Datenschutz & Datensicherheit

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1 Datenschutz & Datensicherheit IT und Haftungsfragen 1

2 Vorstellung Holger Filges Geschäftsführer der Filges IT Beratung Beratung und Seminare zu IT Sicherheit, Datenschutz und BSI Grundschutz Lizenzierter Auditor für IT Grundschutz durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik 2

3 Abgrenzung von Datenschutz und Datensicherheit Datenschutz Datenschutz ist der Schutz des Menschen und seiner persönlichen Daten vor Missbrauch durch Andere Nicht Schutz der Daten, sondern Schutz der Personen über die die Daten etwas aussagen Datensicherheit Datensicherheit ist der Schutz aller Daten eines Unternehmens vor unbefugter und unberechtigter Nutzung Betrifft die Sicherheit der Daten, nach den Kriterien Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität 3

4 Warum IT Sicherheit? IT nimmt immer größeren Stellenwert im Unternehmen ein Abhängigkeit von der IT nimmt zu Wilde IT Strukturen bergen unüberschaubare Risiken für die Unternehmens IT 4

5 Rechtliche Rahmenbedingungen für IT Bundesdatenschutzgesetz GoBS / GdPDU Aktiengesetz / KonTraG Basel II 5

6 Bundesdatenschutzgesetz Regelt den Umgang mit personenbezogenen Daten, u.a. in der freien Wirtschaft, z.b. Beachtung der Datensparsamkeit Regelt die Datenschutzkontrolle durch betriebliche Datenschutzbeauftragte und Aufsichtsbehörden Sieht Geldbußen und Strafen für Verstöße vor (z.b. bei Nichtbestellung eines betr. DSB Geldbuße bis ) 6

7 Betrieblicher Datenschutzbeauftragter Bestellung notwendig, sobald mehr als vier Mitarbeiter mit der automatisierten Verarbeitung personenbezogener Daten beschäftigt sind Aufgaben: Kontrolle der Einhaltung des Datenschutzes und der technischen Maßnahmen zur Datensicherung 7

8 Ohne Datensicherheit gibt es keinen Datenschutz! In 9 BDSG fordert der Gesetzgeber technische Maßnahmen zur Sicherung der Daten: Zutrittskontrolle Zugangskontrolle Zugriffskontrolle Weitergabekontrolle Eingabekontrolle Auftragskontrolle 8

9 GoBS Grundsätze ordnungsmäßiger DV-gestützter Buchführungssysteme (GoBS) Vorschriften u.a. zur Datensicherheit, Dokumentation, Prüfbarkeit und Datenwiedergabe. Prüfungsstandard IDW PS 330: Abschlussprüfung bei Einsatz von Informationstechnologie 9

10 GDPdU Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen Recht der Finanzbehörden zum elektronischen Datenzugriff auf die steuerlich relevanten Daten der Steuerpflichtigen Pflicht der Steuerpflichtigen, die Daten vorschriftsmäßig zugreifbar zu machen 10

11 Aktiengesetz Unternehmen sind verpflichtet, "geeignete Maßnahmen zu treffen, insbesondere ein Überwachungssystem einzurichten, damit den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen früh erkannt werden", 91 Absatz 2 des Aktiengesetztes. bezieht sich auch auf die Informationstechnologie Anwendung auch auf Kommanditgesellschaften auf Aktie 11

12 KonTraG Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich Persönliche Haftung von Vorstand und Geschäftsführern Unternehmensleitungen wird gezwungen, ein unternehmensweites Früherkennungssystem für Risiken einzuführen und zu betreiben Aussagen zu Risiken und Risikostruktur des Unternehmens im Lagebericht des Jahresabschlusses der Gesellschaft zu veröffentlichen. 12

13 Basel II Beurteilung der voraussichtlichen wirtschaftlichen Fähigkeit eines Kreditnehmers durch ein Rating Verfahren, Beurteilung der qualitativen Indikatoren eines Unternehmens, wie z.b. Managementqualität, verwendete Controlling- und Risikomanagementsysteme. Die Sicherheit der Unternehmens-IT ist hier Rating Faktor 13

14 Wer haftet? Für die Einhaltung der Datenschutzgesetze und anderer Rechtsvorschriften ist die Geschäftsführung verantwortlich Für Schäden ist die Geschäftsführung persönlich haftbar 14

15 Wie kann Datensicherheit erreicht werden? IT Sicherheit muss organisiert werden IT Sicherheit ist keine rein technische Aufgabe, sondern umfasst auch infrastrukturelle, organisatorische und personelle Aspekte IT Sicherheit muss in alle Prozesse des Unternehmens implementiert werden 15

16 BSI Grundschutzhandbuch - Standard für IT Sicherheit ( 1 / 2) Herausgegeben vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Die Umsetzung des IT Grundschutz kann direkt vom BSI zertifiziert werden Das Grundschutz Zertifikat umfasst auch die Anforderungen an IT Sicherheit nach ISO

17 BSI Grundschutzhandbuch - Standard für IT Sicherheit ( 2 / 2) Kostenlose Verteilung auf CD ROM und im Internet In deutscher Sprache verfügbar Umfang: rund 2900 Seiten (modular aufgebaut) Pauschale Standardrisiken keine Risikoanalyse Konkrete Maßnahmeforderungen 17

18 Schritte zum Grundschutz Zertifikat - Initiierung des Sicherheitsprozesses Zusammenstellung des IT Sicherheitsmanagement-Teams Erstellung der IT Sicherheitsleitlinie, in der sich die Bedeutung der IT für das Unternehmen widerspiegelt Einschätzungen des Sicherheitsbedürfnisses der Institution 18

19 Schritte zum Grundschutz Zertifikat - Strukturanalyse Analysieren der Struktur des zu betrachtenden IT Verbundes Erstellung der notwendigen Dokumentation, sofern noch nicht vorhanden Netzpläne Inventarlisten von Systemen und Anwendungen und deren Daten Gruppierung gleichartiger Systeme 19

20 Schritte zum Grundschutz Zertifikat Definition Schutzbedarfskategorien Normal: Die Schadensauswirkungen sind begrenzt und überschaubar Hoch Die Schadensauswirkungen können beträchtlich sein Sehr Hoch Die Schadensauswirkungen können existentiell bedrohlich sein 20

21 Schritte zum Grundschutz Zertifikat - Schutzbedarfsfeststellung Ermittlung des Schutzbedarfs der verarbeiteten Daten und deren Anwendungen Ermittlung des Schutzbedarfes der IT Systeme entsprechend dem Schutzbedarf der darauf verarbeiteten Daten Ermittlung des Schutzbedarfes der Räume entsprechend dem Schutzbedarf der darin befindlichen IT Systemen 21

22 Schritte zum Grundschutz Zertifikat - Modellierung Vergleich zwischen dem zu betrachtenden IT System und den Bausteinen des Grundschutzhandbuches Grundschutzhandbuch enthält Bausteine für typische Elemente von IT Verbünden Auch Bausteine im organisatorischen, infrastrukturellen und personellen Bereich 22

23 Auswahl organisatorische Bausteine Sicherheitsmanagement Organisation Personal Notfall-Vorsorgekonzept Datensicherungskonzept Computer- Virenschutzkonzept Kryptokonzept Incident Handling Hard- und Software- Management Standardsoftware Outsourcing Archivierung 23

24 Auswahl technische Bausteine Gebäude Verkabelung Büroraum Serverraum Tragbarer PC PC mit wechselnden Benutzern Windows NT Windows 95 Windows

25 Inhalt der Bausteine Gefährdungskataloge Höhere Gewalt Organisatorische Mängel Menschliche Fehlhandlungen Technisches Versagen Vorsätzliche Handlungen Maßnahmenkataloge Infrastruktur Organisation Personal Hardware/Software Kommunikation Notfallvorsorge 25

26 Schritte zum Grundschutz Zertifikat - Basis Sicherheits-Check Soll-Ist Vergleich der tatsächlich vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen mit den Vorgaben aus den Bausteinen des IT Grundschutzhandbuches. Feststellung, welche Maßnahmen zur Verbesserung der IT Sicherheit noch nicht oder nur teilweise umgesetzt wurden bzw. welche Maßnahmen entbehrlich sind 26

27 Schritte zum Grundschutz Zertifikat - Realisierungsplanung und Umsetzung Festlegung der Umsetzungsreihenfolge Bestimmung von Verantwortlichen für Umsetzung und Kontrolle der Umsetzung Umsetzung aller in den Bausteinen des Grundschutzhandbuches geforderten Maßnahmen 27

28 Zertifikat Wenn alle Maßnahmen umgesetzt sind, kann ein Audit erfolgen Auditbericht muss durch BSI lizenzierten Auditor erstellt werden BSI prüft den Auditbericht und vergibt, bei positivem Ergebnis, das Grundschutzzertifikat 28

29 Aufrechterhaltung der IT Sicherheit Grundschutzhandbuch verlangt Implementierung von IT Sicherheit in alle relevanten Prozesse Re-Zertifizierung nach 2 Jahren notwendig 29

30 Vorteile zertifizierte IT Sicherheit Erhöhung der Rechtssicherheit Einhaltung der technischen Maßnahmen zur Sicherung personenbezogener Daten gemäß BDSG Verbessertes IT Management, dadurch mittelfristige Kostenersparnis, z.b. durch Wegfall redundanter Aufgaben der IT Abteilung 30

31 Haben Sie noch Fragen? Ende 31

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