Hausbauprogramm in Indien. Menschenwürdiges Wohnen für Familien

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1 Kolping Schweiz St. Karliquai Luzern Postcheck Telefon Projekt: IND-301 Hausbauprogramm in Indien Menschenwürdiges Wohnen für Familien Summe: Fr / pro Haus Es ist ein grosser Schritt von den Holzhütten mit Palmblättern bedeckt zu einem Haus aus Stein und Lehm mit einem sicheren, dichten, schützenden Dach. Dadurch verbessert sich die hygienische und die allgemeine Lebenssituation der Familien erheblich

2 Projekt: IND-301 Hausbauprogramm in Indien Projektgebiet: Bundesstaaten Tamil Nadu, Kerala, Andhra und Karnataka Projektpartner in Indien: Kolping India Fr. Antony Raj, Chennai Projektziele: Menschenwürdiges Wohnen für Familien Verbesserung der hygienischen Verhältnisse Begünstigte: Mitglieder der Kolping Spargruppen Projektverlauf: Das Projekt läuft seit dem Jahre 1989 Ziel ist es jährlich mindestens 100 Häuser zu bauen Eigenleistung: Ein Drittel der Kosten wird durch die Begünstigten gespart. Ein Drittel wird mit Arbeitsstunden am Bau abgeleistet Gesuchsteller: Kolping Schweiz St. Karliquai Luzern Tel: Verantwortlich: Bernhard Burger, Geschäftsführer

3 1. Ausgangssituation Auf dem Subkontinent Indien leben auf einer Fläche von km2 ca. 913 Millionen Menschen. Dies entspricht 16 % der Weltbevölkerung. Die Bevölkerung spricht 15 Haupt- und Regionalsprachen und über 720 Dialekte. Indien ist Bundesrepublik (im Commonwealth) seit % der Inder sind Hindus, 11,4 % Muslime, 2,4 % Christen, 2 % Sikks und 0,7 % Buddhisten. Das Kastensystem beeinflusst noch immer in starkem Maße das ökonomische und soziale Leben, obwohl die "Unberührbarkeit" abgeschafft und ihr Praktizieren unter Strafe gestellt ist. Trotzdem gibt es immer noch große sozio - ökonomische Benachteiligungen für die unteren Kasten. Diese Benachteiligungen haben Anfang der 80er Jahre dazu geführt, dass mehrere tausend Inder in Südindien zum Islam übertraten. Starke Politisierung der Sikhs bis hin zu Sezessionsbestrebungen führten seit 1981 zunehmend zu gewalttätigen Ausschreitungen. Derzeit ist eine beängstigende Radikalisierung hinduistischer Fundamentalisten festzustellen, was immer mehr Intoleranz und Aggression gegenüber der nichthinduistischen Bevölkerung zur Folge hat und mittlerweile sogar die indische Demokratie bedroht. Seit 1991 ist Indien auf einem wirtschaftspolitischen Reformkurs, der von dem früher mehr an einer Zentralverwaltungswirtschaft orientierten Wirtschaftssystem zu einem primär marktwirtschaftlichen System führen soll. Bislang waren die 90er Jahre durch ein ständiges reales Wachstum des BIP gekennzeichnet. Die Inflationsrate konnte merklich gedrückt werden und liegt derzeit bei 6,5 %. Indien hat nach wie vor einen ausgeprägten landwirtschaftlichen Sektor, der gegenwärtig rund 30 % des BIP erzeugt. Fast 70 % der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft. Obwohl mittlerweile durch Hochleistungssorten und chemische Düngemittel die landwirtschaftliche Produktion modernisiert wurde (was ökologisch bedenklich ist), sind 2/3 der Anbaufläche abhängig von den Monsunregen und dienen vor allem der Subsistenz. Die Industrieproduktion hat in den letzten Jahren erheblich zugelegt und erwirtschaftet ca. 20 % des BIP. 1/3 der erwerbstätigen Bevölkerung ist teilweise oder völlig unterbeschäftigt oder arbeitslos. Die soziale Absicherung der Erwerbslosen erfolgt durch die Familie. Das Ausmaß der versteckten Arbeitslosigkeit ist groß, die Übergänge sind in der Landwirtschaft (Tagelöhner mit einem Tagesverdienst von Fr. 1,--), im Kleinhandel und bei den Dienstleistungen fließend, vielen bleibt nur das Betteln. Die positiven Wachstumsraten haben noch zu keiner nachhaltigen Verbesserung der Ernährungslage der großen Mehrheit der Inder geführt. Das liegt einerseits an der ungleichen Einkommensverteilung und andererseits an dem immer noch starken Bevölkerungswachstum. Die Bevölkerung nimmt jedes Jahr um etwa 20 Millionen Menschen zu. Einer Mittelklasse von 120 Mio. Menschen (Einkommen über US$ pro Jahr) steht eine fast doppelt so große Zahl "absoluter Armer" gegenüber. In Indien ist die Schuldknechtschaft zwar offiziell abgeschafft, schätzungsweise stehen aber immer noch 2-3 Millionen Menschen in Schuldknechtschaft, d.h. sind gezwungen, in einer Notlage beim Großgrundbesitzer oder Fabrikeigentümer einen

4 Kredit aufzunehmen. Wegen nicht vorhandener Sicherheiten müssen sich diese Menschen selbst verpfänden und so lange für ihren Herrn arbeiten, bis dieser erklärt, dass die Schuld abgetragen ist. Von den knapp 100 Mio. Kindern im Alter von 6 bis 14 Jahren besucht nur die Hälfte eine Schule. Mehr als 10 Mio. Kinder arbeiten in der Kleinindustrie ( z.b. Teppiche knüpfen), in Steinbrüchen und landwirtschaftlichen Großgrundbesitzen unter Gesundheit gefährdenden Bedingungen. Unter- und Fehlernährung, unzureichende Trinkwasserversorgung, mangelhafte hygienische Verhältnisse und zunehmende Umweltverschmutzung sind verantwortlich für den schlechten Gesundheitszustand großer Bevölkerungsteile. Als Folge der kaum vorhandenen Kaufkraft sind knapp 400 Mio. Menschen unterernährt. Ein besonders krasses Problem ist die Wohnungsnot. Das derzeitige Wohnungsdefizit wird auf 80 Millionen Wohnungen geschätzt. Nach offiziellen Schätzungen sind 83,7 Millionen Familien obdachlos oder haben nur unzureichende Unterkünfte. Aus dieser Wohnungsnot heraus entwickelt sich eine Vielzahl von Problemen, die sich insbesondere auf das Familienleben auswirken. Da der größte Teil der Mitglieder des Indischen Kolpingwerkes selbst von akuter Wohnungsnot betroffen ist, wurde vorliegendes Projekt entwickelt. 2. Kolpingwerk Indien Der Nationalverband Indien wurde 1981 gegründet. Aktuell ist er in den fünf südlichen Bundesstaaten Indiens, mit Schwerpunkt Tamil Nadu und Kerala, tätig. Er zählt 1'275 Kolpingfamilien mit 23'000 Mitgliedern. Der Verband ist eingeteilt in 29 Regionen. Das Nationalbüro ist seit 2008 in Chennai. Indien zählt, nach Deutschland, zusammen mit Brasilien zu den ganz grossen Verbänden im Internationalen Kolpingwerk. Die Hauptarbeitsfelder von Kolping Indien sind das Hausbauprogramm,

5 Ausbildung und Förderung von Frauen und Jugendlichen, Milchviehprogramm, Unterstützung und Aufbauhilfen bei kleinen Betriebsgründungen. 3. Sparvereine Alle diese Programme basieren auf dem Grundsystem der Sparvereine. Sie bilden die Basis für alle Aufbau- und Entwicklungsprogramme. Kleine Gruppen schliessen sich zusammen und beginnen gemeinsam zu sparen. Am Anfang wird ein Sparziel festgelegt. Die Gruppen treffen sich wöchentlich, zahlen ihre Beiträge eine über die genauestens Buch geführt wird und beraten sich über ihre Ziele und Möglichkeiten. Ist das Sparziel erreicht bekommt die Gruppe einen Kredit, der später zurück bezahlt werden muss und einen Beitrag als Starthilfe der nicht zurück bezahlt werden muss. Die Gruppe legt auch zu Beginn fest für was sie sparen, ob für Hausbau, Betriebsgründung, Ausbildung, oder Anschaffung von Milchvieh. 4. Projektbeschreibung: Nicht nur die schlechte Ernährungslage und die unzureichende Gesundheitsversorgung, sondern auch die katastrophalen Wohnverhältnisse gehören zu den größten Problemen Indiens. Es fehlen über 80 Millionen Wohnungen. Über 60 % der indischen Bevölkerung leben in Blech- oder Bambushütten, auf beengtem Raum und ohne sanitäre Einrichtungen. Gerade das Fehlen sanitärer Einrichtungen und die damit verbundenen katastrophalen hygienischen Verhältnisse sind letztendlich auch immer wieder für das Auftreten von Krankheiten und Seuchen verantwortlich.

6 Das Indische Kolpingwerk hat daher die Schaffung von menschenwürdigem Wohnraum zu einem seiner Schwerpunktprogramme gemacht. In den Kolpingsfamilien haben sich die Familien zu Wohnungsbaugenossenschaften organisiert, um gemeinsam das Problem der Wohnungsnot zu lösen. Es wurde ein Musterhaus mit einer Wohnfläche von ca. 35 qm konzipiert. Als Baumaterialien sind Ziegelsteine vorgesehen, und das Haus muss auf einem Fundament stehen. Elementare sanitäre Einrichtungen sind ebenfalls ein Standard für die Häuser. Bei der Umsetzung des Projektes spielt die Förderung von Selbsthilfe eine große Rolle. So müssen die Fundamente von jeder Familie selbst gelegt werden, und auch alle Bauarbeiten sind wenn immer möglich in Eigenleistung durchzuführen. Für die Anschaffung der Baumaterialien erhalten die Familien einen Zuschuss vom Kolpingwerk. Die Finanzierung des Hausbaus geschieht in drei Phasen. Einen Drittel der Kosten muss gespart werden, einen Drittel der Kosten wird mit Arbeitstunden am Bau verrechnet, und einen Drittel der Kosten gibt es als Beitrag vom Kolpingwerk. Das planen und bauen geschieht begleitet bis zum Schluss. Das Kolpingwerk lässt das Grundstück eintragen und regelt die Besitzverhältnisse. Es sorgt auch für alle Bewilligungen die es braucht. Auch der Bau verläuft in drei Phasen. Nach der Fundamentierung des Hauses, muss ein Bericht mit Foto eingereicht werden, ebenso nach Errichtung des Rohbaues und zum Schluss dann wenn das Haus fertig gestellt und zum Bezug bereit ist. 5. Projektziel: Schaffung von menschenwürdigem Wohnraum sowie Verbesserung der hygienischen Verhältnisse und damit Vorbeugung vor Infektionskrankheiten Erbetener Zuschuss: Sfr / pro Haus

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