IZLBW Newsletter INFORMATIKZENTRUM LANDESVERWALTUNG BADEN-WÜRTTEMBERG AUSGABE OKTOBER 2012

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1 IZLBW Newsletter INFORMATIKZENTRUM LANDESVERWALTUNG BADEN-WÜRTTEMBERG AUSGABE OKTOBER 2012 LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, informieren Sie sich in dieser Ausgabe des IZLBW-Newsletters, wie zeitgemäße Kommunikation mittels unserer neuen Videokonferenz-Lösung gelebt werden kann. Stau auf der Datenautobahn? Hier können wir mit aktuellen Erfahrungen und Empfehlungen zum Thema WAN-Beschleuniger aufwarten. Erfahren Sie, welche effizienten Wege wir zur Energieeinsparung bei und durch die Nutzung von IT und damit zur Green IT eingeschlagen haben. Sicherheitsbedenken? Nicht beim Betrieb der EU-Zahlstelle in Baden-Württemberg. Das IT-Grundschutzaudit bestätigte dem IZLBW einen hohen Umsetzungsgrad in allen Punkten und damit einen IT-Grundschutz konformen Betrieb. Viel Spaß bei der Lektüre! Ihr Christian Leinert I Direktor

2 2 NEUE VIDEOKONFERENZ-LÖSUNG Das IZLBW hat in zwei Schritten eine neue Videokonferenzlösung in High Definition (HD) - Qualität eingeführt. Zunächst wurde der IT-Planungsratsbeschluss umgesetzt, daraufhin der Auftrag des Justizministeriums Baden-Württemberg. Diese Lösung nutzt das DOI-Netz, um die Kommunikation zwischen Teilnehmern der Landesverwaltung und übergreifend auch zwischen den deutschen Verwaltungseinheiten zu ermöglichen. Ziel war, Videokonferenzen schneller, flexibler, kostengünstiger sowie energiesparender durchführen zu können. Videokonferenzen gibt es in den vier Hauptkategorien Webconferencing, Desktop-Conferencing, Raumsysteme und Telepresence- Lösungen. Dabei sind Lösungen aufgrund der Verbindung von heterogenen Netzinfrastrukturen eine große Herausforderung. Da eine Nutzung des Internets hierfür aufgrund der Leistungsfähigkeit und der Sicherheitsaspekte nicht empfohlen werden kann, wurde das System in einem ersten Schritt in Aufbau und Betrieb einer für Baden-Württemberg zentralen Konferenzbrücke mit Anbindung an das Landesverwaltungsnetz realisiert. Diese Lösung wurde vom IZLBW und dem Innenministerium in Stuttgart bereits mehrfach in Konferenzen mit den Landesverwaltungen Mecklenburg-Vorpommern und Hessen genutzt und erprobt. Es wurden die Planungsratsbeschlüsse in enger Abstimmung mit den Herstellern und dem Bundesverwaltungsamt in Köln und dem Bundesinnenministerium als Projektleitungsebene umgesetzt. Im zweiten Schritt wurde eine zentrale Konferenzbrücke des Herstellers Polycom installiert und den Dienststellen der Landesverwaltung zur Verfügung gestellt. Damit sind Konferenzen von sechs bis acht Teilnehmern in HD-Qualität möglich, die anders nicht zu realisieren wären. Daher hat sich das Justizministerium entschieden, diese zentrale Infrastruktur einer Videoplattform in Form eines Soft-Clients am Arbeitsplatz-PC oder hochwertiger Geräte in der Kategorie Raumsysteme anzuschaffen. Das IZLBW hat die Infrastruktur aufgebaut und gewährleistet deren Betrieb. Zur Zeit erfolgt die Anbindung an bereits existierende Systeme der Justiz. Diese Systeme liefen bisher über ISDN-Verbindungen und profitieren erheblich von der Umstellung auf das Landesverwaltungsnetz und der Anbindung an die neue zentrale Konferenzbrücke in puncto Qualität, da ein wesentlich höherer Datendurchsatz realisiert werden kann. Die Umsetzung des zweiten Schrittes erfolgte in enger Abstimmung mit der DV-Abteilung des Oberlandesgerichts Stuttgart, sodass ein effektiver und kundenorientierter Aufbau der zentralen Infrastruktur gewährleistet werden konnte. Die Justiz hat die Raumsysteme von Polycom bereits seit einigen Jahren im Einsatz; Interesse daran haben das Innenministerium in Stuttgart, das Statistische Landesamt sowie das Landesamt für Geoinformationen und Landwirtschaft (LGL) in Kornwestheim und natürlich das IZLBW. Sie nutzen die Systeme bereits erfolgreich in Pilotumgebungen. Sie werden vom IZLBW an das Microsoft-Lync- System gekoppelt und so können Mitarbeiter der Landesverwaltung, die über einen Lync- Client verfügen, problemlos an Videokonferenzen teilnehmen. In einem weiteren Schritt werden Teilnehmer, die lediglich per Internet verbunden werden können, integriert. Dies ist jedoch aufgrund der oben genannten Einschränkungen nur in engen Grenzen und in Abstimmung mit den Sicherheitsexperten des IZLBW möglich.

3 3 PROJEKT WAN-BESCHLEUNIGER BEI DER POLIZEI Im Rahmen einer Neuordnung der Serverlandschaft wird bei der Polizei im Jahr 2013 die bisherige dezentrale in eine Infrastruktur mit zentralen Servern umgewandelt. Diese zentralen Server stehen im Informatikzentrum der Landesverwaltung Baden-Württemberg IZLBW und verwalten sämtliche bisher auf den lokalen Servern abgelegten Daten zentral. Bei mehr als 600 Polizeistandorten ergibt sich dadurch eine deutliche Konsolidierung in der Server-Infrastruktur. In diesem Zusammenhang wird ein Ansteigen des Netzwerkverkehrs von und zu den zentralen Servern erwartet, da sämtliche Zugriffe auf die Office-Programme wie Word, Excel und so weiter nun über das Weitbereichs-Netzwerk erfolgen. Da die Übertragungsgeschwindigkeit im zukünftigen Wide-Area-Network (WAN) um ein Vielfaches geringer ist als in den bisherigen lokalen Netzen, ein Aufrüsten der Bandbreite der lokalen Stationen aber relativ teuer ist, ist es die kostengünstigste Lösung, sogenannte WAN- Beschleuniger einzusetzen. Diese Geräte optimieren die Übertragungsprotokolle, komprimieren die Dateninhalte vor der Übermittlung und besitzen eine lokalen Cache (schneller Zwischenspeicher), um mehrfach benötigte Daten zwischenzuspeichern und somit die erneute Übertragung obsolet zu machen. Im Vorfeld wurde hierzu bei zwölf Standorten der Polizeidirektion Reutlingen und beim IZLBW von März bis Mai 2012 ein Pilotprojekt mit WAN-Beschleunigern der Firma Riverbed durchgeführt, um die Wirksamkeit solcher WAN-Beschleuniger bei zentralisierter Datenhaltung zu testen. Als Ergebnis dieses Pilotprojekts empfiehlt das IZLBW den Einsatz von WAN-Beschleunigern für die Anbindung der Polizeidienststellen an die Daten-Cloud, da sie wesentlich kostengünstiger sind als eine lokale Aufrüstung der Bandbreite. Im Detail verringert sich der Netzwerkverkehr im WAN um circa 50 Prozent. Bei einigen wichtigen Anwendungen wie zum Beispiel Dateizugriff, Exchange und Intranet sind sogar mehr als 70 Prozent Reduktion möglich. Der gesamte WAN-Verkehr wird entlastet und eine Bandbreitenaufrüstung wird überflüssig beziehungsweise kann verschoben werden. Bei dem Pilotprojekt ist der Netzwerkverkehr vom und zum Server nicht angestiegen. Besonders effizient sind die WAN-Beschleuniger beim Zugriff auf die zentral abgelegten Daten. Zum Beispiel dauert das Öffnen einer Word-Lichtbildmappe mit 26 Megabyte ohne das Gerät zwei Minuten und unter Einsatz des WAN-Beschleunigers nur noch circa 20 bis 25 Sekunden. Dennoch ist die lokale Dateiablage bei vielen Anwendungen natürlich schneller. Dies ist bei großen Dateien wie zum Beispiel hoch aufgelösten Bildern der Fall. Insbesondere auf Polizeidienststellen mit geringer Bandbreite benötigt die Datenübertragung zum zentralen Server erheblich mehr Zeit; hier ist an eine automatische Kompression der Daten zu denken. Das IZLBW kann durch den Einsatz der WAN- Beschleuniger die Netzqualität erheblich verbessern. Es können zum Beispiel bestimmte Anwendungen priorisiert werden, durch das eingebaute Netzwerk-Monitoring der Datenverkehr umfassend analysiert und mögliche Engpässe oder ineffiziente Verfahren frühzeitig erkannt werden. Aus diesen Erkenntnissen heraus hat das IZLBW beschlossen, bei der Polizei eine zentralisierte Server-Infrastruktur mit Hilfe von WAN-Beschleunigern einzuführen, wobei eventuell einzelne Abläufe oder Anwendungen angepasst werden müssen

4 4 GREEN IT Im Koalitionsvertrag der Landesregierung ist festgeschrieben, dass Letztere als Betreiber von Rechenzentren und als öffentliche Beschaffungsstelle ihren Beitrag dazu leistet, den Energie- und Rohstoffverbrauch durch und beim Einsatz von Informationstechnologie zu senken. E-Government-Standards regulieren die Einsparmöglichkeiten von Energie in der Informationstechnologie sowohl in Rechenzentren als auch am Arbeitsplatz durch moderne Technologien, die nicht nur klimafreundlich sind, sondern auch wirtschaftlich. Der Begriff Green IT beinhaltet den Energieeinsatz bei der Produktion und Nutzung von IT-Hardware, die Verwendung umweltfreundlicher Materialien und Produktionsmittel, die Energieeinsparung während der Nutzung von Informationstechnik sowie die Energieeinsparmöglichkeiten durch die Nutzung von IT. Der Fokus des IZLBW als Dienstleister konzentriert sich auf die Energieeinsparung bei der und durch die Nutzung von IT. Rechenzentren stellen in vielerlei Hinsicht Umweltbelastungen dar. Für das IZLBW relevant ist hier der Stromverbrauch durch Server, Speicher, Vernetzung und Kühlung. Eine Reduktion des Energieverbrauchs wird erreicht durch sogenannte Kalt-Warmgänge: Warmgänge, in denen Warmluft oben ab- und Kaltgänge, in denen Kaltluft von unten zugeleitet wird. Helle Böden, Schränke, Wände und Decken reduzieren den Energieeinsatz für Beleuchtung. Zur Kühlung wird bis zu einer Außentemperatur von fünf Grad Celsius mit Freiluft gekühlt. Bei Bedarf werden die Kühlelemente zusätzlich mit Wasser besprüht. Die vorhandenen Kältemaschinen müssen hierdurch nur bei Bedarf angefahren werden. Ein Nebeneffekt der Freiluftkühlung ist der durch die Kühlelemente entstehende Lärmschutz. Es stehen bei Stromausfällen drei Notstromgeneratoren zur Verfügung, die gemeinsam von IZLBW und KDRS genutzt werden. Durch diese Maßnahmen wurde von 2008 bis 2011 bereits eine höhere Energieeinsparung erzielt als 2009 prognostiziert wurde: Die Anschlussleistung sank von 500 auf 350 KW in den Maschinensälen des IZLBW. Bei Beschaffungsmaßnahmen muss nach neuen Regelungen der Vergabeverordnung die Energieeffizienz energieverbrauchsrelevanter Waren sowohl in den Leistungsbeschreibungen als auch in den Bewertungen als Zuschlagskriterium angemessen berücksichtigt werden. Die Bediensteten müssen für die Belange der Green IT sensibilisiert werden, insbesondere zur Abschaltung der Geräte bei Dienstende und zur Verwendung von Mehrfachsteckdosenleisten, um dies zu vereinfachen. Die nächsten Schritte umfassen die weitere Erneuerung, Konsolidierung und Virtualisierung der Server- und Speicherlandschaft sowie die weitere Optimierung der Kalt- und Warmgangausgestaltung durch die sogenannte Kaltgangeinhausung, wodurch eine zusätzliche Abdeckung der Kaltgänge zu verstehen ist. Letzteres bringt bis zu einem Drittel Energieeinsparung. Dazu kommen der Einsatz von spezieller Software für stromreduzierende Maßnahmen, die verbrauchsabhängige Stromabrechnung sowie die Einführung einer Gebäudeleittechnik. Es gibt Statistiken über die Leistungsaufnahme von Gerätegruppen, beispielsweise Arbeitsplatz-PCs, als deren Basis der Energieverbrauch gemessen und in einem Profil hinterlegt wird, sowie daraus berechnet über die Energiekosten. In einem Ausblick in die Zukunft hat das IZLBW zur Energieeinsparung die Ziele der Netzwerkvirtualisierung im Server-LAN des Rechenzentrums, der Nutzung von Videokonferenzsystemen, die Dienstreisen überflüssig machen kann, des Einsatzes von Thin Clients oder Öko-PCs, der Client-Virtualisierung und einer neuen Tintenstrahldruckertechnologie.

5 5 IT-GRUNDSCHUTZ KONFORMER BETRIEB DER EU-ZAHLSTELLE IN BADEN-WÜRTTEMBERG Die EU-Zahlstelle ist zuständig für eine ordnungsgemäße Durchführung der von der Europäischen Union bereitgestellten voll- und teilfinanzierten Förder- und Ausgleichsmaßnahmen. Die Zahlstelle ist im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) angesiedelt. Die EU stellt hierfür sicherheitstechnische Anforderungen an die eingesetzte und betriebene IT. Dazu müssen in der Bundesrepublik Deutschland bestimmte Vorgaben des Standards des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und dessen sogenannte IT-Grundschutzkataloge umgesetzt werden. In der Praxis müssen hierzu die an der Zahlstelle beteiligte Technik, Informationstechnik und Netze sowie die Gebäude und Räume, in denen sie untergebracht sind, erfasst werden. Nach der Erfassung wird ihr Sicherheitsbedarf bewertet. Auf Basis der Bewertung werden die erforderlichen Bausteine aus den IT-Grundschutzkatalogen ausgewählt und die daraus abgeleiteten Maßnahmen umgesetzt. Dazu gehört auch eine umfassende Dokumentation. Die Einrichtung EU-Zahlstelle ist ein IT-Verbund aus dem Serverbetrieb, den das IZLBW und das LZfD zur Verfügung stellen, der Anwendungsentwicklung, die über das Landesamt für Geoinformationen und Landwirtschaft (LGL) läuft, den bearbeitenden Stellen, die zentral im MLR sowie im Umweltministerium (UM) und dezentral bei den Regierungspräsidien und den Unteren Verwaltungsbehörden in Land- und Stadtkreisen sowie bei externen Stellen, die etwa die Auszahlung an Antragsteller vornehmen, angesiedelt sind. Die Einhaltung der Vorschriften aus den IT- Grundschutzkatalogen wird durch sogenannte Audits überprüft. Diese Audits werden vom MLR, der Europäischen Finanzkontrolle (EFK), die im Ministerium für Finanzen und Wirtschaft des Landes angesiedelt ist, sowie durch die EU-Kommission durchgeführt. Jeder Audit umfasst einen IT-Teilverbund, also einen Standort. Die Audits des IZLBW werden in den Teilverbünden der Regierungspräsidien und im eigenen Teilverbund durchgeführt. Über den Anwendungsserver der EU-Zahlstelle besteht hierbei eine Verbindung zum Teilverbund des LGL. In 2012 wurden in diesem Rahmen vom MLR die IT-Teilverbünde in den Regierungspräsidien Stuttgart und Karlsruhe, das LGL sowie das IZLBW selbst überprüft. Bei diesen Überprüfungen waren für das IZLBW vor allem Maßnahmen aus den IT- Grundschutzkatalogen in Bezug auf das Rechenzentrum, den Sicherheitsgateway, also die Firewall, den Virtual Private Network (VPN)- Zugang zum Landesverwaltungsnetz (LVN), den Verzeichnisdienst Active Directory von Microsoft, allgemeine sowie Windows 2003 Server, Exchange Server und die Behandlung von Sicherheitsvorfällen relevant. In allen Punkten des Audits wurde dem IZLBW ein hoher Umsetzungsgrad bestätigt. Die Zusammenarbeit aller Beteiligten hierbei war sehr konstruktiv und kollegial. HERAUSGEBER: IZLBW Informatikzentrum Landesverwaltung Baden-Württemberg Krailenshaldenstraße Stuttgart Telefon: Telefax: Internet:

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