Kommunale Profile im Rahmen der IT- Grundschutz-Modernisierung

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1 Fachkongress 2016 Forum: Informationssicherheit und Datenschutz Kommunale Profile im Rahmen der IT- Grundschutz-Modernisierung Vitako, Dipl.-Ing. Daniel Grimm

2 Agenda Modernisierung des IT-Grundschutzes AG kommunale GS-Profile und kommunales Lagebild Hilfe für die Kommunen? 2

3 Motivation und Ziele des BSI 20 Jahre IT-Grundschutz neue Anforderungen: Skalierbarkeit an Größe und Schutzbedarf Aktuelle praxisnahe anwenderspezifische Anforderungen Ständiger Wandel von IT-Infrastrukturen, Technologien und Software Modernisierung durch: Optimierung und Flexibilisierung der Vorgehensweise Berücksichtigung von Profilen Verbesserte Strukturierung und Verschlankung der IT-Grundschutz-Kataloge Aktuelle Anpassung durch Lageinformationen Erhöhung der Aktualität durch schnellere Bereitstellung von Inhalten Quelle: 3

4 Kernaspekte der Modernisierung Quelle: Bausteine Vorgehensweisen Profile Modernisierter IT-Grundschutz 4

5 Bausteinstruktur der alten Kataloge im Schichtenmodell Quelle: Schicht I Übergreifende Aspekte Schicht II Infrastruktur Schicht III IT-Systeme Schicht IV Netze Bausteine Schicht V Anwendungen 5

6 Bausteinstruktur der neuen Kataloge als Prozesshaus Quelle: ISMS Informationssicherheits- Managementsystem ORP Prozessbausteine CON OPS ORP Organisation & Personal CON Konzepte & Vorgehensw. OPS Betrieb IND APP SYS Systembausteine App SYS NET INF IND INF NET Anwendungen IT-Systeme Netze & Komm. Infrastruktur Industrielle IT Bausteine DER Detektion & Reaktion 6

7 Prozessbausteine im Detail ISMS ORP (Organisation & Personal) CON (Konzepte und Vorgehensweisen) OPS (Betrieb) DER (Detektion & Reaktion) Quelle: ISMS.1 Sicherheitsmanagement ORP.1 Organisation CON.1 Kryprokonzept OPS.1 Eigener IT- Betrieb DER.1 Detektion ORP.2 Personal CON.2 Datenschutz OPS.2 IT-Betrieb von Dritten DER.2 Security Incident Management Baustein Schicht ORP.3 Sensibilisierung & Schulung CON.3 Hochvefügbarkeitskonzeption OPS.3 IT-Betrieb für Dritte DER.3 Sicherheitsprüfungen ORP.4 Identitäts- und Berechtigungsmanagement CON.4 Softwareentwicklung OPS.4 Betriebliche Aspekte DER.4 BCM/Notfallmanagement ORP.5 Anforderungsmanagement (Compliance) CON.5 Informationssicherheit im Projektmgmt. DER.5 Reporting & Compliance Bausteine CON.6 Informationssicherheit aus Auslandsreisen 7

8 Systembausteine im Detail APP (Anwendungen) SYS (IT-Systeme) NET (Netze & Kommunikation) INF P1 INF (Infrastruktur) INF P2 IND (Industrielle IT) APP.1 / Groupware/ Kommunikation SYS.1 Server NET.1 Netze INF.1 Gebäude INF.7 Datenträgerarchiv IND.1 ERP/MES-Anbindung von ICS APP.2 Verzeichnisdienst SYS.2 Desktopsysteme NET.2 Funknetze INF.2 Rechenzentrum INF.8 Arbeitsplatz IND.2 ICS- Komponenten App.3 Netzbasierte Dienste SYS.3 Mobile Devices NET.3 Netzkomponenten INF.3 Elektrotechnische Verkabelung INF.9 Telearbeitsplatz IND.3 Produktionsprozesse App.4 Businessanwendungen SYS.4 Sonstige Systeme NET.4 Telekommunikation INF.4 IT-Verkabelung INF.10 Mobiler Arbeitsplatz IND.4 Industrielle Fernwartung APP.5 Clientanwendungen Quelle: Baustein INF.5 Technikraum INF.11 Besprechungs-, Veranstaltungs-, Schulungsraum Bausteine Schicht INF.6 Schutzschrank INF.12 Werkhalle 8

9 Neue Dokumentenstruktur der Bausteine Umfang eines Bausteins: ca. 10 Seiten Beschreibung Einleitung Zielsetzung Abgrenzung Verantwortliche Spezifische Gefährdungslage Anforderungen (keine Maßnahmen) Basis-Anforderungen Standard-Anforderungen Anforderungen bei erhöhtem Schutzbedarf Referenzen auf weiterführende Informationen Bausteine Anlage: Kreuzreferenztabelle

10 Dokumentenstruktur der Umsetzungshinweise Umfang der Umsetzungshinweise: beliebig Gliederung lehnt sich an Bausteine an Bausteine Beschreibung Einleitung Lebenszyklus Maßnahmen als Umsetzungshilfen Basis-Maßnahmen Standard-Maßnahmen Maßnahmen bei erhöhtem Schutzbedarf Referenzen auf weiterführende Informationen Alte IT-GS-Bausteine Studien Herstellerdokumentation etc

11 Derzeit verfügbare Bausteine als Community Drafts ORP.2 Personal Migration des Bausteins B 1.2 Personal SYS.1.1 Allgemeiner Server Migration des Bausteins B Allgemeiner Server SYS ios (for Enterprise) neu erstellter Baustein SYS.3.4 Mobile Datenträger Migration des Bausteins B 5.14 Mobile Datenträger IND.1 ICS-Betrieb (Industrielle Steuerungssysteme) neu erstellter Baustein Bausteine Quelle: https://www.bsi.bund.de/de/themen/itgrundschutz/ IT-Grundschutz-Modernisierung/GS_Drafts/gs_drafts_node.html 11

12 Vorgehensweisen Quelle: Vorgehensweisen Bausteine Profile Modernisierter IT-Grundschutz 12

13 Übersicht der neuen Vorgehensweisen Quelle: Schutzbedarf normal Kernabsicherung Standardabsicherung Basisabsicherung Vorgehensweisen 13

14 Basisabsicherung Erstabsicherung in der Breite Umsetzung essentieller Anforderungen Für kleine und mittlere Institutionen Umsetzung der Basismaßnahmen mit Modellierung, ohne Schutzbedarfsfeststellung, Quelle: ohne Risikoanalyse, aber Keine Risikoakzeptanz bei Basismaßnahmen Basisabsicherung Ergebnis: Knapp über grober Fahrlässigkeit Vorgehensweisen 14

15 Kernabsicherung Schutz herausragender, besonders gefährdeter Geschäftsprozesse und Ressourcen (Kronjuwelen) Quelle: Unterschied zu IT-Grundschutz Classic : Fokussierung auf einen kleinen, aber sehr wichtigen Bereich Zeitersparnis im Vorgehen Kernabsicherung beschleunigte Absicherung dieser Ressourcen in der Tiefe Vorgehensweisen 15

16 Standardabsicherung Entspricht jetzigem IT-Grundschutz-Vorgehen Explizite Risikoakzeptanz möglich! Weiterhin ISO Zertifizierung auf der Basis von IT-Grundschutz vorgesehen Quelle: Standardabsicherung Vorgehensweisen 16

17 Wege zur Standardabsicherung Einstieg Quelle: Basisabsicherung Kernabsicherung Kernabsicherung Basisabsicherung Standardabsicherung Vorgehensweisen 17

18 Profile Quelle: Bausteine Vorgehensweisen Profile Modernisierter IT-Grundschutz 18

19 Was sind Grundschutzprofile? Werkzeug für anwenderspezifische Empfehlungen Individuelle Anpassungen des IT-Grundschutzes an die jeweiligen Bedürfnisse möglich Berücksichtigt Möglichkeiten und Risiken der Institution Profile beziehen sich auf typische IT-Szenarien, z.b. Kommunalverwaltung in Bundesland XY, Krankenhaus Wasserwerk als kritische Infrastruktur Stark IT-getriebene Prozesse Profile 19

20 Was sind Grundschutzprofile? Profile werden in der Regel durch Dritte (Verbände, Branchen,...) und nicht durch das BSI erstellt Nicht als BSI-Vorgabe zu verstehen! Nachweis für Umsetzung (z. B. Testat) und Anerkennung ausgewählter Profile durch BSI wird diskutiert Profile 20

21 Agenda Modernisierung des IT-Grundschutzes AG kommunale GS-Profile und kommunales Lagebild Hilfe für die Kommunen? 21

22 Bildung einer kommunalen Arbeitsgruppe Kommunale Arbeitsgruppe Modernisierung des IT-Grundschutzes Initiiert über das IT-SiBe-Forum (http://www.it-sibe-forum.de/) und Kommunale Spitzenverbände, derzeit 25 Teilnehmer, kommunale Praktiker, Vertreter der KSV, der Vitako und Vitako Mitgliedsunternehmen Ziel: Mitwirkung bei der Modernisierung des IT-Grundschutzes Erstellung von Grundschutzprofilen für kommunale Einrichtungen Erstellung eines kommunalen Lagebildes (Kommentierung der Community Drafts im Rahmen des Veröffentlichungsprozesses neuer Bausteine) 22

23 Erstes Arbeitstreffen 1. Arbeitstreffen im Januar Bis dahin herrschte allgemeine Unsicherheit, was ein GS-Profil darstellen kann/soll Vorstellung des IT-GS-Pilotprofils e-commerce durch das BSI Zielgruppe: Anbieter von ecommerce-diensten Ergänzung zu den Anforderungen des IT-Grundschutzes Status: Working Draft, Veröffentlichung ist (noch) nicht geplant Grundsätzlich mögliche Struktur eine GS-Profils wurde deutlich. Verständnis von IT-GS Profilen als IT-Sicherheitskonzepte light Die AG beschließt als Piloten IT-GS Profil kommunale Basisabsicherung 23

24 Profil kommunale Basisabsicherung Pilotcharakter: Profil dient der Sammlung von Erfahrungen für weitere GS-Profile Es soll zunächst Kommunalverwaltungen geholfen werden, die sich am wenigsten mit Informationssicherheit beschäftigen. Ziele: Anwendung in Kommunalverwaltungen, unabhängig von: Größenklassen Verwaltungsspezifischen Vorgaben (Schutzbedarfe v. Verfahren, Architekturunterschiede) Definition von Mindestanforderungen an Informationssicherheit, die jede Kommunalverwaltung erfüllen müsste um nicht grob fahrlässig zu handeln. Adaption der Struktur des IT-GS-Pilotprofils e-commerce vom BSI (noch) Bausteine der aktuellen IT-Grundschutz-Kataloge Migration zu neuen Bausteinen, wenn diese verfügbar sind. 24

25 Kommunales Lagebild Einbeziehung von Kommunalverwaltungen in einen Ebenen übergreifenden Informationsaustausch zu aktuellen Themen der IT-Sicherheit BSI verfügt aus dem kommunalen Bereich nicht über die für ein aktuelles und aussagefähiges Lagebild erforderlichen Ausgangsinformationen. Ziele: Bereitstellen von Informationen für die aktuelle Bedrohungsanalyse des BSI Schaffung eines notwendigen Rückkanals zu den Kommunalverwaltungen für den Erhalt von Informationen (aktuelle Bedrohungen, Reaktion auf Vorfälle, Maßnahmen) Schnittstelle: CERTs der Bundesländer Nutzung eines Tools Diskussion des weiteren Vorgehens und Lösungsansätze beim nächsten Treffen im Mai. 25

26 Agenda Modernisierung des IT-Grundschutzes AG kommunale GS-Profile und kommunales Lagebild Hilfe für die Kommunen? 26

27 Vorgehensweisen ermöglichen einen einfacheren Einstieg Einstieg Quelle: Basisabsicherung Kernabsicherung Kernabsicherung Basisabsicherung Standardabsicherung 27

28 Wege zur Standardabsicherung für Kommunalverwaltungen 1 Nutzung des IT-GS-Profils Einstieg KOMMUNALE Basisabsicherung Kernabsicherung Kernabsicherung KOMMUNALE Basisabsicherung 2 Nutzung des IT-GS-Profils 3 Nutzung weiterer kommunaler GS Profile Kernabsicherung Verfahren1 Verfahren2 Verfahren3 Standardabsicherung KOMMUNALE Basisabsicherung 28

29 Fazit Hilfe für die Kommunen? Ja, weil: Neue Vorgehensweisen erleichtern den Einstieg. IT-GS-Profile erleichtern die Umsetzung in Kommunalverwaltungen. Basisabsicherung verhilft aus grober Fahrlässigkeit. 29

30 30 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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