Software RAID oder LVM auf einem Suse Linux System aufsetzen

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1 Software RAID oder LVM auf einem Suse Linux System aufsetzen Das Software RAID Wir gehen hier nun von einer Neuinstallation aus. Hierbei haben wir zwei Festplatten im System, die ausschließlich nur für Linux verwendet werden sollen. Dass wir in der Regel sehr viel Möglichkeiten haben, ein Linux System auf eine derartige Konfiguration zu installieren steht außer Frage. Das Beispiel soll nur die grundlegende Arbeitsweise des YAST2 Installers aufzeigen um zu erläutern, wie ein derartiges System aufgebaut werden kann. Als Beispiel verwende ich eine Suse 10.1 Beta8 32 bit Version und zwei virtuelle Festplatten mit jeweils 10 GB Speicherplatz. Auf einem Standardrechner sind natürlich größere Volumen vorhanden, nur soll das hier uns einmal zum Ausprobieren genügen. Zudem wird das alles dann als Raid0 (Striping) angelegt. Wir legen die Installations CD/DVD ein und arbeiten wie gewohnt die Eingangsfragen ab. Danach wechseln wir im YAST auf den Expertenmodus und wählen dann den Menüpunkt Partitionierung aus. Dieser wird uns dann in das Menü zur manuellen Aufteilung der Festplatte führen. Wie hier schön zu sehen ist, wird uns die vom System vorgeschlagene Konfiguration nicht weiterhelfen und wir müssen somit selbst Hand anlegen. Im Bereich Vorschlag für Partitionierungen ändern wir dann die Auswahl von Vorschlag annehmen auf Benutzerdefiniertes Partitions-Setup erstellen ab. Hier können wir dann wieder auf Weiter klicken um in das nächste Konfigurationsmenü zu gelangen.

2 Vorbereitung der Festplatte: Schritt 1 In diesem Untermenü können wir nun die Festplatten auswählen. Wir wollen aber an dieser Stellen den Menüpunkt Benutzerdefinierte Partitionierung (für Experten) uns näher ansehen. Also klicken wir diese an und danach auf Weiter. Das daraufhin folgende Menü wird dann ab dieser Stelle Dreh und Angelpunkt unserer Konfiguration werden. Hier werden dann sämtliche Einstellungen gesteuert und man kann von hier aus immer wieder flexibel gemachte Einstellungen verändern: Die Schaltflächen verwalten nun verschiedene Einstellungsmöglichkeiten und führen uns entsprechend in weitere Untermenüs. Folgende Funktionen verstecken sich hinter den einzelnen Schaltflächen:

3 Anlegen: Hier werden neue Partitionen angelegt. Bearbeiten: Bereits angelegte Partitionen können verändert werden. Hierbei können unter anderem später die Mountpoints der jeweiligen Partitionen verändert werden. Löschen: Eine ausgewählte Partition kann gelöscht werden. Größe ändern: Eine Partitionsgröße kann verändert werden. LVM: Einstiegspunkt zum Logical Volume Management RAID: Ein Raidsystem wird hier konfiguriert Kryptodatei: Verschlüsselungssystem Experten: Weitere Einstellungsmöglichkeiten An dieser Stelle müssen wir uns nun überlegen, wie wir das System einrichten wollen. Zu beachten ist, dass das Verzeichnis /boot, in dem ja bekanntlich der Linux-Kernel liegt, nicht auf einem Raid liegt. Zudem entscheiden wir uns dafür, die swap-partition nicht in das Raidsystem einzubauen, da es hier zu Unverträglichkeiten im Supend Mode geben kann. Somit benötigen wir Partitionen für BOOT, SWAP und ROOT. Das ist erstmal die Mindestkonfiguration. Man kann hier sicherlich bei großen Platten auch weitere Aufteilungen für HOME, USR etc. anlegen. Für unser Beispiel soll uns das nun wie folgt genügen: 2x 500 MB für /boot 2x 1GB für SWAP 2x 8,5 GB für ROOT Aus Sicherheitsgründen sollte man die Root-Partition normalerweise nicht im String Mode anlegen, sondern sich für ein Mirroring (Raid1) entscheiden. Denn wenn eine der beiden Platten einen defekt aufweist, ist das komplette Betriebsystem nichtmehr einsatzbereit. Im Mirroring Mode hat man zumindest eine Platte zum Booten übrig. Für den Heimgebrauch also nicht auf einem Produktivsystem ist der Striping Modus aus Performancegründen interessant, da sich dabei die Schreib- und Lesegeschwindigkeit deutlich bessert. Nun wählen wir Anlegen aus. Im folgenden Menü müssen wir dann die Festplatte auswählen, auf der wir dann unsere erste Partition anlegen. Wir werden egal was wir machen dies exakt genau gleich auf der anderen Platte wiederholen, damit die Partitionen auf beiden Platten identisch sind. Wir wählen nun die zu partitionierende Platte aus und klicken auf OK. Wir legen eine primäre Partition an. Es sind insgesamt vier Primärpartitionen möglich. Sollten weitere Partitionen benötigt werden dann dürfen maximal drei Primärpartitionen angelegt werden. In einer erweiterten werden die zusätzliche Partitionen geschrieben. Also wählen wir nun Primäre Partition aus und klicken dann auf OK. Wir erhalten dann ein relativ komplexes Menü, in dem wir dann weitere wesentliche Punkte festlegen können.

4 Wir legen nun die Boot-Partition an. Diese soll 500MB groß sein. Deshalb wird bei Größe im Eingabefeld Ende +500M für 500 MB eingegeben. Wir wählen zudem Formatieren und als Dateisystem Reiser aus. Der Mountpoint muss /boot sein. Danach übernehmen wir die Einstellungen mit OK. Wir kommen dann wieder in unser Hauptmenü und sehen nun eine zusätzliche Partition, die nun unsere boot-partition werden wird.

5 Wir legen nun auf der Platte zwei weitere Partitionen an. Die nächste soll dann die Swap- Partition werden: Als Größe geben wir +1GB ein, damit weiter 1GB auf der Platte belegt werden. Unter Formatieren wählen wir dann als Dateisystem Swap aus und klicken auf OK. Die nächste primäre Partition wird dann die Root-Partition, die als Raid-Laufwerk fungieren soll: Wie man hier sieht, habe ich einfach bei der Größe keine Eingaben gemacht, sondern es wird einfach die restliche Platte verwendet. Unter Formatieren wählen wir Nicht formatieren aus und stellen bei der Dateisystem-ID 0xFD Linux Raid ein. Jetzt können wir das alles mit OK übernehmen und uns an die zweite Festplatte machen. Die Partitionen auf der zweiten Platte werden genauso angelegt wie auf der ersten Platte.

6 Nur bei der ersten Partition müssen wir einen dummy -Mountpoint wählen, da wir keine zwei /boot Partitionen anlegen dürfen. Damit das kein Problem gibt kann dies dann beispielsweise so aussehen: Wenn wir dann alles angelegt haben müsste das Ergebnis ungefähr so aussehen: Nun können wir auf die Schaltfläche RAID klicken und RAID anlegen auswählen: Im darauf folgendem Menü wählen wir dann RAID 0 (Striping) aus und klicken ganz unten auf Weiter.

7 Im nächsten Menü können nun alle für ein Raid in Frage kommenden Partitionen ausgewählt werden. Markieren Sie nun der Reihe nach die jeweilige Raid-Partition an und klicken Sie auf Hinzufügen: Die ausgewählten Partitionen werden dann dem aktuellen RAID md0 hinzugefügt. Die Gesamtgröße ist nun 17 GB. Nun fahren wir mit Weiter fort.

8 Wir gelangen nun nochmal in ein uns bereits bekanntes Menü und können nun die zusammengefasste Raid-Partition als Root einrichten: Wobei wir an der Stelle alles voreingestellt übernehmen können und nun auf Beenden klicken. Jetzt sind wir nun fertig und können mit Beenden die Partitionierung abschließen: Der Rest der Installation eines Suse Linux geht dann wie gewohnt weiter und sollte soweit keine Probleme bereiten.

9 LVM Logical Volume Management Da das RAID eine sehr statische Angelegenheit ist, gibt es noch eine weitere Variante, seine Platten einwenig dynamischer einzurichten aber dennoch nicht auf die Vorteile eines Stripings zu verzichten. Hierbei können wir Partitionen einrichten, die wir auch später noch von der Größe her verändern können, entfernen oder zusätzlich anlegen können, ohne dabei bestehende Partitionen zu gefährden. Ich werde dafür einfach an unserem bestehenden Beispiel anknüpfen. Was im Grunde bei einem Raid zu beachten ist greift auch bei einem LVM System. Wir legen jetzt neben den zwei 500MB Partitionen und den zwei 1GB Swap- Partitionen auf beiden Platten nochmal eine weitere Partition wie bei einem Raid an. Nur die Dateisystem-ID wird nicht auf Raid gesetzt, sondern auf 0x8E Linux LVM: Das übernehmen wir mit OK. Wenn nun die beiden Partitionen auf LVM umgestellt sind, bekommen wir folgendes Bild: Wir können nun unten im Hauptfenster auf LVM klicken und erhalten folgendes Fenster:

10 Das Fenster Volume-Gruppe anlegen kann nun ein Namen für das zu erstellende Volumen eingegeben werden. Den Rest übernehmen wir einfach wie es voreingestellt ist. Jetzt klicken wir auf OK um folgende Auswahl treffen zu können: Wir wählen die entsprechenden als LVM markierten Partitionen aus und klicken auf Hinzufügen, damit diese der aktiv eingestellten Volumengruppe (hier system ) zugeordnet werden. Wir können hier sehr schön sehen, dass aus den beiden 8,5 GB eine 17 GB große Einheit entsteht. Jetzt können wir dann ganz unten im Bild auf Weiter klicken. Im kommenden Menü können wir auf dem Volumen unsere neuen Partitionen anlegen:

11 Wenn wir auf Hinzufügen klicken bekommen wir nebenstehendes Fenster zur Einrichtung des ersten logical Volumes. Wir geben oben einen Namen für das Volumen ein ( Root ) und können dafür eine Größe festlegen ( hier 6GB ). Als Stripes legen wir die 2 fest, damit sich das Volumen auf die beiden Festplatten verteilt und wir den erhöhten Lese- /Schreibzugriff erhalten. Die Stripe-Größe belassen wir auf 64 und formatieren das Volumen mit Reiser. Als Mountpoint wählen wir für Root das / aus. Danach können wir dieses Fenster mit OK beenden.

12 Wir landen nun wieder im Hauptfenster des LVM und sehen, dass nun ein Teil unseres Volumens belegt ist: Wir legen nun ein weiteres Volumen für unseren /Home Bereich an. Dafür klicken wir ebenso auf Hinzufügen und verfahren ähnlich wie bei der Root-Partition, nur dass wir eben als Mountpoint /Home auswählen. Damit ist dann das komplette Volumen belegt, wenn wir die restlichen 11 GB für Home verwenden wollen: Soweit wären wir fertig und können den LVM mit Weiter wieder verlassen und gelangen

13 wieder in unser Partitionsmenü: Wie wir sehen können wir bereits mit zwei Festplatten eine sehr komplexe Konfiguration einrichten. Der YAST bietet uns an dieser Stelle eine sehr komfortable Möglichkeit, mit beiden Varianten der Dateisystemverwaltung ohne große Vorkenntnisse sehr locker umzugehen. Wir haben auch an jeder Stelle die Möglichkeit, korrigierend einzugreifen und alle Einstellungen wieder rückgängig zu machen. Zum Schluß noch für diejenigen, die abends in der Kneipe beim Bier mit speziellen Computerkenntnissen glänzen wollen: Raid stand ursprünglich für Redundant Array of Inexpensive Disks. Irgendwann wurden Festplatten generell billiger und man sprach dann nur noch von Redundant Array of Independent Disks. Viel Spaß beim Partitionieren, Spiegeln, Strippen und Basteln! Pierre Kretschmer, 2006

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