PHARMAASSISTENT/INN/EN
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- Monika Boer
- vor 10 Jahren
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1 WIRTSCHAFT-RECHT-GESELLSCHAFT PHARMAASSISTENT/INN/EN Leitidee Lernende sind Mitglieder unserer Gesellschaft. Als solche müssen sie die Grundsätze des Zusammenlebens in dieser Gemeinschaft kennen und verstehen, wie unsere Wirtschaft funktioniert. Sie müssen sich in unserer Gesellschaft bewegen können und deren Anforderungen gerecht werden. Die Lernenden müssen ebenso in der Lage sein, die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen in ihren Grundzügen verstehen. Die Lernenden erwerben die grundlegenden Fach-, Methoden- Sozial- und Selbstkompetenzen, um sich in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft orientieren zu können. Sie werden befähigt, sich als Bürger/innen an der Entwicklung des Staates und als Arbeitnehmende, resp. Konsument/inn/en bewusst am Wirtschaftsleben zu beteiligen. Die Lernsituationen beziehen sich so eng wie möglich auf den Alltag der Lernenden. Tagesaktuelle Fragen werden in den Unterricht einbezogen. Das Schaffen von Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Entwicklung einer mit-, resp. eigenständig denkenden Persönlichkeit sind zentraler Teil der schulischen Ausbildung. Fragen der Ethik und der Moral sowie des eigenen Rollenverhaltens sollen dabei immer wieder diskutiert werden. Lernarrangement Die Lehrpersonen bieten den Lernenden abwechslungsreich gestaltete Lernsituationen an. Der Unterricht ist dabei auf die fachlichen Anforderungen, die Voraussetzungen der Lernenden und die Möglichkeiten, welche die Zusammensetzung der Klasse bietet, anzupassen. Der Anteil des eigenständigen Arbeitens wird in den einzelnen Unterrichtssequenzen angemessen berücksichtigt. Der Bezug zum erlebten Alltag der Lernenden ist gewährleistet. Zusätzlich zum obligatorischen Lehrmittel wird empfohlen, im Unterricht auch Bundesverfassung, OR und ZGB schüler/innenadäquat einzusetzen, falls möglich Parlaments- und Gerichtsverhandlungen beizuwohnen sowie Gäste aus Wirtschaft und Politik einzuladen. Leistungsmessung Zur Leistungsbemessung können schriftliche Prüfungen, bewertete Arbeiten und mündliche Beiträge (z.b. Vorträge) eingesetzt werden. Für die Anzahl Notenarbeiten gilt die Regel: Anzahl Wochenlektionen pro Semester + 1 Note. Das heisst, es müssen mindestens drei Notenarbeiten pro Semester durchgeführt werden. Die Lehrpersonen sind bei allen Formen von Notenarbeiten verpflichtet, Bewer /thpr Seite 1/6
2 tungskriterien und Notenskala schriftlich bekannt zu gegeben. Die Lehrpersonen orientieren sich an der Notenskala der Schule. Der Schwierigkeitsgrad der Notenarbeiten orientiert sich an der Taxonomie der Lernziele, welche durch den Bildungsplan für PHA vorgegeben sind. Stand: 30. April /thpr Seite 2/6
3 1. Semester (40 Lektionen) WRG Recht Taxonomie K Lehrvertrag: Rechte und Pflichten des Lernendens. (6 Stunden) Die Lernenden können die obligatorischen und freiwilligen Bestandteile des Lehrvertrags benennen. Die Lernenden kennen die Rechte und Pflichten der Berufsbildner/innen und der Lernenden in der Ausbildung. Die Lernenden können mögliche Gründe für eine fristlose Kündigung aufzählen. Die Lernenden können den Sinn und die Dauer der Probezeit benennen. Die Lernenden wissen, an wen sie sich bei Konflikten im Lehrbetrieb wenden können (Konfliktmanagement). (Test 1) 2. Rechtliche Grundbegriffe. (8 Stunden) Die Lernenden können Verhaltensvorschriften den Bereichen Gebrauch, Sitte, Norm, Gesetz zuordnen. Die Lernenden können die Begriffe Bundesverfassung, Gesetz, Verordnung, Reglement in die Hierarchie der Rechtsnormen einordnen. Die Lernenden kennen den Aufbau der Rechtsordnung, d. h. sie können einzelne Rechtsgebiete anhand von Beispielen dem privaten und dem öffentlichem Recht zuordnen. Die Lernenden unterscheiden dispositives von zwingendem Recht. Personenrecht: Die Lernenden erklären die Begriffe: Rechts- und Handlungsfähigkeit, Mündigkeit, Urteilsfähigkeit, Beschränkte Handlungsunfähigkeit. (Test 2) 3. Formen des Zusammenlebens / Eherecht und Güterstände. (12 Lektionen) Die Lernenden analysieren, beurteilen versch. Formen des Zusammenlebens (z. B. Konkubinat, Wohngemeinschaft, Ehe etc.) Die Lernenden kennen die gesetzlichen Bestimmungen der Ehe. Die Lernenden analysieren die Geschlechterrollen in einer Beziehung, Die Lernenden können die einzelnen Güterstände erläutern. (Test 3) 4. Vertragsformen (6 Lektionen) Die Lernenden können die wichtigsten Vertragsformen nennen und erläutern. Die Lernenden können anhand des Kaufvertrags erklären, ob, wie und wann ein Vertrag zustande gekommen ist (Vertragsabschluss, mündlich, schriftlich, stillschweigend, nichtige Verträge, Vertragsmängel). Reserve (8) /thpr Seite 3/6
4 2. Semester (40 Lektionen) WRG Recht und Gesellschaft Taxonomie K Mietrecht (6 Stunden) Die Lernenden können ihre Ansprüche zum Thema Wohnen formulieren Die Lernenden können ein Budget erstellen und berechnen, welcher Betrag ihnen fürs Wohnen zur Verfügung steht. Die Lernenden können die Rechte und Pflichten des Mieters und Vermieters in einem Mietverhältnis aufzählen (anhand Mietvertrag und Mietrecht). Vgl. OR, Thema 2. Die Lernenden wissen, an wen sie sich bei Konflikten im Mietverhältnis wenden können. (Mietschlichtungsstelle, Mieterverband). (Test 4, Themen 4+5) 6. Arbeitsrecht (8 Stunden) Die Lernenden können die obligatorischen und freiwilligen Bestandteile des Arbeitsvertrags benennen. Die Lernenden können die Rechte und Pflichten des Arbeitgebers und Arbeitnehmers in einem Arbeitsverhältnis aufzählen. Vgl. OR, Thema 2. Die Lernenden können Vor- und Nachteile des Gesamtarbeitsvertrags und des Einzelarbeitsvertrags gegeneinander abwägen. Die Lernenden können mögliche Gründe für eine fristlose und ordentliche Kündigung aufzählen. Die Lernenden wissen, an wem sie sich bei Konflikten zwischen Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden wenden können (u.a Arbeitsgericht, Gewerkschaft). Die Lernenden verstehen den Unterschied zwischen dem Brutto- und Nettolohn (u.a Sozialversicherungen und ihre Gründe ansprechen). Die Lernenden analysieren die Lohnunterschiede zwischen den verschiedenen Branchen und den Geschlechtern. (Test 5) 7. Versicherungen (12 Stunden) Die Lernenden können die Unterschiede zwischen Personen-, Sach- und Haftpflichtversicherungen aufzählen. Die Lernenden können verschiedene Versicherungen in obligatorische und freiwillige einordnen. Die Lernenden können erklären, welche Risiken mit welchen Versicherungen gedeckt sind. Die Lernenden können den Aufbau der Schweizer Altersvorsorge erklären (3 Säulen Prinzip). Die Lernenden können die Leistungen der Krankenkasse aufzählen (u.a Grundversicherung, Zusatzversicherung). Die Lernenden wissen wie die Krankenkassen finanziert werden. Die Lernenden können Probleme (der Finanzierung) des Gesundheitswesens aufzählen und analysieren. (Test 6) 8. Einführung in die Steuern (6 Lektionen) Die Lernenden werden sich des staatlichen Leistungsangebots bewusst und können Leistungen aufzählen, die sie vom Staat beziehen. Die Lernenden wissen, welche Staatsebenen, welche Leistungen erbringen. Die Lernenden können erklären, wie die vom Staat bezogenen Leistungen finanziert werden (u.a die wichtigsten Steuerarten unterscheiden: direkte, indirekte Steuern, Gebühren). Die Lernenden können eine einfache Steuererklärung unter Einsatz von BalTax/EasyTax ausfüllen und den entsprechenden Steuerbetrag nachschlagen und ausrechnen. Reserve (8) /thpr Seite 4/6
5 3. Semester (40 Lektionen) WRG Staatliche und Politische Institutionen Taxonomie K Mitwirkungsrechte und Pflichten (2 Stunden) Die Lernenden können die staatsbürgerlichen und die politischen Rechte benennen sowie wesentliche Gundrechte aufzählen und erklären. Vgl. BV, Thema 2 Die Lernenden können erklären, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um diese Rechte zu erhalten (u.a Bürgerrecht, Mündigkeit). Die Lernenden können ihre Pflichten als Bewohnende der Schweiz erklären. 10. Politische Mitgestaltung (5 Stunden) Die Lernenden wissen, welche Möglichkeiten sie als mündige Staatsbürger/innen haben, um den Staat mitzugestalten (u.a. Wahlen, Abstimmungen, Initiative, Referendum) Die Lernenden können stimmen und wählen sowie aktives und passives Wahlrecht unterscheiden. Die Lernenden sind in der Lage, eine Wahlliste korrekt auszufüllen (kumulieren, panaschieren) Die Lernenden können die beiden Wahlsysteme Majorz und Proporz erklären. (Test 7) 11. Politische Strukturen und Institutionen (2 Stunden) Die Lernenden verstehen die Struktur der Schweizerischen Demokratie in Gemeinden, Kantonen und Bund. Die Lernenden können die Gewaltenteilung erklären. (Legislative, Exekutive, Judikative) Sie können die Aufgaben den jeweiligen Gewalten zuordnen. 12. Interessengruppen (5 Stunden) Die Lernenden können Regierungs- und Oppositionsparteien unterscheiden und deren wichtigste Ziele erklären. Die Lernenden können wichtige Interessentengruppen und Verbände der Schweiz aufzählen und deren wichtigste Ziele erklären. (Test 8) Ökonomie Taxonomie K Wirtschaftliche Grundlagen (6) Die Lernenden können den einfachen Wirtschaftskreislauf, resp. die Funktionen der einzelnen Wirtschaftsteilnehmer im Wirtschaftskreislauf erklären. Die Lernenden können die Bedürfnisarten aufzählen und sie anhand von Beispielen erklären Die Lernenden können erklären, in welche Güterarten das Angebot unterschieden wird. Sie können zu den einzelnen Güterarten Beispiele nennen. Die Lernenden verstehen die Bedeutung der drei Produktionsfaktoren und können den Produktionsfaktoren Begriffe wie Betriebsstandort, körperliche Arbeit oder Maschinen zuordnen. Die Lernenden können die drei Wirtschaftssektoren benennen und verschiedene Berufe den einzelnen Sektoren zuordnen. (Test 9) /thpr Seite 5/6
6 14. Geld, Konjunktur und Wirtschaftsformen (8) Die Lernenden können die verschiedenen Formen des Gelds benennen und über die Aufgaben des Geldes Auskunft geben. Die Lernenden können die Aufgaben der Nationalbank und der Geschäftsbanken unterscheiden. Die Lernenden kennen die Begriffe Inflation und Deflation, können Ursachen aufzählen für diese Geldwertstörungen und können Folgen dieser Geldwertstörungen für verschiedene Marktteilnehmer benennen. Die Lernenden können die Begriffe Expansion, Boom, Rezession und Depression den vier Phasen des Konjunkturverlaufs zuordnen und erklären wie sich in diesen Phasen Güterangebot, Preise, Löhne und der Arbeitsmarkt verhalten. Die Lernenden bilden sich eine Meinung darüber, ob und in welcher Form der Staat, resp. die Nationalbank in den verschiedenen Phasen des Konjunkturverlaufs mit wirtschaftspolitischen Massnahmen eingreifen soll. Die Lernenden können Wirtschaftssysteme unterscheiden (Marktwirtschaft Planwirtschaft) und begründen, weshalb und für wen der Eingriff des Staats in das Wirtschaftsgeschehen (keinen) Sinn macht. 15. Zielkonflikte (4) Die Lernenden sind in der Lage anhand eines aktuellen Beispiels (z.b. Abschaltung der Atomkraftwerke) aufzeigen, welche wirtschafts- und staatpolitischen Zielkonkflikte auftreten können. Die Lernenden analysieren und gewichten die benannten Konflikte und sind in der Lage zu erklären, welche Ziele ihnen weshalb persönlich am wichtigsten sind. Die Lernenden sind in der Lage herauszufinden, welche politische(n) Partei(en) ähnliche wirtschafts- und staatspolitschen Ziele wie selber verfolgt, resp. verfolgen. Reserve (8) Offizielles Lehrmittel Studer, Simone u. a.: Wirtschaft, Recht, Gesellschaft, Lehrmittel für Pharma-Assistentinnen und assistenten, hep Verlag Weitere Lehrmittel zu den Themenbereichen Fuchs, Jakob: Der Staat Politisches Grundwissen, Verlag Fuchs Gurzeler, Beat u.a.: Staat und Wirtschaft, hep Verlag Stephani, Hans u.a.; Detailhandel - Gesellschaft DHF, hep Verlag Müller, Guido: Einführung in die kaufmännische Rechtslehre Gesetzestexte Bundesverfassung, Obligationenrecht, Strafgesetzbuch, Zivilgesetzbuch Alle diese Gesetzestexte sind im Internet einsehbar. Die Bundesverfassung kann für die Lernenden kostenlos bestellt werden: /thpr Seite 6/6
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