FondsInvestor. Dr. Christian Kosch

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1 FondsInvestor F ü r K u n d e n d e r S i e m e n s K a p i t a l a n l a g e g e s e l l s c h a f t m b H / A u s g a b e 1 2 J u n i SKAG EuroCash: Ausgezeichneter Parkplatz (Seite 2) Konjunktureller Pulsschlag schwach (Seite 3) Aktueller Buchtipp (Seite 6) Liebe Anlegerin, lieber Anleger, Anfang Juni 2003 wurden Sie bereits schriftlich über den Übertrag Ihrer Investmentdepots informiert. Spätestens ab dem 1. Dezember 2003 wird die Fondsplattform ebase als Partner der SKAG ihre depotführende Stelle sein. Aus diesem Grunde haben sich mit Wirkung zum 1. Juli 2003 unsere Bedingungen für SKAG-Investmentdepots geändert. Ebase ist die führende Fondsplattform Deutschlands und verwaltet mehr als eine Million Depots. Im Unterschied zur bisherigen Depotführung bei der SKAG können Sie zukünftig Fondsanteile und Fondssparpläne verschiedener Investmentgesellschaften in einem einzigen Investmentdepot verwahren. Wir sind überzeugt, dass Sie von den umfangreichen Dienstleistungen der ebase profitieren werden. Sie erhalten nun ein Depot für Fonds unterschiedlicher Anbieter, d. h. Sie können Ihre Investmentfonds, die Sie bei unterschiedlichen Fondsgesellschaften und/oder Kreditinstituten verwahren, bei ebase zusammenführen. Die Depotgebühren betragen jährlich pauschal 36 EUR pro Investmentdepot. Für Depotinhaber ist bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres die Depotführung entgeltfrei. Außerdem stehen Ihnen die fünf Publikumsfonds der SKAG weiterhin wie gewohnt ohne Ausgabeaufschlag zur Verfügung! Viele Grüße Ihre SKAG Deflation. Gefahr im Verzug? Dr. Christian Kosch Einer im Mai erschienenen Studie des Internationalen Währungsfonds war zu entnehmen, dass das Risiko einer Deflation in Europa zwar gering, aber auch nicht völlig vernachlässigbar ist. Besonders Deutschland zählt danach zu den unsicheren Kandidaten. Dadurch wurde das Interesse einer breiteren Öffentlichkeit auf ein Thema fokussiert, das schon seit Herbst letzten Jahres durch die Wirtschaftspresse geistert. Zentralbanker haben sich immer wieder zu beruhigenden Kommentaren veranlasst gesehen. Droht eine Deflationsspirale die europäischen Volkswirtschaften dennoch nach dem Muster Japans in die wirtschaftliche Depression zu ziehen? Das Thema ist durchaus komplex, deshalb sollen hier nur die wesentlichsten Aspekte stichpunktartig angesprochen werden. 1. Was ist Deflation? Von Deflation spricht man bei einem anhaltenden Rückgang des allgemeinen Preisniveaus. Beschrieben werden damit also weder kurzfristige Effekte (z.b. einen kräftigen Einbruch der Rohölpreise) noch ein Preisverfall einzelner Güter oder Dienstleistungen. Zu unterscheiden ist zudem von der Disinflation. Letztere beschreibt den Prozess der Rückbildung einer positiven Inflationsrate, es handelt sich also um eine Abschwächung, aber keine Umkehrung des Preisauftriebs. 2. Ist eine Deflation per se schädlich? Nein, wenn die Ursache in Produktivitätsschüben durch technischen Fortschritt oder etwa im Wegfall von Handelsbarrieren liegt. Anzuführen ist etwa die Preisentwicklung im Vereinigten Königreich während des neunzehnten Jahrhunderts, die durch einen rückläufigen Preistrend bei gleichzeitiger Verdreifachung des Pro-Kopf-Einkommens geprägt war. Ein Beispiel aus der jüngsten Zeit ist die VR China. Dort herrscht ein anhaltend hohes Outputwachstum bei gleichzeitig milder Deflation. 3. Warum wird ein deflationärer Trend als so bedrohlich empfunden? Ernste Probleme treten auf, wenn der Deflationsimpuls von einer Nachfrageschwäche ausgeht, die sich selbst immer weiter verstärkt: Die Investitionsdynamik kommt zum Erliegen, der Verlust von Arbeitsplätzen drückt die Fortsetzung auf Seite 4 Siemens Kapitalanlagegesellschaft mbh

2 F O N D S I M F O K U S SKAG EuroCash: Ein von Profis ausgezeichneter Parkplatz Markus Thomas, SKAG Geldmarktfonds sind ein unverzichtbares Investment-Instrument für Fondssparer. Als Parkplatz oder Zwischenstation sind sie ein flexibles Mittel, um extrem schwankenden Börsenbewegungen aus dem Weg zu gehen. Gerade wenn Aktien- und Rentenmärkte nicht die gewünschten Ertragschancen versprechen, nutzen viele Anleger Geldmarktfonds. SKAG EuroCash erlebt relativ kontinuierliche Steigerungen des Fondspreises. Liquidität Die Parkmöglichkeit von Liquidität zu attraktiven Konditionen hat den Geldmarktfonds in den letzten Jahren einen Anteil von rund 15% am deutschen Publikumsfonds-Markt beschert. Deutsche Anleger nutzen Geldmarktfonds vor allem als jederzeit verfügbares Liquiditätspolster und Parkplatz in kritischen Börsensituationen, gerade wenn sie sich die weitere Entwicklung der Zins- bzw. Aktienmärkte unsicher sind. Insbesondere sicherheitsorientierte Anleger bevorzugen Geldmarktfonds für kurzzeitige Umschichtungen in ihrem Fondsvermögen. Doch auch aus Gründen der Risikostreuung können Geldmarktfonds als Stabilitätspfeiler sinnvoll sein. Nach der dreijährigen Talfahrt der Aktienmärkte haben immer mehr Anleger den Weg in eine sichere Anlagemöglichkeit gewählt. Interessant sind Geldmarktfonds auch in den Phasen inverser Zinsstrukturen am Geldmarkt, falls die Zinsen für Dreimonatsgeld höher liegen als im Zweijahresbereich. Stabilität Die stabile Wertentwicklung von Geldmarktfonds resultiert aus den gesetzlichen Vorgaben. Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass die Restlaufzeit der festverzinslichen Wertpapiere zwölf Monate nicht überschreiten darf oder deren Verzinsung während ihrer gesamten Laufzeit regelmäßig, mindestens aber einmal in zwölf Monaten marktgerecht angepasst wird. Dadurch ist das Zinsänderungsrisiko bei Geldmarktfonds wesentlich geringer als bei Rentenfonds, deren durchschnittliche Restlaufzeit nicht selten zehn Jahre beträgt. Die Renditen der einzelnen Instrumente, die dem Fondsmanagement bei Geldmarktfonds zur Verfügung stehen, bewegen sich damit meist in der Nähe des aktuellen Leitzinsniveaus, das gegenwärtig in Euroland bei 2 % liegt. Währungsrisiken kennen die Geldmarktfonds nicht, da sie wie der SKAG EuroCash ausschließlich in Euro-Papiere investieren. Dies bringt zusätzliche Sicherheit. Großanlegerkonditionen Aufgabe des Fondsmanagments beim SKAG EuroCash ist, entsprechend seiner Einschätzung über mögliche Leitzinsänderungen die günstigste Restlaufzeit der Anlagen auszuwählen. Den angemessenen Zeitpunkt für eine Investitionsentscheidung am Geldmarkt zu ermitteln, ist deshalb keine leichte Aufgabe. In Phasen fallender Zinsen am Euro-Geldmarkt muss die Duration rechtzeitig verlängert werden, denn je länger die Duration, desto positiver wirken sich die Zinsänderungen auf die Kurse der Geldmarktpapiere aus. Zudem kann der Fonds durch die Anlage in Festgeld zu Großanlegerkonditionen attraktive Renditen für die Anleger sicherstellen. Wertentwicklung zum Seit Auflage: 10,9 % Rumpffondsgeschäftsjahr 2000: Jahr 2001: Jahr 2002: 1. Halbjahr 2003: 1,5 % 3,7 % 3,7 % 1,6 % Von Profis ausgezeichnet Wie erfolgreich der SKAG EuroCash in den letzten Jahren war, belegen nicht nur die stetigen Wertzuwächse pro Kalenderjahr, sondern auch mehrere Auszeichnungen von Finanzprofis. Im fondsmeter-ranking der Finanzagentur Financial Webworks wurde der SKAG EuroCash zum Stichtag unter den besten 10 % bei europäischen Geldmarktfonds eingestuft. Der Fonds erhielt ein Triple +++ im Einjahreszeitraum. Basis ist die risikoadjustierte Rendite, bei der Wertentwicklung und Volatilität berücksichtigt werden. Zudem wurde der SKAG EuroCash - wie berichtet - vom Magazin FINANZN zu den Fonds des Jahres 2002 in der Kategorie Euro- Geldmarktfonds gewählt. Telefon 089 /

3 M Ä R K T E I M Ü B E R B L I C K Konjunktureller Pulsschlag weiterhin schwach Dr. Patrick Muhl, SKAG Auch nach dem Ende des Irak-Krieges blieb der konjunkturelle Pulsschlag der Weltwirtschaft schwach. Obwohl die militärischen Auseinandersetzungen im März/April 2003 zum Sturz des Regimes von Saddam Hussein führten und eine vielfach befürchtete Ausweitung des Krieges in der Golfregion ausblieb, wurden die Hoffnungen auf eine merkliche Konjunkturerholung enttäuscht. In der Eurozone herrscht Wachstumslethargie. Die zu Jahresbeginn noch freundliche Industriekonjunktur erschlafft. Der geopolitischen Verunsicherung folgten konjunkturelle Skepsis und breite Diskussionen über strukturelle Reformen. Mit der kräftigen Euro-Aufwertung verpufft zudem die preisliche Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen. Dies belastet die Exporte, eine bis dato wesentliche Konjunkturstütze. Der private Verbrauch bleibt vor dem Hintergrund steigender Abgaben und vielfach vorhandener Sorgen um den Arbeitsplatz verhalten. Auch bei den Unternehmen bleibt die Investitionsneigung schwach ausgeprägt. Doch der beruhigte Preisauftrieb und der deutlich aufgehellte Inflationsausblick erlaubte der EZB Anfang Juni 2003 eine kräftige Senkung der Leitzinsen. Die US- Wirtschaft bietet ein freundlicheres Bild. Die Industriekonjunktur zeigt Anzeichen einer Stabilisierung, das Produktivitätswachstum, der private Verbrauch und die Bauaktivität im privaten Wohnungsbau bleiben freundlich, Lagerbestand-zu-Umsatzverhältnisse und Realzinsen sind extrem niedrig. Zusätzlich stimulieren geld- und fiskalpolitische Impulse. Demgegenüber bietet der US- Arbeitsmarkt weiterhin Anlass für Sorgenfalten. Das Schreckgespenst einer Deflation nach japanischem Muster sorgte in den letzten Monaten insbesondere unter den wirtschaftspolitischen Entscheidungsträgern für Unruhe. Dazu trugen vor allem die müde Konjunkturentwicklung und die sich in den wichtigsten Industriestaaten abschwächenden Preissteigerungsraten bei. Die reale Gefährdung erscheint indes selbst im deutschen Fall gering. Devisenmärkte Stand Währung Wert Veränderung in % 1 Monat 3 Monate Lfd. Jahr EUR USD 1,1483-2,4 5,3 9,3 EUR JPY 137,90-1,9 7,2 10,6 Geldmarkt + Rentenmärkte Region Kategorie Wert [%] Veränderung in Basispunkten 1 Monat 3 Monate Lfd. Jahr Euroland EZB-Zinsen 2, Deutschland 10 J Anleihen 3, USA 10 J Treasury 3, Aktienmärkte Region Index Wert Veränderung in % 1 Monat 3 Monate Lfd. Jahr Europa DJ-Stoxx ,5 14,1-0,5 Deutschland TecDax ,4 29,1 18,4 USA DowJones ,5 12,4 7,7 USA Nasdaq ,3 18,0 22,2 Japan Topix-C ,4 14,1 1,2 Japan Jasdaq ,5 10,4 7,5 Performance der SKAG Fonds im Überblick* Fondsname Anteilpreis Performance in %** in EUR 1 Monat 3 Monate Lfd. Jahr seit Auflage SKAG EuroCash 1 SKAG Euroinvest Renten 2 SKAG Euroinvest Aktien 2 SKAG Weltinvest Aktien 3 SKAG Neue Märkte Welt 4 10,97 11,91 7,36 4,96 2,24 0,2-0,9 5,0 7,6 7,0 0,7 0,5 16,4 9,4 16,0 1,6 4,1 4,9-2,4 11,7 10,9 27,1-26,1-50,4-77,6 1 Auflagedatum: ; 2 Auflagedatum: ; 3 Auflagedatum: ; 4 Auflagedatum: ; *Abweichungen zwischen Anteilpreisveränderungen und der ausgewiesenen Performance bei einzelnen Fonds ergeben sich aus Effekten bei der Wiederanlage ordentlicher Erträge zum jeweiligen Geschäftsjahresende. **Die Wertentwicklung in der Vergangenheit bietet keine Garantie für die Wertentwicklung in der Zukunft. Die Angaben zur bisherigen Wertentwicklung beruhen auf der BVI-Methode. 3

4 I N F O B Ö R S E Fortsetzung von Seite 1 (Artikel von Dr. Kosch) Endnachfrage weiter, Produktion und Preise fallen. Die Erwartung weiterer Preisrückgänge führt zur Verschiebung von Konsum- und Investitionsausgaben und vertieft die Nachfrageschwäche. Die Schuldner leiden unter der realen Aufblähung der verliehenen Darlehensbeträge. Die Zahl der notleidenden Kredite steigt, weitere Produktionsausfälle und Arbeitsplatzverluste sind die Folge. Die geldpolitische Steuerungsfähigkeit der Zentralbank über den Realzins wird immer mehr eingeschränkt und schließlich aufgehoben, wenn die Nominalzinsen nicht weiter gesenkt werden können. 4. Wann tritt der Notfall ein? Wie dramatisch dieser Prozess abläuft, hängt wesentlich vom strukturellen Zustand der jeweiligen Volkswirtschaft ab. Besondere Brisanz erfährt eine Deflation in Verbindung mit Spekulationsblasen und einer exzessiven Verschuldung des privaten Sektors. In einem derartigen Szenario wirkt die Deflation krisenverschärfend. Die Überschuldung löst irgendwann eine Tilgungswelle aus. Der Preisverfall lässt die Realzinsen und die reale Verschuldung dennoch steigen. Mit immer neuen Schuldentilgungsschüben setzt ein Teufelskreis in die Depression ein. Eine derartige Deflationsspirale gewinnt an zusätzlichem Momentum, falls die Preise für Vermögenstitel, insbesondere für Aktien und Immobilien, vom allgemeinen Preisverfall mit erfasst werden, da diese Aktiva in großem Umfang als Kreditsicherheiten dienen. Prototyp einer Deflationsspirale war die Great Depression in den Vereinigten Staaten von 1929 bis 1933, als der durchschnittliche Preisrückgang 6 % pro Jahr betrug, die gesamtwirtschaftliche Produktion sich merklich abschwächte, die Unterauslastung der Kapazitäten erreichte mehr als 20 %. Das aktuelle Beispiel ist die Wirtschaftsentwicklung in Japan seit Anfang der 1990er Jahre, die ebenfalls durch das Platzen eines Booms eingeleitet wurde. 5. Taugt die japanische Krankheit als Referenzmodell für Europa? Nein, die Inkubationszeit der japanischen Krankheit betrug nahezu vier Jahrzehnte. Japans Rahmenbedingungen sind in Europa nicht gegeben: In Europa liegt ein marktwirtschaftlich geleitetes Wirtschaftssystem vor, das sich durch eine doch deutlich höhere Flexibilität und Deregulierung als das japanische System auszeichnet. Zudem unterliegen die einzelnen Mitgliedsstaaten der Europäischen Währungsunion einem erheblichen Systemwettbewerb, der eine dauerhaft fehlerhafte Wirtschaftspolitik sanktioniert. Im europäischen Bankensystem liegen nicht die regulatorischen Verkrustungen japanischen Ausmaßes vor. Der europäische Bankensektor ist zwar in den letzten Jahren unbestreitbar in eine kritische Ertragslage geraten, aber die Verschlechterung der Bilanzqualität liegt im Rahmen früherer Rezessionen. Die Liquiditätskennzahlen der größten Banken im Euroraum sind im Durchschnitt stabil. Eine Kreditklemme ist derzeit nicht erkennbar. Die Zentralbanken, auch die EZB, haben aus den Fehlern der Bank of Japan gelernt. Die EZB etwa hat bei der letzten Überprüfung ihrer geldpolitischen Strategie am 8. Mai 2003 ausdrücklich betont, dass zum Schutz gegen Deflationsrisiken für eine ausreichende Sicherheitsmarge beim Inflationsziel zu sorgen sei. Fazit Eine milde Deflation von kurzer Dauer kann auch in Europa nicht völlig ausgeschlossen werden. Aber Krisenszenarien nach dem Vorbild Japans sind äußerst unwahrscheinlich. Gleichwohl muss die Entwicklung insbesondere in Deutschland aufmerksam beobachtet werden. Dr. Christian Kosch ist Leiter Communications im Geschäftsgebiet Investment Management der Siemens Financial Services GmbH. Fit für Fonds! Volatilität Jeder Anleger merkt sehr bald, dass ein Kapitalinvestment mehr oder weniger risikobehaftet ist. Eine der Grundaussagen der modernen Kapitalmarkttheorie, wonach eine höhere Rendite nur unter Inkaufnahme eines höheren Risikos erzielbar ist, findet sich tendenziell in der Realität bestätigt. Vernachlässigt man die übliche Zweiteilung zwischen systematischen und unsystematischen Risiken, gilt die Volatilität gemeinhin als Maß des Gesamtrisikos einer Anlage. Die Volatilität ist ein statistisches Maß für die Kursschwankungen einer Aktie oder eines Fonds über eine bestimmte Periode. Je höher die Volatilität, desto höher ist in der Regel das Risiko. Dies setzt indes voraus, dass Risiko als quantifizierbare positive und negative Abweichungen von geplanten Zielgrößen definiert wird und die Renditen zumindest annähernd normal verteilt sind. Die Berechnung der Volatilität fußt auf der Ermittlung des statistischen Streuungsmaßes der Standardabweichung. Für die SKAG Fonds werden jährliche Volatilitätszahlen berechnet. Zum 30. Juni 2003 ergab sich dabei folgendes Bild: Während SKAG Euroinvest Renten nur eine Volatilität von 4 % aufwies, liegen die Schwankungen bei den Aktienfonds um ein Vielfaches höher: SKAG Euroinvest Aktien 38 %, SKAG Weltinvest Aktien 27 % und SKAG Neue Märkte Welt 26 %. Dass die Volatilität bei den globalen Aktienfonds niedriger liegt, beruht auf dem Diversifikationseffekt. Die Volatilität kann auch anhand eines Index gemessen werden. So gibt beispielsweise der V-DAX die vom Terminmarkt erwartete Schwankungsbreite des DAX an, mit der die Anleger innerhalb der nächsten 45 Tage rechnen können. Erinnert sei daran, dass die Risikokennziffer Volatilität bei einer gut diversifizierten Anlagestrategie nicht das adäquate Risikomaß darstellt. Vielmehr ergänzt in diesem Fall unsystematische Risiken werden wegdiversifiziert der Beta-Faktor die Volatilität als Risikobarometer. Ein Beta-Faktor von 1 heißt, dass der Kursverlauf eines Fonds genau demjenigen des Gesamtmarktes entspricht. Dr. Patrick Muhl Fax 089 /

5 F O N D S K O S T E N I M F O K U S Anlegerfreundliches und transparentes Kostenmanagement Markus Thomas, SKAG Auf Basis der Wohlverhaltensregeln des BVI veröffentlicht die SKAG wie berichtet die so genannte Gesamtkostenquote (TER) seit März Die TER-Angaben werden bereits zum abgelaufenen Fondsgeschäftsjahr publiziert. Ab August 2003 werden die TER-Angaben auch in den Rechenschaftsberichten abgedruckt. Die TER-Angaben der beiden europäischen Fonds SKAG Euroinvest Aktien und SKAG Euroinvest Renten liegen zum 31. Mai 2003 bei 1,29 % bzw. 1,06 %. Die Gesamtkostenquoten aller SKAG Fonds liegen im Durchschnitt nur geringfügig über den Verwaltungsvergütungen (VVG). Gründe für diese günstige Gesamtkostenstruktur sind neben unserem effizienten Kostenmanagement, dem elektronischen Publizieren auch die geringen Kosten bei der Depotbankvergütung. Historische TER-Werte SKAG Fonds (in %) Vorteile der Gesamtkostenquote (1) Sie liefert die tatsächliche Gesamtkostenbelastung eines Fonds. (2) Sie stellt ein umfassendes Maß für die jährliche Kostenbelastung eines Fonds dar. Die TER berücksichtigt nicht nur die Verwaltungsvergütung und die Depotbankvergütung, sondern auch Prüfungskosten, Druckkosten und sonstige Kosten. (3) Sie erleichtert den Kostenvergleich unterschiedlicher Fonds und Fondsgruppen. Zu beachten ist, dass der Ausgabeaufschlag bei der TER keine Berücksichtigung findet. In der TER werden die Transaktionskosten beim Fondsmanagement nicht berücksichtigt. Da dies für alle Fonds gilt, besteht in diesem Fall keine Wettbewerbsverzerrung. Dennoch werden bei der Berechnung der Gesamtkostenquote ebenso wie bei der Wertentwicklung eventuell anfallende Ausgabeaufschläge nicht berücksichtigt. Für einen echten Vergleich bei den Gesamtkosten und der Wertentwicklung sollten Anleger also immer berücksichtigen, ob ein Ausgabeaufschlag das Anlageergebnis gedrückt hat. Auch andere Fondsgesellschaften veröffentlichen seit diesem Frühjahr immer häufiger in ihren Darstellungen die Gesamtkostenquoten (TER). Mittlerweile haben über ein Dutzend Fondsgesellschaften zu rund 700 Fonds ihre Gesamtkostenquoten gemeldet. Nach einer Studie der Consultingfirma ifa vom Mai 2003 unterscheiden sich die Gesamtkostenquoten für unterschiedliche Fondstypen erheblich. Laut der ifa-studie fallen für Aktienfonds bzw. für Rentenfonds mit Ausgabeaufschlag durchschnittlich Gesamtkosten von 1,73 % bzw. 1,08 % an. Für Fonds ohne Ausgabeaufschlag liegen die Gesamtkostenquoten jeweils um etwa einen halben Prozentpunkt höher. Die Gesamtkosten betragen laut ifa in diesen Fällen 2,24 % für Aktienfonds, 1,54 % für Rentenfonds und 0,69 % für Geldmarktfonds. TER-Angaben der SKAG am 31. Mai 2003 (Fondsgeschäftsjahr): SKAG Euroinvest Aktien: SKAG Euroinvest Renten: SKAG Weltinvest Aktien: 1,25 % p.a. VVG 1,00 % p.a. VVG 1,50 % p.a. VVG 1,37 % TER 1,06 % TER 1,56 % TER Fazit Die Gesamtkostenquote erhöht die Kostentransparenz erheblich. Sie hilft Anlegern bei ihrer Fondsanlage, neben der Wertentwicklung auch die Gesamtkosten zu vergleichen. Erfreulich für SKAG Anleger ist, dass die Gesamtkosten der einzelnen SKAG Fonds seit Jahren konstant niedrig sind und den Vergleich nicht zu scheuen brauchen, was sich letztlich auch positiv auf die Wertentwicklung auswirkt. 5

6 S E R V I C E Buchtipp Geld, Bank, Börse Das Nachschlagewerk Geld, Bank, Börse. Lexikon der Kapitalanlage von Hugo Zimmermann aus dem schweizerischen Versus Verlag ist ein fundiertes Nachschlagewerk. Auf über 470 Seiten wird nicht nur Einsteigern der Weg in die Finanzwelt geebnet, sondern selbst Profis erfahren viel Neues. Neben den Grundbegriffen der Kapitalanlage wird auch auf Spezialgebiete wie Derivate und andere strukturierte Produkte eingegangen. Die Ausführungen berücksichtigen neben den europäischen und amerikanischen Märkten auch schweizerische Besonderheiten. Der Autor vermittelt alle wesentlichen Informationen, um das Geschehen an den Finanzmärkten zu verstehen. Die Texte sind im Lexikonstil formuliert und gut verständlich. Zahlreiche Grafiken illustrieren anschaulich die Erläuterungen, auch Chart-Formationen werden plausibel dargestellt. Ein Extra-Lob verdient das Lexikon für seine übersichtliche und visuell sehr ansprechende Gestaltung. Trotz des Preises von 46,20 EUR dürften viele Privatanleger, aber auch professionelle Investoren, das Lexikon immer wieder zur Hand nehmen. Neuer Ausbildungsberuf: Investmentfondskaufmann/-frau Namensänderung: SKAG Global Growth Nach der endgültigen Auflösung des Börsensegments Neuer Markt im März 2003 hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die SKAG gebeten, den Fonds SKAG Neue Märkte Welt umzubennen. Zwischenzeitlich hat die SKAG dem BaFin den neuen Fondsnamen SKAG Global Growth vorgeschlagen und einen Antrag auf Anpassung des Verkaufsprospektes eingereicht. Die Anlagepolitik des Fonds wird weiterhin auf Wachstumsunternehmen fokussiert sein. Auch die breite regionale Streuung des Fonds auf die USA, Japan und Deutschland wird erhalten bleiben. Die Rechte der Anteilsinhaber für den Fonds mit der ursprünglichen Fondsbezeichnung SKAG Neue Märkte Welt werden nach der Namensänderung weiterhin Gültigkeit besitzen. Die Umbenennung des Wachstumsfonds in SKAG Global Growth wird drei Monate nach Genehmigung durch das BaFin in Kraft treten. Dies dürfte aller Voraussicht nach im Herbst 2003 der Fall sein. Das Wachstum und die enormen Veränderungen der Fondsbranche in den letzten Jahren haben es mit sich gebracht, dass sich die realen Aufgaben im Finanzsektor in vielen Fällen immer stärker vom ursprünglichen Berufsbild entfernt haben. Daher hat der BVI wie schon berichtet den neuen Ausbildungsberuf Investmentkaufmann/-frau initiiert. Die Ausbildungsordnung und der Rahmenlehrplan wurden von Bund und Ländern verabschiedet und die ersten Verträge mit Ausbildungsbeginn können im Sommer 2003 registriert werden. Der neue qualifizierte Ausbildungsberuf ermöglicht Schulabgängern neue Perspektiven in der Fondsbranche, die schon heute mehr als Mitarbeiter rund um das Geschäft mit Publikums- und Spezialfonds beschäftigt. Bei der Ausbildung zum/zur Investmentkaufmann/-frau steht selbstverständlich das Fachwissen um Fonds, Wertpapiere und Immobilien im Zentrum. Die Ausbildung erfolgt im dualen System, d. h. neben der theoretischen Wissensvermittlung in der Berufsschule steht die praktische Arbeit im Betrieb. Investmentkaufleute arbeiten schwerpunktmäßig im Depotgeschäft, in der Fondsbuchhaltung und im Fondscontrolling. Sie leisten bei der Verwaltung von Fonds sowie für das Fondsmanagement entscheidende und unterstützende Arbeit. Zu den Ausbildungsschwerpunkten gehören u. a. die kaufmännische Steuerung und Kontrolle von Fonds, das fondsbezogene Rechnungswesen, der Investmentprozess und das Depotgeschäft. Die Ausbildung für Investmentkaufleute dauert in der Regel bis 3 Jahre und endet mit einer Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Weitere Infos rund um den neuen Ausbildungsberuf bietet der BVI an. Schauen Sie dazu einfach im Internet unter: Impressum FondsInvestor Herausgeber: SKAG, München Redaktion: Dr. Christian Kosch, Dr. Patrick Muhl, Markus Thomas Layout: Rudi Huber Hinweise Der öffentliche Vertrieb der Investmentfonds der SKAG ist nur in Deutschland zulässig. Der Erwerb von Investmentanteilen durch Steuerausländer kann mit erheblichen steuerlichen Nachteilen verbunden sein. Ein Erwerb von Investmentanteilen durch US-Bürger ist ausgeschlossen. Genauere Informationen zu den einzelnen Fonds enthalten die jeweiligen Verkaufsprospekte mit den Vertragsbedingungen. Diese stellen die allein verbindliche Grundlage für den Erwerb dar. Die Verkaufsprospekte werden durch den aktuellen Rechenschaftsbericht bzw. den Halbjahresbericht ergänzt. Die genannten Unterlagen erhalten Sie bei der SKAG, München. Die in dieser Veröffentlichung enthaltenen Informationen beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten. Die in dieser Veröffentlichung zum Ausdruck gebrachten Informationen, Prognosen und Meinungen können sich ohne vorherige Mitteilung ändern. Sie geben die aktuelle Einschätzung der Verfasser wieder. Alle Angaben beziehen sich - falls nicht anders vermerkt - auf den Stichtag Redaktionsschluss: Die Angaben zur bisherigen Wertentwicklung beruhen auf der BVI-Methode. Vergangenheitswerte sind keine Gewähr für die Zukunft. Vermögenswerte können sowohl steigen als auch fallen. Siemens Kapitalanlagegesellschaft mbh 6

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