Medizinisch-psychiatrische Auswirkungen

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1 Drogenprobleme Medizinisch-psychiatrische Auswirkungen Suchtpotential Toxikologische Wirkung Auslösung von Psychosen, Suizid Soziale Auswirkungen Soziale Desintegration/Verelendung Kriminalität Viktimisierung Psychologische Auswirkungen Demotivierung Auflösung konventioneller Bindungen Kriminologie II WS Page 1

2 Sucht/Abhängigkeit 1 I, 2 BtMG: Die Bundesregierung wird ermächtigt, nach Anhörung von Sachverständigen durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates die Anlagen I bis III zu ändern oder zu ergänzen, wenn dies nach wissenschaftlicher Erkenntnis wegen der Wirkungsweise eines Stoffes, vor allem im Hinblick auf das Hervorrufen einer Abhängigkeit, erforderlich ist. Dosissteigerung Entzugssymptome craving Kriminologie II WS Page 2

3 Heroin Vorläufer: Schlafmohn, Opium, Morphin Anwendung: intravenös, Rauchen Wirkung: starkes Schmerzmittel Suchtpotential: hoch Toxikologische Wirkung: hohes Risiko der Überdosierung Wirkungsdauer: 3-6 Stunden Kriminologie II WS Page 3

4 Kokain, Crack Vorläufer: Coca-Pflanze Kokain: Pulver Crack: Steine, verbacken mit verschiedenen Substanzen Anwendung Kokain: Schnupfen, intravenös Crack: Rauchen Suchtpotential: hoch (psychisch) Wirkungsdauer: 2-3 Stunden Wirkung: Euphorie, Antrieb, Leistungsfähigkeit Toxikologie: hoch Kriminologie II WS Page 4

5 Cannabis/Marijuana Vorläufer: Hanfpflanze Harz (Haschisch) oder Pflanze selbst (Marijuana) Anwendungsformen: Rauchen, Essen Suchtpotential: niedrig Toxikologie: Überdosierungsprobleme nicht bekannt Wirkung: Wahrnehmung, Euphorie Kriminologie II WS Page 5

6 Amphetamine Synthetische Droge vergleichbar Kokain Wirkung: Leistungssteigernd Anwendungsformen: oral (Tabletten), intravenös Suchtpotential: hoch Toxikologische Wirkung: hoch Wirkungsdauer: mehrere Stunden Abgeleitete Substanzen: z. B. Ecstasy, Crystal Meth Kriminologie II WS Page 6

7 Geschichte der Drogenkontrolle 19. Jahrhundert: Opium, Kokain, Heroin, Cannabis etc. finden als Medikamente bzw. Freizeitdrogen Verwendung Opiumkriege in China Beginn der Drogenkontrolle: Anfang des 20. Jahrhunderts Opiumkonvention 1912 Einheitskonvention 1961 (1971, 1988) BtMG 1970, 1980 Kriminologie II WS Page 7

8 Opiumkriege Opiumkriege und Kriegsgrund: Opiumverbot und Opiumeinfuhrverbot durch China Entstehung eines riesigen Außenhandelsdefizits für England (Opiumexport nach China finanzierte Teeimport aus China) Friedensvertrag von Beijing 1860 China muss für den Handel mit westlichen Ländern 11 Häfen öffnen, ausländische Vertretungen in Beijing zulassen, christliche Missionierung erlauben und die Einfuhr von Opium legalisieren Kriminologie II WS Page 8

9 Die Entstehung der Opiumkontrolle 1860 Vertrag von Beijing: Opium muss frei gehandelt werden können Opiumkonvention (weltweites Verbot des nicht medizinischen Opiumgebrauchs)» Repression chinesischer Immigranten in den USA» Ökonomische Konkurrenz» Abolitionismusbewegung (Alkohol und Drogen) Richards, J.F.: Opium and the British Indian Empire: The Royal Commission of Modern Asian Studies 36(2002), S Kriminologie II WS Page 9

10 Internationale Drogenkonventionen 1961 Einheitskonvention (fasst alle bestehenden Drogenkonventionen zusammen) Einheitliches Kontrollsystem (International Narcotics Control Board) Ziel: Zurückdrängung des Konsums von Drogen (besondere Hervorhebung von Cannabis, Heroin, Kokain) zu anderen als medizinischen und wissenschaftlichen Zwecken) 1971 Konvention zu psychotropen Substanzen (Amphetamine etc.) 1988 Wiener Drogenkonvention (im Schwerpunkt sind die strafrechtliche Reaktion auf Drogen sowie die internationale Zusammenarbeit geregelt) Kriminologie II WS Page 10

11 Erfassung von Drogenkonsum Befragung/Interview Polizeistatistiken Schätzungen: Zugänge zu Beratungsstellen/ Kliniken/ Drogennotfälle etc. Capture recapture Schätzungen Kriminologie II WS Page 11

12 Fragen zu Drogenkonsum Lebenszeitprävalenz Haben Sie irgendwann Cannabis konsumiert? In den letzten 12 Monaten In den letzten 30 Tagen Regelmäßig 1 Droge 10 Mal und mehr in den letzten 12 Monaten Kriminologie II WS Page 12

13 Lebenszeitprävalenz Cannabiskonsum Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Drogenaffinität Jugendlicher, Köln 2012; Der Cannabiskonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland Köln Jahre Jahre 2 per. Mov. Avg. 2 per. Mov. Avg. (18-25 Jahre) 2 per. Mov. Avg. (12-17 Jahre) Kriminologie II WS Page 13

14 Konsum von Cannabis in den letzten 12 Monaten, Bevölkerung Jahre, (EMCDDA, Statistical Bulletin 2013) 10 9,6 9,6 9 8, , ,1 4,8 3,5 3, ,6 2,3 1 0,3 0 Belgien Niederlande Deutschland Türkei Österreich Frankreich Spanien England Schweden Portugal Ungarn Polen Kriminologie II WS Page 14

15 Probleme in der Untersuchung der Prävalenz von Drogenkonsum Verlässlichkeit der Aussagen Ausfälle Hidden Populations Kriminologie II WS Page 15

16 Drogenkonsum Jähriger 2014 (Deutschland) , Jährige 12, , Regelmäßiger Alkoholkonsum Rauschtrinken in den letzten 30 Tagen Tägliches Rauchen Cannabis 12 Monats Prävalenz 0 0 Heroin 12 Monate Kokain 12 Monate Kriminologie II WS Page 16

17 Riskanter Konsum (2006, Jährige) Riskanter Konsum: > 24 gr Alkohol pro Tag Männer, 12 gr Frauen Quelle: Institut für Therapieforschung München Kriminologie II WS Page 17

18 Riskanter Konsum Raten riskanten Konsums (Abhängigkeit) nach Erstkonsum verschiedener Drogen Heroin 23% Kokain 17% Cannabis 9% Tabak 32% Alkohol 15% Quelle: Anthony, J. C., Lynn A. Warner, L.A., Ronald C. Kessler, R.C.: Comparative Epidemiology of Dependence on Tobacco, Alcohol, Controlled Substances, and Inhalants: Basic Findings from the National Comorbidity Study. Experimental and Clinical Psychopharmacology 2(1994), S Kriminologie II WS Page 18

19 Auslöser des Drogenkonsums Neugier Peergroup (Gruppenzugehörigkeit und Status) Selbstmedikation (Schmerzen, Unwohlsein) Angebot Stepping stone Kriminologie II WS Page 19

Opiumkriege 1839 42 und 1856 60 Kriegsgrund: Opiumverbot und Opiumeinfuhrverbot durch China

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