5 Katholische Religionslehre (2-stündig)

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1 Katholische Religionslehre (2-stündig) In der Grundschule haben die Schüler in je drei Lernbereichen folgende Inhalte erarbeitet: Jahrgangsstufe 1 im Religionsunterricht zusammenkommen: miteinander anfangen; von Gott und von der Welt sprechen Jesus ist gut zu den Menschen: Jesus kennen lernen; Menschen spüren: Jesus schenkt Gottes Liebe; Gottes Liebe weiterschenken Advent und Weihnachten erleben: sich auf Weihnachten vorbereiten; an Weihnachten die Geburt Jesu feiern Ostern feiern: Hoffnungen zerbrechen: Jesus wird verurteilt; Trauernde werden froh: Gott schenkt Leben, Osterfreude ausdrücken wir sind Kinder einer Erde: Kinder in aller Welt; Jesus wendet sich Kindern zu; Kinder einer Erde werden Gottes Welt mit den Sinnen entdecken: Staunenswertes und Wunderbares; Freude und Dankbarkeit Jahrgangsstufe 2 miteinander leben: mit anderen leben ist nicht immer leicht; im Leben durch Höhen und Tiefen gehen; Versöhnung und Frieden suchen Jesus auf seinem Lebensweg begleiten: mit Jesus kommt Gottes Reich; Jesus geht seinen Weg bis zum Tod am Kreuz; Jesus lebt: Gott hat ihn auferweckt Menschen warten auf den, der Frieden bringt: wonach sich Menschen sehnen; Christen glauben: in Jesus ist der Retter geboren zur Gemeinschaft der Kirche gehören: das Leben in der Taufe Gott anvertrauen; in der Gemeinschaft der Kirche mit Jesus Christus leben auf vielfältige Weise beten: Beten mit Herz, Mund und Händen; von Jesus das Vaterunser lernen; im Gebet mit Gott und den Menschen verbunden in Gottes Schöpfung leben: die Welt als große Lebensgemeinschaft sehen; die Bibel erzählt: Gott sorgt sich, dass das Leben nicht untergeht; Gottes Schöpfung achten und bewahren 109

2 Jahrgangsstufe 3 von Gott sprechen: nach Gott fragen; Gott suchen und ihm vertrauen Vergebung erfahren und sich versöhnen; in Schuld geraten und was dann? Menschen erfahren Gottes Liebe und Vergebung; ein Fest der Versöhnung feiern die Bibel erzählt von Gott und den Menschen: die Heilige Schrift ein besonderes Buch; die Bibel Buch des Glaubens und der Kirche mit Jesus zusammen sein und Mahl feiern: Jesus schenkt Gemeinschaft; Jesus Christus im Wort und im Mahl begegnen in der Pfarrgemeinde leben: einander begegnen und miteinander feiern; eingeladen zum Gottesdienst jüdischem Glauben begegnen: das Volk Israel erzählt von seiner Befreiung; wie Juden ihren Glauben leben; jüdische Wurzeln christlichen Glaubens Sehnsucht nach einer gerechten, friedvollen Welt: Ungerechtigkeit und Not; von Propheten lernen; Schritte zu einer gerechteren, friedvolleren Welt Jahrgangsstufe 4 von Gott in die Freiheit geführt: mit Gott auf dem Weg; Gottes Wegweisungen, um die Freiheit zu bewahren Leid und Tod lösen viele Fragen aus: Leid und Tod gehören zum Leben; in Leid und Tod die Hoffnung auf Jesus Christus setzen das Evangelium wird weitergegeben: Pfingsten Gottes Geist bewegt Menschen; die Jesu weitertragen; in der weltweiten Gemeinschaft der Kirche leben in Bildern und Symbolen sprechen: sich in Bildern ausdrücken; biblische Bilder bewegen Menschen Christen leben in verschiedenen Konfessionen: Christen anderer Bekenntnisse kennen lernen; einander besser verstehen; miteinander leben und glauben dem Leben vertrauen können: ich bin ich was mein Leben schön macht Menschen mit anderen religiösen Überzeugungen: viele Menschen glauben an Gott; wie Muslime leben, woran sie glauben; miteinander in Frieden und Gemeinschaft leben 110

3 Am Ende der Jahrgangsstufe sollen die Schüler über folgendes Grundwissen verfügen: Grundwissen Grundkenntnisse: Grundregeln und Grundhaltungen, die aus christlicher Sicht für das Zusammenleben und Lernen in der Gemeinschaft wichtig sind Abraham und Sara als Beispiele für ein Leben aus dem Glauben biblischer Gehalt der Wörter Glauben, Segen und Gottes Bund bedeutsame Aufgaben und Dienste in einer Pfarrgemeinde; die sieben bayerischen Bistümer religiöse Stätten, Feste und Bräuche nichtchristlicher Religionen im Heimatraum Grundfertigkeiten: den Kirchenraum und wichtige liturgische Geräte als Ausdrucksformen von Glauben und Frömmigkeit entdecken die Bibel als geordnete Schriftensammlung: Bibelstellen auffinden und nachschlagen mit einfachen Übungen zur Stille, Entspannung, Konzentration und Besinnung kommen das Vaterunser als Grundgebet der Christen: einzelne Aussagen in einfachen Worten deuten Grundeinstellungen: die Zusage Gottes Ich habe dich beim Namen gerufen schätzen für das, was Menschen wichtig und heilig ist, empfindsam sein die Bedeutung der Bibel für Christen: Offenheit für das Lesen der Bibel christliche Grundhaltung beim Beten; das Beten schätzen Achtung vor Menschen anderer Kulturen und Religionen KR.1 Gemeinsam neu anfangen: ich bin nicht allein [vgl. EvR.4 und.] (ca. 8 Std.) Die Schüler suchen ihren Platz in einer neuen Klassen- und Schulgemeinschaft. Indem sie sich gegenseitig darüber austauschen, was ihnen für ihr Leben wichtig ist, lernen sie sich selbst und gegenseitig besser kennen. Beziehungen entstehen und wachsen. Die Einsicht, von Gott angenommen und geliebt zu sein, stärkt das Selbstwertgefühl und macht die Schüler bereit, einander Beachtung und Achtung zu schenken, sich auf Regeln für ein gelingendes Zusammenleben zu verständigen, zu verpflichten und sie einzuüben [PB]. einander kennen lernen: Name, Herkunft (ggf. Namenstags- bzw. Geburtstagskalender), Hobbys, meine Stärken und Schwächen, Hoffnungen und Ängste (z. B. vor neuem Schulweg, Alleinsein, Misserfolg) ausdrücken und Unsicherheiten abbauen helfen [VE] Gott hat mich bei meinem Namen gerufen und will mich begleiten (Jes 43, 1b ; 49, 1 16a); ggf. ich bin Gottes Ebenbild (Gen 1, 27); Konsequenz: Selbstwertgefühl entwickeln und Anderssein anderer achten zu Selbstständigkeit und Einsatz für die Gemeinschaft ermutigen mit 1 Kor 12, und ggf. mit Symbolgeschichten; Klassenregeln entwerfen und in Abstimmung mit dem Klassenleiter beschließen und erproben KR.2 Kirche am Ort: Leben in Pfarrei und Bistum [vgl. EvR.2] (ca. 10 Std.) Die Schüler kommen aus verschiedenen Pfarrgemeinden; ihre Beziehung zur Kirche ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. Durch Erkunden einer der Schule benachbarten Kirche und durch Begegnungen mit Persönlichkeiten aus der Pfarrgemeinde gewinnen die Schüler Einblick in lebendige Formen christlichen Lebens und Glaubens. Sie lernen das Kirchengebäude als sichtbaren Mittelpunkt der Gemeinde in seiner funktionalen und künstlerischen Gestalt wahrzunehmen und erfahren es als Sakralraum. Indem sie die Vielfalt gemeindlicher Dienste und Angebote entdecken, wird ihr Interesse an Mitgestaltung wach. Am Beispiel diözesaner Angebote wird den Schülern klar, dass jede Pfarrgemeinde zu einem Bistum gehört und Kirche sich selbst als Volk Gottes auf dem Weg versteht. 111

4 ein nahe gelegenes (ggf. evangelisches) Kirchengebäude erkunden, z. B. Bedeutung als Ort des Gebetes und des Feierns, Ausstattung, Baustil, Kirchenpatron, Geschichte; wichtige liturgische Gegenstände und ihre Bedeutung (vor allem Osterkerze); ein Gespür entwickeln für angemessene Verhaltensweisen und sie einüben; Hinweis auf die Bedeutung gottesdienstlichen Feierns Begegnung mit hauptberuflichen oder ehrenamtlichen Mitarbeitern, einen Pfarrbrief auswerten bzw. für Jugendliche schreiben lassen; ggf. Interviews durchführen (z. B. Angebote kirchlicher Jugendarbeit? Was lebt, was ist erstarrt?); die eigene Einstellung zur Kirche überprüfen Ortskirche im Netz des Bistums: Angebote für junge Menschen, Aufgaben eines Bischofs, wichtige diözesane Einrichtungen, die sieben bayerischen Bistümer; eine Bistumskarte auswerten; Kirche als Volk Gottes auf dem Weg durch die Zeit (z. B. Jugendwallfahrt) KR.3 Ein Buch wie kein anderes: die Bibel [vgl. EvR.3] (ca. 10 Std.) Für Christen ist die Bibel das Wort Gottes an uns Menschen. Die Schüler lernen die Bibel als eine vielgestaltige Textsammlung kennen. Indem sie entdecken, wann, wo und wie die Bibel entstanden ist, eignen sie sich wichtige Grundlagen zum besseren Verständnis und zur Wertschätzung des Alten wie des Neuen Testaments an. Damit sie selbst in der Bibel gewinnbringend lesen können, üben sie den Umgang mit ihr gründlich ein. zum Staunen kommen: die Bibel, das Buch der Bücher (z. B. Vielfalt der Übersetzungen und Ausgaben, aktuelle Daten zur Auflage, persönliche Bekenntnisse zur Bedeutung der Bibel); die Bibel früher und heute von der Papyrusrolle zur CD-ROM [IB] ein Buch aus vielen Büchern: die Bibel als geordnete Schriftensammlung; Bibelstellen auffinden und nachschlagen können in über 1000 Jahren in einem bestimmten Erfahrungsraum entstanden: die Entstehungsgeschichten von AT und NT im ersten Überblick was Menschen in der Bibel suchen: das Wort Gottes Erinnerung an die Ursprünge des jüdisch-christlichen Glaubens, Lebenshilfe für Gläubige (z. B. Begegnung mit Gott, Trost, Herausforderung, Orientierung) und Richtschnur für die kirchliche Verkündigung KR.4 Freude und Angst, Sorgen und Hoffnungen: zum Beten kommen (ca. 8 Std.) Die religiöse Sprachlosigkeit vieler heutiger Menschen zeigt sich zuerst im Bereich des Betens. Gleichzeitig steigt jedoch auch bei Schülern das Bedürfnis nach einem Gegenüber, dem man sich anvertrauen kann. Wenn durch meditative Übungen, einzelne Gebetsformen und -haltungen der Sinn des Betens erschlossen wird, erfahren die Schüler: wer allein oder gemeinsam mit anderen betet, streckt sich aus nach Gott und sucht Kraft, Halt und Orientierung. das Leben ernst nehmen: aufmerksam werden auf eigene und fremde Wünsche, Sorgen, Ängste, Hoffnungen, auf die Schönheit der Natur und Ereignisse in der Welt; nach Ausdrucksmöglichkeiten suchen Chancen und Wirkungen des Gebets: zu sich kommen und den Horizont weiten, z. B. Stille- und Konzentrationsübungen, Phantasiereisen; Beten als bewusste Kontaktaufnahme mit Gott (z. B. im Hören, Schauen, Sprechen, Singen, Tanzen, Malen, Helfen, Arbeiten) Gebetsformen: freies, geformtes, stilles persönliches oder gemeinsames Beten und seine Bedeutung; ggf. an einzelnen Psalmversen (z. B. Ps 18, 29 30; Ps 27, 1; Ps 30, 12; Psalmwort-Kartei); Gebetshaltungen verstehen; das Vaterunser (Mt, 1) als Haltegriff für das Leben altersbezogen verstehen lernen; Gebete auswählen, selbst formulieren [VSE]; ggf. Klassengebetbuch erstellen 112

5 KR. Wege des Glaubens: Abraham und Sara [FS] (ca. 10 Std.) In ihrem Verständnis der Abrahamserzählungen zeigt sich für drei Weltreligionen, was für sie Glauben im religiösen Sinn bedeutet. In ausgewählten biblischen Geschichten erfahren die Schüler die wesentlichen Weg-Stationen eines vertrauenden Glaubens. In Glaubensgeschichten, Liedern und Gebeten entdecken sie, dass dieser Glaube auch heute noch in vielfältiger Hinsicht lebendig ist. So können sie dafür offen werden, sich am Beispiel Abrahams und Saras zu orientieren und Anregungen für ihre eigene Lebensgestaltung zu gewinnen. Menschen wünschen sich Vertrauen: Erfahrungen des Vertrauens nachspüren im Vertrauen aufbrechen: Leben der Halbnomaden unter dem Schutz ihres Gottes; Aufbruch auf Gottes Anruf, Verheißung und Segen hin (Gen 12, 1 9; 13, 14 18) wer mit Gott unterwegs ist, verhält sich anders: er stiftet Frieden (Gen 13, 1 13), er nimmt Fremde freundlich auf (Gen 18, 1 10), er setzt sich für andere ein (Gen 18, 16 33) [GZ, MRE] sich in Gott festmachen : Abraham und Sara vertrauen ihrem Gott trotz ihrer Ängste, Fragen und Zweifel, z. B. Gen 1, 1 6; 16; 17, 1 22; 21, 1 8; 22, 1 19; Gottes Bund als Zeichen der Treue, z. B. 1, 1 21; 17, 1 14 wir orientieren uns: Abraham und Sara als Beispiele des Glaubens für Juden, Christen und Muslime; den Gehalt des Wortes glauben im biblischen Sinne beschreiben können; Beispiel(e) für ein Leben im vertrauenden Glauben früher und/oder heute KR.6 Sich neugierig öffnen: Begegnung mit fremden Kulturen (ca. 10 Std.) und Religionen [EU] Neue Kommunikationstechniken, steigender Ferntourismus und weltweite wirtschaftliche Verflechtungen lassen auch die Begegnungen mit Menschen andersartiger Kulturen und Religionen anwachsen. Die Schüler werden sich dessen anhand konkreter Beispiele bewusst und vertiefen ihre Aufmerksamkeit dafür, welche Schwierigkeiten und Chancen für das Zusammenleben erwachsen können. Sie entdecken und veranschaulichen die Spuren fremder (ggf. alter) Kulturen und Religionen in ihrer Region. Fremde bei uns: wo sie arbeiten, wie sie sich verständigen (z. B. andere Sprachen und Gebärden), sich kleiden und ihren Alltag gestalten auch in den Herkunftsländern; was sie bewegt und bedrückt [PB] religiöse Stätten (u. a. Gebetsräume, Moscheen, Synagogen, Kirchen, Friedhöfe am Schulort bzw. in der Region) benennen, ggf. in einem Plan auffinden und markieren; Feste und Bräuche (in Auswahl); nach Ursprung und religiösen Vorstellungen fragen, die darin zum Ausdruck kommen Möglichkeiten zu einem besseren Miteinander; ggf. persönliche Begegnungen anbahnen [GZ, MRE] wo keine Erfahrungen und Begegnungen mit Fremden vorliegen bzw. möglich sind, setzen sich die Schüler ggf. mit regional zugänglichen Zeugnissen alter Kulturen und Religionen auseinander (z. B. Kelten, Naturreligionen) 113

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