Freiwilligentätigkeit älterer Migrantinnen und Migranten als soziales Kapital der Schweiz

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1 Ältere Migrantinnen und Migranten in der Nachbarschaft. Das Potential sozialer Netzwerke, Paulus Akademie, 6. April 2016, Volkshaus Zürich Freiwilligentätigkeit älterer Migrantinnen und Migranten als soziales Kapital der Schweiz Prof. Dr. Markus Freitag Universität Bern Institut für Politikwissenschaft

2 *Relevanz des Themas > Das Potential sozialer Netzwerke: Soziales Zusammenleben und Miteinander als Standortvorteil: geringere Armut Einschränkung von Kriminalität Intensivierung der politischen Beteiligung Wahrung von Gesundheit und Wohlbefinden 2

3 Freiwilligkeit als Sozialkapital > Soziales Miteinander hat einen Wert «Sozialkapital» = Wert sozialer Beziehungen Sozialkapital als eine weitere Vermögensart neben den in der Ökonomie bekannten Grössen des physischen Kapitals (Geld, Wertpapiere und Sachwerte) sowie des Humankapitals (Fachwissen und können) Konten, Köpfe und Kooperationen Sozialkapital beschreibt Vorteile, die sich aus zwischenmenschlichen Beziehungen ergeben 3

4 Freiwilligkeit als Sozialkapital > Freiwilliges Engagement als freiwilliges Engagement wird allgemein jede unbezahlte Aktivität verstanden, bei der Zeit (oder Geld) aufgewendet wird, um ausserhalb des eigenen Haushaltes lebenden Person, einer Gruppe oder einer Organisation zu nutzen drei Abgrenzungen: unbezahlte Aktivität (im Gegensatz zur Erwerbsarbeit) ausserhalb des eigenen Haushaltes (im Gegensatz zur Hausarbeit) bewusste produktive Leistung (im Gegensatz zu reinen Vereinsaktivitäten oder reaktiven Leistungen) messbares Sozialkapital 4

5 Freiwilligkeit als Sozialkapital 5.5% Stunden 5

6 Freiwilligkeit als Sozialkapital Formen des freiwilligen Engagements nach Definition des Schweizer Freiwilligen- Monitors: Geld-, Naturalienund Prestigespenden Freiwilligkeit Freiwillige Arbeit Informelle Tätigkeiten Formelle Tätigkeiten Freiwillige Tätigkeit im Allgemeinen Ehrenamt im Besonderen 6

7 Unbezahlte Tätigkeiten der 50+ in Vereinen Quelle: Freiwilligen-Monitor Schweiz 2016: eigene Auswertungen 7

8 Nachbarschaftshilfe der 50+ Quelle: Freiwilligen-Monitor Schweiz 2016: eigene Auswertungen 8

9 Nachbarschaftshilfe der 50+ Tätigkeitsfelder Quelle: Freiwilligen-Monitor Schweiz 2016: eigene Auswertungen, schraffierte Balken: Angaben beruhen auf weniger als 30 Personen 9

10 Freiwilligenarbeit im Vergleich der Geschlechter Quelle: Freiwilligen-Monitor Schweiz 2016: eigene Auswertungen 10

11 Freiwilligenarbeit im Vergleich der Altersgruppen Quelle: Freiwilligen-Monitor Schweiz 2016: eigene Auswertungen 11

12 Freiwilligenarbeit im Vergleich der Bildungsstufen Quelle: Freiwilligen-Monitor Schweiz 2016: eigene Auswertungen, schraffierte Balken: Angaben beruhen auf weniger als 30 Personen 12

13 Freiwilligenarbeit im Vergleich der Verortung 13

14 Motive formeller Freiwilligenarbeit der 50+ Quelle: Freiwilligen-Monitor Schweiz 2016: eigene Auswertungen 14

15 Motive informeller Freiwilligenarbeit der 50+ Quelle: Freiwilligen-Monitor Schweiz 2016: eigenen Auswertungen 15

16 Potential freiwillig Tätiger 50+ Quelle: Freiwilligen-Monitor Schweiz 2016: eigene Auswertungen 16

17 Wünsche formell freiwillig Tätiger 50+ Adressaten: Vereine und Organisationen Quelle: Freiwilligen-Monitor Schweiz 2016: eigene Auswertungen, schraffierte Balken: Angaben beruhen auf weniger als 30 Personen 17

18 Wünsche formell freiwillig Tätiger 50+ Adressaten: Staat und Öffentlichkeit Quelle: Freiwilligen-Monitor Schweiz 2016: eigenen Auswertungen 18

19 *Fazit > Ausländische Personen 50+ sind geringer freiwillig tätig als gebürtige Schweizerinnen und Schweizer 50+ > Unterschiede nach Migrationshintergrund in Bezug auf Inhalt informeller Tätigkeit und einzelnen Merkmalen freiwillig Tätiger > Freiwilligenarbeit ist Hilfe für andere, darüber hinaus Netzwerkpflege bei Schweizerinnen und Schweizern, und Hilfe zur Selbsthilfe bei Ausländerinnen und Ausländern 19

20 Fazit > Grösseres Potential bei bei Migranten, wenn es um die Reaktivierung ehemaliger und wieder interessierter formell Freiwilliger geht > Ausländische Personen 50+ treten mit tendenziell stärkeren Forderungen an Vereine heran, wenn es um flexible Zeiteinteilung und Anerkennung geht, Mitsprache und zeitliche Begrenzung nicht so wichtig wie bei Schweizerinnen und Schweizern > Ausländische Personen 50+ wünschen sich bessere Informationen über Gelegenheiten zu freiwilligen Tätigkeiten und mehr Anerkennung 20

21 > Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 21

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