Reorganisation eines speziellen Internetservers

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1 Reorganisation eines speziellen Internetservers Diplomarbeit von Helmut Riesslegger November 2000 Technische Universität Graz Institut für Informationsverarbeitung und Computergestützte neue Medien Begutachtet von o.univ.-prof. Dr.phil. Dr.h.c. Hermann Maurer Betreut von DI Dr.techn. Peter Sammer

2 Internetserver Reorganisation Danksagung Danksagung An dieser Stelle bedanke ich mich beim Begutachter dieser Diplomarbeit, o. Univ.-Prof. Dr. phil. Dr. h.c. Hermann Maurer und meinem Betreuer DI Dr. techn. Peter Sammer. Weiters danke ich meinen Teammitgliedern bei diesem Projekt: Arabella Probst-Gass, Johannes Feiner, Manfred Bajzek und Gerhard Erich Mischitz. II

3 Internetserver Reorganisation Kurzfassung Kurzfassung Um einen großen Hypermedia Web Server aufzusetzen, bedarf es vieler Vorarbeiten. Verschiedenste Aspekte (z.b. technische, wirtschaftswissenschaftliche und juristische) bezüglich der Datenpräsentation im Internet müssen beachtet werden. Eine Möglichkeit an solche Projekte heranzugehen sind Reorganisationsansätze. Diese Ansätze stammen aus der Betriebswirtschaftslehre, wurden aber in den letzten Jahren in immer neue Richtungen weiterentwickelt. Meist werden Reorganisationsprojekte erst durchgeführt, wenn ein fertiges System bereits mehrere Jahre im Einsatz ist und festgestellt wird, dass nicht alle Erwartungen, die an das Projekt gestellt wurden, erfüllt werden. Durch den Reorganisationsansatz sollen diese Probleme beseitigt und neue Chancen genutzt werden. In dieser Arbeit wird gezeigt, dass es möglich ist einen Reorganisationsansatz bereits in der Planungs- und Durchführungsphase eines Projektes einzusetzen. Das System Wertanalyse (ÖNORM A 6750) ist nicht nur zur Wertverbesserung im Sinn von "Value Analysis", sondern auch zur Wertgestaltung "Value Engineering" geeignet. Diese Arbeit gibt einen Überblick über die Verwendung der Wertanalyse beim Projekt MUCH ("Museum Unseres Computer Hinterhofes"), das im Jahr 2001 fertiggestellt wird. Die Ziele des Projekts MUCH sind unter anderem der Erhalt der Informationen über Mitarbeiter, Vortragende, Gäste und Gastvortragende. Diese Informationen sind nutzbringend für Kontakte und Kooperationen. Weiters werden Informationen über Vorlesungen und am Institut durchgeführte Projekte aufbereitet. Dieses Wissen über die Fähigkeiten der Mitarbeiter ist wertvoll für weitere Aufgaben und Projekte. Ebenso wertvoll ist die Tatsache, dass sich potenzielle Partner und Kunden einen informativen Überblick über die Aktivitäten und Fähigkeiten des Instituts für Informationsverarbeitung und Computergestützte neue Medien (IICM) verschaffen können. Ein Teil dieser Arbeit beschreibt ausführlich die Recherchen und Konvertierungen für die Präsentation der wissenschaftlichen Arbeiten, die am IICM erstellt wurden. Er dient auch der Dokumentation, die insbesondere bei der Präsentation personenbezogener Daten hilfreich ist. III

4 Internetserver Reorganisation Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung Reorganisationsansätze Überblick Wertanalyse Entwicklung der Wertanalyse Anwendungsgebiete der Wertanalyse Einige spezielle Formen der Wertanalyse Gründe für den Einsatz der Wertanalyse Der Einfluss der Wertanalyse auf das Projekt Wertanalyse im Projekt MUCH Grobziele und Arbeitsplanung Die Ausgangssituation Informationen beschaffen Der Hyperwave Information Server Designüberlegungen Das Recht im Internet MUCH und das Urheberrecht Gefahrenpotenziale bei Webservern Kosten festlegen Funktionen feststellen Entwicklungen einschätzen Soziale Entwicklungen Wirtschaftliche Entwicklungen Politische Entwicklungen Technische Entwicklungen Ausgangssituation darstellen Zielsystem entwickeln Die Zielgruppe Potenzielle Auftraggeber Angehörige und Freunde des Instituts Studierende Informationssuchende Ideen entwickeln Ideen entwickeln Thematische Gliederung bei MUCH Namenskonventionen bei MUCH Informationsverwaltung für MUCH Präsentation des Datenbankinhalts Unterschiede zwischen HTML und XML Verwendete Bildformate Externe Links Lösung verwirklichen Wissenschaftliche Arbeiten bei MUCH...62 IV

5 Internetserver Reorganisation Inhaltsverzeichnis Recherchen im Internet Diplomarbeiten Quellensuche Quellenauswahl Informationsbeschaffung Informationsbearbeitung Informationsspeicherung in der lokalen Datenbank Dissertationen Quellensuche Quellenauswahl Informationsbeschaffung Informationsbearbeitung und Speicherung Habilitationen Veröffentlichen auf dem Webserver Anhang Anhang A: Der Wertanalyse Arbeitsplan WA Arbeit vorbereiten WA Grobziele formulieren WA Arbeit planen Ausgangssituation ermitteln Informationen beschaffen Kosten festlegen Funktionen feststellen Entwicklungen einschätzen Ausgangssituation darstellen Zielsystem entwickeln Funktionsziele entwickeln Kostenziele entwickeln Beurteilungsbedingungen festlegen Zielsystem darstellen Ideen entwickeln Lösungsansätze entwickeln Lösungsmöglichkeiten ausarbeiten Lösungsvorschläge auswählen Lösungsmöglichkeiten beurteilen Lösungsvorschläge darstellen Lösung verwirklichen Lösung bestimmen Lösungsverwirklichung planen Lösung verwirklichen Anhang B: Muster einer Datenschutzanfrage Anhang C: Die chronologische Entwicklung von XML Glossar Abbildungsverzeichnis Verzeichnis der Tabellen Literaturverzeichnis Webreferenzen Normen V

6 Internetserver Reorganisation Inhaltsverzeichnis VI

7 Kapitel 1 Einleitung

8 Einleitung 1 Einleitung Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Frage wie man Reorganisationsansätze in der Konzeption und Umsetzung eines Projektes einsetzen kann. Dies geschieht am konkreten Projekt MUCH - Museum Unseres Computer Hinterhofes. Die Fertigstellung des MUCH Projektes ist im Jahr 2001 vorgesehen. Die Ziele des Projekts MUCH sind der Erhalt der Informationen über Mitarbeiter, Vortragende, Gäste und Gastvortragende. Diese Informationen sind nutzbringend für die Kontakte zu, und Kooperationen mit, Firmen und Instituten. Weiters werden Informationen über Vorlesungen und die, am Institut verwirklichten, Projekte aufbereitet. Dieses Wissen über die Fähigkeiten der Mitarbeiter ist wertvoll für die Entwicklung weiterer Projekte und Aufgaben. Ebenso wertvoll ist die Tatsache, dass sich potenzielle Partner und Kunden einen informativen Überblick über die Aktivitäten und Fähigkeiten des IICM verschaffen können. [Feiner99] Auf Grund der, in allen Bereichen erfolgenden Budgetkürzungen, gewinnen wirtschaftliche Aspekte immer mehr an Bedeutung. Projekte im Bereich des Internets können global und ortsunabhängig realisiert werden. Auf Grund der Gehaltsstrukturen in Österreich kann mit Billiglohnländern im Preisbereich nicht konkurriert werden (siehe [Kalkulationsrichtlinien]). Um einen Auftrag von einem potenzielle Kunden zu erhalten, müssen zusätzliche Dienstleistungen geboten werden, die von anderen Anbietern nicht erbracht werden können. Diese subjektiven Gründe aus denen sich Kunden für einen Anbieter entscheidet werden als Kundenvorteil 1 bezeichnet. [Ofner00] Ein Teil des subjektiven Kundenvorteils ist der Ruf des Anbieters und sein öffentlicher Auftritt. Webserver sind die Schaufenster der Firmen im Internet. Dienstleistungen für die eigene Internetpräsenz sucht man am besten im Internet, denn dort können bereits realisierte Projekte direkt betrachtet und miteinander verglichen werden. Daher ist es für einen Anbieter in der IT Branche von größter Bedeutung herausragende Leistungen im Internet zu präsentieren. Weitere Gründe für die Vergabe von Aufträgen sind persönliche Kontakte, sowie die Sicherheit, dass ein begonnenes Projekt zu Ende gebracht wird. Dies kann der Kunde an Hand von Referenzprojekten und Qualitätszertifizierungen ersehen. MUCH Das Museum im Internet Webserver sind die Fenster zur Welt des Internets. Kein Unternehmen und keine Institution können es sich heute leisten, auf einen Auftritt in diesem Medium zu verzichten. Bei Auftritten im World Wide Web (WWW) gelten Aktualität und Veränderung als geeigneter Weg um Besucher auf den eigenen Webserver zu bannen. Das MUCH Projekt geht einen etwas anderen Weg: Es werden historische Informationen präsentiert. Diese sind nach ihrer Fertigstellung nahezu unveränderlich. Der Serverinhalt ist jedoch nicht statisch, denn selbst nach Ende des Projekts können neue Inhalte generiert werden. Die am IICM durchgeführten Projekte liefern 1 Kundenvorteil ist ident mit Unique Selling Position (USP) Seite 2

9 Einleitung Informationen, in deren vollständige Aufarbeitung beliebig viel Aufwand gesteckt werden kann. Zur Steigerung der Attraktivität können weitere Jahrgänge hinzugefügt werden. Die Zeitspanne über die sich die Präsentation erstreckt beginnt mit der Gründung des IICM als Ordinariat für Informationsverarbeitung im Jahr 1977 und reicht bis zum Zeitpunkt des Auszugs aus dem "Hinterhof", Schießstattgasse 4a, in die Inffeldgasse 16c am 11. September Eine Dokumentation vergangener und gegenwärtiger Aktivitäten ist nötig, um von erarbeitetem Wissen profitieren zu können. Ein Beispiel ist das Y2K 2 Problem: 1999 war das Y2K Problem in aller Munde. Dieses Problem stammte aus einer Zeit, als die Speicherkapazität so beschränkt war, dass man gezwungen war zweistellige anstelle von vierstelligen, Jahreszahlen zu verwenden, nur um keine Speicherkapazität zu vergeuden. Das Jahrhundert wurde stillschweigend vorausgesetzt. Der Wechsel von 1999 auf 2000 wird von einer, mit diesem Fehler behafteten, Software als ein Wechsel von 1999 auf 1900 interpretiert. Große Anstrengungen wurden unternommen, um diesen Fehler in teilweise Jahrzehnte alten Softwareprodukten zu beheben. Zum Jahreswechsel gab es zum Glück keine gravierenden Probleme. Heute ist Y2K kein Thema mehr, in wenigen Jahren werden sich kaum noch Leute daran erinnern. Am Institut für Informationsverarbeitung und Computergestützte neue Medien (IICM) wurden seit der Gründung eine Vielzahl von Projekten durchgeführt: Mehr als 400 Diplomarbeiten und Dissertationen wurden verfasst Zu mehr als 1000 Personen bestand direkter und intensiver Kontakt. Die Dokumentation vieler Projekte und Tätigkeiten besteht in vielen Fällen nur aus internen Papieren. Fotografien sind im Archiv abgelegt. Internetprojekte befinden sich auf Servern die nicht ewig betrieben oder aus Aktualitätsgründen laufend verändert und reorganisiert werden. Mitarbeiter haben das Institut verlassen, und mit ihnen ist viel Wissen verloren gegangen. Vom Primärdokument 3 zum Internet Museum Die meisten der für das MUCH Projekt benötigten Dokumente liegen nicht in digitaler Form vor und müssen für eine Darstellung im WWW digitalisiert werden. Zu den dafür erforderlichen Tätigkeiten gehören unter anderem das manuelle Erfassen, Scannen und Katalogisieren von Bildern. Viele Informationen stehen bereits in digitaler Form zur Verfügung. Dabei wurden die für die jeweiligen Anforderungen optimalen Fileformate verwendet. Ein Beispiel sind die für die Bearbeitung von Diplomarbeiten wichtigen Daten: Eine Liste der Diplomanden des IICM wurde im MS Excel Format zur Verfügung gestellt. Kurzfassungen der Arbeiten existieren in HTML oder Textformat. 2 Year-2-Kilo = Jahr Primärdokument oft gleichbedeutend mit Originalquelle, Quelle, Originaldokument [Rauch93] Seite 3

10 Einleitung Informationen von der Bibliothek der TU Graz liegen in HTML vor. Volltexte einiger Arbeiten sind zusätzlich als MS Word oder Adobe Acrobat Dateien verfügbar. Da all diese Informationen in der endgültigen Fassung gemeinsam präsentiert werden, ist es nötig, Form und Format dieser Dokumente zu vereinheitlichen. Im Zuge der Arbeit am Projekt MUCH wurde unter anderem Software implementiert die Informationen aus verschiedenen Quellen in eine Datenbank einfügt und verifiziert. Skripts wurden entwickelt, um diese Informationen in einer ansprechenden Form auf dem Hyperwave Information Server zu präsentieren. Weiters wurden im Rahmen der Diplomarbeit interdisziplinäre Recherchen durchgeführt. Daraus gewonnene Erkenntnisse aus technischen, wirtschaftswissenschaftlichen und juristischen Bereichen wurden an geeigneten Stellen in die vorliegende schriftliche Präsentation integriert. Im nächsten Kapitel werden fünf Reorganisationsansätze gegenübergestellt. Auf den Wertanalyseansatz wird genauer eingegangen. Die Grundschritte dieses Ansatzes prägen die Struktur von Kapitel 3 in dem die Vorgangsweise beschrieben wird und der praktische Teil, der im Rahmen dieser Arbeit implementiert wurde, dokumentiert ist. Seite 4

11 Kapitel 2 Reorganisationsansätze

12 Reorganisationsansätze 2 Reorganisationsansätze In diesem Kapitel werden vergleichend fünf Reorganisationsmethoden vorgestellt. Die Entwicklung der Wertanalyse wird skizziert, Anwendungsgebiete und spezielle Formen der Wertanalyse werden vorgestellt. Einige Vorteile dieses Ansatzes werden erläutert und spezielle Anpassungen an das Projekt MUCH erklärt. 2.1 Überblick In Tabelle 1 werden die Grundschritte von fünf Reorganisationsmethoden gegenübergestellt. [Ofner00] ORG - Ansatz nach REFA IDEALS - Konzept nach G. Nadler REFA - 6 Stufen Methode Systems Engineering Wertanalyse Erfassen des Ist- Zustands Kritik des Ist- Zustands Definiere die Funktion Ziele setzen Aufgaben abgrenzen Zielsuche (Situationsanalyse, Zielformulierung) WA Arbeit vorbereiten Ausgangssituation ermitteln Zielsystem entwickeln Entwickeln des Soll-Zustands Einführen des Soll-Zustands Entwirf das Ideal Entwickle das Optimum Ergebnisse umsetzen Ideale Lösungen suchen Daten sammeln und praktikable Lösungen entwickeln Optimale Lösung auswählen Lösung einführen und Zielerfüllung kontrollieren Lösungssuche (Synthese, Analyse) Auswahl (Bewertung, Entscheidung) Ideen entwickeln Lösungsvorschläge auswählen Lösungen verwirklichen Tabelle 1: Problemlösungsmethoden im Überblick Seite 6

13 Reorganisationsansätze Der um 1960 entwickelte, vollkommen Ist-orientierte ORG Ansatz nach REFA ist nur zur Verbesserung bereits bestehender Systeme geeignet: Bei der Herangehensweise wird der derzeitige Zustand kritisiert. Darauf aufbauend wird ein Sollzustand entwickelt und eingeführt. Der Ist-Zustand wird lediglich als ein mangelhafter Soll-Zustand angesehen. Das IDEALS -Konzept nach G. Nadler hingegen ist ein rein Soll-Zustandsorientierter Ansatz. Die REFA - 6 Stufen Methode, der Systems Engineering Problemlösungszyklus und der Wertanalysearbeitsplan können als Mischformen eingestuft werden, und sind sowohl für die Verbesserung bestehender, als auch für die Entwicklung neuer Systeme geeignet. All diesen Vorgangsweisen ist gemeinsam, dass sie das Projekt einer umfassenden Analyse unterziehen. Dies macht sie zwar für eine Vielzahl von Problemstellungen geeignet, allerdings ist ein genaues befolgen der Arbeitspläne extrem aufwendig. Oft bewirken spezielle Situationen oder Zielvorgaben, dass einzelne Schritte, abhängig vom Projekt, unterschiedlich intensiv berücksichtigt werden. 2.2 Wertanalyse Entwicklung der Wertanalyse Die Wertanalyse wurde 1947 von Lawrence D. Miles, dem Chefeinkäufer von General Electric entwickelt. Nach Ende des zweiten Weltkriegs waren die, für die Produktion benötigte Materialien, schwer oder überhaupt nicht zu beschaffen. Miles hatte den Auftrag nach Material und Handlungsalternativen zu suchen. Seine Alternativlösungen genügten oftmals jedoch wesentlich höheren Ansprüchen, und verursachten geringere Kosten, als die ursprüngliche Lösung. An Hand dieser Erkenntnis entwickelte er eine Methode, mit deren Hilfe dieser Effekt gewollt und systematisch erreicht werden kann. Diese Methode nannte er ursprünglich " Value Analysis" später "Value-Engineering". [VDI95] In letzter Zeit wird an Stelle des Begriffes Wertanalyse häufig der Begriff "Value Management" verwendet Anwendungsgebiete der Wertanalyse Die Wertanalyse ist anwendungsneutral. Sie kann in den unterschiedlichsten Bereichen angewendet werden. Beispiele dafür sind: Sach- und Dienstleistungen Organisations- und Verwaltungsabläufe Informationsinhalte und Informationsprozesse Seite 7

14 Reorganisationsansätze Die Wertanalyse ist universell einsetzbar. Sie kann in der Konzeptions- und Planungsphase zur Wertgestaltung eingesetzt und bei fertigen Produkten zur Wertverbesserung herangezogen werden. Die ÖNORM A 6750 beschreibt die Wertanalyse als eine Methode zur systematischen Untersuchung von Funktionsstrukturen mit dem Ziel der Wertsteigerung Einige spezielle Formen der Wertanalyse Da das System der Wertanalyse sehr flexibel angewandt werden kann, haben sich viele ähnliche, auf spezielle Probleme zugeschnittene, Formen der Wertanalyse entwickelt. Beispiele dafür sind (siehe [Ofner00]): Informationswertanalyse (IWA) Kommunikations- und Informationswertanalyse (KIWA) Administration Value Analysis (AVA) Öko Wertanalyse Value Analysis of Management Practices (VAMP) 2.3 Gründe für den Einsatz der Wertanalyse Für Verwendung der Wertanalyse sprechen viele Gründe: Der Kunde ist König. Bei der Wertanalyse steht die Kundenzufriedenheit an erster Stelle. Kein Produkt wird erfolgreich, wenn es der Kunde nicht akzeptiert. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus? Eine Antwort auf diese Frage kann in der gesamtheitlichen Produktanalyse liegen, die vom Standpunkt des Verbrauchers ausgeht. Design, Qualität und Preis müssen in einer vernünftigen Relation stehen. [Heufler87] Die Wertanalyse ist eine normierte Vorgehensweise. DIN 69910, 1996 ersetzt durch VDI 2800 ÖNORM A Die Wertanalyse ist universell einsetzbar. Bei einer Erhebung des Instituts für Wirtschafts- und Betriebswissenschaften der TU Graz wurden von den Befragten die folgenden Aussagen gemacht: [Schaller95] o 78 % der Anwender setzen die Wertanalyse an gegenständlichen Objekten ein. o 58 % verwenden die Wertanalyse zur Wertgestaltung (Entwicklung). o Die Entwicklungszeit verkürzte sich durchschnittlich um 28 %. o Die durchschnittlichen Herstellkosten sanken um 22 %. Seite 8

15 Reorganisationsansätze Die Wertanalyse wird von Beteiligten und Betroffenen akzeptiert. Im Gegensatz zu "Business Process Reengineering" bei dem es zu radikalen Eingriffen kommt, wird bei der Wertanalyse auch auf die Umwelt und auf die Bedürfnisse der Beteiligten Rücksicht genommen. Kreativitätssteigerung durch Einführung von Funktionen zur Objektbeschreibung. Durch diese Vorgehensweise werden Denkblockaden beseitigt und neue Ideen geboren. Die schöpferische Phase ist von der bewertenden getrennt. Dieses Vorgehen ähnelt dem Brainstorming. [DeBono92] [Ofner00a] Die Wertanalyse kann flexibel an spezielle Erfordernisse angepasst werden. Die Wertanalyse kann für die Realisierung eines kompletten Projekts eingesetzt werden, oder nur ein Teilschritt innerhalb eines komplexen Projektplans sein. Oft werden nur einzelne Schritte aus dem Wertanalyse Arbeitsplan eingesetzt, um neue Aspekte eines Objekts zu erforschen. Gute Erfahrungen mit der Wertanalyse. In den meisten Betrieben wird die Wertanalyse nach einem erfolgreich abgeschlossenem Projekt weiter eingesetzt. [Ofner00] 2.4 Der Einfluss der Wertanalyse auf das Projekt Im Zuge meiner Recherchen über Reorganisation absolvierte ich die Ausbildung zum Wertanalyse-Koordinator 4 und bin dadurch zum Planen, Organisieren und Überwachen aller Wertanalyse-Aktivitäten in Sach- und Dienstleistungsbereichen befähigt. Die Teilnahme an mehreren Wertanalyseprojekten zeigte mir, dass die Wertanalyse funktioniert. Die Wertanalyse bietet mit ihrem Arbeitsplan eine grobe Vorgabe für einen Projektablauf. Durch die Sollorientierung bei MUCH kam es zu Abweichungen vom Wertanalyse Arbeitsplan. Im Anhang ist eine Kurzbeschreibung des vollständigen Wertanalyse Arbeitplans zu finden. Ein für viele Aufgabenstellungen verwendbarer Teil des Wertanalysearbeitsplans ist die Funktionenbeschreibung. Durch die Reduktion der komplexen Zielvorgaben auf wesentliche Funktionen ermöglicht sie kreative Problemlösungen 5. Die Analyse der Ausgangslage führte zur Untersuchung der folgenden das Projekt direkt betreffenden Gesetze: Datenschutzgesetz Urheberrecht Patentrecht Telekommunikationsgesetz Signaturgesetz 4 VDI Zentrum Wertanalyse, Zentrum Wertanalyse WIFI Österreich 5 Ein Problem ist eine Diskrepanz zwischen Ist - und Sollzustand. Seite 9

16 Reorganisationsansätze Die Abschätzung kommender Entwicklungen führte zu dem folgenden Ergebnissen: Durch den gewählten Ansatz kann flexibel auf zukünftige Anforderungen durch Änderungen in den Skriptdateien sofort reagiert werden. Seiten der Präsentation können je nach Anforderungen in HTML, XML oder WML erstellt werden. Bildgröße und Bildformat können bei der Publizierung auf den Server ausgewählt werden. Ausgehend von vielen unterschiedlichen Informationsquellen und den Anforderungen an die Präsentation dieser Informationen wurde eine lokale Datenbank erstellt. Die Informationen wurden, ausgehend von einer Quelle, in dieser Datenbank gesammelt. Mit jeder weiteren Quelle wurden, bereits erfasste, Informationen überprüft und gegebenenfalls korrigiert, sowie neue Informationen hinzugefügt. Für den Export der Informationen auf den Webserver wurden Skripte erstellt und getestet. Abschnitt 3.5 dokumentiert die folgenden Schritte in Zusammenhang mit der Präsentation von Diplomarbeiten und Dissertationen: Quellensuche Quellenauswahl Informationsbeschaffung Informationsbearbeitung und Erstellung der notwendigen Tools Informationsspeicherung in der Datenbank Veröffentlichen auf dem Webserver Diese Dokumentation ist unbedingt nötig, denn es kann nicht ausgeschlossen werden, dass eine Anfrage nach dem Datenschutzgesetz zu einem der Einträge gestellt wird. Eine Musterdatenschutzanfrage ist im Anhang zu finden. Seite 10

17 Kapitel 3 Wertanalyse im Projekt MUCH

18 3 Wertanalyse im Projekt MUCH In diesem Kapitel werden die Grund- und Teilschritte aus denen der Wertanalysearbeitsplan aufgebaut ist behandelt. Im Zuge dieser Vorgehensweise werden die juristischen Rahmenbedingungen für Internetpräsentationen untersucht. Um zukünftige Entwicklungen einschätzen zu können werden soziale, wirtschaftliche und technische Aspekte berücksichtigt. Die Zielgruppen von MUCH werden analysiert. Der für Projekte aller Art wichtige Bereich der Kreativitätstechniken wird behandelt. Lösungsansätze werden entwickelt und umgesetzt. Die Anbindung von Datenbanken an das Internet wird untersucht. 3.1 Grobziele und Arbeitsplanung In diesem ersten Grundschritt der Wertanalyse werden die Grobziele des Projekts MUCH formuliert und geplant. Ziel ist eine Internet-Präsentation der Aktivitäten des Instituts für Informationsverarbeitung und Computergestützte neue Medien der Technischen Universität Graz (IICM) unter der Leitung von Hermann Maurer. Die Präsentation beginnt mit der Gründung des, damals in der Steyrergasse 17 untergebrachten, Instituts im Jahr 1977, und endet im Herbst 2000, mit dem Umzug aus der Schießstattgasse 4a in die Inffeldgasse 16c. Diese Planung erfolgte durch die Projektleitung. [Sammer99] Unter anderem werden folgende Themen präsentiert: Personen o Adjunct Professors o Besucher und Vortragende o Diplomanden o Dissertanten o Habilitanden o ehemalige und aktuelle Mitarbeiter o Gastprofessoren Projekte zu den Themen o Theorie (formale Sprachen) o Datenstrukturen o BTX o Multimedia o Hypermedia, WWW Lehre o Lehrveranstaltungen o Diplomarbeiten, Dissertationen und Habilitationen o Publikationen o Veranstaltete Tagungen (Konferenzen) Ausstattung Anekdoten Seite 12

19 In diesem Museum werden (nach Fertigstellung des Projekts) historische Inhalte auf einem Hyperwave Information Server der neuesten Generation präsentiert. Da sich Internetinhalte ständig ändern, soll in diesem Zusammenhang (Museum) auf Links zu anderen Servern verzichtet werden. 3.2 Die Ausgangssituation Dieser zweite Grundschritt der Wertanalyse setzt sich aus den folgenden Teilschritten zusammen [ÖNORM A 6757]: Informationen beschaffen Das Sammeln, Ordnen und Verarbeiten von Informationen, die aus der Sicht der gestellten Aufgabe und des gestellten Zieles notwendig sind, soll dazu beitragen, Schwerpunkte für die Arbeit zu erkennen, Erkenntnisse zu formulieren, und Zusammenhänge aufzuzeigen. Dazu gehören unter anderem: o Das Sichten wichtiger Datenquellen. o Das Berücksichtigen einiger besonderer Fähigkeiten des Hyperwave Information Servers (HIS). o Benutzerfreundlichkeit und Designüberlegungen für Webpräsentationen. o Das Untersuchen relevanter Rechtsthemen. o Das Abschätzen von besonderen Gefahrenpotenzialen für Webserver und das Aufzeigen einiger geeigneter Gegenmaßnahmen. Kosten festlegen Bei Softwareprodukten sind die Gesamtkosten über die Einsatzzeit des Produktes von höchstem Interesse. Dies wird anhand der lokalen Datenbank, die für das Projekt MUCH am IICM erstellt wurde erläutert. Funktionen feststellen Das Feststellen der zu erfüllenden Funktionen ist einer der wichtigsten Schritte der Wertanalyse. Dabei wird die Ausgangslage für die kreative Phase geschaffen. Entwicklungen einschätzen Entwicklungen, die sich aus dem Umfeld ergeben, sollen erfasst, wenn möglich in ihren Auswirkungen abgeschätzt und aufgezeigt werden. Die folgenden Bereiche werden dabei besonders beachtet: o Soziale Veränderungen o Politische Veränderungen o Wirtschaftliche Entwicklungen o Technologische Trends Ausgangssituation darstellen Diese Teilschritte werden in den folgenden Abschnitten einzeln behandelt. Seite 13

20 3.2.1 Informationen beschaffen Als Datengrundlage dienen unter anderem Institutsordner (Projekte, Fotos), Projektunterlagen (inkl. Fotos) von IICM Mitarbeitern sowie mündliche Überlieferungen. Weitere Quellen sind unter anderem: Jahresberichte, 10-Jahresbericht Foto-Ordner Projekt-Ordner Forschungsberichte Dia-Sammlung Dissertationen und Diplomarbeiten OCG-Berichte (Vorträge, Vortragende) Studienführer (Lehrveranstaltungen) Demos von Projekten Bücher von Institutsmitgliedern Das WWW Stellen der TU Graz (z. B. Dekanat und FTI) Für die Informationsbeschaffung von Personen wurde ein Vorgehensplan ausgearbeitet, der folgendes beinhaltet: Anfragen an eine bestimmte Stelle wurden nur von einem Teammitglied gestellt. Es wurden Fragen an Datenlieferanten über einen bestimmten Zeitraum gesammelt und zu einem vereinbartem Zeitpunkt gesammelt gestellt. Diese Vorgehensweise bietet mehrere Vorteile: Es wird unter den Teammitgliedern eine Zuständigkeit und damit eine Verantwortung für einen Teilbereich dieses Projekts aufgebaut. Die Teammitglieder können sich viel besser mit ihrer Aufgabe identifizieren. Zwischen dem zuständigen Teammitglied und den Informationslieferanten entsteht eine Verbindung. Neue Informationen werden oftmals ohne Anfrage geliefert, da das Interesse an diesen Informationen bekannt ist. Informationslieferanten werden bei ihren anderen Tätigkeiten nur geringfügig gestört Der Hyperwave Information Server MUCH wird (nach Fertigstellung) auf einem Hyperwave Information Server der neuesten Generation präsentiert werden. In diesem Abschnitts werden daher einige besondere Eigenschaften des Hyperwave Information Servers kurz vorgestellt. Seite 14

21 Hyperwave geht auf Hyper-G, eine Entwicklung die im Jahr 1989 begann zurück. Dieses System wurde unter der Leitung von Hermann Maurer und Frank Kappe am IICM konzipiert: 1991 erfolgte der erste Einsatz als Campus-Informationssystem der TU-Graz wurde die Firma Hyperwave gegründet. Der Hyperwave Information Server ist der Durchbruch im Bereich Intranet- Informationssysteme. Er verbindet ausgefeiltes Dokumenten- und Inhaltsmanagement mit standardbasierter Web-Technologie. Im Folgenden sind einige Vorteile des Hyperwave Servers gegenüber Webservern der ersten Generation kurz erwähnt (siehe [Kappe99]): Linkkonsistenz Der Hyperwave Information Server sorgt mit seinem bidirektionalen Link-Konzept für Linkkonsistenz. Beim Löschen bzw. Verschieben von Dokumenten bleiben Referenzen üblicherweise erhalten, obwohl sie nicht mehr gültig sind. Diese Hyperlinks werden vom Hyperwave Server automatisch angepasst bzw. gesperrt. Dies geschieht nicht nur bei Veränderungen an der Struktur, sondern auch dynamisch zum Zeitpunkt des Aufrufs durch den Benutzer, so dass Zugriffsrechte berücksichtigt werden. Strukturierungsmöglichkeit und Konsistenz der Daten Bei verschiedenen Webservern werden Dokumente im Verzeichnisbaum des Dateisystems gespeichert. Als einzige Strukturierungsmöglichkeit können dort unidirektionale Links eingesetzt werden. Hyperwave bietet mit seinen Collections die als Container fungieren eine auf Hypermedia-Systeme abgestimmte Strukturierungsmöglichkeit. Container enthalten Elemente, die Dokumente oder weitere Container enthalten können. Es ist möglich, ein und dasselbe Dokument in verschiedenen Collections zu speichern, ohne es dabei physikalisch duplizieren zu müssen. Die dadurch entstehenden Vorteile liegen einerseits in der Speicherplatzersparnis, andererseits in der Konsistenz der Daten, da diese nur an einer Stelle geändert werden müssen und am ganzen Server den identischen Inhalt haben. Die dadurch entstehenden, die Struktur widerspiegelnden, Hyperlinks werden vom System automatisch und dynamisch generiert. Für den Benutzer des Systems bedeutet dies, dass Veränderungen an der Struktur des Severinhaltes schnell und einfach vorgenommen werden können. Es existieren mehrere vordefinierte Containerklassen: Collection: Ist die elementare Container-Klasse des HIS. Sie ist einem Verzeichnis in einem hierarchischen Verzeichnissystem sehr ähnlich. Im Gegensatz zu anderen Hypertextsystemen muss beim Einfügen oder Entfernen neuer Elemente kein Dokument eines anderen Autors verändert werden. Die notwendigen Änderungen an den Hyperlinks werden vom System automatisch vorgenommen. Sequence: Die Objekte einer Sequence werden automatisch sequentiell verlinkt. Wird ein Element aus der Sequence entfernt werden auch alle darauf verweisenden Links entfernt. In Abbildung 1 wird ein neues Dokument zwischen den Dokumenten 4 und 5 eingefügt. Die Erstellung der notwendigen Hyperlinks und der Navigationselemente in Seite 15

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