Interconnector Klixbüll-Endrup

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GENEHMIGUNGSRECHTLICHE FRAGESTELLUNGEN IM ZUSAMMENHANG MIT DER PCI-VERORDNUNG UND ANPASSUNGSBEDARF IN DEUTSCHLAND

Transkript:

Interconnector Klixbüll-Endrup Die wichtige Stromverbindung zwischen Deutschland und Dänemark Informationsbroschüre zur Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen der TEN-E-Verordnung

Verfahrenshandbuch für TEN-E-Projekte Dänemark https://ens.dk/ansvarsomraader/forsyning/beredskab/ pci-projekter-af-faelles-europaeisk-interesse Deutschland www.bundesnetzagentur.de/cln_1421/de/allgemeines/ DieBundesnetzagentur/Internationales/Energie/PCI/pci-node.html Europa Transparenzplattform der Europäischen Kommission: http://ec.europa.eu/energy/en/topics/infrastructure/projects-common-interest

Inhalt Interconnector Klixbüll-Endrup 2 Über das Projekt 4 Der Untersuchungsraum 6 Projektzeitplan 8 Genehmigungsverfahren und Öffentlichkeitsbeteiligung 10

Der Interconnector Klixbüll-Endrup Zusammen mit dem dänischen Übertragungsnetzbetreiber Energinet plant der deutsche Übertragungsnetzbetreiber TenneT eine grenzüberschreitende Stromverbindung vom UW Klixbüll Süd zum UW nach Endrup. Als PCI gilt für das Projekt neben den sonstigen in den jeweiligen Ländern geltenden gesetzlichen Bestimmungen die Verordnung (EU) Nr. 347/2013 zu den Leitlinien für eine transeuropäische Energieinfrastruktur, TEN-E-Verordnung genannt. Das Leitungsprojekt macht eine effektive Nutzung Erneuerbarer Energien möglich. Außerdem trägt es zur Sicherheit der europäischen Stromversorgung bei. Damit bringt es sowohl für Deutschland und Dänemark als auch für weitere Länder der europäischen Gemeinschaft zusätzliche Netzstabilität. Die TEN-E-Verordnung wurde entwickelt, um die zeitgerechte Entwicklung und Zusammenarbeit von Übertragungsnetzbetreiber in Europa zu gewährleisten. Sie legt Leitlinien für eine Angleichung der Genehmigungsverfahren für große Infrastrukturprojekte fest, die einen Beitrag zu europäischen Übertragungsnetzen leisten. Das Projekt verfolgt das Ziel der Europäischen Kommission, den Energiebinnenmarkt zu stärken und durch den internationalen Stromaustausch das Preis-Leistungs-Verhältnis für den Verbraucher zu optimieren. Das Projekt wurde daher in die Liste der Vorhaben von gemeinsamem Interesse (PCI) der Europäischen Kommission aufgenommen. 2

Projektpartner TenneT ist einer der führenden europäischen Übertragungsnetzbetreiber. Mit rund 22.000 Kilometern Höchstpannungsleitungen in den Niederlanden und in Deutschland bietet TenneT rund 41 Millionen Endverbrauchern rund um die Uhr eine zuverlässige und sichere Stromversorgung. TenneT entwickelt mit mehr als 3.000 Mitarbeitern als verantwortungsbewusstes innovatives Unternehmen den nordwesteuropäischen Energiemarkt weiter und integriert im Rahmen der nachhaltigen Energieversorgung vermehrt Erneuerbare Energien. Energinet ist ein unabhängiges öffentliches Unternehmen im Besitz des dänischen Energie-, Versorgungs- und Klimaministeriums. Das Unternehmen ist Eigentümer und Betreiber der großen Stromund Erdgasnetzwerke Dänemarks und unterstützt die Versorgung von Menschen, Betrieben und Institutionen mit zuverlässiger Energie heute, morgen und in den kommenden Jahren. Durch internationale und marktbasierte Lösungen, die entlang der Wertschöpfungskette des Energiesektors ineinandergreifen, ist Energinet bestrebt, ein Gleichgewicht in einem nachhaltigen Energiesystem mit steigenden Mengen an Erneuerbaren Energien zu schaffen. 3

Endrup in Planung in Planung Westküstenleitung Abschnitt 1 bis 4 Über das Projekt Dänemark Der Interconnector Klixbüll-Endrup ist eine Höchstspannungsleitung zum Stromaustausch zwischen Deutschland und Dänemark. Das Projekt wird auf der Liste der Vorhaben von gemeinsamem Interesse der Europäischen Kommission als bedeutendes Vorhaben (PCI) zur Unterstützung der Europäischen Union bei der Förderung ihrer Energie- und Klimapolitik geführt. Das Projekt besteht aus einem deutschen Teil vom Umspannwerk Klixbüll bei Niebüll bis zur dänischen Grenze und einem dänischen Teil von dieser Grenze zum Umspannwerk Endrup nahe Esbjerg. Der deutsche Teil des Leitungsprojekts bildet gleichzeitig den fünften und letzten Abschnitt der Westküstenleitung von Brunsbüttel bis zur dänischen Grenze. Niebüll Klixbüll Deutschland Nordsee 4 Brunsbüttel

Technische Details in Deutschland Die Arbeiten in Deutschland beinhalten die Errichtung einer 380-kV-Freileitung mit zwei Stromkreisen. Diese Leitung wird eine ungefähre Länge von 18 km haben. Startpunkt wird das neu zu errichtendes 380-kV-Umspannwerk in der Nähe von Niebüll in Schleswig-Holstein sein. Technische Details in Dänemark Die Arbeiten in Dänemark beinhalten die Errichtung einer 400-kV- Freileitung mit zwei Systemen. Diese Leitung wird eine ungefähre Länge von 75 km haben. Sie wird an dem vorhandenen 380-/ 400-kV-Umspannwerk Endrup nahe Esbjerg beginnen und bis zur deutsch-dänischen Grenze bei Tondern verlaufen. 5

Untersuchungen zum möglichen Trassenverlauf Umfangreiche Untersuchungen gehen der Trassenfindung für die Stromleitung voraus. Damit einher gehen tiefgehende ökologische Abwägungen und Konsultationen. Neben technischen und wirtschaftlichen Aspekten sind insbesondere umweltfachliche sowie öffentliche und private Interessen zu berücksichtigen. Ziel ist es, im Untersuchungsraum einen Trassenverlauf zu entwickeln mit möglichst geringen Beeinträchtigungen für Mensch und Umwelt. Mögliche Auswirkungen, einschließlich grenzüberschreitender Auswirkungen, werden in den Genehmigungsunterlagen beschrieben und bewertet. Folgen für Mensch sowie Umwelt werden für Bau und Betrieb aller Projektabschnitte bewertet. 6

Schutz von Natur und Umwelt Die Projektpartner werden Umweltauswirkungen bei der Prüfung aller Trassenvarianten voll umfänglich berücksichtigen, soweit das angemessen durchführbar ist. Die Optionen werden mit den zuständigen Behörden und Gutachtern sowie den Gemeinden erörtert. Erste Abstimmungen dazu beginnen noch vor Beginn des formellen Planfeststellungsverfahrens 2019. Bewertungsfaktoren Auswirkungen, die im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung behandelt werden können, sind insbesondere: Soweit das Projekt gekennzeichnete Umweltflächen berührt, werden durch die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) geeignete und verhältnismäßige Ausgleichsmaßnahmen identifiziert und im Rahmen des Genehmigungsantrags vorgeschlagen. Gesundheit und Sicherheit Ökologische Auswirkungen Lärm und Vibration Archäologische Aspekte Visuelle Auswirkungen Elektromagnetische Felder (EMF) Raumplanung und Nutzung von Erholungsgebieten 7

Vorläufiger Projektzeitplan 2017 2018 2019 Kooperationsvertrag zwischen TenneT und Energinet Öffentliche Konsultationen und Dialog-Veranstaltungen in Deutschland und Dänemark Beginn von Umwelt- und Trassenuntersuchungen Entscheidung der Projektpartner über den Grenzübergabepunkt Fortsetzung der Öffentlichkeitsbeteiligung im formellen Verfahren Einreichung Planfeststellungsunterlagen in Deutschland beim Amt für Planfeststellung Energie, Kiel Genehmigung des Vorhabens in Dänemark 8

Projektmeilensteine zur Genehmigung von Terminplan, Bau und Betrieb für beide Länder 2020 Planfeststellungsbeschluss für das Projekt in Deutschland Baubeginn der Freileitung in Deutschland 2021 Erteilung des Wegerechts in Dänemark Baubeginn der Freileitung in Dänemark 2022 Ende des Leitungsbaus in Dänemark und Deutschland Inbetriebnahme der Leitung 9

Genehmigungsverfahren und Öffentlichkeitsbeteiligung 6 Die Projektpartner werden alle entsprechenden nationalen sowie die Gesetze der Europäischen Union einhalten. Das gilt hinsichtlich der erforderlichen Genehmigungsverfahren sowohl in Deutschland als auch in Dänemark. In beiden Ländern wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung mit einer Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt. So können sich interessierte Bürgerinnen und Bürger über die Umweltauswirkungen des Projekts informieren und Anregungen sowie etwaige Bedenken äußern. Der rechtliche Rahmen für PCI-Projekte, die TEN-E- Verordnung, enthält zudem weitere Vorgaben mit Blick auf eine möglichst frühzeitige, transparente Beteiligung der Öffentlichkeit im Genehmigungsverfahren sowie zur Abstimmung der Beteiligungsverfahren innerhalb der beiden betroffenen Länder. Die EU-Verordnung für die transeuropäischen Energienetze (Trans-European Networks for Energie = TEN-E-Verordnungen) sehen vor, dass das Genehmigungsverfahren in zwei Phasen unterteilt wird das Vorantragsverfahren und das förmliche Genehmigungsverfahren. Im Vorantragsverfahren erstellt der Vorhabenträger in Abstimmung mit der Genehmigungsbehörde sowie unter Beteiligung von Öffentlichkeit und Trägern öffentlicher Belange die Antragsunterlagen. In diesem Verfahrensabschnitt wird der Vorschlag für den Trassenkorridor entwickelt. Dabei werden auch die Umweltauswirkungen untersucht. Das sich daran anschließende förmliche Genehmigungsverfahren beginnt dann mit der Einreichung des Antrags bei der Genehmigungsbehörde. Die Genehmigungsbehörde prüft die Antragsunterlagen auf Vollständigkeit. Sie legt diese Unterlagen auch öffentlich aus, so dass weitere Äußerungen zum beantragten Vorhaben möglich sind. Unter Berücksichtigung dieser Äußerungen entscheidet die Behörde dann über die Baugenehmigung für das Projekt. 10

Im Rahmen des Vorantragsverfahrens sind die Projektpartner (TenneT und Energinet) verpflichtet, eine öffentliche Anhörung durchzuführen. So wird die Öffentlichkeit bereits zu einem frühen Zeitpunkt über das Vorhaben informiert. Die Bürgerinnen und Bürger haben dadurch die Möglichkeit, sich an der Entwicklung eines möglichst raum- und umweltverträglichen Leitungsverlaufs zu beteiligen. In beiden Ländern startet diese frühe Öffentlichkeitsbeteiligung (Konsultationsphase) im April 2018. Das Feedback aus diesem Abschnitt des Dialogs wird bei der Erstellung der Unterlagen für die Umweltprüfung sowie der Antragsunterlagen für das eigentliche Genehmigungsverfahren berücksichtigt. Erfahren Sie mehr über das Projekt Angesichts des Bedarfs an mehrsprachigen Projektinformationen haben die Projektpartner spezifische Webseiten in dänischer und deutscher sowie englischer Sprache erstellt. www.klixbuell-endrup.eu Nach der TEN-E-Verordnung wird ein Konsultationsbericht dokumentieren, in welcher Weise Erkenntnisse aus der Öffentlichkeitsbeteiligung die Entscheidungen bei der Entwicklung des Projekts beeinflusst haben. Das Genehmigungsverfahren in Deutschland und Dänemark unter Beachtung der jeweiligen Rechtsordnung wird sicherstellen, dass alle potenziellen Umweltauswirkungen und der Input aus den öffentlichen Konsultationen in den Entscheidungsfindungsprozessen berücksichtigt werden. 11

Kontaktieren Sie die Projektpartner TenneT TSO GmbH Telefon +49 4841 7791391 E-Mail Westkueste@tennet.eu Energinet Telefon +45 70 10 22 44 E-Mail: info@energinet.dk Oder schreiben Sie uns an: TenneT TSO GmbH Osterhusumer Straße 130 D-25813 Husum Oder schreiben Sie uns an: Energinet Tonne Kjærs Vej 65 DK-7000 Fredericia