Integration und Auswertung extern erhobener Daten in einem Klinischen Krebsregister am Beispiel von Schilddrüsenkarzinomen

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1 197 Wegener Folien-5/4_SD/D Dienstag :35:3 Integration und Auswertung extern erhobener Daten in einem Klinischen Krebsregister am Beispiel von Schilddrüsenkarzinomen G. Wegener 1, B. Braatz 2, S. Muscia 1, M. Mielecke 1, Th. Petrich 2, G.F.W. Scheumann 3 1 : Medizinische Hochschule Hannover, Tumorzentrum (Vorsitzender: Prof. Dr. A. Ganser) 2 : Medizinische Hochschule Hannover, Nuklearmedizin (Direktor: Prof. Dr. W. Knapp) 3 : Medizinische Hochschule Hannover, Viszeral- und Transplantationschirurgie (Direktor: Prof. Dr. J. Klempnauer)

2 Ausgangssituation - Die Klinik für Nuklearmedizin hatte sämtliche ca. 3. Patienten mit differenzierten Schilddrüsenkarzinomen aus den vergangenen dreißig Jahre in einer "Excel"-Tabelle erfasst und bat um Unterstützung bei der Auswertung. - Mit Hilfe eines eigens dafür geschriebenen Programms wurden diese Daten gemäß unserer Basisdokumentation in unsere Datenbank importiert. - Im Rahmen der von uns durchgeführten mehr als 5 Patienten betreffenden Recherchen konnte zu 42 Fällen der Life-Status und/oder das Datum des letzten Kontaktes aktualisiert werden. - Allein 214 im Datenbestand bisher nicht bekannte Todesfälle wurden dabei registriert. Die dokumentierte Überlebenszeit nicht verstorbener Patienten konnte um durchschnittlich 18 Monate verlängert werden. - Die Daten der Patienten mit Erstdiagnose von 197 bis 1999 und papillären, follikulären oder papillären Schilddrüsenkarzinomen mit follikulären Anteilen wurden ausgewertet. 1

3 Überlebensraten vor und nach Follow Up-Recherchen 1 Anteil in % 5 vor Follow Up-Recherchen (2784/381) nach Follow Up-Recherchen (2786/588) Überlebenszeit in Jahren 2

4 Überlebensraten vor und nach Follow Up-Recherchen 1 Anteil in % 5 vor Follow Up-Recherchen (2784/381) nach Follow Up-Recherchen (2786/588) Überlebenszeit in Jahren 3

5 Beobachtete Überlebensraten 1 Anteil in % 5 Beobachtete Überlebensraten (2786/588) Überlebenszeit in Jahren 4

6 Beobachtete und erwartete Überlebensraten 1 Anteil in % 5 Erwartete Überlebensraten nach Sterbetafel Beobachtete Überlebensraten (2786/588) Überlebenszeit in Jahren 5

7 Beobachtete und relative Überlebensraten 1 Anteil in % 5 Relative Überlebensraten (2786/588) Beobachtete Überlebensraten (2786/588) Überlebenszeit in Jahren 6

8 Beobachtete und relative Überlebensraten 1 - Anteil in % 5 Relative Überlebensraten (2786/588) Beobachtete Überlebensraten (2786/588) Überlebenszeit in Jahren 7

9 Histologie papillär % follikulär % papillär-follikulär % (n=2788) 8

10 Histologie papillär % follikulär % papillär-follikulär % p 37.3 % f 29.9 % (n=2788) p 31.2 % f 3.3 % p-f 32.8 % p-f 38.5 % 9

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13 Altersverteilungen Alter Männer Frauen 8 alt jung n=224 pap. n=215 pap.-fol. n=196 fol. n=635 alle n=671 pap. n=829 pap.-fol. n=224 fol. n=2153 alle 1

14 Tumordurchmesser Anteil in % >4 cm 2 4 >4 cm 2 4 >4 cm papillär papillär-follikulär follikulär 11

15 T-Stadium (5. Auflage) pt1 pt2 pt3 papillär pt4 pt1 pt2 pt3 pt4 papillär-follikulär pt1 pt2 pt3 follikulär pt4 12

16 N- und M-Stadium (5. Auflage) pn pn1 M papillär M1 pn pn1 M M1 papillär-follikulär pn pn1 M follikulär M1 13

17 Daten zu den histologischen Gruppen Folgende Sachverhalte sind nach erster Sichtung der Daten für die drei betrachteten histologischen Gruppen feststellbar: (1) Etwa 32 % der Patienten haben rein papilläre, 31 % rein follikuläre und 37 % Tumoren mit Anteilen beider Histologien. (2) Der Anteil an Mischformen ist bei Frauen geringfügig höher als bei Männern. (3) Patienten mit rein follikulären Tumoren sind bei Diagnosestellung etwa fünf, Patientinnen etwa drei Jahre älter als diejenigen mit rein papillären. Solche mit Mischformen sind noch etwa ein Jahr jünger als die papillären. (4) Die rein papillären Tumoren sind am kleinsten, die rein follikulären am größten und die Größe der Mischtumoren liegt zwischen den beiden. 14

18 Daten zu den histologischen Gruppen (5) Ein Durchbruch der Schilddrüsenkapsel (T4, 5. Aufl.) ist bei den rein papillären am häufigsten, während dieses bei den follikulären wesentlich seltener ist (obgleich die Tumoren größer sind)! Der Anteil dieses Stadium liegt bei den Mischformen wiederum dazwischen. (6) Während die rein papillären Tumoren die höchste Rate an Lymphknotenbefall bei Diagnosestellung aufweisen, ist in dieser Gruppe eine initiale Metastasierung am seltensten. Umgekehrt ist bei den rein follikulären Karzinomen der Lymphknotenbefall am geringsten und die Metastasierung am häufigsten. Bei beiden Merkmalen liegen die Mischformen wiederum dazwischen. 15

19 Beobachtete Überlebensraten für verschiedene Histologien 1 Anteil in % 5 follikulär (849/255) papillär (894/178) Überlebenszeit in Jahren 16

20 Beobachtete Überlebensraten für verschiedene Histologien 1 Anteil in % 5 follikulär (849/255) papillär (894/178) papillär-follikulär (143/155) Überlebenszeit in Jahren 17

21 Relative Überlebensraten für verschiedene Histologien 1 follikulär (849/255) Relativer Anteil in % 5 papillär (894/178) papillär-follikulär (143/155) Überlebenszeit in Jahren 18

22 Fazit - Die Analysen zeigen, dass die histologische Subgruppe "Papilläres Schilddrüsenkarzinom mit follikulären Anteilen" möglicherweise doch eine eigene Prognoseentität darstellt. - Gelegentlich kann es lohnend sein, extern erhobene Daten in ein Register zu importieren, auch wenn kein Versorgungszusammenhang (mehr) gegeben ist. - Eine leicht erhebbare diagnostische Differenzierung sollte selbst dann in der Datenbank abgebildet werden, wenn in (Lehr-)Büchern der betreffende Unterschied als irrelevant hingestellt wird. 19

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