WIE GESTALTE ICH MEINE PERSÖNLICHE STILLE ZEIT MIT GOTT?

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1 WIE GESTALTE ICH MEINE PERSÖNLICHE STILLE ZEIT MIT GOTT? Dr. Richard J. Krejcir Into Thy Word Ministries 1

2 Den Anfang setzen: Wenn man die Beziehung zu Gott vertieft, wird man Seinem Herzen näher kommen! In seinem ersten Brief spricht der Apostel Petrus über Demut, die dadurch gekennzeichnet ist, dass man als Christ im Glauben wachsen möchte, von Christus lernen und in der Erkenntnis wachsen möchte. Die zwei besten Möglichkeiten um dies zu erreichen sind: persönliche Andacht oder stille Zeit mit Gott und die Teilnahme an einer Kleingruppe oder einem Hausbibelkreis. Petrus sagt auch, dass wir untereinander demütig sein sollen, damit wir die Gnade Gottes erkennen und nicht gegen seinen Willen handeln. Als Zweites betont Petrus, dass wir nicht nur untereinander, sondern auch Gott gegenüber demütig sein sollen. Hier gibt es nichts zu diskutieren; dieses ist grundlegend wenn wir ein gesegneter Christ sein möchten und eine gesegnete Gemeinde, ein wachsender Christ sein möchten und eine wachsende Gemeinde, nicht nur zahlenmäßig sondern im Allerwichtigsten in der Jüngerschaft. Dies ist die Grundlage dafür, dass wir mehr auf Ihn vertrauen, von Ihm lernen, in Ihm wachsen und einen Lebensstil der Anbetung führen! Wie kann ich meine Zeit mit dem Herrn wertvoller gestalten um mehr Reife und Tiefgang als Christ zu bekommen? Hier findet ihr 9 Gedanken, die euch in die richtige Richtung führen werden: A. Ziel: Bestimme wo du dich in geistlicher Hinsicht befindest (Apg. 22:8-10; Phil. 2:13) und lege fest wo du dich hinbewegen musst. Setze dann dein Ziel fest, und mache es dir verständlich. Dein Ziel muss es sein ein kompletter Mensch zu sein, welches bedeutet eine Vollkommenheit in Christus (Kol. 1:28); oder um es mit anderen Worten auszudrücken, das Ziel ist es als Christ eine Reife zu erlangen, die es bewirkt, dass unsere Gesinnung und unsere Taten Christus widerspiegeln. Wo befindest Du Dich in Deinem geistlichen Leben und wo musst Du dich hinbewegen? Das bedeutet sich nicht nur dahin zu bewegen wo man hin möchte, sondern auch dahin wo Gott einen hin ruft. B. Der Prozess: Verstehe, dass dies ein Prozess ist (Psalm 16:11; 73:28; Sprüche 16:9; Hebr. 11:1-6). Geistliche Reife erlangt man nicht von einem Tag auf den anderen, man bekommt sie auch nicht in einer Flasche serviert; man kann sie nicht einem Regal entnehmen und erlangt sie nicht durch s Sitzen auf einer Kirchenbank. Der Prozess bewirkt das 2

3 WIE GESTALTE ICH MEINE PERSÖNLICHE STILLE ZEIT MIT GOTT? Wachstum. Nicht nur das Endziel ist wichtig, sondern auch der Weg dahin. Ein grundlegender erster Schritt um das Ziel zu erreichen, ist die tägliche persönliche Zeit mit Gott. Deshalb ist der Prozess fast wichtiger als das Ziel, weil wir auf unserem Weg lernen und wachsen! Wenn wir am Ziel ankämen ohne die Beschwernisse des Weges erlebt und gemeistert zu haben, hätten wir auch nicht die entsprechende Ausdauer, Kraft und Reife erlangt! Wir müssen einfach sicherstellen, dass unser Ziel mit Gottes Ziel übereinstimmt und dass unser Stolz und unsere Überheblichkeit uns den Weg nicht vernebeln. C. Plan: im Voraus planen (Jesaja 26:3, Markus 1:35). Es passiert nichts automatisch. Du musst deine stille Zeit mit Gott im Voraus planen damit sie effektiver werden kann. Man kann einfach im Voraus gute Andachtsbücher erwerben, oder sich am Sonntag Abend hinsetzten und entscheiden über welche Bibelstellen man in der Woche nachdenken möchte. Wenn man so im Voraus plant, hat man auch nicht das Problem, dass man jeden Tag aufs neue erst überlegen muss, was man aus der Bibel lesen möchte und worüber man nachdenken möchte. Selbst wenn man ein Andachtsbuch oder einen Bibelleseplan nutzt, sollte man nicht einfach loslegen, sondern sich vorher einen Plan machen. D. Inhalt: Gestalte deine stille Zeit mit Gott abwechslungsreich und beständig (Psalm 16:8-11). Einen Monat lang, könnte man sich zum Beispiel mit einen Brief aus dem Neuen Testament befassen. Danach könnte man Erzählungen, wie z.b. im 1. Buch Samuel untersuchen. Dann könnte man wieder zum Studium eines theologischen Lehrsatzes im Neuen Testament, z. B. im Römerbrief, zurückkehren. Als nächstes könnte man eines der Bücher der kleineren Propheten, z.b. Joel, untersuchen. Es wäre empfehlenswert, in einem oder zwei Jahren, die ganze Bibel auf diese Art zu ergründen. Beschäftige Dich nicht nur mit einem bestimmten Thema, z.b. in einem der Briefe, und lasse auch das Alte Testament nicht aus, weil Du sonst auch das Neue Testament nicht verstehen können wirst. Es lohnt sich auch nicht den gleichen Bibelleseplan Jahr für Jahr zu benutzen. Unterbreche die Routine, versuche etwas Neues. Verfahre in der gleichen Weise mit den Andachtsbüchern. Wenn Du ein gutes Andachtsbuch hast, benutze es ein ganzes Jahr; im nächsten Jahr musst Du dann ein Anderes versuchen, und in dem darauf folgendem Jahr kannst Du dann wieder zum Ersten zurückkehren. Wenn man beständig etwas Einseitiges tut, dann wirkt der Text zu abgedroschen und zu bekannt um ihn noch richtig zu hören. Dann ist die stille Zeit zu einer Routine geworden. 3

4 E. Besinnung: versuche an jedem Tag zu einer bestimmten Zeit dich auf den Zweck deines geistlichen Wachstums und Reifungsprozesses zu besinnen und setze deine Prioritäten dementsprechend (Psalm 119:130: Jesaja 42:16; Johannes 4:23-24, 15). Dieser Schritt wird es dir ermöglichen die Sache mit Leidenschaft und Energie anzugehen. Lasse es zu, dass Christus dich durch sein Wort verändert! Deine Einstellung ist grundlegend! Du musst damit anfangen die richtige Einstellung zu haben. Du wirst vor den Heiligen Gott treten. Meistens ist es hilfreich, wenn man den größten Anteil der Stillen Zeit dem Studium einiger weniger Bibelverse widmet, und nicht versucht größere Textabschnitte zu bewältigen. Auf diese Weise wird man eher konzentriert bleiben. Manche Christen finden es hilfreich sich Notizen dabei zu machen; andere schreiben sich ihre Fragen auf, um dann mit einen Mentor darüber zu reden. Aber es kann auch mal hilfreich sein sich zu entscheiden auch hier mal von der Routine abzuweichen und an einem bestimmten Tag in der Woche mehrere Kapitel am Stück aus einem anderen Bibelbuch zu lesen, anstatt sich nur wenige Verse im Detail anzuschauen. Wie immer man es angeht, man muss sich darauf besinnen und konzentriert bleiben und nicht mehr abbeißen als man kauen kann. F. Material: kaufe dir das beste Andachtsmaterial, dass Du bekommen kannst und eine Bibel, in einer Übersetzung, die leicht verständlich ist (Epheser 4:1-3). Für ein ernsthaftes Bibelstudium sollte man aber eine Bibelübersetzung benutzen, die den Urtext möglichst getreu wiedergibt. Der Gebrauch einer Studienbibel ist auch sehr zu empfehlen. Kaufe Dir auch ein Notizbuch, welches Du nur dafür verwenden wirst Gedanken aufzuschreiben die mit deiner Beziehung zu Gott und anderen Menschen zu tun haben. Somit werden deine Notizen das Gelernte und deine Fragen dazu wiedergeben. G. Ort: suche dir einen ruhigen und stillen Ort (Lukas 5:16) wo Du von nichts abgelenkt wirst. Entferne alles was Dich ablenken könnte. Ziehe die Vorhänge zu, verschließe die Tür, schalte das Radio und den Fernseher aus, räume die unerledigten Aufgaben auf dem Tisch zur Seite und schließe die Katze im Badezimmer ein was immer es sein mag. Du wirst Dich dann viel besser konzentrieren können und eine viel wertvollere Zeit mit Gott verbringen. Nimm es nicht auf die leichte Schulter; Dein Treffen mit Gott ist eine wichtige und ernste Angelegenheit! 4

5 WIE GESTALTE ICH MEINE PERSÖNLICHE STILLE ZEIT MIT GOTT? H. Zeit: wähle den besten Zeitpunkt dafür (Epheser 2:18). Wähle für die stille Zeit mit Gott den geeignetesten Zeitpunkt, eine Tageszeit wo man auf der Höhe ist. Meistens ist der beste Zeitpunkt früh am Morgen, weil die Ablenkungen von außen zu der Zeit noch minimal sind. Wenn Du kein Frühaufsteher bist, wähle einen Zeitpunkt wenn Du am aufmerksamsten bist. Gib Gott Deine beste Zeit! Setze fest wie lange Du lesen bzw. das Wort betrachten willst, und auch wie lange Du beten willst. Sei aber flexibel genug es zu verändern, wenn der Geist Gottes dich innerhalb dieser Zeiten anders führt. Wenn deine Konzentrationsspanne ziemlich kurz ist, dann ist es hilfreich sich die Zeit mit Gott über den ganzen Tag zu verteilen. Vielleicht könntest Du am Morgen aus dem Alten Testament lesen, zur Mittagszeit aus dem Neuen Testament, und am Abend dann die Andacht und die Fürbitte halten. Bitte bedenke, dass diese Zeit heilig ist, denn sie ist für Gott und allein für Gott bestimmt. Sei aber auch nicht zu stark auf den geplanten Ablauf oder Zeitplan fixiert. Lass Gott Raum zur Entfaltung. Dein Plan ist nur eine Hilfe um geistlich zu reifen, er ist nicht das Wachstum an sich. I. Teile: lass andere an dem was Du gelernt hast teilhaben (Psalm 55:14; Matthäus 18:20, Römer 12:2; 2 Kor. 12:18). Eine Möglichkeit zu lernen ist, wenn man das Gelernte in die Tat umsetzt und andere daran teilhaben lässt. Was wir bekommen haben ist meistens nicht nur für uns allein bestimmt, sondern es ist ein Geschenk das wir weitergeben sollen um anderen zu helfen. Ein williges Herz, ein formbarer Geist, eine Bereitschaft zu teilen dies sind fundamentale Eigenschaften der Jünger unseres Herrn! Wenn wir diese neuen Vorschläge befolgen, werden wir realisieren, dass in der Nachfolge Christi wir nicht nur seinem Charakter immer ähnlicher werden, sondern auch seinem Verhalten. Die Werte der täglichen Nachfolge werden dann, durch unser Verhalten, andere Menschen beeinflussen und wiederum auch unseren Charakter weiter formen. Man kann niemanden dahin führen, wo man selbst noch nicht gewesen ist, oder wenn man selbst die Richtung nicht kennt. Deshalb ist Jüngerschaft fundamental in jedem Aspekt des Lebens als Christ. Wir sind berufen Jüngerschaft zu leben und nicht um sie uns vorzustellen oder um darüber zu reden. Man kann nicht im Nachdenken über das Essen seinen Hunger stillen. Die Zutaten müssen zuerst besorgt werden, danach kann man die Mahlzeit zubereiten. Erst dann wird gegessen. Ein Christ, der in seiner Nachfolge die Beziehung zu Gott vertiefen möchte um geistliche Reife zu erlangen, wird das Wort und den Aufruf des Herrn ernst nehmen und es in seinem Leben anwenden! 5

6 Anwendung: hier nun einige Gedanken dazu, wie man die stille Zeit mit Gott im Alltag anwenden und in die Tat umsetzen kann. A. Du wirst nie den vollen Wert deiner stillen Zeit mit Gott erfahren, wenn Du dich nicht davon überzeugen lässt das Gelernte auch anzuwenden. Du musst davon überzeugt sein, dass Gott Dir eine Gelegenheit geben wird es anzuwenden. Wenn solch eine Gelegenheit kommt, dann ergreife sie ohne Furcht oder Bedenken. Dein Vertrauen in Gott muss eingesetzt werden und real sein! B. Die Ergebnisse dessen, was man anwendet, sollten messbar sein. Versuche dabei die Fragen zu beantworten die mit wer, was, wo, wann, wie und warum anfangen, wie z.b. Ich werde anfangen meine Liebe zum Nächsten zum Ausdruck zu bringen, indem ich meine ältere Nachbarin frage, ob ich bei meinem nächsten Einkauf für sie aus dem Geschäft etwas mitbringen kann. C. Manchmal wird es so sein, dass Du mehrere Möglichkeiten erkennen wirst, wie eine bestimmte Bibelstelle angewendet werden kann. Es ist sicher einfacher, wenn man sich an einem bestimmten Tag für eine dieser Möglichkeiten entscheidet, und sie dann auch in die Tat umsetzt, anstatt sich in mehreren Anwendungsversuchen zu verzetteln. Wenn Du dich nicht für eine Möglichkeit entscheiden kannst, dann wähle die Erstbeste oder diejenige, die Dich am meisten herausfordert. D. Schiebe die Anwendung des Gelernten und die Möglichkeiten die Du hast nicht auf die lange Bank. Nimm Dir vor es am nächsten Tag zu tun oder innerhalb einer Woche zu erledigen. Von Zeit zur Zeit wird Gott dich auf ein Langzeitprojekt in deinem geistlichen Leben aufmerksam machen. Freue Dich darüber, denn so etwas fördert und fordert Wachstum und geistliche Reife. Zur gleichen Zeit darfst Du deine aktuellen Lernprojekte nicht vernachlässigen. Diese sind die kleinen Schritte, derer es bedarf, um am Marathon teilzunehmen. Erlaube Gott an jedem Tag eine Veränderung in Dir zu wirken, und sei dankbar, dass er in Dir aktiv am Werke ist. Fazit: Es gibt viele effektive Wege um die Bibel zu entdecken und die stille Zeit mit Gott zu gestalten. Es gibt keinen einzigen besten Weg; das Wichtigste ist einfach, dass man es tut. Viele Christen gehen davon aus, dass ihr geistliches Wachstum sich natürlich und von allein ohne ihr Zutun entwickeln wird, oder allein davon, dass sie am Sonntag in einer 6

7 WIE GESTALTE ICH MEINE PERSÖNLICHE STILLE ZEIT MIT GOTT? Kirchenbank sitzen bzw. ein christliches Radio oder Fernsehprogramm einschalten. Aber so kann eine wirkliche Veränderung unseres Lebens nicht stattfinden. Genauso, wie es unmöglich ist durch einfaches Herumstehen in der Gemüseabteilung eines Supermarktes zu einer Gurke zu werden, ist es auch nicht möglich ohne persönliche Mühe tiefer in Christus verwurzelt werden zu wollen. Um Wachstum und Reife zu bewirken, müssen Christen sich aktiv in das Wort Gottes vertiefen. Man kann so etwas nur erreichen durch Gebet, Disziplin, harte Arbeit, Konzentration, Anwendung und noch mehr Gebet! Nimm dir diesen Zuspruch zu Herzen: Jesus hat nichts von uns verlangt, ohne uns dafür auch mit der nötigen Kraft auszurüsten (Matt. 28:20) Behalte immer in Erinnerung, dass Jesus dich liebt und das Beste für dich will. Sein Weg ist der beste Weg, und wir müssen auf Ihn und die uns versprochene Ewigkeit schauen und nicht auf unsere begrenzten Gefühle und Bedürfnisse. Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden. Der geistliche Mensch aber beurteilt alles und wird doch selber von niemandem beurteilt. (1 Kor. 2:14-15) Hier einige Bibelstellen über Jüngerschaft und Begleitung als Mentor, die aufzeigen, dass es sich dabei nicht um Möglichkeiten, sondern um einen Auftrag handelt: Sprüche 18:24; Matthäus 7:18-24; 10:1-42; 19:28-30; 28:16-20; Markus 1:1-5; 1:35 2:12; Lukas 9:23-25, 48; 14: 26-27; Johannes 8:31; 12:20-26;14; 15; 1 Johannes 5:3; Römer 12; 1 Korinther 3:5-11; 12; Galater 6:1-10; 2 Timotheus 2:7; 1 Petrus 3:15. 7

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