Hannover-Messe. Der Trend geht zu Komplettsystemen aus einer Hand

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1 MM Maschinenmarkt 15/2000 B Nr April 2000 DM 8,50 MONTAGEANLAGEN VORSTANDSCHEF J. ROHWEDDER: Der Trend geht zu Komplettsystemen aus einer Hand Weitere Themen: Umformen Werkzeuge Montage Gussteilgestaltung C-Technik, Software, Kommunikation Management Serie: Weltweit investieren Messeberichte Hannover-Messe MM tagesaktuell:

2 LEITARTIKEL Im Schatten des Internets Wer heutzutage von Informations- und Kommunikationstechnik spricht, meint dabei vor allem virtuelle Marktplätze in all ihren Spielarten. Synonyme dafür sind E-Commerce, Business to Business und Online- Börsen für Innovationen, Gebrauchtmaschinen oder Dinge des täglichen Lebens. An den Werkzeugmaschinenbau denkt in diesem Zusammenhang wohl kaum einer, zählt er doch zu den klassischen, aber durchaus innovativen technischen Disziplinen, die im Internet-Zeitalter allzu leicht ins Abseits gestellt werden. Wer meint, der Werkzeugmaschinenbau sei von der Informationstechnik unberührt geblieben, der irrt. Schon längst hat die I + K-Technik auch die Werkzeugmaschinen erfasst. Die Steuerungen, beispielsweise von komplexen Umformanlagen oder Fertigungssystemen, sind heutzutage bedienerfreundliche Informations- und Kommunikationssysteme, die die Verfügbarkeit solcher Anlagen erhöhen, die Bedienung vereinfachen, die Teilequalität sicherstellen und den Prozessablauf nachvollziehbar machen. Industrie-PC, Windows und entsprechende Anwendungssoftware machen die Maschinensteuerung zu einem leistungsfähigen elektronischen Assistenten des Bedieners, der per Tastendruck zu jeder Zeit den Prozessstatus abrufen kann. Auch wenn umgerüstet, gewartet oder instand gesetzt werden muss, tragen intelligente Steuerungen dazu bei, die dafür notwendige Zeit auf ein Minimum zu reduzieren. Multimedial aufbereitete Fehlerdiagnosesysteme sorgen für eine rasche Fehlerbehebung. Kann der Anwender die Störung aus welchen Gründen auch immer dennoch nicht beheben, sorgt Teleservice für schnelle kompetente Hilfe des Maschinenherstellers. Wie viel solche Systeme letztlich leisten können, hängt vom Umfang des Wissens ab, das in solchen Systemen gespeichert ist, und davon, was der Kunde dafür zu bezahlen bereit ist. Man muss kein Hellseher sein, um der werkzeugmaschinenbezogenen Informations- und Kommunikationstechnik eine gute Zukunft voraussagen zu können. Wie sonst ließen sich die immer komplexer werdenden Produktionsanlagen mit ihren Peripheriegeräten in den Griff bekommen und wirtschaftlich betreiben? BERNHARD KUTTKAT Maschinenmarkt, Würzburg 106 (2000) 15 3

3 Montageanlagen Rohwedder-Vorstandsvorsitzender Joachim Rohwedder: Wir erwarten in der Montageautomation in den nächsten Jahren deutliche Zuwächse. Seite 22 Montage Auch manuelle Montagelinien lassen sich mit Hilfe der Simulation optimieren. Seite 40 MM im Internet Sichern Sie sich einen Wissensvorsprung! Lesen Sie den»maschinenmarkt«der kommenden Woche ab Freitag davor im Internet: Tiefziehen Werkzeuge aus Kunststoff zum Tiefziehen von Titanplatinen substituieren die sonst erforderliche Ziehfolie und erschließen das Potenzial von Titanwerkstoffen für die Blechumformung. Seite 34 Gießen Simulationsprogramme vereinfachen das Optimieren von Gussteilen. Die Berechnung des Bauteils erfolgt sehr häufig über die Finite- Element-Methode. Seite 66 Hannover- Messe Die Bildverarbeitung bildete auch in diesem Jahr wieder einen Schwerpunkt innerhalb der Fabrikautomation. Seite 46 INHALT Leitartikel Bernhard Kuttkat Im Schatten des Internets 3 Unternehmen und Branchen Nach schwachem Jahr 1999 schalten Deutschlands Gießer wieder hoch 8 Internetservice der britischen Regierung unterstützt bei Handelspartnersuche 9 Kommentar: Keine Weltklasse 9 Im Blickpunkt: Atecs Fünf Weltmarktführer unter einem Dach 10 Personen 14 Steno 15 Europa 20 Hintergrund In der Montageautomation geht der Trend zu modularen und flexiblen Anlagen 22 Serie Weltweit investieren Glänzende Wachstumsperspektiven und günstige Produktionskosten machen Korea (Rep.) für Auslandsinvestoren zum Zielland Nr. 1 in Asien. 24 Innovation Technologien und Konzepte 30 Produktion und Betrieb Umformen Die zunehmend kürzeren Produktzyklen und die größere Vielfalt von Blechformteilen erfordern Pressen mit schnell umrüstbaren Bandanlagen. 32 Werkzeuge Titanbleche eignen sich zwar gut zum Kaltumformen, neigen aber zur Adhäsion. Deshalb sind Ziehfolien erforderlich. Tiefziehwerke aus Kunststoff benötigen diese Folie nicht. 34 Gießwalzen Die erste CSP-Gießwalzanlage, die in einem konventionellen Hüttenwerk auf Basis von Konverterstahl arbeitet, nahm in Duisburg die Produktion auf. 38 Montage Mit den Möglichkeiten der Ablaufsimulation lassen sich durch die Optimierung von manuellen Montagesystemen Kostenreduzierungen erzielen Maschinenmarkt, Würzburg 106 (2000) 15

4 Messeberichte Hannover-Messe Die Fachmesse Fabrikautomation gehörte auch in diesem Jahr wieder zu den Attraktionen der Hannover-Messe, zu der rund Besucher kamen. Ein Schwerpunkt der Fabrikautomation war die Bildverarbeitung. 46 Die Roboterpräsentationen in den Hallen 16 und 17 ziehen besonders viele Besucher an. Die gezeigten Lösungen leben immer mehr vom Applikations-Know-how. 50 Handhabungssysteme ergänzen die Roboterwelten. Bei den Komponenten sind Flexibilität und Modularität gefragt. 54 Erstmals wurde in diesem Jahr den Softwareanbietern ein eigenes Forum auf der Hannover-Messe geboten. Die Halle 14 war speziell für Softwareanbieter reseviert. 58 Die zunehmende Automatisierung erhöhte in Hannover das Interesse an elektronischen Bausteinen wie Steuerungen, Sensoren oder Sicherheitseinrichtungen. 62 Entwicklung und Konstruktion Gussteilgestaltung Mittlerweile sind Simulationsprogramme zur Optimierung von Gießprozessen auf PC lauffähig und damit auch für kleinere Unternehmen erschwinglich. 66 C-Technik, Software, Kommunikation Themen und Trends 70 Management und Organisation Marketing Die Corporate Identity darf viel, aber nicht zu viel versprechen. Nur dann ist ein CI-Konzept am Markt auch glaubwürdig. 72 Produkte und Verfahren Marktspiegel 81 Rubriken Firmenschriften 57 Dokumentation 76 Termine 91 Leserfax 92 Bücher I Impressum II Vorschau, MM im Internet III Maschinenmarkt, Würzburg 106 (2000) 15 5

5 UNTERNEHMEN UND BRANCHEN Mumpitz Das macht eben den Unterschied zwischen Amerika und Europa: Die einen setzen auf Markt, Wettbewerb und Dynamik, die anderen halten es mit Bündnissen, Kartellen und Planungssicherheit. Auch nach dem Abschluss von Nordrhein-Westfalen ist nicht zu erkennen, wo die Zukunftsfähigkeit des deutschen Tarifmodells liegen sollte. Die Beschäftigungsbrücke ist beschäftigungspolitischer Mumpitz. Es gibt am deutschen Tarifmodell und seinen Ergebnissen nichts zu feiern. Gerecht verteilt? Das bisherige System bestraft eigene Erfolge der Länder. Wer gut wirtschaftet muss das zusätzliche Geld abgeben. Das kann nicht das Ziel gewesen sein, als man den Länderfinanzausgleich schuf. Er soll die Lebensverhältnisse in der Republik angleichen, aber nicht die Erfolgreichen bestrafen. Soweit dürften die 16 Länder übereinstimmen, doch die Folgen für die Praxis sind unklar. Wie sollen denn die Anreize aussehen und wie viel Geld fließt am Ende? Schröders Sieg Hauptgewinner dieser Tarifrunde ist damit der Bundeskanzler und Bündnis-Moderator Gerhard Schröder. Zwickel kann sich den moderaten Verlauf als Verdienst anrechnen, wird aber der Öffentlichkeit erst noch klarmachen müssen, wozu der ganze Theaterdonner um die Rente mit 60 nötig war. Und Metallarbeitgeber-Chef Werner Stumpfe wird wohl bald merken, dass die Freude der Unternehmen bei genauer Lektüre der Regeln zur Altersteilzeit abklingt. Nach schwachem Jahr 1999 schalten Deutschlands Gießer wieder hoch Die deutschen Eisen-, Stahlund Tempergießereien konnten 1999 Aufträge in Höhe von 3,6 Mio. t buchen. Das waren 4,7% weniger als im Vorjahr, so der Deutsche Gießereiverband (www.dgv.de) in Düsseldorf. Bedingt durch die noch stabile Automobilkonjunktur bestellte der Fahrzeugbau im abgelaufenen Jahr mit 1,8 Mio. t (minus 2,1%) noch am meisten. Der Orderrückgang des Maschinenbaus fiel mit 7% auf t sehr viel deutlicher aus. Bei Rohren und Rohrformstücke wurden 11% weniger bestellt als Das Nachfragevolumen erreichte rund t. Bei den sonstigen Gusskomponenten belief sich der Rückgang auf 5,1% (Volumen: t). Besonders stark geschrumpft ist 1999 die Inlandsnachfrage (minus 7% auf 2,7 Mio. t), während die Orders der aus- Beim Vererben nichts verschenken Auf knapp 14 Billionen Mark hat sich das Vermögen der Bundesbürger inzwischen erhöht, erklärt der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Erbrechtskunde e.v., Wolfgang Kastner. Allein in diesem Jahr seien rund 400 Milliarden Mark zu vererben oder zu verschenken, aufgrund der geplanten Erbschaftsteuerhöhung vermutlich für viele mit drastisch erhöhter Steuerbelastung. Haben Sie Fragen zum Erbrecht, wollen Sie die Unternehmensnachfolge sichern, rechtzeitig vorsorgen oder Erbschaftsteuer sparen? Dann rufen Sie an. Unter der Telefonnummer (09 31) und (09 31) steht Ihnen am 18. April 2000 in der Zeit von 15 bis 18 Uhr Rechtsanwalt Benedikt Hruschka von der Kanzlei Jordan, Schäfer, Dr. Auffermann in Würzburg für Ihre Fragen zum Erbrecht zur Verfügung. TELEFONAKTION ländischen Gussabnehmer sogar um 2,7% auf über t zulegten. Die Bestelltätigkeit von Abnehmern aus den EU-Ländern entwickelte sich mit plus 5,7% wesentlich dynamischer als die von Kunden aus Drittländern (minus 8,6%). Die Auftragsreserven der deutschen Gießereiindustrie lagen Ende 1999 bei 1,05 Mio. t. Verglichen mit 1998 war damit das Auftragspolster um 1,1% dicker. Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Produktionsleistung des Jahres 1999 entsprach der Auftragsbestand am Ende des Berichtsjahres einer Reichweite von 3,5 Monaten. Ausgehend von einer guten Versorgungslage sowie einer gedämpften Konjunktur in der Stahlindustrie, blieben die Preise für Stahlschrott und Gussbruch im Verlauf des Jahres stabil. Zum Jahreswechsel 1999/2000 zogen allerdings die Einkaufspreise auf breiter Front und unerwartet stark an. Für das laufende Jahr rechnet der Gießereiverband mit einem Anstieg der Gussproduktion in der Größenordnung von 1%. Die jetzt vorliegenden Daten für den Januar 2000 signalisieren mit einem Plus bei den Aufträgen von 8,4% einen guten Start. Insoweit habe die Produktionsprognose 2000, heißt es in der Mitteilung des Verbandes, auch noch Steigerungspotential. Sedlbauer meldet Umsatzzuwachs Die Sedlbauer AG, Grafenau, meldet für das Geschäftsjahr 1999 Umsätze in Höhe von 78,4 Mio. DM (Vorjahr: 67,3 Mio. DM). Der Jahresüberschuss betrug 4,5 Mio. DM (Vorjahr: 1,8 Mio. DM). Wesentliche Einflüsse auf die Ertragsverbesserung hatten Umsatzzuwächse im Automaten- und Großgehäusebaus, aber auch die Erholung des Produktbereichs Kommunikationssysteme. Für das Geschäftsjahr 2000 erwartet der Alleinvorstand Michael G. Seidl moderate Umsatzsteigerungen. Continental steigert den Gewinn Der Continental-Konzern hat den Gewinn vor Zinsen und Ertragssteuern für 1999 um 34% auf 999,4 Mio. DM oder 511 Mio. Euro gesteigert. Zu diesem Abschluss haben alle Konzernbereiche beigetragen. Der Umsatz erhöhte sich vor allem durch die erstmalige Einbeziehung von Continental Teves. Die Zahlen zeigen eindrucksvoll, dass unsere Rechnung der Zusammenführung von Reifen- und Fahrwerktechnologie schon jetzt aufzugehen beginnt, so Dr. Stephan Kessel, Vorsitzender des Vorstands. 8 Maschinenmarkt, Würzburg 106 (2000) 15

6 UNTERNEHMEN UND BRANCHEN Nach einer längeren Phase erbitterter Preiskämpfe befindet sich der europäische Markt für Schmelzklebstoffe (Hot Melt Adhesives) im Aufschwung. Bis 2006 kann nach einer neuen Prognose der Beratungsgesellschaft Frost & Sullivan (www.frost.com) mit einer durchschnittlichen jährlichen Zuwachsrate von 3,7% gerechnet werden. Entsprechend wird sich das am europäischen Markt getätigte Umsatzvolumen von aktuell 794,6 Mio. Dollar bis zum Jahr 2006 auf knapp über eine Milliarde Dollar erhöhen. Die Hersteller profitieren somit vom Trend zu umweltverträglichen Klebstoffen. Diverse Industrien setzen die lösemittelfreien Hot Melts für immer neue Produkte ein. Der größte Absatzmarkt, der Papier- und Verpackungssektor, war in den vergangenen Jahren KOMMENTAR Keine Weltklasse Nun kommt sie also die Greencard für Computer- und Softwarespezialisten. Ein paar Jahre wird man so die Lücke bei IT-Fachkräften überbrücken können. Zwischenzeitlich gilt es, aus- und fortzubilden was das Zeug hält. Doch nicht nur im Bereich I+K gibt es Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern. Jeder zweite Ausbildungsbetrieb hat laut einer Umfrage des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) erkannt, dass er seine Fachkräfte mit Zusatzqualifikationen ausstatten muss sei es mit Fremdsprachenkenntnissen, Know-how in Sachen Team- und Projektarbeit oder Qualitätssicherung. Bei der praktischen Umssetzung aber sieht die Welt schon wieder anders aus. Rund 40 Prozent der vom BIBB befragten Betriebe haben noch keine Qualifizierungsmaßnahmen eingeleitet; 28 Prozent planen nicht einmal welche. Der Grund: 68 Prozent der Fortbildungsmuffel befürchten einen Anstieg der Ausbildungskosten. Damit aber bestätigt sich erneut die Kurzfrist-Denke vieler Entscheider, wonach Mitarbeiter Kostenträger sind und nicht Träger von Humankapital. World-Class-Unternehmen handeln weitsichtig, heißt es in einer neuen Studie der Beratungsfirma Droege & Partner: Viele deutsche Unternehmen sind ganz offensichtlich nicht world class. js Umweltfreundliche Schmelzklebstoffe erfreuen sich wachsender Nachfrage durch dramatischen Preisverfall geprägt. Dennoch rechnet Clare Webster, Research Analyst bei Frost & Sullivan, mit kontinuierlich steigender Nachfrage aus dieser Sparte. Auch in der Automobilindustrie wächst die Nachfrage nach Hot Melts. Hauptakteure am Markt für Schmelzklebstoffe sind Henkel, National Starch & Chemical und HB Fuller. Als Reaktion auf den immer härteren Wettbewerb gab es eine größere Anzahl von Fusionen und Akquisitionen. Doch Übernahmen wie die von Datac durch HB Fuller, der deutschen Tochtergesellschaft von Mydrins durch Starch & Chemical sowie der restlichen Mydrin- Geschäftsbereiche durch Bostik sind nach der Studie erst der Anfang: Die Unternehmen wollen ihre Angebotsplatte weiter ausbauen und ihre F&E-Ressourcen stärken. Trade-UK: Britischer Internetservice unterstützt die Handelspartnersuche British Trade International, die Handelsförderungsorganisation der britischen Regierung, hat einen kostenlosen Internetdienst eingerichtet, der Unternehmen in Deutschland und aller Welt bei der Suche nach geeigneten britischen Partnern unterstützen soll. Trade-UK wird in den nächsten Monaten auf großen deutschen Messen dem Fachpublikum nähergebracht. Trade-UK wurde von Dialog Corporation plc, einem der führenden britischen Online-Wirtschaftsinformationsdienste, entwickelt. Bereits im ersten Jahr seines Bestehens hat der Dienst über spezifische Anfragen aus aller Welt nach Produkten britischer Firmen bearbeitet und mehr als zwei Millionen Mitteilungen per an britische Firmen weitergeleitet. Der Dienst ist unter der Adresse com/menu zugänglich und ermöglicht außerhalb von Großbritannien tätigen Firmen die Suche nach potentiellen Bezugsquellen, TRENDS die Recherche in der offiziellen nationalen Datenbank für Exporteure (sie enthält mehr als Einträge britischer Firmen), Webseiten britischer Firmen über Internetlinks zu kontaktieren und geschäftliche Fragen vertraulich in direktem Kontakt zu erörtern. Unternehmen, die jedoch einen persönlicheren Kontakt bevorzugen, können sich auch direkt an das Team von British Trade International in der Handelsabteilung ihres nächstgelegenen Britischen Generalkonsulats (Düsseldorf, Berlin, Frankfurt/Main, Hamburg, München, Stuttgart und Leipzig) wenden. Ausführliche Informationen sind online unter abrufbar. Der Index der Einfuhrpreise, so das Statistische Bundesamt, lag im Februar 2000 um 10,9% über dem Vorjahresstand. Ohne Erdöl und Mineralölerzeugnisse hätte sich der Anstieg lediglich auf 4,6% belaufen. Die Mitgliedsunternehmen der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau im VDMA mussten 1999 einen Auftragsrückgang um 22% auf 23,5 Mrd. DM hinnehmen. Mehr Berufsschüler: Im Schuljahr 1999/2000 besuchen knapp 2,7 Mrd. Schülerinnen und Schüler in Deutschland berufliche Schulen. Das sind 2,2% mehr als vor Jahresfrist. Im Fiskaljahr 1999/2000 (31. März) erreichte die japanische Stahlproduktion nach ersten Schätzungen 97,91 Mio. t. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr betrug damit 7,6%. Maschinenmarkt, Würzburg 106 (2000) 15 9

7 UNTERNEHMEN UND BRANCHEN Seco Tool investiert in Akquisitionen Vor dem Hintergrund einer schwachen Nachfrage im Jahr 1999, die sich gegen Jahresende mit Tendenz nach oben stabilisiert hat, investierte Seco in die Akquisition namhafter Unternehmen: Mit dem Kauf von Pramet Tools (Tschechische Republik) sicherte sich Seco eine Plattform für seine Ambitionen in Osteuropa. Durch die Übernahme von EPB Bouxviller (Frankreich) wird Seco Komplettanbieter von der Spindel bis zur Schneide. Zebra Technologies steigert Gewinn Zebra Technologies, ein führender Anbieter von Barcode-Drucktechnologie und den zugehörigen Verbrauchsmaterialien, konnte den Umsatz im vierten Quartal 1999, das zum 31. Dezember 1999 zu Ende ging, im Vergleich zum gleichen Vorjahresquartal um 34,1% von 80,08 Mio. Dollar auf 107,39 Mio. Dollar steigern. Für das Gesamtjahr stieg der Umsatz des Unternehmens um 18,6% auf 398,52 Mio. Dollar (Vorjahr 335,98 Mio. Dollar). Eko Stahl erreicht positives Ergebnis Das Geschäftsjahr 1999 war für die Eko Stahl GmbH in den ersten drei Quartalen durch eine schwierige Stahlmarktlage gekennzeichnet. Das Management von Eko stellte sich jedoch das Ziel, ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen. Darauf basierend wurde bei Eko Stahl ein Management-Ziel-Programm zur Ergebnisverbesserung initiiert. Heute kann festgestellt werden, dass dieses Ziel erreicht wird. Mit einem Jahresumsatz von 1489 Mio. DM (Vorjahr 1600 Mio. DM) wurde die Größe von 1998 nicht erreicht. IM BLICKPUNKT Atecs Fünf Weltmarktführer unter einem Dach URSULA HOFMANN Nach der Vorstellung des neuen Namens für die Bereiche Automotive und Engineering von Mannesmann im März dieses Jahres präsentierte sich die Atecs Mannesmann AG auf der Hannover-Messe Industrie erstmals offiziell. Unter dem Dach von Atecs werden fünf Weltmarktführer Rexroth, Dematic, Demag Krauss- Maffei, VDO nun zusammen mit Siemens Automobiltechnik und Sachs künftig im Markt auftreten. Der Atecs- Vorstand besteht derzeit aus den ehemaligen Mannesmann-Vorständen Georg Acker, Jochim Rauhut, Sigmar Sattler und Peter Prinz Wittgenstein. Atecs steht für Advanced Technologies, erklärte Georg Acker, Mitglied des Vorstands der Atecs Mannesmann AG, während der gut besuchten Pressekonferenz. Das starke Wachstumspotenzial von Atecs wird durch die Geschäftsentwicklung in den beiden ersten Monaten des Jahres 2000 eindrucksvoll belegt. Verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum stieg der Umsatz um 16%, der Auftragseingang erhöhte sich deutlich um 31% auf ein Auftragsvolumen von 2,4 Mrd. Euro alleine in den Monaten Januar und Februar Im Jahr 1999 hat Atecs Mannesmann mit Mitarbeitern weltweit einen Umsatz von 12,4 Mrd. Euro erzielt, das EBIT- DA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Goodwill-Amortisation) lag bei 1,1 Mrd. Euro. Ziel ist es, dieses Ergebnis bis zum Jahr 2004 zu verdoppeln, was einem jährlichen Ergebniswachstum von 15% entspricht. Verbunden mit dem niedrigen Verschuldungsgrad von weniger als 20% des Eigenkapitals ist somit die Basis für weiteres starkes Wachstum geschaffen. Mittelfristiges Ziel sind 20% Rendite auf das eingesetzte Vermögen. Mit diesen Zielen wird Atecs im Juni 2000 an die Börse gehen. Es ist vorgesehen, in einer ersten Tranche mehr als 50% des Atecs-Aktienkapitals zu platzieren. Atecs wendet sich auch an private Investoren. Über eine ab sofort geschaltete Wir stehen und das geben wir offen zu vor der Herausforderung, das große Wachstumspotenzial der fünf unter dem Namen Atecs zusammengefassten Unternehmen darzustellen, zu erläutern und unmissverständlich ins Bewusstsein zu rufen, sagte Georg Acker, Mitglied des Vorstands der Atecs Mannesmann AG, Ressort Engineering, während der Hannover-Messe Industrie. gebührenfreien Info-Hotline unter der Nummer 0800/ sowie die Internetseite können sich interessierte Anleger ausführlich über den Atecs-Börsengang informieren. Die Mannesmann-Bereiche Automotive und Engineering stand aus Sicht der Öffentlichkeit in den letzten Jahren zweifelsohne im Schatten der Telekommunikation, führte Georg Acker weiter aus. Spätestens seit dem Vodafone-Deal wird der Name Mannesmann in erster Linie mit Telekommunikation assoziiert. Ein ausschlaggebender Grund, so Atecs- Manager Acker, dem neuen Technologie- Konzern mit Atecs Mannesmann auch einen neuen Namen zu geben. Ein topaktuelles Beispiel für eine Strategie der wertorientierten Portfoliosteuerung ist das jüngst vereinbarte Joint-Venture zwischen VDO und der Siemens Automobiltechnik. Mit dem Joint-Venture, an dem beide Partner mit jeweils 50% beteiligt sein werden, verstärken wir gemeinsam unsere Kompetenz in Schlüsseltechnologien und legen die Basis für weiteres profitables Wachstum. Es ist geplant, im Juni zunächst rund 50% des Atecs-Aktienkapitals zu platzieren. Eine zweite Tranche wird nach heutigem Stand der Planung folgen. Rund 10 Mrd. Euro soll das Going Public einbringen. Atecs wird, so Georg Acker, wie in den vergangenen Jahren Mannesmann, durch die starke Präsenz in Zukunfts- und damit Wachstumsmärkten, die heute zum Teil noch gar nicht als solcher erkannt worden sind, die Fantasie der Börsianer beflügeln. Bild: Mannesmann 10 Maschinenmarkt, Würzburg 106 (2000) 15

8 UNTERNEHMEN UND BRANCHEN Lebhaftes Geschäft bei Steigtechnik Die Günzburger Steigtechnik GmbH, berichtet von einem lebhaften Geschäft bei Leitern und Gerüsten in den ersten Monaten des Jahres. Sprecher Andreas Rill prognostizierte ein zweistelliges Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr (1999: 22 Mio. DM). Mit Investitionen von rund 6 Mio. DM reagiert der Spezialanbieter ffensiv auf die steigende Nachfrage. Eine neue Werkshalle wird ab Mai die Produktionskapazität um rund 40% erhöhen. Knapp Logistik erhöht den Umsatz Die Knapp Logistik Automation GmbH mit Sitz in Hart bei Graz/Österreich, ein führender Anbieter von com- Seit Jahresbeginn hat die M+W Zander Facility Management GmbH die komplette Bewirtschaftung des Zeppelin Carrés in Stuttgart übernommen. Die Laufzeit des Vertrages beträgt fünf Jahre, der Auftragswert beläuft sich auf rund 5 Mio. DM. putergesteuerten Kommissionieranlagen für den Groß- und Versandhandel, erwirtschaftete im Geschäftsjahr 1998/99 mit sei- Bild: M+W Zander nen 414 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 56 Mio. Euro. Das Auftragsvolumen von 66 Mio. Euro übertrifft das des Vorjahres um 15%. Im 3-Jahres-Vergleich entspricht das einer Steigerung von 50%. Der Hauptkundenkreis ist im Groß- und Versandhandel zu finden. Heyde sieht weiter starkes Wachstum Die Heyde-Gruppe hat im Geschäftsjahr 1999 ihren Umsatz um knapp 140% auf 180,1 Mio. DM nach 76 Mio. DM im Vorjahr mehr als verdoppelt. Das Vorsteuerergebnis konnte um knapp 200% auf 22,9 Mio. DM verdreifacht werden. Mit diesem Ergebnis wurden die Wachstumsprognosen deutlich übertroffen. Wie Vorstandsvorsitzender Dieter Heyde mitteilte, konnte im Zuge des Umsatzwachstums auch die Marge substantiell verbessert werden. 12 Maschinenmarkt, Würzburg 106 (2000) 15

9 UNTERNEHMEN UND BRANCHEN Bosch trotzt schwierigem Umfeld Bosch erzielte mit Erzeugnissen der Automationstechnik trotz schwieriger Rahmenbedingungen einen Umsatz in Höhe von 1,8 Mrd. DM. Damit konnte ein Plus von 6,7% erreicht werden. Die Umsatzzahl schließt unternehmensinterne Lieferungen des Montageanlagenbaus mit ein. Rund 950 Mio. DM des erwirtschafteten Umsatzes entfielen auf das Inland. Ohne die unternehmensinternen Lieferungen des Montageanlagenbaus verzeichnete der Bosch-Geschäftsbereich Automationstechnik im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzrückgang von 1,5% auf insgesamt 1,4 Mrd. DM. Deutliche Steigerung bei Manugistics Manugistics, ein Anbieter von intelligenten E-Business-Lösungen, konnte auch im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2000 (29. Februar) seinen Lizenzumsatz deutlich steigern. Die Lizenzeinkünfte beliefen sich in diesem Zeitraum auf rund 22 Mio. Dollar und lagen damit gegenüber dem dritten Quartal um 51% höher. Gleichzeitig ging der Unternehmensverlust im vierten Quartal des Vorjahres zurück. Manugistics führt diese Entwicklung vor allem auf die Umstrukturierung im Vertrieb sowie auf die Umsetzung seiner E- Business-Strategie zurück. 50 Jahre Eugen Koch Das Unternehmen Eugen Koch CNC-Präzisionsteile feierte im März das 50-jährige Bestehen. Mit einer kleinen Werkstatt in Balingen- Weilstetten legte Eugen Koch Vater des jetzigen Eigentümers die Grundlage für die heutige Firma. Heute fertigt die Eugen Koch CNC- Präzisionsteile in den 1995 bezogenen Fertigungshallen auf insgesamt elf modernen CNC-Maschinen hochwertige Teile aus Edelstahl für die Armaturenindustrie. Unter den Kunden befinden sich namhafte Unternehmen aus Pneumatik, Hydraulik, Mess- und Regeltechnik, Verschraubungen und Armaturen. Firmenjubiläum im Hause Ruko Einer der führenden Hersteller für Bohr- und Senkwerkzeuge, die Ruko GmbH aus Holzgerlingen, feiert dieses Jahr das 25-jährige Bestehen. Angefangen hat alles im Jahr 1974 mit der Gründung der Ruko OHG in Böblingen wurde der Firmensitz von Böblingen auf die grüne Wiese nach Holzgerlingen verlegt. Heute verfügt der Spezialist für Einsatzwerkzeuge zum Bohren von Metall, Beton und Holz über einen modernen Maschinenpark. Vollautomatisierte Schleifzentren ermöglichen mit Hilfe der CBN- Schleiftechnik höchste Präzision und Wiederholgenauigkeit in der Bohrer- und Senkerherstellung. IDS Scheer mit Rekordergebnis Die IDS Scheer AG, ein führendes Beratungs- und Softwareunternehmen auf dem Gebiet der Geschäftsprozessoptimierung und E-Business, hat das Geschäftsjahr 1999 mit einem Rekordergebnis abgeschlossen. Der Konzernumsatz nahm um 34% auf 170,3 Mio. DM zu. Das operative Ergebnis verbesserte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 23% auf 23,5 Mio. DM, während das Ergebnis vor Steuern um nahezu 40% gesteigert werden konnte. Der Jahresüberschuss der IDS Scheer-Gruppe erhöhte sich über Plan um gut 55%. Maschinenmarkt, Würzburg 106 (2000) 15 13

10 UNTERNEHMEN UND BRANCHEN PERSONEN Ewald Werling wurde von der Trans-Cat GmbH in die Geschäftsleitung berufen. Damit hat das Karlsruher Unternehmen die Administration seiner umfassenden Service- Bereiche an zentraler Stelle zusammengefasst. In seiner neuen Position ist Werling verantwortlich für die Service- Segmente der Geschäftsbereiche für CAX-Lösungen, E-Business und Engineering. Rui Teixeira wurde von Dynisco Hot Runners zum neuen Geschäftsführer der Zweigniederlassung in Portugal ernannt. Teixeira übernimmt die Aufgabe, das Wachstum des Unternehmens in diesem Markt weiter voranzutreiben und dabei den Service und die produktbegleitende Unterstützung der Kunden auf dem bewährten hohen Niveau sicherzustellen. Jan Herdegen ist seit Februar 1999 als Regionalverkaufsleiter für Industrie-Lacksysteme Region Nord bei der Spies Hecker GmbH in Köln tätig. Der gelernte Dipl.-Ing., bereits seit elf Jahren in der Kfz-Branche tätig, bringt die richtigen Voraussetzungen für diese Aufgabe mit. Zunächst beschäftigt als Konstrukteur bei einem Hersteller von medizinischen Spezialfahrzeugen, wechselte er anschließend in der Vertrieb Nutzfahrzeuge zur Iveco Magirus AG. Gary S. Balkema, derzeit Leiter des Bayer-Consumer-Care-Bereichs für die Region Nordamerika, und Dr. Hagen Noerenberg, Ge- schäftsführer der 50-prozentigen Bayer-Tochter EC Erdölchemie GmbH, Köln-Worringen, sind zum 1. Mai 2000 zu neuen Leitern der Geschäftsbereiche Consumer Care beziehungsweise Kunststoffe ernannt worden. Manfred Neumann wurde zum neuen Geschäftsführer des Unternehmens Kürbi & Niggeloh, Bilora, Radevormwald, ernannt. Der bisherige Geschäftsführer Kurt-Eduard Kürbi zieht sich aus Altersgründen aus der Geschäftsführung zurück. Das Unternehmen stellt unter dem Namen Bilora hochwertige Metallkunststoff-Verbindungen her. Dipl.-Kom. Ralf Kersting fungiert seit dem 1. April als neuer geschäftsführender Gesellschafter der Olsberg Hermann Everken GmbH, Olsberg. Er hat die Nachfolge seines Vaters Dipl.- Ing. Edward Kersting angetreten, der nach fast 35 Jahren an der Spitze des mittelständischen Herstellers von Gießereiprodukten und Heiztechnik als Vorsitzender in den Fachbeirat wechselt. Reinhard Huber verstärkt seit 10. Januar die Lenze Verbindungstechnik GmbH & Co. KG als Verkaufsleiter für Österreich und Deutschland. Huber, der von 1995 bis 1999 bei Ulmer Technik als Verkaufs- und Niederlassungsleiter zuständig war, übernimmt bei der Lenze Verbindungstechnik von Günter Winkler die Agenden der Verkaufsleitung für den Bereich der Verbindungstechnik. 14 Maschinenmarkt, Würzburg 106 (2000) 15

11 UNTERNEHMEN UND BRANCHEN STENO Die Carl Cloos Schweißtechnik GmbH, Haiger, konnte einen Großauftrag über 230 rechnergesteuerte MIG/MAG- Schweißstromquellen im Gesamtwert von 2,5 Mio. DM verbuchen. Auftraggeber sind die Metalsa-Werke im mexikanischen Monterrey, einer der größten Zulieferer der US- Automobilindustrie. Seit Jahresbeginn ist Cloos mit einem eigenen Büro in Mexiko präsent. Yet2.com, ein globaler Internetmarktplatz für wissenschaftliche und technische Innovationen, und die Patentanwaltskanzlei Kuhn & Wacker geben ihre strategische Zusammenarbeit bekannt. Dabei unterstützt die Patentanwaltsgesellschaft mit Sitz in Freising bei München die Kunden und Interessenten bei der Listung ihrer zur Vermarktung stehenden Innovationen von der yet2.com-seite. Die Burgmann Dichtungswerke GmbH & Co KG, Wolfratshausen, hat eine Tochtergesellschaft auf den Philippinen gegründet. Der Burgmann-Anteil an dem Jointventure in der Nähe der Hauptstadt Manila beträgt 51%; der Rest entfällt auf den Partner Emcar, der bereits in der Vergangenheit als Burgmann- Vertretung tätig war. BASF, weitere global agierende Chemieunternehmen und SAP wollen im Rahmen eines Jointventure den führenden Internetmarktplatz für die chemische und pharmazeutische Industrie schaffen. Grundlage dafür bilden die entsprechenden mysap.com- Technologien von SAP für die elektronische Geschäftsabwicklung. Zu den Gründungspartnern gehören ferner Degussa-Hüls, Henkel und die Metallgesellschaft. SAP beteiligt sich über die Tochter SAP- Markets. Die Baumann GmbH, Amberg, erwirbt die Ferco srl. und übernimmt damit nach eigenen Aussagen die Führungsrolle am italienischen Markt für Automatisierungssysteme. Ferco, einer der Wegbereiter der Robotertechnik in Italien, ergänzt das Angebot von Baumann-Handlingsystemen optimal setzte das Mailänder Unternehmen mit Produktionslinien für die Elektronik und Mechanik rund 10 Mio. DM um. Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Walter Döring (dritter von rechts) besuchte den Bizerba-Stand auf der Handwerksmesse in München. Bizerba-Chef Hans-Georg Stahmer (zweiter von rechts) erläuterte dem prominenten Gast unter anderem die Vernetzung von Waagen- und Kassenwelt zu einem modernen Warenwirtschaftssystem. Bild: Bizerba Maschinenmarkt, Würzburg 106 (2000) 15 15

12 UNTERNEHMEN UND BRANCHEN Die Linn High Term GmbH, Hirschbach, Hersteller von Industrie- und Laboröfen, Mikrowellen- und Induktionswärmeanlagen, hat sich einen Beirat zugelegt. Diesem gehören an: Dr. Wolf-Dieter Emmerich (Netzsch Gerätebau), Dr. Helmut Knosp (Edelmetall-Scheideanstalt Hafner), Dr. Lorenz M. Raith (ehemals INA), Dr. Gert Vogt (ehemals KfW), und Dr. Erwin Wegner (RWE/Tessag). Der zweite gemeinsame Auftritt der Intoolex und der Microtecnic vom 14. bis 17. März 2000 in der Messe Zürich war wiederum ein Erfolg: Fachbesucher und 341 Aussteller nahmen ein positives Messebild mit nach Hause. land für kundenspezifische, kaltgewalzte Präzisionsprofile aus Stahl und NE-Metallen. Zu den Kunden des Unterneh- Bild: Reed Messen (Schweiz) mens zählen Hersteller von Logistiksystemen ebenso wie der Schaltschrankbau, die Klimatechnik sowie Firmen Die Profilmetall GmbH, Hirrlingen, ein schwäbischer Familienbetrieb, hat den Generationswechsel erfolgreich vollzogen. Die Firmengründer Dr. Helmut und Irene Eberspächer legten die Geschicke der Firma jetzt in die Hände von Daniela Eberspächer-Roth und Manfred Roth. Profilmetall gilt heute als eine der ersten Adressen in Süddeutschder Fahrzeug- und Möbelindustrie. Der FAG-Konzern hat in diesem Jahr erstmals am Wettbewerb Die beste Fabrik Industrial Excellence Award teilgenommen und mit der FAG Aircraft/Super Precision Bearings GmbH, Schweinfurt, auf Anhieb einen hervorragenden zweiten Platz belegt. Ausgerichtet wird der Wettbewerb von der Managementschule Insead in Fontainbleau/Frankreich, der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU), Koblenz, und dem Wirtschaftsmagazin Wirtschaftswoche. M+W Zander, Stuttgart, hat erneut einen Großauftrag aus Südostasien erhalten. Für Chartered Semiconductor Manufacturing errichtet die 16 Maschinenmarkt, Würzburg 106 (2000) 15

13 UNTERNEHMEN UND BRANCHEN Jenoptik-Tochter in Singapur die Chipfabrik Fab 7. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf rund 300 Mio. DM. M+W Zander übernimmt als Generalunternehmer Design, Planung und Bau der Fabrik. An der FHS Hamburg gibt es seit Sommer 1999 mit der Arbeitsgruppe Marketing und Organisation eine neue studentische Unternehmensberatung, die sich mit allen Fragen rund um das Marketing, den Vertrieb und die Marktforschung befasst. Zum Aufgabenspektrum gehört das Erstellen von Marketingplänen ebenso wie das Messen der Kundenzufriedenheit oder die Optimierung der Vertriebsorganisation. Geleitet wird die Arbeitsgruppe vom Hamburger Unternehmensberater Hans-Dieter Neumann, der auch Lehrbeauftragter an der FHS ist. Weitere Infos: Tel. (0 40) Balanced Scorecard, Kenzahlen und Zielvereinbarungen sind sinnvolle Steuerungsgrößen in der Produktion. Aus diesen Grunde veranstaltet die MCF Management Circle GmbH am 6. Juni in Düsseldorf, am 27. Juni in München und am 24. August in Wiesbaden ein Seminar, das sich dieser Problematik widmet. Referieren werden Vertreter so bekannter Unternehmen wie FAG Kugelfischer und Hilti. Die Seminarleitung legt bei der Con Moto Unternehmensberatung GmbH, München. Weitere Infos: SMS Demag, Düsseldorf, ist beteiligt an der Modernisierung der Kalt- und Warmwalzstraße im Werk Hamburg der VAE Aluminium AG. Dabei entschied sich VAW für die von SMS Demag angebotene Komplettlösung mit umfangreicher Automatisierung von Level 1 und Level 2, Prozessleitsystem und Stichplanberechnung. Das Fachinstitut Gebäude- Klima, Bietigheim-Bissingen, hat jetzt den Marktführer Reinigung von Raumlufttechnischen (RLT-)Anlagen herausgegeben. Er soll Betreibern, Anlagenbauern und Serviceunternehmen einen Überblick über Techniken, Systeme und Anbieter in diesem Marktsegment geben. Er kann gegen 3 DM Rückporto beim Fachinstitut bezogen werden (www.fgk.de). Die GoIndustry AG, Online- Handelsplatz paneuropäischen Zuschnitts, hat am 28. März ihre Internetseite freigeschaltet. Unter offeriert ein umfangreiches Angebot an gebrauchten und überschüssigen Industriemaschinen und Bürotechnik. Das Unternehmen arbeitet mehrsprachig und mit verschiedenen Währungen. Es hat Büros in London, München und Paris. Die Shopping.de AG, Bad Vilbel, informiert noch bis zum 16. April auf ihrer Homepage eine Übersicht über die bekanntesten Co-Shopping-Angebote. Die Online-Shopping-Auskunft hat Angebote wie www. letsbuyit.de und näher unter die Lupe genommen und bewertet. Co-Shopping bietet Einzelabnehmern die Möglichkeit, ihre Kaufkraft zu bündeln und zum Teil erhebliche Preisvorteile herauszuschlagen. Die Allocation Network GmbH, München, Internetmarktplatz für den Mittelstand, und der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Diese sieht die Zusammenarbeit im Digital Procurement vor. Dabei soll Allocation Network (www.allocation.net) die Sparte Internetmarktplatz für industrielle Überbestände abdecken. Die ABIT AG (www.abit.de), Meerbusch-Lank, kooperiert mit der Gothaer Credit Versi- Maschinenmarkt, Würzburg 106 (2000) 15 17

14 UNTERNEHMEN UND BRANCHEN cherung AG, Köln. Schon ab Juni diesen Jahres wird es für die Nutzer der ABIT-Internetlösung e-inkasso möglich sein, Bonitätsauskünfte mit Kreditempfehlungen einschließlich Rating abzufragen. Damit kann unter weltweit erstmals die Bonität eines Kreditnehmers online überprüft werden. SAP, Walldorf, wird 10% des Stammkapitals der imc information multimedia communication GmbH, Saabrücken, erwerben. Mit der Beteiligung an diesem auf E-Learning spezialisierten Unternehmen geht eine strategische Zusammenarbeit einher mit dem Ziel, die SAP-E-Businesslösungen, insbesondere die mysap.com- Anwendungen für das Wissensmanagement, mit den Angeboten von imc zu integrieren und eine neue flexible E-Learning-Lösung zu entwickeln. Sedeba heißt ein Projekt, das vom Land Nordrhein-Westfalen und der Beratungsfirma TA Telearbeit GmbH, Köln, ins Leben gerufen wurde. Nach Angaben des Online-Nachrichtendienstes Golem Network News soll damit kleinen und mittleren Unternehmen in strukturschwachen Gebieten des Landes Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit einer kostenlosen und dennoch profunden Beratung bei der Realisierung von E-Business- Vorhaben geboten werden. Painttech heißt eine neue Fachmesse des Messeunternehmens P. E. Schall GmbH (www.schall-messen.de), die vom 10. bis 13. Oktober in der Messe Sinsheim ihre Premiere feiern soll. Die neue Messe versteht sich als eigenständige Informationsplattform für die Lackier- und Beschichtungsbranche. Rund 60 bis 70% der in Deutschland betriebenen Anlagen zur Nass- und Pulverlackierung stehen im Umkreis vom maximal 300 km um den Messestandort Sinsheim. Baan, Anbieter von ERP-, SCM- und CRM-Software, plant die Gründung einer Tochtergesellschaft, die leistungsfähige E-Business- Applikationen insbesondere für den rasch expandierenden E-CRM-Sektor (Internet- Customer-Relationship-Management) anbieten wird. DALI heißt eine neue vom ZVEI, Frankfurt/Main, ins Leben gerufene Arbeitsgruppe. Ihre Aufgabe ist es, die Vermarktung der neuen DALI- Technologie zu forcieren. Bei DALI handelt es sich um eine digitale Schnittstelle für elektronische Vorschaltgeräte zum Betrieb von Entladungslampen. Sie eignet sich zur Lichtsteuerung im Raum oder in kleineren Gebäudeteilen. Die Sauer Inc., Ames/USA, teilt mit, dass die amerikanischen und deutschen Kartellbehörden (der Europasitz von Sauer befindet sich in Neumünster) grünes Licht für die Fusion mit Danfoss Fluid Power gegeben haben. Sauer und der dänische Danfoss- Konzern verhandeln seit September 1999 über einen Zusammenschluss. Bei RicardoBIZ (www.ricardobiz.com), einem interaktiven Online-Handesplatz für die Industrie, steht derzeit ein außergewöhnliches Angebot auf dem Trading Floor Sonstiges : Zum Startpreis von 1,5 Mio. DM kommt ein Unternehmen, das Kunststoffprodukte für den Endverbraucher herstellt, zur Versteigerung inklusive seiner Aktiva und Beteiligungen. Die Fabrik hat ihren Sitz in Großbritannien. Mercateo.com (www.mercateo.com) heißt eine neue in München domizilierte Internet-Beschaffungsplattform für den Mittelstand. Durch Pool- Buying werden die Bestellungen vieler Unternehmen gebündelt, wodurch die Einkaufspreise für den Einzelnen sinken. Noch in diesem Jahr will Mercateo.com mehrere Außenstellen eröffnen. 18 Maschinenmarkt, Würzburg 106 (2000) 15

15 E-Commerce: Weiter Angst vor dem gläsernen Kunden Nach zähen, zweijährigen Verhandlungen haben sich die EU-Kommission und die US-Regierung auf einen gemeinsamen Standard für den Schutz personenbezogener Daten im E-Commerce geeinigt. Demnach müssen US- Unternehmen zukünftig den sogenannten Safe-Harbor- Richtlinien folgen, wenn sie mit Bürgern von EU-Ländern elektronischen Handel betreiben wollen. Diese Richtlinien sehen unter anderem vor, dass ein Unternehmen nur mit Genehmigung des betroffenen Kunden Daten an andere Unternehmen weitergeben darf. Sie sehen ferner vor, dass ein Kunde jederzeit Zugriff auf seine gespeicherten Daten haben muss und diese auch korrigieren können muss. Allerdings müssen US-Unternehmen diese Richtlinien nur im Geschäftsverkehr mit EU- Bürgern beachten. Eine konkrete Frist zur Umsetzung des Abkommens wurde bisher nicht festgelegt. Die Überwachung der Unternehmen erfolgt vor allem durch eine freiwillige Selbstkontrolle der Unternehmen unter Aufsicht der amerikanischen Federal Trade Commission. Die Frage der Privacy im Zusammenhang mit E-Commerce wird zunehmend zu einem zentralen Problem. Insbesondere US-Unternehmen sehen sich in den letzten Monaten scharfer Kritik ausgesetzt, da sie ohne Rücksicht auf den Datenschutz die personenbezogenen Daten ihrer Kunden weitergegeben oder weiterverkauft haben. 39 Prozent der Internet-Nutzer, die bisher keinen E-Commerce betreiben, geben in einer aktuellen Studie des Internet-Marktanalyseunternehmens Forit (www.forit.de), Frankfurt/Main und Kreuzlingen/Schweiz, zum Konsumentenverhalten im Internet an, dass sie Bedenken bei der Datensicherheit vom Internet-Einkauf abhalten. Damit ist die Angst vor Datenmissbrauch der zweitwichtigste Grund zur Einkaufsverweigerung im Internet. In den USA beruht die Datenschutzregelung bisher Gründe für die Verweigerung von Shopping bei Internet-Nutzern Nur Infosuche, dann Kauf im normalen Handel Zu geringe Datensicherheit 39% 44% Internet zu unzuverlässig Schlechte Internetkenntnisse Andere Medien einfacher Gewünschte Produkte nicht im Internet erhältlich 10% 7% 5% 5% Quelle: Forit 20 Maschinenmarkt, Würzburg 106 (2000) 15

16 EUROPA aktuell Gesetze Verordnungen Trends auf freiwilliger Selbstkontrolle, doch hat diese freiwillige Regelung US-Unternehmen bisher nicht davon abhalten können, Pläne für den gläsernen Konsumenten zu schmieden und in einigen Fällen auch umzusetzen. Für 51Prozent der von Forit befragten deutschen E-Shopper ist der internationale Einkauf ein wichtiger Grund E- Commerce zu betreiben. Da die wichtigsten E-Commerce- Unternehmen in den USA sitzen, hat damit die US-Regierung faktisch auch die Definitionsmacht über die E- Shopper in Europa, die Handel mit amerikanischen Anbietern betreiben. Europäische Länder holen beim Wachstum auf Das Wirtschaftswachstum in den Industrieländern wird nach Schätzungen der Prognos AG, Basel, in der ersten Dekade des neuen Jahrhunderts bei durchschnittlich knapp 2,4 Prozent im Jahr liegen. Damit dürfte es etwas stärker ausfallen als in den neunziger Jahren. Die strukturellen Anpassungen der Wirtschaft in den zurückliegenden Jahren werden also zunehmend Früchte tragen. Die Wachstumsunterschiede zwischen den reicheren und ärmeren Industrieländern werden geringer ausfallen als in der Vergangenheit vor allem wegen des sich annähernden Produktivitätsniveaus. Das sind in wenigen Worten die Ergebnisse aus dem kürzlich erschienenen Prognos World Report Industrial Countries , der die Entwicklung der Wirtschaft für 23 Länder und Regionen detailliert beschreibt und prognostiziert. Die Krisen in Asien und Südamerika sind wie erwartet überwunden, die Länder dort befinden sich wieder auf Wachstumskurs. Alle Indikatoren weisen auf eine deutliche Beschleunigung der weltwirtschaftlichen Dynamik hin, von der natürlich auch Europa profitieren wird. Das bisher sehr hohe Wachstumstempo in den USA soll sich zwar abschwächen, aber weiterhin über dem Durchschnitt der Industrieländer liegen. Prognos geht von einer weichen Landung aus. Gemessen am Wirtschaftswachstum bleibt Irland Spitzenreiter der 20 Industrieländer. Überdurchschnittliche Zuwachsraten werden auch für Länder mit niedrigerem Produktivitätsniveau (Spanien, Portugal, Griechenland) erwartet. Japan hingegen tut sich schwer, an seine frühere Wachstumsstärke anzuknüpfen. Das Preisklima bleibt mittelfristig freundlich. Die jüngste Inflationsbeschleunigung hat nach Einschätzung der Schweizer Wirtschaftsforscher lediglich vorübergehenden Charakter und ist primär eine Folge der massiven Rohölverteuerung. In Europa wirkt der aktuell niedrige Außenwert des Euro in die gleiche Richtung. Bei beiden Einflussfaktoren erwartet Prognos innerhalb des laufenden Jahres eine Gegenbewegung. Dies dürfte die Preisauftriebstendenzen merklich abschwächen. Maschinenmarkt, Würzburg 106 (2000) 15 21

17 HINTERGRUND Austauschbar In der Montageautomation geht der Trend zu modularen und flexiblen Anlagen RÜDIGER KROH Heute dies und morgen jenes. Sicherlich etwas übertrieben, aber auf diese Kurzform lassen sich heute die Anforderungen an Montageanlagen bringen. Durch die immer kürzer werdenden Produktlebenszyklen werden an die Flexibilität einer Montageanlage immer höhere Ansprüche gestellt, seien es Stückzahl-, Varianten- oder Änderungsflexibilität, zählt Marc Eicher, Leiter des Geschäftsfelds Komponenten bei der Afag AG für automatische Fertigungstechnik im schweizerischen Huttwil, auf. Und das A und O, um diesen Anforderungen gerecht zu werden heißt Modularität. Nur Komponenten, so Eicher, die hinsichtlich der mechanischen Verbindungsstellen und der Steuerung modular sind, ermöglichen eine schnelle Anlagenänderung. Einbaufertige Module sorgen für Flexibilität Die Schweizer verfügen über ein breites Produktangebot, das von einfachen Komponenten über einbaufertige Teilsysteme bis zu komplexen Montagesystemen reicht. Dabei verteilt sich das Geschäft etwa zu gleichen Teilen auf Komponenten und Anlagen. Für den Teilbereich der hochwertigen pneumatischen Handhabungstechnik ist Afag nach eigener Einschätzung in Deutschland Marktführer. Auch die Festo AG & Co. in Esslingen, Anbieter von Einzelbausteinen wie Linearantrieben, pneumatischen und elektrischen Positionierachsen, Greifern oder Drehantrieben sowie vorkonfektionierten Subsystemen, sieht die Zukunft in einbaufertigen Modulen. Die Kundenanforderungen nach hoher Flexibilität verlangen geradezu die Baukastenentwicklung, sagt Hans-Rüdiger Nerbel, Leiter Festo Systemtechnic. So lässt sich für jeden Einsatzfall die optimale wirtschaftliche Lösung auswählen. Auch dem Trend zu immer höher integrierten Produkten mit mehr Funktionen und Intelligenz kann man nur durch Baukästen gerecht werden. Einen weiteren Aspekt nennt Joachim Rohwedder, Vorstandsvorsitzender der Rohwedder AG in Markdorf: Durch den modularen Aufbau unserer Komponenten können die Herstellungskosten gesenkt werden und wir sind in der Lage schnell am Markt zu reagieren. Die Produktpalette von Rohwedder umfasst sämtliche Komponenten für die Montageauto- Das A und O, um den Forderungen nach Flexibilität gerecht zu werden heißt Modularität, meint Marc Eicher, Leiter des Geschäftsfelds Komponenten bei der Afag AG, Huttwil/Schweiz. Bild: Afag Der Trend geht zu schlüsselfertigen Komplettsystemen aus einer Hand, sagt Joachim Rohwedder, Vorstandsvorsitzender der Rohwedder AG, Markdorf. Bild: Rohwedder mation und reicht bis zur Lieferung schlüsselfertiger, kundenspezifischer Anlagen. Und genau in diese Richtung entwickelt sich der Markt, darüber sind sich die Experten einig. Alles aus einer Hand, hat Rohwedder festgestellt, so lautet heute der Kundewunsch. Verlangt werden verdrahtete Komponenten, aufgebaut in einer Montagezelle, ausgestattet mit Greifersystemen, Steuerung und Software, die auf die jeweilige Aufgabe zugeschnitten sind. Dass es in der Montage noch einiges zu tun gibt, bringt Marc Eicher zum Ausdruck: Die Anlagen müssen noch schneller, günstiger, flexibler und standardisierter werden. Vor allem bei der Normung ist unsere Branche noch nicht sehr weit. Er geht von einer stetig steigenden Tendenz zu vollautomatisierten Montageprozessen aus und sieht zukünftige Innovationen hauptsächlich auf der elektrischen Seite. Der Weg führt dahin, die Komponenten zukünftig als Blackbox zu betrachten und nur mit mehr Elektronik sind die Forderungen nach intelligenten und einfachen Systemen zu realisieren, meint der Afag-Manager. Eine zunehmende Integration von Elektronik erwartet auch Hans-Rüdiger Nerbel. Bei Festo rechnet man mit einem Wachstum sowohl bei elektrischen als auch bei pneumatischen Komponenten für die Handhabungstechnik. Beide haben ihre Berechtigung. Die Aussichten für die Montagetechnik beurteilt Nerbel optimistisch: Wir gehen von einem stark wachsenden Markt mit zweistelliger Zuwachsrate in diesem und den Folgejahren aus. Deutliche Zuwächse werden erwartet Sehr positiv sieht auch Vorstandsvorsitzender Rohwedder der Zukunft entgegen. Wir erwarten in der Montageautomation deutliche Zuwächse, weil bedingt durch immer kürzer werdende Lebensdauerzyklen, steigende Anforderungen an die Produkte und zunehmenden Preisdruck vermehrt auf Automation gesetzt werden muss. Auf der technischen Seite rechnet Rohwedder mit einer Steigerung der Intelligenz von Handhabungseinrichtungen, zum Beispiel durch die Integration von Visualisierungssystemen, um Füge-, Bauteil- und Lageabweichungen zu erfassen und zu korrigieren. Weiter Marktanteile erobern werden nach seiner Auffassung Direktantriebe, und zwar in Anwendungen, wo deren Vorteile zur Geltung kommen. Am Markt noch gar nicht so bekannt sind die Produkte des Geschäftszweigs Montage- und Kunststofftechnik des Siemens-Bereichs Produktions- und Logistiksysteme mit Sitz in Bruchsal. Unser Metier ist die Kleinteilemontage, wobei unser Know-how in der Realisie- 22 Maschinenmarkt, Würzburg 106 (2000) 15

18 HINTERGRUND rung kundenspezifischer Komplettanlagen besteht, erklärt Dipl.-Ing. Uwe Rörig, bei der Siemens AG in München für den Bereich Bestück- und Produktionssysteme und damit auch für die Montagetechnik zuständig. Nahezu 100 Prozent des Umsatzes, der im vergangenen Geschäftsjahr rund 40 Millionen Mark betrug, wird in diesem Segment erzielt. Aber auch Kunden mit eigenem Betriebsmittelbau werden bei Siemens fündig: Das Montagesystem im Baukastenprinzip bietet eine Reihe von Einzelkomponenten und soll noch um Hub-Dreheinheiten und ein X-Y-Portalsystem erweitert werden. Wir mussten unseren Standardisierungsgrad erhöhen, um die Projektierungskosten zu verringern, begründet Bernd F. Scholl, Leiter Wir gehen in den nächsten Jahren von einem wachsenden Markt für Montagetechnik mit zweistelliger Zuwachsrate aus, urteilt Hans-Rüdiger Nerbel, Leiter der Festo Systemtechnic in Denkendorf. Bild: Festo Bis zum Jahr 2003 wird der Weltmarkt für automatische Montagesysteme für Kleinteile ein Volumen von etwa 2,1 Milliarden Mark haben, schätzt Uwe Rörig vom Geschäftsbereich Bestückund Produktionssysteme der Siemens AG in München. Bild: Kroh der Montage- und Kunststofftechnik in Bruchsal. Zudem betrachten wir unsere Module als Einstiegshilfe beim Kunden und sie tragen der Forderung nach flexiblen Lösungen Rechnung. Das vorrangige Betätigungsfeld von Siemens sind Kurztaktmontageanlagen mit zahlreichen integrierten Verfahren und Applikationen wie Schrauben, Nieten, Schweißen, Beschriften oder Prägen, mit denen Taktzeiten bis zu 0,6 Sekunden realisiert werden. Durch die Integration von immer mehr Funktionen zum Fügen, Beschriften oder Prüfen geht die Tendenz zur All-in-one- Maschine, sagt Scholl. Im Markt der Kleinteilemontage sieht man bei Siemens noch erhebliches Wachstumspotential. Bis zum Jahr 2003 wird der Weltmarkt für automatische Montagesysteme für Kleinteile ein Volumen von etwa 2,1 Milliarden Mark haben, urteilt Rörig. Das entspricht einer Verdoppelung gegenüber Der deutsche Markt hat dabei etwa einen Anteil von 23 Prozent. Und unser Ziel ist es, uns mehr vom Kuchen zu holen, so Scholl. MM Maschinenmarkt, Würzburg 106 (2000) 15 23

19 Weltweit investieren SERIE Die Direktinvestitionen steigen inzwischen schneller als die Exporte und sind zur dynamischsten Triebkraft der Internationalisierung geworden, betont Gerhard Fels vom Institut der deutschen Wirtschaft. Wo aber lohnt es sich zu investieren? In zehn Beiträgen nehmen Korrespondenten der Bundesstelle für Außenhandelsinformation (bfai) die interessantesten Zielländer unter die Lupe. REINER HENSELEIT Teil 6 Große Freiheit Korea (Rep.) ein attraktiver Standort für Hersteller technologieintensiver Güter Ausländischen Investoren breitet Korea (Rep.) den sprichwörtlichen roten Teppich aus. Fast alle Wirtschaftssektoren wurden geöffnet und bürokratische Hürden geschleift. Glänzende Wachstumsperspektiven und günstige Produktionskosten machen Korea (Rep.) zum idealen Standort für Hightech-Unternehmen in Fernost. Kein koreanisches Auto fährt ohne Teile, die von deutschen Firmen in Korea (Rep.) produziert wurden. Einspritzanlagen und Elektronik kommen fast vollständig von deutschen Tochterunternehmen. Ebenso wird ein großer Teil der koreanischen Chips aus Siliziumkristallen geätzt, die ein deutscher Konzern im Lande gezüchtet hat. Auch in der Chemie und der Service-Industrie sind deutsche Firmen mit eigenen Betrieben in Korea (Rep.) bereits gut vertreten. Aber im Maschinenbau hat erst eine Firma (Thyssen Production Systems, TPS) den Aufbau einer eigenen Fertigung in Korea (Rep.) gewagt. Aber das Interesse wächst. Kein Wunder, denn das Land bietet niedri- ge Produktionskosten bei glänzenden Wachstumschancen. Der erste deutsche Maschinenbauer mit einer eigenen Fertigung in Korea (Rep.) schätzt, dass er in diesem Land um rund 30% billiger produzieren kann als in Deutschland. Bei einer Fertigung für den koreanischen Markt beträgt der Kostenvorteil wegen der Zollbelastung für importierte Maschinen sogar nahezu 40%. Gerade für deutsche Maschinenbauer könnte Korea (Rep.) ein günstiger Investitionsstandort sein. Bedingt durch die fortgeschrittene Industrialisierung fragen koreanische Unternehmen nämlich eine breitere und technisch und qualitativ anspruchsvollere Palette von Kapitalgütern und Vorprodukten nach als die meisten anderen asiatischen Länder mit Ausnahme Japans. Deutsche Unternehmen sind gerade im Maschinenbau in Korea (Rep.) wegen ihrer Qualität, ihrer innovativen Technik und hohen Flexibilität sehr gut angesehen. Roter Teppich für Investoren Diese positive Einschätzung garantiert aber noch keinen Absatzerfolg. In vielen Sektoren wird der koreanische Markt sehr stark durch japanische Erzeugnisse und durch das japanische Preisniveau bestimmt. In vielen Sektoren erweisen sich aber Dr. Rainer Henseleit ist Korrespondent der Bundesstelle für Außenhandelsinformation (bfai) in Seoul. Weitere Informationen: bfai, Köln, Tel. (02 11) , Internet: Die ausländischen Investitionen in Korea (Rep.) konzentrieren sich bisher auf die Industrie. Deshalb bieten Investitionsgütermessen wie die Simtos in Seoul gute Anknüpfungspunkte. 24 Maschinenmarkt, Würzburg 106 (2000) 15

20 Bild: Grössl auch in Korea (Rep.) deutsche Produkte gegenüber japanischen durchaus als konkurrenzfähig oder sogar als überlegen. Das Investitionsklima ist günstig. Korea (Rep.) breitet ausländischen Investoren den roten Teppich aus. Das Land möchte zu einem der attraktivsten Standorte für Auslandsinvestitionen in Südost- und Ostasien werden. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die koreanische Regierung in den letzten beiden Jahren einen Kurswechsel um nahezu 180 Grad vollzogen und praktisch alle Sektoren der Wirtschaft für ausländische Investoren geöffnet, eine Vielzahl von administrativen Hemmnissen abgeschafft und ein umfangreiches Anreiz- und Fördersystem für Investitionen aus dem Ausland geschaffen. Die frühere Abschottungspolitik gegenüber ausländischen Investoren ist damit wohl endgültig durch eine Politik der offenen Tür ersetzt. Spätestens durch die Asienkrise hat auch Korea (Rep.) erkannt, dass ausländische Direktinvestitionen für die wirtschaftliche Entwicklung besser sind als der Kauf von Lizenzen und die Aufnahme von Krediten im Ausland. aktuell Wirtschaftkrise ist überwunden Von der Angst vor der Dominanz durch ausländische Unternehmen ist wenig übrig geblieben, auch wenn sie manchmal von Firmen zur Abwehr von Konkurrenten noch geschürt wird. So versucht zum Beispiel der Autohersteller Hyundai eine Beteiligung von General Motors oder Ford an Daewoo zu verhindern, indem er den Untergang und die Abwertung der koreanischen Automobilindustrie zur verlängerten Werkbank multinationaler Großkonzerne beschwört. Von derartigen gelegentlichen Irritationen sollten sich potenzielle Investoren nicht abschrecken lassen. Korea (Rep.) ist ein durchaus attraktiver Markt. Nachdem das Land in der Asienkrise schwer gelitten hatte, wuchs die Wirtschaft 1999 wieder um kräftige neun Prozent. Und auch für das Jahr 2000 wird ein Zuwachs von über fünf Prozent vorausgesagt. Die knapp 47 Mio. Einwohner des Landes erwirtschafteten 1999 ein Bruttoinlandsprodukt von 412 Mrd. Dollar. Zur Wirtschaftsleistung trugen die verarbeitende Industrie 32%, der Dienstleistungssektor 52% bei. Der Bedarf an ausländischen Produkten und an ausländischer Technologie ist hoch. Einerseits müssen die koreanischen Unternehmen in vielen Bereichen ihr Angebot qualitativ verbessern, wenn sie auf dem Weltmarkt weiter mithalten wollen. Andererseits steigen auch auf dem Inlandsmarkt die Ansprüche, seit der Markt für ausländische Güter vollständig geöffnet wurde die letzten nennenswerten Importbeschränkungen wurden Mitte 1999 abgeschafft. Aber die Aufträge liegen nicht auf der Straße. Auf fast allen Märkten herrscht inzwischen eine intensive Konkurrenz durch koreanische und ausländische, vor allem japanische und US-amerikanische Unternehmen. Tabelle 1: Kosten für die Gründung eines mittelständischen Unternehmens mit etwa 50 Beschäftigten in Korea (Rep.) (Angaben in Dollar). Kosten der Betriebsgründung Anbahnungskosten (10 Reisen à 3 Tage mit LH business Hotel, 30 Nächte á 220 Verpflegung 30 mal 150 Vertragskosten/Kosten der Firmengründung Kosten für Rechtsanwalt/Notar inklusive Eintragung Grundstückskosten in Foreign Investment Zone m 2 in Seoul 130 m 2 in Provinz 20 Baukosten Miete für Neubau Vorauszahlung Monatsmiete x 12 = Miete pro m 2 Monat in Seoul 15 Maklergebühr 1 Monatsmiete Umzugskosten pro Person bis Praxistip Informationen für potentielle Investoren stellt die Bundesstelle für Außenhandelsinformation (bfai), Postfach , Köln, zur Verfügung. Die Publikation Erfolgreich Investieren in Korea (Rep.), Bestell-Nr. 6855, 94 S., Preis 60 DM (zzgl. Portound Versandkosten, inkl. MwSt.) stellt die Investitionsbedingungen ausführlich dar. Zusätzlich bietet die bfai Informationen zu den wichtigsten koreanischen Märkten. Weitere Auskünfte über die bfai-infoline: Tel. (02 21) , Internet: Im Zulieferbereich gibt es Engpässe Korea (Rep.) verfügt über ein großes industrielles Angebot und ein weites Spektrum von Dienstleistungen. Investoren finden damit ein breites Feld von qualifizierten Arbeitskräften, von Abnehmern, Zulieferern und Dienstleistern. Allerdings kann es manchmal an der Verfügbarkeit von hochwertigen Vorprodukten hapern. Wegen der guten verkehrstechnischen Anbindung (per Flugzeug und Schiff) an Europa, Japan und die USA sowie wegen des liberalen Einfuhrregimes und der moderaten Zollsätze bereitet die Beschaffung dieser Erzeugnisse aus dem Ausland in der Regel aber keine Probleme. Vor einer Investition in Korea (Rep.) ist aber eine sorgfältige Prüfung des Marktes erforderlich. In vielen Bereichen gibt es erhebliche Überkapazitäten, die einen gewinnbringenden Absatz im Lande nahezu unmöglich machen. Besonders in den Krisenjahren 1998 und 1999 konnten sich viele ausländische Firmen in Korea (Rep.) nur über Wasser halten, indem sie die Vertriebsnetze ihrer Mutterhäuser für den Export benutzten. So erhielt eine deutsche Firma Ende 1999 mehr oder weniger gegen ihre Absicht den höchsten Industrieorden des Landes, nicht zuletzt wegen ihrer herausragenden Exportleistungen. Außerdem gibt es in Korea (Rep.) aufgrund der Dominanz der großen Konglomerate (Chaebols) für viele Produkte nur einen oder zwei Abnehmer. Es ist daher sorgfältig zu prüfen, ob man gegebenenfalls mit diesen Großfir- Maschinenmarkt, Würzburg 106 (2000) 15 25

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