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1 relevant Das Magazin der Oesterreichischen Kontrollbank Gruppe #2/ research services 26 Hidden Champions 28 Der maßgeschneiderte Nachrichtenüberblick Präzise Auslandsoperationen: AME modernisiert Krankenhäuser Länderreport Tschechien: Viel Industrie für wenig Geld wertschöpfung Made in the World

2 2 inhalt wertschöpfung wissenswertes 16 exportservices Wir betreuen den Nachwuchskader der Exportunternehmen 18 Research services Wissen, was sich in den Medien abspielt 20 kreditversicherung Die Profis fürs Risikomanagement 22 kapitalmarkt services Neue Clearinglösung für den heimischen Kapitalmarkt 23 Stolz auf die Wiener Börse 24 soft loan Drum prüfe Made in the World Hinter zahlreichen Produkten stehen mittlerweile globale Wertschöpfungsketten: Produktionsprozesse werden aufgeteilt und einzelne Schritte dort erledigt, wo die Vorteile am größten sind. Im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung spielen Aspekte wie Menschenrechte, Arbeitsbedingungen und Umwelt eine wichtige Rolle. Das erfordert Richtlinien und Transparenz sowie bedachte Entscheidungen von Unternehmen und Konsumenten. 9 porter sches Wertschöpfungsschema Eine Ansammlung von Tätigkeiten 13 exportzahlen Umsatz ist schön, der Mehrwert zählt 14 Kommunizierter mehrwert Auf dem Weg zum Kommunikations- Controlling 26 hidden champions AME: Präzise Auslandsoperationen trends 28 Länderreport Tschechien: Viel Industrie für wenig Geld 32 Branchen im Fokus Bauwirtschaft 33 Trend OeKB Geschäftsklima-Index MOE 36 Märkte im Fokus Mexiko und Ägypten Einblick 34 Gleich ums eck Auf einen Sprung ins Museum 35 persönlich Neue Namen, neue Funktionen Relevant 2/2013

3 editorial 3 Liebe Leserinnen und Leser, impressum medieninhaber und Herausgeber: Oesterreichische Kontrollbank Aktien gesellschaft, 1010 Wien, Am Hof 4 Tel.: ; Chefredaktion: Peter Gumpinger, Ingeborg Eichberger. Redaktionsteam: Mag.(FH) Barbara Bogner, Mag. Verena Ebner, Dr. Peter Gaspari, Mag. Nadja Gutmann, Mag. Gerhard Kinzelberger, Mag. Gero Sodia, Mag. Barbara Steurer, Heinz Wachmann, MSc erweitertes Redaktionsteam: Mag. Robert Anderl, Wolfgang Aubrunner, Dipl.Ing.Dr. Eveline Balogh, Mag. Gabriele Dietrich-Oppolzer, Mag. Monika Eitler, Mag. Georg Fink, Regina Gotsche, Marion Grünsteidl, Dipl.-Ing. Mag. Markus Hoskovec, Mag. Nicole Kosi, Mag. Angelika Rädler, Brigitte Ringl, Dr. Michael Sasse, Mag. Melitta Schabauer, Markus Schmidt, Mag. Andrea Schnabl, Mag. Monika Seitelberger, Susanne Sipser, Mag. Christina Springer, Mag. Verena Valduga mitarbeiterinnen dieser ausgabe: Mag. Ines Baumann, Mag. (FH) Barbara Bogner, Mag. Verena Ebner, Mag. Georg Fink, Mag. Cornelia Mayr bäurl, Christina Smrzka, MMag. Agnes Streissler-Führer, Mag. Charlotte Thell, Fotos: OeKB/Christina Häusler (S. 3, 16, 20, 35), CEMTEC (S. 4), Parlamentsdirektion/Bildagentur Zolles KG/Leo Hagen (S. 5), Michael Krebs/ Egger & Lerch (S. 1, 6 7, 8, 11, 12), Brandner (S. 15), Guenther PEROUTKA/Wirtschaftsblatt/ picturedesk.com (S. 16), Lukas Ilgner/Verlagsgruppe News/picturedesk.com (17), (S. 17), Kraft (S. 19), Thinkstock (S. 19), PRISMA (S. 21), Aktien forum (S.23), BMF/ Grondahl (S. 23), AME (S. 27), getty images/julia Kaptelova (S. 29), getty images/andrea Zanchi (S. 31), thinkstock (S. 32), Waldhäusl (S. 34). Konzeption, redaktionelle mitarbeit, grafik, Produktion: Egger & Lerch GmbH, Vordere Zollamtsstraße 13, 1030 Wien, Hersteller: Grasl Druck & Neue Medien GmbH, Bad Vöslau. Verlags- und Herstellungsort: Wien grundlegende Richtung des periodischen mediums: Information für Stakeholder der OeKB Gruppe zu Wirtschaftsthemen insbesondere Außenwirtschaft, Kapitalmarkt, Kreditversicherung, Finanzdaten, Wirtschaftsinformation, Entwicklungspolitik, Nachhaltigkeit und Informationstechnologie. wie viel Made in Austria steckt in einem Produkt, in einer Dienstleistung? Diese Frage ist manchmal gar nicht so einfach zu beantworten. Denn die globalen Wertschöpfungsketten sind oft ziemlich lange und verschlungen. In unserer Titelstory Made in the World (ab Seite 6) spüren wir der Frage nach, ob die Arbeitsteilung wirklich Wohlstand bringt, warum Brutto-Exportzahlen wenig aussagen und warum es nicht nur auf das Wo, sondern auch auf das Wie der Wertschöpfung ankommt. Besonders schwer ist jene Wertschöpfung messbar, die durch Kommunikation entsteht. Das Magazin RELEVANT selbst ist ein gutes Beispiel: Viele positive Rückmeldungen deuten darauf hin, dass es gut ankommt und somit einen Mehrwert sowohl für Sie als Leserinnen und Leser als auch für uns als OeKB Gruppe schafft. Aber in Zahlen lässt sich dieser Effekt kaum ausdrücken (Seite 14). Ganz klar verortbar und von nachweisbarem Nutzen sind hingegen die Infrastrukturinvestitionen in Schwellen- und Entwicklungsländern etwa für die Wasserversorgung, im Gesundheitswesen oder für neue Verkehrswege. Österreichisches Know-how kann hier für nachhaltige Verbesserungen sorgen. Derartige Projekte sind zwar selten profitabel, aber für österreichische Unternehmen trotzdem interessant dank Finanzierungen über Soft Loans. Mehr dazu ab Seite 24. Wir wünschen angeregte Lektüre und einen schönen Sommer! Johannes Attems Rudolf Scholten Vorstand der Oesterreichischen Kontrollbank AG

4 4 aktuell Von Oberösterreich ans Ochotskische Meer CEMTEC liefert Mühlen zur Aufbereitung von Golderzen nach Russland Jährlich werden weltweit mehr als Tonnen Gold gefördert. Wissen Sie, wo am meisten Gold abgebaut wird? Aktuell sind die bedeutendsten Goldfördernationen China, Australien, die USA, Südafrika und Russland. Die russische Goldmine Natalka gilt als eine der größten Goldlagerstätten weltweit. Bis zum Jahr 2020 soll dort die Goldproduktion 40 bis 50 Tonnen pro Jahr erreichen. Und das mit Hilfe von technischem Know-how und Maschinen aus Österreich: Die CEMTEC Cement Mining Technology GmbH aus Enns, ein weltweit bekannter Spezialist für Nass- und Trockenmahltechnologien, lieferte zwei Gesteinsmühlen für den Tagebau in den fernen Osten Russlands. Das Projekt und die Finanzierung durch die UniCredit Bank Austria werden mit Exportgarantien des Bundes abgesichert. Relevant 2/2013

5 Das Magazin der Oesterreichischen Kontrollbank Gruppe Sondernummer #1a/ Umwelt- & sozialprüfung 18 länderporträt 21 projekte Color City: Grünes Licht Tadschikistan: Nahe Wärme: für bunte Stoffe Starr wie ein Staudamm Gut beheiztes Prishtina _relevant1a13_112.indd :31 aktuell 5 Wachsen und entwickeln fünf Jahre Oesterreichische Entwicklungsbank Seit fünf Jahren stärkt die Oesterreichische Entwicklungsbank AG (OeEB) als offi zielle Entwicklungsbank der Republik die wirtschaftliche Entwicklung in aufstrebenden Märkten und öffnet dabei auch heimischen Unternehmen die Türen. Dieses Jubiläum feierte das inzwischen 30 köpfi ge OeEB Team mit Gästen aus Politik, Wirtschaft, Ministerien, dem Bundeskanzleramt, der Austrian Development Agency, aus Interessenvertretungen, Consultingunternehmen und Banken sowie mit Partnern aus Wissenschaft, Entwicklungsorganisationen und Medien. Neben Staatssekretär Reinhold Lopatka und Sektionsleiter Stv. Edith Frauwallner bekräftigten OeEB Aufsichtsratsvorsitzender und OeKB Vorstandsmitglied Rudolf Scholten, die OeEB Vorstände Andrea Hagmann und Michael Wancata, Walter Koren, Leiter der Außenwirtschaft Austria in der Wirtschaftskammer Österreich, sowie die Professorin für Entwicklungsfi nanzierung Eva Terberger von der Universität Mannheim, wie wichtig diese Institution für die österreichische Entwicklungszusammenarbeit geworden ist. 20 Jahre oebfa Festakt im Parlament: oebfageschäftsführer thomas Steiner, Finanzministerin maria Fekter, oebfageschäftsführerin martha oberndorfer, nationalratspräsidentin Barbara Prammer, Sektionschef Sektion ii Bm für Finanzen gerhard Steger (v. l.) relevant Viele antworten Wundermittel Wachstum? Demnächst: neuerungen im Prospektrecht durch umsetzung der alternative investment Fund managers Directive (aifmd) Die AIFMD wird zurzeit in nationales Recht umgesetzt. Die diesbezügliche Regierungsvorlage zum neuen Alternative Investmentfonds Manager Gesetz (AIFMG) wurde am im Nationalrat eingebracht. Das AIFMG soll in weiten Teilen bis zum in Kraft treten. Ziel ist ein innerhalb der EU harmonisierter Regulierungs und Kontrollrahmen für die Tätigkeit von Managern alternativer Investmentfonds (AIF). Mit dem AIFMG soll im Kapitalmarktgesetz ein neuer Prospektausnahmetatbestand vorgesehen werden: Ein Angebot von Geschäftsanteilen an einer Genossenschaft, die einem Revisionsverband angehört, soll von der Prospektpfl icht befreit werden, wenn der Gesamtgegenwert in der Union weniger als Euro innerhalb von 12 Monaten beträgt. Die Rechtsform der Genossenschaft ist besonders für lokale und regionale Bürgerbeteiligungsmodelle geeignet. Sie ermöglicht kostengünstige, einfache und rechtssichere Finanzierungsformen. Das AIFMG erweitert u.a. auch die Dienstleistungen der OeKB Meldestelle für prospektpfl ichtige AIFs. Diese werden auch ihre prospektergänzende Dokumentation bei der Meldestelle hinterlegen können. OeEB Spezial Zwei Jahrzehnte im Dienste der Republik Österreich zählt zu den stärksten Staaten innerhalb der Eurozone und genießt als Emittent mit bester Bonität hohes Vertrauen auf den weltweiten Kapitalmärkten, so Martha Oberndorfer, gemeinsam mit Thomas Steiner in der Geschäftsführung der Österreichischen Bundesfi nanzierungsagentur (OeBFA), anlässlich des Festaktes im Parlament zum 20 jährigen Bestehen der OeBFA. Gegründet wurde die OeBFA im Jänner 1993, um schneller und fl exibler auf die sich ständig ändernden Bedingungen der Geld und Kapitalmärkte zu reagieren. Die OeBFA steht zu 100 Prozent im Besitz der Republik Österreich und handelt in deren Namen und auf deren Rechnung. Ihre Aufgaben und Leistungen reichen vom Management und der Aufnahme von Finanzschulden des Bundes über die zentrale Kassenverwaltung des Bundes bis zur Vertretung der Republik in internationalen Gremien. Im 20. Jahr ihrer Geschichte konnte im Jänner 2012 die erste 50 jährige Bundesanleihe, die am längsten laufende Bundesanleihe, die je von der Republik Österreich begeben wurde, emittiert werden. Gleichzeitig ist sie die Staatsanleihe mit der längsten Laufzeit in der gesamten Eurozone. Von Beginn an fungiert die OeKB als Geschäftsstelle für die Begebung von Bundesanleihen und ist mit der Begebung von Bundesanleihen im Wege eines Auktionsverfahrens beauftragt. Seit 1998 geschieht dies überwiegend über ein elektronisches von der OeKB entwickeltes Auktionssystem wurde auch das Fremdwährungsexposure des Bundes auf null reduziert. Damit konnte ein wichtiger Beitrag zur Finanzmarktstabilität Österreichs geleistet werden, betont Thomas Steiner, wir sind nun bestmöglich für die Zukunft aufgestellt. Download Tipp: Festschrift zum 20 jährigen Bestehen der OeBFA

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7 7 wertschöpfung Made in the World Von Made in zu Made by.... Wo genau ein Produkt entsteht, lässt sich immer schwerer feststellen. Das ist auch nicht so tragisch. Denn heute wird weniger nach dem Wo und mehr nach dem Wer und dem Wie der Wertschöpfung gefragt.

8 8 Die Wertschöpfungskette von apples iphone reicht von den usa bis nach China welcher mehrwert wo geschaffen wurde, ist oft schwer ersichtlich. Auf jedem iphone steht: Designed by Apple in California. Assembled in China. Die Kreativleistung kommt aus den USA, zusammengebaut werden die Smartphones in China. Aber das ist noch lange nicht die ganze Geschichte: Die deutschen Firmen Dialog und Infi neon liefern beispielsweise die Sender Empfänger Teile, das Basisband oder die Stromversorgungsteile, österreichische Unternehmen wie AT&S oder die ams AG Teile für die Optosensoren oder das Power management. Demzufolge steckt in jedem iphone auch ein wenig Wertschöpfung aus Deutschland und Österreich. Oder doch nicht? Infi neon hat ja wiederum einige Fabriken in China Man sieht: Selbst bei einem Gegenstand mit begrenzt vielen Teilen, für den das letztendlich verantwortliche Unternehmen Apple seine Wertschöpfungskette halbwegs transparent macht, ist es unmöglich, bis ins letzte Detail zu erkennen, wo in einer globalisierten Welt tatsächlich welcher Mehrwert geschaffen wurde. Was ist Wertschöpfung überhaupt? Vereinfacht gesagt ist die Wertschöpfung eines Unternehmens die Differenz zwischen den Erlösen aus einem Produkt und den dafür bei Zulieferern aufgewendeten Kosten: Ein Unternehmen schafft auf Basis der von ihm zugekauften Inputs einen Mehrwert. Es ist dafür völlig unerheblich, ob es sich um ein Produkt handelt oder um eine Dienstleistung. So kauft zum Beispiel ein Autohersteller Bleche, Räder und Motoren zu und setzt diese zusammen die Leistung des Zusammensetzens schafft Wertschöpfung. Oder ein Wirtschaftsprüfer kauft Computer, Papier und Gesetzesbücher zu und macht daraus einen Abschlussbericht die Wertschöpfung geschieht durch die Beratungsleistung. Wertschöpfung hat also viel mit Know how und Prozesswissen zu tun; mit dem Wissen, wie man aus bestimmten Inputs etwas Anderes, Neues macht. Die Managementtheorie hat diesen Prozess in einzelne Teile zerlegt. Das berühmteste Modell dazu ist die Porter sche Wertschöpfungsanalyse (siehe Factbox auf der rechten Seite). Jedes Land macht, was es am besten kann Das Apple Beispiel am Anfang hat gezeigt, dass nicht ein einziges Unternehmen alle schritte, die für ein fertiges Produkt notwendig Arbeitssind, übernimmt denn das wäre fast immer höchst unwirtschaftlich. Schon Adam Smith* hat anschaulich beschrieben, dass die Aufteilung der Arbeit auf mehrere Produzenten einen Mehrwert erzeugt, dass es effi zienter ist, wenn jeder genau das macht, was er am besten kann. David Ricardo** hat diese Theorie der Arbeitsteilung auf die ganze Welt ausgedehnt: Es solle in jedem Land das produziert werden, was dort am günstigsten und effektivsten hergestellt werden kann. Nach seiner Theorie der komparativen Vorteile rentiert es sich selbst für ein Land, das alles ziemlich gut und günstig herstellen kann, manche Güter aus anderen Ländern zuzukaufen. Dann nämlich, wenn es damit Ressourcen freibekommt, um nur jene Güter und Leistungen, für die es besonders hohe Kompetenzen hat, zu produzieren. Globale Wertschöpfungsketten boomen Und tatsächlich: Gerade in den vergangenen beiden Jahrzehnten entstanden immer mehr globale Wertschöpfungsketten. Der gesamte Prozess der Produktion oder Dienstleistung wird in immer kleinere Teile zerlegt und jeder Einzelprozess dort erledigt, wo die komparativen Vorteile am höchsten sind. Die Motive für Unternehmen sind dabei zweifach: Einerseits will man besonders kostengünstig produzieren, andererseits erreicht man durch globales Outsourcing neue Märkte, > * Adam Smith ( ) FRSA war ein schottischer Moralphilosoph, Aufklärer und gilt als Begründer der klassischen Nationalökonomie. ** David Ricardo ( ) war ein britischer Wirtschaftswissenschafter und ein führender Vertreter der klassischen Nationalökonomie. Relevant 2/2013

9 wertschöpfung 9 Wertketten analysieren DaS PoRteR SCHe WeRtSCHÖPFungSSCHema In jedem Unternehmen egal, wie groß, und egal, ob es in der Sachgüterproduktion oder im Dienstleistungsbereich tätig ist fi nden einzelne Prozesse statt, bis aus Materialien und zugekauften Leistungen ein verkaufbares Produkt geworden ist. In der Betriebswirtschaft werden diese Prozesse zur Analyse nach dem Porterʼschen Wertschöpfungsschema darge stellt. Michael E. Porter (*23. Mai 1947), Ökonom an der Harvard Business School, sagt: Jedes Unternehmen ist eine Ansammlung von Tätigkeiten, durch die sein Produkt entworfen, hergestellt, vertrieben, ausgeliefert und unterstützt wird. All diese Tätigkeiten lassen sich in einer Wertkette darstellen. Unterstützungsaktivitäten Unternehmensinfrastruktur Personalwirtschaft Technologieentwicklung Beschaffung Marge Produktion Kundenservice Ausgangslogistik Marketing & Vertrieb Eingangslogistik Marge Primäraktivitäten Es ist dabei nicht gesagt, dass alle diese Prozesse im selben Unternehmen oder am selben Ort stattfi nden müssen. Viele Leistungen können auch zugekauft werden. Das Unternehmen entscheidet, welche Kombination aus make or buy die günstigste ist etwa aus Überlegungen der Effi zienz, der Kernkompetenzen, der Kosten oder der Risikostruktur.

10 10 > neue Zulieferer und neue Kundinnen und Kunden. Weltweit wird durch diesen Prozess Know how ausgetauscht und Innovationen verbreiten sich wesentlich rascher. Also alles bestens? Wieso sind dann so viele Menschen skeptisch gegenüber der Globalisierung? Es sind vor allem zwei Faktoren, die dahinter stehen. Globaler Wohlstand nützt dem Einzelnen wenig Zum einen sind es Verteilungsprobleme. Was hat beispielsweise eine Näherin in einer niederösterreichischen Textilfabrik oder ein Programmierer in einem Kärntner IT Unternehmen davon, wenn sich herausstellt, dass Näherinnen oder Computerfachleute in Asien einen komparativen Vorteil haben und die Produktionsstandorte oder Prozessteile nach China oder Indien verlagert werden? Die durchaus richtige Erklärung, dass dadurch der globale Wohlstand steigt, nützt auf individueller Basis wenig, wenn man selbst ohne Arbeit dasteht. Fälle wie die Verlegung der Nokia Produktion von Bochum nach Rumänien und dann weiter nach Indien haben unter dem Stichwort Karawanenkapitalismus traurige Berühmtheit erlangt und sind in einer Welt mit extrem unterschiedlichen Lohnniveaus wohl auch kaum zu verhindern. Hier ist wohl oder übel die regionale Politik gefragt, Strukturveränderungen sozial verträglich zu begleiten. So hat die EU etwa den Globalisierungsfonds eingerichtet, um Strukturveränderungen und Standortverlagerungen mit Fördermitteln begleiten zu können. Auf regionaler Ebene kann vorausschauende Politik Veränderungen frühzeitig erkennen und gemeinsam mit den Sozialpartnern adäquate Antworten von Sozialplänen bis hin zu Ansiedlungen von Betrieben anderer, zukunftsfähiger Branchen fi nden. Nicht jeder Handelsstrom bringt Wohlstand Zum anderen werden Nachhaltigkeitsfaktoren vor allem in der entwickelten Welt eine immer größere Rolle spielen. Ist jeder Handelsstrom nur wohlstandsfördernd oder werden nicht manchmal bewusst staatliche Subventionen, unterschiedliche Rechtslagen bei Umweltaufl a gen oder im Arbeitsrecht ausgenützt, um einen unternehmerischen Vorteil zu lukrieren, der nicht unbedingt den globalen Wohlstand heben muss? Und würde umgekehrt nicht räumliche Nähe etwa in regionalen Clustern die Wertschöpfung erleichtern, zum Beispiel durch kurze Transportwege, einfachen Informationsaustausch und gemein same Entwicklungen? Es sollte nicht so sehr um die Herkunft eines Produktes an und für sich gehen, sondern um die ganzheitlich betrachteten Bedingungen, unter denen das Produkt hergestellt wurde: Werden menschen und arbeitsrechtliche Standards eingehalten, ist der ökologische Fußabdruck vertretbar, kann davon ausgegangen werden, dass in der Wertschöpfungskette keine Korruption im Spiel war, werden eventuelle kleine Preisnachteile von anderen Faktoren wie zum Beispiel lokale Kaufkraft und sozialer Frieden wettgemacht? Konsumenten, aber auch Unternehmen sind hier gefordert, bewusste Entscheidungen zu treffen. Transparente Qualität der Wertschöpfungsketten ist gefragt Unterstützt werden diese Überlegungen von der Europäischen Kommission: Sie verlangt, gewisse Indikatoren offenzulegen, sodass die Qualität von Wertschöpfungsketten transparenter wird. Das betrifft nicht nur den Endkundenbereich, sondern auch jedes Unternehmen, das Zulieferungen von anderen bekommt und im Wesentlichen über die Qualität dieser Zulieferer und ihrer Produkte Bescheid wissen sollte. > Relevant 2/2013

11 wertschöpfung 11 Durch das Pauschalierungsmodell wird der benötigte made in austria -anteil von 50 Prozent nicht mehr für jedes einzelne, sondern quer über alle abgewickelten Projekte eines oekb- Kunden berechnet. pauschalierung Bei der absicherung von exportkrediten 50 Prozent Wertschöpfung genügen quer über alles Die Betrachtung der Wertschöpfung spielt bei der Absicherung von Exportkrediten österreichischer Unternehmer eine zentrale Rolle: Waren ausländischen Ursprungs unabhängig vom Vertragswert und der Länderkategorie können bis zu 50 % mitgedeckt werden. Für kurzfristige Exportkredite in Länder der Kategorie 0 bis 4 ist die Deckung von Auslandsanteilen auch bis zu 100 % möglich. Doch auch hier ist die globale Wertschöpfungskette immer schwerer nachvollziehbar und der Anteil der inländischen Wertschöpfung kann von Geschäft zu Geschäft stark schwanken. Die OeKB entwickelte daher vor zwei Jahren das Pauschalierungsmodell: Demnach müssen nicht mehr in jedem einzelnen Exportgeschäft 50 Prozent Made in Austria stecken, sondern der Anteil wird quer über alle abgewickelten Projekte eines OeKB Kunden berechnet. Firmen, deren Wertschöpfung zu einem großen Teil in Österreich passiert, die aber auch Teile an ihren Standorten im Ausland produzieren, haben mit diesem Modell einfachen und schnellen Zugang zu den Exportgarantien des Bundes, fasst Erwin Marchhart, Abteilung Exportgarantien in der OeKB, die Vorteile zusammen. Einer der ersten Kunden der OeKB, der von diesem Instrument profi tiert, ist die SALVAGNINI MASCHINENBAU GMBH. Durch die Zukäufe bei unserem Mutterunternehmen in Italien, hatten wir bei unseren Südamerikageschäften laufend Probleme mit dem Auslandsanteil. Jetzt geht alles unkompliziert und einfach, kommentiert Hermann Wiesinger, CFO von Salvagnini seine Erfahrungen mit dem Pauschalierungsmodell. führende rolle in internationalen projekten Geschäftschancen nutzen mit Multisourcing Aber was ist, wenn ein österreichischer Hauptlieferant dennoch mit seinem Auslandsanteil die vom Bund akzeptierten Grenzen über schreitet und dieser Auslandsanteil nicht mehr im Rahmen einer Garantie gedeckt werden kann? Dann hilft der bewährte Service der OeKB bei sogenannten Multi sourcing Projekten. Das sind Großprojekte, die aufgrund ihrer Komplexität und des steigenden Wunsches nach Risikoteilung entsprechend immer öfter in internationaler, länderübergreifender Zusammenarbeit realisiert werden. Folgende Absicherungslösung der OeKB hält heimische Unternehmen dabei im Geschäft: Die OeKB als Exportkreditagentur (ECA) des Haupt lieferanten deckt den gesamten Auftrag und holt sich Rück versicherungen der ECAs aus den Ländern der anderen Lieferanten. Dadurch ergibt sich ein weiterer Wettbewerbsvorteil für österreichische Exporteure: Die OeKB kann in so einem Fall die Refi nanzierung des gesamten Projekts übernehmen. Diese Kombination von Absicherung und Finanzierung aus einer Hand mit nur einem Ansprechpartner eröffnet gerade kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) die Chance, bei Großprojekten eine tragende Rolle zu spielen und neue Märkte zu erschließen. /laender

12 12 > Und auch die OECD hat seit vielen Jahren Leitsätze für multinationale Konzerne verfasst. Ursprünglich 1976 formuliert, wurden sie Ende der neunziger Jahre grundlegend überarbeitet: Sie stellen einen Verhaltenskodex für transnationale Konzerne dar bezüglich Transparenz, Arbeitsbeziehungen, Umwelt, Korruption, Verbraucherschutz, Technologietransfer, Wettbewerb und Steuern. Der Kodex selbst ist nicht verbindlich und daher nicht unmittelbar einklagbar, aber als Bezugsnorm für multinational agierende Unternehmen bedeutsam. Bei Beschwerden wegen Regelverstößen kann die jeweilige Nationale Kontaktstelle (NKS) angerufen werden, die vermittelnd eingreifen soll. Die NKS ist in Österreich im Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend angesiedelt. Fazit Eine möglichst hohe Wertschöpfung im eigenen Land ist erfreulich aber nicht das Maß aller Dinge. Denn die klassischen Ökonomen haben recht: Handel zwischen Ländern und Regionen bringt einen gesamtwirtschaftlichen Mehrwert und hebt den globalen Wohlstand. Damit diese Entwicklung nachhaltig ist und nicht zu Lasten Einzelner geht, sei auf David Ricardo verwiesen, der Außenhandel als das Band sieht, das die allgemeine Gesellschaft der Völker durch die ganze gesittete Welt hindurch zusammenhält. Und Wohlstand muss auch unter qualitativen Aspekten wie Umwelt, Menschenrechte und Gesundheit gesehen werden. Made in ist nicht mehr so wichtig wie Made by, und zwar auch im Sinne der Bedingungen, unter denen Leistungen erbracht werden. Es braucht also allgemein gültige Regeln, wie etwa die OECD-Leitlinien, um in einer gesitteten Welt die globalen Wertschöpfungsketten zum Nutzen aller weiterzuentwickeln. Es braucht größte globale Anstrengungen, damit sich immer mehr Länder, auch außerhalb der OECD, zu diesen gemeinsamen Regeln verpflichten. Und nicht zuletzt braucht es Transparenz, damit Konsumenten wie auch Unternehmer einschätzen können, welche Qualität die Wertschöpfungskette hat, deren Nutznießer er letztlich ist. π Wichtiger als die Herkunft eines Produktes sind die ganzheitlich betrachteten Bedingungen, unter denen es hergestellt wurde. Dabei spielen menschenund arbeitsrechtliche Standards genauso eine Rolle wie der ökologische Fußabdruck. Relevant 2/2013

13 wertschöpfung 13 exportzahlen Umsatz ist schön, der Mehrwert zählt In der Unternehmensbesteuerung zählt schon seit Jahrzehnten der geschaffene Mehrwert und nicht der Umsatz. Nun setzt sich diese Betrachtungsweise auch bei der Messung der Exporte durch. Was zählt, ist nicht der reine Waren- oder Dienstleistungsstrom, sondern die Wertschöpfung im Inland. Mit der klassischen Messung von Handelsströmen lassen sich globale Wertschöpfungsketten längst nicht mehr adäquat abbilden. Denn 56 Prozent der Güter und 73 Prozent der Dienstleistungen, die weltweit gehandelt werden, sind ihrerseits wieder Zulieferprodukte und -leistungen zu anderen Produktionsprozessen, sogenannte Intermediärleistungen. Was heißt es also, wenn man sagt, die Exportquote Österreichs liegt bei 45 oder bei 50 Prozent? Zunächst einmal nur, dass der Wert der Güter und Leistungen, die aus Österreich hinausgehen, etwa die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts beträgt. Aber wie viel davon wurde tatsächlich im Inland produziert? Antworten auf diese Frage gibt das Projekt TIVA (Trade in Value Added) der OECD*. Dabei wird nicht einfach jeder Grenzübertritt einer Ware oder Dienstleistung betrachtet, sondern nur der Mehrwert, der tatsächlich in einem Land entsteht. Für Österreich fördert TIVA, wie eine Analyse der Bank Austria** aufzeigt, einige interessante Details zutage: π Der ausländische Wertschöpfungsinhalt der Exporte liegt in Österreich im Vergleich der untersuchten Länder mit einem Wert von 24,4 Prozent im Mittelfeld. Im Vergleich mit Ländern ähnlicher Größe ist das aber ein niedriger Wert, d. h. die inländische Wertschöpfungskomponente der Exporte ist sehr hoch (zum Vergleich: schweizerische Exporte enthalten zu mehr als 30 Prozent vorimportierte Waren oder Leistungen). π Die Hälfte der österreichischen Importe werden wieder exportiert. Beim Exportanteil der importieren Vorprodukte rangiert Österreich mit fast 50 Prozent unter den Top 15 der Welt. Besonders hoch ist dieser Wert mit 70 Prozent im Bereich Fahrzeug und Fahrzeugteile. π Mit weniger als 10 Prozent ausländischem Wertschöpfungsanteil sind exportierte Dienstleistungen besonders wichtig. Nach dieser Betrachtung erhöht sich der Dienstleistungsanteil an den österreichischen Gesamtexporten von rund einem Viertel auf beinahe die Hälfte. π Deutschland ist zwar auch gemäß Wertschöpfungsansatz die Nummer eins im österreichischen Außenhandel, der Anteil der österreichischen Exporte nach Deutschland sinkt aber gegenüber der reinen Messung der Warenexporte von über 30 Prozent auf 16,4 Prozent. π Der konjunkturelle Einfluss des Außenhandels mit den USA und Italien auf Österreich ist gemeinsam fast so groß wie jener von Deutschland, weil unsere Exporte in die USA oder nach Italien einen höheren Wertschöpfungsanteil aufweisen als jene nach Deutschland. π * **

14 14 Auf dem Weg zum Kommunikations-Controlling Kommunizierter Mehrwert Steigert professionelle Kommunikation die Wertschöpfung eines Unternehmens? Und kann dieser Beitrag messbar gemacht werden? Menschen kommunizieren. Meist mit einem bestimmten Ziel auch in der gewöhnlichen zwischenmenschlichen Kommunikation. Während bei dieser aber oft nur etwas Zeit investiert wird, erfolgt Unternehmenskommunikation auf einem professionellen Niveau und erfordert finanzielle Investitionen. Diese lassen sich jedoch nur dann rechtfertigen, wenn sich der Beitrag von Kommunikationsmaßnahmen wie zum Beispiel PR - zur Wertschöpfung des Unternehmens auch darstellen lässt. Dafür ist nach Meinung von Gabriele Brandner, Leiterin des Arbeitskreises Wertschöpfung durch Kommunikation des Public Relations Verband Austria (PRVA) ein Umdenken notwendig: Solange PR mit Medienarbeit gleichgesetzt wird, bleibt die Integration von Corporate PR in den Strategieprozess eines Unternehmens Utopie und damit auch die Darstellung des Beitrags zur Wertschöpfung. Es muss viel mehr die Rede von PR als Reputationsmanagement sein, also vom Pflegen der Beziehungen zu allen Stakeholdergruppen, um Vertrauen aufzubauen. Dieses Vertrauen schafft wiederum eine Werthaltung dem Unternehmen gegenüber und schlägt sich sowohl im Aufbau gesellschaftlicher Akzeptanz als auch im wirtschaftlichen Erfolg nieder. Um Unternehmenskommunikation daher als strategische Funktion zu integrieren, bedarf es eines entsprechenden Kommunikations-Controllings also der Zielfindung, Planung und Steuerung der Unternehmenskommunikation. Grundlage dafür und entscheidend für den Erfolg ist eine konsequente Ausrichtung an der Unternehmensstrategie. Nur so kann die erzielte Wertsteigerung eines Unternehmens auch nachgewiesen werden. Das Wirkungsstufenmodell Einzelne Effekte waren schon bisher zahlenmäßig erfassbar, vor allem, wenn es um die reine Pressearbeit ging - etwa Reichweite eines Mediums oder die Anzahl von Presseclippings. Diese Zahlen bilden aber nur Teilbereiche ab und sagen noch nichts über den gesamten Wertschöpfungsprozess aus. Viele der letztlich angestrebten Wirkungen lassen sich nicht auf einer rein materiellen Ebene messen: Reputation, Vertrauen und Glaubwürdigkeit sind zahlenmäßig schwer zu erfassen. Und selbst wenn das gelingt, bleibt immer noch die Frage nach der Kausalität: Worauf genau lässt sich zum Beispiel ein Reputationsgewinn zurückführen? Den entscheidenden Schritt in Richtung Kommunikations-Controlling setzte 2009 die deutsche Public Relations Gesellschaft. In Zusammenarbeit mit dem Internationalen Controller Verband (ICV) entstand ein Bezugsrahmen, der auch vom PRVA als Grundlage für die Weiterentwicklung des Kommunikations-Controllings in Österreich angesehen wird. Auf Basis dieses Bezugsrahmens mit seinen Wirkungsstufen wie Input, Output, Outcome und Outflow wurde eine Toolbox erarbeitet, die sich den Teildisziplinen der PR-Arbeit widmet und diese entsprechend evaluiert (siehe Grafik). Ein zentrales Element dabei sind Kennzahlen. Diese können bereits im Unternehmen vorhanden sein oder werden im Zuge des Implementierungsprozesses definiert. Hier gibt die Toolbox die entscheidenden Hilfestellungen. Zum Beispiel: RELEVANT Auch Sie halten mit dem vorliegenden Magazin gerade ein Instrument der Unternehmenskommunikation in den Händen. Dabei sind die eingesetzten Ressourcen wie interne Arbeitszeit und Agenturleistungen als Input zu verstehen, Budgettreue und Zufriedenheit mit dem Ergebnis als interner Output innerhalb der Organisation. Den externen Output bilden in diesem Fall Reichweite und Inhalte des Magazins. Wie es von den Lesern wahrgenommen wird, wie sie es nutzen beziehungsweise welche Meinungen und

15 15 wertschöpfung Quelle: Einstellungen es gegenüber einem Unternehmen hervorruft, lässt sich anhand von Messgrößen wie Verweildauer, Leser pro Ausgabe oder dem Markenimage auf der Wirkungsebene des direkten beziehungsweise indirekten Outcomes darstellen. Der Outflow bezieht sich wieder auf die Organisation selbst. Welchen Einfluss hat es auf strategische Zielgrößen? Welchen auf materielle oder immaterielle Ressourcen? Wichtig, aber kaum verbreitet Mit der Toolbox werden also Kommunikationsmaßnahmen systematisch evaluiert. Ein wichtiger Schritt, betont Gabriele Brandner. Evaluierung ist zwar nur ein Teil des gesamten Controlling-Prozesses, unsere Umfrage hat aber gezeigt, dass derzeit in vielen Bereichen nicht einmal das geschieht. Im April 2013 hat der PRVA mehr als 100 Kommunikationsmanager aus Agenturen und Unternehmen zum Thema Kommunikations-Controlling und Evaluierung befragt. Mehr als 70 Prozent halten dieses Thema für sehr wichtig, dennoch geben fast zwei Drittel der Befragten an, nicht einmal ein eigenes Budget Wirkungsstufe Messbereich Messgröße (Beispiel) Messobjekt Input Ressourcen Personaleinsatz Finanzaufwand Personalkosten Outsourcing-Kosten Organisation Interner Output Prozesseffizienz Qualität Budgettreue Durchlaufzeit Fehlerquote Readability Zufriedenheit interner Auftraggeber Initiierung von Kommunikationsprozessen Output geringer Einfluss auf die Wertschöpfung großer Einfluss des Kommunikationsmanagements dafür vorgesehen zu haben. Darüber hinaus herrscht kaum Kenntnis über geeignete Methoden und Instrumente, den Wertbeitrag der Kommunikation transparent und systematisch zu verfolgen und zu bewerten. Darin sieht Brandner in Zukunft die Hauptaufgabe des PRVA-Arbeitskreises: Kommunikations-Controlling muss ein zentraler Bestandteil in der Aus- und Fortbildung werden sowie in der öffentlichen Wahrnehmung. Werthaltige Kommunikation als Mittel zur Erreichung der Unternehmensziele einzusetzen muss in den Köpfen der Manager verankert werden, was nur gelingt, wenn wir die entsprechenden Instrumente zur Evaluierung vorweisen können. Der messbare Nachweis des Wertschöpfungsbeitrags hilft auch den Kommunikationsfachleuten selbst, ihren Beitrag verständlich zu machen. PR oder Corporate Communication erhält dann jenes Gewicht, das zu einer entsprechenden organisatorischen Verankerung führt und das es erlaubt, die Tätigkeiten systematisch am Unternehmenserfolg auszurichten und diesen auch strategisch mitzugestalten. π Weitere Informationen: Externer Output Reichweite Inhalte Clippings Visits Downloads Initiativquotient Share of Voice Medien/Kanäle Direkter Outcome Wahrnehmung Nutzung Wissen Awareness Unique Visitors Verweildauer Leser pro Ausgabe Recall Recognition Kommunikationsprozesse Outcome Bezugsgruppen Indirekter Outcome Meinung Einstellung Emotion Verhaltensdisposition Verhalten Reputations-Index Markenimage Strategisches Bewusstsein der Mitarbeiter Kaufintention Leads Innovationsideen Projektbeteiligung Gabriele Brandner plädiert dafür, den Mehrwert von Kommunikationsmaßnahmen zu analysieren. Outflow Wertschöpfung Einfluss auf strategische und/oder finanzielle Zielgrößen (Leistungsprozess) Einfluss auf materielle und/oder immaterielle Ressourcen (Kapitalbildung) Umsatz Projektabschlüsse Kostenreduktion Reputationswert Markenwert Mitarbeiterkompetenz Organisation Ergebnisse von Kommunikationsprozessen großer Einfluss auf die Wertschöpfung geringer Einfluss des Kommunikationsmanagements

16 16 exportservices Wir betreuen den Nachwuchskader der Exportunternehmen INTERVIEW Elisabeth Strassmair ist Geschäftsführerin der Österreichischer Exportfonds GmbH. Neben den klassischen Ausfuhren finanziert dieser neuerdings auch Tourismus-Dienstleistungen in Österreich. Möbel, Wein und Häuser von heimischen KMU werden mit Unterstützung des Exportfonds in Form von kurzfristigen Krediten ins Ausland verkauft. Elisabeth Strassmair möchte das Geschäft mit Dienstleistern ausbauen, deren Exporte bereits ein Drittel des österreichischen Exportvolumens ausmachen. Den Exportfonds gibt es seit über 60 Jahren. Welche Rolle hat der Exportfonds für die österreichische Wirtschaft? Der Exportfonds finanziert KMU, welche für den Erfolg der österreichischen Exportwirtschaft wichtig sind. Wir sprechen über KMU nicht nur in Sonntagsreden, sondern sind tatsächlich für sie da! Schon bei Kreditbeträgen von Euro und weniger sind wir bereit, Risiko zu übernehmen. Dabei wollen wir genauso schnell und flexibel wie heimische KMU sein - wir bearbeiten unsere Kredite so rasch, dass in 14 Tagen eine Rückmeldung da ist. Und unsere Rahmenkredite sind einfach gestrickt dem Kunden werden liquide Mittel für seine Exportgeschäfte bei überschaubarem zeitlichem Aufwand zur Verfügung gestellt. Gibt es irgendwelche Branchenschwerpunkte unter Ihren Kunden? Oder hauptsächliche Exportländer? In klassischen Industriesparten beginnen die Unternehmen ihre Auslandsaktivitäten zumeist in den Nachbarländern; wenn es um Hightech und Nischenprodukte geht, sind die KMU global unterwegs. Das Spektrum unserer Kunden ist breit: Wir finanzieren etwa Dirndlproduzenten, Holzverarbeiter, Maschinenproduzenten oder Hersteller von Software für Skischulen. Zu unseren Kunden zählen etwa Wittmann Möbelwerkstätten, Hartl Haus und das Weingut Bründlmayer. Wie viel Potenzial sehen Sie noch bei KMU, sich in den Export zu wagen? Da Österreich ein kleines Land ist, drängen KMU, die wachsen wollen, eher früher als später ins Ausland. Die Beschränkungen sind eher konjunktureller Natur, die Innovationskraft und das Engagement der Unternehmen sind ja enorm. Bestens unterstützt werden sie dabei von den AußenwirtschaftsCentern der WKO und ihren Hausbanken. Ist der Exportfonds dann der logische Ansprechpartner, der einzige, oder einer von vielen? Wir sind der Finanzierungspartner der Hausbanken und ihrer KMU-Kunden, wenn es um kurzfristige Exportfinanzierungen geht. Natürlich kann jede Hausbank auch frei finanzieren. Unser Plus ist, dass wir Liquidität zur Verfügung stellen und auch Risiko nehmen können. Daher erwarten KMU von ihrer Hausbank einfach, dass diese mit dem Exportfonds zusammenarbeitet und die Hausbanken können ihren Kunden mehr Spielraum einräumen. Wie lange laufen Exportfonds-Kredite? Unsere Kredite sind kurzfristig, da sie jedoch immer wieder verlängert werden können, wirken sie langfristig. Kunden, die schon seit 10 Jahren und länger bei uns sind, sind die Regel. Weil diese maximale Kredithöhe vom Ausmaß der Relevant 2/2013

17 exportservices 17 Österreichischer Exportfonds GmbH π Ist aktuell Finanzierungspartnerin für KMU. π Ermöglicht Kredithöhe bis zu 30 % des Exportumsatzes. π Bietet via Hausbank Zugang zu Rahmen- und Markterschließungskrediten. π Eigentümerinnen: Oesterreichische Kontrollbank AG (70 %) und Wirtschaftskammer Österreich (30 %). π Aktuelles Kreditvolumen: über 1 Milliarde Euro. Exportumsätze abhängt, wachsen die Exportfondskredite mit unseren Kunden mit. Wenn der Kunde aus den KMU-Kriterien herauswächst, wechselt er zur Muttergesellschaft OeKB. Wir betreuen also fußballerisch gesprochen den erfolgreichen Nachwuchskader der Exportwirtschaft. Der Exportfonds gewährt nicht nur Rahmen-, sondern auch Markterschließungskredite. Was kann da genau finanziert werden? Da geht es zum Beispiel um Aufwendungen für Messebesuche, den Aufbau eines Schauraums, Übersetzungskosten etc. Ein solcher Kredit läuft fünf Jahre, die ersten drei davon tilgungsfrei. Diese Kredite gibt es für Länder außerhalb der EU, zum Beispiel die Schweiz. Sie bieten jahrzehntelang bewährte Services gibt es dabei auch Neuigkeiten? Neu ist, dass wir vermehrt Tourismusbetriebe wie Hotels finanzieren. Ausländische Gäste kommen ja nach Österreich und konsumieren hier Dienstleistungen, das Reisebüro oder die Kreditkartenfirma bezahlt aber erst einige Wochen später. Apropos: Dienstleistungsexporte werden für uns immer wichtiger hat Österreich ein Exportvolumen von 160 Milliarden Euro erzielt, davon sind rund ein Drittel Dienstleistungsexporte. Dieses Geschäft möchten wir unbedingt ausbauen. π Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB) Schützt vor Zahlungsausfällen, bietet via Hausbank günstige Finanzierungen und liefert Informationen für Entscheidungsträger π Exporthaftungen des Bundes π Refinanzierung von Exporten und Beteiligungen im Ausland auf Basis von Haftungen π Research Services (Länder- & Branchenstudien, Marktpotenzial- & Standortanalysen) OeKB Versicherung AG, PRISMA Kreditversicherungs-AG Schützen vor Schäden aus Zahlungsausfällen π Wirtschaftliche Deckung π Politische Deckung π Risikomonitoring Oesterreichische Entwicklungbank AG (OeEB) Finanziert Investitionen in/mit Entwicklungs- und Schwellenländern π Finanzierung von Projekten π Advisory Programmes zur Stärkung der entwicklungspolitischen Wirkung π Beteiligungskapital

18 18 Research Services Wissen, was sich in den Medien abspielt -Pressespiegel Wenn Anleger mit Banken streiten, werden sie nicht selten von Kraft & Winternitz vertreten, einer Wiener Rechtsanwaltskanzlei mit dem Spezialgebiet Kapitalmarkt- und Finanzdienstleistungsrecht. Das oft beträchtliche Medienecho rund um ihre Fälle behalten die Anwälte mithilfe der OeKB Research Services im Auge. Ein Dienstag Vormittag im Mai: In wenigen Stunden beginnt eine Verhandlung im Rechtsstreit zwischen einer Landeshauptstadt und einer Regionalbank. Es geht um Spekulationsgeschäfte, auf deren Rückabwicklung die Landeshauptstadt geklagt hat. Rechtsanwalt Dr. Rainer Maria Kraft, dessen Kanzlei Kraft & Winternitz die Stadt vertritt, überfliegt die aktuellsten Pressemeldungen zu dem Fall, der auch in der Politik viel Staub aufgewirbelt hat. Viel Zeit kostet das Durchsehen der Artikel nicht, denn der Anwalt lässt sich die Clips quasi auf dem Silbertablett servieren. Für uns ist es natürlich wichtig, immer genau zu wissen, was sich in den Medien und der Öffentlichkeit rund um unsere Causen abspielt, erklärt Dr. Kraft. Und in unseren Fällen wird sehr viel veröffentlicht. Alle Quellen selbst im Auge zu behalten, wäre daher wenn überhaupt nur mit enormem Zeitaufwand möglich. Ich muss ja auch noch arbeiten, lacht Dr. Kraft im Gespräch mit RELEVANT. Maßgeschneiderter Überblick Die Lösung fand Kraft & Winternitz mit dem -Pressespiegel der OeKB Research Services: Zweimal täglich werden damit per die relevanten Meldungen aus ORF, Österreichs Tageszeitungen, der Austria Presse Agentur (APA) und den wichtigsten Magazinen frei Haus geliefert. Nicht nur mechanisch nach Schlagworten erfasst, sondern handverlesen, nach den Wünschen der Kanzlei aufbereitet und bei TVund Radiobeiträgen sauber transkribiert. Artikel gleichen Inhalts werden entsprechend ausgefiltert und die Themen immer wieder den aktuellen Ereignissen angepasst. Das Ergebnis ist ein maßgeschneiderter Überblick, der die Rechtsanwälte in wenigen Minuten auf den neuesten Stand bringt. Etwa fünf Clippings landen an einem typischen Tag in der Mailbox von Kraft & Winternitz. Sind Meldungen dabei, die auch für Klienten interessant sein könnten, publiziert man diese auch auf der Kanzlei-Website. Urheberrechtliche Probleme gibt es dabei keine, denn dank einer Kooperation zwischen OeKB Research Services und APA sind die Nutzungsrechte bereits abgedeckt. Neben Hintergrundinformationen zu aktuellen Causen liefert OeKB Research Services aktuelle Artikel über Finanzspekulationen von Gemeinden, Rechtsstreitigkeiten zwischen Privatanlegern und Banken im Zusammenhang mit Derivat- bzw. Investmentgeschäften, aber auch über neue Gesetzesinitiativen und EU-Aktivitäten in Bezug auf Finanzspekulationen und Anlegerschutz alles Relevant 2/2013

19 research services 19 Themen, die heute das Kerngeschäft von Kraft & Winternitz maßgeblich prägen. Völlig neue Rechts- und Klagsgebiete Begonnen haben wir 1987 als klassische Wirtschaftsberatungskanzlei, als One Stop Shop für nahezu alle Rechtsbereiche, erzählt Dr. Kraft, doch dann haben wir uns, nicht zuletzt, weil wir einen entsprechenden Mandanten gewonnen hatten, immer mehr auf das Thema Kapitalmarktund Finanzdienstleistungsrecht spezialisiert und zwar aus beiden Perspektiven: jener des Anlegers und jener des Dienstleisters. Da haben sich völlig neue Rechts und Klagsgebiete aufgetan. So hat Kraft & Winternitz bereits in zahlreichen spektakulären Fällen geschädigte Anleger vertreten, etwa in den Causen AMIS, AvW und Madoff Primeo. Sammelklagen, wie man sie zum Beispiel aus den USA kennt, gibt es in Österreich zwar nicht, wohl aber eine Bündelung von Ansprüchen mit gleichem Sachverhalt. Dabei spielt wiederum das Thema Medien eine Rolle, allerdings in anderer Form: Rainer Maria Kraft skizziert eine häufi ge Vorgangsweise, wenn es um die breitangelegte Durchsetzung von Anlegeransprüchen geht: Zuerst lassen wir die Fälle von Finanzsachverständigen prüfen, als Basis für die juristische Bewertung. Dann gibt es eine Musterklage, die meist ein gewisses Medienecho fi ndet, und so kommen oft weitere Betroffene zu uns. Eine nüchterne Entscheidung Die Entscheidung für OeKB Research Services war übrigens, so erinnert sich Dr. Kraft, eine eher nüchterne Angelegenheit: Wir haben mehrere Angebote eingeholt, und die OeKB bot ganz einfach das beste Preis Leistungs Verhältnis. Das Monitoring ist zwar ein Budgetposten aber den ist es uns wert. π dr. rainer maria Kraft, Kanzlei Kraft & Winternitz: Für uns ist es wichtig, immer genau zu wissen, was sich in den medien abspielt. die nachrichtenflut selbst im auge zu behalten, ist nahezu unmöglich. Der -pressespiegel liefert alle wichtigen nachrichten gebündelt und auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt. Pressemonitoring nach Maß Egal welche Themen, egal welche Quellen: Die OeKB Research Services arbeiten für Unternehmen und Organisationen individuelle Konzepte für die Medienbeobachtung aus. Neben Modulen zu eigenen Themenstellungen kann der Kunde auch auf sogenannte Kernmodule (z. B. Wirtschaftsentwicklung Österreichs und weltweit, internationale Finanzmärkte) zurückgreifen. Geliefert wird per E Mail oder als webbasierter Service samt durchsuchbarer Datenbank. Weitere Informationen: Jutta Leitner Tel ,

20 20 kreditversicherung Eine Kreditversicherungspolizze spart Zeit, Geld und Nerven. Denn damit ist für den Ernstfall eines Zahlungsausfalls vorgesorgt. Das erspart den Lieferanten Liquiditätsengpässe, die je nach Höhe der ausstehenden Forderung zu finanziellen Problemen bis hin zur Insolvenz des eigenen Unternehmens führen. Eine Kreditversicherung übernimmt übrigens nicht nur die Entschädigung bei einem Forderungsverlust, sondern auch die Bonitätsprüfung der abnehmenden Unternehmen im In- und Ausland. Außerdem liefert sie wertvolle Informationen zu Branchen und der Insolvenzentwicklung in den Abnehmermärkten. Mit einer Kreditversicherungspolizze haben Manager den Kopf frei für das laufende Geschäft und gewinnen Spielraum für wachstumsorientierte Maßnahmen. Anlässlich des Österreichischen Exporttags liefern die zwei österreichischen Kreditversicherer PRISMA Kreditversicherungs-AG und die OeKB Versicherung AG Informationen zu Service und Schwerpunkten, von denen ihre Versicherungsnehmer profitieren. Die Profis fürs Risikomanagement Maßgeschneidert für schwierige Märkte Unternehmen begleiten wir gerne auch in sogenannte schwierige Märkte schließlich hat unser Team reiche Erfahrung in Geschäften mit Schwellenländern. Jeder Kunde erhält mit unseren Polizzen ein maßgeschneidertes Risikomanagement, das genau zu seinem Aktionsradius und zum Risikoprofil seiner Kunden passt Karolina Offterdinger Mitglied des Vorstands der OeKB Versicherung AG Einzigartig: Pauschal versicherung mit sechsmonatiger Limitgarantie Als erste österreichische Kreditversicherung geben wir bei neuen Pauschalversicherungen eine sechsmonatige Deckungsgarantie, und das explizit schriftlich. So ein unkündbares Limit für den Gesamtumsatz eines Unternehmens, das ist branchenweit neu. Rainer Dreo Kundenbetreuer in der OeKB Versicherung AG Für alle Anliegen ein persönlicher Kundenberater Ganz besonders schätzen unsere Kunden die kompetente Beratung durch einen persönlichen Kundenbetreuer. Das hat unsere Kundenbefragung im vergangenen Jahr ergeben und damit unser One-Stop-Shop-Konzept absolut bestätigt. Birgit Kalcher Bereichsleiterin in der OeKB Versicherung AG in Linz Relevant 2/2013

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