Der Einsatz von nicht-ärztlichen Praxisassistenten in Hausarztpraxen Abrechnung und Vergütung

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1 Der Einsatz von nicht-ärztlichen Praxisassistenten in Hausarztpraxen Abrechnung und Vergütung 18. Februar 2015

2 Hausärzte können seit dem 01. Januar 2015 auch in nicht unterversorgten Gebieten für die Tätigkeit eines nicht-ärztlichen Praxisassistenten Gebührenordnungs-positionen (GOP) abrechnen. Die Krankenkassen stellen für den Einsatz nicht-ärztlicher Praxisassistenten im nächsten Jahr rund 118 Millionen Euro zusätzlich bereit. Es sind drei neue Gebührenordnungspositionen in den EBM aufgenommen worden. GOP 03060, 03062, EBM Die Kostenpauschalen und des Abschnitts EBM sind dafür gestrichen worden. Seite: 2

3 Die neuen Leistungen im Überblick: Leistung GOP Vergütung Zuschlag zur GOP (hausärztliche Strukturpauschale) Punkte (2,26 Euro*) Hausbesuch des Assistenten einschl. Wegekosten Mitbesuch/Heimbesuch des Assistenten einschl. Wegekosten Punkte (17,05 Euro*) Punkte (12,53 Euro*) *Stand: ab , Orientierungspunktwert: 10,2718 Cent Seite: 3

4 Voraussetzung für die Berechnung der GOP 03060, und EBM Überwachung: Die Tätigkeit des nicht-ärztlichen Praxisassistenten muss in ausreichender Form durch den delegierenden Arzt überwacht werden Erreichbarkeit: Der delegierende Arzt muss für den nicht-ärztlichen Praxisassistenten jederzeit erreichbar sein. Information: Der Arzt ist im Falle des Hausbesuches regelmäßig, spätestens an dem auf den Besuch folgenden Werktag, über die von dem nicht-ärztlichen Praxisassistenten erhobenen Befunde und Anweisungen zu informieren Dokumentation: Die von dem nicht-ärztlichen Praxisassistenten erhobenen Befunde, gegebenen Anweisungen bzw. durchgeführten Maßnahmen sind zu dokumentieren. Seite: 4

5 GOP EBM GOP EBM - Zuschlag zu der Gebührenordnungsposition Obligater Leistungsinhalt: Unterstützung der hausärztlichen Versorgung durch qualifizierte nicht-ärztliche Praxisassistenten Fakultativer Leistungsinhalt: Unterstützung bei der Betreuung von Patienten, Unterstützung bei der Koordination diagnostischer, therapeutischer und pflegerischer Maßnahmen, insbesondere auch mit anderen behandelnden Ärzten, nichtärztlichen Hilfen und flankierenden Diensten, Information und Beratung von Patienten, Angehörigen und Bezugspersonen Seite: 5

6 GOP EBM Mit dem Zuschlag sollen vor allem Ausgaben für Weiterbildung, höhere Personalkosten und zusätzliche Praxisausstattung (z. B. Mobiltelefon für Hausbesuche) finanziert werden. Der Höchstwert für diese GOP beträgt je Praxis Punkte im Quartal Punkte x 0, Euro (Orientierungspunktwert) = Euro Der Zuschlag wird bis zum Höchstwert für alle Behandlungsfälle, die auch die Strukturpauschale (GOP 03040) erhalten, von der KVWL zugesetzt, mit Ausnahme von: Fällen im organisierten Notfalldienst (Muster 19), Überweisungsfällen ohne Patientenkontakt Behandlungsfällen, in denen ausschließlich Kostenerstattungen des Kap. 40 berechnet werden stationären (belegärztlichen) Behandlungsfällen Seite: 6

7 GOP EBM GOP und Selektivverträge Die Höhe der Vergütung hängt auch davon ab, ob der Hausarzt an einem Selektivvertrag nach 73b SGB V (HzV-Verträge) und/oder an einem Vertrag zur knappschaftsärztlichen Versorgung teilnimmt. In diesem Fall reduziert sich der Höchstwert um die Zahl der Behandlungsfälle aus diesen Verträgen, konkret um 22 Punkte je Selektivvertrags- bzw. Knappschaftsfall. Beispiel: Für eine Praxis mit 200 Selektivvertragsfällen gilt statt einem Höchstwert von Punkten nur ein Höchstwert von Punkten (= Punkte (200 Fälle x 22 Punkte)). Der Grund ist, dass in vielen HzV-Verträgen häufig bereits eine Vergütung des Praxisassistenten vorgesehen ist. Seite: 7

8 Kennzeichnung der selektivvertraglichen/knappschaftsärztlichen Behandlungsfälle ( zukünftig für die Fallzählung im Zusammenhang mit der Abrechnungsgenehmigung erforderlich) Ärzte, die an einem Selektivvertrag gemäß 73b SGB V (HzV-Verträge) und/oder einem Vertrag zur knappschaftsärztlichen Versorgung teilnehmen, müssen ihre selektivvertraglichen/knappschaftsärztlichen Behandlungsfälle zukünftig gegenüber der KVWL anhand der SNR nachweisen. Damit die KVWL diese Fälle bei der Fallzählung für die Abrechnungsgenehmigung berücksichtigen kann, ist bei der Behandlung eines vergütungswirksam eingeschriebenen HzV-Patienten bzw. Knappschafts-Patienten ohne Abrechnung von Leistungen im Rahmen der Kollektiv-Abrechnung für diesen Patienten ein Pseudobehandlungsfall anzulegen und die SNR als einzige Leistung im Behandlungsfall anzugeben. Seite: 8

9 GOP EBM GOP Hausbesuch des Assistenten einschl. Wegekosten Obligater Leistungsinhalt: Persönlicher nicht-ärztlicher Praxisassistent-Patienten-Kontakt Aufsuchen des Patienten zum Zweck der Versorgung in der Häuslichkeit Dokumentation der erhobenen Befunde, der gegebenen Anweisungen bzw. der durchgeführten Maßnahmen Fakultativer Leistungsinhalt: Leistungen gem. 5 Abs. 1 der Anlage 8 zum BMV-Ä (Delegations-Vereinbarung) (z.b. Anlegen einer Langzeit-Blutdruckmessung bzw. Anlegen der Elektroden für die Aufzeichnung eines Langzeit-EKG, Bestimmung von Laborparametern wie Glucose und Gerinnung vor Ort, Durchführung von standardisierten Testverfahren, standardisierte Erfassung von Medikamenten, etc.) Seite: 9

10 GOP EBM GOP Mitbesuch/Heimbesuch des Assistenten einschl. Wegekosten Obligater Leistungsinhalt Persönlicher nicht-ärztlicher Praxisassistent-Patient-Kontakt, Aufsuchen eines weiteren Patienten in derselben sozialen Gemeinschaft (z.b. Familie) zum Zweck der Versorgung in der Häuslichkeit und/oder Aufsuchen eines Patienten zum Zweck der Versorgung in Alten- oder Pflegeheimen und/oder in anderen beschützenden Einrichtungen, Dokumentation der erhobenen Befunde, der gegebenen Anweisungen bzw. der durchgeführten Maßnahmen Fakultativer Leistungsinhalt Leistungen gem. 5 Abs. 1 der Anlage 8 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte (siehe GOP 03062) Seite: 10

11 GOP und EBM Patientengruppen Die Behandlung in der Häuslichkeit der Patienten, in Alten- oder Pflegeheimen oder in anderen beschützenden Einrichtungen kann durch den nicht-ärztlichen Praxisassistenten nur bei Patienten erfolgen, die die Praxis des Arztes aufgrund ihres Gesundheitszustandes nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen aufsuchen können. Zudem muss es sich um Patienten handeln, bei denen mindestens eine schwerwiegende chronische Erkrankung vorliegt und die in der Regel das 65. Lebensjahr vollendet haben, eine Erkrankung vorliegt, die einer dauerhaften intensiven ärztlichen Betreuung bedarf, (insb. Patienten mit Alters- und geriatrischen Erkrankungen) und die in der Regel das 65. Lebensjahr vollendet haben, eine akute schwerwiegende Erkrankung vorliegt, die einer intensiven ärztlichen Betreuung bedarf Seite: 11

12 GOP und EBM Hinweise zur Berechnung der GOP und EBM Jeder Hausbesuch und jeder Mitbesuch/Heimbesuch wird ohne Mengenbegrenzung zu dem vereinbarten Preis extrabudgetär vergütet! Die GOP und EBM können nur in Fällen berechnet werden, in denen eine Versichertenpauschale berechnet wurde. Neben den GOP und EBM können nur Leistungen des Abschnitts 32.2 sowie die Gebührenordnungsposition berechnet werden. Die GOP und EBM sind in begründeten Ausnahmefällen neben Besuchen nach den GOP bis EBM berechnungsfähig. Die GOP und EBM sind nicht nebeneinander berechnungsfähig. Die GOP und EBM sind am Behandlungstag nicht neben den Kostenpauschalen und berechnungsfähig. Seite: 12

13 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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