18 Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich will Jerusalem zur Wonne machen und sein Volk zur Freude,

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1 Jes 65, Verheißung eines neuen Himmels und einer neuen Erde 17 Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird. 18 Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich will Jerusalem zur Wonne machen und sein Volk zur Freude, 19 und ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens. 23 Sie sollen nicht umsonst arbeiten und keine Kinder für einen frühen Tod zeugen; denn sie sind das Geschlecht der Gesegneten des HERRN, und ihre Nachkommen sind bei ihnen. 24 Und es soll geschehen: Ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch reden, will ich hören. 25 Wolf und Schaf sollen beieinander weiden; der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind, aber die Schlange muss Erde fressen. Sie werden weder Bosheit noch Schaden tun auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der HERR. 1

2 Liebe Geschwister, Dortmund-Asseln, das trübe November Wetter stimmt uns ein auf die traurigen Ereignisse des zuende gehenden Jahres. Heute denken wir an all die Menschen, die nicht mehr unter uns sind, weil sie verstorben sind und natürlich denken wir ganz besonders an unsere Lieben, die wir vermissen, vor allem an die Geschwister, die nicht mehr unter uns sind, weil sie heimgegangen sind. Und so traurig es für uns ist, Abschied zu nehmen, so weist doch schon das Wort "heimgehen", darauf hin, dass für Christen der menschliche Tod nicht nur ein trauriges Ereignis ist. Es gibt ein Leben nach dem Tod. Und darum sagen wir ja auch nicht zum heutigen Sonntag "Totensonntag", sondern "Ewigkeitssonntag". Weil Jesus Christus Mensch geworden ist, weil er die Schuld von uns allen auf sich genommen hat, darum brauchen wir keine Angst vor dem Tod zu haben, denn Jesus Christus hat durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung von den Toten den Tod überwunden und ihm damit seine Macht genommen. Aber trotzdem leben wir noch in dieser Welt, die von Gott abgefallen ist und so viele dunkle Seiten hat, die uns bedrücken. Und die in dieser dunklen Jahreszeit uns möglicherweise stärker bewusst ist als sonst. 2

3 Auch der Prophet Jesaja kennt diese dunklen Seiten hier auf der Erde, möglicherweise sogar noch stärker als wir sie kennen. Aber zugleich gibt uns Jesaja auch einen prophetischen Einblick in eine Welt, die das Leid, das wir noch jetzt hier auf der Erde aushalten müssen, überwunden hat. Jesaja spricht in unsere Trauer hinein, indem er uns mit hinein nimmt in Gottes Ewigkeit. Ja, das brauchen wir heute. Was für ein grandioses Zukunftsbild! Fast zu schön um wahr zu sein. Lauter helle Farben auf dunklem Hintergrund! All das Dunkle an Leid und Leiden, all das, was es in unserem Leben an Kummer und Sorgen gibt, das weicht im Blick auf diese Vision. Gott sagt: "Ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein Volk." Man soll nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens. Ja, da klingt es an, was uns begegnet, wenn wir heute über den Friedhof gehen und den Gang zu den Gräbern der verstorbenen Lieben machen. In diesen trüben Tagen empfinden wir ohnehin die Dunkelheiten des Lebens stärker als sonst im Ablauf des Jahres. 3

4 All diese Fragen: Weshalb...? Warum so schnell und überraschend...? Ist es nicht viel zu früh? Gott tröstet uns durch sein Wort, das er seinen Propheten in den Mund legt. Jesaja greift mitten hinein in das Leben von uns Menschen. Er nennt all die schweren Lasten und Kümmernisse mit Namen. Hier ein kleines Kind, schon kurz nach der Geburt gestorben Und wir denken auch an die vielen Kinder, die bei uns in Armut leben, einem grausamen Gewaltverbrechen zum Opfer fallen, oder gar nicht erst zur Welt kommen, weil ihre eigenen Eltern sich gegen das Leben der Kinder und für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden haben. Oder auch die vielen Kinder in Afrika, die Tag für Tag den Hungertod sterben. Wie wohltuend ist es da, auf die Worte der Verheißung von Jesaja zu hören: "Sie sollen nicht umsonst arbeiten und keine Kinder für einen frühen Tod zeugen; denn sie sind das Geschlecht der Gesegneten des HERRN, und ihre Nachkommen sind bei ihnen. Und es soll geschehen: Ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch reden, will ich hören." In 2 1/2Jahrtausenden hat sich zwar vieles verändert, aber leidvolle Schicksalsschläge erleben wir Menschen nach wie vor. "Sie sollen nicht umsonst arbeiten." Verheißt Jesaja Und wie viele Menschen haben immer wieder vor dem bitteren Umsonst gestanden. Die Opfer der Kriege, der Naturkatastrophen, wie dem Tsunami oder der Dürrekatastrophen in Afrika, oder auch die Opfer der Ausschreitungen in Frankreich! Jesaja greift das menschliche Leid auf, aber seine Bilder gehen über die Menschenschicksale hinaus und sie beziehen auch die Tierwelt mit ein. 4

5 Auch auf den Bergen Israels und in den Wäldern von Juda gilt das Gesetz von: "Jenseits von Eden": Fressen und gefressen werden Der eine ist des anderen Wolf. Das Schaf ist die Beute des Löwen. Die Gewalt des Stärkeren setzt sich durch. Auf allen Kreaturen lastet die größte Störung seit dem Ende des Paradies. Paulus sagt daher Römer 8, 20ff: "Die Schöpfung ist ja unterworfen der Vergänglichkeit - ohne ihren Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat -, doch auf Hoffnung; denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes." Bereits der Prophet Jesaja sieht am Horizont der Geschichte die Wende. "Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird." Der lebendige Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde, er will das Neue schaffen, weil er immer und bleibend am Werk ist! Und mit dem kommen Jesu in unsere Welt hat diese Neuschöpfung bereits begonnen. 5

6 Jesus ist der neue Mensch, der neue Adam, Paulus sagt: Römer 5, 18: "Wie nun durch die Sünde des Adam die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit von Jesus, dem neuen Adam für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt." 1.Kor 15,22 22 "Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden." Im Glauben an den von den Toten Auferstandenen Jesus Christus gehen wir dem ewigen Leben entgegen und da gibt es ein freudiges Wiedersehen mit all denen, die schon bei Jesus sind. Aber noch leben wir hier auf der Erde mit all unserer Traurigkeit und unseren Fragen, die der heutige Sonntag bei uns hervor ruft. In "Idea" stand ein Interview mit dem Präses der rheinischen Kirche Nikolaus Schneider. Er verlor vor einigen Jahren seine jüngste Tochter, die im Alter von 22 Jahren an Leukämie starb. Der Präses der rheinischen Kirche sagt voll Zuversicht: "Ich werde meine Tochter in der Ewigkeit wiedersehen." Aber trotz dieser Zuversicht sagt er auch ganz offen und ehrlich, wie schwer es ihm fällt, den Verlust seiner Tochter zu verkraften! "Ich habe meinen Vater beim Sterben begleitet und als Gemeindepfarrer an vielen Sterbebetten gesessen. Aber wenn das eigene Kind stirbt, ist es ein Stück weit, als wenn man selbst stirbt." Und er sagt weiter: "Wir hatten viele Male um Heilung gebetet und auch immer wieder den Eindruck, dass dieses Gebet erhört worden war. Sowohl nach der Chemotherapie als dann auch nach der Rückenmarkstransplantation hieß es: 'Sie sei geheilt' Aber nach nur 5 Wochen da war der Krebs schon wieder da." Wenn wir beten und Gott dann doch anders entscheidet, dann kann das für uns ganz besonders schmerzlich sein. 6

7 Präses Schneider gibt zu, dass es ihn schmerzt, dass Gott anders entschieden hat und er stellt sich die Frage: "Warum hat Gott meine Tochter mit nur 22 Jahren sterben lassen?" Er hätte doch die Macht gehabt sie zu heilen! Warum ließ er dieses Auf und Ab zu? Aber Nikolaus Schneider sagt auch, dass für seine Tochter im Umgang mit ihrer Krankheit und ihren Schmerzen besonders die im Neuen Testament beschriebene Erfahrung von Jesus am Kreuz ihr zum Trost wurde. Denn da zeigt sich, dass der Gott, an den wir glauben, nicht ein ferner Gott ist. Gott wurde Mensch in Jesus Christus. Und Jesus kennt wie kein Anderer unsere Tiefen, unsere Verzweiflung, unsere Hilflosigkeit und unsere Schmerzen. Und selbst wenn wir an unsere Grenzen des Glaubens stoßen und uns die Wege Gottes unverständlich zu sein scheinen dann sollten wir daran denken, dass auch Jesus Momente der Gottesferne erfahren hat. Aber, und das richtet uns wieder auf, Jesus hat durch seine Auferstehung von den Toten die Gottesferne überwunden! Auch wenn wir jetzt noch hier auf der Erde leben und wir immer wieder vor Situationen stehen, die uns schwer zu schaffen machen, wir dürfen schon jetzt mit Jesaja den Blick in eine gute Zukunft richten, denn es wird einen neuen Himmel und eine neue Erde geben. Eine Welt, in der es weder Leid noch Traurigkeit gibt. 7

8 Die Schau des Propheten Jesaja von einem neuen Himmel und einer neuen Erde hat auch Johannes auf der Insel Patmos und er führt sie noch weiter aus. Johannes sagt (Offenbarung 21, 1): "Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: 'Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen!' Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein..." Liebe Geschwister, denken wir daran, dass all das Leid, was es hier auf der Erde gibt, ein Ende hat. Wir Menschen können das Leid, was es hier auf der Erde gibt, zwar oft lindern, aber wir können es niemals völlig beseitigen. Aber Gott selbst, der in Jesus Christus bereits am Kreuz von Golgatha das Leid von uns Menschen auf sich genommen hat, er wird einen neuen Himmel und eine neue Erde erschaffen und da wird es kein Leid mehr geben. Danken wir Jesus dafür, dass er uns mit Gott versöhnt hat und dass wir im Glauben an ihn einer guten Zukunft entgegen gehen. Amen Lied 711, Lobpreiset unsern Gott, 1-5 Prediger: E. Röhricht 8

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