Thema des Personalmanagements, die Mitarbeitendenbefragung. und seinen Tochterunternehmen. Zuge des Projektes Zukunft Personalentwicklung,

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1 Faden Ausgabe 43 Mai 2012 Mitarbeiter-Zeitschrift St. Elisabeth-Verein e.v. Marburg Themen dieser Ausgabe: Internet-Auftritt neu gestaltet Seite 2 Margot Käßmann in Marburg Seite 4-6 A-P-Dok bringt Ordnung in Büros Seite 8 Freizeitgelände Kirchvers Seite 10 Kinderrechte Seite Jahre Regionalzentrum Biedenkopf Seite Ökumenischer Kirchenlauf in Biedenkopf Seite 18 Es ist geschafft: Die Vorstände Matthias Bohn (Dritter von links) und Hans-Werner Künkel (rechts daneben) präsentieren mit den Beteiligten aus Personalabteilung, EDV-Abteilung, der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit sowie Mitgliedern der Mitarbeitendenvertretung die neue Webseite des St. Elisabeth-Vereins. Foto: Jürgen Jacob Mitarbeitende: weit mehr als nur Arbeitskräfte Dass im April die elektronische Stellenausschreibung samt Bewerberdatenverwaltung - Online-Recruiting, wie es neuhochdeutsch so schön heißt - gemeinsam mit der neugestalteten Internetseite des St. Elisabeth-Vereins ins Netz geht, war geplant. Wir sind stolz darauf, dass zwei solch innovative und arbeitsintensive Projekte, an denen mehrere Partner hervorragend mitgewirkt haben, reibungslos und zum gewünschten Stichtag umgesetzt worden sind, freute sich Hans-Werner Künkel, einer der beiden Vorstände des St. Elisabeth-Vereins, während der Freischaltung der überarbeiteten Webseite. Die Einbindung des Personalmanagement-Systems aus dem Hause Haufe, einem der führenden Anbieter und Dienstleister im Personalwesen, vereinfache und beschleunige die Kommunikation zwischen Bewerbern und Unternehmen. Dass gerade zu dieser Zeit ein weiteres Thema des Personalmanagements, die Mitarbeitendenbefragung beim St. Elisabeth- Verein und seinen Tochterunternehmen im Zuge des Projektes Zukunft Personalentwicklung, eine Rolle spielt, war nicht abzusehen, als Internetauftritt und Online-Recruiting im vergangenen Jahr in Angriff genommen wurden. Doch es zeigt: Personalentwicklung und Bewerbermanagement sind nicht nur aufgrund des Fachkräftemangels ebenso alltägliche Themen für Unternehmen geworden wie das sich Kümmern um die Mitarbeitenden. Es vergeht kaum ein Tag, an dem Human Resources - wie Personalwirtschaft und potenzielle Arbeitskräfte inzwischen bezeichnet werden - nicht Thema in den Medien sind: Europaweite Motivationsstudie zeigt: Deutsche Arbeitnehmer blicken besonders Altenhilfe wohnortnah Seite 21 Oikos: Ganzheitliche Hilfeangebote Seite 22 Mitarbeiterversammlung Seite 24 positiv in die Zukunft (Agitano, Wirtschaftsforum Mittelstand) Deutschlands beste Arbeitgeber - Eine gesunde Leistungskultur zahlt sich aus (www.karriere.de) Wie Sie mit Mitarbeitern umgehen, die Potenzial besitzen und gefördert werden sollten (Financial Times Deutschland). Die derzeit beim St. Elisabeth-Verein und seinen Tochterunternehmen im Zuge des Projektes Zukunft Personalentwicklung stattfindende Mitarbeitendenbefragung ist Teil eines dreijährigen Weiterbildungsprojektes des Evangelischen Erziehungsverbandes (EREV). Sie dient unter anderem dazu, die Belastungs- und Gefährdungspotenziale und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden zu erfragen. Manfred Günther

2 2 Der grüne Faden Historie Internet: Das world wide web - unendliche Weiten. Wir befinden uns im Jahr 2010 und wissen: In einer nicht allzu fernen Zukunft hat das gute alte Seltec-System ausgedient. Denn es ist inzwischen Lichtjahre von den Ansprüchen von EDV, Redaktion und vor allem der User entfernt. Also kommt man zum Entschluss, dass es Typo3 sein muss. Wenn auch der Beginn der Internet-Relaunch - der technischen und optischen Überarbeitung der Webpräsenz des St. Elisabeth-Vereins - sich jetzt - eineinhalb Jahre später - á la Raumschiff Enterprise oder Wilhelm Busch darstellen lässt, so waren doch eine Menge Hirnschmalz, Kalkül und Schaff vonnöten, bis wir am heutigen Tag sagen können: Es ist vollbracht! Wir sind on! Nicht nur mit einem Relaunch von sondern auch mit E-Recruiting, der Unterstützung der Personalgewinnung und der Personalverwaltung durch den Einsatz elektronischer Medien und Personalsysteme. Dem Anlass entsprechend ein Rückblick in Teasern, in Anreißern, die zum Weiterklicken im Netz ermuntern sollen: Ende 2010: Die Neugestaltung wird aufgeteilt in 2 Bereiche: - Technik/CMS - Grafisches Design Parallel dazu wird die Entscheidung umgesetzt, dass die Altenhilfe- Seite schon vorab neu gestaltet wird und dann ins Netz geht. Erste Schulung der Mitarbeitenden der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit im Typo3-System. Frühjahr 2011 Ausschreibung Grafisches Design für Relaunch bis Mai 2011 Juni 2011: Präsentation der Designs und anschließend Entscheidung: Wir haben uns bei drei vorliegenden Entwürfen, die allesamt als Grundidee für den neu zu gestaltenden Internetauftritt hätten dienen können, unter anderem - neben den gelungenen Grundideen und deren überzeugender Präsentation - für den von ion2s entschieden, weil wir in diesem Fall auch Wert auf eine externe Beratung, Gestaltung und Be- So sieht die Homepage des St. Elisabeth-Verein e.v. ab April 2012 aus. gleitung legen, die auch beinhaltet: eine analytische Betrachtung bestehender Designs und Darstellung der Wirkung des neuen grafischen Web-Designs - was auch für alle anderen Entwürfe gegolten hätte -, überzeugende Ideen, die dennoch keinen Bruch zu den weiter verwendeten Elementen ( Bäumchen, Logo sowie Motto) und Materialien darstellen. Bis September 2011: Technische Umstellung des bisherigen Internetauftritts auf das neue CMS-System Typo3, Fertigstellung der Altenhilfe-Seiten. Parallel dazu bis heute: Grafischer Relaunch Doch halt, da gibt's doch noch was: Wenn jetzt der neue Auftritt ins Netz gestellt ist, dann wird - fast wie selbstverständlich - den Usern eine neue Funktion zu In Zusammenarbeit mit der Firma umantis wurde auch ein Online- Bewerbungsmanagement-System erstellt, das zeitgleich online ging. Verfügung stehen: Online-Bewerbung, dass unsere Mitarbeitenden von morgen sich heute zeitgemäß an uns wenden können. Denn immer häufiger führt die erste Kontaktaufnahme über den elektronischen Weg - über eine attraktive Webseite, über eine Info über das Unternehmen, die zum Googlen einlädt, oder eine ansprechende Stellenausschreibung Das umantis-personalmanagement- System wird in die Website eingebunden und steuert alle Recruitingprozesse und Aufgaben von der Stellenausschreibung über die Kommunikation mit Bewerbern und Verantwortlichen für die Besetzung bis hin zur Verwaltung der Daten mitunter auch über das Besetzungsverfahren hinaus - falls Bewerberinnen und Bewerber damit einverstanden sind, dass ihre Daten weiter gespeichert werden. Bewerberdaten aus Online- und - Bewerbungen sowie in schriftlicher Form eingegangene Bewerbungen werden strukturiert erfasst und verarbeitet. Workflow-Funktionen steuern die Zuordnung von Bewerbungseingängen zu den entsprechenden Stellenausschreibungen und bei Initiativbewerbungen zu den vier Tätigkeitsfeldern Pädagogik, Sozialpsychiatrie, Pflege

3 Der grüne Faden 3 und Verwaltung. Das ist nicht etwa der Werbetext des Software- Anbieters umantis, sondern die von der Arbeitsgruppe des St. Elisabeth- Vereins formulierte Beschreibung des Online-Be- werbungsmanagement- Systems. Und auch hier der Rückblick in Teasern: 2010: Anschaffung der Software bei Haufe, einem der führenden Anbieter und Dienstleister im Personalwesen. September 2011: Entscheidung, Gestaltung und Schaltung von Stellenausschreibungen als Aufgabe der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit zu definieren: Die nach wie vor in den Verantwortungsbereich der Geschäftsbereichsleitung befindliche Personalbeschaffung wird durch die Stabsstelle dahingehend unterstützt, dass dem Trend der zunehmenden Online-Bewerbungen Rechnung getragen wird. November 2011: Zuschnitt der Software-Module auf die Bedürfnisse des St. Elisabeth-Vereins und Schulung durch die umantis ag - human resources solutions, seinerzeit noch im Auftrag von Haufe tätig, heute eine Haufe- Tochter und Spezialist für Software in Sachen Personalwesen. Februar 2012: Nächste Schulung von umantis, bis dahin Bearbeitung der System-Vorlagen, grafische und technische Einbindung in den Internetauftritt des St. Elisabeth-Vereins. Der Bereich der Altenhilfe hat ein eigenes Gesicht im Internet. Die Fassung der Homepage vor dem Relaunch im April Vorstellung des Entwicklungstandes und Besprechung während der Geschäftsführungskonferenz. April 2012: Abschließende Schulung und Workshop durch umantis Dazwischen: Zahlreiche Telko, wie es neuhochdeutsch so schön heißt: Telefonkonferenzen mit dem in der Schweiz befindlichen Unternehmen umantis, um das To-Do abzusprechen. Ab heute: Einbindung eines Online-Personalmanagements, an dem zunächst der St. Elisabeth-Verein e.v. sowie seine Tochterunternehmen Gisa - Innovative Sozialarbeit ggmbh - und St. Elisabeth Dienstleistungen GmbH teilnehmen. An der Relaunch waren das Tochterunternehmen sys.tem Consulting GmbH bei der technischen Realisierung, die ion2s systems GmbH aus Darmstadt für Grafik und Design sowie die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit des St. Elisabeth-Vereins für den redaktionellen Teil beteiligt. Auswahl und Zuschnitt der Module des Personalmanagement-Systems auf die Bedürfnisse des Unternehmens lag in den Händen der EDV- Fachleute der sys.tem GmbH, der Personalabteilung des St. Elisabeth-Vereins und der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit. Beratung und Schulung erfolgten durch die umantis AG, einer Haufe-Tochter und Spezialist für Software in Sachen Personalwesen. Manfred Günther Editorial Liebe Kolleginnen und Kollegen, Alles neu macht der Mai, heißt es so schön in einem fast 200 Jahre alten Gedicht von Hermann Adam von Kamp. Auch bei uns ist einiges neu gemacht worden, auch schon vor dem Wonnemonat Mai. Als erstes haben wir mit dieser Ausgabe des Grünen Fadens einen neuen Weg der Verteilung gewählt. Diese Ausgabe ist nicht, wie bisher üblich, mit der Gehaltsabrechnung an Sie gegangen, sondern über die Gruppen und Bereiche. Wir nehmen damit eine Anregung aus Ihren Reihen auf, die Verteilung von der Gehaltsabrechnung zu entkoppeln. Da wir bei dieser Ausgabe aufgrund von Terminüberschneidungen ohnehin den Versand mit der Gehaltsabrechnung nur mit enormem Aufwand hinbekommen hätten, wollen wir testen, ob es nun besser ist. Bitte geben Sie uns kritische oder auch positive Kritik zu diesem Verfahren (PS: Das Verfahren ist im Endeffekt Kosteneutral), gerne per an: Neu ist auch unsere Homepage nach ihrer Relaunch. Die Homepage befindet sich einem ständigen Prozess der Erneuerung. Gerne nehmen wir weitere Anregungen hierzu entgegen. Die Hauptverantwortung der Homepage befindet sich in den Händen meines Kollegen Manfred Günther. Auch dieses wurde bei der Klausurtagung der Öffentlichkeitsarbeit neu geregelt. Auf der Seite 11 können sie die Aufgaben, Ziele und Strategien unserer Stabsstelle und unsere neue Aufgabenverteilung nachlesen Im neuen Glanz erscheint das Freizeitgelände Kirchvers. Die Bauarbeiten am Bettenhaus neigen sich dem Ende zu, mehr dazu auf Seite 13. Aus Alt mach Neu könnte das Motto des Upcycling*-Ladens in Biedenkopf sein. Dort werden alte, nahezu unbrauchbare Sachen mit ein wenig Aufwand zu etwas Neuem und Schönem umgearbeitet, mehr dazu Seite 16. Natürlich gibt und gab es sonst auch wieder viel Neues, was wir Ihnen auf den nächsten Seiten präsentieren Viel Spaß beim Erkunden wünscht Ihnen

4 4 Der grüne Faden Beim Wort genommen: Wenn da eine Bank eine Altbischöfin zur Rede einlädt, werden manche sagen: Du lieber Himmel, es muss wirklich sehr schlimm sein! Aber immerhin: schon die Bibel kennt ja den Handel, den Kleinunternehmer und auch den Umgang mit Geld. Der Vater von Jesus war Schreiner, die ersten Jünger waren Fischer, der Apostel Paulus verdiente seinen Unterhalt als Zeltmacher. Handel und Geldwirtschaft sind für die Bibel also kein fremder Raum. Wie aber lässt es sich Wirtschaften mit einer Wertehaltung? Sie werden sich nicht wundern, wenn ich zunächst einige biblische Grundhaltungen aufgreife, um dann zu fragen, wie denn ein Wirtschaften mit allen aussehen kann, nach dem Gebot der Solidarität frage und am Schluss eine Nachbemerkung anfüge. Professor Dr. Margot Käßmann in der Einleitung zu ihrem Vortrag Was wirklich zählt. Christliche Werte in unserer Gesellschaft, den sie während der Mitgliederversammlung der Volksbank Mittelhessen im Februar 2012 in Marburg hielt. Zivilgesellschaft ist gefragt: können nicht alle Erziehungsund Pflegeleistungen finanzieren Ex-Bischöfin Professor Margot Käßmann über den Wert christlicher Werte Jeder Mensch hat eine Berufung. Und wenn jeder diese so einbringen würde, wie er es könnte, gäbe es in unserem Land in der Zukunft viel weniger Probleme zu bewältigen - mit dieser christlichen, hintergründigen, auffordernden aber auch hoffnungsvollen Botschaft beendet die sich selbst als Altbischöfin bezeichnende Margot Käßmann unter dem Applaus von fast 2000 Zuhörern in der Marburger Georg-Gaßmann- Halle ihren Vortrag über christliche Werte. Und dabei nahm die 53jährige Ex-Bischöfin, Wanderpredigerin, Bestsellerautorin und Pfarrerin schon im Februar die Rolle ein, die sie seit April inne hat: Luther-Botschafterin der Evangelische Kirche Deutschlands für das Reformationsjubiläum im Jahr 2017 zu sein. So machte sie deutlich, dass für Luther der Beruf kein Job zum Geld verdienen war, sondern eine Berufung, durch die die Besen schwingende Magd ebenso wichtig sei wie der regierende Fürst. Ins hier und heute übersetzt: Die ambulante Pflegerin ist ebenso wichtig wie der Banker, die Erzieherin so wichtig wie der Geschäftsmann. Und im anschließenden Interview mit den Vorständen des St. Elisabeth-Vereins, Hans- Werner Künkel und Matthias Bohn, erklärte Margot Käßmann mit einer Forderung, wie es gelingen kann, dass eine Erzieherin sich einem Geschäftsmann gleichwertig fühlen kann: Indem wir ihr dieselbe Wertschätzung und Anerkennung entgegen bringen! Und indem sie für ihre große Leistung angemessen bezahlt wird. Auch Unternehmen brauchen ein Ethos, eine Bindung an Werte. In ihrem einstündigen Vortrag, bei dem sie immer wieder vom Manuskript abweicht und ins Erzählen kommt, ohne dass es auch nur ein Zuhörer bemerken würde, wenn sie nicht selbst immer wieder darauf hinweisen würde, umreißt die Kirchenfrau Probleme unserer Gesellschaft - kurz, prägnant, einprägsam: Dass fünf Millionen Menschen jedes Wochenende in Deutschland einen Gottesdienst besuchen, nur in ein Bundesligastadion gehen - und dass es dennoch in unserem Land keine religiöse Identität mehr gibt. Im Zeitalter der Individualität setzten sich die Menschen vieles selbst zusammen, selbst ihre religiöse Identität. Hier muss das Christentum in der Zukunft widerständig bleiben, Mut zeigen, eine Orientierungsleistung erbringen. Es gibt in unserem so mobilen und technisierten Land unendlich viele erschöpfte und verletzte Seelen, die Sehnsucht haben nach Sinn. Sie brauchen Halt und Menschen, die zuhören, behutsam mit der Seele umgehen. Und das braucht auch die Gesellschaft. Sie muss sich auf gemeinsame Grundwerte verständigen, die akzeptiert sind. Das ist unter anderem auch notwendig, damit sie weiß, wohin sie denn Zuwanderer integrieren will. Dass die in der Öffentlichkeit immer wieder diskutierte Abschaffung von Sonnund Feiertagen im Namen des Wirtschaftswachstums zu einem kollektiven Bornout führe, denn dann haben wir nur noch einen Gleichklang an Tagen. Dass die Schnäppchenmentalität bei allen herrsche, die konsumieren. Niemals hätte sonst ein Slogan wie Geiz ist geil derart Furore machen können. Denn Geiz sei nun nicht gerade lebenslustig, menschen-

5 Der grüne Faden 5 wickeln in einer Welt der Vereinzelung - in der heutigen Spaßgesellschaft die Sinnfrage hochhalten - und das keineswegs als Frage des Erfolges - an Kultur und Tradition festhalten - und dazu zähle auch die Religion freundlich und liebevoll. Wer würde einem Menschen sagen: Ich liebe dich, weil du so herrlich geizig bist? Eigentlich mache Geiz unsympathisch und einsam. Als die BILD titelte Wir sind Papst, habe ich gedacht: Ja, das ist gut lutherisch! Dass wir nicht alle Erziehungs- und Pflegeleistungen finanzieren können : Da sei die Zivilgesellschaft gefragt. Wenn der deutsche Durchschnittsbürger täglich 220 Minuten vor dem Fernseher verbringt, könnte er doch zehn Prozent davon mit einem Besuch beim Nachbarn verbringen oder für ihn einkaufen gehen. Gestenreich und nicht nur als Luther- Botschafterin, sondern aus Überzeugung Zitate des Reformatoren verwendend, gab Käßmann den Zuhörern vier Ratschläge mit auf den Weg: - innehalten und dankbar auf das blicken, was man hat - ein neues Konzept der Gemeinschaft ent- Eines machte die in Marburg geborene und in Stadtallendorf aufgewachsene Pfarrerin von Anfang an deutlich: Dass die christlichen Werte samt der zehn Gebote nichts an Aktualität verloren haben. Es sei das Faszinierende am Christentum, dass diese Texte seit 2000 Jahren in den unterschiedlichsten Kontexten Relevanz bewiesen haben. Und in den unterschiedlichsten Kulturen dieser Erde, von Indonesien bis Brasilien, vom Sudan bis nach Malta hat sich gezeigt, dass Menschen sich hierauf verlassen können. So sei das Christentum im Grunde die erste Globalisierungsbewegung der Welt. Und dass die Zehn Gebote keineswegs Muff von vorgestern seien, wie ein Konfirmand bei diesem Thema einmal ihr gegenüber befürchtet habe. Als junge Pastorin habe sie damals den Spieß umgedreht und die Konfirmandinnen und Konfirmanden gebeten, in drei Kleingruppen je zehn Regeln aufzustellen für ein Zusammenleben von 30 Personen unterschiedlichen Alters in einem kleinen Dorf abseits vom Rest der Welt. Und siehe da: So verschieden waren die Regeln gar nicht. Ehrlich miteinander sein war wichtig, nicht hinter dem Rücken der anderen rummachen - nicht falsch Zeugnis reden also. Dem anderen nichts wegnehmen, also nicht stehlen und wohl auch nicht begehren! Und wie sie es ausdrückten: Anständig miteinander umgehen - da geht es doch um den Respekt in der Partnerschaft, zwischen Alten und Jungen. Manfred Günther Am Rande der Veranstaltung nahmen die beiden Vorstände des St. Elisabeth-Verein, Hans-Werner Künkel (Mitte) und Matthias Bohn, mit Professor Margot Käßmann Kontakt auf Fotos: Rainer Waldinger Interview mit Margot Käßmann nächste Seite

6 6 Der grüne Faden Ehrlich auch zu sich selbst? Das ist eine Lebenshaltung Kurzinterview mit Professor Margot Käßmann Der Wert christlicher Werte: Im Anschluss an den Vortrag in der Marburger Georg-Gaßmann-Halle während der Mitgliederversammlung der Volksbank Mittelhessen unterhielten sich die Vorstände des St. Elisabeth-Vereins Marburg, Matthias Bohn und Hans-Werner Künkel, mit der Ex-Bischöfin Professor Margot Käßmann - erst beim Smalltalk, dann mit einem Kurzinterview. Ehrlich miteinander sein, Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten : Warum legen Sie bei einem Vortrag über christliche Werte und die Zehn Gebote als nach wie vor tragfähige Lebensregeln besonderes Gewicht auf das achte Gebot? Wie heißt es in Luthers Erläuterung im Kleinen Katechismus: Wir sollen unseren Nächsten nicht belügen, verraten, verleumden oder seinen Ruf verderben, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum Besten kehren. Ach doch, sich daran erinnern lassen, tut auch vielen Menschen in der Politik gut. Muss nicht dieses Gebot der Wahrheit wieder eingeklagt werden? Wer will in einer Welt leben, in der Menschen niemandem und nichts mehr trauen können? Alles unter dem Verdacht der Lüge - keine Grundlage für Zusammenleben. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wieder deinen Nächsten. Wie können wir in unserer Gesellschaft solche Werte vorleben? Indem wir uns diesem Hang zu Klatsch und Tratsch, das Maul-Zerreißen über andere nicht hingeben, einschreiten, wenn etwa Menschen, die zugewandert sind, in Gesprächen abgewertet werden. Wie kann ich persönlich damit umgehen, Werte nicht eingehalten oder Menschen verletzt zu haben? Im Christentum gibt es Bekennen von Schuld und Vergebung der Schuld. Luther hat sehr deutlich gemacht, dass jeder Mensch Fehler begeht, Gebote überschreitet, wir sind ganz auf Gottes Lebenszusage oder, wie er es ausdrückte, Gnade angewiesen. Wie wichtig ist es, ehrlich mit sich selbst, mir selbst der Nächste zu sein? Das ist eine Lebenshaltung. Gott über alle Dinge lieben und den Nächsten wie mich selbst, stellt mich in ein Beziehungsdreieck. Wenn Gott mich trotz meines Scheiterns lieben kann, werde ich dadurch doch ermutigt, mich auch selbst zu lieben. Wie kann eine Kultur erzeugt werden, die Werte schafft und erhält? Durch das Engagement von Menschen, Interesse aneinander. Weniger Rückzug ins Private oder vor die Bildschirme und stattdessen eine offene Tür, Gastfreundschaft, miteinander darüber reden, wie das Gewebe aussehen soll, das uns zusammenhält. Reicht es aus, Rituale zu schaffen? Rituale haben eine große Bedeutung. Sie geben dem Miteinander Rahmen und Halt. Denken wir etwa an Trauerrituale. Wie gut, wenn wir gemeinsame Lieder, Texte und Gebete kennen, die größer sind als unsere kurzfristigen Betroffenheitsbekundungen. Aber Rituale müssen natürlich mit Inhalt gefüllt sein. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Wie können den schwachen Menschen in unserer Gesellschaft solche Werte vermittelt werden, wenn die Starken es vorleben, dass es auch anders geht? Vorbild ist ein Mensch, der lebt, was er sagt. Ich habe den Eindruck, dass Menschen, die im Alltag zu ihren Überzeugungen stehen, durchaus mit Respekt wahrgenommen werden. Wie kann erreicht werden, dass sich die Erzieherin gleichwertig mit dem Geschäftsmann fühlt? Indem wir ihr dieselbe Wertschätzung und Anerkennung entgegen bringen! Und indem sie für ihre große Leistung angemessen bezahlt wird. Wie zeitgemäß sind unsere diakonischen Werte noch, sprechen sie die Menschen an? Jeder, der einmal in einer Situation war, auf andere angewiesen zu sein, wird die Aktualität sofort bestätigen. Wie ist die Wirkung in einem Leitbild wie dem des St. Elisabeth-Vereins, wenn wir von einem christlich-humanistischen Menschenbild reden? Ein solches Leitbild sagt: Jeder Mensch ist Ebenbild Gottes und daher gleich viel wert in unseren Augen. Niemand darf aufgrund von Alter, Herkunft, Geschlecht oder Krankheit abgewertet werden. Da geht es um Würde. Interview aufgezeichnet und zusammengestellt von Manfred Günther Am Ende verabschieden sich die beiden Vorstände des St. Elisabeth-Verein, Hans-Werner Künkel (links) und Matthias Bohn, von Professor Margot Käßmann nach einem Smalltalk, als die Schlange derer, die ein Autogramm oder eine Widmung wollten, sich aufgelöst hatte. Foto: Rainer Waldinger

7 Der grüne Faden 7 Der Jahresbericht 2011 am 30. März druckfrisch im Elisabethhaus eingetroffen Mittlerweile zum fünften Mal legt der St. Elisabeth-Verein einen Jahresbericht vor. Es hat sich somit eine kleine Traditionslinie entwickelt, die im Jahr 2007 ihren Anfang nahm und nunmehr mit dem Erscheinen des Jahresberichts 2011 ein erstes bescheidenes Jubiläum erreicht. Dabei ist es - wenn auch unter großen Mühen - mit der Zeit gelungen, das Erscheinungsdatum stets ein Stück näher an das Ende des ersten Quartals eines Jahres heranzurücken, was aktuell darin resultierte, dass er tatsächlich am 30. März 2012 in gedruckter Form vorlag. So ist vielleicht ein erstes vorläufiges Resümee nicht unangebracht. Nach und nach hat sich die Zahl der eingesetzten Bilder und grafischen Elemente erhöht, die Titelseite ist attraktiver geworden, der Pressespiegel und die Jahreschronik zeigen sich deutlich verbessert, hinzugekommen ist der wichtige Teil Förderer und Helfer und der Anteil an Beiträgen, die sich gut lesen lassen, auch wenn man kein Insider ist, ist über die Jahre gewachsen. Allerdings können und sollten im Blick auf die hier angedeutete Problematik noch deutlichere Fortschritte erzielt werden. Denn eines muss insgesamt noch klarer werden: Der Jahresbericht ist vor allem auch für Außenstehende und Nichtfachleute gedacht, die sich durch ihn auch angesprochen fühlen müssen. Was die Jahresberichte des St. Elisabeth- Vereins in besonderer Weise auszeichnet und zugleich von einer Vielzahl anderer unterscheidet, ist die Tatsache, dass er von Mitarbeitenden aus unterschiedlichen Ebenen und Bereichen selbst geschrieben wird. Hier sind keine Ghostwriter am Werk, sondern in unterschiedlichsten Funktionen praktisch Tätige. Eine solche Verfahrensweise gewährleistet ein gutes Stück Authentizität, Individualität und Engagiertheit in der jeweiligen Art der Darstellung, auch wenn in dem einen oder anderen Beitrag erkennbar wird, wie schwer es verständlicherweise fällt, sich einmal deutlicher von der eigenen Fachsprache zu lösen. Nun noch ein kurzer Überblick über den Jahresbericht 2011: Stark machen für das Leben - so lautet der erste Satz im Beitrag der beiden Vorstände Hans-Werner Künkel und Matthias Bohn, der dem Jahresbericht vorangestellt ist. Wie der in diesem Motto zum Ausdruck gebrachte Anspruch im Umgang mit den betreuten Menschen in der Praxis seinen Niederschlag findet, ist letztlich das zentrale Thema nahezu aller Beiträge, die, wie in den vergangenen Jahren auch, von Geschäftsbereichsleitern und weiteren Mitarbeitenden selbst verfasst wurden. Auf 48 Seiten finden sich Informationen über die grundlegenden wirtschaftlichen Eckdaten des Vereins, die Veränderungen in den Organisationsstrukturen, Rückblicke und Ausblicke zu den einzelnen Bereichen der Jugendhilfe, der Altenhilfe und der Sozialpsychiatrie und über diejenigen, die mit vielfältigen Spenden die Arbeit des Vereins unterstützt haben. Ein Beitrag des Aufsichtsratsvorsitzenden Maik Dietrich-Gibhardt, ein Pressespiegel, eine detaillierte Jahreschronik und das Bild des Jahres vervollständigen den Jahresbericht. Kurzum: Den Leser erwartet durchaus eine aufschlussreiche Lektüre, die auch im Internet abrufbar ist. Und ganz zum Schluss noch etwas besonders Wichtiges: Allen, die am Zustandekommen des aktuellen Jahresberichts 2011 mitgewirkt haben, gebührt ein herzliches Dankeschön. Ulrich Junck Auftaktveranstaltung zum Leitthema Prozess grenzenlos Nicht zuletzt die guten Erfahrungen mit dem Thema Partizipation in den Jahren 2010/2011 haben dazu beigetragen, dass sich der St. Elisabeth-Verein e.v. auch für die Jahre 2012/13 ein neues Leitthema auf die Fahnen schreiben will. Unter dem Motto Grenzen stehen in den kommenden Monaten viele Aktionen in den verschiedenen Bereichen des Vereins. Der Startschuss für dies Leitthema wird mit der Auftaktveranstaltung grenzenlos am 10. Mai 2012 von 9 bis 17 Uhr gegeben. Mit dieser Auftaktveranstaltung soll dem persönlichen Umgang mit Grenzen nachgespürt werden. Wir möchten so Auseinandersetzungsprozesse zum Thema Grenzerfahrungen in Gang setzen und letztlich Arbeitsvorhaben zur längerfristigen Bearbeitung des Themas anstoßen und vereinbaren. Freie Grenzgespräche in Anlehnung an und in Abwandlung von open space', geben die Möglichkeit, sich auch abzugrenzen und andere Grenzen zu erkennen. Wir gestalten gemeinsam eine aufschlussreiche und anregende Fachtagung mit vielen Impulsen für unsere soziale Alltagspraxis. An diesem Termin sollen nicht nur die Mitarbeitenden aus unseren Einrichtungen und von Heimaufsicht, Jugendämtern und befreundeten Institutionen zu Wort kommen, sondern auch die Betreuten aus unseren Einrichtungen. So wurden beispielsweise in Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendvertretung im St. Elisabeth- Verein e.v. auch die Gruppensprecher/innen aus der Jugendhilfe eingeladen. Jürgen Jacob

8 8 Der grüne Faden In 2010 und 2011 haben wir ein umfangreiches Auditprojekt zum QM- Handbuch unserer Verwaltung durchgeführt. An den Audits waren alle Verwaltungsmitarbeitenden sowohl in der Hauptverwaltung als auch in allen Fachbereichsbüros und jeweils die vor Ort zuständigen Leitungen beteiligt. Durch diese Zusammensetzung kamen die unterschiedlichen Perspektiven zu allen Anforderungen aus dem QM-Handbuch der Verwaltung zum Tragen. Da wir die Regelungen und Vereinbarungen zu A-P-DOK ja auch als Prozessbeschreibung ins QM-Handbuch der Verwaltung (4.9.) eingearbeitet haben, hatten wir in unserer Planung dieses Auditprojektes mit den Multiplikatorinnen und Herrn Bohn, seinerzeit noch Kaufmännische Leitung, darauf verständigt, dass wir auch das Thema A-P-DOK mit auditieren. Dies diente der Feststellung, wie der Stand der Implementierung dieses Ablagesystems in der Breite unserer Einrichtung ist. Dazu hat an jedem dieser Audits eine der A-P-DOK Multiplikatorinnen teilgenommen, diesen speziellen Part eigenständig auditiert und dazu einen Auditbericht verfasst. Für mich war sehr erfreulich, dass wir feststellen konnten, dass A-P- DOK sowohl bei den Verwaltungsmitarbeitenden als auch bei den Leitungsverantwortlichen in guter Weise akzeptiert, und vor allem, dass der Umsetzungsgrad sehr hoch ist. Es ist sicher ein Verdienst unserer A- P-DOK Multiplikatorinnen, dass sie eine gute Schulungsarbeit geleistet und dadurch wesentlich mit dazu beigetragen haben, dass A-P-DOK gut implementiert ist. In den Audits wurde für mich deutlich, und dies entspricht auch meiner eigenen Überzeugung, dass für alle Beteiligten wichtig ist, dass A-P- DOK nicht als reine Lehre dogmatisch sozusagen Buchstaben getreu umgesetzt werden muss, sondern die Flexibilität besteht, auf unsere Gegebenheiten und Bedürfnisse hin anzupassen. Ich bin überzeugt: Wenn wir weiter in dieser Weise dieses sinnvolle Ablagesystem nutzen, werden alle Beteiligten und der St. Elisabeth-Verein insgesamt dauerhaft einen Gewinn davon haben. (Helmut Giebeler, Qualitätsmanagementbeauftragter) A-P-DOK bringt Ordnung in die Büros Die Ordnung ist Zeichen eines starken Gemeinwesens und nicht Ursprung seiner Stärke. Antoine de Saint-Exupéry vielleicht erinnern Sie sich noch an unseren ersten Artikel zu A-P-DOK in dem Grünen Faden (Ausgabe Nr. 33) vom Juli Dieser Bericht entstand kurz nachdem wir mit der Prüfung erfolgreich die A-P-DOK, ein klangvoller Name, endlich war der Auftrag da, das ganze Büro wurde auf den Kopf gestellt, die Umsetzung ging leicht von der Hand. Wir haben uns von vielen Ordnern verabschiedet, sogar im Schreibtisch und auf der Fensterbank machte A-P-DOK nicht halt. Es hat sich gelohnt, nun stehen alle Ordner schön sortiert im Schrank - das Einsparpotential kann ich zurzeit noch nicht erkennen, kommt sicher noch - der erste Schritt war sehr zeitaufwendig. Die Umstellung im PC ist nicht ganz so einfach, wenn viele Mitarbeiter gemeinsam in einem Netzwerk arbeiten. Wie heißt es aber doch so schön, kommt Zeit, kommt A-P-DOK. (Elvira Künkel, Fachbereichsbüro Biedenkopf) Ein typisches Büro im St. Elisabeth-Verein e.v. vor Ausbildung als A-P-DOK -Multiplikatorinnen beendet hatten. Zu diesem Zeitpunkt stand die große Aufgabe, A-P-DOK in der Verwaltung zu implementieren, noch vor uns. Anfänglich lautete unser Auftrag, die Mitarbeitenden der Fachbereichsbüros und Zentralen der Unternehmensgruppe zu schulen. Bereits nachdem wir die ersten Schulungen erfolgreich durchgeführt hatten, entstand in einigen Bereichen der Wunsch, den zu schulenden Personenkreis zu erweitern. Somit sind wir heute, nach fast drei Jahren A-P-DOK in der Unternehmensgruppe, bei 145 geschulten Personen angekommen. Dazu gehören nicht nur die Verwaltungsmitarbeitenden sondern auch A-P-DOK und die Altenhilfe Wetter Nach den in 2009 zwei stattgefundenen A- P-DOK -Schulungen wurde kräftig an der Umsetzung des Systems gearbeitet. Geschult wurden die Leitungskräfte und die Mitarbeitenden der Verwaltung und man konnte sagen, die Altenhilfe Wetter wurde vom so genannten A-P-DOK -Fieber gepackt. Der Eine mehr, der Andere weniger. Anfangs fiel es einigen Mitarbeitenden schwer einen Anfang zu finden. Diese wurden allerdings von den gut geordneten Aktenordnern und strukturierten Regalen und Schränken der bereits umgestellten Büros so beeindruckt, dass auch die Nachzügler motiviert wurden A-P-DOK zu installieren. Rückblickend können wir sagen, dass A-P- DOK Struktur und Ordnung in den Büros geschaffen hat. (Ernst Boltner und Jutta Schulze, Altenhilfe Wetter) der Vorstand, die Geschäftsführungen, Geschäftsbereichsleitungen und die Stabstelle Qualitätsmanagement. Auf eignen Wunsch und nach der Umsetzung von A-P-Dok.

9 Der grüne Faden 9 Am Anfang war ich sehr skeptisch gegenüber dieser Methode, merke aber mittlerweile doch, dass es an einigen Stellen meine Arbeit erleichtert. Es gibt Arbeitsbereiche, da kann ich sehr gut und ohne wenig Aufwand meine Unterlagen direkt in die A-P-DOK -Struktur bringen, allerdings gibt es auch andere Unterlagen und Arbeitsverfahren in meinem Bereich, die nur sehr schwierig in dieser Struktur abgebildet werden können. Das ganze Bedarf einer sehr stringenten Arbeitsweise, die leider manchmal im täglichen Geschäft nur schwer einzuhalten ist. Wenn eine ganze Abteilung dieses System umsetzen soll, ist eine gemeinsame Schulung und gemeinsame Abstimmung dringend von Nöten - wurde bei uns leider versäumt, so dass Alle verschieden damit umgehen. Manche Vorgaben (beispielsweise nur ein Rollcontainer am Schreibtisch) sind nicht nachvollziehbar und verstehe ich nicht und daher weigere ich mich auch, diese umzusetzen! Abschließend möchte ich sagen, dass es schwierig ist, die reine Lehre umzusetzen, aber vieles von A-P-DOK hat meine Arbeit doch erleichtert (Anonym) sind mittlerweile bereits die ersten Mitarbeitenden aus den pädagogischen Arbeitsbereichen geschult worden. Inzwischen gibt es in den Fachbereichsbüros und den Zentralen der Unternehmensgruppe A-P-DOK auch im PC. Die Struktur dazu hat ein Arbeitskreis erarbeitet. Nach kleinen Anpassungen der Struktur erhielt Birgit Weiß, Mitarbeitenden des Fachbereichsbüros im E-Haus, im Herbst 2010 den Auftrag, die technische Umsetzung vor Ort in den einzelnen Fachbereichsbüros durchzuführen. Den größten Teil dieses Projekts hat sie Anfang 2012 erfolgreich abgeschlossen. Aufgrund von Anfragen aus anderen Bereichen in der Unternehmensgruppe, werden zunehmend mehr Arbeitsplätze mit A-P-DOK im PC ausgestattet. Durch die Aufnahme von A-P-DOK im Qualitätsmanagementhandbuch der Verwaltung erweiterte sich der Auftrag A-P- DOK. Die bereits geplanten Verwaltungsaudits bekamen speziell den Bereich A-P- DOK hinzu. Das bedeutete konkret, dass Nach der Schulung von A-P-DOK hat es einige Zeit gedauert, bis Routine in das neu erlernte System der Ablage kam. Anfangs fehlte etwas die Zeit, um sich genauer mit A-P-DOK auseinanderzusetzen. Auch war es schwierig, sich die alten Strukturen, die ja jahrelang gelebt wurden, abzugewöhnen. Als sich dann die Routine im Umgang mit A-P-DOK einstellte, war klar erkennbar, wo die Vorteile liegen. Alles hat nun seinen Platz und in Vertretungssituationen weiß jeder, was er wo findet. Im Großen und Ganzen ist A-P-DOK eine Erleichterung im täglichen Kampf gegen die Papierflut (bzw. Dateiflut). (Jens Rohe, Geschäftsbereichsleitung Erziehungsstellen). Stefanie Knolle und Wendy Bald, jeweils abwechselnd, zusammen mit Helmut Giebeler in 2011 zu insgesamt 18 Verwaltungsaudits unterwegs waren und entsprechende Berichte erstellten. In den Audits erhielten wir noch einmal gute Rückmeldungen zu der bisher stattgefunden Umsetzung von A-P-DOK in der Unternehmensgruppe. Für jedes Audit der unterschiedlichen Verwaltungsbereiche erstellten wir Maßnahmenpläne, die wir derzeit mit den entsprechenden Kolleginnen und Kollegen abarbeiten. Die weiteren Schritte für A-P- DOK sind auch schon geplant. Im Februar 2012 wurden zwei weitere Multiplikatorinnen, Christine Müller (Fachbereichsbüro der JuFa Marburg) - und Birgit Weiß (Elisabeth- Haus), ausgebildet. Christine Müller und Birgit Weiß werden ab diesem Jahr die Schulungen zusammen mit Annegret Stache durchführen. Stefanie Knolle und Wendy Bald werden weiterhin auch als Ansprechpartnerinnen für A-P-DOK zur Verfügung stehen, allerdings mit einem leicht veränderten Aufgabengebiet. Überwiegend werden sie die anstehenden Auffrischkurse und die Abarbeitung der Maßnahmen aus den bisherigen und die Durchführung der zukünftigen Audits tätigen. Wendy Bald und Stefanie Knolle Wir bleiben auch 2012 in Bewegung - denn wer rastet der rostet! Deshalb laufen Mitarbeitende des St. Elisabeth-Vereins am 14. Juni 2012 beim J.P Morgan Corporate Challenge Marathon in Frankfurt mit. Die Beteiligung am JPMCC entspricht auch der Firmenphilosophie des St. Elisabeth-Vereins. Denn Werte wie Team- Geist, Kommunikation, Kollegialität, Fairness, Gesundheit und soziales Engagement sind im Verein hoch angesiedelt. Darum starten, wie bereits im letzten Jahr, fast 20 Mitarbeitende des St. Elisabeth-Verein gemeinsam mit genau anderen Berufstätigen aus 2742 Firmen aus ganz Deutschland, um zusammen durch die Frankfurter Innenstadt zu laufen. Die Idee des JPMCC, die 1993 von New York nach Deutschland gebracht wurde, war ungewöhnlich. Das damals drittgrößte amerikanische Finanzinstitut lud Mitarbeiter von anderen Firmen zum gemeinsamen Laufen über 5,6 Kilometer ein, organisiert als Mannschaftslauf für Frauen-, Männerund Mixed-Teams, ohne offizielle Zeitnahme. Mitarbeiter eines Unternehmens sollten einmal etwas anderes tun, als am Schreibtisch zu arbeiten oder sich beim Betriebsfest zu treffen. Als Folge der gemeinsamen Aktivität im Kreise der Kolleginnen und Kollegen würde sich in den Firmen die Atmosphäre am Arbeitsplatz verbessern - hieß es. Mit Mühe hat das Organisationsteam damals 527 Starter aus 57 Firmen für den Lauf gewinnen können. Ein gutes Jahrzehnt später hat der Challenge-Lauf in Frankfurt alle Erwartungen übertroffen: Teilnehmer aus Firmen waren 2005 in der Frankfurter Innenstadt unterwegs. Ein Jahr später waren es knapp über Teilnehmer waren über Läuferinnen und Läufer mitten in Frankfurt am Start und 2008 und 2010 wurde die er Marke übertroffen. Mit dieser Rekordbeteiligung von Läufern, die aus mehr als 250 deutschen Städten von Berlin bis München kommen, war der Lauf in Frankfurt 2008 nicht nur die größte Veranstaltung der weltweiten JPMCC-Serie (zum Vergleich: In New York oder Chicago, London oder Sydney liegen die Teilnehmerzahlen bei maximal ), sondern auch das größte Laufereignis der Welt. Der Anteil der Frauen liegt bei der bemerkenswerten Quote von über 30 Prozent. Ganz nebenbei ist der Corporate Challenge auch zu einem der größten Volksfeste in Frankfurt geworden. Zuerst fand die Zielparty am Römerberg statt. Doch nach vier Jahren reichte dort der Platz für den Läuferansturm nicht mehr aus. Die Läufer versammeln sich nun nach dem Lauf rund um die Frankfurter Alte Oper. Der City-Charakter des Corporate Challenge blieb erhalten - verbunden mit einem einmaligen Gemeinschaftserlebnis und einer fantastischen Stimmung. Irina Sonnet

10 10 Der grüne Faden Bauarbeiten auf dem Freizeitgelände Kirchvers fast beendet Die Idee, das Freizeitgelände in Kirchvers zu erweitern, entstand bereits vor einigen Jahren. Umso konkreter die Planungen vorangetrieben wurde, desto deutlicher wurden Hürden sichtbar. Zunächst wurde das angrenzende, parallel verlaufende, Waldgrundstück angekauft. Da dieses Gelände über Jahre nicht gepflegt wurde, galt es erst einmal aufzuräumen. So mussten zur Sicherung einige Bäume weichen und Sträucher und Hecken deutlich gestutzt werden. Nun sollte auf dem Gelände ein Schlafhaus entstehen. Für die Freizeiten, die in den Oster- und Herbstferien stattfinden, wurde eine warme Übernachtungsmöglichkeit nötig. Die Nächte in den kalten Holzhütten sind für Kinder und Betreuer immer mehr eine Zumutung geworden. Die Planungen für das Schlafhaus gingen dann recht zügig voran, ausgebremst wurde das Vorhaben dann im Baugenehmigungsverfahren. Zunächst mussten der Flächennutzungsplan und der Bebauungsplan geändert werden. Hierbei erfuhr der St. Elisabeth-Verein Unterstützung durch den Bürgermeister Georg Gaul und seiner Mitarbeiter der Gemeinde Lohra. Nachdem das über eineinhalb Jahren dauernde Verfahren abgeschlossen war, konnte im Frühjahr 2011 endlich der Bauantrag gestellt werden. Im Sommer wurde dann leider nur noch die Bodenplatte fertiggestellt. Im Januar 2012 ging es dann aber tatsächlich richtig los, die Firma Greif Holzbau aus Lahntal- Sterzhausen stellte das Haus in Ständerbauweise in wenigen Tagen im Rohbau fertig. Der Innenausbau wird zurzeit von Haus- und Handwerk und der Firma Team Elektrik fertiggestellt. Die Außenarbeiten auf dem Gelände werden bereits von der Firma Philipp Hering ausgeführt. Es entsteht ein gepflasterter Platz und auch die Wege vom Blockhaus zu dem neuen Schlafhaus und den gebliebenen Holzhütten werden neu gestaltet. Ein Rückschlag traf uns, nachdem die Heizung bis auf zwei Meter fast fertiggelegt war. In der Nacht drangen zwei Personen in den Rohbau ein und klauten die frisch ver- legten Kupferrohre, um diese wohl anschließend zum Schrottwert zu verkaufen. Die Täter wurden glücklicherweise noch in der Tatnacht von der Polizei gefasst. Inzwischen sind die Bauarbeiten durch tatkräftigen Einsatz der Mitarbeiter von Haus- und Handwerk weit fortgeschritten. So kann das Gelände für die anstehende Osterfreizeit bereits provisorisch genutzt werden. Mit der endgültigen Fertigstellung rechnen wir im Mai Dann wird das Gelände im neuen Glanz zur Verfügung stehen. In dem neu errichteten Haus stehen künftig 14 Zimmer als Übernachtungsmöglichkeiten, ein kleiner Gruppenraum, ein großen Raum mit Theke sowie zwei Sanitärräume mit Toiletten und Duschen zur Verfügung. Im alten Blockhaus wurde im vergangenen Jahr die Küche ausgebaut und durch eine gebrauchte Edelstahlküche ersetzt. Bei dieser Gelegenheit wurde auch der Raum saniert. Parallel zum Neubau wird die Dusche im Blockhaus saniert. Somit stehen künftig insgesamt drei Duschen zur Verfügung. Damit das Gelände auch für Klausurtage oder Fortbildungen genutzt werden kann, steht eine Internetanbindung zur Verfügung. Dieser Tage geht auch die Internetseite online, auf der alle Infos zur Vermietung und Nutzung des Geländes bereitgestellt werden. Jens Rohe Das neue Bettenhaus fügt sich malerisch in das bewährte Freizeitgelände Kirchvers ein.

11 Der grüne Faden 11 Gesund am Arbeitsplatz Neues Angebot der GSIA für Mitarbeitende des St. Elisabeth Vereins Marburg e.v., seiner Tochterunternehmen und VITOS Gießen-Marburg Termindruck, verdichtete Arbeitsanforderungen, Familie, Beruf die täglichen Herausforderungen sind groß. Wann nehmen Sie sich die Zeit, auch einmal etwas für sich zu tun? Wie können Sie Ihre Gesundheit, Ihr Wohlbefinden und Ihre innere Harmonie stärken? Eine gute Gelegenheit hierfür bieten Ihnen die neuen Gesundheitsseminare der GISA. Wer nicht jeden Tag etwas für seine Gesundheit tut, muss eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern Ausgebildete Trainer aus den Bereichen Entspannung, Rückenfitness, Yoga, Nordic Walking und Herz-Kreislauf-Training, bieten speziell für Mitarbeitende aus den beiden Einrichtungen Kurse an. Investieren Sie zusammen mit Ihrem Arbeitgeber in sich selbst: Die anfallenden Kosten für die Kurse werden von Ihrem Arbeitgeber übernommen. Im Gegenzug dazu investieren Sie Ihre Zeit und Motivation in ein besseres Körpergefühl und finden Entspannung und Ausgleich. Die Gesundheit ist wie das Salz: Man bemerkt nur, wenn es fehlt - Gesundheitskurse zur Prävention, Reduzierung von Beschwerden und Freude an der Bewegung In den Kursen wird es beispielsweise um körperbezogenen Entspannungstechniken bei Entspannung und Stressabbau, Rükkenfitness, Präventives und gesundheitsorientiertes Fitnesstraining, aber auch um Ganzkörpertraining Elementen von Aerobic, Dehnungs- und Entspannungsübung bei Bodyshape und mehr oder mentale Ruhe, Klarheit und Ausgeglichenheit bei Yoga nach Krishnamacharya/Desikachar gehen. Die Kurse beginnen voraussichtlich Ende Mai, nähere Informationen zu den angebotenen Kursen (Termine, Anmeldung etc.) kommen mit einem Flyer, der voraussichtlich an die Gehaltsabrechnung vom April angehängt wird. Dayana Fritz Beim Familientag Nidda sind Angebote des St. Elisabeth-Vereins gefragt Auch auf dem diesjährigen Familientag in Nidda war der St. Elisabeth-Verein wieder vertreten. Die Organisation sowie die Durchführung wurden von der FbW Bad Orb geleitet, mit Unterstützung der WG Bieber. Dieser Tag war trotz des schlechten Wetters sehr erfolgreich. Als Bastelaktion für die Kinder stellten wir Wurfbälle her. Diese Wurfbälle wurden aus Luftballons, Sand, Stoffresten und Bän- Die Angebote am Stand des St. Elisabeth-Verein e.v. waren beim Familientag Nidda sehr gefragt. dern hergestellt. Diese Aktion traf auf sehr viel Interesse. Es waren so viele Kinder davon begeistert, sodass wir mit dem Basteln fast gar nicht mehr hinterher kamen. Die Kinder hatten sehr viel Spaß dabei und wollten ihre selbst gebastelten Wurfbälle gleich ausprobieren. Auch die Erwachsenen interessierten sich sehr für die verschiedenen Angebote des St. Elisabeth-Vereins. Unter anderem war die Altenhilfe sehr gefragt. Diese Prospekte gingen, wortwörtlich weg, wie heiße Semmeln. Auch das Freiwillige Soziale Jahr weckte die Aufmerksamkeit der Besucher. Einige Besucher waren nur etwas enttäuscht, dass es nur eine Gruppe (die MWG Okarben) im Wetterau-Kreis gibt. Letztendlich war dieser Tag ein sehr schöner und erfolgreicher Tag, der St. Elisabeth-Verein wurde wieder publik gemacht, auch durch die vielen Werbeartikel, die gerne mitgenommen wurden. Kerstin Appel, Berufspraktikantin FbW Bad Orb

12 12 Der grüne Faden Kinder beschäftigen sich mit dem Thema Kinderrechte Zu einem eintägigen Seminar mit dem Thema Kinderrechte waren die 7-12 jährigen Kinder aus den Lebensgemeinschaften im Heimbereich II von Angelika Brumm und Reinhold Kuchler eingeladen. Mit einer Phantasiereise startete Immo Hälbich zur Reise zum Planeten der Kinderrechte und führte so die Teilnehmer zu einer körperlich sinnlichen Erfahrung ihrer Rechte. Dabei wurde inhaltlich Bezug auf die Broschüre der Kinder- und Jugendvertretung zu den Rechten der Kinder im St. Elisabeth Verein genommen. Zur Frage, welche Rechte ihnen am meisten bedeuten, waren sich die Teilnehmer schnell einig: Dass Kinder gewaltfrei erzogen werden, dass sie nicht geschlagen werden, Freiheit zu haben, Taschengeld kriegen, Auf dass sie Liebe kriegen. Und eine andere Teilnehmerin notiert: 1. Kinder dürfen immer ihre Meinung sagen. 2. Recht auf Bildung. 3. Recht auf Essen. (Nicht hungern)!! Gewiss wurden hier Erinnerungen von Lebensbedingungen wach, welche für die Kinder zu der Hilfe in unseren Lebensgemeinschaften führten. Und somit ist das klare Fazit einer Teilnehmerin aus der Veranstaltung: Die Familien sind dafür da, dass es uns gut geht. Ja, gut soll es uns gehen in den Familiengruppen, darin waren sich alle einig. Und mit dem Anschauen von einem Film, in welchem Kinder Erwachsene auf dem Postdamer Platz zum Thema Kinderrechte befragen, war die Gruppe auch auf das Anliegen der Kinder und Jugendvertretung eingestimmt. Uli Betz und Dayana Fritz informierten zur Aufgabe der Kinder und Jugendvertretung und stellten sich als Ansprechpartner vor. Bewegung mit Spiel und Spaß hatten wir natürlich auch. Und Immos Verwandlung zum Clown war für alle ein faszinierendes Erlebnis. Jedes Kind bekam dann noch ein Info- Paket zum Thema Kinderrechte mit auf den Weg. Es beinhaltet die Broschüre der Kinder und Jugendvertretung, den Flyer Die wichtigsten Kinderrechte vom Kinderhilfswerk und das ausführliche und ansprechende Heft vom Bundesfamilienministerium LO- GO! - Die Rechte der Kinder. Angelika Brumm und Reinhold Kuchler Die Berater der Kinder- und Jugendvertretung, Uli Betz und Dayana Fritz, informierten über die Arbeit der Interessenvertretung. Beschwerdesystem für Kinder und Jugendliche Dir liegt etwas auf dem Herzen? Du willst Dich beschweren? So geht's! : Mit dieser Aufforderung sollen Kinder und Jugendliche in unserer Einrichtung eingeladen/ motiviert werden, sich für Ihre Bedürfnisse und Rechte einzusetzen. Spätestens im Juni wird im St. Elisabeth-Verein - Bereich Jugendhilfe- ein Beschwerdesystem für Kinder und Jugendliche eingeführt. Das Konzept wurde in Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendvertretung und deren Berater erarbeitet. Aus den verschiedenen Geschäftsbereichen wurde jeweils ein Mitarbeitender benannt, die/der für die Kinder als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Alle Ansprechpartner werden in einer Infobroschüre vorgestellt, die allen Betreuten zur Verfügung gestellt werden soll. Die Kinder und Jugendlichen können sich auf unterschiedlichem Wege beschweren. Damit das Beschwerdesystem immer präsent ist, wird in jeder Gruppe und jedem Betreuungssetting eine kurze Darstellung als Aushang öffentlich gemacht. Wir bitten alle Kolleginnen und Kollegen, die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei Ihren Anliegen zu unterstützen! Kristin Mandler

13 Der grüne Faden 13 Wir über uns: Ziele und Strategien für die Öffentlichkeitsarbeit im St. Elisabeth-Verein Die Aufgaben der Stabstelle Öffentlichkeitsarbeit Aufgabenverteilung: Öffentlichkeitsarbeit lebt mit der Öffentlichkeit und den Beziehungen zum Umfeld, aber auch mit der Transparenz - der Öffentlichkeit - der eigenen Arbeit. Deshalb haben die Mitarbeitenden der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit - Ulrich Junck, Manfred Günther und Jürgen Jacob - während ihrer jährlichen Klausurtagung im Februar 2012 gemeinsam mit dem für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlichen Vorstand Hans-Werner Künkel und dem Qualitätsmanagement-Beauftragten Helmut Giebeler Ziele und Strategien für die Öffentlichkeitsarbeit fixiert und sich auf eine neue Aufgabenverteilung innerhalb des Teams verständigt. Dabei wurde noch einmal betont, dass das gesamte Team auch zukünftig für alle Geschäftsbereiche kompetenter Ansprechpartner für alle Fragen der Kommunikation sein wird und dabei vor allem die Aufgabe hat, über die Arbeit des St. Elisabeth-Vereins und seiner Tochtergesellschaften zu infor- Die Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit hat die Aufgabe, die Arbeit des St. Elisabeth-Vereins sowie seiner Tochterunternehmen in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und das Vertrauen in den Verein und seine Einrichtungen sowie in die sozial-diakonische Arbeit zu stärken. Im Dialog mit der Öffentlichkeit sollen die Anliegen und Rechte der im St. Elisabeth-Verein betreuten und vertretenen Menschen verdeutlicht, eine besondere Wertschätzung für die Arbeit der Mitarbeitenden in der Alten- und Jugendhilfe sowie in der Sozialpsychiatrie erzielt und das Engagement für die Benachteiligten in unserer Gesellschaft gefördert werden - ganz im Sinne des Mottos des St. Elisabeth- Vereins: Stark machen für das Leben. Die Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit stellt dazu der Öffentlichkeit (insbesondere Journalisten und Interessierten) Informationen und Materialien zur Verfügung. Sie vermittelt Gesprächspartner zu Themen aus dem Leben der sozial-diakonischen Einrichtung und berichtet selbst aktuell über den St. Elisabeth-Verein und seine Tochterunternehmen. Dabei soll auch die diakonische Grundhaltung bewusst gemacht und das christlich-humanistische Weltbild des Vereins vermittelt werden, um so das Profil des Vereins in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit weiter zu schärfen. Die Arbeitsfelder sind: 1) Pressearbeit, die Planung von öffentlich relevanten Themen, das Schreiben und Verbreiten von Pressemitteilungen, die Präsentation des Unternehmens in der Öffentlichkeit, die Internetbetreuung und das Erstellen von Fotomaterial. 2) Medienbeobachtung, die Beobachtung der Medienpräsenz der Einrichtung, die Analyse und Auswertung der Berichterstattung und das Verfolgen der öffentlichen Diskussion über ein- mieren - intern wie extern. Dabei gilt ein besonderes Augenmerk der Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und anderen diakonischen Einrichtungen. Neben den von der Öffentlichkeitsarbeit initiierten und/oder begleiteten PR- Aktionen dienen dazu vor allem die Tätigkeitsfelder Publikationen erstellen, Kontakte herstellen und pflegen und Medien bedienen. richtungsrelevante Themen. 3) Mediengestaltung, das Erstellen der Geschäftsberichte, Broschüren, Flyer, Anzeigen, Newsletter, Mitgliederzeitungen, Internet-Seiten etc. 4) Veranstaltungsorganisation, in Zusammenarbeit mit anderen Bereichen die Planung und Durchführung von Veranstaltungen, Festen, Messen und sonstigen Events. 5) Fundraising, die Kontaktpflege zu Spendern und Meinungsbildnern, Korrespondenz mit den Freunden, Förderern und Spendern, die Berichterstattung über Spenden sowie das Einwerben von Sach- und Geldspenden. 6) Interne Kommunikation, die Informationsweitergabe an die in der Einrichtung beschäftigten sowie betreuten und lebenden Personen. Ulrich Junck: Fundraising, Ukraine, Jahresbericht, Publikationen (Broschüren, Flyer). Kontakt: Telefon: , Jürgen Jacob: Veranstaltungsorganisation, Interne Kommunikation, Grüner Faden, Bilddokumentation, Werbeartikel, Telekommunikation. Kontakt: Telefon: , Manfred Günther: Pressearbeit, Newsletter, Homepage, Bewerbermanagement, Medienbeobachtung. Kontakt: Telefon: ,

14 14 Der grüne Faden Veränderungen einer Trägerlandschaft - 10 Jahre Regionalzentrum Biedenkopf Zeitgeist der Kinder- und Jugendhilfe im Jahre 2002, Fortsetzungsbericht (letzter Faden): Im letzten grünen Faden wurde die Entwicklung der Einrichtungen am Staffelberg bis zur Übernahme eines Großteils der Mitarbeiterschaft im Jahre 2002 geschildert. Durch diese Veränderung konnten wichtige Erfahrungen und Potentiale für den Neuaufbau einer neuen Einrichtungsstruktur erhalten werden. Der Zeitgeist im Sinne des bis dahin immer noch als neues Kinderund Jugendhilfegesetz gereiften Verständnisses sollte maßgeblich auf die nächsten Schritte Einfluss nehmen. Der zentrale Aspekt der Lebensweltorientierung hatte bis dahin bundesweit dazu beigetragen, dass viele ehemals große Erziehungsheime ihre inneren Strukturen völlig überwarfen, die Dezentralisierung vorantrieben, ganze Heimkomplexe aufgelöst wurden und dafür neue, charmante, kleine Einrichtungen stationärer Erziehungshilfe sowie Lebensgemeinschaften das prägende Bild in der Landschaft der Jugendhilfe darstellten. Zudem war ein hoher politischer Druck zur Ambulantisierung der Hilfeleistungen mit dem Ziel der Kosteneinsparung von Heimerziehung gegeben. Es entwickelte sich ein rasanter Ausbau solcher Hilfeformen, der sich allerdings nicht im Sinne des Abbaus von Heimplätzen bewährte, sondern vielmehr zur intensivierten Verantwortungsübernahme öffentlicher und freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe verhalf. Sozialraumorientierte Arbeitsprinzipien nahmen Gestalt an und wurden von vielen öffentlichen Trägern der Jugendhilfe auch als ein mögliches Kostendeckelungsprinzip entdeckt. wurden dann die Räumlichkeiten Auf der Kreuzwiese 6 bezogen, ein Sekretariat dazu eingerichtet und die ersten ambulanten Dienste in Gang gesetzt. Entscheidend für die Entwicklung eines regional arbeitenden Dienstleistungszentrums sind die Haltung und Kooperationsbereitschaft, die Vorstellungen von Qualität und jugendhilfepolitischer Mitverantwortung sowie die Formulierung fachlicher und strategischer Leitlinien in einer gemeinsam vertretenen Haltung! Insofern gestalteten sich die ersten Aktivitäten des Regionalleiters dahingehend, die vorhandenen Fachkräfte auf die bevorstehenden Strukturveränderungen vorzubereiten, in dem zunächst das Grundverständnis über den Gesetzeswillen verdeutlicht, diskutiert und in sich ändernden Zusammenhängen erprobt wurde. Gegenüber den öffentlichen Trägern war von entscheidender Bedeutung, das partnerschaftliche Verhältnis von Anfang an zu signalisieren und darauf zu initiieren, Qualitäten in gemeinsamen Diskussionsprozessen zu entwerfen. Über die sogenannten Werkstattgespräche waren auch viele Mitarbeitende eingebunden, die nicht im Biedenkopfer Raum tätig waren, sondern interessehalber sich daran beteiligten. Schnell wurde klar, dass eine Reihe von Fachkräften sich lieber den gewohnten und bekannten Aufgabenfeldern widmen wollten im Gegensatz zu anderen, die den Mut hatten, sich an neue, unbekannte Leistungsformen heranzuwagen. Die Ambulantisierung spielte dabei eine wichtige Rolle, da hier zunächst der größte Fachkräftebedarf entstand. Insofern definierten sich die Ziele für die ersten Jahre der Weiterentwicklung wie folgt: 1. Qualitätsorientierte Kinder- und Jugendhilfe etablieren Zur Entwicklung einer bedarfsgerechten Kinder- und Jugendhilfe ist der Qualitätsdialog mit den Kostenträgern unerlässliches Element. Aus den Ergebnissen heraus müssen sich die Einrichtungen profilieren und ihr Aufgabenspektrum nach abgestimmten Qualitätskriterien erfüllen. 2. Integrierende Einrichtungskultur herstellen Das Zusammenführen von Mitarbeiterschaften unterschiedlicher Träger und damit verschiedener Traditionen schafft einen erheblichen Spannungsbogen, der mit einigen Risiken einhergeht. Die Synthese von Mitarbeiterschaften aus unterschiedlichen Einrichtungskulturen bedarf einer besonders aufmerksamen Personalentwicklung, damit verbundenen fehlerfreundlichen Atmosphäre und einer konsequenten Ergebniserwartung. 3. Existenzsicherung betreiben Die Auftragsentwicklung im Abgleich zum möglichen Personaleinsatz ist ein Balanceakt, den viele zunächst ungern nachvollziehen mögen und gelegentlich die Trägerverantwortung im Prozess zunehmender Flexibilisierung der Leistungen Die Überlegungen zur Anbindung der bestehenden Angebote an den St. Elisabeth-Verein führten dazu, dass in Biedenkopf von der bisher konzeptionstypischen bereichsleitenden Struktur abgewichen werden sollte und über ein Regionalbüro die unterschiedlichen Angebote angebunden und weiterentwickelt werden sollten. Im Oktober 2002 Auf der Kreuzwiese 6 in Biedenkopf ist das Regionalzentrum beheimatet.

15 Der grüne Faden 15 Handlungskompetenz von Leitung und Trägerschaft bemängeln. Parallel dazu eine Vertrauenskultur aufzubauen, die sich mit einer vitalen Mitarbeitervertretung und einer sichtbar begrenzten Risikobereitschaft zu erkennen gibt, stellt die Mindestanforderung an Transparenz von Führen und Leiten dar. 4. Neue Aufgabenfelder erschließen Die größte Anregung für einen innovativen Mitarbeiterpool stellt die Pionierarbeit in neuen Aufgabenfeldern dar. Insofern gehört es zu den Wesenszügen eines Dienstleistungszentrums, ständig für die Lösung von Bedarfslagen bereitzustehen, dazu rasch die passenden Konzepte zu entwickeln und die verfügbaren Fachkräftepotenziale und alle notwendigen Kompetenzen zu vermitteln. 5. Aufbau geeigneter Fachkräfteteams Damit die vorgenannten Zielvorgaben erreicht werden können, bedarf es geeigneter Fachkräfteteams, die in der Lage sind, in hohem Maße eigenständig und verantwor- tungsbewusst in die Dienstleistungsprozesse einzutreten. Damit dies gewährleistet ist, muss das fachliche Controlling - das leistungsbezogene Controlling und das betriebswirtschaftliche Controlling ineinandergreifen. Der Erfolg einer Dienstgemeinschaft begründet sich wesentlich durch die Funktionalität dieser Controlling Prozesse und gestattet daraus folgend erst die konkrete Personalentwicklung, den Entwurf von Zukunftsideen, die Förderung von persönlichen Potentialen und die Prägung neuer Strukturen. Vielfalt hat Charme Die Qualitätsentwicklung in einer regionalisierten Kinder-, Jugendund Familienhilfe bedarf eigener Kriterien im Verbund einer Groß- bzw. Gesamteinrichtung. In Erweiterung der bekannten und bestehenden Leistungsvereinbarungen werden zu den typischen struktursichernden Qualitätsstandards zusätzliche Beteiligungs- und Entwicklungsaufträge beschrieben. Dies sind die interkulturelle Orientierung, die Generationenüberschreitende Ressourcenbeanspruchung, das Erzeugen von Synergien in sozialen Räumen und die Förderung von Durchlässigkeiten in bestehenden Hilfeformen. Ebenso sind hier zu nennen die Geschlechtergerechtigkeit, die flexibilisierten Leistungsbeschreibungen und Refinanzierungsformen sowie das Expertenmanagement in einer kooperierenden Trägerlandschaft. Im Zuge der 10-jährigen Entwicklung haben viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Vielfalt als charmante Eigenschaft unseres regionalisierten Dienstleistungszentrums in Biedenkopf entdeckt. Familie im Blick In diesem Sinne haben sich die Angebotsvielfalt sowie die Fachkräftepotentiale in der Region weiterentwickelt. Dies in einer Verantwortungsgemeinschaft mit den öffentlichen Trägern bzw. Auftraggebern aufzubauen, erfordert Bereitschaft, Mut und Zutrauen der Institutionen, vor allem aber den partnerschaftlichen Dialog auf der Ebene der Fachkräfte. Beim Workshop zur veränderungsorientierten Elternarbeit arbeiteten Mitarbeitende aus allen Bereichen des Regionalzentrums am Thema. Fotos: Jürgen Jacob Welche Angebote und wieweit inzwischen dieser regionalisierte und an den Bedarfen orientierte Ansatz die Weiterentwicklung mittlerweile bestimmen, soll in der nächsten Ausgabe dargestellt werden. Heinz Jürgen Göbel

16 16 Der grüne Faden Kinder, Kinder... Enya-Sophie wurde am um Uhr im Universitäts-Klinikum Marburg auf den Lahnbergen geboren. Sie wog 3020 Gramm und war 50 Zentimeter groß. Es freuen sich die Eltern Simone Kitzberger (Therapeutisches Reiten) und Mirko Pusch. Mila Haberland wurde am um Uhr im Diakoniekrankenhaus Wehrda geboren. Dabei verteilten sich die 3450 Gramm auf 49 Zentimeter Körpergröße. Wir sind endlich komplett! Marlon und Jara freuen sich über ihre Schwester, die mitten im Hausbaustress ihrer Eltern geboren wurde. Nach einem schweren Start - Operation am Zwölffingerdarm am 7. Lebenstag - haben sich jetzt alle gut eingelebt!, so beschreiben die Eltern Marie Haberland (MPS Reit.Sport.Hof) und Jens Haberland (AWG Zuckerberg) ihren gemeinsamen Start. Der Upcycling*-Laden Das Projekt für Kinder und Jugendliche ist in vollen Gängen. Von Ende Januar bis Mitte Februar haben die Schüler und Lehrer des Bildungswerkes der hessischen Wirtschaft e.v. Biedenkopf tatkräftig bei der Renovierung der Räumlichkeiten in der Biedenkopfer Hospitalstraße 40 (ehemaliger Lidl-Markt in der Nähe des Bahnhofs) geholfen. Etwa 30 Jugendliche waren an unterschiedlichen Tagen im Einsatz. Die Gestaltung der Wände wurde im Rahmen eines Qualifizierungsbausteins der Schule vorgenommen. Die Jugendlichen hatten viele Freiheiten bei der Wahl der Farben, da uns der ortsansässige Herkules-Baumarkt eine riesige Ladung intensiver Wandfarben gespendet hat. Mit den Kindern vom Kinderclub haben wir sehr bunte und individuelle Fußleisten hergestellt, die an einer großen Wand im Laden ihren Platz fanden. Seit Ende Februar sind wir nun dabei Produkte zu planen, herzustellen und den Laden mit Upcycling Sitzgelegenheiten zu bestücken. Der Laden ist in drei Bereiche über etwa 70 Quadratmeter aufgeteilt. Im hinteren Bereich sind die Materialien, eine Werkbank, die Nähmaschine und Werkzeuge untergebracht. Der mittlere Bereich soll eine Chill-Out-Ecke sein, wo sich die Kinder und Jugendlichen aufhalten können, etwas essen und trinken können und sich ungezwungen mit den Honorarkräften und der Leitung der mobja austauschen. Der vordere Bereich wird zur Ladenfläche. Die Herstellung und Planung der Produkte macht allen sehr viel Spaß. Vor allem das Schallplattenlampen-Sortiment zieht alle Aufmerksamkeit auf sich. Schon jetzt haben wir einige Anfragen, wann diese endlich zu kaufen sind. Viele ältere Menschen spenden uns Material, was wir verwerten können und sind total begeistert von der tollen Umnutzung eines Leerstandes mit so tollen Aktionen. Unter Anderem gibt es jetzt schon Probiotische Lichterketten, Musikinstrumente, Tische aus Naturholz und Flaschen, PC Design, Sitzsäcke, Altkleidertaschen, Design aus Kassetten und vieles mehr. Die offizielle Eröffnung findet Anfang Mai statt. Ab diesem Zeitpunkt werden die Waren dann auch verkauft. Alle Erlöse wandern natürlich direkt wieder in das Projekt. Das Ende des Projektes über die finanzielle Förderung der E.ON Mitte Stiftung wird Anfang Juli sein, doch wir hoffen alle, dass es noch etwas weitergehen kann. Seit März sind wir durchschnittlich drei Mal pro Woche im Laden aktiv und nach den Osterferien wird der Laden auch mindestens zwei Mal pro Woche geöffnet sein. Wir freuen uns nicht nur über die Teilnahme der Biedenkopfer Kinder und Jugendlichen und der Schulen, sondern würden uns auch sehr über die Beteiligung der Einrichtungen des St. Elisabeth-Vereins freuen. Genaue Zeiten können auf der Internetseite und bei Katja Imhof eingeholt werden. Katja Imhof Sarina Zimmermann wurde am um 3:08 Uhr im Storchennest in Marburg-Gisselberg geboren. Sie wog 3360 Gramm und war 52 cm groß. Es freuen sich Mama Andrea Zimmermann (Fachbereichsbüro Erziehungsstellen, GISA) und Papa Tobias Zimmermann.

17 Der grüne Faden 17 Gesundheitstag in der Grundschule Biedenkopf Zum zweiten Mal richteten die Honorarkräfte und Praktikanten der Mobilen Jugendarbeit (mobja) Biedenkopf des St. Elisabeth-Verein e.v. eine Station zum Gesund- heitstag an der Biedenkopfer Grundschule aus. Dieser Tag wird seit mehreren Jahren von Frau Klein (Lehrerin) organisiert. Viele Vereine sind mit Stationen dort verortet. Die Mobile Jugendarbeit hat einen Sinnespfad für knapp 100 Schülerinnen und Schüler angeboten. Diese kamen in Gruppen zu Acht und konnten die Stationen bearbeiten. Es gab Fühlstationen, an denen die Kinder erraten mussten, was sich im Karton befindet. Riechstationen, wo allerlei Düfte erraten werden konnten und den Fußpfad, an dem die Kinder barfuß erraten konnten, ob es Glibber, Holz, Schaumstoff oder vieles andere ist, auf dem sie stehen. Der Gesundheitstag war ein großer Erfolg für alle Seiten, die Kinder haben sehr interessiert und mit viel Spaß und Freude an der Aktion teilgenommen. Katja Imhof Schulsozialarbeit durch den St. Elisabeth-Verein e.v. an der Stadtschule Biedenkopf Seit dem hat die Stadtschule Biedenkopf eine Schulsozialarbeiterin, die wöchentlich für zwölf Stunden an der Schule eingesetzt ist. Der Landkreis Marburg- Biedenkopf hat den St. Elisabeth-Verein e.v. Marburg mit der Durchführung dieser Schulsozialarbeit im Rahmen der Förderung durch das Bildungs-und Teilhabepaket beauftragt. Die Durchführung der Schulsozialarbeit obliegt der Diplompädagogin Katja Imhof, die unter Anderem die Mobile Jugendarbeit (mobja) Biedenkopf über den St. Elisabeth-Verein e.v. leitet. Bis Ende 2013 ist diese Unterstützung durch den Landkreis schon mal sichergestellt, was alle Beteiligten sehr freut. Frau Imhof wird sich zunächst ein umfassendes Bild über die unterschiedlichen Bereiche ihres Arbeitsfeldes machen, Gespräche mit Lehrer/innen, Schüler/innen führen und feste Sprechzeiten installieren. Der Besuch unterschiedlicher Unterrichtsstunden steht zudem auf dem festen Plan der Pädagogin. Zusammengefasst beinhalten die Aufgaben der Schulsozialarbeit die Beratung von Schüler/innen, Lehrer/innen und Eltern zu einem bestimmten Thema (z.b. Umgang mit Konfliktsituationen etc.) und die Einzelfallhilfe, welche eine intensive Prozessbegleitung eines jungen Menschen darstellt und sich über einen längeren Zeitraum als die Beratung erstreckt. Dabei können bei Bedarf andere Einrichtungen mit ins Boot geholt werden (z.b. ASD). Zudem ist die Schulsozialarbeit damit beauftragt, Projekte über einen festgelegten Zeitraum (z.b. im Rahmen einer Projektwoche) zu aktuellen Themen an der Schule durchzuführen. Au- ßerdem sollen regelmäßige Gruppenangebote über einen längeren Zeitraum installiert werden. Dazu zählen neben geschlechterspezifischen Gruppenangeboten auch präventive Anti-Gewalt-Trainings in einem festen Gruppen- oder Klassenverband. Da die Diplom Pädagogin zusätzlich im Jahr 2011 ihre Zusatzausbildung zur Anti-Gewalt-Trainerin absolviert hat, kommt dies dem Konzept der Schulsozialarbeit an der Stadtschule direkt zugute. Die Stadtschule ist voller Elan und hat direkt die passenden Räume unter dem Dach im Forsthaus zur Verfügung gestellt. Dort finden sich Möglichkeiten für Gruppengespräche, Einzelgespräche, Projekte und für Ruhepausen nach schwierigeren Situationen. Durch diese gute Organisation werden sich sehr schnell feste Zeiten für offene Sprechstunden und klare Strukturen installieren lassen. Informationen anhand von Flyern mit Kontaktdaten werden in den nächsten Wochen verteilt. Zudem unterstützt der Förderverein der Schule die Schulsozialarbeit mit Mitteln für die Ausstattung der Räume und verschiedenen Materialien zur Durchführung der Arbeit. Katja Imhof

18 18 Der grüne Faden Hintergrund Der erste Ökumenische Kirchenlauf fand 1984 in Gießen statt und hatte in der Folge seinen geografischen Schwerpunkt in Mittelhessen, machte aber auch schon in Frankfurt und Wiesbaden (1994, 2003, 2007 und 2011) Station. Im Jahr 2004 fand der Lauf anlässlich des 125- jährigen Bestehens des St. Elisabeth-Verein e.v. in Marburg statt. Anfangs war der Lauf bundesweit ausgeschrieben, ab 1987 firmierte er als ökumenischer Langstreckenlauf bis sich einige Jahre später die heutige Bezeichnung etablierte. Die Veranstaltung ist offen für alle, die Freude und Spaß am Laufen haben und einen guten Zweck unterstützen wollen. Diakonie zieht Bilanz nach einem Jahr Bildungs- und Teilhabepaket: Hilfen kommen bei den Kindern nicht an Die Hilfen aus dem Bildungsund Teilhabepaket kommen nicht bei den Kindern sozial benachteiligter Familien an. Das ist das Ergebnis einer bundesweiten Befragung von über 70 diakonischen Beratungsstellen, die der Diakonie-Bundesverband zum Jahrestag des Inkrafttretens des Bildungs- und Teilhabepakets vorstellt. "Um Leistungen aus dem Bildungspaket zu erhalten, müssen für ein Kind bis zu acht Einzelanträge bei unterschiedlichen Stellen eingereicht werden. Besonders kinderreiche Familien können die Antragsflut nicht bewältigen und schrecken vor einer Antragsstellung zurück", zieht Maria Loheide, sozialpolitischer Vorstand des Diakonie Bundesverbandes, kritisch Bilanz. Die Diakonie fordert den Gesetzgeber auf, die überbordende Bürokratie beim Bildungs- und Teilhabepaket abzuschaffen. Weitere Informationen zur Bilanz der Diakonie finden sich unter de/dwekd-zusammenfassung- BuT_Regelsatz.pdf Der 28. ökumenische Kirchenlauf findet dieses Jahr in Biedenkopf statt Aus Anlass des 10-jährigen Bestehens des Regionalzentrums Biedenkopf haben sich die sportlich ambitionierten Kolleginnen und Kollegen entschlossen, den diesjährigen ökumenischen Kirchenlauf des Arbeitskreises Kirche und Sport der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau in Biedenkopf auszurichten. Rund um das Jugendzentrum haben die Organisatorinnen bereits die wichtigsten Absprachen getroffen, so dass am Samstag, dem 8. September 2012 um 10 Uhr der erste Startschuss gegeben werden soll. Alle, die sich von einem schönen Laufparcours über die Lahnauen angezogen fühlen, mögen sich diesen Termin vormerken. Die freundliche Betreuung aus dem Regionalzentrum wird allen Aktiven sicher einen angenehmen Aufenthalt versprechen. Fast alle zwei Monate bietet die Mobile Jugendarbeit zusätzlich zum regulären Sportangebot samstags von Uhr in der Stadtschulturnhalle ein Spezialangebot für Kinder und Jugendliche an. Dieses Mal ging es nach dem Hallenfußball im Jugendzentrum auf der Kreuzwiese 6 mit Pizza selber belegen, backen und essen, Fifa-, Kicker- und Billardturnieren mit tollen Preisen, Musik In den kommenden Monaten wird es noch Ausschreibungen und Anmeldungen dazu geben. Heinz Jürgen Göbel Sport Spezial der Mobilen Jugendarbeit Biedenkopf (mobja) und Kicken im Innenhof und kleinen Knabbereien bis 17 Uhr weiter. Knapp 20 junge Männer habe das Angebot genutzt. Das Angebot der mobja ist natürlich kostenlos. Das nächste Sport-Spezial Angebot wird Ende April oder Anfang Mai stattfinden. Dafür werden wir wieder Werbung machen. Infos auch unter Katja Imhof

19 Der grüne Faden 19 Abschied von der Calvinstraße und Neuanfang Am Montag, den 30. Januar 2012, endete ein Kapitel Jugendhilfe im Herzen Marburgs ; die Schlüssel der Villa am Schlossberg wurden an die neuen Eigentümer übergeben. Die Mitarbeitenden der JWG Calvinstraße haben sich in den letzten Jahren intensiv Momentan beherbergt das Haus in der Großseelheimer Straße zwei Wohngruppen mit der Konzeptentwicklung und Profilbildung befasst. Anlass hierzu bot die Erfahrung, dass immer wieder Jugendliche unserer Gruppe in den Maßnahmen der beruflichen Qualifizierung und Bildung scheiterten und es an passenden Alternativen mangelte, sowie die Einschätzung, dass ein Wohngruppenangebot fehlt, dass auf die besonderen Bedürfnisse von Jungen ausgerichtet ist. In diesem Diskussionsprozess wurden Arbeitsschwerpunkte herausgearbeitet und anschließend erprobt: - als Zielgruppe Jugendliche, die über einen längeren Zeitraum keine Schule besucht haben (Schulabsentismus) - als Querschnittsprofil die Bildung einer reinen Jungengruppe und eine jungenpädagogische Ausrichtung - die Ausweitung von Freizeit- und Bewegungsangeboten - die Integration von handwerklichen Elementen in den Gruppenalltag Mit der Entscheidung für dieses neue Rahmenkonzept war zugleich klar, dass dies keine Umsetzung in der Calvinstraße finden wird, da hierfür andere räumliche Bedingungen notwendig sind. Häuser, die die notwendigen Anforderungen (Größe, Aufteilung, Zustand etc.) erfüllen, sind rar: Diese Phase erforderte Geduld. Letztlich ist nach der Sichtungsphase im Sommer 2011 die Entscheidung für das Gebäude einer ehemaligen Gaststätte in Cölbe-Schönstadt gefallen. doch schon bald geht es in das Fachwerkhaus nach Schönstadt, Die Vorbereitungen liefen seitdem auf Hochtouren. Es galt zum einen, die Konzeption weiter zu verdichten sowie neue Abläufe und ein angepasstes Regelwerk zu erarbeiten, zum anderen, ganz konkret das Haus gemeinsam zu begehen, Ideen für die Raumnutzung und -gestaltung zu entwikkeln und die notwendige Ausstattung und Umbauten zu planen. Was z. B. sind die besonderen Erfordernisse in einer Jungenwohngruppe? Soll es zusätzlich Pissoirs im WC geben? Wie schaffen wir Räume und Gelegenheiten für Bewegung oder Wett- streit? Welche Angebote im gemeinsamen Tun ermöglichen es den Jungen ihre Chancen zu verbessern? Welche Leitlinien sollen den alltäglichen Umgang prägen? Ein jungenpädagogischer Fachtag mit Herrn Wanielik in 2012 gab erste Antworten und warf weitere wichtige Fragen auf. Parallel wurden mit dem Architekten Baupläne entworfen und weiterentwickelt, doch es zeichnete sich ab, dass die Zeit für deren Umsetzung bis zum notwendigen Auszug knapp würde. Aus diesem Grunde wurde eine Übergangslösung notwendig, galt es, ein zwischenzeitliches Domizil zu suchen. Schließlich wurde eine vereinsinterne Lösung dergestalt gefunden, dass die IBW Großseelheimer Straße die WG Calvinstraße vorübergehend aufnahm. Die Integration einer Wohngruppe in eine bestehende IBW-Gruppe unter Beibehaltung der eigenen Gruppenidentität, die Balancierung von Eigenem und Gemeinsamen war eine anspruchsvolle Aufgabenstellung. Zur Vorbereitung organisierten beide Teams mehrere Arbeitsgruppen und in der Kürze der Zeit wurden Räume umgestaltet, Abläufe und Zuständigkeiten angeglichen, Regelungen abgesprochen und konstruktive Lösungen gefunden. Mitte Januar erfolgte dann der Umzug der Calvins in die IBW Großseelheimer Straße. Die Vorbereitungen für den neuen Standort der Gruppe laufen, viele Möbel befinden sich nun bereits in Cölbe-Schönstadt. Dort wird dann ein neues Kapitel beginnen. Torsten Gnau Gruppenleiter wo auch eine große Scheune viele Möglichkeiten für die Aktivitäten der Wohngruppe bietet.

20 20 Der grüne Faden Jugendbistro wird zum Tanzsaal! Einen Tanzkurs, der über sechs Wochen ging, absolvierten mit viel Freude am Tanzen Jasmin, Christopher, Katharina, Anna Marie, Samy- Jo, Petra und Michelle. Unter fachkundiger Anleitung von Marvin Treder lernten sie nicht nur die Standarttänze, sondern auch Modernes, wie z.b. Jump-Style. Man merkte den jungen Menschen an, dass sie an dieser Art der Freizeitgestaltung sehr viel Spaß hatten. Ob Disco-Fox mit seinen vielen Facetten, Salsa, Walzer oder andere Tänze erfreuten sie alle. Marvin Treder war sehr zufrieden mit der Leistung der Gruppe und freut sich auf die Fortsetzung. Er führte die Teilnehmer mit Witz und Charme durch den Kurs. Es wird zwei weitere Kurse geben nach den Osterferien, zu denen noch eingeladen wird. Uli Betz Brief an einen Junggebliebenen Hallo, lieber Erhard, leider können wir heute - an dem Tag, an dem wir Dir diesen Brief schreiben - nicht wissen, wie das Wetter am 28.März dieses Jahres ist. Wir können auch kein schönes Wetter zaubern und Sonnenstrahlen bündeln, um sie Dir pünktlich zum Geburtstag zu schenken. Aber vielleicht hat es die Natur an Deinem Geburtstag dann ganz allein geschafft, den Tag für Dich noch schöner zu machen. Und wenn die Sonne dann vielleicht doch noch etwas frühjahrsmüde sein sollte: Für Dich aus unserer Sicht bestimmt gar kein Problem, denn Du schaffst es so gut wie immer, auch aus einem wolkenverhangenen Tag das Beste zu machen. Mit 70 Jahren so viel Elan und Lebenslust zu haben, das fasziniert. Viele Deiner Mitstreiter und Mitstreiterinnen im Thüringer Bereich des St. Elisabeth- Vereines haben sehr erstaunt reagiert als es hieß: Erhard wird 70. Was, der Erhardt 70?! - das kann doch nicht sein! Es gibt sicher viele unter uns, die sich wünschen mit 70 genauso fit wie Du auszusehen und sich so wie Du zu fühlen. Dein persönliches Patentrezept dafür können wir nur erahnen. Deine große Familie (die fast alles mitträgt) mit Frau, Kindern, Schwiegerkindern und Enkeln als auch die vielen Eli-Kinder (Ronny, Daniel, Hermann, Helio, Moritz, Vanessa), die in den zurückliegenden Jahren bei dir leben durften und im Fall Moritz noch dürfen, halten Dich sicher gut in Bewegung. Daniel ist nun selber schon Papa und weiß, dass Du ihn und seine kleine Familie auch weiter unterstützt. Deine Toleranz dem Schwierigen, scheinbar Unmöglichen, gegenüber beeindruckt dabei nicht nur die Erwachsenen - da sind wir uns sicher. Gut, dass Du zudem die Gabe hast, abwarten und zuhören zu können. Du bist ein Ü65, bei dem der Begriff Rentenalter neu ausgelegt werden müsste. Für Dich scheint es dieses nämlich nicht zu geben. Immer wieder zeigst Du den Mut für Neues, übernimmst Verantwortung mit aller Konsequenz, bist eine Bereicherung für die Regionalgruppe, vertrittst Deine Meinung und bist mit guten Ideen beim Vorbereiten von Feiern und Festen dabei. Als Beauftragter für Arbeitsschutz in unserer Einrichtung wirkst du mit genauso viel Energie mit - einen Besseren hätten wir da auch nicht wählen können; denn wer selbst in einer Situation, wo das eigene Auto an der Autobahn ausbrennt, besonnen und führsorglich seinen Mitfahrern gegenüber sein kann, der ist ein wahrer Schutzengel. Also, Erhard - kurz und knapp: Schön Dich zu kennen, mit dir (als Rentner :) Kinder -und Jugendarbeit gerade im Elisabeth-Verein gestalten zu dürfen!!!!!! Alles Liebe und Gute für Dich!!!!!!!!! Wir lassen Dich in Gedanken hochleben und freuen uns mit Dir. Deine Kolleginnen und Kollegen aus Thüringen Mit Erhard Skujat freuen sich auch Moritz, der noch in der FWG betreut wird, und einer seiner Enkel.

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