NetWeaver BW-Administration

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1 Olaf Klostermann, Milco Österholm SAP NetWeaver BW-Administration Bonn Boston

2 Auf einen Blick TEIL I Grundlagen 1 SAP-Implementierungskonzept AS ABAP und AS Java im Überblick Datenbankmanagement Systemverbindungen und -zugriff Monitoring- und Analysetools Grundlagen zu Prozessen und Objekten TEIL II BW-Administration 7 Benutzer- und Berechtigungsverwaltung Archivierung und Datenpflege Wartung Technischer Content und BI Administration Cockpit Prozessketten Administration von BW-Prozessen im Detail Monitoring und Administration des Reportings TEIL III Management und Support 14 SAP-Support Organisieren von BW-Administrationsteams Anhang A Transaktionen, Reports und Funktionsbausteine B Glossar C Quellen D Die Autoren

3 Inhalt Vorwort Teil I Grundlagen 1 SAP-Implementierungskonzept IT-Practices und -Szenarien Enterprise Data Warehousing Enterprise Reporting, Query and Analysis Business Planning and Analytical Services Usage Types AS ABAP und AS Java im Überblick SAP NetWeaver Application Server ABAP SAP NetWeaver Application Server Java Zusammenarbeit der beiden Plattformen BW-Portal Portalplattform BW-Softwarekomponenten Basisparameter Ermitteln von Parametern Empfehlungen Empfehlungen für BI Java Empfehlungen für Parameter im Quellsystem RSADMIN-Parameter Parameter Obsolete Parameter Sperrverwaltung Nummernkreispuffer Nummernkreise in einem BW-System Analyse und Reparatur Datenbankmanagement Indizes Primary Index/Secondary Index Clustered Index

4 Inhalt Wichtige Indextypen Indizes für InfoCubes Indizes für Stammdaten Indizes für DataStore-Objekte Index-Management in einem BW-System Temporäres Löschen von Indizes Datenbankstatistiken DB-Speicherparameter für BW-Objekte Pufferung von InfoObject-Tabellen DBA Cockpit Datenbank-Monitoring und -Administration Neue Funktionen Einschränkungen Erforderliche Nachbereitungen Anbieterspezifische Informationen Datenbankmanagementsysteme DB2, DB4, DB IBM DB2 RUNSTATS RSADMIN-Parameter für IBM DB Statistiken in Microsoft SQL Server Backup/Recovery-Strategien Systemverbindungen und -zugriff BW-Quellsysteme Anlegen von Quellsystemen Logischer Systemname Pflege von Quellsystem-IDs IDoc, ALE, RFC und Co RFC und trfc IDoc-Schnittstelle Application Link Enabling IDoc-Kommunikation während der Datenextraktion Webservices, SOAP und Co SOA-Manager Datenübertragung über Webservices BAPI, MDX und Co MDX OLE DB for OLAP

5 Inhalt OLAP BAPI XML for Analysis Monitoring- und Analysetools Allgemeine Tools (SAP-Basis) SAP Central Process Scheduling Laufzeitanalyse (Transaktion SE30) Anwendungslog (Transaktion SLG1) Systemlog (Transaktion SM21) Jobübersicht (Transaktion SM37) Prozessübersicht (Transaktion SM50) Systemtrace (Transaktion ST01) Tune Summary (Transaktion ST02) Systemlastmonitor (Transaktion ST03N) DB-Performanceanalyse (Transaktion ST04) Performance-Analyse (Transaktion ST05) OS-Monitor (Transaktion ST06N) Anwendungsmonitor (Transaktion ST07) ABAP-Laufzeitfehler (Transaktion ST22) Spezielle Tools eines BW-Systems BI Monitor (Transaktion BWCCMS) BI-Hintergrundverwaltung (Transaktion RSBATCH) Anzeige von BW-Jobs (Transaktion RSM37) Monitoring von Prozessketten (Transaktion RSPCM) Extraktionsmonitor (Transaktion RSMO) Query-Monitor (Transaktion RSRT) Trace-Tool (Transaktion RSRTRACE) Analyse von BW-Objekten (Transaktion RSRV) RS Trace Tool (Transaktion RSTT) Reporting-Funktionsbausteine (Transaktion RSZT) Grundlagen zu Prozessen und Objekten DataStore-Objekt InfoCubes Realtime-fähige InfoCubes

6 Inhalt Weiterverarbeiten von Daten in einem InfoCube Aggregate SAP NetWeaver BW Accelerator Wie wird die gute Performance erreicht? BW Accelerator-Architektur Open-Hub-Destinationen und InfoSpokes Extraktionsmodus und Deltaverwaltung Open-Hub-Monitor Reporting OLAP-Server Internet Communication Framework Dokumente Internet Graphics Service Teil II BW-Administration 7 Benutzer- und Berechtigungsverwaltung Grundlagen Berechtigungskonzept des AS ABAP Benutzerverwaltung Zentrale Benutzerverwaltung Benutzerinformationssystem Identity Management SAP GRC Berechtigungskonzept des AS Java Grundlagen zu Berechtigungen im BW-System Pflege von Rollen in Transaktion PFCG Analyseberechtigungen Neues Konzept mit SAP NetWeaver Berechtigungsdimensionen Verwaltung von Analyseberechtigungen Beispiel zum Anlegen von Analyseberechtigungen Definieren von Berechtigungen Problemanalyse Migration

7 Inhalt 8 Archivierung und Datenpflege Archivierungskonzepte Datenarchivierungsprozess Archive Development Kit Aufgaben Archivierung der Daten und Monitoring der Aktivitäten Zugriff auf archivierte Daten Weitere Archivierungsfunktionalitäten Besonderheiten des schreiboptimierten DSOs Nearline-Storage Grundlagen Anlegen einer Nearline-Storage- Verbindung Änderungen an archivierten InfoProvidern Archivierung von Request-Verwaltungsdaten Archivierung von PSA-Daten Archivierung über Prozessketten einplanen Entscheidungshilfe zum Archivierungskonzept Partitionierung und Clustering Partitionierung Repartitionierung Clustering Reclustering Stammdatenbereinigung Löschen einzelner Stammdatensätze Löschen aller Stammdaten und Texte Wartung Support Package Stacks, Support Packages und Patches ABAP Support Packages Funktionalitäten Anpassung von Modifikationen Java Support Packages Transportwesen Transportlandschaft Change and Transport System

8 Inhalt Transportieren von Rollen Besonderheit beim Transportieren von BW-Objekten SAP Solution Manager Organisation Maintenance Optimizer BW Accelerator-Revisionen Systemkopien Löschung von Quellsystemzuordnungen im Ziel-BW-System nach dem Kopieren Umbenennung des Ziel-BW-Systems und Umsetzung der logischen Systemnamen Durchführung BW-spezifischer Anpassungen Technischer Content und BI Administration Cockpit Fortschreibung von Statistikdaten Installation des technischen Contents Einplanung der Prozessketten Aktivierung des direkten Zugriffs für virtuelle Provider BI Administration Business Package Optionale Definition der Wichtigkeit Laufzeiten von Querys Technischer Content für Query- Laufzeitstatistiken Query-Ausführung Details der Statistikinformationen Datenladestatus Datenladestatistiken Auswertung von CPH-Daten Systemlastmonitor (Transaktion ST03) Laden und Löschen von Statistikdaten Erweiterungen Beispiel: BI Administration Cockpit mit SAP NetWeaver BW 7.0-Objekten Beispiel: Proaktive Alerts

9 Inhalt 11 Prozessketten Ablaufrelevante Prozesse Interrupt-Prozess Startprozess AND (Letzter), OR (Jeder) und EXOR (Erster) ABAP-Programm Betriebssystemkommando Prozesskette lokal/prozesskette remote Entscheidung zwischen mehreren Alternativen Administrieren von Prozessketten Ausführungsbenutzer Starten abgebrochener Prozesse Prozess-Statuswertung Prozessketten synchron ausführen Alerting Bedarf an Batch-Prozessen Überwachung von Prozessketten Jobs in Prozessketten Administration von BW-Prozessen im Detail Extraktion und Ladeprozesse Delta-Queue Anzahl der Pakete und Request-Größe Häufige Ladeprozesse InfoPackage in Prozessketten Anzahl der Dialogprozesse Festlegen von Server/Host und Benutzer Direktes Laden von Stammdaten Extraktorchecker IDoc-Fehler Real-Time Data Acquisition Replikation von DataSources Änderungslauf Detaillierter Ablauf Wichtige Anmerkungen Administration von InfoCubes InfoCube-Inhalt

10 Inhalt Selektives Löschen Requests im InfoCube Automatische Weiterverarbeitung InfoCube-Neuaufbau Performance-Einstellungen für InfoCubes Indizes Datenbankstatistiken Komprimieren von InfoCubes Komprimieren nach einem Änderungslauf Komprimieren sämtlicher Aggregate Bestands-InfoCubes Weiterverarbeitung von Daten im DSO Aktivierung von Daten Analyse unerwarteter Daten Fehleranalyse DTP-Request simulieren und debuggen Löschen von Daten aus einem DSO Request-weise Löschen Selektiv löschen Aus dem Change Log löschen Löschen von bereits fortgeschriebenen Daten Überwachen von Analyseprozessen Überschreitung der maximal zulässigen Laufzeit Speicherüberlauf beim Ausführen oder Simulieren Verwendung von Querys Monitoring und Administration des Reportings Administration des BEx Analyzers SAP NetWeaver Check Workstation Wizard BEx Installation Check Statistik-Arbeitsmappe BEx Analyzer Trace Administration von Querys Verarbeitung von Querys Query-Lesemodus Cache-Modus

11 Inhalt Delta-Caching Caching für virtuelle Merkmale/ Kennzahlen Backup-Versionen Administration des Internet Communication Frameworks ICF-Services Internet Communication Manager OLAP-Caching Aggregate Darstellung eines Aggregats und seiner Komponenten Weitere Bearbeitungsfunktionen für Aggregate Aggregate aktivieren und mit Daten versorgen Aggregate überprüfen SAP NetWeaver BW Accelerator Verbindung zum BW Accelerator Welche InfoCubes sollten indiziert werden? BW Accelerator-Indexpflege-Wizard Auswirkungen von Datenänderungen BW Accelerator-Delta-Indizes Informationen über bestehende Indizes Analyse und Reparatur von Indizes Analyse von BW Accelerator-Daten Tracing des BW Accelerators Information Broadcasting Versenden von s Reorganisation Ergebnisse im Reporting Größeneinschränkungen für Ergebnismengen Analyse von Berichtsergebnissen Query-Ausführung im Safe Mode Unterschiedliche Daten in ABAP und Java Falsche Daten bei der Verwendung von Aggregaten Integration von BW-Inhalten in SAP NetWeaver Portal

12 Inhalt Analyse und Monitoring im Portal Verfügbarkeitsprüfungen Überwachung von Protokolldateien Nutzung des Portal-Caches (BW-iViews) Kommunikationsprobleme mit BEx Web Java Verwendung von RFC Verwendung von HTTP(S) Performance von Webapplikationen Laufzeitmessungen in BI Java Leitfaden für Performanceverbesserungen Teil III Management und Support 14 SAP-Support Tools für den Support SAP Solution Manager SAP Active Global Support SAP Enterprise Support Run SAP SAP MaxAttention SAP Service Marketplace Service-Verbindungen Grundsätzliche Einrichtung Service-Arten BW RFC und BW GUI Serviceart HTTPconnect Verbindungen zum BW Accelerator Kundenmeldungen Vorgehen bei BW-spezifischen Meldungen Priorität Secure Area für Zugangsdaten Schnellere Bearbeitung Meldungseskalation Weitere Funktionen im SAP Service Marketplace Hinweissuche SAP Software Change Registration Namensräume Product Availability Matrix BI Diagnostics & Support Desktop Tool SAP EarlyWatch Alert & Co

13 Inhalt EarlyWatch Alert im SAP Solution Manager SAP EarlyWatch Alert bei SAP verarbeitet Weitere Services Organisieren von BW-Administrationsteams Teams und Verantwortlichkeiten Best Practices (ITIL) Service Desk Technical Management Application Management Operations Management Betriebsdokumentationen Regelmäßige Aufgaben Anhang A Transaktionen, Reports und Funktionsbausteine B Glossar C Quellen D Die Autoren Index

14 Als Teil des Unified Lifecycle Managements ist Software Lifecycle Management eines der IT-Szenarien in SAP NetWeaver und unterstützt Administratoren beim Einspielen von Korrekturen und Software-Optimierungen. Das folgende Kapitel bietet Ihnen Informationen zum Patchen der einzelnen BW- Komponenten, zum Transportwesen und zur Durchführung von Systemkopien. 9 Wartung Software Lifecycle Management (SLM) umfasst die Verwaltung von SAP-Produkten und Applikationen in Systemlandschaften und enthält die beiden Schwerpunkte Implementierungsunterstützung und Softwarewartung. Der Schwerpunkt Implementierungsunterstützung setzt sich aus folgenden Varianten zusammen: Implementierung neuer Funktionen Implementierung und Konfiguration von Business Content Durchführung von Systemkopien und Systemmigrationen Erstellung und Verteilung kundenspezifischer Änderungen in einer bestehenden Landschaft Die Softwarewartung besteht aus diesen Varianten: Aktualisierung Ihrer Systemlandschaft Upgrade der in Ihrer Landschaft implementierten Szenarien auf neue Releases Aufgrund der Komplexität der heutigen Systemlandschaften und der Abhängigkeiten zwischen einzelnen Softwarekomponenten ist die Unterstützung durch ein Tool für systemlandschaftsrelevante Planungs-, Monitoring-, Wartungs-, Implementierungs- und Aktualisierungsaufgaben unerlässlich. Das System Landscape Directory von SAP NetWeaver (SLD) stellt Ihnen die Werkzeuge zur Verfügung, mit denen Sie jede Art von Änderung in Ihrer Systemlandschaft planen können. Es bietet Ihnen ein Verzeichnis der installierbaren Kompo- 315

15 9 Wartung nenten, die SAP zur Verfügung stellt, und automatisch aktualisierte Daten über System, Komponenten und Business-Szenarien, die in Ihrer Systemlandschaft implementiert sind. Mit dem SLD können Sie einfach die Implementierung, Wartung oder Aktualisierung eines oder mehrerer Business-Szenarien planen und validieren. Das Software Lifecycle Management steht im Einklang mit den SAP Solution Manager-Szenarien und dem De-facto-Standard ITIL (IT Infrastructure Library) des OGC (Office of Government Commerce, UK). 9.1 Support Package Stacks, Support Packages und Patches SPS SP Ein Support Package Stack (SPS) umfasst sämtliche Korrekturen in Java, ABAP und.net (Frontend-Business-Explorer-Werkzeuge). Ein SPS kann funktionale Erweiterungen enthalten. Insbesondere Änderungen und Korrekturen, die Anpassungen in Java und in ABAP erfordern, können nur im Rahmen eines Support Package Stacks ausgeliefert werden. Ein Support Package (SP) enthält sämtliche Korrekturen in ABAP. Sämtliche Hinweise mit Korrekturanleitung sind ebenfalls enthalten. Zusätzlich kann ein Support Package umfangreichere Änderungen und Anpassungen enthalten, die nicht per Hinweis mit Korrekturanleitung ausgeliefert werden können, zum Beispiel Änderungen von Tabelleninhalten etc. Funktionale Erweiterungen sind nur im Support Package möglich. Für Java werden keine separaten Support Packages ausgeliefert. Die Support Packages für Java werden immer innerhalb eines Support Package Stacks ausgeliefert. Ein Hinweis mit Korrekturanleitung enthält kleinere Änderungen und Korrekturen, die komfortabel mit der Transaktion SNOTE eingespielt werden können. Patch Ein Patch umfasst Korrekturen und kleinere Änderungen in Java, die mithilfe des Software Deployment Managers (SDM) eingespielt werden. Ein Patch kann keine funktionalen Erweiterungen enthalten, weil nur Korrekturen im begrenzten Umfang möglich sind. So erfordern zum Beispiel neue Parameter in der Regel Anpassungen in ABAP. Eine Auslieferung von funktionalen Erweiterungen ist damit nur innerhalb eines Support Package Stacks möglich. 316

16 Support Package Stacks, Support Packages und Patches 9.1 Ein Frontend-Patch entspricht einem Support Package für die Business-Explorer-Werkzeuge, z.b. BEx Query Designer oder BEx Web Application Designer. Ein Frontend-Patch muss auf dem Client installiert werden. Schaut man sich aktuelle Support Package Stacks für SAP NetWeaver an, so fällt auf, dass BI ABAP in der Reihe der eigentlich synchronisierten SP-Level einen bereits höheren Level hat. So ist BI ABAP SP 18 beispielsweise Teil von SAP NetWeaver SPS 16. Mit BI ABAP SP 11 und SP 14 waren Korrekturen für BI ABAP zwischen den eigentlichen Support Package Stacks verfügbar. Die Strategie wurde nach SAP NetWeaver SPS 10 insofern geändert, als zwischen jedem SPS ein Intermediate BI ABAP Support Package veröffentlicht werden sollte, um die Flexibilität für Korrekturen zu erhöhen. Da sich die Verfügbarkeit von SAP NetWeaver SPS 11 verzögerte, wurde dieses Vorgehen zum damaligen Zeitpunkt ausgesetzt und nach SPS 13 schließlich wieder eingestellt. BW/BI-Frontend-Software kann grundsätzlich mit älteren BW-Backend-Releases verwendet werden. BI ABAP-Patch BW-Frontend- Patch Support Packages im Support Portal finden Der einfachste Weg, um benötigte Support Packages und Patches für SAP NetWeaver im Service Marketplace zu finden, ist im SAP Support Portal über Downloads SAP Support Packages Entry by Application Group SAP NetWeaver SAP NETWEAVER einzusteigen (Abbildung 9.1). Der Download-Bereich (SAP Software Distribution Center) ist auch schnell ohne Navigation über den Alias /swdc aufrufbar. Support Packages der Komponenten SAP_BW, BI_CONT oder SAP_ BASIS sind in diesem Bereich beispielsweise für SAP NW 7.0 EhP 1 unter SAP EHP1 FOR SAP NETWEAVER 7.0 Entry by Component Business Intelligence zu finden (Abbildung 9.2). Ebenso finden Sie hier unter der Komponente BI Java die Patches der J2EE-basierten Komponenten wie zum Beispiel BI Base Service oder BI Web Applications. 317

17 9 Wartung Abbildung 9.1 Downloads im Support Portal Abbildung 9.2 Beispiel verfügbarer Support Packages 9.2 ABAP Support Packages Abhängig von den jeweiligen Funktionalitäten im System werden verschiedenste Support Packages für Erweiterungen und Korrekturen seitens der SAP benötigt (Abbildung 9.3). Der ABAP Support Package Manager (SPAM) unterstützt das Importieren von Support Packages in ein System. Der SPAM kann auf folgenden Wegen aufgerufen werden: mithilfe des Menü-Eintrags Werkzeuge ABAP Workbench Hilfsmittel Wartung SPAM über die Transaktion SPAM Für die kompletten Funktionalitäten des Support Package Managers werden Berechtigungen der Berechtigungsobjekte S_TRANSPORT und S_CTS_ADMIN beispielsweise mittels des Profils S_A.SYSTEM benötigt. 318

18 ABAP Support Packages 9.2 Abbildung 9.3 Übersicht der eingespielten Pakete im SPAM Funktionalitäten Zusammengefasst bietet SPAM folgende Funktionalitäten für die Unterstützung beim Importieren von Support Packages: Laden von Support Packages vom SAP Service Marketplace oder von den ausgelieferten CDs in das System erneuter Start bei Abbruch von Importvorgängen Anzeige des aktuellen Systemstatus Reduzierung der Ausfallzeit durch Verwendung einer (optionalen) Einspielprozedur Kontrolle der einzelnen Phasen wie beispielsweise der Startzeit Einplanen bestimmter Phasen als Hintergrundprozesse 319

19 9 Wartung Importieren von Support Packages Vor dem Importieren von Support Packages sollte sichergestellt sein, dass folgende Voraussetzungen erfüllt werden: Die benötigten Berechtigungen für den Support Package Manager sind zugewiesen. Das Transportprogramm ist verfügbar und richtig eingerichtet. Das kann beispielsweise in der Transaktion SPAM mithilfe des Menü-Eintrags Hilfsmittel Transport-Tool prüfen überprüft werden. Im Transportverzeichnis steht genügend Speicherplatz zur Verfügung (mindestens der doppelten Größe der OCS-Dateien entsprechend). Die aktuellste Version von SPAM/SAINT (Support Package Manager/SAP Add-On Installation Tool) wird verwendet, um bekannte Fehler zu vermeiden. Es bestehen keine nicht vollständig importierten Support Packages. Hierzu muss sichergestellt werden, dass unter Verzeichnis Abgebrochene Supp. Packages Anzeigen keine Support Packages aufgelistet werden. Testlauf Nach der Kontrolle der Voraussetzungen wird der Import durch das Laden der Pakete vom SAP Service Marketplace oder von den bestellten CDs gestartet, was das Festlegen einer Importreihenfolge erfordert. Optional ist ein Testimport möglich, der beispielsweise sinnvoll ist, um vor dem eigentlichen Import nötige Anpassungen von Modifikationen zu überprüfen oder um festzustellen, ob nicht freigegebene reparierte Objekte existieren. Die Durchlaufzeit und der manuelle Aufwand des Imports werden durch den Testlauf reduziert. Nach einem Testlauf muss die Import-Queue erneut definiert werden, und der komplette Import aller Support Packages wird gestartet. Sollten während des Importvorgangs Fehler auftreten, so müssen diese direkt behoben werden. Einspielmodus Downtime-minimized Wegen der Größe und des Umfangs aktueller OCS-Packages (Online Correction Support), wie Support Packages, Add-on Installation Packages und Add-on Upgrades, erfordert das Einspielen der Packages eine größere Ausfallzeit des Systems. Beim Einspielvorgang wird das System zwar nicht neu gestartet, allerdings sollte es währenddessen auch nicht produktiv genutzt werden. 320

20 ABAP Support Packages 9.2 Um die Ausfallzeit beim Einspielen von Packages zu reduzieren, wurde der Einspielmodus Downtime-minimized entwickelt, der es erlaubt, einen Großteil der zu importierenden Objekte (Programmcodings) während des produktiven Betriebs einzuspielen. Die Ausfallzeit kann entscheidend reduziert werden, wenn ein Package einen hohen Anteil an Programmcodings enthält (dieser liegt für SAP_BA- SIS- und SAP_APPL-Support-Packages normalerweise bei bis zu 80%). Ausfallzeit reduzieren Im Einspielmodus Downtime-minimized werden die Objekte in einem inaktiven Zustand in die Datenbank importiert und sind für das System dadurch weitgehend unsichtbar. Das System kann daher weiterhin produktiv genutzt werden Anpassung von Modifikationen Wurden im System von SAP ausgelieferte Objekte modifiziert und sind diese Bestandteil des zu importierenden Support Packages, müssen sie angepasst werden, um ein Überschreiben der Modifikationen zu vermeiden. Mit der Transaktion SPDD werden Objekte des ABAP Dictionarys und mit der Transaktion SPAU Repository-Objekte abgeglichen. Die Anpassungen werden im Allgemeinen im Entwicklungssystem durchgeführt und auf dem normalen Transportweg in die Folgesysteme transportiert, wobei empfohlen wird, die Objekte getrennt zu halten. Beide Transaktionen sind auch im SAP-Menü unter Werkzeuge ABAP Workbench Hilfsmittel Wartung Upgrade-Utilities zu erreichen. Objekte des ABAP Dictionarys (Transaktion SPDD) Der Abgleich von modifizierten ABAP Dictionary-Objekten wie beispielsweise Domänen, Datenelementen oder Tabellen wird in der Transaktion SPDD durchgeführt. Für alle zum Abgleich angebotenen Objekte muss eine der folgenden Aktionen durchgeführt werden: Beibehalten der Modifikation Die Übernahme der Modifikation wird bestätigt, und die Änderungen werden mit den entsprechenden Pflegetransaktionen gepflegt. Rücknahme der Modifikation Die Modifikation wird zurückgesetzt auf den Originalstatus. Aktionen 321

21 9 Wartung Wird keine der genannten Aktionen durchgeführt, wird ebenfalls der neue SAP-Standard in Ihrem SAP-System aktiv, und Modifikationen werden somit überschrieben. Bei einem späteren Upgrade wird in einem solchen Fall aber erneut zum Abgleich dieser Modifikationen aufgefordert. Um den Aufwand bei zukünftigen Upgrades möglichst gering zu halten, sollte also auf jeden Fall eine der beiden Aktionen durchgeführt werden. Für jedes abzugleichende Objekt wird der Status und damit die nötige Aktion in Form eines Ampel-Icons dargestellt (siehe Tabelle 9.1). Icon Grüne Ampel Gelbe Ampel Rote Ampel Bedeutung Es bestehen keine Überschneidungen der ausgelieferten SAP- Objekte mit Modifikationen des Kunden. Daher kann zum Originalstand zurückgesetzt oder die Modifizierung beibehalten werden. Es liegen Überschneidungen zwischen der von SAP ausgelieferten Version und der modifizierten Kundenversion vor. Der Abgleich wird durch weitere Details in einem Dialogfenster unterstützt. Das Objekt kann manuell in der zugehörigen Pflegetransaktion des ABAP Dictionarys oder mithilfe der Versionsverwaltung bearbeitet werden. Tabelle 9.1 Status abzugleichender SPDD-Objekte Nachdem Sie alle Modifikationen bearbeitet und entschieden haben, die einzelnen Modifikationen beizubehalten oder zurückzusetzen, wird das Objekt grün markiert. Werden keine der beschriebenen Aktionen durchgeführt, wird der neue SAP-Standard im System aktiviert und die Modifikation überschrieben. In späteren Upgrades werden diese Objekte dann wieder als abzugleichende Modifikationen aufgelistet. Objekte des ABAP Repositorys (Transaktion SPAU) Mithilfe der Transaktion SPAU werden Objekte des Repositorys, also Programme, Funktionsbausteine, Klassen usw. abgeglichen. Für alle Ihnen zum Abgleich angebotenen Objekte müssen Sie entscheiden, ob Sie die von Ihnen vorgenommenen Modifikationen erhalten oder die Objekte auf das Original zurücksetzen möchten. Wenn Sie keine der genannten Aktionen durchführen, bleibt das neue Original in 322

22 ABAP Support Packages 9.2 Ihrem System aktiv. Die Objekte bleiben weiterhin als nicht abgeglichen in der Transaktion SPAU sichtbar. Die in Tabelle 9.2 enthaltenen Icons bezeichnen den Status der Objekte. Icon Grüne Ampel Gelbe Ampel Bedeutung Automatischer Abgleich Dieses Icon erscheint in der Regel nur in der Kategorie Mit Modifikationsassistent. Die Modifikation des Kunden kann bei diesen Objekten automatisch übernommen werden. Durch einen Klick auf das Symbol wird der automatische Abgleich durchgeführt. Im folgenden, eher seltenen Fall erscheint eine Hinweiskorrektur mit einer grünen Ampel. Ein Hinweis erhält zum Beispiel mehrere Korrekturanleitungen unterschiedlicher Gültigkeitsdauer. Beim Einspielen des Support Packages wird eine Korrekturanleitung obsolet, die andere Anleitung bleibt weiterhin gültig. Sie können zum Abgleich einen Teilbaum oder mehrere Objekte markieren oder auch den Cursor auf ein einzelnes Objekt positionieren. Das Abgleichprotokoll gibt Auskunft darüber, welche Modifikationen übernommen wurden. Halbautomatischer Abgleich Wenn bei Modifikationen mit Modifikationsassistent nur ein halbautomatischer Abgleich möglich ist, erscheint vor dem Objekt ein gelbes Ampelsymbol. Halbautomatisch bedeutet, dass in den einzelnen Werkzeugen eine Unterstützung beim Abgleich angeboten wird. Beim Abgleich von Programmen wird der Split-Screen-Editor aufgerufen, während in den anderen Werkzeugen Eingaben in entsprechende Dialogfenster zur Beseitigung aufgetretener Kollisionen führen. Das System kann Hinweiskorrekturen beim Modifikationsabgleich (Transaktion SPAU) mit einer gelben Ampel anzeigen. Die Korrektur, die vorher durch einen Hinweis eingebaut wurde, wurde durch ein Support Package überschrieben, das diese Korrekturen nicht enthält. Beim Klick auf die gelbe Ampel wird der Hinweiseinbau erneut gestartet. Ein halbautomatischer Abgleich ist beim Modifikationsabgleich von Repository-Objekten in der Transaktion SPAU nur in den Kategorien Hinweiskorrekturen und Mit Modifikationsassistent vorgesehen. Objektstatus Tabelle 9.2 Status abzugleichender Objekte in Transaktion SPAU 323

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