rücksichtnahme bei Fahrstreifenwechsel Anderes Fehlverhalten des Fahrrad- oder Motorfahrradlenkers Anderes Fehlverhalten bei Fahrbewegungen Ablenkung durch Bedienung von elektronischen Geräten (Navigationssystem, Funk, Fernseher, Radio / TB / CD) Schwächezustand Mangelnde Vertrautheit mit Fahrzeug Unfälle mit Personenschaden mit E-Bike-Lenkenden als Hauptverursacher 6 5 4 3 2 1 Momentane Unaufmerksamkeit Einwirkung von Alkohol 212 213 214 215 216 Altersgruppe des Hauptverursachers 1 unbekannt 65+ 8 45-64 6 25-44 18-24 4 15-17 2-14 212 213 214 215 216 Verunfallte E-Bike Lenkende und Mitfahrende 35 3 25 2 Leichtverletzte Schwerverletzte Getötete 15 1 5 212 213 214 215 216 27
28
zum heraustrennen Unfallschwerpunkte 216 Aus der im Vorwort angesprochenen Bundesapplikation MISTRA (Management Informationssystem Strasse und Strassenverkehr) können nebst den einzelnen Unfällen sowie deren Gruppierungen auch Unfallschwerpunkte ermittelt werden. Unfallschwerpunkt USP Ein Unfallschwerpunkt ist eine Unfallhäufung auf einer Stelle im Strassennetz, an der der Berechnungswert innerhalb eines Zeitraumes von drei Jahren den vordefinierten Grenzwert überschreitet. Der Berechnungswert entspricht der Summe der nach Unfallschwerekategorien gewichteten Anzahl von Unfällen innerhalb einer definierten Stelle im Strassennetz. Dabei werden nur die polizeilich registrierten Ereignisse mit Personenschäden gewertet. Umgang mit Unfallschwerpunkten Mit einer detaillierten Analyse des Unfallgeschehens hinsichtlich sicherheitskritischer Umstände und der Analyse der Situation werden diejenigen örtlichen Sicherheitsdefizite identifiziert, welche gemäss Norm zur Entstehung und/oder den Folgen der Unfälle innerhalb des Unfallschwerpunktes beigetragen haben. Die Abbildung auf der Doppelseite zeigt unter anderem die noch nicht detailliert untersuchten Unfallschwerpunkte (blaue Quadrate) im Kanton St.Gallen. Ebenfalls in der Abbildung enthalten ist die Wirkungskontrolle. Der Untersuchungszeitraum umfasst jeweils drei Jahre. Überwachungszonen Unfallschwerpunkte können sich im Laufe der Zeit verschieben oder aber auch wieder auflösen. Damit Unfallschwerpunkte überwacht und verfolgt werden können, erlaubt die heutige Software die Einrichtung von Überwachungszonen. Damit kann ein auffälliger Punkt unter Beobachtung gehalten und bei Veränderungen reagiert werden. Thal Hegi Niederhelfenschwil Sproochbrugg
Thurgau Wil Niederhelfenschwil Zuzwil Oberbüren Uzwil Kirchberg Oberuzwil Flawil Gossau Mosnang Lütisburg Degersheim Ausfluss in das kantonale Strassenbauprogramm Der Kanton St.Gallen hat das Ziel, eine sichere Strasseninfrastruktur anbieten zu können. Die laufende Verbesserung und Erhaltung der Strassen ist nicht einfach zu bewältigen. Das Strassengesetz des Kantons St.Gallen sieht dazu den Erlass mehrjähriger Strassenbauprogramme vor, die Auskunft über die geplanten Bauvorhaben, den dafür notwendigen Rahmenkredit und dessen Finanzierung geben. Die ermittelten Unfallschwerpunkte finden jeweils in den Strassenbauprogrammen Einzug. Zürich Eschenbach Rapperswil Jona Schmerikon Zürichsee Oberhelfenschwil Bütschwil Brunnadern Lichtensteig Krinau Wattwil Hemberg Ricken Ebnat-Kappel Uznach Nesslau Rieden Kaltbrunn Benken Schänis Schwyz Weesen Amden Walensee Niederhelfenschwil Sproochbrugg Vorher Nachher Murg 1 1 1 9 Autobahn Sennwald Hof Vorher Nachher Kantonsstrassen Autobahnausfahrt Zählstelle Unfallschwerpunkt 3 2 4 1 4 1 4 Überqueren der Fahrbahn Überholunfall, Fahrstreifenwechsel Schleuder- od Fussgängeru Tierunfall Frontalkollisio
Deutschland Bodensee Waldkirch Wittenbach St.Gallen Mörschwil Rorschach Untereggen Eggersriet Thal Rheineck St.Margrethen Au Heerbrugg Altstätten Kriessern Schwägalp Sennwald Eichberg Oberriet Rüthi Österreich Monitoring Damit der Erfolg der schlussendlich im Strassenbauprogramm festgelegten und anschliessend ausgeführten Massnahmen überprüft werden kann, werden die eingerichteten Überwachungszonen nach der Sanierung der Unfallschwerpunkte weitere drei Jahre aufrecht erhalten und ausgewertet. Nachfolgende Beispiele zeigen einige sanierte Stellen. Wildhaus Alt St. Johann Haag Gams Buchs Wirkungskontrolle Die nachfolgenden Diagramme zeigen auf, wie sich das Unfallgeschehen vor und nach einer Strassensanierung entwickelt hat. Die Unfallwerte sind dabei in Anzahl sowie Unfalltyp dargestellt. Walenstadt Sevelen Liechtenstein Flums Trübbach Altstätten Stoossstrasse Vorher Nachher Mels Sargans Vilters 3 1 1 2 2 Bad Ragaz Pfäfers 22 12 1 2 1 Thal Hegi Vorher Nachher Graubünden 1 1 1 1 3 5 er Selbstunfall nfall Einbiegeunfall Auffahrunfall Abbiegeunfall Differenz 1 n Andere
Bei der Betrachtung der Beispiele fällt auf, dass im Fall Hegi in Thal ein negativer Erfolg (Massnahmewirkung in untenstehender Tabelle) verbucht werden muss. Bei der genaueren Betrachtung gilt es zu berücksichtigen, dass es vor Beginn des Überwachungszeitraumes zu einem tödlichen Unfall und zu mehreren Fastunfällen gekommen ist. Insbesondere der tödliche Unfall sowie die Vielzahl der Fastunfälle haben den Kanton St.Gallen damals dazu bewogen, den Knoten mit einer Lichtsignalanlage sicherer zu gestalten. Seit Einrichtung dieser Lichtsignalanlage kommt es vermehrt zu Auffahrunfällen. Da diese in Heftigkeit und Schwere aber nicht vergleichbar mit der vorangegangenen Situation sind, konnte die Verkehrssicherheit trotz der rechnerisch ausgewiesenen negativen Bewertung und der daraus resultierenden negativen Massnahmenwirkung gesteigert werden. Dieses Beispiel zeigt, dass die erhobenen Werte jeweils hinterfragt und detailliert betrachtet werden müssen. Volkswirtschaftlicher Nutzen Der nachfolgenden Tabelle kann die effektiv erfasste Steigerung der Verkehrssicherheit im Punkt Massnahmewirkung entnommen werden. Die dargestellte Erhöhung der Verkehrssicherheit kann auch in Kosten ausgedrückt werden. Die der Berechnung zu Grunde gelegte Norm gilt für den Durchschnitt aller Fahrzeugkategorien. Die Norm unterscheidet nicht zwischen den einzelnen Fahrzeugkategorien. Im Durchschnitt betragen die volkswirtschaftlichen Unfallkosten pro polizeilich registriertem Unfall Fr. 13 5.-. Basierend auf den ausgerechneten Werten der Unfallauswertung konnten bei den sanierten Unfallschwerpunkten pro Jahr folgende volkswirtschaftlichen Unfallkosten vermieden werden: Vermiedene Unfälle vu pro Jahr Vermiedene Unfälle und Massnahmenwirkung Massnahmenwirkung MW [%] Vermiedene volkswirtschaftliche Unfallkosten pro Jahr (Durchschnitt Verunfallte Fr. 13 5.-) Niederhelfenschwil Sproochbrugg 3.33 9,91 Fr. 344 655.- Sennwald Hof.33 1 Fr. 34 155.- Altstätten Stoossstrasse 3.67 37,93 Fr. 379 845.- Thal Hegi - 1.67-125 Fr. -172 845.- Selbstverständlich können die hinter jedem Verkehrsunfall stehenden persönlichen Schicksale nicht mit Wirkungsprozenten oder Unfallkosten aufgewogen werden. Auch hier gilt, dass jeder verhinderte Unfall als Erfolg verbucht werden kann.
33
Motorrad Die Motorradunfälle haben erfreulicherweise 216 abgenommen. Die Motorradsaison wird dank den milden Wetterverhältnissen immer länger. Daher kommt es sehr auf die Strassenverhältnisse an, ob die Verkehrsunfälle in die Höhe schnellen oder nicht. Damit verbunden stiegen auch die Lärmklagen von Bürgern, welche in der Nähe beliebter Motorradstrecken wohnen. Die Helmtragpflicht wurde hierbei bei der Mehrheit der Fälle eingehalten. Unfälle mit mindestens einem Motorrad 3 286 25 2 15 1 242 126 199 179 93 29 178 87 195 161 97 166 139 7 davon mit Motorradlenker als Hauptverursacher mit Personenschaden 5 212 213 214 215 216 Total Unfälle mit mindestens einem Motorrad Unfälle mit Personenschaden mit Motorradlenker als Hauptverursacher¹ 25 2 Nichtbeachten von Richtungsanzeiger oder Bremslichter beim Fahrzeug Einwirkung von Alkohol 15 Zu nahes Aufschliessen 1 5 Nichtanpassen an die Strassenverhältnisse (nass, vereist, Rollsplitt, Laub, usw.) 212 213 214 215 216 Nichtanpassen an die Linienführung (enge Kurve, Einmündungsbereich, usw.) 34
Altersgruppe des Hauptverursachers unbekannt 65+ 4 35 3 45-64 25 25-44 2 18-24 15-17 -14 15 1 5 212 213 214 215 216 Verunfallte Motorradlenker und Mitfahrende 2 15 1 Leichtverletzte Schwerverletzte 5 Getötete 212 213 214 215 216 35
Unfälle nach Infrastruktur Innerorts Die Unfälle im Innerortsbereich haben 216 wiederum abgenommen. Auch gab es wieder weniger Verkehrsopfer zu beklagen. Meist werden die Vortrittsregeln missachtet. Auch Alkohol und Unaufmerksamkeit sind hier für die Unfälle ursächlich. Diese Unfälle geschehen meist zu den drei Tagesspitzen, zur Abendspitze jedoch gehäuft. Unfälle 2 1943 15 1231 1568 1564 154 1528 1 975 939 96 953 5 712 593 625 58 575 mit Personenschaden mit Sachschaden 212 213 214 215 216 Total Unfälle Innerorts Unfälle mit Personenschaden häufigste Hauptursachen 216 8 7 6 5 Momentane Unaufmerksamkeit 4 Vortritt beim Linksabbiegen vor Gegenverkehr 3 Einwirkung von Alkohol 2 1 212 213 214 215 216 Anhaltepflicht vor Fussgängerstreifen Vortritt mit fester Signalisation Kein Vortritt 36
Ausserorts Auch die Unfälle im Ausserortsbereich sind leicht rückgängig, ebenfalls die hier zu verzeichnende Anzahl der Verkehrsopfer. Auch hier wurden hauptsächlich die Vortrittsregeln missachtet und zu viel Alkohol getrunken. Zudem ist es wichtig, ausserorts die Fahrweise und auch die Geschwindigkeit an die Strassenverhältnisse anzupassen. Unfälle (ohne Autobahn, Autostrasse und Autobahn-Nebenanlage) 8 728 7 6 6 567 55 548 mit Personenschaden mit Sachschaden Total Unfälle Ausserorts ohne Autobahn, Autostrasse und Autobahn- Nebenanlage 5 4 3 2 1 412 212 316 36 213 24 347 214 22 337 215 213 354 216 194 Unfälle mit Personenschaden häufigste Hauptursachen 216 Vortritt beim Linksabbiegen vor Gegenverkehr 4 35 Nichtanpassen an die Strassenverhältnisse (nass, vereist, Rollsplitt Laub, usw.) Nichtanpassen an die Linienführung (enge Kurve, Einmündungsbereich, usw.) Einwirkung von Alkohol Vortritt mit fester Signalisation Kein Vortritt 3 25 2 15 1 5 212 213 214 215 216 37
Autobahn, Autostrasse Die Unfälle auf den Autobahnen im Kanton St.Gallen sind ebenfalls rückgängig. Dies merkt man auch an der kleineren Anzahl von Personenschäden. Die wichtigsten Unfallursachen hier sind das zu nahe Aufschliessen, Übermüdung, das Nichtanpassen an die Verkehrsverhältnisse und die Einwirkung von Alkohol. Die meisten Unfälle geschehen mittags und um den Feierabend. Unfälle auf Autobahn, Autostrasse oder Autobahn-Nebenanlage 8 75 7 6 5 568 651 54 615 488 658 54 636 529 4 mit Personenschaden 3 2 1 212 182 213 147 214 127 215 118 216 17 mit Sachschaden Total Unfälle auf Autobahn, Autostrasse oder Autobahn- Nebenanlage 38
Unfälle auf den Autobahnen im Kanton St.Gallen 2 197 195 196 171 15 144 154 1 84 13 89 216 215 5 5 65 62 4 43 39 214 SA1 A1 A13 A3 A53 Stadtautobahn St.Gallen 216 wurden auf der Stadtautobahn (SA1) weniger Verkehrsunfälle registriert (-14). Da die Platzverhältnisse auf der Stadtautobahn sehr eingeschränkt sind, reicht bereits ein Pannenfahrzeug, um den Verkehr zum Erliegen zu bringen. Daher kann der Eindruck entstehen, es geschähen mehr Unfälle auf der Stadtautobahn. 39
Schulweg Unfälle auf dem Schulweg 5 4 3 46 43 34 32 39 35 29 25 44 41 2 mit Personenschaden 1 3 212 2 213 4 214 4 215 3 216 mit Sachschaden Total Unfälle auf dem Schulweg Die Unfälle auf Schulwegen sind stark angestiegen. Betroffen davon sind vor allem die 13 und 15 Jährigen. Dabei ist in zehn Unfällen ursächlich, dass von den Fahrzeugfahrern die Anhaltepflicht vor den Fussgängerstreifen missachtet wurde. Daneben führten aber auch Unaufmerksamkeit, unvorsichtiges Überqueren von Strassen und sonstiges Fehlverhalten zu diesen Unfällen. Diese Unfälle geschahen vor allem morgens und mittags. 12 1 8 216 215 6 4 2 4- jährig 5- jährig 6- jährig 7- jährig 8- jährig 9- jährig 1- jährig 11- jährig 12- jährig 13- jährig 14- jährig 15- jährig 16- jährig 17- jährig 4
Fussgängerstreifen Unfälle auf dem Fussgängerstreifen 15 138 12 113 17 111 18 119 9 84 86 76 87 mit Personenschaden 6 mit Sachschaden 3 25 23 25 32 32 Total Unfälle auf dem Fussgängerstreifen 212 213 214 215 216 Die Unfälle auf Fussgängerstreifen haben 216 etwas zugenommen. Bei den meisten Unfällen auf Fussgängerstreifen ist die Unaufmerksamkeit der Fahrer ursächlich, da die Fussgänger grösstenteils (bis zu 55% und mehr) auf der zweiten Hälfte der Fahrbahn verunglückt sind. Dieses Phänomen wurde nun in einer Studie des Fachverbandes Fussverkehr Schweiz und der Dienstabteilung Verkehr der Stadt Zürich bestätigt. Die Kantonspolizei hat gemeinsam mit dem kantonalen Tiefbauamt im Frühling 211 beschlossen, sämtliche Fussgängerstreifen im Kanton St.Gallen einheitlich überprüfen zu lassen und Sanierungsmassnahmen festzulegen. Die Überprüfung der Fussgängerstreifeninfrastruktur wurde im Herbst 213 abgeschlossen und erste Sofortmassnahmen bereits ergriffen. Die flächendeckende Sanierung wurde mit dem 16. Strassenbauprogramm in Angriff genommen (Umsetzung 214-218). 41
Baustellen Unfälle bei Baustellen 8 7 66 6 5 48 53 4 3 2 1 212 18 14 1 213 4 13 1 214 3 3 19 215 11 3 216 23 mit Personenschaden mit Sachschaden Total Unfälle auf der Baustelle Die Zahl der Unfälle an den Baustellen im Kanton St.Gallen ist 216 stark angestiegen. Zu den Unfällen führte Unaufmerksamkeit, Alkohol, Übermüdung und Fehlverhalten der Fahrzeugführer. Auslöser für das Ansteigen der Unfallzahlen sind die Baustellen in Wil, Georg-Renner Strasse, Thal/Buriet Absenkung Kantonsstrasse und St. Margrethen Neubau Zollbrücke. Diese drei Baustellen weisen komplizierte Verkehrsführungen auf und stellen an den Verkehrsteilnehmer hohe Anforderungen. 42
43
Unfälle nach Hauptunfallursache Alkohol Die Anzahl der Unfälle mit der Ursache Alkohol haben 216 abgenommen. Auch sind hier weniger Verkehrsopfer zu beklagen. Diese Unfälle geschehen meist nach Feierabend und in der Nacht. Die betroffenen Fahrer kollidieren bei diesen Unfällen meist mit Hindernissen auf und neben der Fahrbahn. Auch kommt es zu Frontalkollisionen oder Unfällen mit querenden Fussgängern. Dem Alkohol stark erlegen ist die Altersklasse von 22-45 Jahren. Die jüngeren Fahrer halten sich wohl aufgrund der schärferen Alkoholbestimmungen und des provisorischen Ausweises mit Alkohol zurück. Bei den Geschlechtern werden hauptsächlich Männer mit Alkohol am Steuer erwischt. Unfälle mit der Hauptursache Alkohol 3 25 2 261 262 23 214 28 15 1 5 212 91 213 92 214 86 215 69 216 64 mit Personenschaden Total Unfälle mit der Hauptursache Alkohol Unfälle mit Personenschaden nach Stunden 6 5 4 21: - 5:59 3 18: - 2:59 2 15: - 17:59 1 9: - 14:59 212 213 214 215 216 6: - 8:59 44
Altersgruppe des Hauptverursachers unbekannt 65+ 45-64 25-44 18-24 15-17 -14 35 3 25 2 15 1 5 212 213 214 215 216 Geschlecht des Hauptverursachers 1 8 6 4 weiblich 2 männlich 212 213 214 215 216 45
Betäubungsmittel Die Unfälle mit Ursache Betäubungsmittelkonsum sind 216 rückgängig. Die betroffenen Fahrer kollidieren bei diesen Unfällen gleich jenen unter Alkohol meist mit Hindernissen auf und neben der Fahrbahn. Auch kommt es zu Frontalkollisionen oder Unfällen mit querenden Fussgängern. Die Unfälle unter Drogen geschehen meist in der Nacht oder am frühen Morgen. Vom Alter her fallen Fahrer von 18 bis ins hohe Alter auf. Auch hier verursachen mit Abstand mehr Männer unter Drogen Unfälle als Frauen. Unfälle mit der Hauptursache Betäubungsmittel 25 23 25 2 17 15 14 1 5 212 8 1 213 6 214 2 215 6 216 5 mit Personenschaden Total Unfälle mit der Hauptursache Betäubungsmittel Unfälle mit Personenschaden nach Stunden 4. 3.5 3. 2.5 21: - 5:59 2. 18: - 2:59 1.5 1..5. 212 213 214 215 216 15: - 17:59 9: - 14:59 6: - 8:59 46
Altersgruppe des Hauptverursachers unbekannt 65+ 45-64 25-44 18-24 15-17 -14 35 3 25 2 15 1 5 212 213 214 215 216 Geschlecht des Hauptverursachers 1 8 6 4 weiblich 2 männlich 212 213 214 215 216 47
Geschwindigkeit Die Unfälle mit der Ursache der nicht angepassten Geschwindigkeit haben 216 wieder zugenommen. Glücklicherweise sind jedoch weniger Personenschäden als im Vorjahr zu verzeichnen. Per 1.1.213 wurde durch das Verkehrssicherheitsprogramm des Bundes Via sicura der Rasertatbestand ins Strassenverkehrsgesetz aufgenommen (Art. 9 Abs. 3, 4 SVG). Dieser Umstand ist sicherlich einer der Faktoren, welcher zur Senkung der Unfallzahlen bis 214 geführt hat. Auch die Beschaffung der fünf semistationären Geschwindigkeitsmessanlagen durch den Kanton St.Gallen fiel in diese Zeit. Es mehren sich jedoch die Anzeichen, dass stattdessen im angrenzenden Ausland vermehrt durch Schweizer gerast wird. Auch im Kanton selbst steigt die Zahl der Unfälle mit Ursache Geschwindigkeit seit 215 an. Für die Kantonspolizei St.Gallen heisst dies, dass wieder vermehrt Geschwindigkeitskontrollen stattfinden müssen. Zu schnell gefahren wird vor allem morgens und mittags. Dabei sind die zu schnellen Fahrer zwischen 25 und 64 Jahre alt. 1/3 sind Frauen, 2/3 Männer. Unfälle mit der Hauptursache Geschwindigkeit 6 5 52 492 4 351 37 387 3 2 1 212 145 213 127 214 97 215 97 216 88 mit Personenschaden Total Unfälle mit der Hauptursache Geschwindigkeit 48
Unfälle mit Personenschaden nach Stunden 5 4 21: - 5:59 3 18: - 2:59 15: - 17:59 2 9: - 14:59 1 6: - 8:59 212 213 214 215 216 Altersgruppe des Hauptverursachers unbekannt 65+ 6 5 45-64 4 25-44 3 18-24 2 15-17 1-14 212 213 214 215 216 Geschlecht des Hauptverursachers 12 1 8 6 unbekannt 4 weiblich 2 männlich 212 213 214 215 216 49
Ablenkung Unfälle mit Ursache Ablenkung haben abgenommen. Auch die hier zu verzeichnende Anzahl an Verkehrsopfern ist markant zurückgegangen. Der Verkehrsicherheitsfonds hat die Kampagne des TCS «Augen auf die Strasse» unterstützt, welche derzeit noch am Laufen ist und sich diesem grossen Problem annimmt. Erschreckend ist zu sehen, dass unaufmerksame Fahrzeugführer gleichgeartete Unfälle provozieren wie jene, welche unter Alkohol- oder unter Betäubungsmitteleinfluss fahren. Sie sind sozusagen im Blindflug unterwegs. Es ist nach wie vor die Hauptunfallursache im Strassenverkehr. Die Unfälle mit Ursache Ablenkung verteilen sich über den ganzen Tag und die Nacht. Altersmässig sind vor allem die 25 bis 44 Jährigen im Strassenverkehr abgelenkt. Auch hier wieder sind es die Männer welche abgelenkt Unfälle verursachen. Unfälle mit der Hauptursache Ablenkung 1 844 8 6 611 647 638 584 4 2 212 347 213 251 214 266 215 224 216 188 mit Personenschaden Total Unfälle mit der Ursache Unaufmerksamkeit und Ablenkung Unfälle mit Personenschaden nach Stunden 1 8 6 21: - 5:59 18: - 2:59 4 15: - 17:59 2 9: - 14:59 212 213 214 215 216 6: - 8:59 5
Altersgruppe des Hauptverursachers unbekannt 65+ 45-64 25-44 18-24 35 3 25 2 15 1 15-17 5-14 212 213 214 215 216 Geschlecht des Hauptverursachers 1 8 6 unbekannt 4 weiblich 2 männlich 212 213 214 215 216 51
Unfälle nach Gemeinden Unfälle und Verunfallte nach Unfallfolgen und Gemeinde Unfälle mit Sachschaden Unfälle mit Personenschaden Getötete davon erheblich Verletzte¹ Schwerverletzte lebensbedrohlich Verletzte¹ Leichtverletzte Total 1836 876 14 19 9 181 927 Altstätten 33 27 5 5 28 Amden 3 1 1 1 Andwil (SG) 2 Au (SG) 21 27 6 6 26 Bad Ragaz 25 6 1 1 5 Balgach 1 2 2 Benken (SG) 3 6 1 1 5 Berg (SG) 4 2 2 Berneck 4 1 1 Buchs (SG) 46 27 4 1 3 32 Bütschwil-Ganterschwil 2 17 7 7 2 Degersheim 8 8 1 9 Diepoldsau 19 9 2 2 12 Ebnat-Kappel 7 4 5 Eggersriet 7 1 1 Eichberg 3 Eschenbach (SG) 41 18 6 6 15 Flawil 18 6 1 1 7 Flums 3 8 1 1 7 Gaiserwald 9 3 4 Gams 8 5 3 3 4 Goldach 17 8 4 4 5 Gommiswald 8 4 2 1 1 4 Gossau (SG) 83 29 1 2 2 31 Grabs 11 14 2 2 16 Häggenschwil 7 5 1 1 11 Hemberg 3 5 Jonschwil 4 7 8 Kaltbrunn 14 6 2 2 9 Kirchberg (SG) 26 1 3 3 7 Lichtensteig 2 4 1 1 1 2 Lütisburg 7 5 2 2 9 Marbach (SG) 3 1 1 2 Mels 42 23 1 4 4 26 Mörschwil 32 11 5 5 9 Mosnang 1 5 2 2 4 Muolen Neckertal 7 3 4 52
Unfälle mit Sachschaden Unfälle mit Personenschaden Getötete Schwerverletzte lebensbedrohlich Verletzte¹ davon erheblich Verletzte¹ Leichtverletzte Nesslau 7 8 1 2 2 8 Niederbüren 5 4 6 Niederhelfenschwil 4 6 2 2 4 Oberbüren 29 16 5 5 16 Oberhelfenschwil 3 Oberriet (SG) 5 21 7 1 6 22 Oberuzwil 16 1 3 1 2 1 Pfäfers 4 1 1 Quarten 21 4 1 1 3 Rapperswil-Jona 77 5 2 11 1 1 44 Rebstein 5 8 2 2 7 Rheineck 5 11 2 2 9 Rorschach 16 21 8 8 23 Rorschacherberg 13 14 5 5 16 Rüthi (SG) 18 7 9 Sargans 23 1 1 1 12 Schänis 11 8 8 Schmerikon 11 1 1 Sennwald 58 14 1 1 23 Sevelen 28 11 1 1 12 Steinach 11 5 2 2 5 St. Gallen 438 139 27 27 149 St. Margrethen 48 9 3 3 1 Thal 41 16 1 2 2 16 Tübach 1 2 1 1 1 Untereggen 2 1 1 4 Uznach 24 12 1 1 1 12 Uzwil 33 9 5 5 7 Vilters-Wangs 13 1 12 Waldkirch 12 6 1 1 1 7 Walenstadt 21 11 4 1 3 11 Wartau 27 8 1 1 9 Wattwil 24 21 3 4 4 2 Weesen 1 4 1 1 5 Widnau 13 13 1 1 13 Wildhaus-Alt St. Johann 5 4 2 1 1 3 Wil (SG) 75 41 9 1 8 44 Wittenbach 7 1 4 4 14 Zuzwil (SG) 2 11 1 1 15 ¹ Zahlen für lebensbedrohlich Verletzte und erheblich Verletzte erst ab 215 verfügbar 53
Verkehrsunfälle in der Stadt St.Gallen 5 4 3 2 1 Verkehrsunfälle in der Region Bodensee 9 8 7 6 5 4 3 2 1 Muolen Häggenschwil Wittenbach Berg (SG) Steinach Goldach Mörschwil Tübach Untereggen Eggersriet Rorschach Rorschacherberg Thal Leichtverletzte erheblich Verletzte lebensbedrohlich Verletzte Schwerverletzte Getötete Unfälle mit Personenschaden Unfälle mit Sachschaden 54
Verkehrsunfälle in der Region Rheintal 9 8 7 6 5 4 3 2 1 Rheineck St. Margrethen Au (SG) Balgach Berneck Widnau Diepoldsau Rebstein Marbach (SG) Altstätten Eichberg Oberriet (SG) Rüthi (SG) Sennwald Gams Grabs Buchs (SG) Sevelen Wartau Verkehrsunfälle in der Region Oberland 9 8 7 6 5 4 3 2 1 Sargans Vilters-Wangs Bad Ragaz Pfäfers Mels Flums Quarten Walenstadt 55
Verkehrsunfälle in der Region See-Gaster 9 8 7 6 5 4 3 2 1 Amden Weesen Schänis Benken (SG) Kaltbrunn Gommiswald Uznach Schmerikon Eschenbach (SG) Rapperswil-Jona Verkehrsunfälle in der Region Toggenburg 9 8 7 6 5 4 3 2 1 Wildhaus-Alt St. Johann Nesslau Ebnat-Kappel Hemberg Wattwil Lichtensteig Neckertal Oberhelfenschwil Bütschwil-Ganterschwil Mosnang Kirchberg (SG) Lütisburg Degersheim 56
Verkehrsunfälle in der Region Fürstenland 9 8 7 6 5 4 3 2 1 Flawil Oberuzwil Jonschwil Uzwil Wil (SG) Zuzwil (SG) Niederhelfenschwil Niederbüren Oberbüren Gossau (SG) Andwil (SG) Gaiserwald Waldkirch Leichtverletzte erheblich Verletzte lebensbedrohlich Verletzte Schwerverletzte Getötete Unfälle mit Personenschaden Unfälle mit Sachschaden 57
Impressum Herausgeber: Bearbeitung: Druck: Grafik: Erhältlich im Internet: Bilder: Copyright: Kantonspolizei St.Gallen Verkehrspolizei, Verkehrstechnik Print Media Design GmbH Seestrasse 15, CH-9326 Horn Print Media Design GmbH www.kapo.sg.ch (als PDF-Datei) Kantonspolizei St.Gallen, Unfallfotografien aus dem Jahr 216 Kantonspolizei St.Gallen Bundesamt für Strassen ASTRA Nachdruck und sonstige Vervielfältigungen ausser für kommerzielle Nutzung unter Angabe der Quelle gestattet. St.Gallen, März 217