Lügen über die Nazi- Verbrechen

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1 Lügen über die Nazi- Verbrechen Prof. Dr. Ballreich, RA Steinacker und die Goethe-Universität ( ) Eine Dokumentation zu einer vergessenen Auseinandersetzung

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3 Vorwort 1. Im Rahmen der Recherche für eine Veranstaltung über die Goethe-Universität und Dr. Mengele spielte auch der Rechtsanwalt von Dr. Mengele, Herr Steinacker eine bestimmte Rolle. RA Steinacker hatte nach 1945 nach dem erst 1959 erlassenen Haftbefehl gegen Dr. Mengele über Mengeles Frau Kontakte mit seinem Mandanten. Diese Hilfe entsprang offensichtlich nicht einfach einem rechtsanwaltlichen Berufsethos, der selbstverständlich auch einen Rechtsbeistand für Massenmörder erfordert. Es war mehr. Steinacker, bereits als Verteidiger der SS-Mörder im Auschwitzprozess 1964 aktiv, machte die Verteidigung der NS-Verbrecher zu so etwas wie seinem Lebensinhalt übernahm er das Mandat für Dr. Mengele im Verfahren gegen die Goethe-Universität, die Dr. Mengele auf Initiative von Hermann Langbein seinen Doktortitel 1961 aberkennen wollte und dann wohl 1964 wie auch die Universität München aberkannt hat. Seine Frau Marta, ( Marta ohne H, wie Steinacker gegenüber einem Journalisten betonte) hatte das wohl veranlasst. Sein Honorar, berichtet er im Gespräch mit einem Journalisten 2009 ist wahrscheinlich von der Günzburger Firma Mengele bezahlt worden. 2 Bei der Firma handelt es sich um die Firma von Mengeles Vater. Und es zeigte sich, dass er noch 1994 selbst nazistische Lügen verbreitete: er behauptete in einem Verwaltungsgerichtsverfahren, die Amerikaner hätten in Dachau die dortige Gaskammer erbaut. Der Zentralrat der Juden verklagte ihn wegen Volksverhetzung, das Verfahren wurde eingestellt, da die Sitzung des Verwaltungsgerichtes nicht öffentlich sei und somit keine Volksverhetzung vorliegen könne. Ein für ihn vorgesehener Orden (Bundesverdienstkreuz) für seine Verdienste im Sportverein Bornheim wurde angesichts der öffentlichen Empörung zunächst nicht vergeben. Später dann doch 3. Das interne Verfahren innerhalb der Rechtsanwaltskammer führte dazu, dass RA 1 In WIKIPEDIA ( ) erfahren wir: Fritz Steinacker (* 25. Dezember 1921 in Queck) ist Rechtsanwalt und Notar a. D. in Frankfurt am Main. Steinacker wurde bekannt als Strafverteidiger und Anwalt von Naziverbrechern wie Josef Mengele (seit 1961), Aribert Heim (seit 1962), Otto Hunsche, Victors Arājs, Hermann Krumey, Pery Broad, Arnold Strippel und Victor Capesius. Steinacker war unter anderem beteiligt im 1. Auschwitz-Prozess (zusammen mit seinem Mentor Hans Laternser, in dessen Kanzlei 'Dr. Laternser & Steinacker er seit 1955 Juniorpartner war) und im Majdanek-Verfahren, in etlichen Prozessen erstritt er deutlich mildere Strafen als lebenslänglich für seine Mandanten, bis hin zu Bewährung. Er selbst geht davon aus, in mehr als 25 Fällen mutmaßliche NS-Verbrecher verteidigt zu haben. Zudem übte und übt er auch außergerichtlich für mehrere Personen aus diesem Kreis rechtliche Vollmachten aus. Er selbst war laut Mitgliederkartei am 1. September 1939 der NSDAP beigetreten. [Bundesarchiv, Mitgliednummer Benjamin Ortmeyer] Steinacker selbst gibt 1943 als Jahr seines Parteieintritts an. Seine Fliegerausbildung erhielt er ab 1941 unter anderem in Finsterwalde. Danach kämpfte er als Bomberpilot in Kampfgeschwadern. In der Bundesrepublik wurde er Ende der 1970er Jahre Parteimitglied der CDU und rechnete sich, nach eigener Aussage, zum liberalen Flügel der Partei. Steinacker war Vorsitzender der Frankfurter Turn- und Sportgemeinschaft. Für seine Verdienste in diesem Amt erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Fritz Steinacker ist der Vater von Peter Steinacker, dem ehemaligen Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. 2 Siehe Jürgen Schreiber ZEIT-ONLINE Strafjustiz: Der Anwalt des Bösen vom 1. November ( ) 3 Kein Wort davon, dass Steinacker 1975 im Düsseldorfer Majdanek-Verfahren bei der Verteidigung der SS-Verbrecher einen Gutachter, Wolfgang Scheffler, wegen angeblicher Befangenheit ablehnte, da dieser doch mit einem Juden zusammenarbeite, der auch einen jüdischen Doktorvater habe. ( Siehe "Befehlsempfänger": Frauen und Männer in NS- Prozessen nach 1945, herausgegeben von Ulrike Weckel, Edgar Voltrum, Göttimngen 203, S. 226) Die FAZ berichtete in einem sehr großen Bericht mit dem Titel Im Dienst von Paragraphen und Psalmen im September 1997 übrigens über das prima Verhältnis von Vater und Sohn (sein Sohn war der ehemaligen Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau) und dann im Oktober 1997 Verdienstmedaille für Fritz Steinacker - Petra Roth nimmt die Ehrung des FTG-Vorsitzenden und Juristen vor ( eingesehen am ) 3

4 Steinacker seine Äußerung mit großem Bedauern zurücknahm, er sei falsch informiert gewesen. Nun gut. Aber was hat das mit der Goethe-Universität heute zu tun? 2. RA Steinacker war in diesem Verwaltungsgericht der Verteidiger von Prof. Dr. Ballreich, Sportwissenschaftler an der Goethe-Universität. Es ging um die Höhe der Kürzung seiner Pensionsbezüge. Denn er war wegen seiner Lügen über die Nazi-Verbrechen in Auschwitz von der Universitätsleitung sehr zu Recht an seiner weiteren Tätigkeit an der Universität gehindert worden. Vor dieser Entscheidung gab es eine monatelange Auseinandersetzung, die Studierenden protestierten, die Gremien tagten, die Presse berichtete ausführlich. Inhaltlich wurden die Lügen über Auschwitz ebenso wie die Lüge über die von den Amerikanern erbaute Gaskammer in Dachau widerlegt. Und Prof. Dr. Ballreich war schließlich nicht mehr an der Goethe-Universität tätig. Die Zeit verging. 3. Doch dann starb Prof. Dr. Ballreich. Und es griff ganz offensichtlich, dass angeblich über Tote nur Gutes gesagt werden dürfe. Der UNI-REPORT der Goethe-Universität veröffentlichte Anfang 2011 (Nr. 1/11) eine Huldigung der großen Leistung dieses großen Mannes. Statt in richtiger Weise über Tote zu reden, wie die alten Weisen lehrten, also wenn schon, dann die ganze Wahrheit zu sagen, wird der Konflikt einfach ausgeblendet und verschwiegen. Dabei war die Auseinandersetzung zwischen der Goethe-Universität und Prof. Dr. Ballreich mit seinen Lügen über die Gaskammern und Krematorien in Auschwitz unseres Wissens nach die einzige in der breiten Öffentlichkeit über einen längeren Zeitraum geführte Auseinandersetzung über die NS-Zeit, - also ein wichtiges Lehrstück. Diese Auseinandersetzung sollte gerade nicht in Vergessenheit geraten und verdrängt werden. Daher wurde aus der großen Fülle der Zeitungsartikel, Stellungnahmen und Dokumente hier eine Auswahl getroffen und publiziert. Frankfurt am Main, den 27. Januar 2014 Benjamin Ortmeyer 4

5 Teil I Die lügnerisch-propagandistischen Äußerungen von Prof. Dr. Ballreich gelangen an die Öffentlichkeit FR vom 19. März und 26. März 1993 und weitere Presseartikel 5

6 6 FR vom 19.März 93

7 7 FR 26.März 1993

8 8 FAZ vom 27. März 1993

9 9 FR vom 4. November 1993

10 TAZ und Spiegel berichtenund titelten: TAZ 8. April 1994 und SPIEGEL 12. April

11 FR vom 17. April

12 Stellungnahmen von Studierenden (Auszüge) 12

13 13

14 . 14

15 15

16 16

17 17

18 18

19 19

20 Frankfurter GEW-Zeitung FLZ 4 /1993 und gleichlautend in DIE BRÜCKE Nr. 75 Januar-Februar

21 21 UNI Report vom November 1993

22 Zusammenfassender Artikel der Studierenden-Zeitschrift DISKUS (Goethe-Universität) November 1993 Zum Fall Prof. Dr. Ballreich 22

23 23

24 24

25 25

26 26

27 27

28 Teil II Prof. Dr. Ballreich und sein RA STEINACKER 1997 Ballreich vor dem Verwaltungsgericht 1997 Ballreichs Rechtsanwalt Fritz Steinacker behauptet, die Amerikaner haben im KZ Dachau eine Gaskammer gebaut. Anzeige des Zentralrats der Juden gegen Fritz Steinacker Bundesverdienstkreuz für Fritz Steinacker 28

29 29 FNP 7. Juni 1997

30 30

31 Frankfurter Neue Presse, 17. Juni

32 32 FR vom 18. Juni 1997

33 33 FR 26. Juni 1997

34 34

35 35

36 36 FR 27. Juni 1997

37 Meldung in der FAZ 37

38 NACHRUF UNI REPORT April

39 Nachruf im Uni-Report 2/ 2011 auf Ballreich außerordentlich verdient gemacht 39

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