Gemeinde St. Moritz Verwaltungsbericht 2014



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Transkript:

Gemeinde St. Moritz Verwaltungsbericht 2014

[4. April 2013] 2

Inhaltsverzeichnis BEHÖRDEN DER GEMEINDE ST. MORITZ... BETRIEBS- UND ABTEILUNGSLEITER DER GEMEINDE... GEMEINDEORGANISATION 1 PRÄSIDIALDEPARTEMENT... 9 1.1 Behörden... 9 1.1.1 Gemeinderat / Schlussansprache des Gemeinderatspräsidenten... 9 1.1.2 Gemeindevorstand... 11 1.1.3 Geschäftsprüfungskommission... 12 1.2 Allgemeine Verwaltung... 12 1.2.1 Abstimmungen und Wahlen 2014 / Kanzlei... 12 1.2.2 Friedhof... 12 1.2.3 Einwohnerdienste... 13 1.2.4 EDV-Abteilung... 16 1.3 Finanzen und Steuern... 20 1.3.1 Buchhaltung / Rechnungswesen... 20 1.3.2 Steueramt... 21 1.3.3 Pensionskasse... 22 1.4 Polizeiwesen... 23 1.5 Bauamt... 26 1.5.1 Projektentwicklung... 26 1.5.2 Baupolizei und Raumplanung... 29 1.5.3 Strassenunterhalt / Entwässerung / Abfall... 32 1.5.4 Wasserversorgung... 37 1.5.5 Werk- und Forstdienst... 42 1.5.6 Liegenschaften... 54 1.5.7 Energiestadt St. Moritz... 59 2 GESUNDHEITS-, SOZIAL- UND ERZIEHUNGSDEPARTEMENT... 61 2.1 Sozialkommission... 61 2.2 Schule und Bildung... 64 2.2.1 Gemeindeschule... 64 2.2.2 Bibliothek St. Moritz... 68 3 DEPARTEMENT VERKEHRSWESEN, TRANSPORTBETRIEBE, FEUERWEHR, ZIVILSCHUTZ... 77 3.1 Verkehrswesen... 77 3.1.1 Autobuskommission... 77 3.2 Feuerwehr... 77 3

3.3 Zivilschutz... 81 4 KULTUR... 83 4.1 St. Moritz Kultur... 83 5 SPORT-DEPARTEMENT... 83 5.1 Sport... 83 5.1.1 Schneeportkommission... 83 6 TOURISMUS... 84 6.1 Abteilung Tourismus... 84 4

Behörden der Gemeinde St. Moritz für die Legislaturperiode 2011-2014 Gemeindepräsident Sigi Asprion Präsidialdepartement Gemeindevorstände Anita Urfer Gesundheits-, Sozial- und Erziehungsdepartement, Kultur, Bibliothek Maurizio Pirola Cristiano Luminati Schaffner Hans-Rudolf VR BEST AG, Ver- und Entsorgung Elektrizitätswerk, Energiedepartement, Feuerwehr, Zivilschutz, Forstwesen, Verkehr St. Moritz Bäder AG, Medizinisches Zentrum Sport Allgemein Handel und Gewerbe Gemeinderäte Regula Degiacomi Rino Padrun Markus Hauser Mario Salis Urs Höhener Giatgen Scarpatetti Thomas Josi Leandro A. Testa Christina Koller Max Weiss Adrian Lombriser Susi Wiprächtiger Karin Metzger Biffi Arno S. Wyss Michel Molettieri Beat Mutschler Fritz Nyffenegger Geschäftsprüfungskommission Maurizio Cecini Isabella Cominetti Martina Gorfer Silvio Hunger David Studer Kontrollstelle KPMG Fides Peat, Zürich Schulräte Claudio Camenisch Manuela Holinger-Horber Gaby Künzler-Oswald Diego Schwarzenbach Ruth Steidle 5

6

Betriebs- und Abteilungsleiter Betriebsleiter Elektrizitätswerk Patrik Casagrande Schulleiter Gemeindeschule Matossi Reto Abteilungsleiter Gemeindekanzlei Barbara A. Stecher Kasse/Buchhaltung Hartmann Reto Steueramt Kalberer Hannisepp Einwohnerkontrolle Kalberer Hannisepp Bauamt Schmidt Claudio Infrastrukturen und Umwelt Lüscher Beat Gemeindepolizei Birchler Ruedi Tourismus Martin Berthod 7

Gemeindeorganisation Volk, Stimmbürger, Bund, Kanton Gemeinderat G P K Gemeindevorstand Gemeindepräsident Schulrat Gemeindeschreiber Kanzlei Einwohner Kontrolle Steuern Finanzen/ Kassa Bauamt Forstamt Polizei Schule Neben- Betriebe Dienstleistungen Die Leitung der Gemeindeverwaltung Der Gemeindepräsident leitet die gesamte Gemeindeverwaltung Die Departementsvorsteher überwachen die Amtsführung ihrer Departemente Der Gemeindeschreiber koordiniert die Aufgabenerfüllung der Verwaltung Die Chefbeamten leiten die einzelnen Abteilungen und Ämter 8

1 Präsidialdepartement 1.1 Behörden 1.1.1 Gemeinderat / Schlussansprache des Gemeinderatspräsidenten Liebe Kolleginnen und Kollegen Gemeinderäte Herr Gemeindepräsident Liebe Vertreter des Gemeindevorstandes Geschätzte Behördenmitglieder Werte Gäste Wen hebt der Gemeinderat auf den Schild und wählt ihn als ihren Präsidenten: - ein Ratsmitglied mit politischer Erfahrung und organisatorischen Fähigkeiten? - ein Ratsmitglied, welches sich dieses Amt ersessen hat durch Anciennität? - ein Ratsmitglied, das für ein Jahr der Parlamentsdebatte entzogen werden soll? Welches der Grund für meine Wahl am 13. Dezember 2013 auch immer war, Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, haben mir mit der Wahl zu ihrem Präsidenten das interessanteste, aber auch anspruchsvollste Jahr meiner politischen Tätigkeit ermöglicht. Im Ratsbetrieb war es stets mein Bestreben, aus der etwas übergeordneten Warte heraus, dafür zu sorgen, dass wir so rasch als möglich auf den springenden Punkt zu sprechen kamen und immer zum Wohle des Souveräns, d.h. unserer Bürgerinnen und Bürger, entscheiden. Sollten Sie dabei das Opfer meines allenfalls zu raschen Vorgehens geworden sein, bitte ich Sie nachträglich um Verzeihung. Dank Ihrem Verständnis und Disziplin konnten die zahlreichen Traktanden in 11 ordentlichen, einer Halbtages- und einer Ganztagessitzung bewältigt werden. Den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern konnten wir im Jahre 2014 acht kommunale Vorlagen unterbreiten, einzig die Vorlage zur Verlängerung der neuen Signalbahn bis Alp Giop wurde durch den Souverän abgelehnt. Abgelehnt wurde anlässlich der diesjährigen Gemeindeversammlung ebenfalls, die vom Gemeinderat, beantragte Steuererhöhung. Der Blick in die Zukunft stimmt mich nachdenklich. Nach dem Finanzplan sind die rosigen Zeiten vorbei und es zeichnet sich ein deutlicher Beschäftigungsrückgang ab, vor allem in der Bauindustrie. Nebst der schwachen wirtschaftlichen Lage in vielen wichtigen Herkunftsländern, welche sich auf den Tourismus in unserem Gebiet auswirkt und dem starken Schweizer Franken, welcher die preisliche Wettbewerbsfähigkeit verschlechtert, gilt es strukturelle Herausforderungen zu meistern, welche durch die Annahme der Zweitwohnungsinitiative nochmals erhöht wurden. Summa sumarum: Der haushälterische Umgang mit den Finanzen wird nicht reichen. Wir müssen den Gürtel enger schnallen - konkret bedeutet dies, das Notwendige noch strikter vom Wünschbaren trennen. Die nächsten Jahre werden von einem WOLLEN und KOENNEN geprägt sein. Ich hoffe, dass die Durchführung der Alpinen Ski Weltmeisterschaften 2017 neue, positive Impulse und Investitionen sowie die zusätzliche Förderung des Skisports und Tourismus auslösen wird. 9

Der Vorsitz des Gemeinderates beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Vorbereitung und Durchführung der Sitzungen, sondern bringt viele Repräsentationsverpflichtungen mit sich. Der zeitlich nicht zu unterschätzende Aufwand für Gespräche und die Pflege des Kontaktes mit Bürgerinnen und Bürger, mit Vertretern von Behörden und Verbänden und anderen Institutionen und nicht zuletzt mit unseren Gästen, wird jedoch mehrfach entschädigt durch sehr interessante Begegnungen und Kontakte, welche die Amtszeit überdauern. Schaue ich in den Rückspiegel meines Präsidialjahres, kristallisieren sich zwei besondere Events heraus: Der Höhepunkt war die Eröffnung des neuen Hallenbades/Sportzentrums Ovaverva und des Forums Paracelsus anfangs Juli. Damit wurde ein langer politischer Leidensweg doch noch von Erfolg gekrönt. Der Grossaufmarsch von über 6 000 Besuchern an den beiden Besuchstagen bestätigte das grosse Interesse der Bevölkerung an diesen für die Einheimischen und Gäste wichtigen Investitionen. Ganz besonders ist mir auch der Besuch einer 23-köpfigen Delegation unserer japanischen Schwesternstadt Kutchan in Erinnerung, der aus Anlass des 50jährigen Bestehens unserer Partnerschaft erfolgte. Als Zeichen der Verbundenheit hat dieser japanische Wintersportort die Patenschaft für das wieder eröffnete Forum Paracelsus übernommen. Traditionsgemäss führt der Behördenausflug in die nähere Heimat des Ratspräsidenten. Auch wenn Petrus dem Oberhalbstein an diesem Tag nicht besonders gut gesinnt war und uns auf der Heimreise gar mit Schnee überraschte, hat uns Herr Giovanni Netzer in einem spannenden Vortrag mit der Geschichte und der Gegenwart der Burg Rätia Ampla in Riom vertraut gemacht. Mit dem über die Kantonsgrenzen hinaus bekannten Kulturprojekt Origen ist heute neues Leben in die alten Mauern von Riom eingezogen. Die Jungbürgerfeier vom November bleibt mir ebenso in guter Erinnerung, auch wenn die Zahl der Teilnehmer im Verhältnis zu den eingeladenen Jungbürgerinnen und Jungbürger eher bescheiden war. Wir leben heute in einer sehr dynamischen Zeit, auch was das politische Leben anbelangt. Dieser Entwicklung müssen wir mit offenen Augen und wachem Sinn begegnen. Wer statisch denkt, erfasst den morgigen Tag nicht. Bekanntlich sind die Massstäbe der Politik von heute die Verhältnisse von morgen, wobei den voraussehenden Politiker die Zeit tragen wird, weil er die Zukunft bereits berücksichtigt. Wir beklagen eine teilweise Überforderung des Stimmbürgers und sein zunehmendes Desinteresse am politischen Alltag. Sind wir dagegen machtlos oder sollten wir nicht selbst einmal kritisch in den eigenen Spiegel schauen? Die letzten Wochen meiner politischen Tätigkeit haben mich in meiner Absicht bestärkt, dass sich eine Teilrevision der Gemeindeverfassung, einschliesslich des Wahlprozederes, aufdrängt. Wenn der Stimmbürger innerhalb von zwei Monaten fünf Mal zur Urne gebeten wird um die Gemeindebehörden für die nächste Legislaturperiode zu wählen, dann kann die Stimm- und Wahlabstinenz kein Erstaunen mehr auslösen. Dem neuen Rat empfehle ich: Packt diese Thematik an nehmt die Anliegen der Bürger wahr, der Handlungsbedarf ist ausgewiesen. Ich bedanke mich nochmals für das mir gewährte Vertrauen und schliesse meine Amtsperiode mit dem Dank an - den Gemeindepräsidenten und den Gemeindevorstand für die angenehme Zusammenarbeit und kollegiale Unterstützung. 10

- ebenso danke ich der Gemeindeverwaltung und Gemeindekanzlei. Sie hatten stets ein offenes Ohr für meine Anliegen und haben mich tatkräftig unterstützt. - ein weiterer Dank gebührt der Schulbehörde und der Geschäftsprüfungskommission sowie allen, die sich in irgendeiner Form zum Wohle unserer Gemeinde eingesetzt haben sowie den Medien für ihre Berichterstattung über unsere Ratssitzungen. - ein ganz besonderer Dank gebührt meinen Kolleginnen und Kollegen im Gemeinderat für die harmonische und konstruktive Zusammenarbeit und ihren grossen Einsatz im Dienste unserer Bevölkerung. - während der Ausübung meines Amtes als Ratspräsident bekam ich Einblick in die verschiedenen Abteilungen der Gemeinde. Für die grosse Arbeit, welche dort geleistet wird, danke ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. - dass ich dieses ehrenvolle Amt ausführen durfte und konnte, verdanke ich aber auch dem grosszügig entgegengebrachten Verständnis meiner Frau und meines Arbeitgebers. Für das grosse Engagement zum Wohle von St. Moritz danke ich den abtretenden Behördenmitgliedern, welche heute Abend anlässlich des Behörden-Nachtessens durch den Gemeindepräsidenten verabschiedet werden: Herr Hansruedi Schaffner Herr Cristiano Luminati Herr Markus Hauser Herr Max Weiss Frau Christina Koller Herr Urs Höhener Herr Michel Molettieri Herr Thomas Josi Herr Silvio Hunger Herr David Studer Frau Gabi Künzler Frau Manuela Holinger Herr Claudio Camenisch sowie meine Wenigkeit Ihnen, geschätzte Damen und Herren und Ihren Angehörigen wünsche ich eine besinnliche Adventszeit, frohe Festtage und im neuen Jahr nur das Beste. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Ich fühlte mich auf diesem Ehrenplatz wohl und war gerne Ihr Gemeinderatspräsident. Giatgen Scarpatetti, Gemeinderatspräsident 1.1.2 Gemeindevorstand Wie üblich tagte der Gemeindevorstand an den Montag-Nachmittagen und hielt seine ordentlichen Sitzungen ab. Zudem wurden teilweise Tagessitzungen oder weitere Halbtagessitzungen mit Fachgremien abgehalten. Insgesamt traf sich der Vorstand zu 50 Sitzungen, anlässlich welcher 798 verschiedene Geschäfte behandelt und weitgehend erledigt wurden. Die wesentlichsten davon sind in den verschiedenen Tätigkeitsberichten zuhanden des Gemeinderates aufgeführt und in der Engadiner Post publiziert. Gemeindekanzlei 11

1.1.3 Geschäftsprüfungskommission Die Geschäftsprüfungskommission der Gemeinde St. Moritz hat auch im vergangenen Jahr die Geschäftsführung der Gemeindeorgane, der Nebenbetriebe und der Verwaltungszweige geprüft. Die Kommission war bestrebt, die ihr gestellten Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen zu erfüllen. Die Mitglieder nahmen an den Sitzungen im Gemeinderat, St. Moritz-Energie, Baukommission, Sozialkommission und Schulrat teil. Die Geschäftsprüfungskommission hat zudem folgende Geschäfte geprüft: die getrennt geführte Rechnung der Sozialkommission Beschlüsse aus den Sitzungsprotokollen des Gemeindevorstandes auf ihre Gesetzmässigkeit und Ausführung insbesondere im Zusammenhang mit Arbeitsvergaben, Verwaltung des Gemeindevermögens, diversen Gemeindebeiträgen und Stand einzelner Planungsverfahren. Die dabei aufgetretenen Fragen und Unklarheiten wurden mit dem Gemeindepräsidenten, dem zuständigen Vorstandsmitglied oder der Gemeindeschreiberin schriftlich bzw. mündlich behandelt und geklärt. Silvio Hunger, Präsident Geschäftsprüfungskommission 1.2 Allgemeine Verwaltung 1.2.1 Abstimmungen und Wahlen 2014 / Kanzlei Im Jahr 2014 wurde das Stimmvolk an 8 Wochenenden zur Urne gebeten. Insgesamt kamen 12 eidgenössische Vorlagen zur Behandlung, daneben 8 kommunale und 3 kantonale Vorlagen. Des Weiteren wurden Regierungsratswahlen, Kreiswahlen und Gemeindewahlen durchgeführt, bisweilen war ein zweiter Wahlgang nötig. Der Ausgang der Abstimmungswochenenden wurden jeweils auf der Homepage der Gemeinde www.gemeinde-stmoritz.ch unter der Rubrik News veröffentlicht. Gemeindekanzlei 1.2.2 Friedhof 2011 2012 2013 2014 Beisetzungen 31 23 22 33 davon: - Erdbestattungen 12 7 4 7 - Einäscherungen 19 16 18 26 Bestattungsart: - Reihengräber 8 4 4 7 12

- Privatgräber 8 6 2 6 - Urnennischen oder Urnenwand 4 4 9 6 - Urnengräber 6 5 7 10 - Urnengemeinschaftsgrab 4 3 0 4 - Kindergräber 1 1 0 0 Gabi Bogner, Friedhofverwaltung 1.2.3 Einwohnerdienste Im Sommer 2014 haben wir die Anträge für Identitätskarten von Papier auf elektronisch umgestellt. Diese Umstellung mussten wir aufgrund von Weisungen des Bundes vornehmen. Es dürfen keine Papieranträge mehr ausgestellt werden. Die Einführung des dafür entwickelten NAVIG-Programmes ist reibungslos verlaufen. Im 4. Quartal 2014 sind die neuen Gesuchsformulare für das Beantragen von Ausländerbewilligungen vom Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden eingeführt worden. Neu muss auch die Religion jedes Ausländers erfasst werden. Dies ist für die korrekte Quellensteuerabrechnung wichtig. Anzahl Einwohner (Stand jeweils per 31.12./ohne Kurzaufenthalter und Grenzgänger Bewilligungen) Jahr Anzahl 2010 5 136 2011 5 111 2012 5 046 2013 5 051 2014 5 075 Anzahl bearbeitete Ausländerbewilligungen: Jahr Anzahl 2010 4 403 2011 4 532 2012 4 548 2013 5 323 2014 4 709 Anzahl ausgestellte Einheimischen-Ausweise: Jahr Anzahl 2010 264 2011 1 047 2012 619 2013 484 2014 492 13

AHV Zweigstelle Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden hat im 2014 alle Formulare neu überarbeitet. Für die Antragssteller ist das Ausfüllen der Formulare aufwendiger geworden, da mehr Angaben gemacht werden müssen und viele Beilagen nötig sind. Die Kunden sind mit dem Ausfüllen oft überfordert und auf unsere Hilfe angewiesen. Wir sind dafür verantwortlich, dass die Angaben und Beilagen vollständig sind, bevor die Formulare an die Sozialversicherungsanstalt weitergleitet werden. Den meisten Aufwand haben wir bei der AHV-Zweigstelle eindeutig mit der Bearbeitung der Gesuche um Beiträge zur Verbilligung der Krankenkassenversicherungsprämien (IPV). Es braucht nach wie vor noch sehr viel Zeit, den Einwohnern das Ausfüllen der Formulare zu erklären. Auch wenn das Verfahren seit Jahren gleich geblieben ist, so ist vielen noch immer unklar, was für Unterlagen beigelegt werden müssen. Dies bedeutet, dass die Beschaffung der richtigen Unterlagen für uns oft sehr aufwendig ist, da es nicht selten vorkommt, dass ein Gesuch mehrmals mit den falschen Unterlagen eingereicht wird. Jahresbericht 2014 Anmeldung für IPV 2014 (Bezug Prämienverbilligung KVG) Im Jahr 2014 wurden der AHV-Zweigstelle St. Moritz insgesamt 376 Anmeldungen zum Bezug von Prämienverbilligung zur Bearbeitung und Weiterleitung zugestellt oder abgegeben. Diese Anmeldungen werden durch uns auf ihre Richtigkeit und Konformität überprüft und bestätigt. Zusätzlich wird geprüft, ob die Antragsteller beim Sozialamt der Gemeinde St. Moritz angemeldet sind. Die Anmeldungen werden anschliessend an die Sozialversicherungsanstalt Graubünden, Chur, weitergeleitet. Über die weitergeleiteten Anmeldungen wird eine interne Kontroll-Liste geführt. Arbeitsamt Das Gemeindearbeitsamt ist die erste Anlaufstelle bei eintretender Arbeitslosigkeit. Im Sommer 2014 haben wir mehr arbeitslose Personen betreut als in den Jahren zuvor. Dies, weil die Arbeitgeber aufgrund der schlechten Wintersaison 2013/14 weniger Personal für den Sommer angestellt haben. Da die Sommersaison auch sehr viel kürzer war als in den anderen Jahren, hat sich die Arbeitslosigkeit nicht mehr nur auf die Zwischensaison konzentriert. Überprüfung Krankenversicherungs-Obligatorium (KVG-Obligatorium) Seit dem 1. Juni 2003 sind im Kanton Graubünden die Gemeinden für die Einhaltung des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) zuständig. In dieser Funktion unterliegt den Gemeinden auch die Kontrolle betr. Krankenversicherungspflicht. Grundsätzlich müssen sich alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz, mit einer Aufenthaltsbewilligung und einer Niederlassungsbewilligung bei einer anerkannten schweizerischen Krankenkasse versichern. Keine Regel ohne Ausnahmen! Auf Grund des Personenfreizügigkeitsabkommens zwischen der Schweiz und der EU/EFTA gibt es Bewilligungsarten, welche sich unter gewissen Voraussetzungen von der Versicherungspflicht in der Schweiz befreien lassen können (Grenzgänger, Kurzaufenthalter, Jahres- und Niederlassungsbewilligungen ohne Erwerbstätigkeit etc.). Bedingung für eine Befreiung ist eine Bestätigung des ausländischen Versicherers, dass dieser die volle Deckung gemäss der KVG-Grundversicherung in der Schweiz übernimmt. Bei Wechsel der Ausländerbewilligung ( L auf B oder B auf C) werden die betroffenen Personen zur Erbringung eines neuen Versicherungsnachweises aufgefordert. 14

Auch zuziehende Personen mit den Bewilligungen B und C haben einen neuen Versicherungsnachweis beizubringen. Die zahlenmässig grösste Anzahl Bewilligungen machen die Kurzaufenthalter, L - Bewilligung aus (ca. 2'000 in der Wintersaison). Diese werden in der Regel über die Kollektivversicherung des Arbeitgebers versichert. Da die Kontrolle jedes Einzelnen sehr aufwendig wäre, müssen wir uns in diesem Bereich auf Stichproben beschränken. Alle Arbeitgeber werden orientiert und aufgefordert uns die Listen der Angestellten mit Kollektiv- Krankenkassenversicherung zu melden. Bei nachgewiesener Beibehaltung des Wohnsitzes im Ausland und regelmässiger Reise an diesen Wohnsitz, können sich neu auch Kurzaufenthalter vom KVG-Obligatorium in der Schweiz befreien lassen. Die arbeitsintensivste Bewilligungsart sind die Grenzgänger, welche sich mit einem Gesuch von der Krankenversicherungspflicht in der Schweiz befreien lassen können. Mit dem Gesuch muss eine Bestätigung des ausländischen Versicherers (z.b. für Italien; Kopie der Tessera Sanitaria) eingereicht werden. Nach Überprüfung der eingereichten Unterlagen wird der Gesuchsteller im Normalfall mit einem Befreiungsbrief und einer Gebühr von Fr. 20.-- von der Krankenversicherungspflicht in der Schweiz befreit. Die Gültigkeitsdauer der Befreiung ist identisch mit der Bewilligungsdauer. Die Einreichung des Gesuches muss innert 3 Monaten seit Einreisedatum erfolgen. Müssen die Personen nach abgelaufener Frist von 3 Monaten zur Gesuchstellung aufgefordert werden, wird eine zusätzliche Gebühr von Fr. 15.-- pro Aufforderung in Rechnung gestellt. Gemäss vorherigen Ausführungen können sich neu auch Kurzaufenthalter vom KVG-Obligatorium befreien lassen. Die Gesuchstellung, Überprüfung und Befreiung erfolgt im gleichen Rahmen wie bei den Grenzgängern. Zur Zeit halten sich diese Gesuche noch in bescheidenem Rahmen. Befreite Grenzgänger/Kurzaufenthalter (inklusive der nichterwerbstätigen Familienangehörigen): Jahr 2003 = 465 Personen Jahr 2004 = 720 Personen Jahr 2005 = 637 Personen Jahr 2006 = 759 Personen Jahr 2007 = 775 Personen Jahr 2008 = 885 Personen Jahr 2009 = 842 Grenzgänger / 4 Kurzaufenthalter Jahr 2010 = 996 Grenzgänger / 2 Kurzaufenthalter Jahr 2011 = 1071 Grenzgänger / 3 Kurzaufenthalter Jahr 2012 = 1392 Grenzgänger / 6 Kurzaufenthalter Jahr 2013 = 1538 Grenzgänger / 6 Kurzaufenthalter Jahr 2014 = 1568 Grenzgänger / 7 Kurzaufenthalter 15

Halbjährlich müssen wir dem Gesundheitsamt Graubünden mittels Excel-Tabelle namentlich mitteilen, welche Grenzgänger/Kurzaufenthalter von der Krankenkassen-Versicherungspflicht befreit wurden bzw. eine Schweizer Krankenkasse haben. Auch die Schweizerbürger unterliegen dieser Kontrolle, im Speziellen die aus dem Ausland zuziehenden Personen. Bei Ortswechsel innerhalb der Schweiz ist die Kontrolle durch die Krankenkassen selbst gut organisiert, d.h. eine Person wird erst freigegeben, wenn der Nachweis einer neuen Krankenkasse vorliegt. Diese Praxis bewährt sich jedoch im wirklichen Leben nicht zu 100%. Kommt eine Person der mehrmaligen Aufforderung zur Erbringung des Krankenkassen-Nachweises nicht nach, so hat die Gemeindebehörde die Möglichkeit diese Person zwangsweise einer Schweizer Krankenkasse zuzuweisen. Im abgelaufenen Jahr musste dieses Verfahren einigen Personen angedroht werden. Bei 2 Personen wurde durch die Gemeinde eine Zwangszuweisung angeordnet und durchgeführt. Yvonne Rizzi, Leiterin Einwohnerdienste Roland Weingart 1.2.4 EDV-Abteilung Allgemein Die IT-Umgebung der Gemeinde St. Moritz hatte dieses Jahr ihre Bewährungsprobe mit der Rechenzentrums-Lösung zu bestehen. Trotz wenigen Performance-Engpässen kann man sagen, dass diese Probe bestanden wurde. Es waren auch immer wieder Anpassungsarbeiten im Hard- und Softwarebereich zu erledigen. Ein grösserer Aufwand war mit der Integration des neuen Hallenbades und Sportzentrums OVAVERVA, welches im Juli 2014 den Betrieb aufnahm, erforderlich. Auch bei der Gemeinde St. Moritz sind immer mehr Notebooks, Smartphones und ipads mit Zugriffsmöglichkeiten von Aussen auf die E-Mail-Dienste des Netzwerkes im Einsatz. Um diese Endgeräte geschäftlich optimal zu nutzen, werden diese über unseren Exchange-Mail-Server im Bereich Outlook und E- Mail von intern und extern synchronisiert. Benutzer, welche die Möglichkeit des vollen Datenzugriffes von Aussen auf unser Netzwerk haben, müssen sich aus Datensicherheitsgründen mit einer 2-Weg-Authentifizierung (mit Token) am Netzwerk der Gemeinde St. Moritz anmelden. Im Hardware-Bereich wurden neu integriert: Im Rathaus wurden die 2 Access-Points ersetzt um die WLAN-Verbindung zu verbessern. Es sind weiterhin Access-Points von Cisco im Einsatz. Im Server-Raum ist eine neue Firewall, SonicWall NSA3600, im Einsatz. Der Aussenstandort Büro Werkhof ist nun auch integriert in das Netzwerk der Gemeinde St. Moritz. Die Sicherheit dieses Anschlusses, Gateway Security, wird mit einer SonicWall TZ-200 gewährleistet. 16

Die bestehende Beamer-Anlage im Ratsaal, welche immer wieder störungsanfällig war während den Präsentationen, ersetzte man durch ein Samsung-TV-Gerät (UE85HU7580T, Bilddiagonale 216 cm). Diese Anlage kann neben den qualitativ sehr guten Präsentationswiedergaben auch für Video-Konferenzen genutzt werden. In der Einsatzzentrale der Gemeindepolizei musste ein Monitor der Parkhaus-Video- Überwachung ersetzt werden. Der Schulhaus-Abwart Schulhaus Grevas hat neu auch Zugriff auf unser Netzwerk via Notebook erhalten. Die neuen Gemeinde-Vorstände, Regula Degiacomi und Michael Pfäffli, haben neue Notebooks erhalten, mit welchen diese jederzeit auch von Extern auf das Netzwerk der Gemeinde zugreifen können. Zu den Notebooks die der Tourismus für die Skirennen im Einsatz hat wurden zwei Kleindrucker des Typs Canon Pixma ip110 angeschafft. Im DRC St. Moritz (DataRecoveryCenter, im ServerRaum) kommen zwei neue Core-Switches zum Einsatz. Durch den Einsatz dieser Switches kann bei einem Störfall das Routing schneller umgestellt werden. Im Softwarebereich wurden nachfolgende Neuerungen eingeführt: Die Outlook-Signaturen wurden gemäss den Vorgaben des CD der Gemeinde St. Moritz umgesetzt. Die Adressbücher im Outlook wurden überarbeitet und kommen jetzt in einer übersichtlicheren Darstellung zum Einsatz. Für den Tourismus wurde das Programm Adobe Creative Cloud für Teams angeschafft. Die Einwohnerdienste haben neu Zugriff auf die Programme ZEMIS (Zentrales Ausländer- Register), NAVIG (Antragstellung für Identitätskarte), vvk-online (Zugriff auf das Krankenkassen-Register und ZAP (AHV-Zweigstellenapplikation für Mutationsmeldungen). Die Updates der Branchensoftware wurden gemäss den Anweisungen der Programm- Supporter durchgeführt. Je nach Bedarf wurden den Benutzern die entsprechenden Programme zugewiesen. Netzwerk Mit der Einführung der neuen Rechenzentrums-Lösung änderte sich auch einiges in der ganzen Sicherheitsumgebung des Netzwerkes. Alle Sicherheitsüberprüfungen im Netzwerk erfolgen jetzt zentral über das Rechenzentrum in Lupfig AG. Als Zugriffsüberwachung ins Internet ist immer noch Z-scaler im Einsatz. Spam-Mails werden durch ein Programm von Message Labs geblockt. 17

Mit der neuen Lösung wurde auch die Datensicherheit und -verfügbarkeit deutlich erhöht, sind doch die Daten zusätzlich zum Rechenzentrum noch bei i-community AG in Buchrain und bei der Gemeinde St. Moritz im DRC (DatenRecoveryCenter) gesichert. Die Datensicherung erfolgt vollautomatisch im Rechenzentrum. Die Einführung des Programmes MailStore, welches alle ein- und ausgehenden Mails während 10 Jahren sichert, hat sich bewährt. Das IT-Netzwerk der Gemeindeverwaltung St. Moritz / Zivilstandsamt OE besteht zur Zeit aus: - div. Virtualisierte Server im RZ Lupfig AG - 71 IT-Arbeitsplätze - 84 Benutzer-Kontos für Terminal-Services - 95 Mail-Kontos im Hosted Exchange - 11 Notebooks - 2 ipads - 8 Multifunktions-Farb-Kopierer von Ricoh - 32 Netzwerkdrucker - 1 Plotter emfp - div. Firewall - 1 USV APC RT8000 - div. Glasfaser-Anschlüsse - div. Terminal-Serveranschlüsse von den Aussenstationen Der Netzwerk-Betrieb lief im Jahre 2014 zufriedenstellend. Zu Unterbrüchen, die die täglichen Arbeiten beeinträchtigten, kam es selten. Zu Engpässen kam es ab und zu bei der Performance, die Programme reagierten dann langsamer als üblich. Das Steueramt hatte einige Perioden, wo es immer wieder zu Verbindungsproblemen im EVA-Programm kam und dadurch die Arbeit beeinträchtigt wurde. Eine diesbezüglich zufriedenstellende Lösung wird gesucht. Wir stellen jedoch fest, dass es nach Programm-Updates oder Versionen-Wechsel immer wieder vorkommt, dass Anpassungen notwendig werden damit das betroffene Programm wieder so funktioniert wie vor dem Update. Die im 2014 monatlich durchgeführten Server-Wartungen wurden nach Plan ausgeführt und verliefen problemlos. Die Benutzer wurden vorgängig per Mail über die Server-Wartung informiert. Die Zusammenarbeit mit unserem Hardware-Supporter, i-community AG, St. Moritz, hat soweit recht gut funktioniert. Im Zusammenhang mit der Integration des neuen Hallenbades / Sportzentrums OVAVERVA ins Netzwerk der Gemeinde St. Moritz musste die i-community AG intensive Arbeit leisten. Zur Zeit läuft die RZ-Lösung mit kleinen Ausnahmen zu aller Zufriedenheit. Webseite der Gemeinde St. Moritz In der Zeit vom 1. Januar 31. Dezember 2014 gab es 92 379 Besuche (Zugriffe) auf die Webseite der Gemeinde St. Moritz. 35% davon waren neue Besucher, 65% waren ehemalige Besucher. Mit 3,25 angewählten Seiten pro Besuch resultieren daraus insgesamt 300 251 Seitenaufrufe. Die durchschnittliche Besuchszeit auf der Webseite lag bei 2 Minuten 14 Sekunden. Die meisten Besuche auf der Webseite resultierten in den Monaten Januar-März, Juli/August und November/Dezember. 18

Den grössten Nutzen kann eine Webseite nur erbringen wenn sie immer aktuell ist. Wir bemühen uns dieses Anliegen zu erfüllen, sind jedoch auch auf die jeweils zuständigen Stellen / Abteilungen angewiesen um die Inhalte aktuell zu halten. Die neue Webseite wird mit dem CMS TYP03 bewirtschaftet. TYP03 hat den Vorteil, dass berechtigte Stellen Inhalte und Publikationen im zugeteilten Bereich der Webseite eigenständig bewirtschaften können und dafür auch die Verantwortung tragen. Auf unserer Webseite wird diese Möglichkeit durch das Bauamt und die Gemeindeschule St. Moritz genutzt. Für 2015 ist ein Relaunch der Webseiten St. Moritz Tourismus und Gemeinde vorgesehen. Leasing / Anschaffungen Per Ende 2014 waren nachfolgende Hard- und Software im Leasing-Vertrag: 23 Drucker, Kat. 1-3 11 ThinClient Igel UD5 11 Notebook HP Pro Book 6570b 4 Desktop Office, Compaq 6305 Pro MT 10 Workstations, HP Z420 Xenon 21 Monitore 24, HP LA2405X 4 Windows SAL 84 Office Standard 2010 1 SQL Standard Core Anteil NEST 1 2 Core für Branchen VM STM 95 Hosted Exchange inkl. AntiSpam 84 Citrix Connections Platinum Lic. 9 Adobe Standard Lic. 2 MindJet MindMapping Per Ende 2014 wurden neu angeschafft: 2 Toshiba-Notebooks für die Gemeindevorstände R. Degiacomi und M. Pfäffli 1 Samsung-TV, 85, für Ratsaal 2 Cisco Core Switches für das DRC von OEGDE 2 Meraki Cisco Access Points für das WLAN Rathaus 1 Firewall SonicWall NSA3600 für den Server-Raum 1 Gateway SonicWall TZ-200 für die Anbindung Büro Werkhof 2 Kleindrucker, Canon Pixma ip110, zu den Notebooks Tourismus (Skirennen) 1 Programm Adobe Creative Cloud for Teams für Abt. Tourismus 1 Programm Office 2013 Home für Schul-Sozialarbeiterin Das IT-Budget 2014 wurde im Bereich Anschaffungen EDV-Anlage eingehalten. Das Konto Unterhalt und Betrieb EDV wurde um Fr. 48 767.00 überschritten. Diese Mehraufwendungen resultierten durch die Integration des OVAVERVA und der Aussenstandorte Ludains, Werkhof, Schulhaus Grevas (R. Falkenstein) und Feuerwehr ins Netzwerk der Gemeinde St. Moritz. Roland Weingart, EDV-Abteilung 19

1.3 Finanzen und Steuern 1.3.1 Buchhaltung / Rechnungswesen Laufende Rechnung Die Laufende Rechnung schliesst mit einem Ertragsüberschuss von CHF 242 579.97 ab. Die Jahresrechnung 2014 enthält zusätzliche Abschreibungen von CHF 2.3 Mio. Die Aktien der Bergbahnen Engadin St. Moritz Mountains AG wurden per Ende Jahr zum Steuerwert von CHF 3'079 132.00 bewertet, dies führt zu einer Abwertung von CHF 1 129 016.00. Zusätzliche Abschreibungen: Darlehen Pferdesportgenossenschaft CHF 162 000.00 Anteil Gemeinde Altlasten Schanze (Blei) CHF 1 500 000.00 Diverse Planungen CHF 800 000.00 FIS WM 2017 CHF 400 000.00 Storno Abschreibung Planungskredit Pflegeheim CHF -582 004.50 (Rückzahlung nicht benötigter Planungskredit durch Kreis) Total CHF 2'279 995.50 Das Ergebnis der Jahresrechnung 2014 wurde im Vergleich mit dem Budget 2014, durch folgende Mehreinnahmen und Mehr- und Minderaufwand beeinflusst: Grosse Abweichungen Ertrag/Aufwand: Wasserversorgung Anschlusstaxen CHF 497 000.00 Abwasserbeseitigung Anschlusstaxen CHF 1 095 000.00 Einkommens- und Vermögenssteuern CHF 1 886 000.00 Quellensteuern CHF 389 000.00 Gemeindesteuern iur. Personen CHF 470 000.00 Erbschaft- und Schenkungssteuern CHF 322 000.00 Handänderungssteuern CHF 4 760'000.00 Mehraufwand Einlage Grundstückerwerbskonto CHF -632 000.00 Minderaufwand Kreisspital CHF 923 000.00 Total Abweichungen Ertrag/Aufwand CHF 9'710 000.00 Investitionsrechnung Im Jahre 2014 wurden CHF 45'072'495.26 Nettoinvestitionen getätigt. Davon sind CHF 12 999 785.95 im Investitionsbudget enthalten (budgetiert CHF 19'509 000). Weniger als budgetiert ausgegeben wurde für Planungen (Bildungszentrum Grevas, Parkierung Plazza Rosatsch, Areal Signal, Reithalle und div. Planungen). Für die Vorfinanzierung Garage Wohnhaus Aruons sind noch keine Kosten angefallen. Die Ringleitung für die Langlaufloipe wird erst 2015 geplant und ausgeführt. Bei der Kanalisation wurde die Sanierung an der Via dal Bagn nicht ausgeführt. Zu Lasten von Abstimmungskrediten wurden total CHF 32 072'709.31 verbucht. Folgende Aufwendungen sind verbucht worden: Feuerwehrdepot CHF 293 155.21, Projektierung ARA S-chanf CHF 251 531.58, Paracelsusgebäude CHF 1 783 740.70, Sportzentrum Hallenbad OVAVERVA CHF 19 961 000.11, FIS WM 2017 CHF 4 612 809.86, Olympia Schanze CHF 109 055.45, Altlasten Olympia Schanze CHF 2 863 367.70, Umlegung Werkleitungen Grevas 20

CHF 3 705 390.65 abzüglich Beitrag RhB CHF 1 000 000.00. Das Pflegeheim hat den nicht mehr benötigten Planungskredit über CHF 582 004.50 zurückbezahlt. Finanzierung Die Selbstfinanzierung (Cash Flow) beträgt rund CHF 15.1 Mio. (33.45 %). Dies ergibt einen Finanzierungsfehlbetrag von CHF 30 Mio. 1.3.2 Steueramt Gemeinde St. Moritz Steuereinnahmen Wirksam im Jahre 2010 2011 2012 2013 2014 Planjahre Bemessungsjahr 2009 2010 2011 2012 2013 Steuerfuss 60% 60% 60% 60% 60% Gemeindesteuern 1 natürliche Personen 18'781'585 18'479'178 19'820'787 19'127'117 20'811'447 iur. Personen 3'048'142 3'469'060 3'540'074 2'149'575 3'270'339 2 Quellensteuern 4'536'083 5'494'004 3'016'413 4'366'870 4'389'197 3 Liegenschaftensteuern 1'867'170 1'992'667 2'072'756 2'320'193 2'459'175 4 Erbschaftssteuern 55'573 213'746 208'547 209'323 422'084 5 Grundstückgewinnst. 11'316'445 21'336'464 9'923'037 11'093'199 8'760'375 6 Handänderungssteuern 8'580'137 3'908'167 5'309'219 9'700'208 3'245'799 Total 48'185'135 54'893'286 43'890'833 48'966'485 43'358'415 Total 1 + 2 26'365'810 27'442'242 26'377'274 25'643'563 28'470'983 Total 3-6 21'819'325 27'451'044 17'513'559 23'322'923 14'887'432 Total 1-3 28'232'979 29'434'909 28'450'030 27'963'756 30'930'158 Total 4-6 19'952'155 25'458'377 15'440'803 21'002'730 12'428'257 in % von Vorjahr 1-3 94.56% 104.26% 96.65% 98.29% 110.61% 2009=100 % 1-3 100.00% 104.26% 100.77% 99.05% 109.55% 2009=100 % 4-6 100.00% 127.60% 77.39% 105.27% 62.29% Reto Hartmann, Leiter Rechnungswesen 21

1.3.3 Pensionskasse Die Pensionskassenkommission versammelte sich im Berichtsjahr zu 9 Sitzungen. Der Pensionskasse gehörten per Ende Dezember 2014 an: 216 Anzahl Aktive/Risikoversicherte 124 Rentenbezüger 2 Pensionierungen 54 Eintritte 28 Austritte Todesfälle 2014: 1 Aktiver, 3 Pensionierte Das Ergebnis des Rechnungsjahres 2013 hat sich gegenüber dem Vorjahr wiederum verbessert. Das Netto- Ergebnis aus Vermögensanlagen betrug CHF 4 434 146.15, (Vorjahr CHF 4 096 760.20). Der Deckungsgrad gemäss Anhang zu Art. 44. BVV 2 betrug per 31.12.13 94 %, (VJ 95.9%). Die Verschlechterung des Deckungsgrades ist auf die Reduktion des technischen Zinssatzes auf 2.5 % zurückzuführen. Das Anlageergebnis war wie in den vergangenen Jahren einmal mehr positiv und für das Jahr 2014 erwarten wir ein positives Anlageergebnis von rund 6.5 %. Wahlen Erstmals wurde die Wahl der Mitglieder der Arbeitnehmer in die Stiftung der Pensionskasse für die neue Legislaturperiode durch das neue Wahlprozedere durchgeführt und sämtliche Bisherigen in ihrem Amt bestätigt. Personelles Die Kommission der Pensionskasse setzt sich per 31.12.2014 wie folgt zusammen: Späni Esther, Kur- und Verkehrsverein St. Moritz Knobel Peter, St. Moritz Energie Nyffenegger Fritz, Gemeinderat Padrun Rino, Gemeinderat Stoffel Hans, Präsident Weingart Roland, Gemeinde Hartmann Reto (Aktuar, Buchhaltung) Anlässlich der Sitzung für Kommissionsbesetzungen des Gemeinderates im Januar 2015 wurden auch die Mitglieder der Arbeitgebervertreter für die neue Legislaturperiode (2015-2018) wiederum bestätigt. Hans Stoffel, Präsident 22

1.4 Polizeiwesen Hauptaufgaben Durchsetzung von Ruhe und Ordnung im Rahmen unserer Gemeindegesetze und Vorschriften, Verkehrsund Patrouillendienst im ganzen Gemeindegebiet, mit Schwerpunkt ruhender Verkehr, Fusspatrouillen, Verkehrsregelung, Auskunftsdienst und Hilfeleistungen an Bürger und Gäste, Parkkontrollen, Signalisation und Umleitungen, Baustellen, sichtbare Präsenz und Zustelldienste für Betreibungsamt und Einwohnerdienste. Verwaltungspolizei und Telefondienst, Einsatz der Patrouillen, Bootsplätze, Fischereiwesen, Hundekontrolle, Fundbüro, Taxi- und Kutscherwesen, Ordnungsbussenadministration, Fahr- und Parkbewilligungen, sowie weitere Verwaltungsprodukte. Zusatzdienste und Verkehrsregelung anlässlich Sportevents, Kulturveranstaltungen, regionalen Grossanlässen auf Gebiet der Gemeinde St. Moritz, Zusammenarbeit mit der Regional- und Verkehrspolizei / Kantonspolizei Graubünden, der Verkehrstechnik, der Verkehrserziehung sowie der Securitas im Behördendienst. Veranstaltungen Bob und Skeleton, Alpine Welt- und Europacuprennen, Automobilanlässe, Polo on Snow, White Turf, Engadin Skimarathon, Concours, Feste, Märkte, Radveranstaltungen und weitere. Erträge / Einnahmen Parkplatzbewirtschaftung Sämtliche Einnahmen aus der Parkplatzbewirtschaftung (Parkhäuser/Parkräume und Parkuhren) werden der Gemeindekasse überwiesen. Verwaltungspolizei / Schaltereinnahmen Gesamtinkasso Verwaltungspolizei 358 067.20 enthaltend Parktickets/Parkhäuser/Vereinatickets etc. Hundetaxen/Taxirechnungen werden direkt an die Gemeindekasse einbezahlt Fischerei (Kanton und Gemeinde) inkl. Bootsplätze/Fischkalter 13 769.00 Fundbüro Gebühren 145.00 Park- und Sonderbewilligungen Schalter 33 467.50 CHF 23

Übrige Einnahmen Polizei 2014 CHF 27 Sheriffklammern / div. Park Gebühren 1350.00 24 Abschleppeinsätze (direkte Abrechnung mit Abschleppdienst) 6600.00 Polizeiordnung / Ordnungsbussen wg. Nachtruhe / Sitte und Anstand / Musiklärm / Hundegesetz / Taxigesetz 3550.00 14 Verzeigungen Gerichtliche Verbote an Bezirksgericht Maloja 2100.00 11 Zustellungen Betreibungsamt Oberengadin - Bergell 55.00 Taxi Prüfungen / Gebühren Fachprüfung 2100.00 Einnahmen Handsender 6150.00 Zustellung Aufenthaltsbewilligungen (Fremdenkontrolle) 270 489.50 Ordnungsbussen OBG Bussenzettel mit 30 tägiger Bedenkfrist 5236 Ordnungsbussen - Direktquittungen 150 CHF Gesamtertrag 239 800.00 Gemeindeanteil* 167 860.00 * von den eingenommenen Bussengeldern gehen 30% an die Verkehrsadministration der Kantonspolizei, welche auch die Bussenverwaltung führt, die Drucksachen herstellt und ausliefert. Budget Die Ausgaben der Gemeindepolizei konnten im Berichtsjahr unter dem Kostenrahmen gehalten werden. Beim Budgetposten Signalisation / Verkehr war ein kleiner Mehraufwand für die vielen Sommerumleitungen auf den Baustellen St. Moritz Bad und das City Race zu verzeichnen. Dienstleistungen für die Kantonspolizei Graubünden Im Berichtsjahr wurden durch die Gemeindepolizei folgende gemeinsame Dienstleistungen mit der Kantonspolizei Graubünden erbracht: Verkehrspolizeiliche Tätigkeiten Mithilfe bei mehreren Verkehrsunfällen im Ortsgebiet, erste Massnahmen, Umleitungen und Verkehrsregelung, vorauseilende Rechtshilfe bei Fahren in nichtfahrfähigem Zustand, gemeinsame Verkehrskontrollen, Fahrradkontrollen, Schulwegsicherung 24

Sicherheitspolizeiliche Hilfeleistungen Fahndung nach Personen und Fahrzeugen im Ortsbereich, Transport mit illegal Eingereisten, Begleitung bei Transport nach FFE, Schwerpunkte zum Jugendschutz, Alkoholmissbrauch, gemeinsame Kontrolle pyrotechnischer Gegenstände. Ruhe / Ordnung / Öffentlichkeitsarbeit Den Beanstandungen über die nichteingehaltenen Auflagen gewisser Nachtlokale muss weiterhin nachgegangen werden. Das Nachtruhekonzept und die ergänzte Dienstanweisung mit der Securitas haben sich bewährt. Die zusätzlichen Securitaspatrouillen sind nicht mehr wegzudenken und unterstützen die Gemeinde und die Gemeindepolizei bei der Umsetzung. An den uniformierten Spät- und Frühpatrouillen wird weiterhin fest gehalten, ebenso die gemeinsamen Nachttouren mit der Gemeindepolizei Silvaplana. Die Gewalt gegen die Polizei nimmt auch in St. Moritz weiter zu. Wegen grober Körperverletzung (Faustschlag ins Gesicht) musste ein Strafverfahren eröffnet werden. Neben Beschädigungen an den Dienstfahrzeugen (Kratzspuren) sind es vor allem verbale Äusserungen, Arroganz und Respektlosigkeit. Dies auch nach kleinen Übertretungen. Davon ist auch der Schalterdienst nicht verschont geblieben. Lärm war das Thema im Jahre 2014 und wird es wohl auch weiterhin bleiben. Musiklärm in Wohnhäusern führt vermehrt zu Reklamationen der Wohnungsbesitzer. Personelles / Ausbildung Wm Cagienard wurde nach 34 Dienstjahren auf Ende Jahr pensioniert. Im September besuchte das Polizeikorps den sicherheitspolizeilichen Wiederholungskurs mit Polizeischiessen bei der Kantonspolizei Graubünden in Chur, sowie die Grundausbildung des Polizei Einsatzstockes GES. Material / Uniformen und Fahrzeuge Die budgetierten Materialbedürfnisse konnten eingeschränkt werden und es wurde nur soviel beschafft, was auch notwendig war oder ersetzt werden musste. Verkehr / Diverses Auch im Jahre 2014 waren baulich bedingte Umleitungen/ Sperrungen, sowie Verkehrsbehinderungen für den motorisierten Individualverkehr und den öv notwendig. Vor allem an der Via dal Bagn und Via Chavallera, mussten Engpässe in Kauf genommen werden. Die untere Teilstrecke der Via Chavallera ab Via Aruons konnte werktags nur noch talwärts befahren werden. Mit der Fertigstellung des Sportzentrums Ova Verva, der Wärmeverbundsleitungen und Anpassung des Parkplatzes San Gian II konnte die Via Mezdi wieder durchgehend genutzt werden. Zusätzlich als Anschluss ans öv Netz wurde die öv Haltestelle Ova Verva in Betrieb genommen. 25

Die Gemeindepolizei machte mit interaktiven Mitteln die Fahrzeuglenker präventiv auf die gefahrene Geschwindigkeit in den Wohnquartieren aufmerksam. Die Akzeptanz von Tempo 30 in den Zonen hält sich im schweizerischen Mittel, einzelne Verkehrsteilnehmer reagieren leider kaum auf solche Verkehrsmassnahmen. Die versuchsweise angebrachten Bodenmarkierungen zur Verbesserung der Fussgängersicherheit mit markiertem Gefahrenhinweis für die Fahrradlenker auf der Seepromenade lösten beim Kanton Diskussionen aus und sie musste wieder entfernt werden. Zusammen mit der Abt. Langsamverkehr beim Tiefbauamt und der Verkehrstechnik wird für den kommenden Frühling eine neue Lösung gesucht. Die konsequente Durchsetzung der Parkordnung mit den dazugehörenden Kontrollen, sowie die vermehrte sichtbare Präsenz durch dauernde Fusspatrouillen der Gemeindepolizei in Dorf und Bad haben sich bewährt. Leider muss wieder vermehrt festgestellt werden, dass die Verwilderung im Verkehr stark zugenommen hat. Für kurze Verrichtungen und Einkäufe wird auf Trottoirs, Zufahrten, Fussgängerstreifen und Halteverboten parkiert. Aber auch bei Missachtung der Fahrverbote, Linksabbiegen, Einbahnregelungen innerorts wird das Risiko, erwischt zu werden, auf sich genommen. Ruedi Birchler, Chef Gemeindepolizei 1.5 Bauamt 1.5.1 Projektentwicklung Neubau Feuerwehrgebäude Islas Der neue Feuerwehrstützpunkt übernimmt eine zentrale Aufgabe im Sicherheitskonzept der ganzen Region. Der Standort Islas ist verkehrstechnisch günstig an der Hauptstrasse gelegen und ermöglicht einen schnellen Notfalleinsatz. Die Form und Positionierung des Gebäudes ist durch örtliche Gegebenheiten bestimmt. So resultieren die Mindestabstände zur Kantonsstrasse und zum Inn in einem konisch zulaufenden Baufeld. Die Platzierung des Baukörpers nahe bei der Ausfahrt ergibt einen geringen Verbrauch wertvoller Nutzfläche. Die Baubewilligung für den Neubau des Feuerwehrgebäudes Islas liegt vor. Wegen einer Beschwerde beim Verwaltungsgericht gegen den Vergabeentscheid der Gemeinde konnten die Sanierungsarbeiten 2014 nicht mehr angegangen werden. Nachdem feststeht, dass die Vergabe der Gemeinde korrekt war, wird im Frühjahr mit der Teilsanierung des Standortes, der Erneuerung der Inn-Wuhr zur Gewährleistung der Hochwassersicherheit und der Erneuerung der Leitungen begonnen. Ziel ist es, bis Ende 2015 die Arbeiten bis auf Höhe Terrain abzuschliessen. Mit den eigentlichen Bauarbeiten des Feuerwehrdepots wird im Frühjahr 2016 begonnen. 26

Abbildung: Fotomontage mit dem neuen Gebäude des Feuerwehrstützpunkts (Bauamt St. Moritz) Sanierung der Pferdestallungen Der Pferdesport hat in St. Moritz eine lange Tradition. Insbesondere die prestigeträchtigen Anlässe wie Polo oder White-Turf sind Magnet für anspruchsvolle Gäste und sorgen für eine gute Auslastung der Hotellerie. Da die Pferdestallungen nach Ablauf des Baurechtsvertrages mit der Pferdesportgenossenschaft wieder an die Gemeinde übergangen sind, ist die Gemeinde für die Betreuung der Stallungen verantwortlich. Damit für die Durchführung der verschiedenen Pferdesportveranstaltungen eine zweckmässige und zeitgemässe Infrastruktur geboten werden kann, plant die Gemeinde eine Sanierung der bestehenden Gebäude. Im 2014 hat das Bauamt die verschiedenen Bedürfnisse der Veranstalter wie auch der privaten Mieter sorgfältig abgeklärt und das Projekt unter Berücksichtigung der vom Kanton vorgegebenen Anforderungen an den Tierschutz ausgearbeitet. Die Volksvorlagen für den Kredit für die Sanierung des Gebäudes und der 100 Pferdeboxen wird im Herbst 2015 dem Volk unterbreitet. Wenn der Kredit genehmigt wird, beginnen die Bauarbeiten im Frühling 2016. Reithalle Aufgrund der Untersuchungen zur Tragfähigkeit und Stabilität der Holzkonstruktion musste die Reithalle 2013 aus Sicherheitsgründen sofort geschlossen werden. Es wurde entschieden, die bestehende Holzkonstruktion durch Holzstützen und Zugbänder zu verstärken, bis zum definitiven Entscheid über die weitere Nutzung der Halle. Der Gemeinderat setzte am 30. Januar 2014 eine Kommission Reithalle ein. Diese hat den Auftrag, den Gemeindebehörden Möglichkeiten aufzuzeigen, wie die Reithalle inskünftig genutzt werden könnte. Inzwischen liegen die ersten Resultate vor. Einerseits ist die kulturelle Bedeutung der Reithalle als Baudenkmal und als Zeugin der Tourismusgeschichte unbestritten. Andererseits werden erhebliche finanzielle Mittel notwendig sei, die Reithalle derart zu ertüchtigen, um eine ausreichende Tragfähigkeit zu gewährleisten. Trotz einer geplanten Ertüchtigung wird auch nachher nur eine reduzierte Schneelast, nämlich ca. 120 130 cm Schnee, zu verantworten und eine energetische Sanierung ist nur beschränkt möglich, heutige Standards können nicht erreicht werden. Umbau und Sanierung Paracelsusgebäude Neben dem St. Moritzer Heilbad, heute Medizinisches Therapiezentrum genannt, stand ein Haus, welches viele Jahre nicht richtig zur Kenntnis genommen wurde und einen heruntergekommenen Eindruck machte. 27

Dieses sogenannte Paracelsusgebäude erinnert an die St. Moritzer Bäderkultur des 19. Jahrhunderts und war Bestandteil eines weitläufigen Gebäudeensembles, das dem Kurtourismus galt. Während vieler Jahre diente es als Trinkhalle und war mittels Wandelhallen mit dem alten Kurhaus und den Kurbädern verbunden. Dieses baufällige, weitgehend ungenutzte Gebäude ist ein wichtiger Zeitzeuge des Bädertourismus und ist nun saniert und mit einem Ergänzungsbau versehen worden. Am Montag, 22. Dezember 2014 konnte das Paracelsus Gebäude endgültig wieder eröffnet werden und dem Publikum zugänglich gemacht werde. Die Ausstellung und der Trinkbrunnen mit dem Mauritiusquellwasser stehen dem interessierten Publikum täglich zur freien Benutzung und Besichtigung zur Verfügung. Abbildung: Fotomontage mit dem neuen Paracelsusgebäude (Bauamt St. Moritz) Neubau Kindertagesstätte KITA Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird immer wichtiger. Viele Eltern sind gezwungen, auch nach der Geburt ihrer Kinder einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Betreuungsangebote erleichtern fremdsprachigen Kindern die Integration. Um den Kindergarten- und Schulkindern moderne Tagesstrukturen anbieten zu können, plant die Gemeinde schnellstmöglich eine zeitgemässe KITA zur Verfügung zu stellen. Aus dem im Februar 2014 ausgeschriebene Projektwettbewerb im offenen, anonymen und einstufigen Verfahren ging das Projekt Zaunkönig als Sieger unter 88 Bewerbungen hervor. Dieses Projekt fügt sich als einfacher Holzpavillon gut in die Umgebung ein. Es erfüllt durch seine funktionale Raumaufteilung und die helle Atmosphäre die Anforderungen auf überzeugende Weise. Die KITA bietet 50 Kindern und ihren Betreuern Platz. Die Arbeiten für die Realisierung sollen im Frühjahr 2015 in Angriff genommen werden. Abbildung: Fassade neue Kita von Norden (Pläne Architekt) 28

Abbildung: Fassade neue Kita von Südwest (Pläne Architekt) Schneedeponie Palüd Im Hinblick auf die geplante Schneedeponie Palüd wurden 2014 die notwendigen Baugrunduntersuchungen sowie ein Sanierungskonzept für die Altlasten erarbeitet. Damit die Schneedeponie für den Winter 2015 / 2016 auch tatsächlich in Betrieb genommen werden kann, muss vorgängig eine Altlastensanierung durchgeführt und die gezielte Entwässerung des Platzes sichergestellt werden. Parallel dazu ist eine Teilrevision der Ortsplanung im entsprechenden Gebiet notwendig. Die Volksabstimmung dazu ist für den September 2015 geplant. Neubau Schanze Nach dem Vorliegen der Teilbaubewilligung zum Abbruch der bestehenden Schanzenanlage wurde von dieser bereits 2014 sehr grosszügig Gebrauch gemacht. Parallel dazu wurden die Planungsarbeiten für die Statik und die Ausführung vorangetrieben. Es ist das Ziel des Bauamtes, nach dem Vorliegen der endgültigen Baubewilligung im Frühjahr die restlichen Teile der bestehenden Schanzenanlage abzubrechen und anschliessend mit dem Bau der neuen Anlage zu beginnen. 1.5.2 Baupolizei und Raumplanung Baupolizei Baubewilligungsverfahren Als Folge der Zweitwohnungsverordnung wurde die Anzahl der Baugesuche drastisch reduziert. Die Prüfung dieser Baugesuche beanspruchte jedoch umso mehr Aufwand. 42 Sitzungen der Baukommission waren notwendig, um die 178 eingegangenen Gesuche zu behandeln und zu beantworten. 29

Gericht Nach der Flut an Gerichtsfällen im 2013 sind auch diese zurückgegangen. Primär wird versucht bei Streitfällen auf kommunaler Ebene eine gütliche Einigung zu erzielen, bevor diese an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden. Trotzdem wurden 12 Beschwerden an das Verwaltungsgericht weitergezogen. In einem Fall verfügte das Verwaltungsgericht eine Sistierung, bei sechs Verwaltungsgerichtsfällen ist das Urteil noch offen. Eine Beschwerde wurde an das Bundesgericht weitergezogen. Baukontrollen / Bauabnahmen Die laufenden und oftmals schwierigen Bauvorhaben wurden durch die Baupolizei intensiv begleitet. Einerseits wurde versucht durch die Koordination der verschiedenen Hoch- und Tiefbauprojekte deren Ablauf zu vereinfachen. Andererseits mussten die Baustellen-Kontrollen intensiviert werden, da die Baupolizei vermehrt auf nicht bewilligte Projektänderungen oder -ergänzungen aufmerksam wurde. Dazu musste ein Baustopp verhängt werden und es wird die Einleitung zweier Bussverfahren geprüft. Die Baupolizei konnte 54 Bauvorhaben abnehmen. Leider kommt es dabei immer wieder zu Beanstandungen und die Bauherrschaft muss zu Nachbesserungen oder nachträglichen Bewilligungsverfahren angehalten werden. Wohnungsregister Zur Bereinigung des Wohnungsregisters wurden im gesamten Gemeindegebiet die Hausnummern überprüft. Diese Massnahme ist notwendig, da jedes Gebäude, welches eine Assekuranznummer hat, eine Hausnummer aufweisen muss. Zudem muss neu jeder Hauseingang separat mit einer eigenen Hausnummer gekennzeichnet werden. Bisher noch nicht erfasste Hauseingänge, welche zu abgetrennten Wohnungen führen, wurden eingemessen und mit einer Nummer versehen. Gebäuden, welche über mehrere Eingänge verfügen, mussten zusätzlich nummeriert werden. Dabei wurde entschieden, dass die bisherige Hausnummer beibehalten wird und quasi als Stammnummer dient und die übrigen Eingänge mit einem zusätzlichen Buchstaben gekennzeichnet werden. Ein Gebäude, das bisher mit der Hausnummer 15 belegt war und über drei Hauseingänge verfügt, wird nun neu für den bisherigen Eingang die 15 beibehalten. Den beiden anderen Eingängen werden die Nummern 15a und 15b verteilt. Zudem mussten diversen Strassenstücken einem bestehenden Strassennamen zugeordnet oder ein neuer Strassennamen vergeben werden. Im 2015 / 2016 wird der Werkdienst gebietsweise die zusätzlichen Nummern montieren. Die Verwaltungen resp. Hauseigentümer werden dazu frühzeitig durch das Bauamt kontaktiert. 30

Abbildung: Ausschnitt aus der amtlichen Vermessung mit der neuen Nummerierung (Map Edit Gemeinde St. Moritz) Archivierung Die zweite Etappe der Archivierung konnte plangemäss durchgeführt werden, womit die Archivierung der Bauakten abgeschlossen ist. Raumplanung Baugesetz An der Revision und der Harmonisierung des Baugesetzes wurde intensiv weitergearbeitet. In gemeinsamen Sitzungen konnten problematische Punkte besprochen und der Entwurf des Baugesetzes darauf im Detail abgleichen. Die Entwürfe können in einem nächsten Schritt den politischen Gremien zur Beratung vorgelegt werden. Gesetze / Verordnungen Dem Entwurf zur Verordnung zur Aussenwerbung hat der Gemeinderat am 27. Februar 2014 zugestimmt. Dem Entwurf zur Vollzugsrichtlinie der Baubehörde zur gemeinderätlichen Verordnung zur Aussenbeleuchtung hat der Gemeindevorstand am 17. November 2014 zugestimmt. Der Entwurf zur Verordnung zur Aussenbeleuchtung liegt vor und wird vom Gemeinderat in einer der nächsten Sitzungen behandelt werden. Planungszonen Zurzeit sind folgende Planungszonen verhängt: Schützenswerte Bauten und Anlagen, Teilrevision Zonenplan betreffend Gefahrenzone "God Ruinas" sowie Umnutzung von Hotels in Zweitwohnungen. Die Planungszone Förderung Erstwohnungsbau / Einschränkung Zweiwohnungsbau wurde wegen der in Kraft getretenen Zweiwohnungsverordnung hinfällig und somit nicht verlängert. Hotelzonen Die Ortsplanung Teilrevision Hotel Laudinella konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Die Hotelzone Hotel San Gian ist in Bearbeitung. 31

Zonenpläne / Generelle Gestaltungspläne Die Digitalisierung des Zonen- und Erschliessungsplanes konnte abgeschlossen werden. Der Generelle Gestaltungsplan Serletta Süd konnte zur Mitwirkung öffentlich aufgelegt werden. Quartierpläne Der Quartierplan Via dal Bagn konnte abgeschlossen werden. Zurzeit befinden sich der Quartierplan Chavallera Suot und Scala in Revision. Neu entstehen die Quartierpläne Kulm-Park Standort 1 (Carlton Terrasse) und Via da Scoula. Personal Mutationen Pensionierungen: Keine Abgänge: Keine Eintritte: Keine Weiterbildung Es wurde ein Kurs der Bündner Vereinigung für Raumentwicklung (BVR) besucht und es fand eine Schulung zu GemDat statt. Zur Vereinfachung der internen Abläufe wurde das Verwaltungsprogramm GemDat Rubin in Betrieb genommen und eine interne Schulung der Anwender konnte gegen Ende des Jahres durchgeführt werden. 1.5.3 Strassenunterhalt / Entwässerung / Abfall Rückblick 2014 Wegen der hohen Auslastung und der witterungsbedingten verzögerten Bauzeiten konnten nur zwei der drei Jahresziele erreicht werden. Die erste Etappe der Sanierung der Via Somplaz und der Abschluss aller Arbeiten um das Ovaverva vor der Eröffnung konnten erreicht werden. Hingegen musste das Projekt zur Reduktion des Fremdwassers auf 2015 verschoben werden. Tiefbau Die ungünstige Witterung im abgelaufenen Berichtsjahr führte dazu, dass anstehende Arbeiten aus Gründen der Qualitätsicherung nicht termingerecht angefangen oder abgeschlossen werden konnten. Davon waren besonders die Belagsarbeiten betroffen. Für den Einbau von Belägen müssen viele Faktoren berücksichtigt werden, damit die Qualität stimmt, eine entsprechend lange Lebensdauer der Beläge gewährleistet werden kann und somit auch ein optimales Kosten Nutzen Verhältnis erzielt werden kann. Die Qualität des Mischgutes muss die Qualitätsanforderungen des jeweiligen Verwendungszwecks erfüllen. Inbesondere ist darauf zu achten, dass die Temperatur genügend hoch ist. Dabei richten wir uns nach den Vorschriften des Tiefbauamtes des Kantons Graubünden (TBA) 32

Die Lieferungen des Mischgutes müssen so bemessen sein, dass ein kontinuierlicher Einbau möglich ist, d.h. Standzeiten von Transportfahrzeugen und Einbaumaschinen sind durch fortlaufende Beschickung der Einbaumaschine mit Belagsmischgut möglichst zu vermeiden. Die Deckschichten dürfen nur bei warmer und trockener Witterung eingebaut werden. Ist die Oberfläche feucht, muss gewartet werden bis diese aufgetrocknet ist. Beginnt es während den Arbeiten zu regnen, sind diese einzustellen. Die Temperatur der Unterlage soll mind. 5 C betragen. Dies bedingt, dass sämtliche Tiefbauarbeiten im Bereich von Strassen bis zum 30. Oktober abgeschlossen sind, resp. Strassen nur noch bei Notfällen zu einem späteren Zeitpunkt geöffnet werden dürfen. Dies führt vor allem bei privaten Bauvorhaben zu Unverständnis der Bauherrschaft, da sie das zeitliche Baufenster maximal ausnutzen möchten. Da in der Aushub- und Immissionsperre grundsätzlich keine Belagsarbeiten möglich sind, verkürzt sich das mögliche Zeitfenster für Belagsarbeiten massgeblich. Zieht man nun noch in Betracht, dass nur eine sehr beschränkte Anzahl an Einbauequippen im Engadin im Einsatz ist und fast alle Gemeinden die gleichen Rahmenbedingungen haben, so wird der termingerechte Abschluss aller Arbeiten oft zu einem nervenaufreibenden Jonglierakt. Neben den jährlich anfallenden Unterhaltsarbeiten für die Strassenbeläge wurden folgende grössere Etappen an Belagsarbeiten ausgeführt: Erneuerung der Beläge um das Paracelsus Gebäude und das Ovaverva bis zum Kempinski Hotel. Diese Arbeiten erfolgten im Rahmen der Leitungssanierung durch die Wasserversorgung. Parallel dazu wurden im Bereich Via Mezdi zwei neue Busshaltestellen realisiert. Via Suvretta Einbau eines Hochbelages Das erste Teilstück der Via Somplaz wurde ab den Drei St. Moritzer in Richtung Kreuzung Somplaz saniert. In diesem Bereich musste neben dem Belag auch die Fundationsschicht erneuert werden. Talseitig wurde ein verstärkter Bündnerzaun als Leitplanke montiert. In der Etappe 2015 sollen die Arbeiten nun in Richtung Dorf weiter fortgeführt werden. Erneuerung des Deckbelages an der Via Laret Neben den Belägen wurden auch im üblichen Rahmen diverse Kunstbauten instand gestellt, resp. mussten gebaut werden. Dabei wurde versuchsweise für die Sanierung der grossen Stützmauer an der Via Spelma ein neues Verfahren getestet. Die BST Systemvernagelung ermöglicht es, die bestehende Mauer in ihrem ursprünglichen Zustand zu erhalten, ohne diese für die Sanierung ganz oder teilweise abbrechen zu müssen. Bei diesem Verfahren werden die angreifenden Kräfte von der Mauer mittels Vernagelung auf ein neu gebildetes Tragsystem hinter der Mauer abgeleitet und von diesem aufgenommen. Parallel dazu wird die Altverfugung erneuert, um die Mauer gegen eindringendes Wasser, Vegetationsbewuchs, etc. zu schützen. Abb: Mauer Via Spelma vor der Sanierung (Bild: Bauamt St. Moritz) Abb: Sanierte Mauer Via Spelma (Bild: Bauamt St. Moritz) 33

Neben der Mauer in der Via Spelma wurden auch folgende Werke erneuert oder wurden neu erstellt: Bau eines neuen Einlenker an der Via Fullun Sanierung Treppe Via dal Vuot Erste Etappe Sanierung Mauer Schiefer Turm Erste Etappe zum Bau talseitige Stützmauer an der Via Tinus Kanalisation (Meteorwasser / Schmutzwasser) Als besondere Herausforderung stellte sich die Sanierung der Kanalisationsleitung entlang der Via Grevas heraus. Ursprünglich sollte die Leitung in einem grabenlosen Verfahren mittels Microtunneling verlegt werden. Während des Baues musste aber festgestellt werden, dass der Untergrund wegen Hangwasser und Exfiltrationen aus dem See eine zu geringe Standfestigkeit aufweist, um den Bohrkopf genügend zu stabilisieren, damit das Gefälle von 2 eingehalten werden konnte. In der Folge musste während der Arbeiten entschieden werden, zum konventionellen Verfahren mit einem offenen Graben zu wechseln. Aus Sicherheitsgründen musste entlang des Grabens eine Wand aus Bohrpfählen erstellt werden, damit der Einbau der Leitungen in bis zu 6 m Tiefe gefahrlos vorgenommen werden konnte. Im Zuge dieser Arbeiten stiess die Baufirma bei Bohrarbeiten auf Öl. Leider entpuppte sich das Öl nicht um ein natürliches Vorkommen, sondern um die Reste einer Havarie einer Ölpipeline. Das Öl konnte gefasst und abgepumpt werden. Durch den Einbau von drei Filterbrunnen soll sichergestellt werden, dass auch zukünftig nachfliessendes Öl aufgefangen und regelmässig abgepumpt werden kann. Daneben wurden noch folgende Werkleitungen im vergangenen Jahr saniert: Ort Via Clavadatsch Via Alpina Typ Ersatz der bestehenden Abwasser- und Meteorleitung von 150 m Ersatz der bestehenden Abwasserleitung auf einer Länge von ca. 100 m Charnadüra Sanierung der bestehenden Eternitleitung in der Charnadüra mit einem Inliner, nachdem in der bestehenden Leitung Risse entdeckt wurden. Sanierte Länge 150 m. Via Mezdi / Via Tegiatscha Instandstellung in Zusammenhang mit Leitungssanierungen. Gesamte Länge 350 m. Via Ruinatsch Instandstellung Meteorwasserleitung wegen Hangdruck Rutschmasse Brattas Daneben wurde die Wasserversorgung der Gemeinde St. Moritz bei der Sanierung der folgenden Wasserleitungen mit Grab- und Belagsarbeiten unterstützt 34

Abb: Einbau Kanalisationsleitung Via Grevas (Bild: Bauamt St. Moritz) Abb: Verlegte Leitung Via Grevas (Bild: Bauamt St. Moritz) Parallel dazu wurden 2014 9 Anschlussgesuche für die Kanalisation bewilligt (2013: 7). Abfall Seit 01.01.2012 wird der Abfall ebenfalls durch den Bereich Tiefbau betreut. Unterstützt wird G. Salis dabei von J. Gianola und C. Valmadre. Während J. Gianola Kontrollaufgaben vor Ort wahrnimmt, kümmert sich Frau Valmadre um die Administration und betreut die Abfallsünder. Im 2014 wurden 11 (2012: 31) private Abfallsünder angeschrieben. Im vergangenen Jahr wurde die neue Abfallsammelstelle an der Via Alpina, welche in die Transformatorenstation integriert ist, in Betrieb genommen werden. Im Bereich der Hochhäuser an der Via Surpunt konnten drei private und bei der Überbauung Foppas ein privater Molok realisiert werden. Das Bauamt beriet und unterstützte die Bauherrschaft bei der Realisierung ihrer Vorhaben. Bis anhin betrieb das Badrutt s Palace Hotel eine eigene private Kehrichtverbrennung. Im Zuge einer anstehenden Erneuerung der Anlage wurde entschieden, diese ausser Betrieb zu nehmen und neu den Abfall über eine 15m 3 Pressmulde und den Sammeldienst der Gemeinde zu entsorgen Abfallstatistik 2013 in t 2014 in t Veränderung in % Hauskehricht 2 675 2635-1.50 Papier 355 356 +0.28 Karton 410 416 +1.46 Altglas 530 540 +1.89 Organische Stoffe 165 156-5.50 Weissblech / Alu 10 13 +30.00 Speise- / Altöl Privat 1.0 1.2 +20.00 Speise- / Altöl Gewerbe 36 33-8.40 Küchenabfälle Gewerbe 900 887-2.60 Sperrgut / Schrott 220 241 +9.55 Altmedikamente 0.5 0.6 +20.00 Farben / Lacke / Reinigungsmittel 3.1 2.8-9.70 35

Batterien 1.7 2.9 +70.60 PET 7 8.4 +20.00 Elektroschrott 44 37-16.00 Grossgeräte Haushalt 163 Stk 157 Stk -3.70 Kompressorgeräte 183 Stk 121 Stk -34.9 Total 5 358.30 5 329.90-0.54 Die Mengenveränderung in den klassischen Kehrichtkategorien wie Hauskehricht, Papier, Karton oder Altglas entspricht in etwa den natürlichen Schwankungen. Der Rückgang an organischen Stoffen (Grasschnitt, Grüngut, etc.) dürfte einerseits auf die Witterung zurückzuführen sein, aber auch auf die neu eingerichteten Sammelstellen. Die enorme Zunahme der Abgabe von Weissblech / Alu, dem Alt- und Speiseöl von Privaten, den Altmedikamenten oder den Batterien überrascht uns sehr. Einerseits ist es erfreulich, dass die Abfälle gesammelt, getrennt und wieder der Verwertung zugeführt werden. Andererseits bedeutet diese Zunahme aber auch einen Mehraufwand, welcher mit Kosten verbunden ist. Diesen leistet die Gemeinde gerne wenn es einen Beitrag zur nachhaltigen Nutzung von Ressourcen und Rohstoffen dient und somit dem Umweltschutz zu Gute kommt. Wir werden im laufenden Jahr die Mengenentwicklung beim Abfall jedoch genauer beobachten müssen. Weiterbildung Besuch eines zweitägigen Strassenmeisterkurses, damit das Stellvertreterwesen bei Absenzen besser und breiter abgestützt werden kann. Ausblick 2015 Im 2015 sind folgende Projekte zum Unterhalt der Strassen, Belägen und Mauern vorgesehen. Diese Arbeiten werden in Koordination und Absprache mit der Wasserversorgung, St. Moritz Energie, Swisscom sowie falls bekannt mit privaten Bauvorhaben koordiniert und ausgeführt. Ort Arbeit Geplante Baudauer Via Sela / Via Ludains Belagsarbeiten Juni 2015 Via Somplaz zwischen Kreisel Belagsarbeiten Mai 2015 Steffani und Hotel Soldanella sowie Behebung der Schäden des Rohrleitungsbruches vom 18.01.2015 Via Aruons Belagsarbeiten (Deckbelag) September 2015 Via Mezdi (Hotel Kempinski) Belagsarbeiten Sanierung Trottoir Mai / Juni 2015 Via Tegiatscha / Via Mezdi Belagsarbeiten Juni / Juli 2015 Treppe Truoch Stredas Sanierungsarbeiten September 2015 Via Somplaz Belagsarbeiten Mai / Juni 2015 Via dal Bagn / Via Chavallera Strassenraumgestaltung / Leitungssanierung April Juli 2015 in Koordination mit privaten Bauvorhaben. Grössere Strassensperrungen werden dazu nötig sein Via Grevas Belagssanierung / Fussgängerstreifen Mai 2015 in Zusammenarbeit mit TBA Via Tinus Abschluss Strassensanierung / Einbau Mai 2015 Kordon Schiefer Turm Abschluss Sanierung Umfassungsmauer Mai Juni 2015 36

Im Bereich Entwässerung / Sanierung Kanalisation sind folgende Arbeiten geplant: Ort Arbeit Geplante Baudauer Oberalpina Suvretta Leitungserneuerung Mai Oktober 2015 Islas Leitungsumlegung neues Feuerwehrlokal? Chesa Charnadüra Abwasseranschluss September 2015 Via Tinus Erneuerung Werkleitung und Eliminierung April 2015 Engpass zusammen mit Sanierung Wasserleitung Via Grevas Abschluss und Umgebungsarbeiten Ausführung teilweise durch Werkgruppe Mai 2015 Ziele 2015 Der Fremdwasseranteil (Grundwasser, das von aussen über defekte Stellen an den Leitungen in die Kanalisationsleitung eindringt resp. über Fehlanschlüsse in die Leitungen gelangt) im Gebiet St. Moritz Bad ist noch immer sehr hoch. Es soll ein Projekt mit einer entsprechenden Etappierung für die Sanierung der Leitungen ausgearbeitet werden. Erfolgreiche Sanierung Leitungsknotenpunkt Via dal Bagn und Via Chavallera Projektplanung für Gesamtsanierung Via Mezdi zwischen Chesa Bellaria und dem Elektrofachgeschäft Pomatti muss abgeschlossen sein. Die erste Etappe der Sanierung der Abwasserleitung zwischen Oberalpina und der Via Suvretta 1.5.4 Wasserversorgung Rückblick 2014 Das oberste Ziel der Wasserversorgung ist es der Bevölkerung und unseren Gästen rund um die Uhr hygienisch einwandfreies Trinkwasser in genügender Menge zu liefern. Leider geht zu oft vergessen, dass es sich nicht einfach nur um Wasser, sondern um ein Lebensmittel handelt. Die permanenten Investitionen in die Erneuerung und in den Unterhalt der Quellen, Brunnen, Wasserleitungen, Pumpen und Reservoire und eine laufende Qualitätskontrolle sind die Grundpfeiler, dass dieses Ziel auch 2015 aber auch in Zukunft erreicht werden kann. Trotz allen Bemühungen und Arbeiten kann auf dem über 55 km langen Leitungsnetz der Gemeinde St. Moritz nie eine 100 %ige Versorgungssicherheit gewährleistet werden. In einem solchen Fall ist es entscheidend, wenn die Gemeinde auf eine eingespielte und erfahrene Crew bei der Wasserversorgung zurückgreifen kann, die rasch und entschlossen intervenieren kann. 37

Abbildung: Wasserleitungsbruch in der Via Giovanni Segantini Januar 2014 (Bauamt St. Moritz) Im abgelaufenen Berichtsjahr bewegte sich die Wasserversorgung mit rund 10 Leitungsbrüchen im langjährigen Schnitt. Dabei handelte es sich nur um klassische Brüche. Innerhalb des Rutschkörpers Brattas werden durch Geländeverschiebungen immer wieder Rohre auseinander gezogen, so dass Trinkwasser ausströmen kann. Durch eine intensive Überwachung wird versucht, solche Stellen sofort aufzuspüren und umgehend zu reparieren. Etwa doppelt so viele Brüche wurden bei den privaten Hausanschlussleitungen registriert. Dieser Unterschied lässt sich einerseits auf laufenden Leitungsersatz der Gemeinde und andererseits auf die längere Lebensdauer der Leitungsmaterialien der Gemeindeleitungen erklären. Der Wasserkonsum ist gegenüber dem letzten Jahr gesunken trotz der Eröffnung des neuen Hallenbades. Im ersten halben Jahr betrug der durchschnittliche Tagesverbrauch des Ovaverva rund 96 000 Liter pro Tag. Gegenüber dem alten Hallenbad benötigt das Ovaverva rund die doppelte Wassersmenge. Ohne die komplizierte Reinigungs- und Rückgewinnungssysteme in der Schwimmbadtechnik würde dieser Mehrverbrauch deutlich höher liegen. Die Bilanz sieht wie folgt aus: 38

Wasserverbrauch Menge in m³ 2013 Quellwasser 790 565 49.6 Grundwasser 821 995 50.4 Verbrauch Total 1 552 322 97.1 Wasserbeschaffung Total 1 612 561 100.00 Anteil in % Menge in m³ 2014 747 990 759 600 1 463 718 1 507 590 Veränderung in % -5.4-7.6-5.7-6.5 *Rund 2.9 % des bereitgestellten Wassers wurde nicht genutzt, sondern verworfen oder für Spülzwecke verwendet. Der geschätzte durchschnittliche Wasserkonsum einer vierköpfigen Familie betrug im 2014 rund 200 m³ (1 m³ = 1 000 Liter). Dies kostet in St. Moritz CHF 215.25. Dies entspricht etwa CHF 1.08 inkl. MwSt. für 1 000 Liter kontrolliertes und hygienisch einwandfreies Trinkwasser. Der Durchschnittspreis in der Schweiz liegt dafür bei CHF 1.60. Wasserqualität Total wurden im vergangenen Jahr 76 bakteriologische Proben und 19 chemische Proben genommen. Diese hohe Anzahl Proben ist notwendig, damit flächendeckend eine ausreichende Qualitätssicherung garantiert werden kann. Insbesondere in Gebieten mit einem hohen Anteil an Zweitwohnungen oder aber mit einer stark eingeschränkten Nutzung besteht ein Risiko, dass es infolge des fehlenden Durchflusses im stehenden Wasser der Leitungen zu Keimbildungen kommt. In diesen Gebieten wird darauf geachtet, dass die Leitungen nicht nur regelmässig kontrolliert, sondern auch gespült und im Zweifelsfall desinfiziert werden. Leitungserneuerung und -unterhalt Im Gebiet Salastrains konnte ab Reservoir Alp Nova eine neue Druckzone realisiert werden. Diese bezieht ihr Wasser aus den Quellgebieten Alp Giop und Alp Nova. Somit kann das Wasser der Alp Giop neu über Salastrains direkt ins Reservoir Alp Nova geleitet werden und muss nicht mehr über das Stufenpumpwerk Arumesti in Reservoir Alp Nova gepumpt werden. Diese Massnahme hat die Versorgungssicherheit im Gebiet Salastrains / Chantarella massgeblich erhöht, die Versorgungsengpässe im Zielgebäude gehören damit der Vergangenheit an und sie erlaubt eine weitaus grössere Flexibilität, was die Wasserabgabe und - bewirtschaftung anbelangt. Im Gebiet Alpina konnte mit der zweiten Etappe die Sanierung der inzwischen 100 jährigen Wasserleitung abgeschlossen werden. Dabei wurde die alte Leitung, die teilweise unter Häuser verlief, in den Strassenkörper verlegt. 39

Abbildung: Blick in den neuen Schieberschacht in der Via Clavadatsch (Bauamt St. Moritz) In der Via Palüd konnte endlich die seit langem geplante Leitungssanierung ausgeführt werden. Dabei musste darauf geachtet werden, dass die Arbeiten in möglichst kurzer Zeit durchgeführt werden konnten, um das Quartier Palüd nicht ungebührlich lange abzuschneiden. Um diese Vorgabe einzuhalten, wurde entschieden, die Sanierung im Berstlining-Verfahren durchzuführen. Dazu wird die Strasse nur punktuell geöffnet. Danach wird ein Spaltkeil durch die bestehenden Leitungen gezogen, der diese aufsprengt und Platz schafft, damit ein neues Rohr eingezogen werden kann. Dies bedingt aber, dass im Strassenkörper ausreichend Platz vorhanden ist und bei den bestehenden Leitungen keine unvorhersehbaren Richtungsänderungen existieren. Liegen die Rohre zu nahe beieinander, riskiert man eine Beschädigung der Nachbarrohre oder es müssen weitere Gruben geöffnet werden. Abbildung: Gut zu erkennen das aufgespaltene Rohr in die nun die neue Leitung und das Steuerungskabel eingezogen werden (Bauamt St. Moritz) 40

Ort Sanierte Länge in m Anzahl erneuerte Hydranten Via Mezdi NW* 200 193 1 Hydrant mit Ringverbindung Via Grevas NW 200 126 Via Alpina bis Reservoir NW 200 108 Via Alpina bis Reservoir NW 150 122 1 Hydrant Alp Giop Trutz (1. Etappe) NW 150 420 Salastrains Chantarella NW 150 60 Via Clavadatsch NW 125 200 1 Hydrant Via Tegiatscha NW 125 174 1 Hydrant Via Palüd NW 125 180 2 Hydranten Via Somplaz NW 100 2 1 Hydrant Via Quadrellas NW 100 53 1 Hydrant Via Maistra NW 100 20 1 Hydrant Via Suvretta / Friedhof NW 50 185 Total 1 656 m 9 Hydranten oder 2.9 % des Leitungsnetzes *NW = Nennweite, Innendurchmesser des Rohres Neben den Erneuerungsarbeiten konnten auch die alljährlich stattfindenden Unterhaltsarbeiten planmässig ausgeführt werden. Neben der Kontrolle der Hydranten und Schieber wurden in den Sommermonaten sämtliche Quellen, Brunnenstuben und Verteilschächte kontrolliert, gereinigt und desinfiziert. Im Verlauf des Spätsommers und Herbst wurden die 10 Reservoirs gereinigt und desinfiziert. In den Wintermonaten werden dann als Abschluss die Unterhaltsarbeiten an Entfeuchtungsanlagen, Filtern, Apparaten und Geräten gewartet. Personal / Weiterbildung Mutationen Pensionierungen: Keine Abgänge: Keine Eintritte: Mario Hedinger Neu trat Mario Hedinger in das Team der Wasserversorgung ein. Durch eine gezielte Weiterbildung wird Mario Hedinger sein Wissen als gelernter Sanitär- und Heizungsmonteur erweitern, damit er dereinst die Aufgaben eines unserer erfahrenen Mitarbeitern übernehmen kann. Weiterbildung Das Personal der Wasserversorgung besuchte einen Weiterbildungskurs über grabenlosen Leitungsbau sowie nahm an einem Auffrischungskurs zum Thema Erste Hilfe und Fallschutzsicherung am Arbeitsplatz teil. Auf Einladung der Rohr- und Armaturenlieferanten Wild und Hawle hatte die Wasserversorgung die Gelegenheit, sich direkt über die neuesten Produkte und Entwicklungen zu informieren. Dabei wurden intensiv neue Erkenntnisse über den Einsatz dieser Materialien diskutiert und gleichzeitig der Teamgeist gestärkt. 41

Ausblick 2015 Im 2015 sind neben den üblichen Unterhaltsarbeiten und Massnahmen zur Qualitätssicherung folgende Arbeiten vorgesehen: Ort Arbeit Geplante Baudauer Reservoir Fullun Abbruch und Neubau April November 2015 Neuer Zugang zum Reservoir Erneuerung April Mai 2015 Clavadatsch Wasserleitung Trutz Alp Giop Abschluss Sanierungsarbeiten Mai Juli 2015 Via Tinus Erste Etappe Erneuerung Werkleitungen April Juli 2015 Via da l Alp Erneuerung Wasserleitung April Mail 2015 Via Surpunt Erneuerung Wasserleitung April Juni 2015 Via San Gian Umlegung Wasserleitung Areal Pitsch April Mai 2015 Areal Tinus Erschliessung Wasser falls Bauvorhaben Nicht bekannt 2015 begonnen wird Islas Umlegung Wasserleitung Mai Juni 2015 Ziele 2015 Die erste Etappe der Leitungssanierung in der Via Tinus kann erfolgreich unter Verkehr abgeschlossen werden. Ende November 2015 soll der Rohbau des neuen Reservoirs Fullun fertig erstellt sein. Erfolgreiche Sanierung Leitungsknotenpunkt Via dal Bagn und Via Chavallera. Keine Betriebsunfälle in der Wasserversorgung. 1.5.5 Werk- und Forstdienst Rückblick 2014 Der lange und überaus schneereiche Winter 2013 / 2014 hinterliess weit in das vergangene Berichtsjahr hinein seine Spuren und sorgte dafür, dass der Werk- und Forstdienst bis weit in den Sommer mit Instandstellungs- und Unterhaltsarbeiten beschäftigt war. Im Gegensatz zur Infrastruktur hinterliess der lange und strenge Winter aber kaum Spuren im Wald oder Natur. Trotz eines schwierigen Starts gelang es uns, die von uns gesteckten Ziele mehrheitlich zu erreichen und so dürfen wir mit viel Freude und Stolz auf das Erreichte zurückblicken. Aufsicht / Arbeitssicherheit Im Zuge der Hoheitsaufgaben musste das Forstamt der Gemeinde insgesamt 4 Mal bei Übertretungen des Waldgesetzes intervenieren. Alle Übertretungen standen im Zusammenhang mit Bauvorhaben. In drei Fällen konnten einvernehmliche Lösungen gefunden werden. Ein Fall ist derzeit noch pendent. Leider kam es im 2014 zu vermehrten Unfällen. Einerseits musste eine deutliche Zunahme an Nichtberufsunfällen bedingt durch Eishockey, Biken und andere Sportarten verzeichnet werden. Andererseits mussten wir auch eine Zunahme an Berufsunfällen verzeichnen. Diese sind leider auf Unachtsamkeit und unüberlegtes Handeln zurückzuführen. Im 2015 werden wir versuchen, die Anzahl der Unfälle, vor allem im Bereich der Berufsunfälle, wieder deutlich zu senken. Entgegen den Unfallzahlen verlief eine routinemässige Kontrolle der Suva zufriedenstellen. Das Ergebnis der Kontrollen war sehr gut und es wurden einzelne technische Einrichtungen beanstandet so z.b. die Lagerung des Treibstoffes. Eine vergleichbare Kontrolle beim Werkdienst erbrachte vergleichbare Ergebnisse und auch 42

dort wurde u.a. die Lagerung der Treib- und Schmierstoffe beanstandet. Für die Lagerung dieser Stoffe muss nun eine gemeinsame, gesetzeskonforme Lösung gesucht werden. Im Sommer 2014 fand eine Kontrolle des Forstbetriebes St. Moritz durch einen externen Auditor statt. Dabei wurde überprüft, ob der Forstbetrieb die Auflagen und Bedingungen einhält, die ihn als FSC Betrieb ausweisen. Dabei konnte dem Betrieb ein hervorragendes Zeugnis ausgestellt werden. Pflege und Unterhalt Grünanlagen und Wald Trotz der grossen Schneemengen wurden die Arbeiten im St. Moritzer Wald bereits Anfang April aufgenommen und fanden erst kurz vor Weihnachten ihren Abschluss. Die lange Saison ermöglichte dringende waldbauliche Eingriffe zugunsten der Waldverjüngung einzuleiten. Dabei wurde im Gebiet Dimlej eine dringend notwendige Pflege ausgeführt. Bei diesem Eingriff ging es vor allem um eine Mischungsregulierung und die Reduktion der Stammzahl (Anzahl Bäume pro Fläche) damit die Wuchskraft, welche in diesem Bereich des Waldes bei ca. einem m³ pro Jahr und ha liegt, auf die stabilsten und qualitativ besten Bäume zu lenken. Die erste Etappe konnte erfolgreich abgeschlossen werden. In den kommenden Jahren sollen weitere Etappen dazu folgen. In den Gebieten Cangiroulas, Mauntschas Tridas, Sur Tegiatscha und Ova Cotschna wurden Holzschläge zur Verjüngungseinleitung und -förderung durchgeführt. Bei diesen Eingriffen geht es vor allem um die Steuerung des Lichtes und der Wärme. Wo Verjüngung fehlt, wurden die Waldbestände geöffnet und Schlitze in den Wald geschlagen. Diese orientieren sich gegen Osten (Sonnenaufgang) und sollen sicherstellen, dass bereits mit Sonnenaufgang ausreichend Licht und vor allem Wärme auf den Boden gelangen kann und so günstige Bedingungen für die Keimung von Bäumen und den Anwuchs geschaffen werden. Wo bereits Verjüngung vorhanden ist, wird dieser Platz geschaffen d.h. grosse Bäume in unmittelbarer Nachbarschaft werden entfernt. Damit wird für eine ausreichende Lichtzufuhr, Versorgung mit Wasser und die Beseitigung der Wurzelkonkurrenz gesorgt und damit die Nährstoffversorgung verbessert. Das angefallene Holz wurde mehrheitlich auf der eigenen Sägerei weiterverarbeitet und diente als Rohmaterial für die erneuerten Brücken, die neue Remise beim Friedhof, dem neuen Zielgebäude des Sass Runzöl Liftes, den anstehenden WM Bauten, etc. Leistungen zu Gunsten Tourismus / Veranstaltungen / Liegenschaften Die Sanierung des alpinen Wanderweges auf den Piz Julier (Weiss-Blau-Weiss) konnte endlich abgeschlossen werden. Im vergangenen Jahr wurden die letzten Geländer und Ketten ersetzt, so dass der Weg den Empfehlungen von Berg & Sicherheit entspricht. Der Flowtrail Munt da San Murezzan konnte im Jahr 2014 realisiert werden. Der Biketrail verläuft von der Bergstation Corviglia bis nach Trutz. Die Arbeiten gestalteten sich wegen der nass-kalten Witterung äusserst schwierig. Immer wieder mussten die Arbeiten zum Schutz des Bodens und der Vegetation eingestellt und längere Unterbrüche in Kauf genommen werden. Trotz der widrigen äusseren Umstände gelang es dem Trailbauteam unter der Leitung von Patrick Koller einen abwechslungsreichen und interessanten Trail zu gestalten. Dank einem letzten Kraftakt konnte der Trail schlussendlich anfangs Oktober fertig gestellt werden und ist vorerst das letzte bewilligte Teilprojekt der Umsetzung des Masterplan Mountainbike. Dennoch sind wir überzeugt, dass wir mit den drei gebauten Flowtrails einen wertvollen Beitrag leisten können, um St. Moritz als Bikedestination zu stärken. Die Planung des Flowtrail Brattas wurde abgeschlossen, das Projekt wurde aber bis auf weiteres zurückgestellt. 43

Abbildung: Panoramakurve beim neuen Flowtrail Munt da San Murezzan (Bauamt St. Moritz) Schneeräumung Die überdurchschnittlichen Schneemengen hinterliessen nicht nur in der Infrastruktur ihre Spuren. Der Aufwand von Dritten, der fast tägliche Einsatz aller Räumfahrzeuge während rund zweier Monate und der damit verbundene Verbrauch an Treibstoffen und Verschleiss ist auch an den Zahlen der Buchhaltung abzulesen. Beiliegend einige Beispiele dazu: 2014 2013* Veränderung in % Kosten Schneeräumung Mitarbeiter 511 246.00 458 885.00 +11 %** Schneeräumung durch Dritte in CHF 634 202.58 392 656.28 +61.51 Treibstoffverbrauch in CHF 347 663.10 204 589.25 +69.93 Unterhalt Maschinen und Werkzeuge 365 406.36 289 080.98 +26.40 * Abschluss 2013 / ** Diese fielen praktisch innerhalb von 2 Monaten im Januar und Februar 2014 an Trotz der enormen Belastung kamen die Mitarbeiter des Werkdienstes ihrer Arbeit pflichtbewusst nach und verloren nie ganz die gute Laune und ihre Freude an der Arbeit. 44

Abbildung: Die Via da l Alp im Winter 2013 / 2014 eine Sisyphusarbeit (Bauamt St. Moritz) Naturereignisse Im abgelaufenen Berichtsjahr wurden diverse kleinere und mittlere Ereignisse registriert, welche jedoch alle ohne weitere Schäden zu verursachen abliefen. Im vergangenen, strengen Winter wurden fünf kleinere Schneerutsche registriert. Im Verlauf des Frühjahres konnten drei Gebiete mit temporären Gleitschneeverbauungen gesichert werden. Zusätzlich wurden Bäume gepflanzt, damit diese nach Ablauf der Wirkungsdauer der Verbauungen die Schutzfunktion der Werke übernehmen können. Im Sommer wurde im Gebiet Suvretta ein Durchlass durch Geschiebe des Ovel da Puzzainas verstopft. In der Folge lief das Wasser entlang der Strasse und wurde dort über die Meteorwasserschächte gefasst und konnte ohne grössere Schäden abgeleitet werden. Abb: Neuer Bachlauf des Ovel da Puzzainas über die Via Marguns (Bild: Bauamt St. Moritz). 45

Im Gebiet Sass Runzöl kam es erneut zu Felsausbrüchen. Die Felstrümmer stürzten aus der Felswand und blieben unmittelbar darunter liegen. Im Gebiet südlich des Sass Runzöl lösten sich im September jedoch grössere Felspartien aus einer Felsrippe. Diese stürzten unmittelbar auf die darunter liegende Olympia Piste, wobei einzelne Trümmer erst unmittelbar vor dem Flowtrail Corviglia gestoppt wurden. Aus Sicherheitsgründen musste der Flowtrail gesperrt werden. Die Sicherung der losen Felspartien konnte unmittelbar vor dem ersten Wintereinbruch abgeschlossen werden, wobei ein grösseres, stark zerklüftetes und loses Felspaket präventiv gesprengt wurde. Abb. Bild vom Ausbruchsort ins Ablagerungsgebiet. Die grössten Blöcke wiesen eine Grösse von bis zu 8 m3 auf (Bild: Bauamt St. Moritz). Schlussendlich wurde Anfang Dezember im Gerinne des Ovel da Brattas ein Murgang festgestellt. Dieser breiförmige, zähfliessende Strom aus Dreck und Geröll blieb jedoch innerhalb des Gerinnes stehen ohne grössere Schäden anzurichten. Einzig ein alter Schacht der Wasserversorgung wurde teilweise verschüttet. 46

Abb. Bild ins Transitgebiet des Murgangs. Im Vordergrund der teilweise zugeschüttete, alte Schacht der Wasserversorgung St. Moritz (Bild: Bauamt St. Moritz). Unterhalt Infrastruktur / Schutzbauten / Gebäude / Maschinen Im Rahmen des Sammelprojektes Instandstellung Erschliessung des Kanton Graubündens konnte die Werkgruppe zwei Waldstrassenabschnitte auf einer Länge von rund 2 km instand stellen. Diese vom Bund und Kanton mitfinanzierten Instandstellungs-Projekte dienen einerseits zur Sicherung der Walderschliessung und der Verbesserung der Holzerntebedingungen. Die beiden instand gestellten Abschnitte sind für das Forstamt von zentraler Bedeutung, da sie einerseits die langfristige, rationelle Pflege des Schutzwaldes im Gebiet Ova Cotschna ermöglichen und andererseits in den kommenden Jahren zur Abfuhr von rund 2 000 bis 3 000 m 3 Holz vorgesehen sind. Im Verlaufe des Sommers konnten die Brücke zwischen der Bergstation Signal und Trutz, die Brücke des Feldweges über den Ovel da Pro San Gian sowie Brücken im Gebiet Pros da God ersetzt werden. 47

Abb. Neue Brücke Signal (Bild: Bauamt St. Moritz) Die losen Felspartien an der Crasta Büsauna konnten endlich gesichert werden. Wie geplant wurde ein Hochleistungsnetz über die Felspartien gezogen. Dieses wurde anschliessend mit Bohrankern befestigt. Durch das Netz sollen die losen Felspartien zurück verankert werden und ein Abstürzen verhindern. Zusätzlich wurden die losen Felspartien direkt mit einem Anker gesichert. Abbildung: Gesicherte Felspartie (Bauamt St. Moritz) Im Verlauf des Winters 2013 / 2014 wurden mehrere kleinere Schneerutsche registriert. Diese verliefen alle harmlos, doch wurde bei der genaueren Betrachtung schnell klar, dass diese ein durchaus grösseres Potential haben könnten. Es wurde dazu ein Rahmenprojekt ausgearbeitet und im Verlauf des Frühjahres 2014 wurden zusammen mit einem Schullager drei der vier Gebiete mit temporären Gleitschneeverbauungen 48

verbaut. Zusätzlich wurden im potentiellen Anrissgebiet Bäume gesetzt, die nach Ablauf der Lebensdauer der Holzwerke deren Funktion übernehmen sollen. Das letzte Gebiet wird im Frühjahr 2015 noch verbaut. Daneben konnte der Werk- und Forstdienst noch einige weitere interessante Projekte realisieren, denen wir das Label Made in St. Moritz vom Baum zum Brett zum Werk verleihen können. Abbildung: Baugleicher Ersatz des bestehenden Zielgebäude des Runzöl Liftes (Bauamt St. Moritz) Abbildung: Neue Remise Friedhof Somplaz (Bauamt St. Moritz) Naturschutz Die Massnahmen zum Naturschutz standen im 2014 ganz im Zeichen der Ersatzmassnahmen für die Bauten der Ski WM 2017 und für den neuen WM Bike-Trail. Insbesondere wurden Massnahmen zu Gunsten von Moorgebieten und Gewässern vorgenommen. So wurden die letzten geplanten Meter vom Ovel da San Gian fertig revitalisiert. Der Bach fliesst nun bis zur Kantonsstrasse wieder natürlich. Im Rahmen der Wiederherstellung des Kurparks wurde der Ovel da Carvunera, der bisher geradlinig und zum Teil in Betonschalen verlief, revitalisiert. Die im 2015 vorgesehene Revitalisierung des Ovel da Stazes bis zum Hartmann-Areal wurde fertig geplant und gegenwärtig läuft das Bewilligungsverfahren. Abb.: Ovel da Carvunera vor Revitalisierung, in Fliessrichtung (Bild: Bauamt St. Moritz) Abb.: Ovel da Carvunera nach Revitalisierung, gegen Fliessrichtung (Bild: Bauamt St. Moritz) Zum Schutze des Hochmoores Mauntschas wurde die Marathonloipe teilweise aus diesem Gebiet heraus und in die bestehende Waldschneise hinein verlegt. Ein weiteres wichtiges Unterfangen war die Wiederherstellung des Rückhaltesystems des Wassers im Hochmoor Mauntschas. Der Betondurchlass wurde durch eine natürliche Überlaufsperre ersetzt. Diese wurde mit Bentonitmatten abgedichtet und als natürlicher Bach gestaltet. Zur Überquerung des Baches wurde eine neue Brücke gebaut. Ebenfalls wurden die letzten Spundwände zur Verzögerung des Wasserabflusses aus dem Moor gesetzt, welche im Jahr 2015 mit Torf überdeckt werden müssen. 49

Abb.: Neue Brücke mit natürlichem Überlauf des Rückhaltesystems moorseitig (Bild: Bauamt St. Moritz) Abb.: Einsetzten der Spundwände (Bild: Bauamt St. Moritz Altlastensanierung Schanze Die Blei- und PAK Sanierung konnte zu einem grossen Teil abgeschlossen werden. Bis zum heutigen Zeitpunkt wurden 9 456 t Erdreich entsorgt. Im kommenden Frühjahr werden noch die letzten Transporte mit dem restlichen Material von ca. 3 593 t erfolgen. Parallel dazu wurde die Altlastenuntersuchung des Sprungund Zielgebietes eingeleitet. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob allfälliges Hangwasser durch die 50

Kehrichtdeponie im Gebiet des ehemaligen Lej Falcun in Richtung Grundwasserschutzzone fliesst. Dazu wurden Färbversuche vorgenommen und regelmässig werden verteilt im Gebiet Pro San Gian Wasserproben genommen und analysiert. Diese Arbeiten werden im Frühjahr 2015 abgeschlossen. Falls sich die Farbstoffe nachweisen lassen, muss mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die Kehrichtdeponie saniert werden. Abb.: Altlastensanierung Sprungschanze (Bild: Bauamt St. Moritz) Abb.: Sanierter Weiher und zwei neu erstellte Weiher (Bild: Bauamt St. Moritz) Der Weiher bei der Schanze, welcher stark mit PAK der Tontauben belastet war, wurde ebenfalls saniert. Wurzelstöcke und grössere Steine wurden wieder in den Weiher gelassen. Im Rahmen der Sanierung mussten zwei Hilfs -Weiher angelegt werden, damit der bestehende Teich leergepumpt und saniert werden 51

konnte. Nach Abschluss der Arbeiten wurde entschieden, die beiden Teiche zu belassen und so den wichtigen Amphibienlaichplatz zusätzlich aufzuwerten und zu verbessern. WM 2017 Pistenkorrekturen Rominger / Reinalter Beide Pistenkorrekturen sind ausgeführt. Die Reste des alten Rominger-Liftes, welche bei den Terrainanpassungen zum Vorschein kamen, wurden ordentlich entsorgt. Ebenfalls im Zuge der Grabarbeiten stiess man auf einen eingedolten Wiesenbach. Die Eindolung wurde aufgehoben und versucht dem Bach wieder ein natürliches Gerinne zurückzugeben. Im kommenden Jahr soll der HUB 5 im Bereich der Pisten baulich angepasst werden, damit dieser in das Landschaftsbild intergiert werden kann. Entsprechende Vorschläge wurden an der Begehung mit den kantonalen Behörden vorbesprochen. Pistenunterführung Masten 9 (Skitunnel Vereina) Die Bauarbeiten konnten noch rechtzeitig vor Wintereinbruch am 17. Oktober 2014 abgeschlossen werden. Da der neue Tunnel deutlich breiter konzipiert ist und aus statischen Gründen eine Überdeckung von einem Meter aufweisen muss, waren aufwendige Grabarbeiten notwendig. Dies bedingte, dass wegen der schlechten Felsqualität deutlich umfangreichere Sicherungsmassnahmen notwendig wurden als ursprünglich geplant. Bei den Grabarbeiten musste festgestellt werden, dass die im Rahmen der Ski WM 2003 verlegten Leitungen nicht sauber eingemessen wurden (Zeitmesskabel etc.). Diese wurden bei den Grabarbeiten verletzt und mussten erneuert werden. Gleichzeitig stiessen die Bagger auf Fundamente von Bauten, welche teilweise noch von der WM 1974 stammten. All dies wurde ausgegraben und mit den übrigen Baustellenabfällen ordentlich entsorgt. Beschneiung / Hub 4 Die erste Tranche der Beschaffung der Schneeerzeuger wurde im Verlauf des Sommers durch die Bergbahnen ausgeführt. Diese befinden sich bereits im Einsatz. Die technische Weiterentwicklung erlaubt auch eine Beschneiung bei deutlich milderen Temperaturen und wird als bedeutender Schritt zur langfristigen Sicherung von St. Moritz als Renndestination im alpinen Skizirkus angesehen. Verbunden damit wurde die Beschneiung auf der FIS 2 Piste ergänzt und die Anpassung der Stromzufuhr konnte abgeschlossen werden. Der alte Hub 4 wurde abgebrochen und durch ein neues, niedrigeres Gebäude ersetzt. In das neue, ortsfeste Gebäude konnte neben den Installationen für die Ski WM auch die Trafostation integriert werden. Dieser Bau wurde durch den WM Verein und die Bergbahnen finanziert. Abbruch Romingerstation / Neubau Schächte Die alte asbesthaltige Romingerstation hinter dem Moor Salastrains wurde abgebrochen und fachgerecht entsorgt. Beim ehemaligen Standort der Station wurde dieses Jahr ein zentraler Technikschacht für die Zeitmessung der Skirennen errichtet, somit musste kein neuer unbeeinflusster Standort beeinträchtigt werden. Die Leitungen wurden unterirdisch in einem Press-Ziehverfahren vom Zielgelände bis zur ehemaligen Romingerstation unterhalb des Moores verlegt. Es ist das Ziel, im 2015 die letzte Etappe der permanenten Infrastrukturbauten für die Ski WM 2017 zu realisieren. Zu den noch ausstehenden Projekten gehören u.a. die Erweiterung und Sanierung des Zielgebäudes, die Sanierung des Herrenstartes, der Bau einer permanenten Damenstartplattform mit 52

Traverse mit einer Aufwärmstation sowie der Skipistenunterführung für die Damenrennstrecke auf Munt da San Murezzan. Parallel dazu wird die Projektierung der Bauten des WM Vereins unterstützt und die Eingabe der notwendigen Bewilligungen begleitet. Es sind dies u.a. die Sanierung des Zielgeländes mit einer neuen Brücke über den Ovel da Laret, die temporäre Pistenüberführung für die Talabfahrten, die Erneuerung des Hub 3 und die temporären Treppen als Zugänge zum Zielgelände. Die Projektierungsarbeiten sollen bis Mitte Februar 2015 abgeschlossen werden, um anschliessend die Gesuche zur Bewilligung einreichen zu können. Während den Bauarbeiten wird das Bauamt nicht nur die eigenen, sondern auch die Bauten des WM Vereins begleiten und die ökologische Bauleitung wahrnehmen, damit die Eingriffe in die Natur möglichst schonend erfolgen. Personal / Weiterbildung Mutationen Pensionierungen: Keine Abgänge: Keine Eintritte: Daniele Polinelli trat am 1. August die vakante Stelle als Mitarbeiter bei der Werkgruppe im Bereiche Grünanlagen / Unterhalt Sportplätze an. Armando Tramèr trat am 1. November die vakante Stelle als Mitarbeiter bei der Werkgruppe im Bereich Unterhalt / Instandhaltung an Simon Rauch trat am 1. August die Lehre als Mitarbeiter Betriebsunterhalt Fachrichtung Werkdienst an. Jubiläen: Franco Vincenti Mario Rogantini Weiterbildung 20 Jahre 30 Jahre Intern wurden zwei Kurse für das Werk- und Forstpersonal durchgeführt. Neben einem Repetitionskurs in Erster Hilfe wurde ein Kurs der ASTAG zur Verkehrssicherheit organisiert. Ziele 2015 Die Pflege der Schutzwälder im Bereich God Foppettas und God dal Ova Cotschna sollen ausgeführt werden. Die Werk- und Forstgruppe sollen die Revitalisierungs- und Begrünungsmassnahmen im Rahmen der Ski WM 2017 sowie der Ersatzmassnahmen bestmöglich unterstützen. Abschluss des 2013 begonnen Projektes zur Sicherung von Wegen und Zugängen vor Gleitschnee Ereignissen durch temporäre Holzverbauungen. 1. Etappe der Erneuerung der Trockensteinmauern entlang des Wanderweges zur Ochsenweide und nach Somplaz. Punktuelle Verbreiterung des Engpasses beim Waldweg God Spuondas Rosatsch. 53

Unterstützung der Revitalisierungsarbeiten am Ovel da Staz. Die Zahl der Berufs- und Nichtberufsunfälle soll im laufenden Jahr beim Werk- und Forstdienst halbiert werden. Abschluss des Waldreservates Gianda Naira und Grundlagenerhebung für ein Reservat God Sur Chaunt Blais. 1.5.6 Liegenschaften Rückblick 2014 Sportanlagen Eisbahn Das abgelaufene Berichtsjahr war geprägt durch einen enormen Aufwand des Eisbahnpersonals zur Aufrechterhaltung des Angebots auf der Eisbahn. Nach einem Unfall in der Equipe, welche das Curlingfeld im Kulmareal betreute, half unser Eisbahnteam auch dort aus. Dies führte dazu, dass das Personal im Januar / Februar praktisch durchgehend arbeiten mussten. Für diesen ausserordentlichen Einsatz möchten wir uns noch einmal ganz herzlich bedanken. Technisch gesehen war das Jahr geprägt von der nicht ganz einfachen Inbetriebnahme der Wärmepumpenanlage von St. Moritz Energie und dem Anschluss der Kompressoren mit der Abwärme der Eisarena an diese Anlage. Der fast reibungslose Anschluss der Anlage rechtfertigt im Nachhinein teilweise den enormen Betreuungs- und Koordinationsaufwand, der damit anfiel. Insbesondere die gut durchdachte Planung und der speditive Einsatz der eigenen Mitarbeitern der Eisarena sowie die gute Zusammenarbeit mit den Fachfirmen haben dazu beigetragen, dass die Eisarena ihre Tore dann auch zum geplanten Datum wieder öffnen konnte. Gleichzeitig mit dem Umbau der Anlage wurden auch die veraltete Alarmierung und das Steuerungssystem im Maschinenraum ausgewechselt. Dank der straffen Führung unseres externen Beraters J. Annen und seiner Koordination zwischen Fachfirmen und Betreiber konnte die Anlage nach Inbetriebnahme innert kurzer Zeit optimiert und auf die Gegebenheiten des Betriebes angepasst werden. Wirkliche Vergleichszahlen zum Verbrauch liegen jedoch erst nach ca. 2 vollen Jahren vor, da zu viele Faktoren wie Witterungsbedingungen, Betriebszeiten, etc. einen direkten Einfluss haben. In den Garderoben wurden die Duschköpfe in den Nasszellen mit wassersparenden Systemen nachgerüstet und in den WC Anlagen konnte eine weitere Etappe zum Austausch der Glastrennwände realisiert werden. Ende Jahr kam es zu einem Pächterwechsel im Restaurant der Eisbahn. Neu führt das Ehepaar Clavuot das Restaurant und die ersten Rückmeldungen sind durchwegs positiv. Wir wünschen ihnen bei ihrer Arbeit viel Freude, Befriedigung und Erfolg. Im Sommer 2014 wurden Räumlichkeiten als temporäre Lösung an die jüdische Glaubensgemeinschaft vermietet. Die Erfahrungen waren durchwegs positiv. Liegenschaften Rathaus Im Rathaus konnten die Büros im 3. OG umgebaut und erneuert werden. Die Büros wurden neu möbliert. Parallel dazu wurden die Gangbereiche im 2. / 3. / 4. Obergeschoss sowie das Treppenhaus saniert. Die alten, teilweise mit Asbest belasteten Bodenbeläge wurden herausgerissen und erneuert. Im Treppenhaus wurden die alten Marmorplatten wieder freigelegt. Sie erstrahlen in neuem Glanz und erinnern an die Zeit, als das Rathaus noch Hotel Savoy hiess. 54

Abbildung: Insbesondere der Ausbau des alten Aktentresors verlangte eine Kombination aus Fingerspitzengefühl und Herkuleskräften (Bild Bauamt St.Moritz) Im 2. Obergeschoss wurde zudem ein Warteraum für die Besucher der Einwohnerdienste und des Steueramtes eingerichtet und im 4. OG konnte durch Optimierung eine klare Trennung zwischen Materialraum Reinigung und Aufenthaltsraum / Mittagstisch für das Personal erreicht werden. Wertstoffhalle Bahnhof Entgegen der ursprünglichen Planung wird die Wertstoffhalle bis über das 2016 hinaus am heutigen Standort verbleiben können bis klar ist, wie das Areal weiter entwickelt werden soll. Investitionen in die Wertstoffhalle werden aber weiterhin auf den laufenden Unterhalt beschränkt bleiben. Rondelle Polizeiposten Wohnhaus Nach einem Wassereinbruch im Polizeiposten musste eine umfassende Flachdachreparatur vorgenommen werden. Seniorenresidenz Chalavus Der Sala Bernina in der Seniorenresidenz wird rege durch ein vielfältiges Angebot (Mittagstisch / Vorträge / Jassnachmittage / Seniorenturnen / Adventsbasteln / etc.) genutzt. Der Durchbruch für die bewilligte Garageneinfahrt für die Liegenschaft Cattaneo wurde fertig gestellt. Weiterhin stellt das unbefugte Fremdparken in der Tiefgarage ein Problem dar. Eine Lösung des Problems ist nicht sehr einfach und das Bauamt versucht in Zusammenarbeit mit den Eigentümern und der Gemeindepolizei eine Lösung zu finden. Parkhaus Quadrellas Neben dem normalen Unterhalt musste die Serveranlage altershalber ausgetauscht und Teile der Notstromanlage ersetzt werden. Leider müssen wir wieder vermehrte Vandalen-Schäden feststellen. So scheinen neuerdings vor allem die Feuerlöscher besonders attraktiv zu sein. Diese werden beschädigt, abgelassen oder ganz einfach gestohlen. Leider ist es trotz einem Überwachungssystem praktisch unmöglich die Täterschaft zu ermitteln. 55

Parkhaus Serletta Neben den üblichen Unterhaltsarbeiten mussten die Toranlage neu abgedichtet werden, um die Frostgefahr im Einfahrtsbereich zu minimieren. Im Bereich der Rolltreppen und Zugänge / Hallenbereich mussten diverse lose Wandplatten befestigt resp. ersetzt werden. Zudem kam es zu vermehrten Störungen mit den Schaltgeräten in den Vitrinen der Galerie. Diese haben nach rund 10 Jahren ausgedient. Zwei von fünf Kassen im Parkhaus Serletta wurden analog den Kassen im Parkhaus Quadrellas mit Kreditkartenlesegeräten der neuesten Generation Da Vinci 2 ausgerüstet. Da diese neuen Leser sehr teuer sind, wurden primär nur die Kassen nachgerüstet, welche am häufigsten von den Kunden genutzt werden. Die neuen Kreditkartenleser erlauben eine einfachere Handhabung bei Störungen und die Kreditkarte wird deutlich schneller wieder ausgeschoben. Dies führte zu einem deutlichen Rückgang an echten Störungen und Meldungen von ungeduldigen Kunden, was den Technischen Dienst aber auch die Gemeindepolizei entlastete. St. Moritz Energie realisierte zusammen mit Tesla im zweiten Geschoss vier Tesla Super Charges Stationen, an denen sich Tesla Fahrzeuge kostenlos aufladen können. Mit seinem Stromverbrauch gilt neben der Eisbahn auch das Parkhaus Serletta als Grossverbraucher von Energie. Zur Umsetzung des Grossverbraucherartikels wurden bindende Ziele vereinbart, die mit Energiesparmassnahmen erreicht werden sollen. Aussenanlagen Parkplätze und Poller der Zufahrt zur Fussgängerzone 2014 wurden 10 neuen Ticketautomaten des Systems Presto angeschafft. Dieses überzeugte durch seine Bediener- und Unterhaltsfreundlichkeit. Zudem durften wir bei der Beschaffung auch auf die Erfahrungen der Gemeinde Pontresina zurückgreifen, wo die Geräte bereits seit längerem im Einsatz sind. Nach einer Umgewöhnungsphase unserer Nutzer haben sich inzwischen die Fehlermeldungen auf ein Minimum reduziert. Daneben konnte die Parkierung rund um das Hallenbad fertig gestellt werden und die Polleranlage wurde in Betrieb genommen. Schützenhaus Schiessanlage Dimlej Im Rahmen der Erneuerung der Kugelfänge wurde 2014 die 300 m Anlage mit einem Kugelfangkasten ausgerüstet. Die bisherigen Kugelfänge waren mit Granulat gefüllt, welches die Projektile abbremste und auffing. Die Kugelfangkästen mussten periodisch geleert, das Metall entfernt und anschliessend wieder aufgefüllt werden. Das neue System mit den Kugelfangkästen aus Spezialstahl bremst die eindringenden Geschosse und diese fallen neu in eine staubdichte Schublade. Diese kann einmal pro Jahr, vorzugsweise am Ende des Jahres, vom eigenen Personal geleert werden. Die Metallrückstände können anschliessend über die ordentliche Altmetallsammlung entsorgt werden. Reithalle Die Reithalle wurde definitiv ausser Betrieb gesetzt und bleibt bis auf weiteres geschlossen. Der Annex, welcher nicht unmittelbar zur Halle gehört, wird nach Abklärung zur Lagerung des Hindernismaterials für den Concours vermietet. Kirchturm Im vergangenen Jahr musste der Turmwart, unterstützt durch das Forstamt, insgesamt 9 Mal den Turm resp. dessen Simse und Brüstungen abschaufeln. Die Sanierung der Innentreppe musste verschoben werden, da für die Auftragsvergabe und Ausführungsbegleitung zu wenig Kapazität zur Verfügung stand. Die Arbeiten wurden auf 2016 verschoben. 56

Gutsbetrieb Oberalpina Das von St. Moritz Energie und Bauamt zusammen mit der Firma Eternit geplante und 2013 ausgeführte Solardach (Photovoltaikanlage, welche gleichzeitig die Funktion der Dacheindeckung übernimmt) konnte leider nicht allen Anforderungen auf dieser Höhenlage genügen. Einerseits führten technische Probleme dazu, dass das Dach nicht wie ursprünglich vorgesehen betrieben werden konnte. Dieses Problem gepaart mit einem ausserordentlich schneereichen Winter führte dazu, dass die Bewirtschaftung sehr stark erschwert und die Auflagen an einen Biobetrieb kaum mehr eingehalten werden konnten. Andererseits führte dies zu erheblichen Sicherheitsproblemen, die im Sommer / Herbst 2014 gelöst werden mussten. In der Folge musste, neben einigen weiteren Abschlussarbeiten, dass Solardach im 2014 redimensioniert und teilweise zurückgebaut werden. Die Mehrkosten wurden durch St. Moritz Energie und Bauamt getragen. Mit der Inbetriebnahme des angepassten Solardaches ist die Erneuerung des Gutsbetriebes Oberalpina nun abgeschlossen. Die redimensionierte und neu eingestellte Anlage konnte sich nach Angaben von St. Moritz Energie inzwischen im laufenden Winter 14/15 bewähren und entspricht der maximal möglichen Dimension an diesem Standort. Abbildung: Redimensioniertes Solardach auf dem Kuhstall des Gutsbetriebes Oberalpina (Bauamt St. Moritz) Friedhof Für die Liegenschaft beim Friedhof Somplaz wurde eine neue Hauszuleitung Trinkwasser erstellt. Der bestehende Geräteschuppen wurde in Zusammenarbeit mit einem einheimischen Zimmermann durch die Forstgruppe demontiert und eingelagert. Anschliessend wurde eine neue, grössere Remise erstellt. Wohnhaus Champfèr Die Leitungen im Wohnhaus Champfèr müssen regelmässig gespült werden, damit kein Rostwasser auftritt. In den kommenden Jahren muss intensiv über eine Gesamtsanierung der Liegenschaft inkl. Wärmedämmung nachgedacht werden. 57

Schiefer Turm Nach der Wiederaufrichtung des Schiefen Turmes wurde 2014 begonnen die Aussenmauern zu sanieren. In einer ersten Etappe wurde die talseitige Mauer saniert, an der der Hangdruck des Brattasgebietes besonders deutliche Spuren zeigte. Dazu wurde die Mauer analog der letzten Sanierung vernagelt, um ihren Zusammenhalt zu gewährleisten. 2015 soll nun die bergseitige Mauer gesichert werden und anschliessend soll diese unter fachkundiger Anleitung durch einen Spezialisten wieder nach Absprache mit der Denkmalpflege verputzt werden, damit das Wahrzeichen von St. Moritz wieder in neuer alter Frische erstrahlen kann. Kindergärten / Schulhäuser Schulhaus Champfèr Wetterseitig musste das Mauerwerk beim Schulhaus Champfèr ausgebessert werden. Schulhaus Grevas Durch die Überlast des Schnees wurde am Rand der Turnhalle ein Schaden verursacht. Dieser wurde behoben und gleichzeitig der Unterbau / Stützen verstärkt. Schulhaus Dorf Das Auftreten von Feuchtigkeit und Pilzbefall erforderten sofortige Massnahmen. Mit einer Unterdruckbehandlung in diversen Lagerräumen in der Bibliothek konnte das Problem gelöst werden. Die Liegenschaftsverwaltung überwacht vorsorglich die betroffenen Lagerräume bis auf weiteres. Personal Mutationen Abgänge: Fatima da Silva verliess die Gemeinde auf eigenen Wunsch. Wir danke für die langjährige Hilfe und Mitarbeit im Reinigungsteam und wünschen ihr alles Gute Eintritte: Loris Crameri wurde neu bei der Gemeinde St. Moritz angestellt. Er arbeitet stundenweise und unterstützt die verschiedenen Reinigungsteams (Schulhäuser / Rathaus / Chalavus), den technischen Dienst und hilft bei Engpässen auf der Sägerei beim Forstamt St. Moritz aus. Weiterbildung: Das Eisbahnpersonal nahm an einer internen Schulung teil. Dabei wurde das Schwergewicht auf die Themen Sicherheit und Energieverbrauch gelegt. Teilnahme an der Betriebsleitertagung GSK in Gstaad mit Fachreferaten in Bezug auf gesetzlichen Neuerungen und technischen Entwicklungen. Ziele 2015 Mit der Eingliederung der Kurvereins in die Gemeinde als St. Moritz Tourismus werden die Sportanlagen wie die Eisbahn Ludains künftig nicht mehr durch den Bereich Liegenschaftsverwaltung betreut werden. Die Übergabe und Einführung muss geplant und bis zum Sommer 2016 abgeschlossen sein. Durch die Einarbeitung eines geeigneten Mitarbeiters in den Bereich Liegenschaften soll mit der 2016 anstehenden Pensionierung von Frau U. Moos der ein reibungsloser Übergang sichergestellt 58

werden und dafür Sorge getragen werden, das möglichst viel Wissen und Erfahrung beim Bauamt erhalten werden kann. Es wird versucht die Stelle intern zu besetzen. Eingliederung der Nachrichtenbunkers in das Liegenschaften Portfolio der Gemeinde und dessen Umnutzung als Lager Beat Lüscher, Leiter Bauamt 1.5.7 Energiestadt St. Moritz Das Jahr 2014 stand bei der Kommission Energiestadt St. Moritz ganz im Zeichen der Erarbeitung von einem Energiegesetz für St. Moritz sowie der Bewerbung und Teilnahme am Unterstützungsprogramm 2000-Watt- Konzepte Phase 2 vom Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK und vom Bundesamt für Energie BFE. Dazu trafen sich die Kommissionsmitglieder zu 5 Arbeitsgruppensitzungen und 4 Kommissionssitzungen. Der Kommissionspräsident besuchte dazu am 23.05. den Energiekonzept Kongress in St.Gallen und nahm am 21.08. an einer Sitzung beim Amt für Energie und Verkehr AEV in Chur teil. Dem St. Moritzer Gemeindevorstand wurden 3 Anträge eingereicht welche von diesem befürwortend behandelt wurden. Mit einstimmigem Beschluss an der Kommissionssitzung vom 17. Juli 2014 bat die Kommission Energiestadt den Gemeindevorstand um Verabschiedung vom neu ausgearbeiteten Energiefondsgesetz und um Genehmigung durch den St. Moritzer Gemeinderat und der Urnengemeinde. Dieses Gesetz ersetzt die Verordnung für die jährlichen Unterstützungsbeiträge (250'000.--) an Gebäudesanierungen. Es regelt die finanzielle Förderung von Projekten zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur effizienten Nutzung erneuerbarer Energiequellen, sowie Aufgaben und Finanzierung der Energieberatung und die Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Energie. Zur Finanzierung der Aufgaben gemäss diesem Gesetz wird aus dem jährlich wiederkehrenden Entgelt gemäss Art. 26 EW-Gesetz (Stromrappen) ein Energiefonds geäufnet, und zwar bis zu einem Betrag von maximal CHF 3'000'000.--. Der St. Moritzer Gemeindevorstand hat am 29. April dem Bundesamt für Energie BFE die Unterstützung der St. Moritzer Bewerbung am Projekt 2000-Watt-Konzepte Phase 2 bestätigt. Eine Arbeitsgruppe und die Kommission Energiestadt St. Moritz haben in Zusammenarbeit mit dem Energiestadtberater Stefan Brändle und dem AEV Amt für Energie und Verkehr GR, den Herren Andrea Lötscher und Michael Casutt, dieses Projekt weiterentwickelt. Dabei wurde die ursprüngliche Idee der Datenerhebung Oelverbrauch und auf Grund dieser Verbrauchsdaten die Einführung eines Bonus-Malus- Systems aufgegeben. Der Aufwand wäre administrativ zu gross und das Vorhaben auch aus juristischer Sicht schwierig zu realisieren. Das Ziel den Energieverbrauch in St. Moritz markant zu reduzieren kann hauptsächlich mit Gebäudesanierungen erreicht werden. 63 % der Wohnungen in St. Moritz befinden sich im Stockwerkeigentum. Sanierungen sind aufgrund der meist unterschiedlichen Interessen der Stockwerkeigentümer nur schwer umzusetzen. Damit diese Gebäude trotzdem saniert werden, hat die Kommission Energiestadt folgenden Antrag beim Gemeindevorstand eingereicht: St. Moritz übernimmt eine Vorreiterrolle mit der Einführung "Minimalanteil Erneuerbare Energien" gemäss MuKEn 2014. Das heisst, bei jedem Heizkesselersatz wird verpflichtend gefordert, dass ein Teil der Wärme aus erneuerbaren Quellen zu gewinnen ist. Die Umsetzung erfolgt kontinuierlich im Rahmen des absehbaren Ersatzes von Heizkesseln in Gebäuden die älter als 20 Jahre sind. Die Umsetzung kann durch die bereits bestehenden Anreize (Förderung 15-20% Kanton, 15-20% Gemeinde) unterstützt werden. Auf Grund von der juristischen Überprüfung durch Dr. Duri Pally bat die Kommission Energiestadt den Gemeindevorstand, mit einstimmigem Beschluss an der Kommissionssitzung vom 16. Dezember 2014, 59

um Verabschiedung und um Genehmigung durch den St. Moritzer Gemeinderat und die Urnengemeinde ein Energiegesetz zu erlassen und sämtliche Energiefragen darin zu regeln, insbesondere Energiefonds und Minimalanteil Erneuerbare Energien gemäss MuKEn 2014. Das Ziel von St. Moritz die Energieeffizienz bei Raumwärme und Warmwasser bis 2025 um 25% zu steigern und die Co2-Immissionen bis 2025 um 30% zu reduzieren sollte damit erreicht werden können. Seit 2012 können im Parkhaus Serletta in St. Moritz alle Elektrofahrzeuge gratis mit Solarstrom geladen werden. Am 6. Dezember 2014 wurde zusätzlich der Betrieb von 4 Supercharger eingeweiht. Diese laden Batterien von einem Tesla Model S in zwanzig Minuten zur Hälfte auf. Auch für 2014 hatte die Gemeinde St. Moritz für Beiträge an Gebäudesanierungen CHF 250'000.- im Budget. Die Unterstützungsbeiträge betrugen im Berichtsjahr jedoch nur CHF 56'160.. Im Rahmen vom Jubiläumsanlass 150 Jahre Wintertourismus in St. Moritz hat eine Arbeitsgruppe Führungen zum Thema Energie und eine Broschüre initiiert. Zwischen dem 17. Dezember und 11. März wird immer um Mitte Monat an einem Mittwoch Interessierten der Energieverbund St. Moritz Bad mit Nutzung von Seewasser sowie Muottas Muragl, das erste Plusenergie-Hotel des Alpenraums vorgestellt. Die Sensibilisierung der Bevölkerung für Energiefragen ist uns sehr wichtig. Ein nachhaltiger Tourismus erfordert künftig einen bewussten Einsatz von Energie und Ressourcen. Pionierhaft sparsam müssen sie genutzt werden, damit die Umwelt intakt bleibt und dies ohne Einbussen an Komfort. Im Oberengadin sollte ein Co2- neutraler Tourismus angestrebt werden. Das Amt für Energie und Verkehr (AEV) hat eine Wanderausstellung zum Thema energetische Gebäudesanierung entwickelt. In Zusammenarbeit mit der Energiestadt St. Moritz soll dieses Thema dem Bürger und der Bürgerin näher gebracht werden. Die Bevölkerung wird zum Wärmeschutz von Gebäuden sensibilisiert und erfährt, dass gut gedämmte Häuser viele Vorteile haben und Gebäudesanierungen durch Fördergelder unterstützt werden. Die Immobilienbesitzer werden motiviert, ihre Gebäude zu sanieren. Das Anschauungsobjekt besteht aus zwei Häusern einem Altbau und einem sanierten Bau. Mit einer Kerze beheizt, wird der Unterschied der erreichten Innentemperatur demonstriert. Vom 29. Januar bis 5. Februar 2015 steht das Anschauungsprojekt prominent vor dem Gemeindehaus in St. Moritz und demonstriert selbstsprechend den Passanten den Unterschied zwischen schwach gedämmt und gut gedämmt. Ein Startevent am 29.01. um 18 Uhr und eine Schlussveranstaltung am 5. Februar um 18.30 Uhr im Ratsaal altes Schulhaus verhelfen dem Projekt zu grösserer Aufmerksamkeit und Wirksamkeit. Die EnerCoach-Buchhaltung wird vom Bauamt weitergeführt. Diese gibt Auskunft über den Energieverbrauch der gemeindeeigenen Bauten, deren Energieeffizienz und den Veränderungen. An den Kommissionssitzungen 2014 wurden insbesondere nachstehende Themen behandelt: - Unterstützungsprogramm BFE 2000-Watt-Konzepte Phase 2 - Erarbeitung Energiefondsgesetz - NIV Projekt Ski WM 2017 - Eröffnung Energieverbund St. Moritz Bad vom 22.03.2014 - LED Leuchtkörper in Parkhäusern Quadrellas & Serletta (Reduktion Stromkosten CHF 70'000.- p.a.) - Veranstaltung isolieren hilft heizen mit AEV 29.01. 5.2.2015 in St. Moritz - Arbeitsgruppe Energie 150 Jahre Wintertourismus - Beiträge an Gebäudesanierungen - Internationales E-Mobil Rallye Wave 12. 20. Juni 2015 Ganz herzlich danke ich den Kommissionsmitgliedern, den Gemeindebehörden und der Verwaltung für das 60

Engagement und die grosse Unterstützung beim Verfolgen einer nachhaltigen Energiepolitik. Max Weiss, Präsident Energiestadtkommission 2 Gesundheits-, Sozial- und Erziehungsdepartement 2.1 Sozialkommission Mitglieder der Sozialkommission Anita Urfer Maja Eberhard Pfr. Jürg Stuker Pfr. Thomas Widmer Alexander Blöchlinger Sachbearbeiterin: Präsidentin, Departementsvorsteherin Vertreterin der Bürgergemeinde Vertreter der kath. Kirchgemeinde Vertreter der ref. Kirchgemeinde Kommissionsmitglied Kathrin Asprion Allgemeines Zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte werden in diesem Bericht keine Namen genannt. In der Sozialhilfe wird zwischen materieller bzw. wirtschaftlicher Hilfe (z.b. öffentliche Unterstützung) einerseits und persönlicher Hilfe (Sozialberatung) andererseits unterschieden. Diese Trennung ist bedeutsam, weil in Graubünden die öffentliche Unterstützung in der Zuständigkeit der Gemeinde liegt, Sozialberatung aber Aufgabe des Kantons ist. Gesuche um öffentliche Unterstützung gemäss Unterstützungsgesetz (BR 546.250) werden uns vom Sozialdienst Samedan oder anderen Institutionen (z.b. Berufsbeistandschaft, Procap, usw.) zugestellt. Diese werden dann von der Kommission behandelt. Die zu behandelnden Klienten werden den Kommissionsmitgliedern zugeteilt Rückerstattungspflicht: Sozialhilfeleistungen werden aus Steuergeldern finanziert und sind grundsätzlich rückzahlbar. Artikel 11, Absatz 2 des Kantonalen Unterstützungsgesetzes sieht vor: Verbessern sich die Vermögens- oder Erwerbsverhältnisse des Unterstützten, so kann er zur Rückerstattung der bezogenen Unterstützungshilfe ohne Zins verpflichtet werden. Die Rückerstattung soll nur soweit erfolgen, als dadurch keine neue Bedürftigkeit entsteht. Gemäss Absatz 5 des gleichen Artikels verjähren diese Rückerstattungsansprüche nicht. Aufgrund der oben erwähnten rechtlichen Grundlage prüfen wir, ob die wirtschaftlichen Verhältnisse von ehemaligen Sozialbezügern eine Rückzahlung zulassen. Im Jahr 2014 konnten so total CHF 53 650.70 eingefordert werden. Diese Abklärungen werden regelmässig alle 2 Jahre vorgenommen. 61

Einkommensverwaltungen: Die Sozialkommission betreut zurzeit 7 Personen in finanzieller Hinsicht. Zusätzlich bieten wir Hilfestellung im Kontakt mit Ämtern, bei der Geltendmachung von Beiträgen verschiedenster Art, Schuldensanierung, usw. In der Regel sind dies Personen, die ehemals Unterstützungsgelder bezogen haben. Die Einkommensverwaltung soll ein erneutes Abrutschen in die Sozialhilfe verhindern. Rechnungsergebnis 2012 2013 2014 Netto-Aufwand 171 022.06 143 816.30 42 857.90 abz. Kantonsbeiträge 28 985.75 64 421.65 9 098.70 abz. Beiträge andere Kantone 13 958.10 Sozialaufwand 142 036.31 79 394.65 19 801.10 ========================================================================= Der Netto-Aufwand für Sozialleistungen 2014 ist für unsere Gemeinde im Vergleich zum Vorjahr wiederum gesunken, und zwar um CHF 100 958.40. Dieser massive Rückgang ist vor allem auf rückwirkende Zahlungen von IV-Renten zurück zu führen. Nach Berücksichtigung der Kantonsbeiträge ist der totale Sozialaufwand im Vergleich zum Vorjahr um CHF 59 593.55 gesunken. Lastenausgleich 2012 2013 2014 Beitrag an den Kanton 266 821 (65%) 291 846 (79%) 286 323 (94%) Sozialaufwand Gemeinde 142 036 (35%) 79 395 (21%) 19 801 ( 6%) Total-Aufwand 408 857 371 241 306 124 ============================================================================ Der gemeindeeigene Sozialaufwand ist im Vergleich zum Jahr 2013 wiederum um beachtliche 75% gesunken. Die Sozialausgaben im Kanton haben jedoch nur um rund 2% abgenommen. Deshalb ist unser Beitrag an das Lastenausgleichsgesetz für die finanzschwachen Kantonsgemeinden von 79% auf 94% angestiegen. Subsidiäre Kostengutsprachen ZUG, Art. 21 für den notfallmässigen Spitalaufenthalt Aufgrund dieses Artikels ist die Gemeinde verpflichtet, subsidiäre Kostengutsprachen zu leisten. Im 2014 haben wir 23 entsprechende Gesuche für verunfallte Personen behandelt. In diesem Jahr musste die Gemeinde in 1 Fall die Restkosten für den notfallmässigen Transport und den Spital- oder Klinikaufenthalt im Totalbetrag von CHF 832.35 übernehmen. 62

Nettoaufwand nach Funktionen der Gemeinde St. Moritz Sozialausgaben der Gemeinde St. Moritz 2014 2013 prozentual zum Gesamtaufwand 0.6 % 0.6 % Fallstatistik in unserer Gemeinde 2014 2013 Reguläre Fälle 14 15 Übernahme Prämien, Selbstbehalte Krankenkasse und div. Kosten 7 6 Total Fälle 21** 21* davon in stationären Einrichtungen 3 2 langjährig unterstützte Personen 8 15 Allein erziehende Mütter/Väter 2 4 betroffene Kinder 2 6 Regelmässige Unterstützung ohne Erwerbstätigkeit 4 6 Unterstützung trotz Erwerbstätigkeit (working poor) 2 5 Fälle abgeschlossen 15 11 Fälle neu aufgenommen 12 7 * Schweizer 90.5% andere Nationalitäten 9.5% ** Schweizer 50.0% andere Nationalitäten 50.0% Bemerkungen: Die Zusammenarbeit mit der Sozialkommission, dem regionalen Sozialdienst in Samedan, der Berufsbeistandschaft und der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde sowie den betreuenden Ärzten verlief auch dieses Jahr gut. Dieses Jahr absolvierte Kathrin Asprion die Ausbildung zur Alimentenfachperson mit Erfolg. Als Sachbearbeiterin setzt sie sich täglich kompetent, zuvorkommend und mit grossem Engagement für unsere bedürftigen Einwohner /-innen ein. Pfr. Widmer hat uns im März, wegen Wegzug aus dem Engadin, verlassen. Für die angenehme Zusammenarbeit bedankt sich die Kommission bei ihm. Im Januar 2015 wurde als Nachfolger Pfr. Jürgen Will vom Gemeinderat bestätigt. Nach 16-jähriger Tätigkeit verliess uns, als Vertreterin der Bürgergemeinde, Maja Eberhard. Auch ihr gebührt ein grosses Dankeschön für das grosse Engagement. Ihr wohlwollender Einsatz für Klienten und Klientinnen wurde stets sehr geschätzt. Wir wünschen ihr im Pensionsalter Gesundheit und viele schöne Begegnungen. An ihrer Stelle wurde Andrea Mutschler vom Bürgerrat gewählt (Mai 2014) wie vom Gemeinderat (Januar 2015) bestätigt. Alexander Blöchlinger wurde zum Vizepräsident er Sozialkommission ernannt. 63

Der Kanton GR verlangt von den Gemeinden bis im Jahre 2016 die Verlinkung des Kantonalen Sozialamtes auf ihren Gemeinde-Homepages zu erstellen. Anita Urfer, Gesundheits-, Sozial- und Erziehungsdepartement 2.2 Schule und Bildung 2.2.1 Gemeindeschule Schulleitung Mit der Einführung der Scoula Sportiva übernahm Andrea Vondrasek unter anderem die Schulleitung in Champfèr und war als Übergangslösung nur noch zu 15% an der Gemeindeschule St. Moritz als Schulleiter anwesend. Um den Aufgaben der Schulleitung ab 2014/2015 wieder gerecht zu werden, wurde im vergangenen Schuljahr erfolgreich nach einem Nachfolger von Vondrasek in St. Moritz gesucht: Peter Gujer. Schulsekretariat Nach eigenen Aussagen von Barbara Schellenberg, brauchte es fast zwei Jahre, um in den Rhythmus der Schule hineinzuwachsen. Inzwischen ist das Schulsekretariat eine gut funktionierende Anlaufstelle. Im Schuljahr 2013/2014 mussten jeweils für den Bund, den Kanton und den regionalen Inspektor separate Statistiken und Abrechnungen erfasst werden. Diese waren sehr zeitintensiv. Schulrat Die Schulräte pflegten den Kontakt zur Schule und den Lehrpersonen durch Unterrichtsbesuche und Elternabenden. Nebst den Alltagsgeschäften wie Klassenzuteilungen, Bewilligungen für Klassenwechsel, IF oder Therapien, Urlaubsgesuchen und Lehrpersonenwahlen, die insgesamt viel Zeit in Anspruch nehmen, befasste sich der Schulrat insbesondere mit: der Eruierung von Sparpotenzial o Erhöhung Schulgeld Oblieger o Kürzung Budgetposten KITA o Ausarbeitung der Grundlagen für die öffentliche Ausschreibung Strategie Um- resp. Weiterbau 64

o Der Schulrat hat darauf aufmerksam gemacht, dass die bauliche und räumliche Infrastruktur zu wünschen übrig lässt. Hausaufgabenkultur und Unterstützungslektionen o Die Hausaufgaben-/Unterstützungslektionen wurden sehr gut besucht. Über 100 Schülerinnen und Schüler haben das Angebot entweder eins, zwei oder drei Mal besucht. Sie werden im kommenden Schuljahr weiterhin, jedoch kostenpflichtig, angeboten. Regelung des Gebrauchs elektronischer Geräte o Der Gebrauch von elektronischen Geräten (Smartphones etc.) hat zu Problemen an der Gemeindeschule St. Moritz geführt. Der Schulrat hat mit grosser medialer Aufmerksamkeit die Nutzung von Smartphones auf dem Schulareal während den Schulzeiten verboten. Die Regelung trat am 26. Mai in Kraft. Das Echo seitens der Eltern und Lehrpersonen war durchwegs sehr gut. Schulbetrieb Die traditionellen Schulanlässe wie Weihnachts- und Schlussfeier, Schülermeisterschaften, Lawinentag für die 8. Klassen, Vorträge durch Fachleute für die 9.-Klässler (Schuldenfalle, Tourismus), Berufs-Infos und Theateraufführungen konnten im normalen Rahmen durchgeführt werden. Auch wurden wieder Autoren für Lesungen eingeladen. Neues Schulgesetz o Grössere Änderungen hat es durch das neue Schulgesetz ergeben, das ab dem 1. August 2013 umgesetzt werden musste. Aufgrund der Einführung des neuen Schulgesetzes darf es künftig keine separativ geführten Kleinklassen mehr geben. Daher werden sonderpädagogische Massnahmen so weit wie möglich klassenzimmerintern, als integrierte Förderung durchgeführt. Projektwochen o Zum fünften Mal fanden die Projektwochen statt. Wieder konnten fast alle SchülerInnen das Projekt ihrer ersten Wahl besuchen. Die SchülerInnen und Schüler konnten aus 30 verschiedenen Angeboten auswählen. Bewegte Schule St. Moritz o Die Gemeindeschule St. Moritz engagiert sich mit dem Ziel, Bewegung auch ausserhalb des Sportunterrichts in den Schulalltag zu integrieren, um so ganzheitliche Bewegung zu fördern und das Lernen zu erleichtern. Erfolgreich lernende, leistungsbereite Kinder und Jugendliche, die mit Freude zur Schule gehen, sind das Ziel der Bewegten Schule St. Moritz. Kognitive Fähigkeiten o Der Ansatz gezielt die kognitiven Fähigkeiten in der ganzen Schule auf die gleiche Weise zu fördern, hat bereits Früchte getragen. Im kantonalen Vergleich haben unsere Schülerinnen und Schüler Fortschritte gemacht Integrative Förderung o Das neue Schulgesetz, welches seit Schuljahr 2013/2014 greift, hat bekanntermassen die Kleinklassen durch integrative Förderung abgelöst. Dies ist für alle Involvierten eine grosse Umstellung. 65

Intervention o Die Situation in einer Klasse, bedingt durch rivalisierende Buben, erreichte im Herbst 2013 einen Punkt, indem die Klasse in den Hauptlektionen für ein Quartal in zwei Gruppen geteilt wurde. Die Klasse konnte tatsächlich nach und nach wieder zusammenwachsen und die Teilung aufgehoben werden. Schulsozialarbeit Karin Marxer hat das erste Jahr als Schulsozialarbeiterin absolviert. Ihre Arbeit ist wichtig und bewährt sich. Begabtenförderung Seit dem Schuljahr 2002/2003 existiert an der Gemeindeschule St. Moritz die Begabtengruppe für die Begabtenförderung. Im Berichtsjahr 2013/2014 besuchten zehn Schülerinnen und Schüler die Fördergruppe. Davon ein Kind aus Sils, eines aus Celerina und eines aus Pontresina. DaZ (Deutsch als Zweitsprache) Insgesamt 43 Schülerinnen und Schüler haben zwischen zwei und sechs Lektionen DaZ erhalten. Dies vorallem in der Unterstufe und der ersten Mittelstufe. Auch im Kindergarten werden DaZ-Lektionen gehalten. Dies um den kommenden Unterricht in der Unterstufe zu erleichtern. Im Kindergarten besteht ein Ausländeranteil von 44.5 Prozent, was sich in der Sprachförderung stark auswirkt. Integrative Förderung Das neue sonderpädagogische Angebot, das mit der Einführung des neuen Schulgesetzes die Kleinklassen ablöste, ist integrativ ausgerichtet. Mit der integrativen Förderung anerkennt unsere Schule, dass Schülerinnen und Schüler in einer Regelklasse sich hinsichtlich Entwicklungsstand, Lern- und Leistungsfähigkeit, sozialer und sprachlicher Herkunft oder Verhalten unterscheiden. Die Klassenlehrperson und eine speziell ausgebildete Förderlehrperson, der Schulischen Heilpädagogik (SHP) begleiten die Schülerinnen und Schüler mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen auf ihrem Lernweg. Die Lehrpersonen werden in ihrer Förder- und Integrationsarbeit unterstützt und erhalten die nötige Fortbildung. Lehrerfortbildung Viele St. Moritzer LehrerInnen besuchen regelmässig schweizerische und Bündner Weiterbildungskurse. Die Gemeindeschule hat im Schuljahr 2013/14 dreimal eigene Weiterbildungen in St. Moritz organisiert: Schule bewegt, Dybuster und SchiWe-Kurs Team-Teaching. Personelles Mehrere Lehrkräfte verliessen die Gemeindeschule St. Moritz per Ende Schuljahr: Ursula Elisa Brenn Wegzug Caroline Brasser Mutterschaft Annelies Parpan Pensionierung nach 12 Jahren als Fachlehrerperson Für langjährige Dienste an unserer Schule konnten geehrt werden: Corina Bormann 10 Jahre Kindergärtnerin 66

Lucia Filli 35 Jahre Fachlehrperson Reto Matossi 25 Jahre Fachlehrperson/Schulleiter Silvia Schläpfer 35 Jahre Kindergärtnerin Sabina Wyss 25 Jahre Primarlehrperson Ausserdem starteten Corina Denuder und Alexandra Demarmels ihre Ausbildung zur Schulischen Heilpädagoginnen und Vito Ferrari sowie Enza di Napoli haben ihren Zertifikatslehrgang Italienisch (CAS) Lehrbefähigung begonnen. Zudem haben Alexandra Demarmels, Katja Depeder, Cristina Semadeni, Seraina Strähle und Albert Willy die Ausbildung zur Praxislehrperson in Angriff genommen. Besonderes Die Gemeindeschule St. Moritz bietet den OberstufenschülerInnen die Möglichkeit, sowohl die SIZ-Prüfung (das Schweizerische Informatik Zertifikat) zu erwerben, wie auch das KET/PET (Cambridge English Exam) zu erarbeiten. Kindertagesstätte St. Moritz (Kita) Durchschnittlich werden in der Kita während der Schulzeit 28 Kinder über Mittag und 12 Kinder am Nachmittag betreut. Insgesamt nutzen rund 60 Familien das Angebot der Kita. Im Schuljahr 2013/2014 wurde das Betreuungsangebot ausserdem ausgeweitet. Einerseits ist die Kita nun an fünf Tagen die Woche geöffnet. Ausserdem bietet die Kita eine Ferienbetreuung an. Jeweils eine Woche im Oktober und im März, sowie insgesamt vier Wochen in der Sommerzeit und während den ganzen Weihnachtsferien ist die Kita von morgens bis abends für die Kinder geöffnet. Scoula Sportiva Die Scoula Sportiva wurde mit einer grossen Eröffnungsfeier am 14. September 2013 eingeweiht. Das erste Schuljahr begann mit 14 Talenten. Alle besuchten die 1. oder 2. Sekundarklasse, welche zusammen geführt wurden. Von den 14 Talenten ist ein Musiker dabei. Die Sportler betreiben folgende Disziplinen als Hauptsportart: Ski Alpin, Langlauf, Snowboard-Freestyle, Geräteturnen, Eishockey und Eiskunstlauf. Die drei Lehrpersonen: Nadia Crameri, Adriano Iseppi und Andrea Vondrasek unterrichteten alle auch noch im Schulhaus Grevas. Adriano Iseppi ist 30% Sport-/ Musikkoordinator und Andrea Vondrasek 30% Schulleiter. Neben dem Schulbetrieb wurden zwei obligatorische Projektwochen in den Mai- und anfangs Sommerferien durchgeführt. Dabei wurden Lektionen in den Bereichen Bildnerisches Gestalten sowie Werken nachgeholt. Die Zusammenarbeit mit den Sport- /Musikpartnern ist sehr gut angelaufen. Das Sport-/Musikangebot sowie das Engagement sind riesig. Dank Die Schulleitung dankt allen, die in irgendeiner Form zum guten Abschluss des vergangenen Schuljahres beigetragen haben, vor allem: Allen Kindergärtnerinnen und Lehrpersonen für ihren unermüdlichen Einsatz, der auch die SchülerInnen dazu anspornt, ihr Bestes zu geben. Den Hauswarten und der Sekretärin, deren Arbeit für die Schülerschaft und das Lehrpersonal die nötigen guten Rahmenbedingungen schafft. Den Behörden, die uns mit ihrer Unterstützung in unserer Arbeit bestätigen, insbesondere dem Schulrat. Reto Matossi, Schulleiter Peter Gujer Andrea Vondrasek 67

2.2.2 Bibliothek St. Moritz 2.2.2.1 Dokumentationsbibliothek Bestand Auch im Berichtsjahr erhielten wir Geschenke von verschiedener Seite, welche die Sammlung der Dokumentationsbibliothek ergänzen (Dokumente, Bilder, etc.). Veranstalter und Institutionen in St. Moritz liefern uns regelmässig Prospekte Programme, Hauszeitungen etc. Die langjährige Zusammenarbeit mit dem Kurverein, der für uns die touristischen Publikationen, Plakate und Infomaterial zur Verfügung stellt, ist schwierig geworden. Oftmals erhalten wir die gewünschten Medien nicht oder nur unvollständig. Gespräche mit den Verantwortlichen haben stattgefunden. Es drohen Lücken in der Sammlung der Kurvereinspublikationen, die seit den Anfängen des Kurvereins (1894) gesammelt werden zu entstehen, die nicht mehr gefüllt werden können. Projekte Bereits in den Vorjahren leistete die Dokumentationsbibliothek Mithilfe bei verschiedenen Projekten, die von der Gemeinde lanciert oder unterstützt werden. Diese Leistungen werden seit 2014 explizit ausgewiesen und in Rechnung gestellt. Olympia-Stelen: Der Kurverein erarbeitete für die historischen Olympia-Standorte Informations-Stelen. Die Dokumentationsbibliothek lieferte umfassende Bildrecherchen und -lieferungen, Textredaktion und - korrekturen. Bebilderung Parkhaus Quadrellas: In Vorbereitung auf die Ski-Weltmeisterschaft 2017 lieferte die Dokumentationsbibliothek Bildmaterial, das die Fassade des Parkhauses an der Via Taunter Plazzas schmückt. Forum Paracelsus: Für die Ausstellung im renovierten Forum Paracelsus übernahm die Dokumentation die Überarbeitung sämtlicher Texte und der Hörstationen mit der Überwachung und Prüfung der Übersetzungen in zehn Sprachen. Ebenso wurde eine Touchscreen-Präsentation mit Bildern und Filmen aus der Dokumentationsbibliothek neu konzeptioniert. Die Eröffnung des Forum Paracelsus fand am 4. Juli statt. 150 Jahre Wintertourismus: Im Rahmen der Vorbereitungen und Veranstaltungen zum Jubiläum half die Dokumentationsbibliothek in vielfältiger Weise mit. Bei der Entstehung des Buches Schnee, Sonne und Stars von Michael Lütscher stand das Team dem Autor mit Rat und Tat zur Seite bei den umfangreichen Recherchen in der Dokumentationsbibliothek. An der Jubiläumsveranstaltung/City Race trat Corina Huber als Auskunftsperson auf der Festbühne auf. Für die Jubiläums-Diashow von Geri Hofstetter lieferte die Dokumentation umfangreiches historisches Bildmaterial. Grosse Teile des Jubiläumsfilms der Destination Engadin St. Moritz von Reto Lamm stammen aus der Dokumentationsbibliothek. Es zeigt sich in diesen Fällen besonders, wie wichtig die Dokumentationsbibliothek mit ihren gut erschlossenen und zugänglichen Beständen für Projekte ist, welche die Vergangenheit des Ortes in neue Zusammenhänge stellen. 68

Bildlieferungen Die Bilddatenbank der Dokumentationsbibliothek ist ein wichtiges Instrument für die Recherche von Bildmaterial für wissenschaftliche Publikationen, Matura- und Lehrabschluss-Arbeiten, aber auch für Journalisten zu unterschiedlichsten Themen und für Buchprojekte. So lieferte die Dokumentationsbibliothek Informationen und Bilder für die Jubiläumsschrift der Elektrizitätswerke St. Moritz, die Publikation St. Moritz. Stadt im Dorf von Christoph Sauter und Cordula Seger oder St. Moritz einfach von Hans Peter Danuser. Für den Film von Beat Rauch Wo der Winter wärmt - 150 Jahre Ferien im Schnee für NZZ-Format trug die Dokumentation Bild- und Filmmaterial bei. Im Zusammenhang mit den Veranstaltungen zum Jubiläum 150 Jahre Wintertourismus wurde die Dokumentationsbibliothek mit Bildanfragen von Journalisten überrannt. Die erleichterte Verfügbarkeit von Bildmaterial mit den Metadaten (Informationen zum Bild) über die Online-Bilddatenbank hat sich herumgesprochen. Die zum Teil sehr kurzfristigen und meistens dringenden Anfragen verlangten von den Mitarbeiterinnen viel Flexibilität. Amt für seltsame Fragen Auch dieses Jahr gelangten von verschiedenen Seiten, sei dies über die Gemeindekanzlei, die Tourismusorganisationen oder anderen Interessensgruppen, Anfragen zu speziellen Themen (Personen, historische Ereignisse, Ortsnamen, spezielle Gebäude etc.) an die Dokumentationsbibliothek. Manche können leicht beantwortet werden, andere brauchen intensive Recherche oder müssen unbeantwortet bleiben. Konservatorisches Compactus-Anlage Zur Ergänzung der Compactus-Anlage wurden zusätzliche Regalböden und Schubladen angeschafft. Die in Hängeregistermappen abgelegten eingescannten Fotografien wurden in säurefreie Einlagen umgelagert und Pergamincouverts herausgenommen und durch säurefreie Papierumschläge ersetzt. Fotobestand Max Wagner Der Bestand an Fotografien aus dem Nachlass Max Wagner wurde gesichtet, nach der Bibliothekssystematik sortiert und teilweise für die Bilddatenbank gescannt. Die Bilder ergänzen den Sammlungsbestand mit Abbildungen aus den 60er Jahren. Diese Zeitperiode ist im Bestand der Dokumentationsbibliothek nur schwach repräsentiert. Umlagerung Plakatsammlung in KGSR Die Plakate waren bisher in Planschränken im Compactus-Raum gelagert. Diese konnten nun unter Mithilfe der Arbeiter des Bauamts in den Kulturgüter-Schutzraum auf dem gleichen Stock aufgestellt werden. Dabei wurden die Bestände und der Zustand der Plakate kontrolliert. Zur Beurteilung der Lagersituation wurde ein Gebäudetechniker beigezogen, der das Raumklima und die Aussenwände beurteilte. Dabei wurde an der Hinterwand des Compactus-Raums, wo die Planschränke gestanden haben, leichter Schimmelbefall festgestellt. Die befallenen Stellen wurden fachmännisch behandelt. Für den Zustand der Plakate wurde ein Papierrestaurator befragt, und mit ihm die nötigen Massnahmen für die Einlagerung diskutiert. Die Plakate werden in säurefreien Plakatmappen gelagert und nach Grössen und Drucktechniken separat versorgt werden, um Platz zu sparen. Viele Plakate waren zu einem früheren Zeitpunkt mit Selbstklebestreifen versehen worden, um Risse zu flicken und bestossene Kanten zu sichern. Diese Klebstreifen müssen entfernt werden, damit die Klebesubstanzen die Papiere nicht dauerhaft 69

schädigen. Die Kosten dafür übersteigen das Budget der Dokumentationsbibliothek um Weites, daher wurde ein Gesuch um Finanzhilfe beim Bundesamt für Kultur, dem Amt für Kultur Graubünden und der Gemeinde St. Moritz eingereicht. Bilddatenbank SALSAH Das Digital Humanities Lab der Universität Basel hat die Daten der Bilddatenbank auf das neue System SALSAH übertragen. Die Korrektur von Übertragungsmängeln ist im Gange, die Aufschaltung aufs Internet muss noch warten. Die Digitalisierung der Fotos ist seit Herbst aus der Universität Basel ausgelagert an das Fachlabor Gubler. Der Preis pro gescanntes Bild beträgt CHF 5.60. Die Abmachung betrifft die kommenden fünf Jahre. Design Gallery Die Sommerausstellung wurde am 20. Juni mit Aquarellen der St. Moritzer Künstlerin Mili Weber eröffnet. Die Nachfrage für Reproduktionen war gross. Die Winterausstellung entstand im Rahmen der Aktivitäten zum Jubiläum 150 Jahre Wintertourismus und zeigte eine Auswahl von Plakaten, die verschiedene Sportarten und Gestaltungsperioden repräsentieren. Kooperationen 4D Sites Das Projekt CTI 4D Sites des Institute of Landscape Architecture der ETH, zu dem die Dokumentationsbibliothek Bilder geliefert hat, ist abgeschlossen. An der Abschlussveranstaltung am 9. Oktober wurden die Resultate präsentiert. Die Firma Leica Geosystems hat die gewonnenen Erkenntnisse des 3D-Scanners in eine markttaugliche Neuentwicklung integriert. Die Resultate aus dem 4D-Teilprojekt werden von einer Spin-Off Firma weiterverfolgt. Audiovisuelle Medien Der Regierungsauftrag der Bündner Regierung an die Kantonsbibliothek wurde erteilt. Die ersten Schritte zu einer Audiovisuellen Plattform mit Filmdokumenten aus dem Kanton Graubünden wurden vom Projektleiter Pascal Werner eingeleitet. Die Dokumentationsbibliothek lieferte umfangreiches Material als Grundstock für die Plattform. Zahlreiche Filme und Videos wurden zum Digitalisieren gegeben. Am Fachkolloquium des Vereins Memoriav am 27. November in Chur wurde das Projekt vorgestellt und Corina Huber kommentierte Filmausschnitte aus der Dokumentationsbibliothek. Engadin Leben Die Reihe von Gesprächen mit Engadiner Persönlichkeiten in der Laudinella fanden erneut statt. Gäste im Berichtsjahr waren Not Vital, Peter Märky, Claudio Caratsch und Esther Pfäffli-Porton. Veranstaltungen/Öffentlichkeitsarbeit Die Südbündner Bibliothekarinnen besuchten am 25. Juni an ihrer Jahrestagung die Dokumentationsbibliothek. Sie erhielten einen Einblick in die Arbeiten und Leistungen der Bibliothek und wurden auf einen historischen Dorfrundgang mitgenommen. Anschliessend besichtigten sie die Ausstellung der Design Gallery. Abschluss war das Mittagessen in der Laudinella, gefolgt von einer Führung durch das Hotel. Am 4. Juli fand die Museumsnacht statt. In der Dokumentationsbibliothek fanden sich die Besucher am Stammtisch zusammen und diskutierten über verschiedene Themen, angeregt durch Fotografien aus 70

dem Bestand. Mehr als 100 Teilnehmer fanden trotz regnerischen Wetters den Weg in die Dokumentationsbibliothek. Der Büchermarkt am 13. August fand wegen schlechtem Wetter in den Räumlichkeiten der Bibliothek statt. An den Kick-Offs der Destination Engadin-St. Moritz jeweils Anfang der Saison wurde zusammen mit anderen Museen und Kulturorganisationen Informationsmaterial verteilt. Die Dokumentationsbibliothek übernahm dabei auch das Verpacken der Prospekte und Infomaterialien. Verschiedene Gruppen wurden durch die Dokumentationsbibliothek geführt, darunter die Dorfpolizisten St. Moritz, Mitglieder der Jungen Wirtschaftkammer, Architekturstudenten und Reisejournalisten aus dem Veneto. Die Seniorengruppe St. Moritz besuchte die Dokumentationsbibliothek zu einem Nachmittagstreffen mit Kaffee und Kuchen. Mitarbeiterinnen Bea Giovanoli ging im Frühjahr in den wohlverdienten Ruhestand. Als neue Mitarbeiterin übernahm Brigitte Hartwig ab April die Arbeiten am Bibliothekskatalog. Mit ihrer jahrelangen Erfahrung als Bibliotheksleiterin der Leihbibliothek Samedan bringt sie ein grosses Fachwissen mit und der mit Spezialfällen gespickten Bibliothek neue Impulse. Dora Filli besuchte erfolgreich den Grundkurs für Archivare des Verbandes Schweizerischer Archivare. Die Mitarbeiterinnen der Leih- und der Dokumentationsbibliothek veranstalteten am 20. September einen Team-Kulturausflug ins Bergell. Besucht wurden der Palazzo Salis in Bondo, die Fotoausstellung Garbald in der Ciäsa Granda und die Galerie La Stala. Laura Rezzoli führte durch das Museo Culumbée in Samolaco, das sie seit Jahren betreut. Bibliothekskommission Im Berichtsjahr fand eine Kommissionssitzung statt. Wir danken der Bibliothekskommission für die Zusammenarbeit. Besucher Die Besucherzahlen 2014 sind im Vergleich zu den Vorjahren leicht gestiegen. Die Online Bilddatenbank erleichtert den Zugang zu den Beständen der Dokumentationsbibliothek. Diese Nutzer kommen in der Regel nicht in die Bibliothek, sondern senden ihre Bildanfragen per Mail oder per Telefon. Die Nutzungsziffern der Homepage wurden nicht erfasst. 71

Corina Huber, Leiterin Dokumentationsbibliothek 2.2.2.2 Leihbibliotehk Besucher In den Bibliotheken in Graubünden ist 2014 generell ein Rückgang der Besucherzahlen um rund 10% festzustellen. Dies trifft auch für die Bibliothek St. Moritz zu. Die Nutzung von digitalen Medien über online- Dienste ist eine starke Konkurrenz zur klassischen Leihbibliothek. Zudem haben die durch die Lage der Feiertage vermehrten Schliesstage und die Schulferien im Mai einen starken Rückgang der Besucherzahlen in diesem Zeitraum ergeben. Dieser ist grösser als in den Vorjahren. Das Angebot der Bibliothek St. Moritz an die Besucher, die digitale Bibliothek dibiost zu nutzen, wurde von wenigen Bibliothekskunden angefragt. Es steht jedem Nutzer mit einem gültigen Abonnement kostenlos zur Verfügung. Schulen Die meisten Schulklassen kommen regelmässig in die Bibliothek und holen Bücher für die Lektüre in den Klassen und für zuhause. Diese Schultermine werden ausserhalb der offiziellen Öffnungszeiten angesetzt, damit die Klassen in Ruhe und mit der nötigen Unterstützung ihre Lektüre aussuchen können. Die Bibliothek unterstützt dabei die Schüler und Lehrer in der Auswahl der Lektüre und hilft bei der Recherchen für Vorträge und thematischen Suchen. Neben diesem Angebot vermittelte die Bibliothek spezielle Veranstaltungen für Schüler: 3. Oktober: Lesung der Autorin Alice Gabathuler für die Schüler der Oberstufe. 4. November: Die ersten bis vierten Klassen lernten den Autoren Bruno Blume und seine Geschichten kennen. 72

Die Lesungen fanden ausnahmsweise in der Aula des Schulhauses Grevas statt. Insgesamt nahmen rund 420 Schüler an den Autorenlesungen teil. Veranstaltungen Neben den seit Jahren im Programm geführten Veranstaltungen wie dem Thé Littéraire und dem Büchermarkt, organisierte die Bibliothek weitere Anlässe: Erzählnacht Anlässlich der Schweizer Erzählnacht 2014 am 21. November wurden die Kindergärtner von St. Moritz, rund 80 Kinder, von der Erzählerin Justina Derungs in der Bibliothek empfangen. Ihre Geschichten der Krämerin Celestina über Prinzessinnen, Drachen und Retter begeisterten die kleinen Zuhörer. Bibliothekswoche Während der Bündner Bibliothekswoche führte die Bibliothek St. Moritz in Zusammenarbeit mit der Biblioteca Engiadinaisa Sils am Vormittag in Sils und am Abend in St. Moritz eine Büchervorstellung durch. Unter dem Motto Von diesem Buch schon gehört? stellten die Bibliothekarinnen neue Belletristik und Sachbücher vor. Die St. Moritzer Sektion der PGI führte in der Bibliothek mehrere Veranstaltungen durch, unter anderem am 6. November den Vortrag von Chasper Pult zum Thema Trilinguismo e varietà culturale dei Grigioni. Kontakte/Vernetzung/Weiterbildung Die Bibliothek St. Moritz ist bemüht, den Kontakt zu verwandten Institutionen und anderen Bibliotheken zu pflegen. Die Mitarbeiterinnen bekommen die Gelegenheit, Präsentationen von Neuerscheinungen und Vorträge zu verschiedenen Themen zu Weiterbildungszwecken zu nutzen. In diesem Rahmen wurden folgende Veranstaltungen besucht: 18. Juni: Ausflug Bibliothekarinnen Südbünden in der Dokumentationsbibliothek St. Moritz. 20. September Kulturausflug der Bibliothekarinnen der Leih- und der Dokumentationsbibliothek ins Bergell. Erste Station war der Palazzo Salis in Bondo, anschliessend führte Laura Rezzoli durch das Museo Culumbée in Samolaco. Am Nachmittag wurde die Ausstellung der Fotografien von Andrea Garbald in der Ciäsa Granda besucht. Den Abschluss bildete ein Besuch im Kunst-Bistro La Stala in Coltura. 73

Kommission Im Berichtsjahr fand eine Kommissionssitzung statt, an der der Jahresbericht, Personelles und das Budget besprochen wurden. Personelles Im Berichtsjahr 2014 waren folgende Mitarbeiterinnen in der Leihbiblithek St. Moritz angestellt: Silvia Bezzola Leiterin Gemma Clalüna Stellvertreterin Leiterin Dora Filli Mitarbeiterin Lia Keller Bibliothekarin Christine Nyffenegger Mitarbeiterin Dank Ein grosses Dankeschön gilt der Gemeinde St. Moritz, die als Arbeitgeber und Trägerschaft die Bibliothek grosszügig unterstützt und trägt. Ebenso gilt der Dank der Kommission für den Rückhalt und den fachlichen Rat. Und nicht zuletzt danke ich den Mitarbeiterinnen für ihren überaus grossen Einsatz und ihr Engagement. Sie sind das Aushängeschild der Bibliothek. 74

1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 Jan. 1412 1739 1792 1918 1917 1852 1732 2143 1910 1736 1927 1690 1439 1441 1439 1342 1256 Feb. 1347 1808 1891 1739 1765 1043 1895 1963 1669 1770 1793 1705 1422 1354 1462 1268 1191 März 1527 1975 1935 1826 1819 1904 2260 2194 2125 1897 1803 1766 1581 1621 1470 1219 1280 April 1658 1734 1765 1718 2309 2208 1991 2095 1612 1686 2247 1717 1343 1238 1213 1285 1196 Mai 690 639 1078 1105 662 957 850 993 1175 848 601 718 741 775 689 832 519 Juni 1530 1471 1493 1591 1487 1689 1774 1671 1433 1375 1419 1552 1305 1121 1059 995 938 Juli 1496 1457 1665 1509 1870 1789 1726 1772 1427 1610 1590 1497 1240 1189 1152 1041 1129 Aug. 1415 1621 1778 1616 1602 1581 1778 1854 1711 1868 1465 1445 1226 1308 1145 1119 1201 Sept. 1569 1607 1573 1622 1771 1905 1769 1799 1517 1342 1794 1420 1361 1202 1132 1082 1162 Okt. 1406 1108 1300 1327 1702 1704 1463 1329 1536 1340 1666 1207 907 1036 1154 928 1034 Nov. 1636 1720 1646 2144 1777 1670 1819 1893 1806 1757 1640 1417 1291 1209 1240 1070 1169 Dez. 1443 1456 1659 1531 1600 1489 1917 1859 1528 1450 1460 1443 1250 1263 1177 1022 966 Total 17129 18335 19575 19646 20281 19791 20974 21565 19449 18679 19405 17577 15106 14757 14332 13203 13041 75

Ausleihe 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 Jan. 2184 3360 4285 3634 3901 4206 3529 4134 3915 3982 4402 3748 3600 3666 4149 4020 3593 Febr. 2062 3321 3814 3250 3631 2278 3841 4057 3624 3816 4722 4022 3898 3910 4683 4573 4181 März 2518 3717 4124 3869 3559 4142 4529 4577 4705 4386 4169 4103 3909 4089 3908 3835 3383 April 2879 3904 3667 3746 4377 4670 4155 4964 3722 4215 5646 3800 3354 3735 4895 4344 3821 Mai 1369 1586 2687 2489 2400 2363 2178 2265 3041 2537 1612 1987 2744 3166 2570 3036 1790 Juni 2745 2927 2958 2736 3055 3218 4134 3503 3066 3653 2811 3416 3220 3341 3654 2554 2495 Juli 2691 3033 3420 3224 3753 3655 3671 3799 3164 3862 3256 3464 2663 3401 3250 2566 2827 Aug. 2372 2953 3305 3062 3177 3086 3402 3575 3540 3785 2830 2852 2686 3334 3052 2791 2439 Sept. 3039 3126 2931 3274 3905 3883 3911 3718 3390 3386 3887 3059 3604 3514 3087 3127 3182 Okt. 2692 2807 3002 3505 3884 3649 3563 2999 3897 3558 3662 2967 2578 3300 3347 2875 2756 Nov. 3378 3560 3336 3687 3814 3497 4314 4184 4186 4158 3448 3185 3152 3842 3809 3129 2769 Dez. 2759 3427 3091 2753 3193 3209 3944 3897 3752 4378 3404 3788 3318 3571 3438 2979 2961 Total 30688 37721 40620 39229 42649 41856 45171 45672 44002 45716 43849 40391 38726 42869 43842 39829 36197 76

Silvia Bezzola, Leiterin Leihbibliothek 3 Departement Verkehrswesen, Transportbetriebe, Feuerwehr, Zivilschutz 3.1 Verkehrswesen 3.1.1 Autobuskommission Bericht bis heute nicht erhalten Cristiano Luminati, Autobuskommission 3.2 Feuerwehr Kommission Die Feuerwehrkommission unter der Leitung von Gemeindevorstand Christiano Luminati hat sich zu zwei Sitzungen getroffen um die anstehenden Geschäfte zu beraten und zu Handen des Gemeindevorstandes vorzubereiten. Behandelte Themen: Ausschreibung von zwei Feuerwehrfahrzeugen für die Strassenrettung Budgetberatungen 2015 Einsätze Statistik: 42 Einsätze mit total 715 Mannstunden 77

Diese Einsätze gliedern sich in: 78