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1 Sonderausgabe 2014 assetmanager Ein Magazin von C-QUADRAT the fund company Mikrofinanz Hilfe zur Selbsthilfe: Kleine Kredite mit großer Wirkung Nachhaltige Investments, auch in schwierigen Börsenphasen Seite 4 Wie ein Schuster in El Salvador mit einem Kleinkredit expandiert Seite 12 Günther Kastner, Initiator der Marke Vision Microfinance, im Gespräch Seite 16

2 Editorial Liebe Leserinnen, liebe Leser! Mikrokredite ermöglichen Anlegern, humanitäre Hilfe zu leisten und dabei solide Erträge zu erzielen. Inhalt Editorial. Coverstory. Mikrokredite bieten Menschen die Chance, der Armut zu entkommen, und Investoren solide Erträge. Interview Arman Vardanyan. Der Mikrofinanz-Experte über Entwicklungshilfe mit Kleinstkrediten. Stabile Renditen. 10 Fragen und Antworten zu Mikrofinanz-Investments. Reportage. Fondsmanager Christoph Eckart war in El Salvador und berichtet über lokale Kleinunternehmer GroSSer Prüfer für kleines Geld. Symbiotics prüft und unterstützt Mikrofinanz- Institute und gibt das Know-how weiter. Fabio Sofia, Mikrofinanz-Experte von Symbiotics, im Interview. Interview GÜNTHER KASTNER. Der Erfinder der Marke Vision Microfinance über den Genossenschaftsgedanken und die Chance, mit gutem Gewissen zu investieren. Impressum. Verantwortung beginnt im Traum, schreibt ein japanischer Schriftsteller. Verantwortung heißt, etwas Nachhaltiges weiterzugeben, sagt Günther Kastner im Interview ab Seite 16. Wir haben dieser Sonderausgabe des assetmanagers ein Thema zu Grunde gelegt, das uns seit Jahren am Herzen liegt und das sich nun auch bei Anlegern steigender Beliebtheit erfreut: Nachhaltige Investments, die Unternehmertum fördern und Anlegern gleichzeitig Renditechancen bieten. Mit der Marke Vision Microfinance unterstützt die C-QUADRAT Gruppe Menschen in Entwicklungsländern dabei, ihre Lebensumstände zu verbessern. Unternehmertum ermöglichen und fördern Von Beginn an war es den beiden C-QUADRAT Gründern wichtig, jenen, denen es nicht so gut geht, etwas von den Chancen weiterzugeben, die sie selbst im Leben hatten. Im Fokus dieses sozialen Gedankens stand und steht, Unternehmertum zu ermöglichen und zu fördern und damit nachhaltige Effekte zu erzielen. Mit seinem Engagement im Bereich Mikrofinanz, identifiziert sich das C-QUADRAT Unternehmen Absolute Portfolio Management GmbH (APM) mit diesen Werten. Als APM 2012 ein Teil der C-QUADRAT Gruppe wurde, war es uns ein besonders Anliegen, diesen Gedanken weiterzutragen und auszubauen. Hilfe zur Selbsthilfe Wer sich für nachhaltige Investments interessiert, findet in dieser Sonderausgabe des assetmanagers Antworten darauf, wie Mikrofinanz Hilfe zur Selbsthilfe leistet. Mit Geldern aus Mikrofinanzfonds können beispielsweise Nähmaschinen oder Anbauflächen finanziert werden. Damit können zwar keine Wunder bewirkt werden, individuelle Erfolgsgeschichten aber schon. Im Gegenzug können Investoren solide, börsenunabhängige Renditen erzielen. Verantwortung beginnt im Traum, der Traum besserer Lebensumstände lässt sich mittels Mikrofinanz verwirklichen. Viel Vergnügen beim Lesen der folgenden Geschichten! Andreas Wimmer Vorstand C-QUADRAT Kapitalanlage AG Seite 02 inhalt assetmanager Sonderausgabe 2014 assetmanager Sonderausgabe 2014 Editorial Seite 03

3 Coverstory Executive Summary Mikrofinanz ist Hilfe zur Selbsthilfe Menschen, die keinen Zugang zu Finanzmärkten haben, bekommen Kleinkredite, um ihr Business zu starten und aus eigener Kraft aus der Armut auszubrechen. Kredite sind keine Almosen Mikrokredite sind sehr kleine Kredite zwischen 50 und US-Dollar. Sie basieren auf dem Prinzip des Vertrauens und der Eigenverantwortung. Sie werden besonders an Menschen in Entwicklungsländern vergeben, die keinen Zugang zu Banken und Finanzinstituten haben. Das Geld muss auch pünktlich und verzinst zurückbezahlt werden. Damit sind Mikrokredite keine Almosen, sondern ein Beitrag zur Entwicklungshilfe. Zudem sind bei keiner anderen Form der Kredit-gewährung die Ausfallsraten so niedrig. Kleines Geld mit großer Wirkung Mittlerweile gibt es mehr als 500 Millionen Menschen, die über Mikrofinanz- Fonds Zugang zu Kleinstkrediten erhalten haben. 80 Prozent aller Unternehmen in den Schwellenländern verdanken ihre Existenz Mikrokrediten. Bisher hat Vision Microfinance, eine Marke der C-QUADRAT Gruppe, 535 Millionen US-Dollar an 191 verschiedene Mikrofinanz-Institute in über 41 Ländern vergeben. Wer hinter Vision Microfinance steht Die Absolute Portfolio Management GmbH (APM), ein Unternehmen der C-QUADRAT Gruppe, ergriff 2006 die Initiative und gründete die Dachmarke Vision Microfinance wurde APM mehrheitlich von C-QUADRAT übernommen. Sumatra: Zwei Arbeiter auf einer erfolgreichen Teeplantage, die vor Jahren mit Mikrokrediten aufgebaut wurde. Kleine Kredite mit großer Wirkung Es gibt nachhaltige Investments, die sich auch in schwierigen Börsenphasen bewähren. Mikrokredite ermöglichen Kleinstunternehmern einen Zugang zu Krediten und lohnen sich für Anleger. Von Stephan Scoppetta Seite 04 coverstory assetmanager Sonderausgabe 2014 assetmanager Sonderausgabe 2014 coverstory Seite 05

4 Coverstory Mikrokredite sind ein wichtiger Beitrag zur Armutsbekämpfung Als Muhammad Yunus und seiner bangladeschischen Grameen Bank im Oktober 2006 der Friedensnobelpreis verliehen wurde, fragte sich jeder: warum? Welchen Beitrag kann eine Bank zum Weltfrieden leisten? Doch Yunus hatte eine bestechend einfache Idee, und diese überzeugte auch das Nobelpreis-komitee: Durch kleine, direkte Kredite an Menschen in Entwicklungsländern soll die Armut bekämpft werden. Die sogenannten Mikrokredite ermöglichen den Aufbau eines kleinen Gewerbes und sichern gleichzeitig das Überleben dieser Menschen. Arman Vardanyan, Fondsmanager der C-QUADRAT Tochtergesellschaft Absolute Portfolio Management GmbH: Diese Kredite öffnen ärmeren Menschen erstmals einen Zugang zu Finanzdienstleistungen und vor allem zu Krediten. Das ermöglicht ihnen, kleine Investments zu tätigen, mit denen sie nachhaltig ihr Leben verbessern können. Mikrokredite sind aber nicht nur ein Beitrag zur Armutsbekämpfung, sondern zählen neben Sparbüchern derzeit zu den sichersten Investments im Nachhaltigkeitssegment. Selbst bei langen Bindungsfristen sind beispielsweise beim Sparbuch heute kaum noch zwei Prozent oder mehr drin. Zudem schnitten die Mikrofinanz-Fonds in den vergangenen fünf Jahren deutlich besser ab als andere Nachhaltigkeits-investments wie zum Beispiel in Energie, Klima, Ökologie, Ethik und Wasser. Diese brachen in der Krise bis zu über 20 Prozent ein, während sich Mikrofinanz-Fonds relativ stabil entwickelten. Das zeigt auch der Symbiotics-Microfinance-Index (SMI). Einfach und aussagekräftig bildet er die Wert-entwicklung der größten Mikrofinanz-Fonds seit 2004 ab. Deren konstante Entwicklung und stetiges Wachstum sind nicht zu übersehen. Gleichzeitig zeigt der Index auch, dass sich Mikrofinanz-Fonds unabhängig von anderen Anlageklassen entwickeln. Die Anleger blieben von den Einbrüchen an den globalen Finanzmärkten verschont. Das investierte Geld fließt in mikroökonomische Kreisläufe, wie zum Beispiel kleine Straßenhändler in Indien oder Afrika, die von Weltwirtschaftskrisen quasi nicht betroffen sind, und deshalb können Anleger selbst in unbeständigen Zeiten mit stabilen Erträgen rechnen. Aus dem sozialen Engagement wird so ein krisensicheres Investment, so Fondsmanager Vardanyan. Fondsmanager Arman Vardanyan und APM Geschäftsführer Günther Kastner. Wie funktioniert s? Anleger investieren über Investmentgesellschaften in Mikrofinanz-Institute. Diese Minibanken vergeben dann Minidarlehen an die Ärmsten der Armen, insbesondere in den Entwicklungs- und Schwellenländern. Die Mikrofinanz-Institute dienen als Brücke zwischen Investoren und Kreditnehmern. Sie bieten eine zusätzliche Sicherheitskomponente. Sie sind in Schwellen- und Entwicklungsländern vor Ort und untersuchen die Lebensumstände eines Kleinstkreditnehmers genau, bevor ein Kleinkredit bewilligt wird. Mikrofinanz-Institute haben einen sehr engen Kontakt zu ihren Kunden, besuchen sie regelmäßig und bieten neben Mikrofinanz-Produkten auch oft Trainings- und Weiterbildungsmaßnahmen an. Dieses Regionale Diversifikation: Die Fonds sind besonders in Südamerika investiert Sub-Sahara Afrika Zentral- und Osteuropa Südasien Zentralamerika, Mexiko, Karibik Südostasien & Pazifik Quelle: VISION MICROFINANCE Kaukasus Südamerika Zentralasien 1,5% 4,9% 6,3% 7,9% 11,7% 19,6% 23,8% 24,3% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% Know-how der Minibanken vor Ort haben wir nicht, deshalb investieren wir auch nicht direkt in einzelne Projekte, sondern nur indirekt. Darüber hinaus wäre der Verwaltungsaufwand einer direkten Kreditvergabe des Fonds an tausende von Kleinstkreditnehmern schlicht untragbar. Aber wir lassen es uns als Geldgeber auch nicht nehmen, manche Projekte und deren Wirkung dann persönlich in den Ländern zu begutachten. Es ist schön zu sehen, dass man mit kleinen Krediten so viel Gutes tun kann, so Fondsmanager Vardanyan. Das System hat sich bisher bewährt Mittlerweile gibt es mehr als 500 Millionen Menschen, die so Zugang zu Kleinstkrediten erhalten haben, doch das ist noch Weltweiter Bedarf: Die Armut ist noch lange nicht bekämpft Quelle: VISION MICROFINANCE Investments von 60 Mrd. USD Nachfrage nach 300 mrd. USD ca. 500 Millionen potenzielle MFI-Kunden Laut Deutsche Bank werden derzeit nur ca. 20 Prozent der weltweiten Nachfrage nach Mikrokrediten erfüllt Seite 06 coverstory assetmanager Sonderausgabe 2014 assetmanager Sonderausgabe 2014 coverstory Seite 07

5 Coverstory Fonds für das gute Gewissen mit beachtlicher Rendite Wir haben bereits mehr als Start-ups finanziert Arman Vardanyan, Fondsmanager von Vision Microfinance, über Entwicklungshilfe mit Kleinstkrediten, warum sich ein Investment in Mikrofinanz lohnt und wie man damit die Welt besser macht. Von Stephan Scoppetta lange nicht genug. Über eine Milliarde Menschen weltweit leben in absoluter Armut. Sie verfügen über weniger als einen Euro am Tag. Damit wird für sie eine Existenzgründung quasi unmöglich. Ohne Zugang zu Krediten sind diese Menschen ihrem Schicksal ausgeliefert. Dem gegenüber stehen Investoren in Industrieländern, die nach Möglichkeiten suchen, ihr Geld sicher, profitabel und zugleich sinnvoll anzulegen. Durch die einfache, aber effektive Idee von Muhammad Yunus, dem Vater der Mikrokredite, gelingt es, Arm und Reich wirtschaftlich zusammenzuführen. Fondsmanager Vardanyan: Die Kredite ermöglichen den Menschen den Kauf einer Ziege, einer Nähmaschine oder von ein paar Quadratmetern Anbaufläche. Dem Anleger können die Fonds neben einem guten Gewissen auch beachtliche Rendite bieten. Die Wirkung dieser Investments lässt sich auch mit Zahlen belegen: 80 Prozent aller Unternehmen in den Schwellenländern verdanken ihre Existenz Mikrokrediten. In den vergangenen 40 Jahren haben rund eine halbe Milliarde Menschen Mikrokredite genutzt. Damit das Geld nicht in falsche Hände gerät, arbeitet Vision Microfinance nur mit von Symbiotics S.A. und der Bank im Bistum Essen geprüften Mikrofinanz-Instituten zusammen. Beide Institute verfügen über langjährige Erfahrung in diesem Bereich und können sehr genau einschätzen, welche Mikrofinanz-Institute wirklich nachhaltig arbeiten und welche nicht, so Fondsmanager Vardanyan. Gute Aussichten und niedriges Risiko Das durchschnittliche Bruttoinlandsprodukt der fünfzehn wichtigsten Mikrofinanz-Märkte wird gemäß Internationalem Währungsfonds (IWF) nach guten 4,7 Prozent 2013 dieses Jahr um 5 Prozent zulegen. Entwicklungs- und Schwellenländer bleiben also attraktiv und wachsen stetig. Auch das globale Wachstum sollte 2014 zunehmen, da sich die Lage beim Euro und auch den Märkten wieder beruhigt hat. Zudem wird von den Experten ein weiteres Sinken der öffentlichen Verschuldung in Entwicklungsländern auf ein Niveau von rund 30 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und ein Anstieg dieser Kennzahl in Industrienationen auf mehr als 100 Prozent des BIP erwartet. Damit jedoch die Rechnung aufgeht und der Erfolg der jungen Industrie weiter anhält, müssen nicht nur Märkte wachsen, sondern müssen vor allem die Kreditnehmer ihre Verpflichtungen ernst nehmen. Niedrige Ausfallraten von derzeit weniger als drei Prozent bestätigen die notwendige Zahlungsmoral eine Quote, von der andere Kreditgeber nur träumen können. Das Engagement für eine bessere Welt ist für C-QUADRAT sehr wichtig. Als die österreichische Fondsgesellschaft im Jahr 2012 das Unternehmen Absolute Portfolio Management GmbH (APM), zu dem auch die Marke Vision Microfinance gehört, mehrheitlich übernahm, spielte dies eine zentrale Rolle. Alexander Schütz, C-QUADRAT Vorstand und Gründungsmitglied: Unser Unternehmen lebt Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern. Darüber hinaus wollen wir einen Beitrag für eine bessere Welt leisten. Mit Vision Microfinance haben wir nun ein Vehikel, mit dem jedes Jahr tausenden Menschen ein Weg aus der Armut geebnet werden kann. Das schöne dabei ist: Je erfolgreicher die Fonds sind, desto mehr Menschen können wir helfen. Gibt es eine bessere Rendite? Was ist die besondere Wirkungsweise von Mikrofinanzierungen? Rund die Hälfte der Weltbevölkerung lebt von zwei US-Dollar oder weniger am Tag. Damit ist ein Überleben kaum zu finanzieren. Diese Menschen haben auch keinen Zugang zu Banken, um sich einen Kredit zu nehmen, um ein kleines Geschäft aufzubauen. Genau dieses Problem lässt sich mit Mikrokrediten lösen. Das sind Kleinstkredite an die Ärmsten der Armen, damit sie sich ein kleines selbständiges Business aufbauen können und so einen Weg aus der Armut möglich wird. Sind Kredite wirklich das richtige Mittel für Entwicklungshilfe? Schafft man hier nicht neue Abhängigkeiten? Diese Kredite sind ein wichtiger Faktor in der ökonomischen Entwicklung von Ländern. Sie erzeugen Wachstum und schaffen so auch Wohlstand, von dem auch die Ärmsten der Armen profitieren können. Dabei darf nicht darauf vergessen, dass die Mikrofinanz-Idee nicht einfach nur eine Kreditvergabe ist, sondern deutlich mehr umfasst. Zum Beispiel bekommen Bezieher von Mikrofinanz-Krediten auch Schulungen, wie man ein Business zum Laufen bringt. Es gibt auch ständig Experten vor Ort, die die Bezieher von MikrofinanzKrediten in der Geschäftswicklung beraten und begleiten. Gleichzeitig kann die Mikrofinanz-Idee nur ein Baustein zur Bekämpfung der weltweiten Armut sein, aber es braucht ein ganzes Bündel von politischen Maßnahmen, um diese Probleme zu lösen. Die hohen Renditen in diesem Markt locken auch sehr viele unseriöse Anbieter in diesen Markt. Wodurch unterscheiden sich seriöse und unseriöse Anbieter? In der Tat lockt dieser Markt immer öfter auch unseriöse Anbieter an. Doch wir bei Vision Microfinance haben ein ausgeklügeltes System entwickelt, wie wir die missbräuchliche Verwendung des Geldes unterbinden können. Zudem ist uns wichtig, dass bei den Vision-Microfinance-Fonds gerade die soziale Idee und nicht der Rendite-Gedanke im Vordergrund steht. Deshalb werden auch die Mikrofinanz-Institute vor Ort einer strengen Kontrolle unterworfen. Unsere Fonds haben alle das LuxFLAG Microfinance Label, das garantiert, dass der Fonds wirklich zahlreiche soziale und ökonomische Regeln einhält. Schadet die Kommerzialisierung der Mikrofinanz-Idee? Nein. Die Kommerzialisierung steigert sogar die Effizienz des Marktes und erhöht die Mittelzuflüsse. Gleichzeitig ergeben sich daraus neue Möglichkeiten und Chancen, die Armut auf dieser Welt zu bekämpfen. Uns muss klar sein, dass die Aktivitäten der auf Spenden basierten Entwicklungshilfe nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist. Das private Investment in Entwicklungsländer spielt eine immer wichtigere Rolle in einer nachhaltigen und sozialen Entwicklung dieser Länder. Welchen Beitrag leistet Vision Microfinance für eine bessere Welt? Die Plattform Vision Microfinance wurde 2006 von Absolute Portfolio Management gegründet. Seit der Gründung hat die Plattform über die beiden von ihr verwalteten Fonds mehr als 535 Millionen US-Dollar über Mikrofinanz-Institute in 41 Ländern investiert. Mit diesem Geld wurden bisher mehr als Start-ups finanziert. Die auf Spenden basierte Entwicklungshilfe ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Seite 08 coverstory assetmanager Sonderausgabe 2014 assetmanager Sonderausgabe 2014 coverstory Seite 09

6 NACHHALTIGE INVESTMENTS 10 Fragen und Antworten zu Mikrofinanz-Investments Mit kleinen Krediten an die Ärmsten der Armen macht man die Welt ein bisschen besser und verdient dabei sogar Geld. Von Stephan Scoppetta 1Was sind Mikrofinanz-Fonds? Im Grunde investieren diese Fonds in Mikrofinanz-Institute. Diese Institute basieren auf einer bestechend einfachen Idee: Durch kleine, direkte Kredite an Menschen in Entwicklungsländern soll die Armut bekämpft werden. Die sogenannten Mikrokredite ermöglichen den Aufbau eines kleinen Gewerbes und sichern gleichzeitig das Überleben dieser Menschen. Arman Vardanyan, Fondsmanager der C-QUADRAT Tochtergesellschaft Absolute Portfolio Management GmbH: Diese Kredite öffnen ärmeren Menschen erstmals einen Zugang zu Finanzdienstleistungen und vor allem zu Krediten. Das ermöglicht ihnen, kleine Investments zu tätigen, mit denen sie nachhaltig ihr Leben verbessern können. Dass die Idee wirklich bahnbrechend ist, zeigt sich daran, dass dem Erfinder dieser Kredite, Muhammad Yunus, und seiner bangladeschischen Grameen Bank im Oktober 2005 der Friedensnobelpreis verliehen wurde. 2Wie funktionieren Mikrofinanz-Investments? Anleger investieren über Investmentgesellschaften in Mikrofinanz-Institute. Diese Minibanken vergeben dann Minidarlehen an die Ärmsten der Armen, insbesondere in den Entwicklungs- und Schwellenländern. Die Mikrofinanz-Institute dienen als Brücke zwischen Investoren und Kreditnehmern. Sie sind in Schwellen- und Entwicklungsländern vor Ort und untersuchen die Lebensumstände eines Kleinstkreditnehmers genau, bevor ein Kleinkredit bewilligt wird. Mikro-finanz-Institute haben einen sehr engen Kontakt zu ihren Kunden, besuchen sie regelmäßig und bieten neben Mikro-finanz-Produkten auch oft Trainings- und Weiterbildungsmaßnahmen an. Dieses Know-how der Minibanken vor Ort haben wir nicht, deshalb investieren wir auch nicht direkt in einzelne Projekte, sondern nur indirekt. Darüber hinaus wäre der Verwaltungsaufwand einer direkten Kreditvergabe des Fonds an tausende von Kleinstkreditnehmern schlicht untragbar. Aber wir lassen es uns als Geldgeber auch nicht nehmen, manche Projekte und deren Wirkung dann persönlich in den Ländern zu begutachten. Es ist schön zu sehen, dass man mit kleinen Krediten so viel Gutes tun kann, so Fondsmanager Vardanyan. 3Hat das investierte Geld wirklich eine Wirkung in Entwicklungsländern? Mittlerweile gibt es mehr als 500 Millionen Menschen, die über Mikrofinanz-Institute Zugang zu Kleinstkrediten erhalten haben. Doch das reicht noch lange nicht. Noch immer gibt es über eine Milliarde Menschen weltweit, die in absoluter Armut leben. Sie verfügen über weniger als einen Euro am Tag. Damit wird für sie eine Existenzgründung quasi unmöglich. Ohne Zugang zu Krediten sind diese Menschen ihrem Schicksal ausgeliefert. Dem gegenüber stehen Investoren in Industrieländern, die nach Möglich-keiten suchen, ihr Geld sicher, profitabel und zugleich sinnvoll anzulegen. Durch die einfache, aber effektive Idee von Muhammad Yunus, dem Vater der Mikrokredite, gelingt es, Arm und Reich wirtschaftlich zusammenzuführen. 4Was machen die Menschen in den Schwellenländern mit diesem Geld? Die Kredite ermöglichen den Menschen den Kauf einer Ziege, einer Nähmaschine oder von ein paar Quadratmetern Anbaufläche. Die Wirkung dieser Investments lässt sich auch mit Zahlen belegen: 80 Prozent aller Unternehmen in den Schwellenländern verdanken ihre Existenz Mikrokrediten. In den vergangenen 40 Jahren haben rund eine halbe Milliarde Menschen Mikrokredite genutzt. 5Schaffen solche Kredite nicht neue Abhängigkeiten? Diese Kredite sind ein wichtiger Faktor in der ökonomischen Entwicklung von Ländern. Sie erzeugen Wachstum und schaffen so auch Wohlstand, von dem auch die Ärmsten der Armen profitieren können. Dabei darf man nicht darauf vergessen, dass die Mikrofinanz-Idee nicht einfach nur eine Kreditvergabe ist, sondern deutlich mehr umfasst. Zum Beispiel bekommen Bezieher von Mikrofinanz-Krediten auch Schulungen, wie man ein Business zum Laufen bringt. Es gibt auch ständig Experten vor Ort, die die Bezieher von Mikrofinanz-Krediten in der Geschäftswicklung beraten und begleiten. Gleichzeitig kann die Mikrofinanz-Idee nur ein Baustein zur Bekämpfung der weltweiten Armut sein, aber es braucht ein ganzes Bündel von politischen Maßnahmen, um diese Probleme zu lösen. 6Lohnt sich ein Investment in einen Mikrofinanz-Fonds? Neben Sparbüchern zählen Mikrofinanz-Investments derzeit zu den sichersten Anlageformen im Nachhaltigkeitssegment. Mit ihrer Performance schlagen sie beispielsweise locker das Sparbuch, das selbst bei langen Bindungsfristen heute kaum mehr als zwei Prozent abwirft. Zudem schnitten Mikrofinanz-Fonds in den vergangenen fünf Jahren deutlich besser ab als andere Nachhaltigkeitsinvestments wie zum Beispiel in Energie, Klima, Ökologie, Ethik und Wasser. Brachen diese Segmente in der Krise bis zu über 20 Prozent ein, so entwickelten sich Mikrofinanz-Fonds relativ stabil. Das zeigt auch der Symbiotics Microfinance Index (SMI). Dieser bildet die Wertentwicklung der größten Mikrofinanz-Fonds seit 2004 ab. 7Warum entwickeln sich Mikrofinanz-Investments unabhängig von den Weltmärkten? Der Symbiotics Microfinance Index (SMI) zeigt, dass sich Mikrofinanz-Fonds unabhängig von anderen Anlageklassen entwickeln. Das investierte Geld fließt in mikroökonomische Kreisläufe, wie zum Beispiel kleine Straßenhändler in Indien oder Afrika, die von Weltwirtschaftskrisen quasi nicht betroffen sind, und deshalb können Anleger selbst in unbeständigen Zeiten mit stabilen Erträgen rechnen, so Fondsmanager Vardanyan. MINI-BUSINESS. Über 500 Millionen Menschen haben über Mikrofinanz- Institute einen Zugang zu Kleinstkrediten erhalten. Damit starteten sie ihr eigenes Geschäft und schafften den Weg aus der Armut. Die Plattform Vision Microfinance finanzierte in den vergangenen sieben Jahren mit 371 Millionen Start-ups in 41 Ländern. 8Wie wird sichergestellt, dass das Geld auch wirklich bei den Ärmsten der Armen ankommt? Damit das Geld nicht in falsche Hände gerät, arbeitet Vision Microfinance nur mit von Symbiotics S.A. und der Bank im Bistum Essen geprüften Mikrofinanz-Instituten zusammen. Beide Institute verfügen über langjährige Erfahrung in diesem Bereich und können sehr genau einschätzen, welche Mikrofinanz-Institute wirklich nachhaltig arbeiten und welche nicht, so Fondsmanager Vardanyan. 9Dass sich Mikrofinanz-Investments in der Vergangenheit gelohnt haben heißt nicht, dass es auch weiterhin so sein wird. Was macht Mikrofinanz auch für die Zukunft interessant? Das durchschnittliche Bruttoinlandsprodukt der 15 wichtigsten Mikrofinanz-Märkte wird gemäß Internationalem Währungsfonds (IWF) nach guten 4,7 Prozent 2012 dieses Jahr um 6,2 Prozent zulegen. Entwicklungs- und Schwellenländer bleiben also attraktiv und wachsen stetig. Auch das globale Wachstum sollte 2013 zunehmen, da sich die Lage beim Euro und auch den Märkten wieder beruhigt hat. Zudem wird von den Experten ein weiteres Sinken der öffentlichen Verschuldung in Entwicklungsländern auf ein Niveau von rund 30 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und ein Anstieg dieser Kennzahl in Industrienationen auf mehr als 100 Prozent des BIP erwartet. Beitrag leistet Vision Microfinance für 10Welchen eine bessere Welt? Die Plattform Vision Microfinance wurde 2006 von Absolute Portfolio Management GmbH gegründet. Seit der Gründung hat die Plattform über die beiden von ihr verwal-teten Fonds mehr als 371 Millionen US-Dollar über Mikro-finanz-Institute in 41 Ländern investiert. Mit diesem Geld wurden bisher mehr als Start-ups finanziert. Seite 10 ANTWORTEN assetmanager Sonderausgabe 2014 assetmanager Sonderausgabe 2014 ANTWORTEN Seite 11

7 REPORTAGE Mit Dollar zum Glück Mikrofinanz-Kredite sind in El Salvador eine Chance, der Armut zu entfliehen. Christoph Eckart, Fondsmanager der C-QUADRAT Tochter APM, besuchte Projekte vor Ort und konnte sich von der enormen Wirkung von Mikrokrediten überzeugen. Von Stephan Scoppetta Es ist eine düstere und stickige Markthalle. Hunderte Menschen drängen sich an Obst, Fisch und Gemüseständen vorbei. Lautstark werden Preise verhandelt, es wird gelacht, gerempelt und geschoben. Nur Antonio aber den Namen mag er nicht, er lässt sich lieber El Gordo, der Dicke, rufen lässt sich von dem wilden Treiben nicht ablenken. Der hünenhafte Schuhmacher am Markt von Santa Tecla, einem kleinen Vorort von San Salvador, der Hauptstadt von El Salvador, hat viel zu tun. Er und seine sieben Mitarbeiter reparieren am laufenden Band Schuhe. Er ist der Experte für Schuhe aller Art im Ort. Von schweren Arbeitsschuhen bis hin zu High Heels wird bei El Gordo alles wieder auf Vordermann gebracht. Sein Geschäft boomt, und das nicht zuletzt wegen einer neuen Maschine, die er sich erst vor wenigen Wochen angeschafft hat. Damit kann er Schuhsohlen aufnähen, und das macht er nun für einen anderen lokalen Schuhmacher, der dies ausgelagert hat. Möglich machte diese Expansion von El Gordo die Anschaffung einer US-Dollar teuren Maschine. Finanziert wurde die neue Maschine vom lokalen Mikrofinanz- Institut Enlace, das mit der C-QUADRAT Tochter Absolute Port-folio Management GmbH zusammen arbeitet. Christoph Eckart, Fondsmanager bei Absolute Portfolio Management: Es beeindruckt mich immer wieder, wenn ich in Ländern wie El Salvador vor Ort sehe, welche Wirkung unsere kleinen Kredite haben können. Mit diesen Mikrokrediten wird der Aufbau eines kleinen Gewerbes möglich, welches zur Verbesserung der Lebensqualität in armen Regionen der Welt beitragen soll. Fondsmanager Eckart: Mit diesen Krediten wird den Menschen oft erstmals ein Zugang zu Finanzdienstleistungen und Krediten ermöglicht. Mikrokredite und Ertragschancen Mikrokredite sind aber nicht nur ein Beitrag zur Armutsbekämpfung, sondern zählen auch zu stabilen Investments im Nachhaltigkeitssegment. Mikrofinanz-Fonds schnitten in den vergangenen fünf Jahren deutlich besser ab als andere Nachhaltigkeitsinvestments wie zum Beispiel in Energie, Klima, Ökologie, Ethik und Wasser. Diese brachen in der Krise bis zu über 20 Prozent ein, während sich Mikrofinanz-Fonds relativ stabil entwickelten. Völlig unabhängig von anderen Anlageklassen verzeichneten diese Fonds ein stetiges Wachstum. Grund: Das investierte Geld fließt in mikroökonomische Kreisläufe, wie zum Beispiel kleine Straßenhändler in El Salvador, die von Weltwirtschafts-krisen quasi nicht betroffen sind. Für Anleger bedeutet das selbst in unbeständigen Zeiten Ertragschancen. Fondsmanager Eckart: So wird aus einem sozialen Engagement ein krisensicheres Investment. Lokale Mikrofinanz-Institute als Brücke Profis vor Ort kennen den Markt. El Gordo aus Santa Tecla bekam den Kredit aber nicht direkt vom C-QUADRAT Tochter unternehmen APM, sondern über das lokale Mikrofinanz-Institut Enlace. Mikrofinanz-Experte Eckart: Diese Minibanken sind die Brücke zwischen Investoren und Kreditnehmern. Sie sind vor Ort, kennen die Lebensumstände eines Kleinstkreditnehmers und wissen, worauf sie sich einlassen. Sie pflegen einen engen Kontakt zu ihren Kunden, besuchen sie regelmäßig und bieten neben Mikrofinanz-Produkten auch Trainings- und Weiterbildungsmaßnahmen an. Dass sich das System bewährt, zeigen die harten Fakten: Mittlerweile gibt es mehr als 500 Millionen Menschen, die mittels Kleinstkrediten ein El Gordo. Der Dicke, wie der Schuhmacher von Santa Tecla auch genannt wird, mit Fondsmanager Christoph Eckart vor seiner neuen Sohlen-Maschine. Gewerbe aufgebaut und damit ihre Lebensumstände verbessert haben. Ein großer Teil aller Unternehmen in den Schwellenländern verdanken ihre Existenz Mikrokrediten. In den vergangenen 40 Jahren haben rund eine halbe Milliarde Menschen Mikrokredite genutzt. Doch der Markt ist noch immer riesig. Rund eine Milliarde Menschen weltweit leben in absoluter Armut, und für sie ist eine Existenzgründung ohne Zugang zu Mikrokrediten schwer möglich. Dem gegenüber stehen Investoren in Industrieländern, die nach Möglichkeiten suchen, ihr Geld sicher, profitabel und zugleich sinnvoll anzulegen. Fondsmanager Eckart: Für El Gordo war der kleine Kredit für die Sohlen-Maschine ein echter Fortschritt. Seitdem macht er den doppelten Umsatz und konnte damit sein Leben und das seiner Mitarbeiter deutlich verbessern. Erfahrungsberichte Vitamine für die Arbeiter. Señora Ana kennt in der Arbeitersiedlung Ciudad Pacifica in San Miguel jeder. Ihr Obst und Gemüse ist immer frisch, ihr Gemüt immer fröhlich, und das, obwohl sie schon um sechs Uhr morgens an ihrem Stand steht. Mit einem kleinen Kredit über 650 Dollar ist sie vor ein paar Monaten gestartet, aber besonders ihre Papayas und heimischen Bananen sind heiß begehrt. Señora Majado kann mit den Einnahmen ihr Leben bestreiten und sogar noch ihre Kinder und Enkelkinder unterstützen. Schlagobers fettet die Einnahmen auf. Von ihren Molkereiprodukten konnte Familie Hernandez in San Miguel leben, aber keine großen Sprünge machen. Der ehemalige Bauarbeiter ist für seinen Käse berühmt, doch der wirft leider nur eine geringe Gewinnspanne ab. Mit Hilfe eines Mikrokredites hat sich das Ehepaar nun eine Maschine für US-Dollar gekauft, die Schlagsahne erzeugen kann. Eine Investition die sich lohnt, denn Schlagobers ist begehrt und wirft die doppelte Marge von Käse ab. Ein Laden für alles. Doña Leni hat von der Zahnbürste bis hin zum kleinen Snack zwischendurch alles im Programm. Ihr Laden in El Brazo, südwestlich von San Miguel, ist ein gesellschaftlicher Hotspot in der Region. Ihr alter Kühlschrank kostete sie aber 30 Dollar Strom pro Monat, und deshalb hat sie sich mit einem Kleinkredit einen neuen, viel effizienteren Kühlschrank gekauft. Für sie ist es eine einfache Rechnung: Ist der Kredit abbezahlt, hat sie dieses Geld mehr in der Kasse. Fisch nicht frisch, sondern getrocknet. Die getrockneten Fische und Shrimps von Señora Santos am Markt in Santa Tecla sind eine Legende. Seit 14 Jahren steht sie von fünf Uhr morgens bis sechs Uhr abends am Markt. Ihr Laden boomt, aber mit einem Kleinkredit über 600 Dollar will sie ihren Stand erweitern. Der Grund: Am Wochenende könnte sie mit einem größeren Stand den dreifachen Umsatz einfahren. Seite 12 REPORTAGE assetmanager Sonderausgabe 2014 assetmanager Sonderausgabe 2014 REPORTAGE Seite 13

8 SYMBIOTICS In machen Ländern haben wir aufgehört, die Präsidenten zu zählen Die C-QUADRAT Marke Vision Microfinance vertraut bei der Auswahl von Mikrofinanz- Instituten auf die Expertise von Symbiotics. Fabio Sofia, Director Investor Relations bei Symbiotics, im Gespräch. Von Stephan Scoppetta Fabio Sofia, Director Investor Relations bei Symbiotics, ist bereits seit der Gründung 2004 dabei und hat sein Leben einer besseren Welt gewidmet. assetmanager: Investitionen in Mikrofinanz haben sich trotz Finanzkrise seit 2008 ausgezeichnet entwickelt. Wie konnte das funktionieren? Sofia: Im Grunde sind Investments in Kleinstunternehmen, so wie wir sie betreiben, von den internationalen Finanzmärkten abgekoppelt. Symbiotics und Fondsgesellschaften, die wir mit unserer Expertise beraten, investieren in Menschen, die keinen Zugang zu Banken haben, und helfen ihnen damit, ihr Business zu starten. Dabei geht es um Unternehmen wie Suppenküchen an Straßenrändern oder auch eine kleine Schneiderei. Hier werden Kredite in der Höhe von wenigen hundert Euro vergeben, um den Menschen zu helfen, ihr eigenes Geschäft aufzubauen, um ihre Familien ernähren zu können. Und Finanzkrisen trifft die einfachen Menschen von der Straße nicht? Das Business dieser Menschen ist so klein und vom täglichen Bedarf getrieben, dass solche globalen Themen kaum Auswirkungen zeigen. In manchen Ländern, in denen wir in Kleinstunternehmen investieren, haben wir aufgehört, die Präsidenten zu zählen, die dort in den letzten zehn Jahren an der Macht waren. Meist hatte sich durch solche Wechsel für die Menschen kaum etwas verändert. Sie kämpften, unter welchem Staatschef auch immer, um ihr nacktes Überleben. Welche Aufgabe übernimmt in diesem System der Vergabe von Mikrokrediten ein Unternehmen wie Symbiotics? Wir sind ein Dienstleister für Finanzunternehmen. Zum Teil verwalten wir im Auftrag anderer Gesellschaften Mikrofinanz- Fonds und machen die komplette Veranlagung für die jeweiligen Gesellschaften. Hier haben wir insgesamt ein Vermögen von mehr als 1,8 Milliarden Euro in 200 Institutionen in 50 Ländern veranlagt. Für die C-QUADRAT Marke Vision Microfinance, das ist einer unserer größten und ältesten Kunden, decken wir die gesamte Investmentkette inklusive Risikomonitoring ab. Nur die Entscheidung über die Veranlagung trifft die Fondsgesellschaft selbst. Das heißt, Symbiotics-Mitarbeiter reisen rund um die Welt und besuchen in den jeweiligen Ländern die Kleinstunternehmer? Natürlich machen wir das auch, aber im Wesentlichen schauen wir uns die Mikrofinanz-Institute in den jeweiligen Ländern sehr genau an. Dafür betreiben wir weltweit fünf Büros in Genf, Kapstadt, Mexiko, Singapur und London. 21 Mitarbeiter sind quasi ständig unterwegs und überprüfen vor Ort die Mikrofinanz-Institute und ihre Kunden. Dazu gehört aber auch, dass wir überprüfen, ob die Kunden mit dem Kreditgeber vor Ort zufrieden sind und sie auch gut betreut werden. Es fließen aber noch unzählige weitere Faktoren in unsere strenge Bewertung der jeweiligen Mikrofinanz-Institute mit ein. Nur Institute, bei denen wir der Auffassung sind, dass es nicht nur um schnelle Rendite, sondern um einen nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg der Kunden geht, vertrauen wir unser Geld an. Was bedeutet für Symbiotics ein nachhaltiger Erfolg der Mikrounternehmen? Wir wollen, dass die Menschen von der Entwicklung ihrer Unternehmen leben können, und das bedeutet letztendlich Essen für die Familien und ein Dach über dem Kopf. Ausgezeichnet läuft es, wenn Kleinstunternehmer weitere Jobs für andere Menschen schaffen. Doch um nachhaltig Erfolg zu haben, reicht es nicht aus, dass man den Ärmsten der Armen einfach Geld in die Hand drückt, sondern man muss diese Menschen in der Entwicklung ihres Geschäftes begleiten, ihnen Know-how vermitteln und sie auch bei Fragen in geschäftlichen Dingen unterstützen. Die Mikrofinanz-Institute müssen hier ein Partner sein und können nicht wie eine konventionelle Bank agieren. Ist die Ausfallrate der Kredite nicht enorm hoch? Nein, ganz im Gegenteil. Die Rückzahlungsquote ist unglaublich hoch. Fonds hatten in der Vergangenheit eine Rückzahlungsquote von 99 bis 100 Prozent. Die Menschen in diesen Ländern sehen das wirklich als Chance, der Armut entfliehen zu können, und entsprechend hoch ist hier auch die Motivation. Gleichzeitig versuchen wir, die Risiken für einen Investor so gering wie möglich zu halten. Was heißt das? Wer in Kambodscha oder Bolivien investiert, geht doch mit Sicherheit große Risiken ein. Das ist das große Plus der Mikrokredite und Finanzinstitutionen wie Symbiotics. Wir investieren in 130 Mikrofinanz-Institute in über 40 Ländern dieser Erde. Diese Mikrofinanz-Institute investieren das Geld wieder in tausende Kleinstunternehmen. Zum Beispiel unterstützt Vision Microfinance insgesamt rund Kleinstunternehmen. Die Streuung ist derart groß, dass im Grunde wohl nichts schief gehen sollte. Das zeigt auch die stabile Entwicklung über drei bis sechs Prozent per annum über die vergangenen zehn Jahre. Trotzdem sind Mikrofinanz-Fonds wegen der hohen Zinssätze für Kredite von 20 oder mehr Prozent schwer in die Kritik geraten. Macht man hier nicht Geschäfte auf dem Rücken der Ärmsten? Wir haben einen weltweiten Schnitt beim Kreditzinssatz von 29 Prozent. Das mag auf den ersten Blick enorm hoch erscheinen, aber man muss den Aufwand bedenken. Es ist viel komplizierter, viele kleine US-Dollar-Kredite in den unzugänglichsten Regionen der Welt zu vergeben, als einen Ein-Millionen-Kredit in der Schweiz. Und je unterentwickelter die Region ist, desto größer sind der Aufwand und damit auch die Kosten. Es braucht Mitarbeiter vor Ort, Beratungsleistung, und auch sonst ist der Aufwand enorm hoch. Mit dieser Kreditrate arbeiten wir gerade kostendeckend. Zudem muss man bedenken, dass die Menschen in diesen Ländern nur zu Geld kommen würden, wenn sie sich bei einem lokalen Finanzhai, der 300 oder sogar Prozent Kreditzinsen verlangt, verschulden würden. In der Mikrofinanz-Branche geht der Ruf nach mehr Kontrolle um. Sind Sie auch der Meinung, dass es noch mehr Regularien braucht? Die Branche wächst enorm. In manchen Regionen verdoppelt sich der Markt jedes Jahr. Das weltweite Wachstum der Mikrofinanz-Branche beträgt 20 bis 40 Prozent pro Jahr. Hier braucht es Regulierung und auch die verstärkte Kontrolle der jeweiligen Nationalbanken, sonst würde der Markt Misswirtschaft begünstigen. Wir haben hier eine klare Haltung, und ein mehr an Regulierung dient der Sache. Ist Mikrofinanz eine Lösung für die Armut auf dieser Welt? Hier bin ich Realist. Eine Lösung für die unglaubliche Armut, die auf unserem Globus existiert, können Mikrokredite nicht sein. Dafür sind die Probleme einfach zu groß. Aber Mikrokredite sind ein Beitrag, der die Armut vieler Menschen lindern kann, und damit sorgen sie für eine ein bisschen bessere Welt und das ist für mich ein guter Grund, mich dafür einzusetzen. Das macht Symbiotics Genf gilt als wichtige Drehscheibe für Symbiotics. Denn die UNO und viele Suborganisationen, die sich mit Entwicklungshilfe befassen, haben dort ihren Sitz. Das Finanzunternehmen Symbiotics wurde 2004 gegründet. Das Schweizer Unternehmen ist auf Schwellenländer- Investments sowie nachhaltige und integrative Finanzierungen spezialisiert. Symbiotics deckt die gesamte Investmentkette vom Research über Beratungs- bis hin zu Asset-Management-Dienstleistungen ab. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Genf, betreibt aber zusätzliche Büros in London, Mexico City, Singapur und Kapstadt. Für den Mikrofinanz-Spezialisten arbeiten mittlerweile über fünfzig Fachleute, die weltweit aktiv sind. Seit 2004 hat Symbiotics 1,8 Milliarden US-Dollar in mehr als 200 Mikrofinanz-Institute in 50 Ländern investiert. Mehr als 28 Investmentfonds und viele institutionelle Investoren vertrauen heute auf die Expertise von Symbiotics. Einer der ältesten und größten Kunden von Symbiotics ist die C-QUADRAT Marke Vision Microfinance. assetmanager Sonderausgabe 2014 SYMBIOTICS Seite 15

9 INTERVIEW Verantwortung heißt, Nachhaltiges weiterzugeben Mikrofinanz ermöglicht Menschen, ihr eigenes Business zu starten. Vision Microfinance Erfinder Günther Kastner am Wiener Naschmarkt. Günther Kastner, geschäftsführender Gesellschafter der C-QUADRAT Tochter APM und Erfinder der Marke Vision Microfinance über den Genossenschaftsgedanken als Weg zu mehr Wohlstand, schwarze Schafe in der Mikrofinanzbranche und die Chancen für Investoren, mit gutem Gewissen zu investieren. Von Stephan Scoppetta Durch Mikrofinanz haben Menschen in Entwicklungsländern die Chance, aus eigener Kraft ihren Lebensstandard zu verbessern. Muhammad Yunus hat für diese Idee sogar den Nobelpreis bekommen. Aber wie groß ist der Beitrag den Mikrofinanz leistet wirklich? Mikrofinanz leistet einen wichtigen Beitrag, die Lebensumstände der Menschen in Entwicklungsländern zu verbessern. Durch den Zugang zu Finanzdienstleistungen werden den Menschen völlig neue Möglichkeiten eröffnet. Es fehlt ja nicht an Ideen, sondern lediglich am notwendigen Kapital, um diese umzusetzen. Weil Menschen in Entwicklungsländern aber keine Sicherheiten haben, bleibt ihnen der Zugang zu traditionellen Banken verwehrt. Übrigens war Yunus im Grunde gar nicht der Erfinder. Schon Wilhelm Raiffeisen und auch die Sparkassen haben vor über 100 Jahren den Genossenschaftsgedanken geboren und damit in Europa den Grundstein für eine Hilfe zur Selbsthilfe gelegt. Kredite ohne Sicherheiten das ist doch sehr riskant? Hier geht es ja nicht um riesige Beträge, sondern um ein paar hundert Euro, die etwa ein Bengale für die Eröffnung einer Suppenküche braucht. Der kauft sich mit dem Kredit einen Topf, einen Gasbrenner und ein paar Schüsseln für die Gäste. Das Schöne ist, dass man mit so geringen Beträgen schon das Leben dieser Menschen entscheidend verändern kann. Natürlich werden sie auch bei ihren ersten Schritten am Markt begleitet und es werden ihnen Grundbegriffe des Geschäftslebens beigebracht, aber der entscheidende Punkt ist, man macht sie unabhängig und sie schaffen auch für deren Familien eine völlig neue Zukunft. Wären diese Menschen ohne Kreditlast nicht glücklicher? Wenn man an die eigenen Hypotheken denkt, könnte man das manchmal meinen. Aber in Wirklichkeit ist es so, dass diese Menschen sich aus Not und Verzweiflung an Verwandte oder Kredithaie wenden, weil sie eben von der Bank keinen Kredit bekommen. Kredithaie nutzen diese Situation schamlos aus und verlangen Wucherzinsen von über 100 Prozent und mehr oder stellen Kredite einfach nach Gutdünken fällig. Durch Mikrofinanz erhalten gerade kleine Unternehmer einen Zugang zu geregelten Finanzdienstleistungen. Das heißt, der kleine Kreditnehmer weiß, wenn er dorthin geht und einen Kredit bekommt, gibt es fixe Konditionen, eine fixe Laufzeit und obendrauf auch noch eine Beratung. Läuft es gut, gibt es bei den Mikrofinanzinstituten auch anstandslos den nächsten Kredit und oft noch zu besseren Konditionen. Das ist die Lücke, die wir ausfüllen. Nicht nur Menschen in Entwicklungsländern profitieren von Mikrokrediten, auch Investoren in Österreich, der Schweiz oder Deutschland. Wie geht das? Der Kreditgeber ist in dem Fall keine Bank, sondern im Grunde genommen verleihen private und institutionelle Investoren Geld. So haben auch Anleger in unseren Breiten die Chance diesen Menschen zu helfen und gleichzeitig Renditen zu erzielen. Denn auch die Anleger werden für das Risiko, das sie eingehen, entlohnt. Aber die Ausfallsquote bei diesen Krediten ist minimal. Und das bei vergleichsweise hohen Renditen- Chancen. Über die letzten Jahre war bei guten Produkten eine Performance zwischen drei und vier Prozent pro Jahr drin. Im Gegensatz zu anderen Anlageprodukten unterliegt Mikrofinanz keinen Konjunkturzyklen. Warum nicht? Mikrofinanzinstitute vergeben Darlehen an Kleinstunternehmer, die Dinge für den täglichen Gebrauch oder den unmittelbaren Verzehr produzieren. Eine weltweite Finanzkrise betrifft einen Kesselflicker in Bolivien einfach nicht. Das Geschäft ist sehr auf den lokalen Markt konzentriert, und Gebrauchsgüter wie Kessel werden auch wieder kaputt. Die Finanzkrise hat auf diese Kleingeschäfte keine Auswirkung. Bei diesem Investment zählt nicht nur die Rendite, sondern dass man einen Beitrag gegen die weltweite Armut leistet. Wie kontrolliert man aber bei Kleinkreditnehmern, dass das Geld auch richtig eingesetzt wird? Unsere Kunden wissen, dass wir Wert auf eine sozial vertretbare Rendite legen und nicht vorrangig den Ertrag der Seite 16 INTERVIEW assetmanager Sonderausgabe 2014 assetmanager Sonderausgabe 2014 INTERVIEW Seite 17

10 INTERVIEW Mikrofinanzinstituten auszusondern. In vielen Ländern wurde aber mittlerweile der Markt straffer reguliert und das hat einen äußerst positiven Effekt. Zum Beispiel werden in Russland nun Mikrofinanz-Lizenzen vergeben. Zudem wurden in vielen Ländern auch Datenbanken eingeführt, die gewährleisten sollen, dass eine Person nur von einem Institut einen Mikrokredit bekommt und sich so nicht überschulden kann. Stephan Scoppetta im Gespräch mit Günther Kastner Investoren im Auge haben. Diese Kredite sollen die Menschen in Schwellenländern in ihrer Entwicklung fördern und sie nicht unter Druck setzen. Hier arbeiten wir eng mit dem Schweizer Finanzdienstleister Symbiotics zusammen, der einen ausgezeichneten Ruf im Bereich der nachhaltigen Investments hat. Mehr als 70 Experten weltweit prüfen vor Ort Mikrofinanzinstitute und auch den Einsatz des Geldes. Geschäftsgebarungen, Geschäftsfelder und die Kreditnehmer werden genauestens untersucht und sollte es nur den Verdacht von Missbrauch geben, wird die Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Mikrofinanzinstitut beendet. Bisher ist das selten passiert, aber es kommt immer wieder vor, dass sich auch schwarze Schafe einschleichen wollen. Trotzdem haben in den letzten Jahren mehrere Skandale den Mikrokreditmarkt erschüttert. Hat sie das auch getroffen? Es gibt wie in jeder Industrie Trittbrettfahrer, aber wir waren davon zum Glück nicht betroffen, weil wir ein ausgeklügeltes System entwickelt haben, die guten von den schlechten Manche behaupten der Mikrofinanzmarkt sei in vielen Schwellenländern bereits gesättigt. Sehen Sie das auch so? Ich weiß nicht wie hier gerechnet wird, aber der Markt ist noch lange nicht gesättigt. Der erschlossene Markt ist rund 100 Milliarden Euro groß und wächst ca Prozent pro Jahr. Bisher werden von privaten Anbietern wie uns weniger als 10 Prozent davon abgedeckt. Es gibt noch Gebiete die überhaupt nicht erschlossen sind. Große Teile Afrikas oder Asiens sind noch nicht mal auf dem Radar der Investoren. Der Markt ist so groß wie die Armut auf dieser Welt und die ist leider noch immer unglaublich groß. Sie waren früher Hedgefonds-Manager. Was hat sie eigentlich veranlasst in das Mikrofinanzgeschäft einzusteigen? Ich bin Ende 2004 Vater geworden und habe mich in einem stillen Moment gefragt, was hinterlassen wir eigentlich unseren Kindern für ein Erbe. Wie kann man Vermögen sinnvoll veranlagen und unternehmerisches Handeln fördern. Wenn man Verantwortung für eine neue Generation übernimmt, dann will man auch etwas Nachhaltiges weiter geben hat die UNO das Jahr der Mikrofinanz ausgerufen und wir haben uns gedacht, wir wollen mit unserem Know-how einen Beitrag für eine etwas bessere Welt leisten. Dass das Konzept auch bei anderen Investoren so gut ankommt, freut uns heute sehr, war aber zu Beginn nicht absehbar. Impressum Herausgeber: assetmanager ist ein Magazin der C-QUADRAT Kapitalanlage AG, Wien. C-QUADRAT Kapitalanlage AG ist für den Inhalt verantwortlich. Die Offenlegungs- und Transparenzbestimmungen des Medieninhabers C-QUADRAT Kapitalanlage AG (gemäß 25 Mediengesetz) finden Sie auf unter der Rubrik Kontakt, Impressum. Chefredaktion: Mag. Anneliese Proissl Redaktion: Mag. Stephan Scoppetta Lektorat: Hans Christian Leitich Artdirektor: Ralph Manfreda Fotos: Corbis, Ian Ehm, Alex Halada. Coverfoto: Corbis. Druck: Druckkultur Späthling, Ruppertsgrün 6, D Weißenstadt V.i.S.d.P: C-QUADRAT Kapitalanlage AG, Stubenring 2, A-1010 Wien Telefon: Telefax: , Firmenbuchgericht Wien FNr x Anzeigenverkauf: Manuela Pichler, C-QUADRAT Kapitalanlage AG, Tel: , Fax: DW 159, Erscheinungsweise: dreimal pro Jahr Haftung: Den Artikeln, Empfehlungen und Tabellen liegen Informationen zu Grunde, welche die Redaktion für verlässlich hält. Die Garantie für die Richtigkeit kann die Redaktion nicht übernehmen. Für entgeltliche Anzeigen ist eine Haftung des Herausgebers ausgeschlossen. Das Magazin dient der Information und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Geldanlagen für alle Beiträge und Statistiken bei C-QUADRAT Kapitalanlage AG. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, Aufnahme in Online-Dienste und Internet sowie Vervielfältigungen auf Datenträger wie CD, DVD etc. nur nach vorheriger schriftlicher Zustimmung von C-QUADRAT. Risikohinweis: Der Mikrofinanz-Markt unterliegt dem Risiko marktbedingter Kursschwankungen sowie dem Ertragsrisiko, vor allem aber dem Risiko, dass der Darlehensnehmer das Darlehen nicht zurückführen kann (Ausfallsrisiko, Risiko der Zahlungsunfähigkeit). Seite 18 Interview assetmanager Sonderausgabe 2014

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