Master:Online Integrierte Gerontologie

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1 Master:Online Integrierte Gerontologie Kurzbeschreibung des Studiengangs mit Eckdaten Aktuelle Zahlen der Bertelsmann-Stiftung vom Dezember 2008 prognostizieren für Deutschland eine deutliche Änderung der Altersstruktur der deutschen Bevölkerung. Während derzeit noch etwa jeder zweite Bundesbürger jünger als 40 Jahre alt ist, wird bereits 2025 die Hälfte der Bürger über 47 Jahre alt sein. Die über 80-jährigen werden um über 70% zunehmen. Im Jahre 2050 wird die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland bei über 90 Jahren liegen. Das ist verglichen zu heute ein Anstieg um zehn und mehr Jahren in einem Zeitraum von nur vier Dekaden. Seit 1960 ist die Zahl der 100-jährigen um den Faktor 45 gestiegen. Nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes wird sich der Anteil der über 60 Jahre alten Menschen in den kommenden vier Jahrzehnten um nahezu 15% (von etwa 25% auf dann 37%) erhöhen und jener der über 80-jährigen von 4% auf 12% verdreifachen. Das, was früher als Bevölkerungspyramide bezeichnet wurde, eine breite Basis von jungen Menschen, welche die mit zunehmendem Alter abnehmende Bevölkerung trägt, nimmt immer stärker die Form einer Urne an: Während der Anteil der jüngeren Mitbürger stetig sinkt, nimmt der Anteil der älteren kontinuierlich zu, so dass künftig immer mehr ältere immer weniger jüngeren Menschen gegenüberstehen werden. Ursächlich dafür ist zum einen die längere Lebenserwartung und die seit Jahren anhaltende, niedrige Reproduktionsrate. Mit den demographischen Veränderungen ergeben sich neue Herausforderungen. Die Bertelsmann-Stiftung urteilt jüngst: [...], dass sich das Leben und Zusammenleben in unseren Städten und Gemeinden durch den rasch fortschreitenden Alterungsprozess erheblich verändern wird. (www.bertelsmannstiftung.de/cps/rde/). Betrachtet man einmal nur Baden-Württemberg, dann wird für dieses Bundesland prognostiziert, dass bereits ab dem Jahre 2015 ein erheblicher Mangel an Fachkräften einsetzt und ab 2030 jeder zweite Baden-Württemberger über 60 Jahre alt sein wird. Auf diese Veränderungen muss mit zukunftsorientierten Konzepten gestaltend 1

2 geantwortet werden. Diese Konzepte müssen tauglich sein, alternden Menschen Mobilität und Gesundheit aber auch selbst bestimmte Entscheidungsspielräume (z.b. Verbleiben im Berufsleben, Freizeitgestaltung, Bildungsaspirationen) zu ermöglichen. Vor allem sozial- und verhaltenswissenschaftlich fundierte Zukunftsszenarien, in denen ein in diesem Sinne gelingendes Altern als Möglichkeit und Forderung postuliert wird, zeigen, dass mit dem Altern nicht nur negative Auswirkungen wie Pflegerisiko und kollabierende Rentensysteme verbunden sind, sondern auch wirtschaftliche Innovation und individuelle Zufriedenheit. So werden beispielsweise unter dem Stichwort ambient assisted living Konzepte entwickelt, Produkte und Dienstleistungen angeboten, die auf die Autonomie und Selbständigkeit alter Menschen fokussieren und denen ein großes Marktpotenzial insbesondere auch für Baden-Württemberg attestiert wird (siehe MFG-Stiftung Baden-Württemberg, FAZIT Schriftenreihe, Band 17, 2008). Das Altern der Gesellschaft ist also auch eine wirtschaftliche Herausforderung und es bietet die Chance für die Entstehung eines neuen Wachstumsmarkts. Bei entsprechender Infrastruktur, flächendeckender und auf Zielgruppen abgestimmter Beratung, dem Angebot an altersgerechten Haushaltshilfsmitteln, gruppenspezifischen Kultur- und Bildungsangeboten kurzum bei Vorhandensein der Möglichkeit, das Altern und das Alter aktiv und gelingend zu leben können alternde Menschen ihre Lebensqualität nicht nur erhalten. Mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen sind sie vielmehr gefragt, als aktive Mitglieder die Gesellschaft (mit)zugestalten. Die Kernbotschaft des Studiengangs lautet also: Der demographische Wandel als Chance: Das Altern gesellschaftlich und individuell gelingend gestalten! Studierende des Master:Online-Studiengangs erwerben Kompetenzen in der wissenschaftlich fundierten Anwendung technischen, verhaltens-, sozial- und gesundheitswissenschaftlichen Wissens. Sie eignen sich Verfahren (Techniken) an, um das individuelle Altern zu unterstützen und die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Bedingungen so zu gestalten, dass individuelles Altern gelingen kann und der Einzelne und die Gesellschaft profitieren. Alter und Altern sind keine Phänomene, mit denen sich nur eine wissenschaftliche Disziplin befasst. Sie sind vielmehr multithematisch und fordern also eine multi- und 2

3 interdisziplinäre Auseinandersetzung. Wir haben daher einen Studiengang konzipiert, der auf diese Vielgestaltigkeit reagiert. Der interdisziplinären Ausrichtung des Studiengangs entsprechend unterrichten Experten aus unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen: Arbeitswissenschaft, Architektur und Städtebau, Geriatrie und Gerontologie, Sozial- und Politikwissenschaft, Sport- und Gesundheitswissenschaften, Straßen- und Verkehrswesen, Technisches Design. Die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern aus verschiedenen Fakultäten und Instituten hat in Stuttgart Tradition. Sie ist im aktuellen Struktur- und Entwicklungsplan der UStutt (SEPUS 2012) als Forderung und Ziel formuliert und sie wird gezielt durch leistungsorientierte Anreize gefördert. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit im geplanten Studiengang wird gelingen, weil sich alle Beteiligten auf ein gemeinsames Verständnis von Alter und Altern verständigt haben. Durch wiederkehrende Qualitätszirkel wird dieser Diskurs lebendig gehalten. Wir nennen das Alternszirkel und treffen uns zu diesem mindestens einmal pro Semester. Der Diskurs wird die universitätsexternen Lehrbeauftragte einbeziehen, die mit ihrer ausgewiesenen Expertise auf dem Gebiet der Alternsforschung das Lehrangebot des Studiengangs bereichern werden. Im interdisziplinären Zugang liegt ein entscheidendes innovatives Moment des Studiengangs. Absolventen können aus ingenieur- sowie aus sozial- und verhaltenswissenschaftlicher Perspektive die Themenbereiche Alter und Altern konzeptuell bearbeiten und dort wissenschaftlich fundiert Praxis gestalten. Ausgerichtet am Bedarf und an den Bedürfnissen alternder Menschen sind das Design und die Produkte für Arbeiten und Leben, sind betriebliche und kommunale Maßnahmen der Gesundheitsförderung, sowie Belange des Wohnens und des Wohnumfeldes, das Verhalten und die Verhältnisse Inhalte des Studiengangs. Diese Breite, die erst den Phänomenen Alter und Altern gerecht wird, ist bei keinem der bisher angebotenen Masterstudiengänge (vor allem aus dem Bereich Public Health, der Sozialgerontologie oder der Präsenz- und Aufbau-Studiengangsangebote zur Gerontologie) gegeben (siehe dazu auch den Businessplan im Anhang). Absolventen des Studiengangs können ihr Wissen unter anderem dazu nutzen, Menschen im Alter zu motivieren, körperlich aktiv zu werden und zu bleiben. Sie 3

4 können auf eine Firmenpolitik hinwirken, die alternde Arbeitnehmer im Produktionsprozess belässt. Sie können mit Ingenieuren daran arbeiten, Produkte zu entwickeln, die den Alltag im Alter erleichtern und Altersdefizite kompensieren helfen. Sie können mit Architekten und Stadtplanern die Wohnumgebung und öffentliche Bauten altengerecht gestalten oder die Mobilität gezielt durch die Gestaltung barrierefreier Räume unterstützen. Sie lernen im Studiengang nicht nur die Phänomene Alter und Altern kennen, sondern auch die Sprache und die Denkweisen der Disziplinen, die an je spezifischen Fragestellungen dieses Phänomens arbeiten. Sie bilden sich zu Alter(n)s-Spezialisten und -generalisten zugleich. Im Erwerb von disziplin-übergreifenden Kompetenzen liegt der deutliche Gewinn für die Absolventen des Studiengangs. Für die Absolventen ist neben der interdisziplinären Orientierung der Inhalte auch die technologisch- respektive anwendungsorientierte Ausrichtung des Studiengangs entscheidend. Er umfasst je nach vorhandener Kompetenz der Bewerber/innen 60 CP bis 120 CP und kostet die Studierenden pro Modul 690,00. Bei einem tatsächlichen Umfang von 120 CP beziffern sich die Gesamtkosten, die ein(e) Studierende(r) inklusive Verwaltungskosten und Studentenwerksbeitrag aufwenden muss auf ca ,00. Master:Online Integrierte Gerontologie richtet sich an Mitarbeiter/innen von Industrie und Handelskammern, von Krankenkassen, Berufs- und kommunalen Spitzenverbänden (Städte- und Gemeindetag), Kommunen, Landessozialministerien, Wohlfahrtsverbänden, Parteien, der Industrie und der Dienstleistungsbranche. Von allen genannten Gruppen nahmen Repräsentanten an der Marktstudie der Fa. Rescom teil. Sie alle be-stätigen das Interesse und die Nachfrage nach einem solchen Studienangebot. Die Absolventen erwerben durch die Teilnahme am Studiengang Kompetenzen, die ihren beruflichen Aufstieg fördern. Alle Institutionen, ob nun öffentlich oder gewerblich, werden auf die Herausforderung der demographischen Entwicklung reagieren und also Konzepte bereithalten müssen, die ein gelingendes Altern möglich machen. Der Studiengang liefert ihnen dazu die Experten und Expertinnen. Voraussetzung zur Aufnahme des Studiums sind mindestens 180 CP (dem 4

5 entspricht ein Bachelorabschluss nach sechs Semestern) und eine mindestens zweijährige berufliche Tätigkeit. Der Studiengang ist online-gestützt und berufsbegleitend. Er nutzt die Ansätze des blended learning (hybride online- und Präsenzlehre), der learning cycles und er schafft so die Voraussetzung für Praxisnähe und Studierbarkeit während der beruflichen Tätigkeit. Die UStutt hat neben generellen Erfahrungen mit onlinegestütztem Lernen (für die sie den MedidaPrix 2005 erhielt) bereits spezifische Erfahrungen mit zwei laufenden Master:Online Studiengängen (Bauphysik und Logistikmanagement). Die gewonnenen Erfahrungen werden genutzt, in dem sich die verantwortlichen Mitarbeiter/innen der beiden Studiengänge beratend an den neu beantragten Studiengängen beteiligen. Hierzu hat das Rektorat eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des PR für Lehre und Weiterbildung eingerichtet. Die UStutt hat darüber hinaus im November 2008 ein Zentrum für Curricularentwicklung gegründet und siedelt dort neben der bereits vorhandenen hochschuldidaktischen auch noch mediendidaktische Kompetenz an, auf welche die Studiengänge zurückgreifen können. Die beteiligten Hochschullehrer (Profs. Dres. Gabriel, Maier, Renn, Ressel, Schlicht, Spath, Englmann), deren Mitarbeiter/innen und deren Institute oder Lehrgebiete (Sozialwissenschaften, Technisches Design, Straßen- und Verkehrsplanung, Sportund Bewegungswissenschaften, Arbeitswissenschaft und Fraunhofer-IAO), sowie die bereits benannten Lehrbeauftragten (PD Dr. med. Clemens Becker, Leiter der Gerontologie des Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart und international renommierter Forscher in der Geriatrie; Dr. Ulrike Scherzer, fachlich ausgewiesen auf dem Gebiet: Wohnen im Alter ; Alexander Groth, Spezialisierung für das Gebiet Führung im mittleren Management; Lehrbeauftragter für Präsentation an der Universität Mannheim) sind in ihrer jeweiligen Fachgemeinde ausgewiesen. Alle Beteiligten weisen eine umfangreiche Liste an Publikationen nach. Sie sind in ihren Forschungen in unterschiedlichem Umfang mit dem Thema Alter/ Altern und Demographie befasst. 5

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