Erweiterung und Sanierung Busdepot Grüzefeld Winterthur Programm Gesamtleistungswettbewerb

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1 Erweiterung und Sanierung Busdepot Grüzefeld Winterthur Programm Gesamtleistungswettbewerb Gesamtleistungswettbewerb im selektiven Verfahren 15. Oktober 2010 ES ORISCH PROVIS M AM PROGR

2 Inhalt 1 Allgemeine Bestimmungen 4 Auftraggeberin / Eingabeadresse 4 Art des Verfahrens 4 Grundlagen und Rechtsweg 5 Teilnahmebedingungen / Teilnahmeberechtigung 5 Präqualifikation 5 Entschädigungen 6 Zuschlag 6 Ablauf und Termine 7 Vorprüfung 8 Beurteilungsgremium 8 Veröffentlichung und Ausstellung 9 2 Ausgangslage 10 Gebiet und Gebäude 10 Wettbewerbsareal 12 Perimeter 14 Massgebende Bauvorschriften 14 Massgebende Rahmenbedingungen 15 Finanzierung 16 Projektierungsunterlagen 16 3 Aufgabenstellung 18 Aufgabe 18 Übersicht über die vom Totalunternehmer zu erbringenden Leistungen 18 Kosten 19 Kunst am Bau 20 Zielsetzungen 20 Raumprogramm 21 Beurteilungskriterien der 1. Stufe 24 Leistungsumfang der 1. Stufe 25 Beurteilungskriterien der 2. Stufe 26 Leistungsumfang der 2. Stufe 26 Projektdarstellung 27 4 Schlussbestimmungen 28 Impressum Herausgeberin: Stadt Winterthur, Amt für Städtebau Redaktion: Michael Boogman, Amt für Städtebau, Stadtgestaltung / Wettbewerbe Bezugsquelle Stadt Winterthur, Amt für Städtebau, Technikumstrasse 81, Postfach, 8402 Winterthur Wettbewerbe 2

3 Erweiterung und Sanierung Busdepot Grüzefeld, Winterthur Der öffentliche Verkehr schreibt in Winterthur Geschichte und das seit über 100 Jahren. Aus der ersten Tramlinie von 1898 sind 23 Buslinien in und um Winterthur entstanden ein Netz, auf dem Stadtbus Winterthur im Jahr 2009 fast 24 Millionen Fahrgäste sicher an ihr Ziel gebracht hat. Stadtbus Winterthur sorgt als eines von acht marktverantwortlichen Verkehrsunternehmen des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV) für den öffentlichen Nahverkehr in der Region. Mit fast 250 Mitarbeitenden legen die Busse von Stadtbus jährlich über 4,5 Millionen Fahrplankilometer zurück. Dazu stehen mehr als 80 Fahrzeuge im Einsatz. Für die neuen Busse ist in den bestehenden Depots kein Platz vorhanden, es besteht ein zwingender Handlungsbedarf. Das veraltete Busdepot Deutweg für 33 Busse sowie der zugehörige Verwaltungsbau an der Tössfeldstrasse 86 sollen aufgehoben werden. Als Ersatz und Erweiterung ist beim Busdepot Grüzefeld ein Anbau für 64 Busse unterschiedlicher Länge geplant. Die Verwaltung soll am selben Standort als Teil des Erweiterungsbaus integriert werden. Mit der Konzentration an einem Standort können betriebliche Abläufe vereinfacht werden. 3

4 1 Allgemeine Bestimmungen Auftraggeberin / Eingabeadresse Veranstalterin des Gesamtleistungswettbewerbs ist die Stadt Winterthur. Für die Durchführung der Präqualifikation und des Gesamtleistungswettbewerbes ist das Departement Bau, Amt für Städtebau, Abteilung Stadtgestaltung / Wettbewerbe federführend verantwortlich: Sekretariatsadresse für Pakete: Briefadresse: Stadt Winterthur Stadt Winterthur Departement Bau Departement Bau Amt für Städtebau Amt für Städtebau Stadtgestaltung / Wettbewerbe Stadtgestaltung / Wettbewerbe Technikumstrasse 81 Postfach 8400 Winterthur 8402 Winterthur Tel Fax Öffnungszeiten: 8 12 und Uhr Art des Verfahrens Der Gesamtleistungswettbewerb wird als zweistufiges, selektives Verfahren durchgeführt. Es orientiert sich in der 1. Stufe an den Grundsätzen der Wettbewerbsordnungen SIA-Ordnung 142 und 143 (Ausgabe 2009): Für die Sanierung und den Anbau wird eine Totalunternehmung gesucht. Es werden Teamzusammensetzungen von Generalunternehmung, Architektinnen und Architekten, Bauingenieuren und Bauingenieurinnen, Haustechnikplanenden, Bauphysikerinnen und -physikern und weiteren Fachleuten nach Bedarf erwartet. Für die Wahl der Unternehmung wird ein zweistufiger Gesamtleistungswettbewerb mit max. sieben Teilnehmerinnen in einem selektivem Verfahren durchgeführt: In einer Präqualifikation werden aus einer offenen Ausschreibung max. 7 Teams für die Teilnahme am Wettbewerb ausgewählt Die erste Stufe des Gesamtleistungswettbewerbs wird anonym durchgeführt. In dieser Stufe werden Projektstudien erarbeitet. Es werden die Zweckmässigkeit der betrieblichen Abläufe sowie die städtebauliche Setzung und architektonische Gestaltung bewertet. Die Ökonomie wird anhand von Kenndaten und -zahlen zu Flächen und Volumen der Projekte bewertet. Als Nachweis für die Einhaltung des Kostenrahmens wird eine Grobkostenschätzung für den Neubau und die Sanierung des bestehenden Depots verlangt. Drei Teams werden für die anschliessende Bearbeitung eines Projekts und eines verbindlichen Kostenangebots für das gesamte Bauvorhaben eingeladen. 4

5 In der zweiten Stufe wird das Projekt ausgearbeitet. Diese Stufe wird nicht mehr anonym durchgeführt. Mit einer Zwischenbesprechung werden die Teams in der Bearbeitung der Aufgabe begleitet. Zum Abschluss geben die Teams ein verbindliches Total unternehmer-angebot für alle gemäss den Ausschreibungsunterlagen zur erbringenden Leistungen ab. Die detaillierten Anforderungen an die Erweiterung und Sanierung des Busdepots werden in den Unterlagen zur 2. Stufe in einem funktionalen Beschrieb formuliert. Verfahrens- und Projektsprache ist Deutsch. Grundlagen und Rechtsweg Das Wettbewerbsprogramm und die Fragenbeantwortungen sind für die Auftraggeberin, die Teilnehmenden und das Beurteilungsgremium verbindlich. Mit Einreichen der Bewerbung für die Präqualifikation anerkennen die Teilnehmenden das zweistufige Verfahren und die damit verbundenen Abläufe, die Grundlagen, die Fragenbeantwortungen und die Entscheide des Beurteilungsgremiums auch in Ermessensfragen. Das Siegerprojekt inklusive Modellen geht in das Eigentum der Stadt Winterthur über. Das Urheberrecht liegt bei den Teilnehmenden. Die Veranstalterin hat das Recht, alle Entwürfe unter Nennung der Verfasserin respektive des Verfassers zu veröffentlichen. Für diese Verfahren ist Schweizerisches Recht anwendbar. Als Gerichtsstand wird Winterthur bestimmt. Folgeaufträge Die Auftraggeberin behält sich vor, die eventuell anschliessend folgenden Planungen für die Sanierungsarbeiten im bestehenden Hallengebäude gemäss 10 Abs. 1 lit. g der Submissionsverordnung vom 23. Juli 2003 freihändig an dieselbe Anbieterin respektive denselben Anbieter zu vergeben oder ein neues Verfahren durchzuführen. Teilnahmebedingungen / Teilnahmeberechtigung An der Präqualifikation können Totalunternehmungen mit Sitz in der Schweiz oder in einem Vertragsstaat des GATT / WTO-Übereinkommens über das öffentliche Beschaffungswesen teilnehmen, soweit dieser Staat Gegenrecht gewährt. Es werden Teamzusammensetzungen von Planerinnen, Planern und Unternehmungen aus den Sparten Generalunternehmung, Architektur, Bauingenieurwesen, Haustechnikplanung und Bauphysik erwartet. Mehrfachnennungen sind nicht möglich. Der Beizug von weiteren Spezialisten steht den Teams frei, wobei hier Mehrfachnennungen möglich sind. Präqualifikation Die Aufgabe wird offen ausgeschrieben. Die interessierten Teams bewerben sich bei der ausschreibenden Stelle. 5

6 Unterlagen Für die Präqualifikation sind nachfolgende Unterlagen einzureichen: Selbstdeklaration Vollständig ausgefülltes Formular der Selbstdeklaration mit Angabe von je drei Referenzobjekten. Totalunternehmung, Architektinnen, Architekten und Bauingenieure, Bauingenieurinnen dokumentieren je drei Referenzprojekte auf je maximal drei Blatt A3. Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Angaben zur Totalunternehmung und zum Planungsteam mit Organigramm Eignungskriterien Die Teams werden anhand der Referenzobjekte, der Projektorganisation und der Angaben zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit beurteilt. Die Auswahl für die Teilnahme an der ersten Bearbeitungsstufe erfolgt nach folgenden Kriterien: Management- und Ausführungsstrukturen, insbesondere im Hinblick auf die Zusammensetzung des Projektierungs- und Ausführungsteams personelle Kapazität und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit für die Abwicklung des vorgesehenen Bauvorhabens Erfahrung in Bezug auf wirtschaftliches und nachhaltiges Bauen Erfahrung der Totalunternehmung und des Planungsteams in der Planung und Realisierung von vergleichbaren Bauvorhaben mit einem guten Qualitätsstandard Für die 1. Bearbeitungsstufe werden maximal 7 Totalunternehmungen mit ihren Projektpartnerinnen und -partnern eingeladen. Das Beurteilungsgremium bestimmt zwei Teams als Ersatz. Entschädigungen Für die Einreichung der Präqualifikationsunterlagen wird keine Entschädigung ausgerichtet. Die Teilnehmenden der 1. Stufe des Verfahrens werden bei fristgerechtem Einreichen einer vollständigen Arbeit pauschal mit je CHF (inkl. MwSt.) entschädigt. Die Aufwendungen der 2. Stufe für die Ausarbeitung des Projekts mit verbindlichem Kostenangebot sind grundsätzlich in das Angebot einzurechnen. Die Anbieter der 2. Stufe, die den Zuschlag nicht erhalten, erhalten bei einer fristgerechten und vollständigen Einreichung der verlangten Unterlagen eine pauschale Entschädigung von je CHF Für das siegreiche Team wird eine pauschale Entschädigung von CHF ausgerichtet. Diese Entschädigung gilt bei der Umsetzung des Projekts als erste Teilzahlung. Zuschlag Das Beurteilungsgremium wählt anhand der Beurteilungskriterien den besten Anbietenden und beantragt der zur Vergabe zuständigen Stelle (Stadtrat Winterthur), diesen Anbietenden den Gesamtleistungsauftrag zu erteilen. Voraussetzung für eine Vergabe ist die vorgängige Kostengutsprache des ZVV. Die Realisierung des Wettbewerbsprojektes mit den im Wettbewerb engagierten Planerinnen und Planern ist für die Anbietenden verbindlich. 6

7 Ablauf und Termine Der terminliche Ablauf zur Durchführung des Wettbewerbverfahrens ist wie folgt geplant: Termine für die Präqualifikation und den Projektwettbewerb: Ausschreibung / Inserat Wettbewerb Freitag, 15. Oktober 2010 Einreichen Bewerbung zur Präqualifikation bis Freitag 10. Dezember 2010 Einladung der zur 1. Stufe ausgewählten Teams und ab Montag, 3. Januar 2011 Ausgabe der Unterlagen inkl. Modellgrundlage Begehung mit Startinformationen Mitte Januar 2011 Einreichung von Fragen zur Aufgabe schriftlich und anonym bis Freitag, 21. Januar 2011 Beantwortung der Fragen an alle Teilnehmenden bis Freitag, 28. Januar 2011 Einreichen der 1. Stufe bis Freitag, 1. April 2011 Einreichen der Modellunterlage bis Freitag, 8. April 2011 Einladung der drei Teams zur 2. Stufe Ende April 2011 Einreichen der 2. Stufe mit Gesamtleistungsofferte bis Freitag, 30. September 2011 Einreichen der Modellunterlage bis Freitag, 7. Oktober 2011 Beurteilung des Verfahrens Oktober 2011 Jurybericht, Ausstellung aller Projekte und Medienorientierung Ende 2011 Die Unterlagen für die 1. und 2. Stufe müssen bis spätestens 16 Uhr an der Eingabeadresse eingetroffen sein (Poststempel ist nicht massgebend). Unvollständig und nicht termingerecht eingereichte Arbeiten werden durch das Beurteilungsgremium aus dem Verfahren ausgeschlossen. Nicht verlangte Dokumente werden bei der Beurteilung nicht berücksichtigt. Das Resultat des Verfahrens wird allen präqualifizierten Teilnehmenden mitgeteilt. Approximative Termine für die weitere Bearbeitung: Projektierung (Vergabe) 2011 Einreichen Baugesuch 2012 Baubeginn 2012 Bezug Ende

8 Vorprüfung Die eingereichten Projektstudien in der 1. sowie die Projekte mit verbindlichem Kostenangebot in der 2. Stufe (Gesamtleistungswettbewerb) werden durch das Departement Bau, Amt für Städtebau (Stadtgestaltung / Wettbewerbe) in Bezug auf folgende Punkte geprüft: Einhaltung der formellen Randbedingungen wie Vollständigkeit, Anonymität, Einreichungstermine Einhaltung der baupolizeilichen Randbedingungen Berücksichtigung der Projektierungshinweise und Hinweise zur Nachhaltigkeit Einhaltung der Vorgaben gemäss Ausschreibungsunterlagen Grundsätzliche Übereinstimmung der Planinhalte mit dem Modell Plausibilität der Grobkostenschätzung, Einhaltung des Kostenrahmens Beurteilungsgremium Sachpreisrichterin und Sachpreisrichter SR Matthias Gfeller (Vorsitz) SR Pearl Pedergnana Thomas Nideröst, Stadtbus Hans Jörg Fuhr, Bauökonom, Basel Mario Fellner, Stadtbus (Ersatz) Fachpreisrichterin und Fachpreisrichter Michael Hauser, Stadtbaumeister (Moderation) Katrin Gügler, Architektin, Amt für Städtebau Michael Küttel, Bauingenieur, Winterthur Herbert Schmid, Architekt, Steinmann & Schmid, Basel Andy Senn, Architekt, St. Gallen Samuel Schwitter, Architekt, Amt für Städtebau (Ersatz) Experten Ernst Nef, Projektleiter Stadtbus Walter Baumann, BBS Ingenieure Christoph Keller, BWS Bauphysik AG Roland Jelinek, Architekt, Projektleiter Hochbau Kurt Müller, Projektleiter Gebäudetechnik Städtische Fachstellen (Feuerpolizei, Arbeitsinspektorat) Organisation Michael Boogman, Architekt, Projektleiter Stadtgestaltung / Wettbewerbe Der Beizug von weiteren Experten bleibt im Einvernehmen mit dem Beurteilungsgremium vorbehalten. 8

9 Veröffentlichung und Ausstellung Nach Abschluss der 2. Stufe ist eine Ausstellung mit allen eingereichten Projekten vorgesehen. Die Termine und Modalitäten werden allen Teilnehmenden rechtzeitig mitgeteilt. Der Jurybericht wird dem Beurteilungsgremium, den Teilnehmenden sowie der Fachpresse nach Erscheinen zugestellt. 9

10 2 Ausgangslage Gebiet und Gebäude Städtebaugeschichte Das Industriegebiet Grüzefeld war bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts noch Ackerland. Ab Mitte 60er-Jahre wurde es erschlossen wobei die Rudolf-Diesel- und die Grüzefeldstrasse neu angelegt wurden. Das Gebiet gehört heute zu den attraktiven Entwicklungsgebieten für Arbeitsplätze in Winterthur. Es ist mit Bahn und Strasse sehr gut erschlossen, liegt in akzeptabler Distanz zum Stadtzentrum und weist noch einige Flächenreserven auf. Im Gegensatz zu den historischen Industriegebieten muss keine Rücksicht auf alte Bausubstanz und Altlasten genommen werden. Wegen der hohen Erschliessungsqualität und der Expansionsmöglichkeiten ziehen viele kunden- oder personalintensive Dienstleistungsbetriebe in dieses Gebiet. Situation

11 Situation 1971 Situation 2010 Bestehendes Busdepot 11

12 Gebäude Das Busdepot Grüzefeld wurde in den Jahren von den Winterthurer Architekten Kellermüller & Lanz geplant. Es bildet die erste Etappe eines Gesamtkonzepts. Die Serviceräume wurden bereits für einen späteren Vollausbau bemessen. Aussen am Kommandoraum ablesbar gliedert diese Servicezone das 7800 m 2 grosse Gebäude in zwei Teile. Die eine Hälfte beherbergt den Revisions- und Unterhaltsdienst, der andere Teil dient als Einstellhalle für die Gelenktrolleybusse. In den Untergeschossen liegen die Garderoben, Lager- und Schulungsräume. Die Tragstruktur des Gebäudes über Terrain besteht aus Stahlstützen, einem filigranen Dachfachwerk mit Bindern und Pfetten, Stahlverbänden, gemauerten Wänden, vorfabrizierten Betonfassadenelementen und Durisoldachplatten. In den beiden Untergeschossen tragen Betondecken, Betonstützen, Betonwände und gemauerte Wände. Die das Dach tragenden Stahlstützen stehen in einem quadratischen Raster von Metern. Seine starke Prägung verdankt das Gebäude dem auskragenden Vordach, den hohen Kaminen aus Sichtbeton und seinen grossen Dimensionen. Das Tageslicht gelangt durch das umlaufende Fensterband auf Augenhöhe und durch die Oberlichter in die Halle. Für das Projekt gibt es folgende relevante Vorstudien, die den Teilnehmenden der Bearbeitungsstufen zur Verfügung gestellt werden: Variantenstudie Baumgartner-Partner Architekten, Winterthur (Auszug) Statische Abklärung Dr. Deuring & Oehninger AG, Winterthur Geologisches Gutachten Allgeol AG, Winterthur Schadstoffuntersuchung, ETI Umwelttechnik AG, Chur Wettbewerbsareal Übersicht 12

13 Bestehendes Busdepot aussen Busabstellplätze im bestehenden Busdepot 13

14 Perimeter Parzelle Adressen Eigentümerin Fläche [m 2 ] 2 / Grüzefeldstrasse 35 Stadt Winterthur Perimeter 1: Massgebende Bauvorschriften Baurechtliche Rahmenbedingungen Es gilt das PBG Kanton Zürich vom 7. September 1975 sowie die BZO der Stadt Winterthur vom 3. Oktober Umzonung Das Gebiet liegt heute in der Industriezone 1, Ausschlussgebiet für stark störende Betriebe. Es ist vorgesehen, den Projektperimeter in die Zone für öffentliche Bauten umzuteilen. Das entsprechende Umzonungsverfahren läuft. Abstände Es gelten die Abstände nach PBG und BZO gemäss Zone für öffentliche Bauten. Gegenüber Nachbargrundstücken sind die Abstände gemäss deren Zonenvorgabe massgebend. 14

15 Näherbaurecht Gegenüber der Nachbarparzelle der Stadt (z. Z. öffentliche Parkplätze mit Gebührenpflicht) besteht grundsätzlich die Option eines Näherbaurechtes im Bereiche des Grenzverlaufes. Bei einer allfälligen Beanspruchung des Näherbaurechtes durch die Wettbewerbsteilnehmenden muss dies aber projektspezifisch mit Immobilien Stadt Winterthur besprochen und bewilligt werden. Feuerpolizei Das bestehende Gebäude besitzt bezüglich der geltenden Brandschutzrichtlinien beträchtliche Mängel, welche die Personensicherheit gefährden. Das Erweiterungs- und Sanierungsprojekt soll beim Neubau die Anforderungen des Brandschutzes gemäss den VKF-Brandschutzrichtlinien und der Nutzerschaft vollumfänglich erfüllen sowie den Altbau verhältnismässig an die Vorschriften anpassen. Massgebende Rahmenbedingungen Ökonomie Die Ökonomie, wirtschaftliche Plausibilität soll nachvollziehbar dargestellt werden. Die Investitionskosten für die Realisierung des Neubaus sind beschränkt. Es wird mit Anlagekosten für den Neubau von Halle und Verwaltung von ca. CHF 15 Mio. gerechnet. Darin sind die Kosten für Anpassungen im bestehenden Gebäude, die ebenfalls Bestandteil dieser Submission sind, nicht eingerechnet. Freiraum Auch auf den beschränkten Verhältnissen des Grundstücks ist auf eine qualitativ hochwertige Freiraumgestaltung zu achten. Energie, Nachhaltigkeit, Ökologie Die Themen Energie und Nachhaltigkeit sind für die Stadt Winterthur von grosser Bedeutung. Der Neubau mit Aussenanlagen soll möglichst umweltfreundlich erstellt, betrieben und dereinst rückgebaut werden können. Eine optimale Ausnützung des Grundstücks, die Schonung von Ressourcen (Stichwort Graue Energie) und höchste Energieeffizienz sind wichtige Zielsetzungen. Es ist ausserdem auf ein gutes Innenraumklima zu achten. Zur Optimierung des Komforts gehören eine gute Tageslichtnutzung und ein adäquater sommerlicher Wärmeschutz. Der Verwaltungsteil soll den Standard Minergie-P Eco erreichen. Bei der Sanierung der bestehenden sowie der neuen Halle gelten für die Materialwahl dieselben Anforderungen. Bezüglich Energieverbrauch ist für den Werkstattbereich der Grenzwert nach SIA 380 / 1 für Umbauten anzustreben. In den übrigen, nur auf max. 10 C temperierten Teilen der Halle soll der dazu erforderliche Energieverbrauch mit zweckmässigen und wirtschaftlichen Massnahmen optimiert werden. 15

16 Die Frage, ob die neuen und die sanierten Bauten an die Fernwärmeversorgung der Stadt Winterthur angeschlossen werden können oder ob die Wärmeversorgung mit Gaskesseln erfolgt oder ob die Nutzung von Geothermie in Frage kommt, ist zur Zeit noch offen. Diese Frage soll jedoch bis zur Erarbeitung der Projektstudien definitiv geklärt werden. Die Flachdächer sollen so erstellt werden, dass darauf in einem späteren Zeitpunkt allenfalls Fotovoltaikanlagen platziert werden können. Im Übrigen sind nicht genutzte Flachdächer in der Regel fachgerecht zu begrünen. Finanzierung Die vom TU zu erbringenden Leistungen setzen eine Kostengutsprache des ZVV voraus. Soweit die Leistungen den Neubauten (neue Fahrzeugeinstellhalle und Neubau Verwaltung) zuzuordnen sind, werden diese über einen entsprechenden Investitionskredit finanziert. Soweit es sich um Unterhaltsarbeiten handelt, die jedoch zweckmässigerweise parallel mit den Neubauten durchzuführen sind, werden diese Leistungen teilweise über die Laufende Rechnung finanziert. Zudem werden voraussichtlich in den Räumlichkeiten des Zivilschutzes auch noch gewisse Leistungen zu erbringen sein, die durch den Zivilschutz finanziert und dementsprechend auch separat abgerechnet werden müssen. Aus diesem Grund werden in der 2. Stufe des Verfahrens entsprechende, mit separaten Preisen anzubietende Kostenmodule gebildet. Damit kann eine saubere Trennung zwischen den Neubaukosten und den Unterhaltskosten sowie zwischen verschiedenen Kostenträgern gewährleistet werden. Projektierungsunterlagen Die 7 präqualifizierten Teilnehmenden erhalten folgende Unterlagen für die 1. Stufe: Übersichtsplan Stadt Winterthur im Mst. 1:5000 Programm des 2-stufigen Verfahrens vom 1. November 2010 Situationsplan / Katasterplan im Mst. 1:500 mit Liste der Höhenangaben (als DXF-, als DWG- und als PDF-Datei) und Leitungskataster Pläne des bestehenden Gebäudes (als DXF-, als DWG- und als PDF-Datei) Modellunterlage 1:500 Raumbeziehungsschema Betriebslayout, Stadtbus Winterthur Variantenstudie (Auszug), Baumgartner Partner Architekten AG, Winterthur Statische Abklärung, Dr. Deuring & Oehninger AG, Winterthur Geologisches Gutachten, Allgeol AG, Winterthur Schadstoffuntersuchung, ETI Umwelttechnik AG, Chur Angaben zur Gebäudetechnik, diverse Fachplaner Brandschutzplan Ist-Zustand Vorlage für Grobkostenschätzung Neubau und Sanierung mit Budgetpositionen 16

17 Die 3 Teilnehmenden der 2. Stufe erhalten zusätzlich: Detailliertes Raumprogramm (Excell-Tabelle) Brandschutz Verbesserungsanforderungen Totalunternehmer-Vertragsentwurf Richtlinien Informatikdienste Winterthur (IDW) Angaben zu Energie und Ökologie (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) 17

18 3 Aufgabenstellung Aufgabe Das bestehende Busdepot im Grüzefeld wird heute primär für die Einstellung und Wartung der Trolleybusse genutzt, währenddem die Dieselbusse im alten Depot an der Tösstalstrasse 86 eingestellt werden. Im Untergeschoss des Busdepots Grüzefeld befinden sich zudem die Büros, die Ausbildungsräume und eine Werkstatt des Zivilschutzes der Stadt Winterthur. Die gesamte Verwaltung von Stadtbus, die heute in einem separaten Bau beim alten Depot an der Tösstalstrasse untergebracht ist, soll neu zusammen mit der Depoterweiterung im Grüzefeld in einen entsprechenden Neubau verlegt werden. Das alte Busdepot soll nach dem Bezug des erweiterten und sanierten Gebäudes im Grüzefeld einer anderen Nutzung zugeführt werden. Übersicht über die vom Totalunternehmer zu erbringenden Leistungen Die vom Totalunternehmer (TU) zu erbringenden Planungs- und Bauleistungen umfassen die Erweiterung und Sanierung des Busdepots im Grüzefeld und können generell in die folgenden Elemente gegliedert werden: Zusätzliche Fahrzeugeinstellhalle An der Westseite der bestehenden Fahrzeugeinstellhalle ist eine neue Einstellhalle für Dieselbusse mit einer Fläche von rund 6000 m 2 sowie zusätzlich eine Spenglerei / Malerei zu erstellen, die der Reparatur von Karosserieschäden an den Bussen der Flotte von Stadtbus Winterthur dient. Im Aussenbereich sollen zudem PW-Abstellplätze für die Verwaltung und den Betrieb von Stadtbus erstellt werden. Die Einfahrt in die neue Halle ist über den Einfahrtsbereich der bestehenden Bushalle vorgesehen. Die neue Einstellhalle soll mit Ausnahme allfälliger Verbindungskorridore grundsätzlich nicht unterkellert werden. Neubau Verwaltung Zusammen mit der neuen Fahrzeugeinstellhalle ist die Erstellung von neuen Räumlichkeiten für die Verwaltung mit einer Nettonutzfläche (ohne Verkehrsflächen für die Erschliessung) von etwas über 1000 m 2 vorgesehen. Sanierung der bestehenden Halle mit Erneuerung der Betriebseinrichtungen Die in einem 2-geschossigen Einbau in der bestehenden Halle vorhandenen Räumlichkeiten mit einer Fläche von rund 750 m 2 und der im Kern liegende Werkstattbereich der Halle, die weitgehend zum technischen Betrieb von Stadtbus gehören (wie Werkstatt, temporäre Arbeitsplätze für Technik, Pikett, Unterhalts- und Reparaturdienst, Lager usw.), werden vollständig umgebaut bzw. erneuert und dementsprechend mit einer den Anforderungen entsprechenden Wärmedämmung versehen. In der ganzen Halle sind die Böden mit den zugehörigen Entwässerungsrinnen zu erneuern. Im Bereich der Einfahrtshalle und des Werkstattbereichs müssen Betankungsanlagen für die Dieselbusse erstellt und neue Buswaschanlagen sowie weitere werkstattspezifische Komponenten eingebaut werden. Bedingt durch den vermehrten Betrieb mit Dieselbussen sind entsprechende Lüftungsanlagen einzubauen. 18

19 Auch die übrigen Einrichtungen der Gebäudetechnik (z. B. Wasseraufbereitung, Spaltanlage, Druckluftanlage, Beleuchtung, Heizung usw.) sind weitgehend zu erneuern. Zudem sind die aus feuerpolizeilicher Sicht erforderlichen Massnahmen zu treffen. Erneuerungen und Anpassungen in den Untergeschossen der bestehenden Halle Im 1. und 2. UG sind ebenfalls Anpassungen und Erneuerungen vorzunehmen, die teilweise mit der Erweiterung des Busdepots zusammenhängen und teilweise dem grösseren periodischen Unterhalt zuzurechnen sind. Dazu gehören auch die erforderlichen Massnahmen zur Gewährleistung der feuerpolizeilichen Vorschriften, insbesondere die Sicherstellung der erforderlichen Fluchtwege. Im 1. UG sind die Garderoben inkl. WC und Duschenanlagen zu erneuern und für die neue Anzahl Mitarbeitende zu erweitern. Zudem sind Anpassungen an den Lagerräumlichkeiten vorzusehen. Im 2. UG wird teilweise an Stelle der heutigen Lager eine Parkgarage mit rund 90 bis 100 PW- Parkplätzen für das Fahrpersonal vorgesehen. Zu diesem Zweck ist die heutige Zufahrtsrampe so umzugestalten, dass diese über 2 Fahrspuren verfügt. Das 2. UG ist zudem mit einer den Anforderungen an die Parkgarage entsprechenden Lüftungsanlage auszurüsten. In beiden UG s sind zudem Erneuerungen der technischen Anlagen, insbesondere der Heizungsanlage, der Notstromanlage und anderer, für den Betrieb des Busdepots erforderlichen Anlagen vorzusehen. In den Ausschreibungsunterlagen für die 1. Stufe werden die Vorgaben, soweit dies für die Erstellung der Projektstudien erforderlich ist, weiter präzisiert. Für die 2. Stufe, in der ein konkretes Vorprojekt mit verbindlichen Kosten auszuarbeiten ist, werden für die durch den TU zu erbringenden Leistungen detaillierte, funktionale Beschriebe, zusammen mit detaillierten Raumblättern erstellt. Kosten In der ersten Bearbeitungsstufe wird vom TU eine Grobkostenschätzung nach der Makro- Elementmethode mit einem zugehörigen Baubeschrieb verlangt. Für einzelne Positionen der Betriebseinrichtungen werden Budgets vorgegeben. Diese Grobkostenschätzung dient als Nachweis der Einhaltung des Kostenrahmens und als Basis für die Überarbeitungshinweise zur zweiten Bearbeitungsrunde. Auch für den Sanierungsteil werden Kostenangaben erwartet. Den drei Teams, die zur zweiten Bearbeitungsstufe eingeladen werden, wird aufgrund der Kostenangabe der ersten Runde eine ausführliche Rückmeldung für die Weiterbearbeitung und Optimierung gegeben. 19

20 Kunst am Bau An der Westfassade des bestehenden Gebäudes hängt das Werk «Rad» von Robert Lienhard aus dem Jahr Das Objekt ist ein Aluminiumrelief mit einem Durchmesser von 2.5 m (Kunstinventar-Nr ). Es muss abmontiert und zwischengelagert werden. Das Objekt soll nach Möglichkeit nach der Erweiterung eine neue Platzierung an der Fassade erhalten. Der Vorschlag muss der Kunstkommission vorgelegt werden, die dem Stadtrat eine entsprechende Empfehlung für einen Standortwechsel vorschlägt. Die Umplatzierung ist Bestandteil des Auftrags der Totalunternehmung. Zielsetzungen Mit der Durchführung des zweistufigen Verfahrens sollen folgende Zielsetzungen erreicht werden: Beste Qualität zum besten Preis Es werden qualitativ gute Projekte zum bestmöglichen Preis erwartet. Bei der Beurteilung der Projekte werden somit sowohl die Qualität der angebotenen Neu- bzw. Erweiterungsbauten und der Umbauten im bestehenden Gebäude mit den entsprechend gewählten Konstruktionen und Materialien als auch der entsprechende Preis beurteilt. Optimale betriebliche Lösung Von grosser Bedeutung für die Wahl des optimalen Projekts bzw. Angebots ist auch eine betrieblich einwandfreie Lösung. Dies gilt sowohl für den Betrieb des gesamten Depots mit Einfahrtshalle, Werkstatt und Fahrzeugeinstellhalle als auch für die betrieblichen Abläufe im neuen Verwaltungsbau sowie der entsprechenden Verbindungswege innerhalb und zwischen den einzelnen Gebäudeteilen. Gute städtebauliche Gestaltung und Einordnung Es wird eine gute städtebauliche Gestaltung des Neubaus und eine gute Einordnung in die bauliche Umgebung inkl. der zugehörigen Umgebungsgestaltung erwartet. Kostensicherheit Die Auftraggeberin wählt die Form der TU-Ausschreibung, um bereits bei der Bewilligung der erforderlichen Kredite eine hohe Kostensicherheit zu erreichen. 20

21 Raumprogramm Das Raumbeziehungsschema wird den Bearbeitenden der 1. Stufe abgegeben. Das detaillierte Raumprogramm mit den einzelnen Raumblättern, in denen die den Räumen zuzuordnenden Anforderungen aufgeführt sind, werden den Teilnehmenden der Bearbeitungsstufe 2 abgegeben. Bodenfläche Minimalprogramm: 1. Neubau Verwaltung Grösse [m 2 ] Anzahl Total [m 2 ] 0 Direktion Abteilungsleitung Angebotsplanung Finanzen und Dienste (F + D) F + D (Admin / Telefon / Empfang) Direktion (Admin) Betrieb (Stab) Kommunikation und Markt (K + M) F + D (Controlling / Kreditoren) F + D (Debitoren / Lernende) F + D (Informatik / Fahrgastzählung) Betrieb (Transport / Disposition) Betrieb (Qualitätsmanagement / Teamleitung) Büro Reserve langfristige Reserve (Vorläufig zur Fremdverm.) Besprechungsraum / Teamleitung a Sitzungszimmer b Sitzungszimmer Konferenzraum Aufenthaltsraum (3 Zonen) Toiletten (getrennt Damen / Herren) Duschraum mit Vorraum Bewegungsraum (Fitness) Service Zone (Druck- und Kopierzentrum) Lager Büromaterial Lager Reinigung Aussensitzplatz EDV Raum Loge / Empfang Garderobe (Teil der Verkehrsfläche) 1 Total Neubau Verwaltung

22 2. Neubau Fahrzeugeinstellung Grösse [m 2 ] Anzahl Total [m 2 ] 29 Fahrzeugeinstellung, für 64 Busse 1 ca Betrifft Linienbusse verschiedener Ausführungen (Fz-Länge von 12 m bis 25 m, Fz-Breite 2.55 m) und Betriebsarten mittels Diesel oder Strom (Trolleybusse). Dies erfordert besondere Anforderungen an den Bau: Grössere freitragende Hallenabschnitte > Fz-Manövrierung Energieversorgung garagierter Busse (Druckluft / Strom) Hohe statische und dynamische Bodenbelastungen Berücksichtigung erforderlicher Belüftungen 58 Spenglerei / Malerei Aussenabstellplätze Verwaltung / Betrieb SBW 36 ca Total Neubau Fahrzeugeinstellung ca Umbau bestehender Raumtrakt in Depothalle Grösse [m 2 ] Anzahl Total [m 2 ] 30-OG1 Pausenraum Technik / Betrieb OG1 Toiletten (Bereich Pausenraum) OG1 Ruheraum Fahrpersonal OG1 Schulungsraum OG1 Werkstatt Infrastruktur OG1 Raum Münzverarbeitung / Billettautomaten OG1 Sitzungszimmer Technik OG1 Toiletten (Bereich Technik) OG1 Büro Leitung Infrastruktur / Assistenz OG1 Schulungsraum Zivilschutz EG Betrieb (Leitstellenstand) EG Lager Technik Kleinteile EG Büro Lagerleitung / Lernende EG Büro Leitung Unterhalt / Reparatur EG Elektro Werkstatt EG Papierlager Billettautomaten EG Kassenraum (Fahrzeugkassen) EG Antrittsraum für Fahrpersonal EG Raucherraum EG Toiletten (Bereich Antrittsraum)

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