Versuchsauswertung: Laser-Optik Teil B

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Transkript:

Praktikum Klassische Physik II Versuchsauswertung: Laser-Optik Teil B (P2-23,24,25) Christian Buntin, Jingfan Ye Gruppe Mo-11 Karlsruhe, 10. Mai 2010 Inhaltsverzeichnis 1 Fouriertransformation zur Messung einer Einzelspalt-Beugungsfigur 2 2 Anwendungen des Michelson-Interferometers 2 2.1 Magnetostriktion bei Nickel.............................. 2 2.2 Bestimmung der Wellenlänge............................. 3 2.3 Dopplereffekt...................................... 4 2.4 Akustischer Dopplereffekt............................... 5 3 Faraday- und Pockels-Effekt 5 3.1 Modulierung durch Faraday-Effekt.......................... 5 3.2 Bestimmung der Verdetschen Konstanten...................... 5 3.3 Modulierung durch Pockels-Effekt.......................... 6 3.4 Bestimmung der Konstanten für den Pockels-Effekt................ 6 4 Optische Aktivität 7 4.1 Bestimmung des Drehvermögens einer Saccharoselösung............ 7 4.2 Bestimmung des Drehvermögens einer Sorboselösung.............. 8 1

1 Fouriertransformation zur Messung einer Einzelspalt-Beugungsfigur 1 Fouriertransformation zur Messung einer Einzelspalt-Beugungsfigur Wir haben mit dem Computer ein Einzelspalt-Beugungsmuster aufgenommen und eine Fast-Fourier-Transformation durchführen lassen. Damit erhielten wir die rücktransformierte Transmissionsfunktion (Ein Ausdruck befindet sich im Messprotokoll) und die Spaltbreite b mit b = 0,393 mm. Dieser Wert liegt etwas unterhalb der angegebenen Spaltbreite von b = 0,4 mm. Diese wirklich kleine Abweichung könnte daher rühren, dass die Fouriertransformation nur eine Näherung des Spaltbildes ist, bei der doppelten Transformationen (Hin- und Rücktransformation) verdoppelt sich damit auch der Fehler. 2 Anwendungen des Michelson-Interferometers 2.1 Magnetostriktion bei Nickel Wir haben mit verschiedenen Spulenströmen I ein Magnetfeld um einen Nickelstab angelegt. Da dieser an einem Spiegel des Michelson-Interferometer befestigt war, entsprach ein Hell Dunkel-Durchgang des Interferometers einer Längenänderung des Stabes um 1 2λ. Daher haben wir den Wert des Stromes I nach jeweils N Hell Dunkel-Durchgängen notiert (Tabelle 1). Da für den Magnetostriktionskoeffizienten k gilt: k = Nλ 2In, haben wir Nλ über 2In aufgetragen und die Steigung der Ausgleichsgeraden bestimmt, welche k entspricht (Abbildung 1 auf der nächsten Seite). Dabei waren die uns bekannten Werte λ = 632,8 nm (Wellenlänge des Lasers) und n = 2000 (Windungszahl der Spule), die wir dem Aufgabenblatt entnahmen. N: 0 1 2 3 4 I [ma]: 0 120 210 300 385 Tabelle 1: N Hell Dunkel-Durchgänge bei verschiedenen Spulenströmen I Damit erhalten wir für den Magnetostriktionskoeffizienten von Nickel: k = 1,66 10 9 m A 2 Christian Buntin, Jingfan Ye

Praktikum Klassische Physik II Versuch P2-23,24,25: Laser-Optik Teil B 1400 1200 Messwerte Lineare Regression m x+c 1000 N ½λ [nm] 800 600 400 200 0-200 0 100 200 300 400 500 600 700 800 I n [A] Abbildung 1: Bestimmung des Magnetostriktionskoeffizienten Werte der Regression: m = (1,66 ± 0,07) nm A, c = ( 40 ± 32) nm 2.2 Bestimmung der Wellenlänge Wir haben einen Spiegel im Interferometer verstellt und die Wegstrecke x nach N Hell Dunkel-Durchgängen abgelesen (Tabelle 2). Da ein solcher Durchgang der halben Wellenlänge λ entspricht, gilt für die Wellenlänge: x = N λ 2 λ = 2 x N Daher haben wir 2x über N aufgetragen und die Ausgleichsgerade bestimmt, deren Steigung der Wellenlänge λ entspricht (Abbildung 2 auf der nächsten Seite). N: 0 10 20 30 40 50 Position x [µm]: 0 3,5 6,5 10 13 16 Tabelle 2: N Hell Dunkel-Durchgänge bei verschiedenen Spiegelpositionen x Somit erhalten wir für die Wellenlänge des verwendeten Lasers: λ = 640 nm Mit dem statistischen Fehler aus der Regression von ±9 nm, liegt unser Ergebnis noch innerhalb der ersten Standardabweichung vom angegebenen Wert von 632,8 nm. 10. Mai 2010 3

2 Anwendungen des Michelson-Interferometers 35 30 Messwerte Lineare Regression m x+c 25 2 x [µm] 20 15 10 5 0 0 10 20 30 40 50 N Abbildung 2: Bestimmung der Wellenlänge Werte der Regression: m = (0,640 ± 0,009) µm, c = (0,3 ± 0,3) µm 2.3 Dopplereffekt Wir haben den Spiegel über einen Motor bewegen lassen und dabei in einem Zeitintervall t die Anzahl N der Hell Dunkel-Durchgänge gezählt sowie die zurückgelegte Strecke x direkt abgelesen. Dabei haben wir einmal die Geschwindigkeit über den Quotienten aus Weg- und Zeitdifferenz und einmal über den Dopplereffekt berechnet (Tabelle 3). Denn mit diesem gilt für die Geschwindigkeit: v = ± c 1 2c t, Nλ mit der Lichtgeschwindigkeit c und der Wellenlänge λ. Messung: 1 2 3 N 50 50 50 t [s]: 41,25 41,48 41,30 x [µm]: 15 15 15 Geschwindigkeit v = x [ µm ] t s : 0,364 0,362 0,363 Geschwindigkeit v mittels Dopplereffekt [ µm] s : 0,384 0,381 0,383 Tabelle 3: Geschwindigkeitsmessung mittels Dopplereffekt Somit erhalten wir im Mittel für die Geschwindigkeit über den Quotienten aus Weg- und Zeitdifferenz: v Weg-Zeit-Quotient = 0,363 µm s 4 Christian Buntin, Jingfan Ye

Praktikum Klassische Physik II Versuch P2-23,24,25: Laser-Optik Teil B und für die Geschwindigkeit mittels Dopplereffekt erhalten wir: v Dopplereffekt = 0,383 µm s Diese beiden Messergebnisse sind fast identisch. Die vorhandene Abweichung kommt vermutlich daher, dass das Zählen von Hell Dunkel-Durchgängen viel genauer ist, als das Ablesen der Mikrometerschraube. 2.4 Akustischer Dopplereffekt Wir haben eine Stimmgabel von unserem Ohr weg und auf unser Ohr zu bewegt. Dabei nahmen wir wie erwartet eine tiefere bzw. eine höhere Frequenz wahr. Dies wiederholten wir mit einer reflektierenden Wand in der Nähe. Hierbei waren deutlich die auftretenden Schwebungen zu hören. Diese folgen aus der Überlagerung der reflektierten Schallwellen mit den Schallwellen direkt von der Stimmgabel, da sich deren Frequenz aufgrund des Dopplereffekts geringfügig unterscheidet. 3 Faraday- und Pockels-Effekt 3.1 Modulierung durch Faraday-Effekt Wir haben wie in der Versuchsbeschreibung angegeben ein Sinussignal auf den Laserstrahl moduliert und konnten dieses am Lautsprecher hörbar machen. Leider waren die vorausgegangenen Versuche mit einem MP3-Player oder einem Laptop, Musik abzuspielen, fehlgeschlagen, da man nur ein Rauschen gehört hatte. Dies lang wahrscheinlich daran, dass die Signalstärke der Geräte zu schwach war, um das immer vorhandene Rauschen zu übertönen. Der Sinusgenerator erzeugte natürlich eine sehr hohe Intensität. 3.2 Bestimmung der Verdetschen Konstanten Wir haben den Laserstrahl durch eine Spule mit einem Bleisilikatglaskern scheinen lassen und die Drehung α der Polarisationsebene bei verschiedenen Spulenströmen I bestimmt (Tabelle 4). Strom I [A]: 0 0,5 1 1,5 2 2,5 3 Drehung α der Polarisationsebene: 0 0,5 0,5 2 3 3 3 Tabelle 4: Drehung der Polarisationsebene durch den Faraday-Effekt Da für die Verdetsche Konstante V gilt: V = α µ 0 In, 10. Mai 2010 5

3 Faraday- und Pockels-Effekt 3,5 3 Messwerte Lineare Regression m x+c 2,5 2 α 1,5 1 0,5 0-0,5 0 0,0005 0,001 0,0015 0,002 0,0025 0,003 0,0035 µ 0 n I [Vs/m] Abbildung 3: Bestimmung der Verdetschen Konstanten Werte der Regression: m = (1172 ± 185) m Vs, c = ( 0,05 ± 0,34) mit der magnetischen Feldkonstanten µ 0 und der Windungszahl n = 800, haben wir α über µ 0 In aufgetragen und die Steigung der Ausgleichsgeraden bestimmt, welche der Verdetschen Konstanten entspricht (Abbildung 3). Somit erhalten wir für die Verdetsche Konstante für Bleisilikatglas: V = 1172 m Vs = 20,5 rad m Vs 3.3 Modulierung durch Pockels-Effekt Wir haben wie in der Versuchsbeschreibung angegeben ein Sinussignal auf den Laserstrahl moduliert und konnten dieses am Lautsprecher hörbar machen. Auch hier versuchten wir zuerst vergeblich, Musik abzuspielen. Die Probleme waren vermutlich die gleichen wie bei der Ausnutzung des Faraday-Effekts. 3.4 Bestimmung der Konstanten für den Pockels-Effekt Wir haben das Laserlicht eine Pockelszelle und einen Polarisator (90 gegen die Laserlichtpolarisierung) durchlaufen lassen und haben die Spannung U an der Pockelszelle bei verschiedenen Minima und Maxima auf dem Schirm notiert (Tabelle 5 auf der nächsten Seite). Allerdings war es uns nicht möglich den Aufbau so zu justieren, dass wir den Mittelpunkt der Hyperbelfigur sehen konnten. Daher haben wir einen festen Punkt in einem Quadranten der Beugungsfigur markiert und die Ströme notiert, bei denen an diesem Punkt Minima oder Maxima auftraten. Wir haben nun U über N aufgetragen und daraus die Steigung der Ausgleichsgeraden bestimmt (Abbildung 4 auf der nächsten Seite). Diese entspricht der Halbwellenspannung 6 Christian Buntin, Jingfan Ye

Praktikum Klassische Physik II Versuch P2-23,24,25: Laser-Optik Teil B Extremum N: -4-3 -2-1 0 1 2 3 4 Art: Min. Max. Min. Max. Min. Max. Min. Max. Min. Spannung U [V]: -1707-1356 -926-488 0 455 958 1304 1726 Tabelle 5: Minima und Maxima durch den Pockels-Effekt U HW, da sich nach einem Übergang von Hell nach Dunkel der Gangunterschied zwischen dem ordinären und dem extraordinären Strahl des doppelbrechenden Kristalls gerade um die halbe Wellenlänge geändert hat. 2000 1500 Messwerte Lineare Regression m x+c 1000 500 U [V] 0-500 -1000-1500 -2000-4 -3-2 -1 0 1 2 3 4 N Abbildung 4: Bestimmung der Halbwellenspannung der Pockelszelle Werte der Regression: m = (440,4 ± 6,2) V, c = ( 4 ± 16) V Somit erhalten wir für die Halbwellenspannung: U HW = 440,4 V Für die Konstante k gilt mit dem Elektrodenabstand h = 2 mm und der Länge s = 20 mm der Pockelszelle: k = λh 2πs 1 U HW Damit folgt für die Konstante k für den Pockels-Effekt bei LiNbO 3 für die Wellenlänge λ des Laserlichts: k = 2,287 10 11 m V 4 Optische Aktivität 4.1 Bestimmung des Drehvermögens einer Saccharoselösung Wir haben von Saccharoselösungen zweier Konzentrationen k bei zwei Lichtweglängen l den Drehwinkel α, um den die Polarisationsebene des linear polarisierten Laserlichts gedreht 10. Mai 2010 7

4 Optische Aktivität wurde, bestimmt und daraus jeweils den spezifischen Drehwinkel [α] berechnet (Tabelle 6). Für diesen gilt: [α] = α k l Dabei bestimmten wir zuerst die Position des Polarisators, bei der ohne optisch aktive Medien ein Minumum zu sehen war und verglichen diesen Wert dann mit den veränderen Minima, die sich durch Einfügen des optisch aktiven Mediums ergaben. Wir wählten Minima, da diese sich besser erkennen lassen als Maxima. Jedoch war trotzdem immer ein kleiner Intervallbereich des Winkels auf dem Schirm erkennbar, bei der wir die Intensität nicht mehr mit bloßem Auge unterscheiden konnten. Hier liegt auch eine große Fehlerquelle für die Winkelmessung des Minimums. Konzentration k [ g ] cm : 3 0,3 0,3 0,15 0,15 Lichtweglänge l [m]: 1,98 0,58 1,98 0,58 Drehwinkel α: +30 +9 +16 +2 Spezifischer Drehwinkel [α]: +50,51 +51,72 +53,87 (+22,99 ) Tabelle 6: Optische Aktivität der Saccharose Da der spezifische Drehwinkel von +22,99 bei einer Messung doch extrem von den anderen drei Werten abweicht, haben wir diesen zur Mittelwertbildung nicht herangezogen. Diese Abweichung liegt vermutlich daran, dass bei dieser geringen Konzentration und Weglänge die Drehung extrem klein ist (2 ). Da wir zu einen nur auf 1 genau messen konnten und zum anderen die Minima nicht immer eindeutig mit bloßem Auge zu erkennen waren, war der mögliche Fehler, vor allem bei kleinen Drehwinkeln, sehr groß. Mit den restlichen 3 Messwerten erhalten wir für den spezifischen Drehwinkel der Saccharose für Licht der Wellenlänge λ = 632,8 nm bei Raumtemperatur einen Wert von: [α] = +52,37 cm3 g m 4.2 Bestimmung des Drehvermögens einer Sorboselösung Wie in der letzten Aufgabe haben wir bei einer Sorboselösung der Konzentration k = 0,33 g zwei Lichtweglängen l den Drehwinkel α bestimmt und daraus jeweils den spezifischen Drehwinkel [α] berechnet (Tabelle cm 3 7). Lichtweglänge l [m]: 1,98 0,58 Drehwinkel α: 22 6 Spezifischer Drehwinkel [α]: 33,67 31,35 Tabelle 7: Optische Aktivität der Sorbose Damit folgt für den spezifischen Drehwinkel der Sorbose einen Wert von (Minus, da linksdrehend): [α] = 32,51 cm3 g m 8 Christian Buntin, Jingfan Ye