Der hydraulische Abgleich der Heizung

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1 Der hydraulische Abgleich der Heizung - Warum und welchen Nutzen bringt das? - Wer verlangt ihn? Warum soll ich das machen? Meine Heizung wird doch warm! Oder kann da doch etwas sein? Bei unserm Sohn oben im Dachgeschoss am Ende der Heizung wird das Zimmer im Winter schlecht warm. Da rufen wir doch einmal den Heizungsbauer an. Der kommt, der Monteur schaut sich die Umwälzpumpe an und schlägt vor, eine größere Umwälzpumpe einzubauen. Die Pumpe fördert mehr Wasser und hat einen höheren Pumpendruck. Der Kunde beauftragt den Einbau der neuen größeren Umwälzpumpe. Schnell ist sie eingebaut. Das Zimmer bei unserem Sohn oben wird jetzt prima warm. Jetzt haben wir aber Geräusche an den Thermostatventilen. Das kommt durch den erhöhten Pumpendruck. Dafür ist es aber warm. Das hat aber noch eine weitere Sache zur Folge außer den Geräuschen. Die neue größere Umwälzpumpe verbraucht ohne hydraulischen Abgleich 4 bis 5 mal so viel Strom. Also erhöhte Stromkosten. Eine nicht hydraulisch abgeglichene Heizung hat meist nur eine Temperaturspreizung von Vorzum Rücklauf von ca. 3 bis 6 C. Das hat bei Brennwertkesselanlagen einen gravierenden energietechnischen Nachteil. Ein Brennwertkessel kann die Wirkungsgraderhöhung vom NT- Kessel 85 % HS (95 % HI) zu 98 % HS (109 % HI) nur dann erbringen, wenn die Kondensationswärme im Abgas mit ausgenutzt werden kann. Das ist bei Gaskesselanlagen nur unter einer Rücklauftemperatur von 57 C und bei Öl nur unter 47 C möglich. Sind die Rücklauftemperaturen höher, arbeitet der Brennwertkessel nur als Niedertemperaturkessel. Was erhöhte Brennstoffkosten zur Folge hat. Eine Heizung, die nicht hydraulisch abgeglichen ist, sieht vom Temperaturverlauf im Rohrnetz zum Haus und in den Heizkörpern wie folgt aus. Das Heizungswasser geht den Weg des geringsten Widerstandes. Also nahe der Kesselanlage bzw. der Umwälzpumpe. Am Ende der Heizung kommt nur noch wenig an, wie man rechts oben am blau eingefärbten Heizkörper sehen kann.

2 Eine hydraulisch abgeglichene Heizung. Alle Heizkörper werden vom ersten bis zum letzten oben rechts gleichmäßig durchströmt. Damit dieses so funktioniert ist ein hydraulischer Abgleich der Heizung erforderlich, sowohl beim Altbau, Neubau als auch bei der Modernisierung der Heizung mit einem neuen Brennwertkessel. Das Rohrleitungsnetz wird mit den Heizkörpern und den neuen einstellbaren Thermostatventilen in Verbindung mit der Heizlast nach DIN EN ggf. alternative Verfahren vom Raum berechnet. Das Ergebnis sind die Einstellwerte der neuen Thermostatventile am Heizkörper, die zu installieren sind und das Heizungswasser im Rohrnetz gleichmäßig zu den Heizkörpern nach bedarf verteilen. Da von jedem Raum die heutige Heizlast gerechnet wird (die ist bei Altbauten heute meist kleiner geworden durch energietechnische Sanierungsmaßnahmen wie z.b. Fenster) und der Heizkörper mit seiner Heizleistung neu ausgelegt wird, ergibt sich ein Volumenstrom an Heizungswasser Vor- zum Rücklauf womit der Heizkörper versorgt werden muss, um die Raumheizlast zu erbringen. Daraus wiederum ergibt sich eine Einstellung vom Thermostatventil für jeden Heizkörper. Die Einstellung am Thermostatventil sollte so verstanden werden, das dies eine Drossel ist, die das notwendige Heizungswasser für die Raumheizlast des Heizkörpers dem Heizkörper gezielt bei einem Pumpendruck zuführt. Das ganze kann von Hand gerechnet werden. Dies ist mühselig und zudem noch ungenau. Dafür gibt es computerunterstützte Programme die dies sehr gut und professionell erstellen und berechnen. Die Folge ist, dass alle Heizkörper gleichmäßig vom ersten bis zum letzten durchströmt werden, eine Temperaturspreizung vom Vor- zum Rücklauf 20 C erreicht wird und das bei geringster Pumpendruckförderhöhe. Folglich geringerer Stromverbrach von 7 bis 9 W bei einer neuen Hocheffizient- Umwälzpumpe. Aber auch der Brennwertkessel arbeitet immer im optimalen Brennwertnutzbereich da das Abgas vom Brenner durch den kalten Rücklauf immer optimal zum Kondensieren kommt. Da wird die Kondensationswärme vom NT Kessel 85 % HS (95 % HI) Wirkungsgrad zum Brennwertkessel 98 % HS (109 % HI) optimal ausgenutzt.

3 Wirtschaftlichkeit: Der hydraulische Abgleich der Heizung und die technischen Folgen Heizung ϑ V-R ϑ V-R V P Pumpe Strom (KW) ( C) ( C) (ltr./h) (m bar) (W) ( /a) Soll alt ,20 Ist alt ,85 Soll neu ,23 Stromkostenersparnis 56,62 Kein hydraulischer Abgleich des einzelnen Heizkörpers (KW) ( C) ( C) (ltr./h) Einstellung am Ventil Heizkörper 1 2, keine Heizkörper 2 1, keine Heizkörper 3 0, keine Heizkörper 4 0, keine Heizkörper 5 2, keine Der hydraulische Abgleich des einzelnen Heizkörpers (KW) ( C) ( C) (ltr./h) Einstellung am Ventil Heizkörper 1 2, Heizkörper 2 1, Heizkörper 3 0, Heizkörper 4 0, Heizkörper 5 2,

4 Kein hydraulischer Abgleich der Heizung und die technischen Folgen nach Kennwerten VDI 3808 die Nutzer und Anlagenbedingt abweichen können Energieverlust Raumtemperaturerhöhung je 1 C bei alten Thermostatventilen und Heizung nicht abgeglichen 1 6,00% 6,00% Kessel Abgasverlust je 10 C erhöhter Abgastemperatur 2 0,60% 1,20% Kessel Strahlungsverluste je 10 C erhöhter Temperatur 2 0,25% 0,50% Verteilungsverluste je 10 C über Rohre und Heizkörper 1,4 1,50% 2,10% Verlust des Brennwertnutzens weil das Abgas nicht kondensiert. Der Taupunkt bei Gas ist unterhalb 57 C und bei Öl 47 C 5% bis 10% 5,00% Durch den hydraulischen Abgleich ist eine Energieeinsparung von ca. 5 bis 15 % möglich 14,80% Vorlauf - Rücklauf zum Kessel C Temperaturspreizung 20 C bei Gas ist der Brennwertnutzen immer sichergestellt Energieverbrauch (KWh/Jahr) Energieeinsparung (%) Energieverbrauch nach hydraulischem Abgleich (KWh/Jahr) Preis (KWh) Heizungskosten (pro Jahr) ,0% , ,8% , Heizkostenersparnis möglich 266 Stromersparnis möglich 56,62 Energiekostenersparnis insgesamt möglich im Jahr 322,66

5 Kostenrechnung vom hydraulischen Abgleich der Heizung Stück Preis Gesamtpreis Erneuerung der Thermostatventile ca. 9 59,00 531,00 Erneuerung der Umwälzpumpe ca ,00 375,00 Berechnung hydraulischer Abgleich ca ,00 345,00 Gesamtkosten 1251,00 Energiekostenersparnis insgesamt möglich im Jahr ca. 322,66 Amortisation in Jahren 3,9 Die Preise und Einsparungen können Anlagenbedingt abweichen Wer verlangt den hydraulischen Abgleich? Das KfW-Förderprogramm Energieeffizient Sanieren Zuschuss (430) und Kredit (151,152) als Voraussetzung in der Sanierungsmaßnahme. Weitere Informationen unter: und

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