Einigungskriege 1866 und 1870/71

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2 Preußisch-Österreichischer Krieg 1866 Haus der Bayerischen Geschichte Grafik: grafice design pürstinger

3 Preußisch-Österreichischer Krieg 1866 Haus der Bayerischen Geschichte Grafik: grafice design pürstinger

4 Österreichische Truppen in Aschaffenburg 1866 Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München

5 Entwaffnung österreichischer Truppen in Aschaffenburg 1866 Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München

6 Schutz- und Trutzbündnis zwischen Preußen und Bayern vom 22. August 1866 Seine Majestät der König von Preußen und Seine Majestät der König von Bayern, beseelt von dem Wunsche, das künftige Verhältniß der Souveraine und Ihrer Staaten möglichst innig zu gestalten, haben zur Bekräftigung des zwischen Ihnen abgeschlossenen Friedens- Vertrages vom 22. August 1866 beschlossen, weitere Verhandlungen zu pflegen, und haben mit diesen beauftragt, [es folgen die Namen der Bevollmächtigten]. Dieselben haben ihre Vollmachten ausgetauscht und haben sich, nachdem diese in guter Ordnung befunden worden waren, über nachfolgende Bestimmungen geeinigt. Art. 1. Zwischen Seiner Majestät dem Könige von Preußen und Seiner Majestät dem Könige von Bayern wird hiermit ein Schutz- und Trutz-Bündnis geschlossen. Es garantiren Sich die hohen Contrahenten gegenseitig die Integrität des Gebietes Ihrer bezüglichen Länder, und verpflichten Sich im Falle eines Krieges Ihre volle Kriegsmacht zu diesem Zwecke einander zur Verfügung zu stellen. Art. 2. Seine Majestät der König von Bayern überträgt für diesen Fall den Oberbefehl über Seine Truppen dem Könige von Preußen. Art. 3. Die hohen Contrahenten verpflichten Sich, diesen Vertrag vorerst geheim zu halten. Art. 4. Die Ratification des vorstehenden Vertrages erfolgt gleichzeitig mit der Ratification des unter dem heutigen Tage abgeschlossenen Friedens-Vertrages. v. Bismarck Frh. v. d. Pfordten v. Savigny Graf v. Bray-Steinburg Quelle: Staatsarchiv, Bd. XII, 1866, Nr. 2734

7 Deutsch-Französischer Krieg 1870/71 Haus der Bayerischen Geschichte Grafik: grafice design pürstinger

8 Der Amberger Bahnhof 1871 bei der Rückkehr der siegreichen Soldaten Stadtarchiv Amberg; Foto Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg

9 Straßburg am ,einen Tag nach der Kapitulation. Der deutsch-französische Krieg gehörte zu den ersten modernen Kriegen. Vor allem die neue Waffentechnik brachte bisher ungeahnte Zerstörungen mit sich. Bayerisches Armeemuseum, Ingolstadt

10 Zeitleiste Der Deutsch-Französische Krieg 1870/ Juli 1870 Emser Depesche wegen Hohenzollern-Thronfolge in Spanien wird zum Auslöser eines Kriegs zwischen Frankreich und Preußen 15. Juli 1870 König Wilhelm I. befiehlt die Mobilmachung der preußischen Armee 16. Juli 1870 Ludwig II. befiehlt die Mobilmachung der bayerischen Armee 19. Juli 1870 Kriegserklärung Frankreichs an Preußen 1. September 1870 Sieg der deutschen Truppen bei Sedan; Gefangennahme des französischen Kaisers Napoleon III. 19. September 1870 Beginn der Belagerung von Paris 18. Januar 1871 Proklamation des Deutschen Kaiserreichs in Versailles 10. Mai 1871 Frieden von Frankfurt am Main 16. Juli 1871 Siegesparade in München

11 Krieg aus der Sicht des einfachen Soldaten Der Schriftsteller Ludwig Thoma hat im Dachauer Hinterland Bauern gesucht, die ihre Erlebnisse vom 70er Krieg aufschreiben wollten. Vor allem in den ländlichen Gebieten war die Kriegsbegeisterung nicht sehr groß. Die arbeitsreichste Zeit des Jahres stand bevor. Michael Hechtl, schildert die Einberufung zum Feldzug 1870: Das Heu war herin. Eines Tages, da waren wir junge Burschen im Wirtshaus beisammen. Da kam der Dienstbube vom Joseph Osterauer herein und sagte, es ist ein Soldat draußen. Wir erschraken alle, weil der Postbote schon gesagt hatte, es gibt einen Krieg mit dem Napoleon. Alle jungen Burschen gingen hinaus, und wirklich ist ein Unteroffizier dagewesen. Er sagte, daß er einen Einrufzettel habe. Der dritte Zettel war ich. Der Vater und die Mutter waren schon im Bett. Den andern Tag in aller Frühe bin ich zum Kleeholen hinaus, dann habe ich es den Eltern gesagt. Die Mutter hat es hergestoßen vor Weinen, und auch dem Vater und mir sind die Tränen heruntergelaufen. Als ich an das Haus beim Sedlbauer kam, war die Kreszenz noch nicht aufgestanden. Ich nahm eine lange Stange und klopfte an ihr Fenster. Sie erschrak und kam schnell. Da habe ich ihr erzählt, daß es Krieg gibt und daß ich einrücken muß. Sie sagte mit Weinen: Was fange ich an? Ich bin das fünfte Monat in der Hoffnung, und wenn das Kind kommt, hat es keinen Vater nicht mehr. Ich nahm sie um den Hals und sie weinte bitterlich. Beim Klosterbräu traf ich den Joseph Sturm, mit dem marschierte ich bis Röhrmoos, wo wir in den Zug stiegen. Alle Wagen waren voll Reservisten, die haben einrücken müssen. Ein paar haben gesungen und Spektakel gemacht, aber die mehrerern sind still gewesen, denn es war uns nicht lustig zu mut.

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