Interdisziplinäre Zusammenarbeit bei chronisch kranken Patienten Wunsch und Realität aus der Sicht des Hausarztes

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1 Interdisziplinäre Zusammenarbeit bei chronisch kranken Patienten Wunsch und Realität aus der Sicht des Hausarztes Dr. med. Alexander Minzer, Hausarzt, Rothrist Präsident der Schweizerischen Akademie für Psychosomatische und Psychosoziale Medizin SAPPM Public Health Conference 2013, , Zürich

2 by Jan Tomaschoff

3 by Jan Tomaschoff

4 VIDEO

5 Interdisziplinäre Zusammenarbeit bei chronisch kranken Patienten Wunsch und Realität aus der Sicht des Hausarztes Definition?

6 Chronisch Langsam sich entwickelnd, schleichender Verlauf, von langer Dauer (Roche Lexikon/Duden) Krank im körperlichen oder geistigen Wohlbefinden beeinträchtigt, gestört; physisch oder psychisch leidend, nicht gesund (Duden)

7 Was bedeutet chronisch krank für den Patienten?

8 Tod Schmerzen Medikamente Angehörige IV Armut Pflege Angst psychisches Leiden Isolation Quelle:

9 Was bedeutet chronisch krank für den Hausarzt?

10 KOSTEN! Kontakt mit Sozialamt Zeugnisse und Berichtwesen Polymedikation Kommunikation mit Spital Physiotherapieverordnungen Kommunikation mit Spitex Psychische Comorbidität Mehr Zeit für ärztliches Gespräch Hausbesuche Multimorbidität Zeit für Angehörigengespräche Formularwesen mit Versicherungen

11 Realität

12 Ein Hausarzt ist: - Für den Patienten meist die erste Anlaufstelle bei medizinischen Problemen - bei gewissen Versicherungsmodellen (Hausarztmodell) ist er sogar zwingend die erste Anlaufstelle, Gatekeeper - Wenn nötig veranlasst der Hausarzt nach ersten eigenen Abklärungen die Überweisung zum Spezialisten oder ins Spital. - In weitaus den meisten Fällen kann er das gesundheitliche Problem aber alleine lösen. Quelle: www. hausärzteschweiz.ch

13 - Zentral: Vertrauensbeziehung. - Hausarzt kennt seinen Patienten seit Jahren oder gar Jahrzehnten. - Akute Beschwerden kann er deshalb in Zusammenhang zu früheren Krankheiten setzen und sich dadurch ein Gesamtbild vom gesundheitlichen Zustand seines Patienten verschaffen. Diese Möglichkeiten hat der Spezialist kaum. Quelle: www. hausärzteschweiz.ch

14 - Besserer Zugang zum Patienten als der Spezialist, bei persönlichen Problemen oder Konflikten aufgrund: * Kenntnis der persönlichen Situation * Vertrauen der Patienten aufgrund des jahrelangen Kontaktes - Bei akuten und chronischen, schweren Erkrankungen sind viele Hausärzte auch heute noch bereit zu Hausbesuchen! Quelle: www. hausärzteschweiz.ch

15 Hausarzt = Spezialist zur Behandlung von chronisch kranken und polymorbiden Patienten! Quelle: www. hausärzteschweiz.ch

16 Zahlen!

17 Bedarf an Hausärzten Statistische Zahlen für die Schweiz: Pro 1000 Einwohner Hausarzt Spezialarzt Die Zahl der Hausärzte hat zwischen kaum zugenommen, seit 2000 ist sie gar rückläufig! Die Zahl der Spezialisten hat im gleichen Zeitraum um rund 50 Prozent zugenommen! Quelle: www. hausärzteschweiz.ch

18 Um die heutige Zahl der Hausärzte halten zu können, wären jährlich 160 neue Hausärzte erforderlich! Im Durchschnitt der letzten 10 Jahre waren es effektiv jeweils weniger als 120! Das Ziel sollte gemäss Empfehlung OECD Health Projekt für ein hausarztzentrisches Gesundheitswesen sein: 1 Hausarzt auf 1'000 Einwohner! Für die Schweiz würde dies eine erforderliche Zahl von 7'700 Hausärzten bedeuten. Um dieses Ziel erreichen zu können, müssten jährlich 270 neue Hausarztpraxen eröffnet werden! Quelle: www. hausärzteschweiz.ch

19 Netzwerk des Hausarztes: Spitex Sozialamt Spital Pflegeheim Spezialärzte Angehörige Arbeitgeber Schule Psychoonkologie

20 Spitex Sozialamt Spital Pflegeheim? Spezialärzte Angehörige Arbeitgeber Schule Psychoonkologie

21 Wunsch

22 Was fehlt aus der Sicht des Hausarztes? -> Raschere und einfache Kommunikationswege mit - Spital - Spitex - Psychoonkologie - Sozialamt

23 -> 24h-Spitex -> Pflegeplätze (Tageskliniken) -> Angehörigenberatungsstellen -> Anlaufstellen für spezifische, chronische Erkrankungen -> Heimbetreungsangebote -> Geld, Geld, Geld.. -> Und nicht zuletzt: Hausärzte!

24 VIDEO -vom-leben-und-seinennebenwirkungen?id=e075cae3-d1a d4333fd993cc

25 Zum Mitnehmen: Realität: - Hausärztemangel - DRG - Kostendruck - Ländliche Regionen wenig Angebote an Patienten- und Angehörigenanlaufstellen - Ländliche Regionen - > soziales Netzwerk in der Regel besser als in der Stadt - Langsame Kommunikationswege - Leerläufe Wunsch: - 24h-Spitex - Tageskliniken - Geld - Integration von bio-psycho-sozialen Modellen im Handeln

26 Vielen Dank!

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