Zur Erinnerung Predigt zu 1. Korinther 15,1-11 (Ostern 2016) Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

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1 Zur Erinnerung Predigt zu 1. Korinther 15,1-11 (Ostern 2016) Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen. Liebe Gemeinde, manchmal muss man erinnert werden. An Dinge, die wichtig sind. Manchmal muss man erinnert werden, bevor etwas so in den Hintergrund rückt, dass es gar keine Rolle mehr spielt. Das hat Paulus vielleicht auch gedacht, als er im 1. Korintherbrief zu einer Erinnerung ansetzt. Ich lese 1 Kor 15, die Verse 1 bis 11: 1 Ich erinnere euch aber, liebe Brüder und Schwestern, an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch fest steht, 2 durch das ihr auch selig werdet, wenn ihr's festhaltet in der Gestalt, in der ich es euch verkündigt habe; es sei denn, dass ihr umsonst gläubig geworden wärt. 3 Denn als Erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; 4 und dass er begraben worden ist; und dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift; 5 und dass er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zwölfen. 1

2 6 Danach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch heute leben, einige aber sind entschlafen. 7 Danach ist er gesehen worden von Jakobus, danach von allen Aposteln. 8 Zuletzt von allen ist er auch von mir als einer unzeitigen Geburt gesehen worden. 9 Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, dass ich ein Apostel heiße, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. 10 Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. 11 Es sei nun ich oder jene: so predigen wir und so habt ihr geglaubt. (Gebet) Liebe Gemeinde, manchmal muss man erinnert werden. An Aufgaben, die noch zu erledigen sind, Hausaufgaben, oder Konfi- Praktikum. Oder an Termine, die man vereinbart hat. Oder an ein Versprechen, das man gegeben hat: Ich will immer für dich da sein! oder Du kannst dich immer auf mich verlassen! Manchmal muss man erinnert werden. An unsere Taufe müssen wir manchmal erinnert werden. Weil da etwas Wichtiges passiert ist: Da sind wir hineingetauft worden in 2

3 die Gemeinschaft derer, die zu Jesus Christus gehören. Das ist keine Nebensache, sondern ein entscheidendes Kapitel in unserer Biografie. Manchmal müssen wir erinnert werden an das, was wir uns einmal zu glauben vorgenommen haben, an das, was in unserem Leben gelten soll. Paulus tut das in seinem Brief an die Korinther: Ich erinnere euch an das Evangelium, die Gute Nachricht von Jesus Christus. Ich habe sie euch verkündigt. Ihr habt sie angenommen und zur Grundlage eures Lebens, eures Glaubens, eurer Hoffnung gemacht. Es schadet nicht, wenn ich euch nochmal daran erinnere und euch nochmal sage, was denn der Inhalt dieser Guten Nachricht ist. Und jetzt zählt Paulus auf. Was glauben Christen? Erstens: Jesus Christus ist gestorben für unsere Sünden. Damit beginnt er. Nicht mit Weihnachten, nicht mit den Wundern Jesu, nicht mit Palmsonntag oder dem letzten Abendmahl, sondern mit Karfreitag: Jesu Sterben, stellvertretend für uns zur Vergebung unserer Sünde. Das heißt nicht, dass es für Paulus egal ist, was Jesus vor seinem Tod gesagt und getan hat. Nein, aber wenn er das Evangelium in kurzen Sätzen zusammenfassen soll, 3

4 dann beginnt er bei Karfreitag, mit dem Tod Jesu. Und um zu betonen, dass Jesus wirklich tot war, kein Schein-Tod, keine Trickserei, ergänzt Paulus: und dass er begraben worden ist. Dass Jesus nach seinem Tod begraben wurde, hat für Paulus aber noch eine tiefere Bedeutung, und zwar im Blick auf die Taufe. In zwei anderen Briefen schreibt er: Wir wurden mit Jesus zusammen begraben durch die Taufe. Bei der Taufe wird symbolisch der alte Mensch unter Wasser getaucht, so als ob er begraben wird. Und anschließend taucht der neue Mensch wieder auf Auferstehung. Und genau so geht es weiter mit der Zusammenfassung der Guten Botschaft. Das Evangelium, an das Paulus die Korinther erinnert, ist das Evangelium vom gekreuzigten Christus. Das ist der erste Teil. Und dann folgt der zweite Teil: Ich habe euch verkündigt, dass Christus auferstanden ist. Und auch die Auferstehung Jesu war keine Einbildung, keine Fata Morgana, sondern Paulus ergänzt: und dass er gesehen wurde von Petrus, von den 12 Jüngern, von mehr als 500 4

5 Brüdern, von Jakobus und schließlich von mir, von Paulus selbst. Und um zu verdeutlichen, dass er keine Märchen erzählt, bemerkt Paulus fast beiläufig, dass die meisten dieser Augenzeugen noch leben. Das heißt: Ihr könnt sie fragen. Sie können es bezeugen: Jesus ist auferstanden. Ihr habt allen Grund, Ostern zu feiern. Wenn Paulus das so betont, dass Jesus als Auferstandener von so vielen gesehen wurde, dann wird eines deutlich: Es handelt sich hier nicht um eine Idee vom ewigen Leben, um ein Gedankengebäude, eine religiöse Theorie oder eine schöne Volkserzählung. Nein, es handelt sich um ein tatsächliches Geschehen. Die Auferstehung ist Tatsache. Wirklich passiert. Natürlich ein Wunder, natürlich nicht beweisbar mit wissenschaftlichen Methoden. Aber dennoch Realität. Und diese Realität der Auferstehung Jesu wird nun zur Botschaft, zur Botschaft vom gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus. Und diese Botschaft wird verkündigt. Und geglaubt. Wodurch? Allein durch Gottes Gnade. Dadurch, dass er diese Botschaft in unsere Herzen schreibt und wir dankbar erkennen: Das ist gute Nachricht für mich. 5

6 Gute Nachricht, die mein Leben verändert, neu macht. Gute Nachricht, die Hoffnung weckt und die Liebe groß macht. Bis heute. Es lohnt sich allemal, an diese gute Nachricht immer wieder erinnert zu werden: Jesus lebt, mit ihm auch ich. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt, und wir auch mich von den Toten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen. 6

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