AUDIO- und VIDEOTECHNIK

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Transkript:

FH St.Pölten Telekommunikation und Medien AUDIO- und VIDEOTECHNIK Teil 1: Audiotechnik (DI Hannes Raffaseder) Teil 2: Videotechnik (Dr. Jakob Wassermann) Erstellt: 9/2004 Hannes Raffaseder 1/23

FH St. Pölten Telekommunikation und Medien Audio- und Videotechnik I, Teil 1: Audiotechnik FH-Lektor: Begleitende Literatur : DI Hannes Raffaseder http://www.raffaseder.com Hannes Raffaseder, Audiodesign, Fachbuchverlag Leipzig im Carl Hanser Verlag, September 2002, ISBN 3-446-21828-9 Begleitende Website (mit weiterführenden Informationen): Prüfungsmodus: http://www.raffaseder.com/sounddesign schriftliche Prüfung am Semesterende Bonuspunkte durch Mitarbeit Erstellt: 9/2004 Hannes Raffaseder 2/23

FH St. Pölten Telekommunikation und Medien Semesterübersicht: 1. Akustische Kommunikation 2. Beschreibung der Signalkette 3. Schallentstehung 4. Schallausbreitung 5. Schallaufzeichnung (Grundlagen, Signalformcodierung) Erstellt: 9/2004 Hannes Raffaseder 3/23

AUDIO- TECHNIK und -DESIGN Audio-Design befasst sich mit Ursachen, Eigenschaften und Wirkungen der gesamten akustischen Umwelt, um diese in weiterer Folge bewusst gestalten zu können. Erstellt: 9/2004 Hannes Raffaseder 4/23

Warum überhaupt Audiodesign? Bilder dominieren die Welt! ABER: Wegsehen ist kein Problem, aber Weghören... Oft kann Unsichtbares gehört werden! Akustische Ereignisse erfüllen den ganzen Raum Akustische Ereignisse können Emotionen wecken Akustische Ereignisse erregen Aufmerksamkeit Akustische Ereignisse können die Gedächtnisleistung steigern Akustische Ereignisse verbinden, kollektivieren Akustische Ereignisse können manipulieren Akustische Ereignisse können unmittelbar Körperreaktionen hervorrufen Akustische Wahrnehmungen sind multidimensional Oft können feine Unterschiede die Bedeutung verändern... Erstellt: 9/2004 Hannes Raffaseder 5/23

Akustische Mediengestaltung Unterschiede zwischen Auge und Ohr Auge Ohr verschließbar liefert immer Information beweglich unbeweglich gerichtet, gezielt einsetzbar umfassend Bewusst; aktiv oft unbewusst; leichter manipulierbar eingeschränktes Blickfeld ganze Umgebung wird erfasst vom Blickfeld abhängig Personen im Raum hören das Gleiche selektiv, individuell, distanzierend universell, verbindend, kollektivierend Nervenbahnen ins Großhirn Nervenbahnen auch ins Zwischenhirn emotionale Wirkung Veränderung von Körperfunktionen Wahrnehmung von: Folge von Einzelbildern mehrere Einzelereignisse; Streams Statische Objekte nur Veränderungen Oberfläche physikalische Prozesse; Materialien eine Oktave zehn Oktaven Erstellt: 9/2004 Hannes Raffaseder 6/23

Warum überhaupt Audiodesign? In einer Zeit, in der das Fernsehen immer schlechter, das Theater immer alberner wird, und es auch der Oper nicht besonders gut geht, hat das Radio keine Chance aber immerhin einen entscheidenden Vorteil: es hat ja nur das Ohr; und da es nur den akustischen Sinn anspricht, kann es wie die anderen Medien den Unsinn nicht verdoppeln oder vervielfachen, selbst wenn es das wollte und wir wissen: es will.... (Heiner Goebbels, Rede zur Eröffnung der Woche des Hörspiels, Akademie der Künste Berlin, 9.11.1997) Erstellt: 9/2004 Hannes Raffaseder 7/23

Grundlage akustischer Ereignisse ist der S C H A L L definiert als mechanische Schwingungen und Wellen eines elastischen Mediums im Frequenzbereich des menschlichen Hörens. 20 Hz < f < 20000 Hz Erstellt: 9/2004 Hannes Raffaseder 8/23

Akustische Ereignisse Bewusst erzeugt und gezielt eingesetzt (zb. Musik, Alarmsignale, Sprache) Ungewollt oder ohne bestimmte Absicht erzeugt (zb. Schritte, Maschinenlärm) auf natürliche Weise entstanden (zb. Vogelzwitschern, Wasserrauschen) Erstellt: 9/2004 Hannes Raffaseder 9/23

Ursachen akustischer Ereignisse Menschliche Handlungen, technische Prozesse und natürliche Vorgänge rufen meist bestimmte akustische Ereignisse hervor. Handlung und Ereignis sind fest aneinander gebunden Audiodesign muss auch diese Handlungen und Prozesse gestalten!!! Erstellt: 9/2004 Hannes Raffaseder 10/23

Ebenen der Tonspur: = Material Sprache Geräusche Musik Dialog Kommentar Atmos Soundeffekte - Hard Effects - Soft Effects Source-Music Filmmusik Erstellt: 9/2004 Hannes Raffaseder 11/23

Beschreibung akustischer Ereignisse Eine genaue Beschreibung akustischer Ereignis ist oft schwierig! Vielfach erfolgt eher eine Beschreibung der Entstehungsprozesse. Erstellt: 9/2004 Hannes Raffaseder 12/23

Beschreibung akustischer Ereignisse Weitgehend unabhängig von kulturellen Gegebenheiten werden folgende Primärempfindungen unterschieden: PRIMÄREMPFINDUNGEN Tonhöhe Lautstärke Klangfarbe Zeit Raum Erstellt: 9/2004 Hannes Raffaseder 13/23

Physikalische Entsprechungen zu den Primärempfindungen akustischer Ereignisse Tonhöhe FREQUENZ Lautstärke AMPLITUDE Klangfarbe SIGNALFORM Diese Übereinstimmungen gelten nur näherungsweise!!! Die PSYCHOAKUSTIK beschäftigt sich mit den Abweichungen. Erstellt: 9/2004 Hannes Raffaseder 14/23

Informationsgehalt akustischer Ereignisse Voraussetzungen für akustische Ereignisse: Anregungsmechanismus schwingendes Objekt Ausbreitungsmedium Akustische Ereignisse beinhalten als Folge ihrer physikalischen Umwelt deren Eigenschaften und Charakteristika. Akustische Ereignisse sind Träger von Information Erstellt: 9/2004 Hannes Raffaseder 15/23

Informationsgehalt akustischer Ereignisse Informationsgehalt eines Schallsignals Schallquelle Raum Anregung Ort Form Größe Material Art Größe Art Stärke Rhythmus Geschwindigkeit Bewegung Beschaffenheit des Auslösers Erstellt: 9/2004 Hannes Raffaseder 16/23

Informationsgehalt akustischer Szenen Vielzahl akustischer Einzelereignisse = akustische Szene Trotzdem: Selektive Wahrnehmung einzelner Ereignisse möglich Cocktailparty-Effekt Wahrnehmung der gesamten Szene läuft im Unterbewussten automatisch weiter Einzelereignisse werden zueinander und zum visuellen Kontext in Beziehung gesetzt in einem neuen Kontext gestellte Einzelereignisse erzeugen eine gewisse Unschärfe in der Wahrnehmung Erstellt: 9/2004 Hannes Raffaseder 17/23

Symbolgehalt akustischer Ereignisse Die Wirkung eines akustischen Ereignisses kann vom Umfeld der Wahrnehmung abhängen Erfahrung und Stimmung der Hörer beeinflussen die Wirkung Beispiel 1: Meeresbrandung Fischer Arbeit FH-StudentIn Urlaub Beispiel 2: Schreibmaschine 1950 Fortschritt 2003 Nostalgie Erstellt: 9/2004 Hannes Raffaseder 18/23

Das Kommunikationsmodell RAHMENBEDINGUNGEN SENDER KANAL EMPFÄNGER SENDER Schallquelle Kanal Ausbreitung im Medium EMPFÄNGER Hörer RAHMENBEDINGUNGN kulturelles Umfeld, Symbolgehalt Die einzelnen Teilkomponenten beeinflussen immer den gesamten Kommunikationsfluss!!! Erstellt: 9/2004 Hannes Raffaseder 19/23

Die akustische Kommunikationskette Information Neurosignale Stimmbänder Sprechtrakt Elektromag. Welle Rundfunksender Mikrofon Schallwelle im Raum Rundfunkempfänger Lautsprecher Schallwelle im Raum Ohr Information Neurosignale Beispiel: Rundfunkübertragung einer Sprechstimme Erstellt: 9/2004 Hannes Raffaseder 20/23

Die akustische Kommunikationskette ZIEL: fehlerfreie und effiziente Übertragung der ursprünglichen Nachricht Eigenschaften aller beteiligten Teilsysteme sollen bekannt sein und aufeinander abgestimmt werden. Fehler in einem Teilsystem sollen in einem anderen rückgängig gemacht werden. Erstellt: 9/2004 Hannes Raffaseder 21/23

Umformung von Signalen Idealer Wandler: S gesendet IDEALER WANDLER S gesendet Realer Wandler: S gesendet REALER WANDLER S Nutz Realer Wandler Verzerrungen im Signal Erstellt: 9/2004 Hannes Raffaseder 22/23

Übertragung von Signalen Häufigste Fehlerquelle: Additive Störungen S Stör S gesendet S gesendet + S Stör Signal nach Umwandlung und Übertragung: S gesendet = S Nutz + S Stör Erstellt: 9/2004 Hannes Raffaseder 23/23