Fächergruppe 1: Plastische Chirurgie. Universitätsklinikum Maribor (Slowenien)

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1 Fächergruppe 1: Plastische Chirurgie Universitätsklinikum Maribor (Slowenien) Gal Ivancic Kontaktaufnahme und Organisation: Zur Kontaktaufnahme schrieb ich eine kurze an den Abteilungsleiter der plastischen Chirurgie Prim. Dr. Vrabic ( findet man auf der Homepage der Klinik: und eine Zusage für die 6-wöchige Famulatur (240h) des praktischen Jahres folgte prompt nach einigen Tagen. Die seitens der medizinischen Universität Graz geforderten Unterlagen zur Voranrechnung, wie Einladungsschreiben, wurden nach kurzen -austausch ohne Probleme per Post übermittelt und die nötigen Seminarstunden sowie die zu unterzeichnenden Fallberichte zugesichert. Wir schrieben in englischer Sprache, aber Prim. Vrabic versteht und schreibt auch perfekt Deutsch, sowie auch der Großteil der Mitarbeiter im Krankenhaus, was die Famulatur auch für nicht Slowenisch sprechende Kollegen interessant machen würde. 1

2 Wohnen und Anreise: Da meine Familie bereits eine Wohnung in Maribor besitzt musste ich mich auch nicht weiter um diesen Part kümmern. Sollte aber wer eine Wohnung in Maribor brauchen, so sollte man sich mit dem Vorstand der Abteilung in Verbindung setzen, denn das studentische Netzwerk mit Mentorprogramm ist sehr gut ausgebaut und es gibt schöne, billige und zentrale Wohnheime mit Internetanschluss und eigener Küche, in denen man ein Zimmer organisiert bekommen kann. Ein weiterer Vorteil des Mentorprogamms ist, dass man mit sehr vielen internationalen Studenten aus aller Welt (Amerika, Brasilien, Spanien, Frankreich, Finnland, Portugal,...) in Verbindung kommt. Des weiteren wird für fast jeden Tag ein Abendprogramm organisiert, sodass fast Freizeitstress aufkommt. Ich selber war zwar nicht im Mentorprogramm, konnte aber trotzdem bei allen Veranstaltungen wie, Slovenian-Night, einen Ausflug ans slowenische Meer, Kinoabende, Paintball, Wanderungen usw. teilnehmen. Wer also internationalen sowie slowenischen Kontakt sucht und für Unterhaltung für jeden Abend bereit ist, der sollte sich fürs Mentorprogramm melden. Die Anreise nach Slowenien ist denkbar einfach, denn Maribor ist eine knappe Fahrstunde mit dem Auto von Graz entfernt. Empfehlen kann ich aber mit der Bahn anzureisen, da die Fahrzeit genau eine Stunde beträgt und mit der ÖBB Vorteilscard per Richtung und ohne Umsteigen zu müssen nur 5 Euro kostet (nach Slovenian-Ticket fragen!!!). Famulatur: Zugegeben, zu Beginn war ich etwas skeptisch wie viel ich in Maribor in der Famulatur lernen würde und vor allem wie viel ich im OP selber Hand anlegen dürfte. Aber alle Zweifel waren unberechtigt und die Famulatur stellte sich als eine meiner lehrreichsten, besonders was die Praxis angeht, heraus. Schon die ersten Tage durfte ich sehr viel selber im OP machen: großflächige Wundverschlüsse (Muskel, Faszien, Subcutane-Schichte) mit plastischer Nähtechnik selbstständig verschließen, 1.Assistenz bei fast allen Operationen, Wundverband anlegen, Exzisionen von Nävi, usw. standen am Tagesprogramm. Man konnte sich auch frei Aussuchen ob man lieber in den OP oder in die Ambulanz gehen wollte, wobei ich eigentlich fast jeden Tag im OP war, weil man wie bereits erwähnt sehr viel selbst machen durfte und ich das voll und ganz ausnutzen wollte. Im Gegenzug fiel die übliche Stationsarbeit der Studenten, wie Blutabnahmen und Leitung legen weg, da dies in Slowenien von den Schwestern übernommen wird. War einmal wenig OP- Programm, so konnte man auch jeden Tag an speziellen Präparaten plastische Nähtechniken, wenn man wollte auch mit Anleitung, üben. Die Atmosphäre war überaus familiär und man wurde als ein vollwertiges Teammitglied behandelt. Wie bereits erwähnt, konnte man sich ohne Probleme 2

3 sprachlich zwischen Deutsch, Englisch, Slowenisch, Kroatisch und Bosnisch bewegen. Die Arbeitszeiten richteten sich nach den Operationen, so musste man als 1.Assistenz manchmal lange in den Nachmittag im OP bleiben, dafür gab es aber wiederum Tage wo man zu Mittag das Spital verlassen konnte. Hatte man aber etwas wichtiges vor, so konnte man sich nach Absprache mit Prim. Vrabic auch einen Tag frei nehmen. Dienstbeginn war üblicherweise um ca. 8 Uhr und begann mit einem starken schwarzen slowenischen Kaffee und einer kurzen Besprechung über die stationären Patienten und den anliegenden Operationen. Die Krankheitsbilder reichten dabei von simplen Nävus-Exzisionen und Therapie von Karpaltunnelsyndromen bis hin zu komplexen plastischen Eingriffen wie Brustverkleinerungen, chronischen und akuten Handverletzungen, diversen ästhetischen Eingriffen (Lipofillings, Brustvergrößerung, usw.) und auch Verbrennungen. Leben in Maribor: Maribor ist eine kleine und feine Studentenstadt, die man am besten zu Fuß erkundet. Es gibt viele gute Restaurants, empfehlen kann man hier vor allem einmal Lepinja und einen Burek zu kosten und einen Kaffee an der Uferpromenade der Drau zu genießen. Es gibt auch zahlreiche Nachtlokale, die mit besonders günstigen Getränkepreisen aufwarten, aber leider nicht alle in den Sommermonaten geöffnet haben, da viele Studenten auf Urlaub sind. Langeweile sollte aber trotzdem nicht aufkommen, und wenn doch dann ist Graz nur eine Stunde und 5 Euro mit dem Zug entfernt oder man nimmt einfach am Mentorprogramm teil :) Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Gute manchmal gar nicht soweit weg liegt und kann jedem chirurgisch interessierten Medizinstudenten die plastische Chirurgie am Universitätsklinikum Maribor ohne Einschränkung empfehlen. 3

4 Maribor City Famulanten aus aller Welt auf Ausflug 4

5 Universitätsklinikum Maribor Ausflug ans slowenische Meer 5

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