Sortenempfehlungen 2018

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Transkript:

Sortenempfehlungen 2018 Kartoffeln Reifegruppen sehr früh und früh Sehr frühe Reifegruppe Sortenempfehlungen für Lö-Standorte (normale Rodetermine, keine Frührodung) festkochend Annabelle, Glorietta vorwiegend festkochend Verona *, Corinna ** * Sorte nicht mehr im aktuellen Prüfsortiment, ** vorläufige Empfehlung Relative Erträge (mehrjährig) und ausgewählte Merkmale (2017) von sehr frühen Kartoffelsorten auf Lö-Standorten Marktwareertrag Speisegrößenertrag Übergrößegehalligkeit Stärke- Absterbegrad Losscha- 2015 2016 2017 2015 2016 2017 (%) (%) Solist 98 105 98 104 101 97 19,4 12,4 7,4 1,3 Glorietta 102 95 102 96 99 103 18,4 13,4 6,1 1,3 Anett 104 109 94 94 29,1 11,9 6,3 3,0 Annabelle 102 98 100 105 14,0 12,7 5,9 2,7 Corinna 104 111 81 89 34,7 11,3 5,0 1,7 Paroli 128 123 97 94 39,0 12,8 5,8 2,3 Ranomi 132 123 87 93 39,2 11,5 4,8 3,3 Anuschka 108 95 27,4 12,5 4,9 2,0 BB (dt/ha; %) 396 550 511 350 433 409 18,9 12,9 6,8 1,3 Anzahl Orte 3 3 3 3 3 3 3 3 2 3 BB (Bezugsbasis) = Mittel der dreijährig geprüften Sorten Orte: Lö-Standorte in Sachsen (Nossen, Pommritz) und Sachsen-Anhalt (Magdeburg) Marktwareertrag = Gesamtertrag ohne Untergrößen; Speisegrößenertrag = Gesamtertrag ohne Über- und Untergrößen Absterbegrad (zur Ernte bzw. bei Krautminderung) und Losschaligkeit (1-9): 1 = sehr gering, 5 = mittel, 9 = sehr hoch Hinweise für den Sorteneinsatz Festkochende Sorten Annabelle ist eine Sorte mit mittlerem Ertragsvermögen und vergleichsweise geringem Anteil an Übergrößen. Die äußere und innere Qualität ist sehr ansprechend. Neben einer schö- Bearbeiter: Dr. Wolfgang Karalus Abteilung/Referat: Landwirtschaft/Pflanzenbau E-Mail: Wolfgang.Karalus@smul.sachsen.de Telefon: 035242 631-7205 Redaktionsschluss: 29.11.2017 Internet: www.smul.sachsen.de/lfulg

nen Form und geringen Augentiefe kann Annabelle auch geschmacklich überzeugen. Die Knollenform ist langoval bis lang. Glorietta zeigte sich dreijährig mit insgesamt mittleren Marktware- und Speisegrößenerträgen sowie ausgeglichener Knollensortierung. Besonderheiten der Sorte sind eine geringe Augentiefe und eine tiefgelbe Fleischfarbe der langovalen Knollen. Auch bei Losschaligkeit, Schorf, Geschmack und Kochdunklung gab es keinen Anlass für Beanstandungen. Bei den Kocheigenschaften ist Glorietta durch eine ausgesprochen feste Konsistenz gekennzeichnet. Anuschka wurde als Verrechnungssorte wieder in das Prüfsortiment aufgenommen. Wie bereits im früheren Prüfzeitraum zeigte sie sich 2017 mit einem überdurchschnittlichen Marktwareertrag und höherem Anteil an Übergrößen. Die etwas später reifende Sorte ist durch eine rundovale Knollenform und gelbe Fleischfarbe gekennzeichnet. Mängel im Geschmack wurden nicht festgestellt, auch bei Kochdunklung und Schwarzfleckigkeit ist Anuschka eine sichere Sorte. Knollen- und Qualitätsmerkmale von sehr frühen Kartoffelsorten Fleischfarbe (roh) Schorf Formschönheit Augentiefe Losschaligkeit Geschmack Kochdunklung Annabelle A-B + +/++ hellgelb + +/0 + +/++ Glorietta A-B + +/++ tiefgelb +/++ + + +/++ Anuschka A-B + + gelb +/++ +/0 + +/++ Solist B 0 +/0 hellgelb ++ +/0 + ++ Anett B + + gelbweiß + +/0 + +/++ Corinna B + + hellgelb +/++ + + +/++ Paroli B +/0 + hellgelb +/++ +/0 + +/++ Ranomi B +/0 + hellgelb + + + +/++ Verona B + +/++ hellgelb +/0 + + +/++ : A - B = festkochend; B = vorwiegend festkochend Augentiefe: ++ = sehr flach, + = flach, 0 = mittel Geschmack: ++ = sehr gut, + = gut, 0 = ausreichend Losschaligkeit, Anfälligkeit für Schorf, Neigung zu Kochdunklung: ++ = sehr gering, + = gering, 0 = mittel, - = stark Vorwiegend festkochende Sorten Solist zeichnet sich nach wie vor durch die früheste Abreife im Sortiment aus. Auch bei frühen Rodeterminen ist ein Großteil der Knollen bereits schalenfest. Bei früher Rodung fallen die Marktwareerträge mittel bis hoch aus, bei späterer Ernte insgesamt durchschnittlich. Der Geschmack ist meist gut, Kochdunklung und Neigung zu Schwarzfleckigkeit sind gering. Die Fleischfarbe ist hellgelb. Die bereits 1999 zugelassene Sorte kann bei der Formschönheit nur noch eingeschränkt mit den neueren Sorten konkurrieren. Anett bestätigte im zweiten Prüfjahr das Ertragsverhalten aus dem Vorjahr, d. h. ein überdurchschnittlicher Markwareertrag ging mit einem unterdurchschnittlichen Speisegrößenertrag einher. Der Anteil an Übergrößen war wiederum vergleichsweise hoch. Bei Formschönheit und Augentiefe sind die Knollen ansprechend. Inwieweit die gelbweiße Fleischfarbe den Verbrauchererwartungen entspricht, bleibt abzuwarten. Die Knollenform ist rundoval. Corinna zeigte sich zweijährig mit hohen Marktwareerträgen, fiel aber bedingt durch einen hohen Anteil an Übergrößen bei den Speisegrößenerträgen deutlich ab. Die Sorte ist durch eine hellgelbe Fleischfarbe, eine ovale Knollenform und ansprechende optische Eigenschaften gekennzeichnet. Auch bei Geschmack und Kochdunklung erreichte sie gute Bewertungen. Der Stärkegehalt fiel mit 11,5 % im Mittel der beiden Prüfjahr relativ niedrig aus. 2

Paroli erzielte in den beiden bisherigen Prüfjahren sehr hohe Marktwareerträge. Bei den Speisegrößenerträgen kam sie aufgrund des sehr hohen Anteils an Übergrößen nur auf ein unterdurchschnittliches Ertragsniveau. Die Qualität ist insgesamt gut, erreicht aber nicht das Niveau von Annabelle und Glorietta. Die Knollen haben eine ovale Form und eine hellgelbe Fleischfarbe. Ranomi brachte zweijährig sehr hohe Marktwareeträge. Ähnlich wie bei Paroli sind die Ernteknollen sehr großfallend, so dass Ranomi bei den Speisegrößenerträgen zu den schwächeren Sorten zählt. Bei der Qualität waren keine Mängel erkennbar. Die ovalen Knollen weisen eine hellgelbe Fleischfarbe auf. Ranomi verbesserte sich 2017 beim Geschmack auf ein gutes Niveau, während im Vorjahr nur eine schwächere Bewertung zustande kam. Verona konnte in den Prüfjahren durch stabile hohe Ertragsleistungen überzeugen, sowohl beim Marktwareertrag als auch beim Speisegrößenertrag. Der Anteil an Übergrößen lag meist im mittleren Bereich. Daneben ist die geringe Augentiefe hervorzuheben. Die ovalen Knollen weisen eine hellgelbe Fleischfarbe auf. Frühe Reifegruppe Sortenempfehlungen für Lö-/V-Standorte festkochend Monique, Venezia * vorwiegend festkochend Queen Anne, Julinka vorwiegend festkochend bis mehlig kochend Nixe ** * Sorte nicht mehr im aktuellen Prüfsortiment ** vorläufige Empfehlung Relative Erträge (mehrjährig) und ausgewählte Merkmale (2017) von frühen Kartoffelsorten auf Lö- und V-Standorten Marktwareertrag Speisegrößenertrag Übergrößegrößegehalt Unter- Stärke- 2015 2016 2017 2015 2016 2017 (%) (%) (%) Belana 87 95 95 94 98 96 22,9 2,6 14,2 Monique 99 90 96 102 91 102 20,8 1,3 12,3 Queen Anne 112 109 108 110 109 112 21,6 1,1 12,1 Julinka 102 106 101 94 102 90 31,5 2,1 13,3 Goldmarie 96 95 97 98 20,8 1,2 13,6 Gunda 81 84 94 107 5,0 2,8 16,2 Nixe 103 102 109 105 22,6 1,0 15,1 SF Hit 84 80 86 82 22,2 2,4 18,4 Wega 98 100 95 107 19,2 1,9 12,1 Christel 94 78 36,4 2,2 12,3 Lisana 90 91 23,3 2,3 12,3 Loreley 90 105 12,2 2,7 13,3 Malika 109 109 24,3 1,9 13,7 Mia 110 92 33,5 2,0 11,4 BB (dt/ha; %) 434 561 639 348 457 472 24,2 1,8 13,0 Anzahl Orte 5 6 6 5 6 6 6 BB (Bezugsbasis) = Mittel der dreijährig geprüften Sorten Orte: Lö-/V-Standorte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen 3

Hinweise zum Sorteneinsatz Festkochende Sorten Belana, bereits 2000 in Deutschland zugelassen, wurde als Verrechnungssorte wieder in das Prüfsortiment aufgenommen. Die Erträge liegen auf einem unterdurchschnittlichen Niveau. Bei der äußeren Qualität ist Belana durchweg eine ansprechende Sorte. Allerdings kann Schwarzfleckigkeit in etwas stärkerem Ausmaß auftreten. Der Stärkegehalt fällt relativ hoch aus. Aufgrund der niedrigen Keimfreudigkeit liegt Belana im Vergleich zu anderen frühen Sorten ruhig im Lager. Die Knollen haben eine ovale Form. Monique konnte sich in den drei Prüfjahren im Ertrag kaum von Belana absetzen, d. h. es kann mit einem knapp mittleren Ertragsniveau gerechnet werden. Die Sortierung der langovalen Knollen ist insgesamt ausgeglichen. Neben ansprechenden äußeren Eigenschaften erhielt die Sorte auch bei Kochdunklung und Schwarzfleckigkeit gute Bewertungen. Dagegen konnte der Geschmack nicht immer überzeugen. Monique ist vergleichsweise keimruhig. Goldmarie kam zweijährig auf leicht unterdurchschnittliche Markt- und Speisegrößenerträge und erwies sich dabei in der Sortierung als recht homogen. Die Sorte ist durch langovale, formschöne Knollen mit geringer Augentiefe gekennzeichnet. Hervorzuheben ist die ausgesprochen feste Konsistenz nach dem Kochen. Während der Geschmack im ersten Prüfjahr nicht ganz überzeugend ausfiel, gab es 2017 kaum Beanstandungen. Venezia erreichte in den Prüfjahren leicht unterdurchschnittliche Marktwareträge und insgesamt hohe Speisegrößenerträge. Die Sorte ist durch einen geringen Anteil an Übergrößen und einen höheren Anteil an Untergrößen gekennzeichnet. Bei der Qualität wurde Venezia durchweg positiv bewertet. Besonders zu betonen ist die sehr geringe Neigung zu Schwarzfleckigkeit. Loreley und Malika standen im ersten Prüfjahr. Loreley zeigte sich mit einem niedrigen Marktwarertrag bei einem geringen Anteil an Übergrößen, so dass sie sich beim Speisegrößenertrag auf ein überdurchschnittlichen Niveau verbesserte. Malika zählte sowohl beim Marktware- als auch beim Speisegrößenertrag mit zu den besten Sorten. Beide Sorten sind optisch ansprechend und haben eine gelbe Fleischfarbe und rundovale Knollenform. Bei Loreley wurde ein höherer Anteil an losschaligen Knollen festgestellt. Vorwiegend festkochende Sorten Queen Anne präsentierte sich mehrjährig als ertragsstarke und stabile Kartoffelsorte, sowohl beim Marktwareertrag als auch beim Speisegrößenertrag. Auch bei der Qualität fiel Queen Anne positiv auf. Die formschönen langovalen Knollen weisen eine glatte Schale und hellgelbe Fleischfarbe auf und waren vergleichsweise wenig von Zwiewuchs betroffen. Der Stärkegehalt lag meist im niedrigen Bereich. Julinka zeigte sich mit stabilen leicht überdurchschnittlichen Marktwareerträgen und knapp mittleren Speisegrößenerträgen. Es ist mit einem etwas höheren Anteil an Übergrößen zu rechnen. Die Sorte weist eine hellgelbe Fleischfarbe und rundovale Knollenform auf. Hervorzuheben sind gute geschmackliche Eigenschaften und die sehr geringe Neigung zu Schwarzfleckigkeit. Zu beachten ist die etwas höhere Keimfreudigkeit. Wachstumsrisse können die äußere Qualität etwas mindern. Nixe bestätigte im zweiten Prüfjahr die guten Ertragsleistungen aus dem Vorjahr. Insbesondere die Speisegrößenerträge fielen hoch aus. Auch bei der Qualität ist Nixe eine ansprechende Sorte. Die langovalen Knollen haben eine gelbe Fleischfarbe. Vom Züchter wird die Sorte als mehlig kochend eingestuft. Die in den Landessortenversuchen gezeigten Kocheigenschaften deuten darauf hin, dass Nixe im Übergangsbereich zwischen vorwiegend festkochend und mehligkochend eingeordnet werden kann. Wega erzielte zweijährig insgesamt mittlere Erträge bei ausgeglichener Sortierung. Die Knollen sind durch eine ovale Form und gelbe bis tiefgelbe Fleischfarbe gekennzeichnet. Hervorzuheben ist die sehr geringe Neigung zu Schwarzfleckigkeit. 4

Christel, Lisana und Mia wurden 2017 neu in das Prüfsortiment aufgenommen. Dabei erwies sich die großfallende Sorte Christel als vergleichsweise ertragsschwach, insbesondere beim Speisegrößenertrag. Lisana kam auf ein unterdurchschnittliches Ertragsniveau. Mia erzielte einen hohen Marktwareertrag, fiel aber beim Speisegrößenertrag stärker ab. Im Stärkegehalt lag Mia deutlich unter den anderen Sorten. Mehligkochende Sorten Gunda wurde als mehlig kochende Vergleichssorte wieder in das Sortiment aufgenommen. Der Marktwareertrag fiel zweijährig niedrig aus. Aufgrund des sehr niedrigen Anteils an Übergrößen konnte sie sich beim Speisegrößenertrag aber deutlich verbessern. Die ovalen Knollen haben eine hellgelbe Fleischfarbe. Im Geschmack wurde sie mit am besten bewertet. Zu beachten ist die starke Neigung zu Schwarzfleckigkeit. SF Hit zeigte sich zweijährig mit schwacher Ertragsleistung, sowohl bei den Marktware- als auch bei den Speisegrößenerträgen. Die ovalen Knollen weisen eine hellgelbe Fleischfarbe auf. Auffallend hoch sind die Stärkegehalte, die etwa zwei Prozentpunkte über denen von Gunda liegen. Die Mehligkeit war noch etwas stärker ausgeprägt als bei Gunda. Schwachpunkt ist die starke bis sehr starke Neigung zu Schwarzfleckigkeit. Knollen- und Qualitätsmerkmale von frühen Kartoffelsorten Formschönheit Augentiefe Fleischfarbe (roh) Schorf Geschmack Kochdunklung Schwarzfleckigkeit Belana A-B + + gelb +/0 + +/0 0 Monique A-B + + gelb +/0 +/0 +/++ +/++ Goldmarie A + + gelb + +/0 + + Malika A-B (+) (+) gelb (+) (+) (+/++) (+) Loreley A-B (+) (+/++) gelb (+) (+/0) (+) (+/++) Venezia A + + gelb +/0 + +/++ ++ Queen Anne B +/++ + hellgelb + +/0 + +/0 Wega B + +/0 gelb + +/0 + +/++ Julinka B +/0 +/0 gelb +/0 + + +/++ Christel B (+) (+/0) gelb (0) (+/0) (+/0) (0) Lisana B (+/0) (+/0) hellgelb (+) (+) (+) (++) Mia B (+) (+/0) gelb (+) (+/0) (+/++) (+/++) Nixe B; B-C + + gelb + + + + Gunda B-C +/0 0 hellgelb + + +/0 - SF Hit B-C + 0 hellgelb + + +/0 -/-- : A, A - B = fest kochend; B = vorwiegend fest kochend; B - C = mehlig kochend Augentiefe: ++ = sehr flach, + = flach, 0 = mittel; Geschmack: ++ = sehr gut, + = gut, 0 = ausreichend Anfälligkeit für Schorf, Neigung zu Kochdunklung und Schwarzfleckigkeit: ++ = sehr gering, + = gering, 0 = mittel, - = stark 5