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Transkript:

Unterrichtsmaterialien Ana Miranda ist Aktivistin bei der Landlosenbewegung in Brasilien. Eva Dürr Anregung für den Unterricht Audiobeitrag Land, Brot und Würde Der steinige Weg zum eigenen Stück Land. Ein Interview mit Ana Miranda Audiobeitrag 18 Minuten Zum Anhören und Herunterladen: www.brot-fuer-die-welt.at (Service Bildungsmaterialien) Inhalt Im Audiobeitrag Land, Brot und Würde erzählt Ana Miranda über die ungerechte Verteilung von Land in Brasilien, die Landbesetzungen durch Landlose und den Einsatz der Landpastorale für eine gerechte Umverteilung von Land. Ana Miranda arbeitet für die Landpastorale (Comissão Pastoral da Terra- CPT) in Espírito Santo, einem südöstlichen Bundesstaat in Brasilien. Sie war auf Einladung von Brot für die Welt im November 2011 zu Besuch in Österreich. Lernziel Sensibilisierung für Themen: Gerechtigkeit, Ernährung und Zugang zu Land am Beispiel Brasilien Zeit 50 bis 90 Minuten Materialien Audio-Wiedergabegerät Audiosendung Land, Brot und Würde Karten in drei verschiedenen Farben Stifte Vorlagen Informationen zum Audiobeitrag Zuhörphase Informationen zum Audiobeitrag Zuordnungsphase Fragen für die Diskussion Informationen für die Einführung ins Thema/ Vorbereitung Vorbereitung Die Karten für die Zuhörphase und die Zuordnungsphase (Vorlage) werden auf stärkeres Papier vergrößert kopiert und ausgeschnitten. Die Informationen können auch mit der Hand auf Moderationskarten übertragen werden. Zur besseren Unterscheidbarkeit sollten die Karten für die Zuhörphase auf blaues Papier und die Karten für die Zuordnungsphase auf gelbes Papier kopiert werden. Karten in einer dritten Farbe und Stifte sollten für Anmerkungen vorbereitet werden.

Möglicher Ablauf 1.) Zuhörphase Nach einer Einleitung ins Thema wird der Audiobeitrag vorgespielt. Vorher setzen sich die TeilnehmerInnen im Kreis. Die/der LeiterIn teilt die Karten für die Zuhörphase aus. Nachdem die TeilnehmerInnen die Informationen auf ihren Karten gelesen haben, bekommen sie folgende Aufgabe: Sie sollen aufmerksam zuzuhören und ihre Karte vor sich in den Kreis hinlegen, sobald die Angaben auf ihren Karten in dem Audiobeitrag vorgekommen sind. Nachdem die Aufgabe erklärt ist, wird der Audiobeitrag Land, Brot und Würde vorgespielt. 2.) Zuordnungsphase Nach dem Ende des Beitrags, teilt die/der LeiterIn die gelben Karten für die Zuordnungsphase aus. Diese enthalten Informationen, die zu den Inhalten der bereits aufgelegten Karten in Beziehung stehen. Die Teilnehmenden haben nun die Aufgabe diese Zusammenhänge zu erkennen und die Kärtchen so aufzulegen, dass die Beziehungen sichtbar werden. Die Karten können auch auf einem großen Papierbogen aufgeklebt oder auf einer Pinnwand oder Tafel befestigt werden. So kann in der nächsten Stunde beziehungsweise dem nächsten Treffen die Diskussion fortgesetzt werden. Hinweis zu den Karten: Nicht für jede Karte aus der Zuhörphase gibt es in der Zuordnungsphase ein Pendant. Einige Karten können unterschiedlich in Verbindung zueinander gesetzt werden. Es gibt nicht eine richtige Lösung. Falls mehr Teilnehmende teilnehmen als unterschiedliche Karten vorhanden sind, können auch welche verdoppelt werden. 3.) Diskussionsrunde In der Diskussionsrunde begründen die Teilnehmenden, warum sie welche Verbindungen gesetzt haben. Können noch andere Verbindungen gesetzt werden? Falls weitere Zusammenhänge gefunden werden, können diese auf Karten in einer dritten Farbe aufgeschrieben und an passender Stelle befestigt werden. Dieser Schritt kann auch in Zweierteams erfolgen (die Teilnehmenden diskutieren zu zweit weitere Bezüge, schreiben sie auf die Karten und begründen in einer zweiten Diskussionsrunde ihre Überlegungen. Die Karten werden an passender Stelle platziert). Hinweis zu den Karten: Die Diskussion in den Zweierteams kann auch in der darauffolgenden Einheit durchgeführt werden. Die Ergebnisse der ersten Einheit sollten dafür aufgehoben und wieder verwendet werden. 4.) Vertiefung Die Fragen aus der Vorlage können für eine vertiefende Diskussion genutzt werden. (Nach einer Methode aus: Gerecht handeln am Beispiel Ananas, Brot für die Welt, 2009)

Vorlagen Informationen zum Audiobeitrag Zuhörphase In Österreich haben alle Zugang zu allen grundlegenden Rechten. Provisorische Siedlungen (acampamentos) bestehen aus Hütten, die aus Plastikplanen, Pappkarton und Wellblech gezimmert wurden. Ana Miranda arbeitet seit zwölf Jahren für die Landpastorale. Brasilien möchte ein Land der Ersten Welt werden. Kaffee und Zuckerrohr werden für den Export angebaut. Brasilien fördert die exportorientierte Wirtschaft. Es werden zu wenige Lebensmittel produziert, um die lokale Bevölkerung zu ernähren. 16 Millionen Menschen in Brasilien leben in extremer Armut. Viel Land ist im Besitz weniger Großgrundbesitzer. Menschen werden gewaltsam von ihrem Land vertrieben. Die kleinen Ländereien beliefern die lokalen Märkte mit den Grundnahrungsmitteln wie Reis, Bohnen, Mais. Landpastorale wurde 1975 gegründet. Etwa zehn Prozent der Bevölkerung besitzt 80 Prozent des Landes. Die Landpastorale unterstützt die LandbesetzerInnen. Viel Land in Händen weniger Menschen: geht auf die portugiesische Kolonialzeit zurück. Die Landpastorale sammelt Spenden in Form von Nahrungsmitteln, Matratzen oder Plastikplanen für die Bewohnerinnen und Bewohner der acampamentos. Kolonialzeit: SklavInnen haben auf Kaffee- und Zuckerrohrplantagen gearbeitet. Wenn Menschen ein Stück Land zugesprochen bekommen, gründen sie ein assentamento. Ende der Kolonialzeit: Land wurde zur Ware, die gekauft werden musste. Ein assentamento ist eine dauerhafte Siedlung. Wenige konnten sich die Besitztitel fürs Land leisten. 115.000 Familien leben in acampamentos. Landlose Familien besetzen ungenutztes Land. 900.000 Familien leben in assentamentos. Brasilianische Regierung darf Land an Landlose verteilen In assentamentos müssen Schulen erst geschaffen werden. Landreform Frauen in den assentamentos haben zwei- bis dreimal so viel Arbeit als ihre Männer.

Informationen zum Audiobeitrag Zuordnungsphase Die Landpastorale bietet Kurse für ökologisch-nachhaltiges Landwirtschaften an. Lebensmittel werden in Brasilien teurer Der Großteil der hungernden Bevölkerung weltweit lebt auf dem Land (rund 80 Prozent). Zerstörung des Regenwaldes In Österreich trinkt jede/r im Schnitt 162 Liter Kaffee pro Jahr - also 2,6 Tassen Kaffee pro Tag. Ein halbes Kilo Brot kostet in Brasilien rund zwei Euro. Fairtrade-Kaffee 2014 findet in Brasilien die Fußball-WM statt. Brasilien ist nach Vietnam der wichtigste Kaffeeimporteur in Österreich. Bis 2014 will Brasilien mit umgerechnet drei Milliarden Euro die Flughäfen renovieren und ausbauen lassen Brasilien ist der größte Exporteur von Kaffee und Rindfleisch. In Brasilien müssen viele Menschen mit 30 Euro pro Monat oder weniger auskommen. Das Recht auf ausreichende Nahrung ist ein Menschenrecht. Landbesitz bedeutet kulturelle und soziale Identität. Brasilien muss 75 Prozent der Lebensmittel importieren. Weniger Frauen als Männer schließen die Schule ab. Ohne Land keine Nahrung Auf großen Landflächen werden Nahrungsmittel für die Produktion von Agrartreibstoff oder für Tierfutter angebaut. In Brasilien leben viele Nachkommen ehemaliger SklavInnen: die Quilombos. In Österreich werden heute pro Kopf im Jahr rund 100 Kilo Fleisch gegessen. Viele Landlose müssen als TagelöhnerInnen auf den Plantagen arbeiten. Monokulturen Aus Zuckerrohr wird der Agrartreibstoff Ethanol hergestellt. Zwei Drittel der brasilianischen Bevölkerung lebt in Städten. Die EU möchte die Beimischung von zehn Prozent Agrartreibstoff zum Benzin bis zum Jahr 2020 erreichen. In São Paolo leben 20,5 Millionen Menschen. Kleinbäuerinnen und - bauern sind wichtig für die Versorgung der lokalen Bevölkerung.

Mögliche Fragen zur Diskussion Wem darf Land gehören? Wie würde eine gerechte Landnutzung ausschauen? Was bedeutet Land ist Leben? Was können wir zu einer gerechteren Welt beitragen? Macht die Solidarität mit den Landlosen in Brasilien Sinn? Wie hilft Brot für die Welt? Einführung ins Thema - Vorbereitung Brasilien ist der flächen- und bevölkerungsmäßig fünftgrößte Staat der Erde und mit über 195 Millionen EinwohnerInnen das bevölkerungsreichste Land Südamerikas. Brasiliens Wirtschaft wächst sehr stark und ist mittlerweile die Sechsstärkste weltweit. Die Hauptstadt Brasiliens heißt Brasília mit 2,2 Millionen EinwohnerInnen. Die meisten BrasilianerInnen (90 Prozent) leben in den Bundesstaaten der Ost- und Südküste Brasiliens, die Mehrheit davon in den Städten. Die Zusammensetzung der Bevölkerung ist sehr divers: In Brasilien leben indigene Ethnien, Nachkommen von afrikanischen SklavInnen (die Quilombos), Nachfahren der PortugiesInnen wie auch EinwanderInnen aus Europa und Asien. Die brasilianische Bevölkerung ist sehr jung. 28,2 Prozent sind unter 15 Jahre alt (in Österreich sind es nur 14,8 Prozent ). Brasilien ist seit 1825 ein unabhängiger Staat und seit 1988 eine präsidiale Bundesrepublik unter Präsidentin Dilma Rousseff. Davor was das Land eine portugiesische Kolonie (seit 1500). Die Amtssprache ist portugiesisch. Der Amazonas Regenwald bedeckt fast 60 Prozent der Fläche des Landes. Es ist die größte zusammenhängende Waldfläche und eine der artenreichsten Gebiete der Welt. Der Regenwald wird jedoch mit rascher Geschwindigkeit gerodet und zerstört. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/brasilien Zugang zu Land in Brasilien. In Brasilien ist der Landbesitz sehr ungleich verteilt. Große Landflächen werden von wenigen Großgrundbesitzern für den Anbau von Monokulturen genutzt. Auf ihnen werden Kaffee, Soja oder Orangen für den Export angebaut. Nur wenige profitieren davon, denn rund 80 Prozent des Landes ist im Besitz von etwa 10 Prozent der Bevölkerung. Folglich besitzt die Mehrzahl der Brasilianerinnen und Brasilianer kein eigenes Land. Landbesitz bedeutet aber soziale und kulturelle Identität. Außerdem ist der Zugang zu Land für die Landbevölkerung oft die einzige Möglichkeit sich zu ernähren. Angesichts der 16 Millionen Armen wäre die Umverteilung von Land eine notwendige und gangbare Möglichkeit, um diesen Menschen ein lebenswürdiges Leben zu ermöglichen, meint die brasilianische Menschenrechtsaktivistin Ana Miranda. Die Landverteilung zugunsten von landlosen KleinbäuerInnen und TagelöhnerInnen ist sogar in der brasilianischen Verfassung verankert, wird jedoch in der Realität kaum umgesetzt. Folglich sind friedliche Landbesetzungen oft der einzige Weg, um von der Regierung Land zu erhalten. Unterstützt werden die Landlosen von der Landpastorale, bei der auch Ana Miranda seit zwölf Jahren arbeitet. Espírito Santo ist ein kleinerer Bundesstaaten im Südosten Brasiliens. Espírito Santo ist einer der größten Granitexporteure der Welt. Außerdem gehört er zu den größten Kaffeeproduzenten des Landes. Hier wird auch Eukalytpus angebaut und Eisenerz gewonnen. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/esp%c3%adrito_santo

Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sind Bäuerinnen und Bauern, die eine kleine Landfläche mit wenig technologischen Hilfsmitteln, Kapital und Arbeitskraft bearbeiten. Die meisten KleinbäuerInnen betreiben Subsistenzwirtschaft, ein Teil verkauft die Überschüsse an lokale Märkte. Laut Weltbank leben weltweit 1,5 Milliarden Menschen in kleinbäuerlichen Haushalten, vor allem in Entwicklungsländern. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/kleinbauer Tagelöhnerinnen und Tagelöhner sind Personen, die kein festes Arbeitsverhältnis haben, sondern über eine kurze Zeit hinweg für einen Arbeitgeber arbeiten. Landlose. Als landlos werden Personen bezeichnet, die keinen eigenen Grundbesitz haben und entweder gepachtetes Land oder Land ohne Besitztitel bearbeiten oder als TagelöhnerInnen unter ausbeuterischen Verhältnissen auf Großgrundplantagen arbeiten. Landlosenbewegung. Die Bewegung der Landlosen (Movimento dos Trabalhadores Sem Terra - MST) ist eine große soziale Bewegung in Brasilien, die sich für die Landreform und die Rechte der Landlosen einsetzt. Sie ist 1984 aus der Landpastorale hervorgegangen. Infos: http://www.mstbrasilien.de Dokumentarfilm: Land für Landlose in Brasilien (Josef und Lotti Stöckli, CH Brasilien 2008, 37 Minuten) http://www.filmeeinewelt.ch/deutsch/pagesmov/52046.htm Landpastorale. Die Landpastorale ist seit 1975 in mittlerweile 21 Bundesstaaten Brasiliens aktiv und unterstützt die landlose Bevölkerung bei ihrem friedlichen Einsatz um Land. Landreform: Bei einer Landreform sollen die Eigentums- oder Nutzungsrechte an Grundstücken verändert werden, um eine gleichmäßigere und somit gerechtere Verteilung von Landbesitz zu erreichen. Dabei müssen unter anderem Großgrundplantagen einen Teil ihres Bodens zugunsten von landlosen Personen abgeben. Acampamento ist ein Lager, das von den Landlosen im Zuge einer Landbesetzung gegründet wird. Die Behausungen werden aus Holzlatten, Plastikplanen und Wellblech gezimmert. Die LandbesetzerInnen leben in der Regel so lange in acampamentos bis ihnen die Regierung ein Stück Land zugeteilt hat. Das kann mehrere Jahre dauern. Assentamento. Nachdem die Landlosen Land von der Regierung zugeteilt bekommen haben, gründen sie auf diesem Land ein assentamento, eine dauerhafte Siedlung.

Brot für die Welt-Projekt Hoffnung für landlose Familien in Brasilien. Die Landpastorale ist seit 1975 in mittlerweile 21 Bundesstaaten Brasiliens aktiv und unterstützt die landlose Bevölkerung bei ihrem friedlichen Einsatz um Land. Sie bietet rechtliche und materielle Unterstützung, organisiert Weiterbildungen in ökologisch-nachhaltiger Landwirtschaft und ist eine wichtige Anlaufstelle für die landlose Bevölkerung. Brot für die Welt unterstützt die Menschenrechtsarbeit der Landpastorale und ihren Beitrag zur Ernährungssicherung. Mehr Informationen zu dem Projekt finden Sie auf der Webseite von Brot für die Welt unter Projekte () oder hier: http://brot-fuer-die-welt.at/de/projekte/ernaehrungsichern/brasilien/hoffnung-fuer-landlose-familien-in-brasilien. Menschenrecht auf Nahrung, zutreffender Recht auf angemessene Ernährung, ist ein Menschenrecht. Es ist in Artikel 11 des internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte verankert. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/recht_auf_angemessene_ern%c3%a4hrung Fairtrade. Die Marke Fairtrade-Österreich vergibt das Fairtrade-Gütesiegel, das fair gehandelte Produkte kennzeichnet. Diese müssen bestimmte soziale, ökonomische und ökologische Standards erfüllen. Viele Fairtrade zertifizierte Produkte stammen außerdem aus biologischer Landwirtschaft. Quelle: http://www.fairtrade.at Agrartreibstoffe werden von vielen Staaten als Lösung für den Klimawandel und die Erdölabhängigkeit gesehen. Agrartreibstoffe sollen den herkömmlichen Kraftstoffen beigemischt werden, das Ziel der EU ist eine 10 Prozent Beimischungsrate von Agrartreibstoffen bis 2020. Agrartreibstoffe werden vor allem aus Nahrungspflanzen gewonnen: aus Ölpflanzen wie Soja, Ölpalmen, Raps, Sonnenblumen und Jathropa. Zucker- bzw. Stärkepflanzen eignen sich auch für die Herstellung von Agrartreibstoffen. Dazu eignen sich Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben, Zuckerhirse, Zuckerrohr und Topinambur. Aus Getreidearten können auch Agrartreibstoffe hergestellt werden. Der Anbau von Agrartreibstoffen führt dazu, dass die Umwelt zerstört wird, Menschen von ihrem Land vertrieben werden, Flächen für den Nahrungsmittelanbau verloren gehen und Spekulationen auf Land zunehmen. Quelle: http://www.fian.at/home/arbeitsbereiche/zugang-zu-ressourcen/agrartreibstoffe/ Redaktion: Aleksandra Kolodziejczyk Erstellt: 03 2012 Aktualisiert: 10 2013 Ihre Spende hilft! Erste Bank IBAN: AT67 2011 1287 1196 6366 BIC: GIBAATWWXXX