Weiterführende Hintergründe und Hinweise zu den Inhalten der Präsentation 100 % FAIR Der Faire Handel in Deutschland

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1 Weiterführende Hintergründe und Hinweise zu den Inhalten der Präsentation 100 % FAIR Der Faire Handel in Deutschland Diese Hintergründe und weiterführenden Informationen sollen Sie bei Ihrer Präsentation unterstützen. Weitere Informationen zu den Grundlagen des Fairen Handels finden Sie in der Broschüre 100 % Fair. Diese können Sie sich in der Materialdatenbank auf unserer Website herunterladen.

2 FOLIE 5: Fairer Handel Warum? Gerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung stehen im Zentrum von Handelsstrukturen und -praktiken. Jeder kann durch seine Arbeit einen menschenwürdigen Lebensstandard erreichen und sein Entwicklungspotential voll entfalten. Menschen bestimmen selbst über ihr eigenes Leben und sind nicht abhängig von externer Hilfe. Verbraucher setzen ihre Macht für positive Veränderungen ein.

3 FOLIE 6: Definition Auf diese Definition haben sich 2001 die damals vier internationalen Dachorganisationen des Fairen Handels (FLO, IFAT, NEWS! und EFTA = FINE) geeinigt (IFAT heißt jetzt WFTO, NEWS! hat sich aufgelöst). Im Januar 2009 verständigten sich die beiden international agierenden Netzwerke (FLO und WFTO) auf eine Charta der Prinzipien des Fairen Handels. In dieser Charta werden die wesentlichen Prinzipien des Fairen Handels nochmals benannt und die beiden Wege des Fairen Handels gegenseitig anerkannt. Die zwei Wege: FLO (heute Fairtrade Internation) ermöglicht mit der Zertifizierung von Produkten konventionellen Unternehmen und Supermärkten den Einstieg in den Fairen Handel, auch mit einem Teilsortiment. Unternehmen entlang der integrierten Lieferkette handeln vollständig nach den Prinzipien des Fairen Handels, dazu gehören Produzentenorganisationen, Fair-Handels- Importeure und Weltläden. Die Charta finden Sie hier: _des_fh_deutsch_uebersetzung_2009.pdf Auch wenn fair anders als bio nicht gesetzlich geregelt ist, so gibt es doch eine international abgestimmte verbindliche Definition, was unter Fairem Handel zu verstehen ist.

4 FOLIE 7: Fairer Handel wirkt Diese und die nachfolgenden Folien erläutern die Grundsätze, nach denen Fairer Handel geschieht seine positiven Leistungen. An ihnen muss sich die Arbeit der beteiligten Akteure messen lassen. Mehr dazu unter

5 FOLIE 9: Fairer Handel wirkt Quelle: TransFair e. V. (Max Haavelar/CH) La Florida: Genossenschaft von Kaffeebauern und -bäuerinnen im Norden Perus (Cooperativa Agraria Cafetalera La Florida, Peru) Gegründet 1966 Rund 1000 Mitglieder Seit 1993 FLO-zertifiziert Ca. 80% des Kaffees ist Bio-Kaffee Aktivitäten und Leistungen: Fortbildungszentrum für Kaffeebauern, Förderung der Umstellung auf ökologischen Landbau, Kleinkreditsystem, moderne Trocknungs- und Verarbeitungsanlage mit eigenem Kaffeelabor zur Qualitätskontrolle Eigener LKW für Transport zum Hafen

6 FOLIE 10: Fairer Handel wirkt Die Fair-Handels- und Vermarktungsorganisation Canaan Fair Trade fördert benachteiligte palästinensische ländliche Gemeinschaften, damit diese ihren Lebensunterhalt und ihre Kultur aufrechterhalten können, durch den Vertrieb von Olivenöl und anderen Produkten - wie etwa Mandeln, Sesam und Honig - im Fairen Handel. Um dies zu gewährleisten, werden direkte Arbeitsbeziehungen mit den Gemeinschaften aufgebaut. Canaan Fair Trade überwacht dabei den Produktionsprozess vom Anbau über die Ernte bis zur Presse. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette werden faire Preise gezahlt, um nachhaltige Verbesserungen des Lebensstandards zu ermöglichen. Weitere Leistungen von Canaan Fair Trade sind Fair-Trade- und Bio-Prämien. Zudem bietet Canaan Maßnahmen zur Verbesserung von Produktionsprozessen und der Produktqualität an. Auch Know-How-Transfer bezüglich nachhaltiger Anbaumethoden und die Umstellung auf BioLandbau spielen eine wichtige Rolle. Die Produkte von Canaan Fair Trade, die von über 1700 in Kooperativen organisierten Kleinbauern stammen, werden überwiegend nach Nordamerika und Europa exportiert. Vom Erlös des verkauften Olivenöles geht ein Dollar pro Liter an das Programm Trees for Life. Von diesem Geld werden in erster Linie Olivenbäume gepflanzt, in den ersten drei Jahren bereits Setzlinge.

7 FOLIE 12: Fairer Handel wirkt Quelle Foto/Zitat: Ruth Salditos ist Vorstandsmitglied des Panay Fair Trade Center/Philippinen. Die Geschichte des PFTC (Panay Fair Trade Center) auf der Insel Panay ist bis heute sehr stark mit der philippinischen Frauenbewegung verknüpft. PFTC verbindet die Interessen von ländlichen Kleinbauern und städtischen Frauen der Armenviertel. So liefern beispielsweise Kleinbauernkooperativen die Frischbananen, die in der eigenen Verarbeitungsanlage in der Insel-Hauptstadt Ilo-Ilo von Frauen aus den angrenzenden Slums zu Bananenchips weiterverarbeitet werden. Das bedeutet für ca. 50 Frauen und einige Männer aus den Slums von llo-llo Arbeit unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen. Basis für die Bananenchips ist die Kochbanane Sab-a, welche z.b. von den 26 Kleinbauern-Familien der Kamada-Kooperative angebaut wird. Bevor sich die Bananenchips auf den weiten Weg zu uns machen können, werden die Bananen von Hand geschält und in Scheiben geschnitten, mit Bedacht zweimal in Kokosöl frittiert und in ein Bad aus Zuckerrohrsaft getaucht. Qualitätskontrollen, Abfüllung und Verpackung werden ebenfalls von PFTC übernommen. Quelle Text: dwp eg,

8 FOLIE 14: Fairer Handel wirkt Quelle Foto: GEPA - The Fair Trade Company/Christian Nusch Quelle Zitat/Text: GEPA The Fair Trade Company, Die 160 Frauen, die Mitglied der Gruppe sind, haben alle nur ein geringes Geldeinkommen. Sie leben im westlichen Uganda in der Nähe der Stadt Fort Portal. Den Mitgliedern der Rubona Basket Group ist ihre demokratische Struktur sehr wichtig. Sie legen zum Beispiel großen Wert auf eine für alle nachvollziehbare Buchhaltung. Die Mitglieder erhalten Weiterbildungen und lernen zum Beispiel, wie sie mit natürlich gefärbtem Raffia Körbe flechten können; die Farben werden gemeinsam eingekauft. Die Robona Basket Group vermarktet ihre Körbe an die private Firma Banana Boat in Kampala.»Banana Boat«ist eine 2000 gegründete private Firma in Kampala, von der die GEPA unter anderem Korbwaren bezieht. Die Firma Banana Boat gehört Ralph Schenk und Suni Magyar, die beide in Kenia geboren wurden. Banana Boat unterstützen die Handwerkerinnen und Handwerker durch Designvorschläge, finanziert die Ware vor und bietet den Produzenten zinslose Kredite an. Sie wollen so einen nachhaltigen Markt für Handwerk aus Uganda schaffen, das von Kleinproduzenten hergestellt wird. Verkauft wird das Handwerk zum überwiegenden Teil in den drei Banana-BoatLäden in Kampala. Dort sind derzeit 13 Frauen beschäftigt, deren Löhne im Schnitt doppelt so hoch sind wie der Durchschnitt. Außerdem sind sie sozial- und krankenversichert. Die Firma Banana Boat arbeitet zudem mit Nicht-Regierungsorganisationen in Uganda zusammen.

9 Die Waren, die Banana Boat anbietet, stammen von mehr als 80 Handwerkerinnen, kleinen Handwerksbetrieben oder Gruppen in Uganda übrigens fast alles Frauen. Meist sind es Bäuerinnen, die in der verbleibenden Zeit Körbe flechten, damit sie zum Beispiel ihre Kinder zur Schule schicken können. Die Familien leben von dem, was die Eltern selbst anbauen. Manche der Produzentinnen leben aber auch in der Nähe der Städte, einige im Slum, und andere sind Flüchtlinge aus dem Sudan und aus dem Kongo. Eine der Gruppen, von denen Banana Boat Körbe bezieht, ist die Rubona Basket Group. Für die Körbe, Tischläufer und Taschen werden Rohmaterialien aus der Region der Produzenten verwendet. So kommen das Hirsestroh, die Bananenfasern und die Raffia aus der Nähe des Victoria-Sees. Banana Boat bietet den Produzenten Pflanzenfarben für ihre Körbe an. Für einen Korb benötigt eine Flechterin etwa eine Woche, da sie die Körbe neben den anfallenden Haushalts- und Farmtätigkeiten zu Hause fertigt. Früher wurden in den Hirsestrohkörben Hirseklöße oder Hirsebrei serviert oder auch geröstete Kaffeebohnen.

10 FOLIE 15: Fairer Handel wirkt Quelle Foto, Zitat, Hintergundtext: BanaFair e.v. (auf UROCAL ist eine Dachorganisation kleinbäuerlicher ProduzentInnen in der südlichen Küstenregion Ecuadors, einem der größten Bananenanbaugebiete des Landes. UROCAL, die "Regionale Union der Bauernorganisationen der Küstenregionen" vereint gut zwei Dutzend Dorfkooperativen, Produzentenvereinigungen, Frauenkomitees und eine Kreditgenossenschaft mit insgesamt über tausend Mitgliedern. Entstanden ist dieser Verband aus den Landkämpfen der sechziger Jahre. Die meisten Familien bewirtschaften Felder zwischen einem und 15 Hektar. Die Bananen-Bauern von UROCAL gehören zu den ca Kleinbauern im Lande, die etwa 60 Prozent der gesamten Bananenproduktion Ecuadors liefern. UROCAL ist der wichtigste Handelspartner für BanaFair und umgekehrt. Die Zusammenarbeit besteht mittlerweile seit über zehn Jahren. Seit 2001 ist die Produktion bio-zertifiziert, sowohl nach den Bestimmungen der EU-Bio-Verordnung wie nach den strengeren Kriterien des Anbauverbandes Naturland. Zusammen mit der Dominikanischen Republik und Peru hat sich Ecuador in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Lieferländer für Bio-Bananen entwickelt. Vorherrschend allerdings ist wie überall die konventionelle Produktionsweise, die gekennzeichnet ist durch Monokultur, agroindustrielle Großplantagen, massiven Einsatz hochgiftiger Pestizide und allzuoft Verletzung grundlegender Arbeits- und Menschenrechte der Beschäftigten. Das Geschäft wird weltweit von nur fünf Großkonzernen beherrscht, kleinbäuerliche Erzeuger haben wenig Chancen, dem Konkurrenz- und Preisdruck standzuhalten. In Ecuador gibt es ein

11 staatliches Mindestpreissystem. Aktuell gilt ein Preis von 5,40 USD für 18kg Bananen (=1 Karton), den Exportfirmen verbindlich an die Bauern zahlen müssen. Selbst dieser niedrige Preis wird von vielen Firmen häufig unterlaufen. BanaFair hingegen zahlt 12,50 USD an UROCAL, wovon rund 7 USD direkt an die Bauern fließen. Hinzu kommt eine Fairtrade-Prämie für soziale Programme. Seit UROCAL mit BanaFair kooperiert, hat es viele Veränderungen gegeben. UROCAL setzt auf ein Konzept von nachhaltiger Entwicklung, von dem nicht nur die eigenen Mitglieder, sondern die ganze Region profitieren. Der Anbau erfolgt in Mischkultur und Agro- Forst-Systemen. UROCAL bietet fachkundige Beratung an, Fortbildungskurse sowie Programme für Frauen und Jugendliche. Neben der schon erwähnten Kreditgenossenschaft engagiert sich UROCAL auch in einem sozialen Wohnungsbau-Programm. Die Einnahmen aus dem Bananen- Export bieten hierfür die ökonomische Basis: die Bauern erhalten einen deutlich höheren Preis und die zusätzliche Fairtrade-Prämie hilft, die vielfältigen Aktivitäten der Dachorganisation UROCAL zu finanzieren.

12 FOLIE 16: Fairer Handel wirkt im Norden Das ist seit den Anfängen des Fairen Handels so! Nach wie vor gilt: Mit dem Praktizieren eines gerechteren Handels allein sind Ausbeutung, Perspektivlosigkeit, Armut nicht zu stoppen. Welthandel, Produktion, Konsum müssen generell verändert werden. Hierfür brauchte es politische Regelungen. Bildungsarbeit soll zum Nachdenken über Globalisierung und die Folgen anregen. Beispiele zur politischen Arbeit finden Sie im Heft 100% Fair, Seiten 36/37 und unter Bild: Veranstaltung des Forum Fairer Handel im Rahmen der Internationalen Grünen Woche 2015 Bundesminister Gerd Müller und Vorstandsmitglied Steffen Reese

13 FOLIE 17: Fairer Handel wirkt im Norden Beispiele im Heft 100% Fair, Seiten 38/39 und auf

14 FOLIE 18: Zahlen und Fakten Eine Milliarde Euro (1.027 Mio.) gaben Verbraucher/innen im Jahr 2014 in Deutschland fu r fair gehandelte Produkte aus. Das entspricht einem Jahreswachstum von 31 Prozent. Damit erreicht der Faire Handel in Deutschland den drittgrößten Zuwachs innerhalb von zehn Jahren und verzeichnet ein kontinuierliches Wachstum im zweistelligen Bereich. Mit 797 Mio. Euro machten Produkte mit dem Fairtrade-Produktsiegel den größten Anteil (78 Prozent) am Fairen Handel aus. Die anerkannten Fair-Handels- Importorganisationen verkauften im vergangenen Jahr fair gehandelte Waren im Wert von 176,5 Mio. Euro (plus sechs Prozent). Sie verzeichnen insgesamt seit Jahren eine stabile Umsatzentwicklung im Jahr 2014 waren es 18 Prozent am Gesamtumsatz mit fair gehandelten Produkten. Für 72,5 Mio. Euro haben deutsche Verbraucher/innen in Weltläden und Aktionsgruppen Waren aus Fairem Handel gekauft. Das Forum Fairer Handel gibt jährlich die Zahlen des Fairen Handels in Deutschland heraus. Sie können auf der Homepage heruntergeladen werden.

15 FOLIE 19: Zahlen und Fakten Gut 13 Euro pro Kopf gaben deutsche Verbraucher/innen im Jahr 2014 durchschnittlich für Lebensmittel und Handwerk aus Fairem Handel aus. Inzwischen wird in der Bundesrepublik pro Kopf zehn Mal mehr für fair gehandelte Produkte ausgegeben als Im EU-Vergleich hängt Deutschland jedoch Großbritannien und der Schweiz deutlich hinterher. Die Schweizer gaben 2014 mehr als vier Mal so viel für fair gehandelte Produkte aus als die deutschen Verbraucher/innen. Das Forum Fairer Handel gibt jährlich die Zahlen des Fairen Handels in Deutschland heraus. Sie können auf der Homepage herunter geladen werden.

16 FOLIE 20: Die Handelspartnerschaft In der Regel gehen die Produkte von den Produzenten bzw. ihren Organisationen über Importeure/Händler/Röster direkt an den Vertrieb, also Weltläden, Supermärkte, Naturkosthandel oder Großverbraucher wie Cafés, Kantinen. Die Siegelorganisation ist keine Zwischenstation, sie kauft und verkauft nicht! Produkte werden mit dem international gültigen Fairtrade-Siegel oder dem Naturland Fair Siegel gekennzeichnet, wenn sie bestimmten Kriterien entsprechen und wenn die Importeure & Händler dies wünschen. Regeln gibt es insbesondere für eine Auswahl von Lebensmittelprodukten. Es gibt jedoch auch eine Vielzahl von fair gehandelten Produkten ohne das Siegel. Siehe dazu auch die nachfolgenden Folien. Wichtig ist hier zu verstehen, dass es zwei Wege des Fairen Handels gibt, wie in den Erläuterungen zu Folie 7 beschrieben! Handel komplett innerhalb der Strukturen des Fairen Handels, von Produzentenorganisationen über Fair-Handels-Unternehmen bis in Weltläden (die Unternehmen arbeiten komplett nach den Kriterien des Fairen Handels) Handel mit nach Fairtrade-Standards zertifizierten Produkten; hier können sich konventionelle Unternehmen mit einem Teil ihres Sortiments beteiligen, ohne dass sie dadurch zu Fair-Handels-Unternehmen werden. Insbesondere dieser Bereich wächst enorm

17 FOLIE 21: Produzent/innen Viele Informationen zu Handelspartnern finden sich auf den Internetseiten der Fair- Handelsimporteure und von Fairtrade Deutschland/TransFair e.v.: Die GEPA startete 2010 eine neue Homepage in Kooperation mit anderen Importeuren, auf der es kurze Filme mit Statements von Produzent/innen gibt:

18 FOLIE 22: Faire Importorganisation Wer sind anerkannte Fair-Handels-Importeure? Fair ist nicht gesetzlich geregelt, es gibt also keine staatlich geprüften Fair-Händler. Zurzeit werden in Deutschland diejenigen innerhalb der Fair-Handels-Bewegung als Fair-Handels- Unternehmen anerkannt, die a) Mitglied der WFTO sind oder b) als Lieferanten für Weltläden vom Weltladen-Dachverband anerkannt wurden. Um in den Katalog anerkannter Weltladen-Lieferanten aufgenommen zu werden, müssen die Unternehmen der Konvention der Weltläden gerecht werden. Die Konvention der Weltläden in ihrer aktuellen Fassung kann ebenso wie die Liste aktuell akzeptierter Lieferanten unter eingesehen werden.

19 FOLIE 23: Siegelorganisationen Der Naturland Verband für ökologischen Landbau hat im Jahr 1986 sein internationales Engagement in enger Zusammenarbeit mit der GEPA gestartet flossen die Erfahrungen aus dem Fairen Handel in die Formulierung von verbindlichen Sozialstandards ein, die seither für alle Naturland Erzeuger und Verarbeiter weltweit gelten. Die 2010 eingeführte Naturland Fair Zertifizierung geht diesen Weg weiter und bezieht erstmals auch die Bauern im Norden in den Gedanken des Fairen Handels mit ein. Die Naturland Fair Zertifizierung basiert auf der internationalen Definition des Fairen Handels (s. S. 10) und den Kerngrundsätzen der Fair- Handels-Organisationen, die in der Grundsatz-Charta für den Fairen Handel beschrieben sind. Darüber hinaus stellt sie weitergehende Anforderungen an die Unternehmen, deren Produkte das Naturland Fair Zeichen tragen dürfen. So können beispielsweise nur Erzeuger ausgezeichnet werden, die bereits die strengen Naturland Öko- und Sozialrichtlinien erfüllen und somit ökologische Landwirtschaft betreiben Produkte mit dem Fairtrade-Siegel sind z. B. Kaffee, Tee, Säfte, Zucker, Kakao, Schokolade, Reis, Wein, Bananen aber auch Blumen, Baumwolle, Bälle. Mehr dazu: (TransFair e.v.) bzw. (Fairtrade International/ FLO, der Verein) bzw. (die GmbH für die Zertifizierung) Das Fairtrade-Siegel wurde aus der Fair-Handels-Bewegung heraus entwickelt und ist heute das weltweit bekannteste Zeichen für zertifizierten Fairen Handel.

20 FOLIE 24: Weltläden Mehr dazu unter

21 FOLIE 25: Akteure im Fairen Handel Ehrenamtlich Engagierte arbeiten in Weltläden, kirchlichen und nicht-kirchlichen Aktionsgruppen, als TransFair-Multiplikator/in usw. Zur Geschichte des Fairen Handels siehe auch das Heft 100% fair, Seite 44/45. Ein wichtiger Ausgangspunkt des Fairen Handels (damals Alternativer Handel ) in D waren 1970 in den sog. Hungermärschen der kirchlichen Jugendverbände aej und BDKJ. Der Warenverkauf begann mit Importen aus den Niederlanden und wurde exemplarisch verstanden. Das eigentliche Ziel war Bewusstseinsbildung ( Lernen durch Handeln ) und Veränderung der herrschenden Weltwirtschaftsordnung. Die Bedeutung des Handels und somit der direkten Unterstützung von Produzent/innen nahm im Laufe der Jahre zu. Ab Anfang der 1970er Jahre entstanden in D Importorganisationen und immer mehr Weltläden und Aktionsgruppen. Der Schritt aus der Nische erfolgte ab den 1990er Jahren mit zunehmender Professionalisierung von Importeuren und Weltläden und dem Verkauf im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel, ermöglich auch durch die Gründung der Siegelorganisation TransFair.

22 FOLIE 26: Vernetzung Weitere Informationen zu den internationalen Akteuren: Hier einige Beispiele für regionale Netzwerke, in denen schwerpunktmäßig Produzent/innen organisiert sind. Unterorganisationen der WFTO: / Netzwerke, die FLO-zertifizierte Produzent/innen repräsentieren:

23 FOLIE 27: Vernetzung Mitglieder: BanaFair e.v., dwp eg, El Puente, Gepa The Fair Trade Company, Globo Fair Trade Partner, Naturland e.v., Weltladen-Dachverband e.v. Größte und wichtigste Gemeinschaftsaktion: die Faire Woche, die alljährlichen bundesweiten Aktionswochen zum Fairen Handel. Weitere Informationen:

24 FOLIE 28: Fairen Handel erkennen Weitere Informationen:

25 FOLIE 30: Das können Sie tun Adressen von Weltläden gibt es u.a. unter Weitere Hinweise und Tipps zum Engagement im Fairen Handel gibt es unter Infos zur Fairen Woche: September 2015 Thema: Fairer Handel schafft Transparenz Wer? Weltläden, Schulen, Kirchengemeinden, Supermärkte, gastronomischen Betriebe, Privatpersonen und andere Was? Kreative Veranstaltungen, um die Idee des Fairen Handels weiter zu verbreiten, z.b. Faires Frühstück, Fotoausstellungen, Partys, Geocaching Infos zur Filmvorführung: Kurzfilme über die globalen Zusammenhänge zwischen Produktionsbedingungen und Konsumverhalten Vom Kurzfilmwettbewerb REC A< FAIR 2011 und 2013

26 DVDs können kostenfrei bestellt werden; ebenfalls sind Kinoversionen vorhanden Mehr Informationen: forum-fairer-handel.de/mitmachen/faire-filme/ Infos zur politischen Kampagne, z. B. Mensch. Macht. Handel. Fair. Gemeinsame Kampagne vom Forum Fairer Handel und Weltladen-Dachverband Fordern die Bundesregierung dazu auf, 2016 ein Gesetz für verbindliche menschenrechtliche Unternehmensverantwortung zu verabschieden. Petition und mehr Informationen unter: forum-fairerhandel.de/mitmachen/machthandelfair

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