Begegnung zwischen Kulturschaffenden und ErzieherInnen am im Sonderpädagogischen Förderzentrum Giechburgschule Scheßlitz

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1 Begegnung zwischen Kulturschaffenden und ErzieherInnen am im Sonderpädagogischen Förderzentrum Giechburgschule Scheßlitz Dieses Skript erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, objektive Richtigkeit und allgemeine Gültigkeit. Alle darin enthaltenen Informationen entstammen der o. g. Fortbildungsveranstaltung. Das Skript soll der besseren Verständigung und Zusammenarbeit der Kooperationspartner im Bereich Kultur&Kindertagesstätten dienen. Was verbinden Sie mit Kultur und Schule? K Kreativität, Kochen, Kunst, Kosten K Kinder, Krippe, Kultur U Umwelt I Individuell L Lernfähig, Lernen T Tagesablauf T Tagwerk, Tiefe A Ausdauer, Abwechslung, Außenwelt, Aufmerksamkeit U Unterricht R Raus Die meisten Teilnehmer haben bereits Erfahrungen mit kultureller Bildung im Kindergarten. Erfolgreich waren die Kooperationen, wenn sich die Kooperationspartner bereits kannten. Dies setzt somit eine gute Absprache und Vertrauen voraus. Um das auch für unbekannte Kooperationspartner zu erreichen, muss man wissen, was der eine vom anderen erwartet und umgekehrt.

2 Was erwarten wir vom anderen? Erwartungen der Künstler an die Erzieher: Teilnahme des Erziehers, um ggf. einzugreifen, für Ruhe zu sorgen Individuelles Eingehen auf Kinder => Info geben: Themen, die die Kinder momentan beschäftigen, Besonderheiten, welche aktuellen/situativen Bedürfnisse sie haben Flexibilität: 1. das Programm auch mal ändern zu dürfen 2. die Kreativität der Kinder aufgreifen zu dürfen 3. den Kindern Zeit zu geben, Kreativität überhaupt zu entwickeln (nicht ein Bild in 5 Minuten, Und nun? ) Wunsch nach echter Zusammenarbeit Erzieher sollen Rückhalt geben Projekt soll vom Kindergarten/von den Erziehern gewollt/gewünscht sein Künstler soll keine Konkurrenz zu den Erziehern sein Erzieher sollen auch hinterfragen Vorherige Orientierung wichtig, Absprachen im Vorfeld: 1. Gruppengröße Gruppenteilung (weniger = intensiver) 2. Wurde Thema bereits im Vorfeld besprochen/vorbereitet? Wie ist der Infostand der Kinder? 3. Was ist im Kindergarten bereits vorhanden: Ausstattung/Materialien? 4. Wer greift ein? Erzieher/Künstler Augenkontakt wichtig!! 5. Betreuungsschlüssel der jeweiligen Einrichtung: Was ist überhaupt möglich? Erzieher als Brückenbauer; wichtig für Kontakt/Vermittlung zu Eltern Erzieher soll auch während des Projekts Infos an die Kinder geben, wenn er/sie denkt, dass die Kinder es sonst nicht verstehen würden (Erzieher kann es besser abschätzen als der Künstler). Der Künstler fühlt sich hier nicht angegriffen. Feedback: von den Erziehern, aber auch von den Kindern: Eindrücke nicht liegen lassen, auch nachbearbeiten ( Unruhe bedeutet nicht unbedingt Unaufmerksamkeit ) Wunsch nach Gelassenheit von beiden Seiten (Künstler und Erzieher)

3 Erwartungen der Erzieher an die Künstler: Kindgerechte Durchführung, Betrachtung der Kinder als Individuen Problemfreie Zone: ständiges Feedback, von Anfang an alles besprechen Ausrichtung auf Harmonie => Zusammenarbeit wichtig! Künstler soll auch zur Arbeit mit ganz kleinen Kindern bereit sein => keine Altersgrenze Künstler sollen gut vorbereitet sein auf die momentane Situation eingehen => Flexibilität/Spontanität: Zeitplan funktioniert oft nicht; Eingehen des Künstlers auf die Situation, auf die Wünsche der Kinder, auch während des Ablaufs => Künstler soll nicht zu sehr unter Druck sein, nicht ein festgelegtes Programm abspulen, nicht krampfhaft einen Zeitplan einhalten Wünschenswerter Ansatz: Projekt startet mit guter Absprache, Ergebnis kann/muss offen sein, muss nicht perfekt sein, d. h. es kommt nicht unbedingt auf das Ergebnis an, sondern auf die Erfahrung an sich, das gemeinsame Tun und Erleben => der Weg ist das Ziel! Künstler soll ruhig bleiben, auch wenn Kinder zunächst nicht so mitmachen wie erwartet => Gelassenheit des Künstlers wichtig Freiheit ist auf Künstler-, aber auch auf Kindergartenseite wichtig: Erzieher muss die Freiheit haben zu sagen, diesen oder jenen Inhalt eher nicht umzusetzen! Was erwarten die Eltern? Eltern begrüßen, dass die Kinder etwas mit nach Hause nehmen können Fotos können Eltern zufrieden stellen Oftmals geht es aber nicht um ein Endprodukt, sondern um kreative Prozesse: Vermittlung an die Eltern: Der Weg ist das Ziel Weitere Tipps zur Elternarbeit: Selbstvorstellung des Künstlers, z. B. Steckbrief aushängen, Anbieten von Kontaktdaten Auf Kulturprojekte aufmerksam machen Künstler evtl. auch bei den Eltern vorstellen, wenn es ein längeres Projekt ist Eltern auch in das Projekt einbeziehen Vernissage, Dokumentation, Fotos etc.

4 Gruppen-Arbeitsaufträge mit anschließenden Rollenspielen und Analysen Aufgabe 1: Ansteckend 10 Kinder im Alter von 1 2,5 Jahren spielen frei im Gruppenraum. Als der Künstler den Raum betritt, beginnt ein Kind zu weinen und steckt zwei andere Kinder an. Ergebnisse: - es gibt kein Patentrezept für diese Situation - beruhigen - Geborgenheit/Sicherheit, Bezugsperson ist hier besonders wichtig, nimmt Kind an die Hand/in den Arm - Künstler hält sich für den Moment zurück, bis Beruhigung einkehrt - Künstler könnte am Anfang etwas mitbringen, was die Gruppe schon kennt (und z.b. darauf achten, dass er beim Eintreten nicht mit so viel Material bepackt ist) Aufgabe 2: Die Show Neele und Lea haben großen Spaß am Filzen, werden übermütig und ziehen regelrecht eine Show ab. Die Vorschulkinder lassen sich darauf ein und machen mit. Doch manchen wird es zu laut, sie verlieren die Lust, wollen aufhören. Ergebnisse: - Kindern sollte Aufgabe gegeben werden Wasser holen etc. - wichtig ist, dass Erzieherin einwirkt - Erzieher darf den Störenfried auch mal rausnehmen, wenn er sich nicht mehr beruhigen lässt, damit die Gruppe nicht zu sehr gestört wird; evtl. Pause für dieses Kind - Entscheidung des Kindes, dass es nicht mehr mitmachen will, akzeptieren; es muss nicht jedes Kind alles von A-Z mitmachen, insbesondere nicht die 1- bis 2-Jährigen Aufgabe 3: Eigene Pläne Noah und Iris fragen während des Projekts, welches außerhalb des Kindergartens stattfindet, ständig nach, wann sie endlich wieder zurück kommen, um auf dem Bauteppich ihr begonnenes Kunstwerk zu beenden. Alles andere interessiert sie nicht... Ergebnisse: - manchmal schwindet die Motivation, weil die Zeit zu lange ist (90 Minuten ist für Kinder sehr lange!) => den Weg mit den Kindern gemeinsam gehen - Künstler darf nicht denken, es läge an seiner Person - Kinder ablenken - Kinder an die Hand nehmen und neue Themen finden

5 Aufgabe 4: Ganz nah dran Judith schafft es ständig, ganz vorn beim Künstler zu sein, ist mit Feuereifer dabei, greift als Erste nach Materialien, ruft Antworten rein, schreit: Ich, ich!, schubst andere auf die Seite Ergebnisse: - manche Kinder brauchen es, ganz vorne dran zu sein; sog. Alphatierchen Erzieher kennen diese Kinder bereits; - Wer reagiert: Künstler oder Erzieher? Erzieher; sie können auch ohne vorherige Absprachen spontan eingreifen - im Vorfeld kann Erzieher dem Künstler sagen, dass ein Kind dabei ist (evtl. ohne Namen zu nennen), das man ggf. herausnimmt??? - Kind soll aber immer wieder die Chance bekommen! - Kind zur Seite nehmen, neue Aufgabe geben Kleine Zusammenfassung: Wie kann man bei Problemen am besten eingreifen? Für Ruhe sorgen klare Ansagen Wertschätzung Absprache in der Aktion wiederholen neu motivieren Kinder trennen Pause machen Vertrautes einbinden Künstler bringt Symbol/Spruch mit, das z.b. zur Kindergartengruppe passt (Bärchengruppe Plüschbär, Froschteich Froschteich malen, ) Bezugsperson nimmt das Kind ernst/in die Arme Kind bestärken Was ist die Intention des Kindes? besondere/zusatz-aufgabe an das Kind verteilen Kind rausnehmen, allerdings auch wieder dazuholen Künstler vorher ankündigen und einführen

6 FORMULAR Um die Absprachen zu erleichtern, wurde zusammen mit den Fortbildungsteilnehmern und Dozentinnen ein Formular entwickelt. Jeder kann dieses Formular auf seine Bedürfnisse anpassen, es gilt lediglich als Orientierung. Man muss jedes Projekt für sich sehen, da es nicht verallgemeinerbar ist. Man muss sich auf jede Gruppe abstimmen. Künstler sollten auf die Bedürfnisse eingehen können nicht nur der jeweiligen Kinder sondern auch des jeweiligen Tages. Idealablauf einer Kooperation mit der Kindertagesstätte: 1. Kita möchte ein Projekt verwirklichen. 2. Erzieher füllt Fragebogen aus und schickt ihn an den Künstler. 3. Dieser schickt ihn ausgefüllt zurück. 4. Erzieher/Künstler telefonieren/treffen sich zur persönlichen Vorabsprache/Kennlernen. 5. Künstler kommt an die Kita/Kinder kommen zum Künstler: Umsetzung des Projekts. 6. Feedback/Nachbereitung. Formular zur Verbesserung der Zusammenarbeit bei kulturpädagogischen Kooperationsprojekten: KOOPERATIONSFORMULAR Kindergarten Kooperationswunsch: Anbieter und Projekttitel VON KINDERGARTEN/-TAGESSTÄTTE AUSZUFÜLLEN: Name und Anschrift der Kita Parkmöglichkeiten? Name des Ansprechpartners: Besonderheiten: Persönlicher Kontakt gewünscht unter folgender Nummer zu folgenden Zeiten: Persönlicher Kontakt gewünscht unter folgender -Adresse: Anzahl/Alter der Kinder:

7 Terminwünsche seitens der Kita: Datum und Uhrzeit! Was folgt im Kita-Alltag direkt nach der Aktion? Muss das Projekt pünktlich beendet werden? Welches Material ist in der Kita bereits vorhanden? Wurde das Thema bereits mit den Kindern besprochen? Wie ist der Wissenstand der Kinder? Form der Dokumentation: Keine Ausstellung Video Fotos Sonstige: Feedback gewünscht? Ja Nein Dürfen Fotos veröffentlicht werden? Einwilligungserklärung der Eltern vorhanden Kurzportrait des Künstlers/Projekts gewünscht, zum Aushang in der Schule/ Klassenzimmers? Fragen, Wünsche, Anregungen? Ja Nein VOM KOOPERATIONSPARTNER AUSZUFÜLLEN Ansprechpartner: Terminwünsche Datum und Uhrzeit! Persönlicher Kontakt gewünscht unter folgender Nummer zu folgenden Zeiten: Persönlicher Kontakt gewünscht unter folgender -Adresse:

8 Maximale Teilnehmerzahl : Welche Rahmenbedingungen benötigen Sie? (Raumgestaltung, Lichtverhältnisse, etc.) Zu veranschlagende Auf- und Abbauzeit vor Ort: Ist Hilfe beim Aufbau/Vorbereiten nötig? Ja Nein Bei Treffen in der Kita Bitte kreuzen Sie Ihre Wünsche an! Wasser Tee Kaffee: Milch Zucker Sonstiges: Bei Treffen außerhalb der Kita: Mögliche Treffpunkte? Form der Dokumentation: Keine Ausstellung Video Fotos Sonstige: Feedback gewünscht? Von den ErzieherInnen Ja Nein Egal Fragen, Wünsche, Anregungen? Von den Kindern Ja Nein Egal Vielen Dank an die Dozentinnen, Frau Carmen Stappenbacher und Frau Monika Sebald, sowie den Teilnehmern für ihre aktive Mitarbeit! Die Fortbildung wurde innerhalb des Kultur.Klassen-Projekts angeboten. Die Kultur.Klassen werden großzügig unterstützt von der Oberfrankenstiftung, dem Kulturfonds Bayern Offensive Zukunft, der Robert Bosch Stiftung, der PwC-Stiftung, dem Genossenschaftsverband Bayern (Kreisverband Bamberg), der Stiftung Weltkulturerbe Stadt Bamberg und den Stadtwerken Bamberg. Kulturamt der Stadt Bamberg, Kultur- und Schulservice Bamberg, Hauptwachstraße 16, Bamberg. Tel.: 0951/871414,

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