NOTFALLNUMMER SCHÄDEN MELDEN AN.
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- Georg Knopp
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1 mocean Manual
2 NOTFALLNUMMER SCHÄDEN MELDEN AN IMPRESSUM Inhalt & Design Rolf Zengaffinen Markus Heilig Eric Medricky Sailbox AG, März 2019 Sailbox AG Walchestrasse 30, CH-8006 Zürich , 2
3 EINLEITUNG Das Sailbox-Team legt sich täglich ins Zeug, um seinen Mitgliedern saubere und technisch einwandfreie Schiffe bereitzustellen und so grossartige Erlebnisse unter Segeln zu ermöglichen. Durch eine pflichtbewusste Vorbereitung und die sachgerechte Nutzung können Unfälle vermieden und Schäden auf ein Minimum beschränkt werden. Damit leistest Du einen wichtigen Beitrag zur Qualität und zum Fortbestehen von Sailbox. Nur so können wir weiterhin als Non- Profit-Organisation mit günstigen Tarifen das Segeln auf Schweizer Seen ermöglichen. Diese Anleitung beschreibt die sachgerechte Nutzung der mocean Yachten von Sailbox. Die darin enthaltenen Anweisungen sind verbindlich einzuhalten. Hinweise zu Liegeplatz, Segelgebiet, vorherrschenden Windverhältnissen, Uferbeschaffenheit sowie ortspezifische Sicherheitshinweise finden sich im jeweiligen Standort-Manual. Vielen Dank für deine Mithilfe und viel Spass beim Segeln mit der mocean! Dein Sailbox-Team 3
4 INHALT EINLEITUNG 3 ORGANISATION 5 SCHIFFSORDNUNG 7 MOTOR 14 GROSSSEGEL SETZEN UND BERGEN 23 FOCK SETZEN UND BERGEN 24 REFFEN 25 GENNAKER 26 TRAPEZ 28 SCHLUSSBEMERKUNG 29 ANHANG: ALLGEMEINE TIPPS ZUM SEGLEN 30 ANHANG: TIPPS ZUM SEGELTRIMM 31 ANHANG: MOCEAN 33 CHECKLISTE BOOT ÜBERNEHMEN 34 CHECKLISTE BOOT VERLASSEN 35 4
5 ORGANISATION SAILBOX Geschäftsführung Service / Schäden Homepage Rolf Zengaffinen [email protected] Sailbox Service [email protected] ÖFFENTLICHE VERWALTUNG Lokale Hafenverwaltung siehe entsprechendes Standort-Manual SEEPOLIZEI / NOTRUF Seerettung / Feuerwehr 118 Polizei (v.a. in Grenzgewässern) 112 Sanität 144 Rega 1414 WETTERINFORMATIONEN Allgemein / Wind meteotest.ch (Fronten-Radar) Windfinder (web / App) Sturmwarnung Meteofon
6 ORGANISATION SAILBOX Sailbox AG ist ein Non-Profit-Unternehmen, welches landesweit Boatsharing, Trainings und Events anbietet. Mittlerweile werden 32 Yachten auf 14 Seen von über 1800 Mitgliedern genutzt. Alle Yachten sind vom gleichen Typ mocean, was zur Folge hat, dass Neumitglieder nur einen Intro-Kurs besuchen müssen und dann auf allen Booten segeln können. MOCEAN Der Bootstyp mocean wurde speziell für Sailbox und deren Anforderungen an Sharing, Training und Events auf den Schweizer Seen entworfen. Die mocean ist übertakelt, das heisst sie hat eigentlich zu viel Segelfläche im Vergleich zum Rumpf. Dadurch macht es auch Spass bei wenig Wind zu segeln. Dies bedingt allerdings, dass frühzeitig gerefft werden muss, sobald es etwas mehr Wind hat (ab ca. 2Bft). Mit dem grossen Cockpit und dem hohen Baum ist die mocean optimal für Ausfahrten mit bis zu sieben Personen. Sie ist bewusst einfach gehalten und nur mit den wichtigsten Trimmvorrichtungen und Schoten ausgestattet. Der PUR-Bug, der Elektromotor, und das Trapez sind weitere bedienungsfreundliche Komponenten der mocean. UNTERSCHIEDE 1. UND 2. GENERATION (G1 & G2) Die einzelnen moceans unterscheiden sich leicht voneinander. So gibt es zum Beispiel moceans mit und ohne Motor. Seit 2016 wird die 2. Generation (G2) der mocean mit einigen Anpassungen produziert. Die G2 verfügt gegenüber der G1 über: einen stärkeren Motor mit einer grösseren Batterie Zwei Mittschiffsöffnungen (Backskisten), eine für den Motor und eine für den Rumpfzugang Bilgenpumpe Autopilot USB Ladegerät Zwei Hauptschalter, einen für den Motor auf Deck und einen für übrige elektrische Systeme (Toplicht, Bilgenpumpe, Autopilot, USB Ladegerät) Eine Badeleiter am Heck 6
7 SCHIFFSORDNUNG SEGELN MIT EINER MOCEAN Nach Absolvieren des Sailbox Intro-Kurses bist du berechtigt, abgesehen von den Starkwindstandorten, selbständig eine mocean bis 3 4 Bft. zu führen. Der Gennaker darf nach Absolvierung des Sailbox Gennakerkurses benutzt werden. Bei einer Starkwindwarnung bzw. bei Windstärken von mehr als 4 Bft. ist es nur gestattet auszulaufen, wenn du den Sailbox Starkwindkurs absolviert hast. Ab 6 Bft. darf auch mit einer Starkwindqualifikation nicht ausgelaufen werden. Bei Sturmwarnung ist das Auslaufen allgemein verboten. BETRETEN EINER MOCEAN Verwende bitte Segelschuhe, die du erst vor der Yacht anziehst. Sie sollen helle, nicht färbende und rutschfeste Sohlen haben und sauber sein. Wenn du eine mocean betrittst, achte darauf, dass du über die Seite aufsteigst und nicht auf die farbige Gumminase (PUR- Bug) trittst. Diese kann bei Belastung ausreissen. PERSENNINGE Vor dem Auslaufen die Fock- und Gross-Persenning lösen und zusammenrollen. Die Fock-Persenning ist am schwarz-weissen Gennaker-Fall hochgezogen. Nach dem Runternehmen der Fock-Persenning das Gennaker-Fall sichern, damit es nicht im Masttop verloren geht. Die Gross-Persenning kannst du zusammenfalten. Wir empfehlen dir, die Gross-Persenning von hinten nach vorne zusammenzulegen. Verstaue die Persenninge in der Backskiste. 7
8 SCHIFFSORDNUNG SEGEL / BAUM / GROSSSCHOT Das Grosssegel wird wie auf dem Foto s-förmig auf dem Baum aufgetucht und mit drei Bändseln befestigt. Das Grossfall wird als Dirk an der Baum-Nock befestigt, um die Feder zu entlasten. Das Grossfall soweit ziehen, dass der Grossbaum waagerecht liegt. Dann die Grossschot anziehen und in der Curryklemme sichern damit sich der Baum nicht hin und her bewegen kann. Alle Trimmelemente lösen! Anschliessend die Grossschot aufschiessen und über den Baum hängen damit sie, unter der Persenning vor Regen geschützt, trocken bleibt. Ebenfalls sollte mit der Grossschot ein halber Schlag um die Curryklemme gemacht werden, damit sich die Grossschot durch den Zug nach oben nicht von selber aushängt. 8
9 SCHIFFSORDNUNG LAUFENDES GUT Fallen und Schoten aufschiessen wie auf den zwei Fotos unten dargestellt. Dadurch ist das laufende Gut geschützt vor Sonne und Wasser. Achte darauf, dass der Gennaker vollständig unter dem Cap im dafür vorgesehenen Gennakersack verstaut wird, damit kein Regenwasser eintreten kann. Die Gennakerleinen sollen auf dem Deck liegen und beidseitig in den Curryklemmen arretiert sein. 9
10 PINNE Lege den Pinnengummi mit der Schlaufe falls nicht vorhanden mit einem Mastwurf vor der schwarzen Pinnenverlängerung um die Pinne, so dass sich diese nicht zu fest bewegt (siehe Abbildung rechts). Wenn du den Gummi hinten auf der Pinnenverlängerung anbringst, verliert er seine Wirkung und die schwarze Pinnenverlängerung nimmt Schaden. Sollte sich wie in der Abbildung links ein Haken am Gummizug befinden, kann dieser unter der Pinne eingehakt werden um so die Pinne zu sichern. DIE BACKSKISTE SCHLÜSSEL Wenige moceans der ersten Generation haben noch ein Schloss an der Backskiste, um diese zu entriegeln. Ziehe den Schlüssel immer ab, bevor du die Kiste öffnest. Wenn du dies nicht tust, kann es passieren, dass du das Schloss wieder schliesst. Wenn dann der Deckel zugeklappt wird, schliesst sich dieser nicht mehr ganz und der Deckel liegt auf dem Schliesser, welcher sich beim Betreten verbiegt und Schaden nimmt. WASSER IN DER BILGE Die Backskiste besteht bei der G1 aus zwei Bereichen: dem gefluteten Teil mit dem Motor und dem trockenen Teil mit dem Zubehör zum Segeln. Bei der G2 gibt es zwei Mittschiffs-Öffnungen. Entferne vor und nach dem Segeln allfälliges Wasser aus dem trockenen Teil der Backskiste. Am besten geht das mit dem Schwamm. 10
11 SCHIFFSORDNUNG DIE BACKSKISTE ALLGEMEIN Bitte beachte, dass der hohle Innenraum der mocean bis zum Heck verläuft, folglich sollen die Ausrüstungsgegenstände immer gemäss Anweisung verstaut und nicht ungesichert in der Backskiste platziert werden. Bei falscher Platzierung können die Gegenstände ins Heck rutschen, wo sie nicht mehr aufgefunden werden. Die kleine Box wird bei allen moceans an die Motorenkastenwand bugwärts gestellt. Die beiden grossen Kisten werden bei den moceans der ersten Generation steuerbord- und backbordseitig zwischen Bordwand und Kielschwein quer zur Fahrtrichtung, so weit vorne wie möglich, platziert. Bei den moceans der zweiten Generation werden die Kisten steuerbord- und backbordseitig in Fahrtrichtung zwischen Motorenkastenwand und Bordwand platziert. So wird jeweils verhindert, dass die Kisten bei Krängung im Raum rutschen. In der Mitte direkt unter dem Drehschloss ist der Eimer zu platzieren, da dort Regenwasser eindringen kann. Das Schloss der moceans ist nicht 100% wasserdicht. Werden die Kisten nicht richtig verstaut und dringt bei starkem Regen Wasser in den Stauraum, können sich die automatischen Schwimmwesten auslösen und werden dadurch unbrauchbar. G1 G2 Der Gennakersack ist kein Stauraum! 11
12 SCHIFFSORDNUNG DIE BACKSKISTE DOKUMENTE Bitte beachte, dass die folgenden Dokumente an Bord sind: Schiffsausweis, Standortmanual und dieses mocean Manual. SCHWIMMWESTEN, RETTUNGSRING UND TRAPEZ-GURTE Die Schwimmwesten (automatische und konventionelle) und die Trapez-Gurte sind ordentlich in der vorhandenen grauen Kiste zu platzieren. Die Trapez-Gurte sollen unter den automatischen Schwimmwesten platziert werden. Es ist wichtig, dass die Schwimmwesten trocken gelagert werden, damit sich diese nicht selbst der Feuchtigkeit wegen auslösen. Der Rettungsring wird bugwärts in das Zwischenkompartiment auf der Steuerbordseite platziert. Wir empfehlen grundsätzlich das Tragen von Schwimmwesten. Speziell bei Starkwindwarnung (45 Umdrehungen pro Minute) und Sturmwarnung (90 Umdrehungen pro Minute), in der Nacht, bei Wind über 3 Bft. und bei Wassertemperaturen unter 15 Grad Celsius! NOTHORN, SIGNALFLAGGE UND ERSATZRUNDUMLICHT Die oben genannten Gegenstände befinden sich in der kleinen Box. Die Batterien für das Rundumlicht sind ggf. separat in der Box vorhanden, damit diese nicht unnötig entladen werden. BOOTSHAKEN UND PADDEL Die meisten moceans sind mit einer Bootshaken-Paddel-Kombination ausgerüstet. Ob in Kombination oder separat, der Bootshaken und das Paddel sollen in der Regel in der Backskiste zwischen Bordwand (ggf. Rako-Kisten) und/oder Motorenkasten platziert werden. Bei der G2 können die beiden Hilfsmittel auch in den dafür vorgesehenen Seitenkästen an Deck platziert werden, sofern sie passen. 12
13 SCHIFFSORDNUNG DIE BACKSKISTE WINSCHKURBEL Die Kurbel ist unterwegs immer in einer der Taschen des Cockpits zu verstauen, damit sie nicht verloren geht. Am Ende deines Segelausfluges soll die Kurbel wieder in der kleinen Box verstaut werden. SCHRUBBER, SCHWAMM, SEIFE UND EIMER Der Schrubber ist gemäss obenstehender Anweisung «Bootshaken und Ruder» zu verstauen. Beim Eimer gilt die Anweisung auf Seite 10 «Die Backskiste». Der Schwamm und die Seife sind im Eimer zu verstauen. VERTÄUEN / FENDERN Die Schoten immer ordentlich aufgeschossen am richtigen Platz verstauen. Die Fender gehören ebenfalls in die grossen Kisten zu den Trossen. Falls kein Platz mehr vorhanden ist, können die Fender auch vorne beim Rettungsring deponiert werden. Je nach Situation an den Standorten werden die Boote unterschiedlich vertäut und gefendert. Versuche dir vor dem Ablegen die korrekte Vertäuung zu merken. Eine Anleitung dazu findest du im jeweiligen Standort-Manual. BILGENPUMPE UND ANKERGESCHIRR Bilgenpumpe und Ankergeschirr sind aufgeschossen in der Kiste gemäss Bildbeschreibung zu platzieren. 13
14 MOTOR TORQEEDO ELEKTROMOTOR Einige moceans verfügen über einen Elektromotor für Hafenmanöver und zum Setzen und Bergen der Segel. Es ist ein reiner Flautenschieber und zu schwach zum Fahren bei sturmstarken Winden! Halte zur Sicherheit immer ein Paddel und die Fock zum Setzen bereit, für den Fall, dass der Motor aussteigt oder der Akku leer ist. Bei starken Winden kann ein schnell einsetzbarer Anker ebenfalls im Notfall hilfreich sein. Um die Akkus zu schonen, sollte nur unter Halbgas, mit Watt (G1) und mit Watt (G2) Leistung gefahren werden. Die kleinen Akkus (G1) halten etwa 25 min. unter Vollfahrt, mit Halbgas etwa 1 bis 1.5 Stunden. Der Motor der mocean wird nur zur Fahrt unter Motor ausgefahren. Die übrige Zeit befindet er sich hochgezogen in der Backskiste. Dies vermindert den Widerstand beim Segeln und schützt den Motor wenn er nicht gebraucht wird. Der Motor muss während des Segelns und in der Box/an der Boje immer hochgezogen sein. 14
15 MOTOR VORBEREITUNG 1. STROMZUFUHR TRENNEN Der Akku des Elektromotors wird entweder mit Landstrom oder über ein Solarpanel aufgeladen. Einige moceans verfügen über einen Hauptschalter in der Backskiste oder direkt beim Gashebel. Die G2 verfügt über zwei Schalter. Einen Hauptschalter beim Gashebel und einen Schalter vorne steuerbordseitig beim Kielschwein für das Toplicht. Der Hauptschalter besitzt zwei Stufen: «1» und «1-2». «1-2» wird verwendet, wenn man das Toplicht zuschalten will. Betätige den Hauptschalter als erstes. Landstrom: Löse erst das Kabelende aus der Steckdose am Ufer, trenne danach das Stromkabel von der mocean und lege es ordentlich auf den Steg. Solarpanel: Bei moceans, die über ein Solarpanel verfügen, gibt es keine Besonderheiten. Der Hauptschalter beeinträchtigt die Ladung nicht und soll dementsprechend nur bei Motorbetrieb eingeschaltet sein. Autopilot: Bei der mocean G2 gibt es die Möglichkeit. einen Pinnen-Autopiloten zu installieren. Informationen dazu auf oder unter USB-Ladegerät: Bei der mocean G2 kann mit einem selber mitgebrachten Ladekabel z.b. ein Mobiltelefon aufgeladen werden. 15
16 2. EINSCHALTEN Setze den orangen Magnet-Badge aus der schwarzen Kiste bei der Fernbedienung ein und sichere den Badge mit dem Bändsel am Gashebel. Drücke danach den Power-Knopf, bis die Anzeige auf dem Display erscheint. kurz = anstellen / on lang = abstellen / off 3. ABSENKEN Der Motor wird manuell hinuntergelassen, dabei darf niemals an den Kabeln gezogen werden! Für G1 und G2 gibt es unterschiedliche Hubsysteme. MANUELLES HUBSYSTEM G1: Mache dich mit dem Hubsystem und dessen Sicherung vertraut. Lasse den Motor langsam hinuntergleiten. Achte darauf, dass der Motor im heruntergefahrenen Zustand an der Gleitschiene möglichst bündig mit dem Boden ist. Drücke zur Sicherheit von Hand den Motor ganz nach unten. Es gibt folgende drei Typen von Hubsystemen bei den moceans der ersten Generation: Hubsystem mit Klemmensicherung: Bei diesen Systemen wird der Motor mit einer Schot, welche durch eine Klemme im hochgezogenen Zustand gesichert wird, arretiert. Die Klemme kann in verschiedenen Formen vorhanden sein und befindet sich entweder im Cockpit, bei der Steuereinheit oder beim Hubsystem selber (wie in diesem Beispiel rechts abgebildet). Zum Hinunterlassen des Motors muss die Schot aus der Klemme befreit werden, siehe Abbildung rechts. Gleitet der Motor nicht von selber hinunter, soll mit der Hand durch Runterdrücken der Motoreneinheit nachgeholfen werden. Zum hochheben des Motors kann an derselben Schot gezogen werden, siehe Abbildung rechts. Manchmal muss der Motor von Hand (mit Hilfe einer angebrachten Schlaufe) hochgezogen werden, die durchhängende Sicherungsschot wird daraufhin nachgezogen. Sobald der Motor am oberen Ende der Schiene angelangt ist und die Schot ganz nachgezogen wurde und wieder unter 16
17 Spannung ist, kann diese in der Klemme arretiert werden, so dass der Motor im hochgezogenen Zustand gesichert ist. Hubsystem mit «Kreuzzug»: Bei diesen Hubsystemen sind je eine Schot an der Bb.-und an der Steuerbordseite in einer vertikal angebrachten Klemme gesichert. Durch das beidseitige lösen der Schoten wird der Motor hinuntergelassen. Beim Hochziehen müssen dann beide Schoten gleichzeitig angezogen werden, so dass sie einander überkreuzen, um genügend Kraft ausüben zu können. Wenn der Motor ganz oben angelangt ist sollen die Schoten unter Spannung zur Sicherung in die Klemmen eingeführt werden. Hubsystem mit Stiftsicherung: Zum Absenken siehe Abbildung unten links, zum Hochziehen die Abbildung unten rechts. 17
18 Manuelles Hubsystem G2: 18
19 4. KONTROLLE Kontrolliere den Ladestand des Akkus. In der Regel wird der dieser in Prozent (%) angegeben. Bei wenigen moceans wird der Ladestand in Volt (V) angezeigt: ca. 29V bedeutet einen vollen Akku, bei ca. 21V handelt es sich um einen leeren Akku. Prüfe mit einem Blick in die offene Backskiste, ob der Motor ganz unten, bündig mit Rumpf, abgesenkt ist und ob der Sicherungssplint auch tatsächlich eingerastet ist. 19
20 MOTOR UNTER FAHRT 1. FUNKTIONSKONTROLLE Ist der Motor eingerichtet und betriebsbereit, mache eine Funktionskontrolle. Mit dem Gashebel kannst du das Boot, während es noch fest vertäut am Liegeplatz steht, sachte voroder rückwärts bewegen. Funktioniert alles einwandfrei, kannst du das Boot losmachen und aus dem Hafen hinausmanövrieren. 2. FAHREN Den Gashebel langsam nach vorne oder nach hinten bewegen, die Schaltung kann bei älteren moceans etwas verzögert reagieren. Achte darauf, dass der Motor zwischen dem Vorwärts- und Rückwärtsgang 2 Sekunden Pause macht. Bei zu schnellem Wechsel von Vorwärts-bzw. Rückwärtsgang kann Error 45 erscheinen. Motor mit Power-Button ab- und wieder anstellen! 3. SEGEL SETZEN Mit sanfter Steigerung der Motorleistung durch die Ausfahrt des Hafens auf den See fahren. Unter Motor das Schiff in den Wind stellen und die Segel setzen. 4. HOCHZIEHEN & AUSSCHALTEN Bevor das Boot Fahrt aufnimmt, den Gashebel auf die neutrale Position stellen und den Motor ganz hochziehen. Prüfe mit einem Blick in die offene Backskiste, ob die untere Bodenplatte bündig zum Rumpf schliesst und ob der Motor gut eingerastet und somit gesichert ist, so dass er während dem Segeln oder in der Box nicht runterrutschen kann. Wichtig: Den Motor in angehobenem Zustand nicht weiterdrehen lassen! 5. SEGEL BERGEN & RÜCKKEHR ZUM LIEGEPLATZ Umgekehrte Reihenfolge beim Bergen der Segel und bei der Rückkehr zum Liegeplatz des Bootes befolgen. 20
21 MOTOR NACH DER FAHRT 1. HOCHZIEHEN Den Motor nach Gebrauch hochfahren bzw. hochziehen und gegebenenfalls sichern. Bei den Hubsystemen den Sicherungsbolzen zuoberst einrasten lassen (akustisch hörbar) oder falls vorhanden bei einigen G1 in der Klemme sichern. 2. AUSSCHALTEN Den Power-Knopf solange gedrückt halten, bis das Display erlischt. Danach den Hauptschalter (Drehknopf) ausschalten. 3. MAGNET-BADGE Den Magnet-Badge entfernen und wieder zurück in die Black-Box legen. 4. AKKU LADEN Landstrom: Kabel an der mocean und am Land einstecken. Achte darauf, dass die Sicherung beim Landstrom eingeschaltet ist und die Ladeleuchte auf der mocean brennt. Beim Übergang vom Schiff zum Steg darf das Kabel nicht in Kontakt mit Wasser kommen. Sichere das Kabel beim Übergang bugwärts mit zwei Schlägen um das Vorstag, bei seitlichem Übergang kann das Kabel um die Winsch genommen werden. Solarpanel: Der Akku lädt automatisch. Sollte die Ladung beim Verlassen des Bootes unter 40% sein, mache bitte eine Meldung an 5. KONTROLLE Motor ganz nach oben hochgezogen Hauptschalter ausgeschaltet Landstrom bzw. Solarpanel angeschlossen Ladekontrolllampe brennt 21
22 MOTOR STARKER WIND ODER STURM Die Elektromotoren sind zum Manövrieren des Bootes bei sturmstarken Winden zu schwach. Das Einlaufen unter Starkwind in einen engen Hafen mit vielen parkierten Booten ist unsicher. Du kannst stattdessen: Den Sturm möglichst auf offenem Wasser abwettern. Behalte dabei stets genügend Raum in Lee. Vor den meisten Häfen hat es Bojen, an denen Du das Schiff unter Motor oder mit einem Aufschiesser an die Boje sicher befestigen kannst. Warte dort, bis das Gröbste vorbei ist. FEHLERMELDUNGEN 22
23 GROSSSEGEL SETZEN UND BERGEN GROSSSEGEL VORBEREITEN 1. Grosspersenning bergen und ordentlich in der Backskiste verstauen, alle Zeisinge (Bändsel) bis auf einen lösen und ebenfalls ordentlich (nicht im Gennakersack!) verstauen, so dass diese nicht über Bord und verloren gehen. 2. Erst vor dem Segelsetzen auf offenem Wasser den Segelkopf und den obersten Mast-Rutscher mit Pin festmachen. So wird das Kopfbrett des Grosssegels geschont. 3. Gross-Fall mit dem Schäkel anschlagen und das Segel hochziehen. GROSS-SEGEL SETZEN Das Gross-Fall befindet sich unter dem Cap (Haube) neben dem Mast und wird mit einer Spinlock-Klemme fixiert. Beim Hochziehen kann die Spinlock-Klemme geschlossen bleiben. 1. Boot unter Motor in den Wind stellen 2. Klemmen öffnen: Niederholer, Cunningham, beide Reffleinen und Grossschot lösen 3. Gross-Fall hochziehen. Am besten geht das zu zweit: eine Person zieht beim Mastaustritt am Fall und die zweite Person zieht es bei geschlossener Spinnlock-Klemme nach. Immer sicherstellen, dass die mocean im Wind steht. Das Gross-Fall niemals über die Winsch nehmen! GROSS-SEGEL BERGEN 1. Motor runterlassen und einschalten 2. Boot in den Wind fahren und unter Motor das Boot gut im Wind halten 3. Gross-Schot lösen 4. Klemme Gross-Fall öffnen 5. Segelkopf aus oberstem Mast-Rutscher lösen. Pin wieder in einsetzen, damit dieser nicht verloren geht (Sicherungsfaden ist sehr dünn und kann reissen) 6. Segeltuch von hinten her auf dem Baum auftuchen und mit Bändseln fixieren. 7. Dirk wieder achtern am Baum anschlagen. 23
24 FOCK SETZEN UND BERGEN FOCK SETZEN Die Fock wird mittels Jib-Roller-Leine (links beim Cap) ein- bzw. ausgerollt. Beim Setzen wird die Jib-Roller-Leine gelöst und die Fock mit der Schot ausgerollt. FOCK BERGEN Die Fock darf nur auf Raumschot- oder Vorwindkurs eingerollt werden, damit kein Druck im Segel ist. Da das Segel kein Profilvorstag besitzt, wird es bei Amwindkurs oder Starkwind lediglich im unteren Bereich aufgerollt, im Top bleibt ein Sack übrig, der im Wind schlägt und das Segel beschädigt (Sanduhr). Die Fock kann sich dann durch die Angriffsfläche (Sack im Top) von selber ausrollen! Zudem werden die Stagreiter bei Zug auf dem Fock-Segel unnötig belastet und reissen aus. Beim Einrollen mit der Fock-Schot leicht zurückhalten, damit das Segel nicht zu fest und trotzdem satt gerollt ist. Die Spannung des Vorlieks kann mit der hellblauen Schot (auf dem Cap) reguliert werden. Bei einem Problem wie z.b. einer Sanduhr, kann die Fock heruntergelassen werden. Es ist darauf zu achten, dass dabei die Fock nicht ins Wasser fällt. Liegt die Fock auf dem Vordeck, soll das Top nach unten befestigt und das Segel in der Mitte zusammengebunden werden, damit es nicht weggeweht wird. Probleme nie mit der Winsch und Kurbel lösen! FOCK-ROLLER BLOCKIERT Kann das Segel nicht mehr gerollt werden, weil der Roller blockiert, ist der Vorliek-Spanner der Fock zu lösen. Danach Fockfall in der Schwenk-Klemme lösen (unter dem Cap neben der Maststütze backbordseitig) und Segel bergen. Das geborgene Segel dann ordentlich zusammenrollen oder Falten und in der Backskiste (oder provisorisch im Cap) verstauen. 24
25 REFFEN FOCK Die Roll-Fock kann nicht gerefft werden! Die Fock ist entweder voll eingerollt oder ganz ausgerollt. Die Fock darf nicht teilweise gerollt gesegelt werden. Die mocean kann bei Starkwind gut auch nur mit dem Grosssegel gefahren werden. Sie lässt sich gut wenden, halsen und aufkreuzen. GROSSSEGEL Zum Reffen segelt man am besten mit Wind von Steuerbord hart am Wind. Damit hast du Vortritt und musst dich nicht primär um andere Boote kümmern. Du kannst aber auch in den Wind aufschiessen oder beidrehen und dann das Segel reffen. 1. Grossschot und Niederholer lösen 2. Grossfall lösen und Grosssegel bis zur Refföse herunterlassen. Refföse in Reff-Haken einführen. 3. Grossfall von Hand gut durchstrecken. Dabei kontrollieren, dass sich die Refföse nicht aus dem Reff-Haken gelöst hat. 4. Reffleine satt anziehen, Hebel der Klemme schliessen und kontrollieren. (Bei der mocean G1 befinden sich die Klemmen unten am Mastfuss, bei der G2 sind die Klemmen der Reff-Leinen einfach erreichbar direkt am Baum montiert.) Reff 1: weiss-rote Leine Reff 2: weiss-grüne Leine 5. Grosssegel dichtholen, Niederholer nach Bedarf durchsetzen AUSREFFEN GROSSSEGEL 1. Grossschot und Niederholer vollständig lösen 2. Reffleine/n vollständig lösen 3. Grossfall lösen und etwas fieren 4. Refföse aus Reff-Haken lösen 5. Grossfall von Hand gut durchstrecken 6. Grosssegel dichtholen, Niederholer nach Bedarf durchsetzen 25
26 GENNAKER Das Benutzen des Gennakers auf der mocean erfordert die Absolvierung des Sailbox Gennaker-Kurses und sehr gute Segelund Bootskenntnisse. Bei mehr als 4 Beaufort Windstärke darf der Gennaker auf einer mocean nicht mehr gesetzt werden. Die Windverhältnisse sind vorab gut abzuklären. BELEGUNG 1. GENNAKER-TASCHE: Verstaut wird der Gennaker unter dem Cap auf Backbord. Achte darauf, dass der Gennaker ganz unter dem Cap verstaut ist, so dass kein Regenwasser in den Sack eindringen kann. Die Gennaker-Tasche ist kein Stauraum! 2. GENNAKERBAUM: Der Gennakerbaum ist fest im Boot eingebaut und wird vor oder während dem Setzen vom Cockpit aus ausgefahren und fixiert. Nach dem Bergen wird er wieder eingefahren. 3. BOOM OUT: Der Gennakerbaum wird an dieser Schot herausgezogen. 4. TACKLEINE: Mit dieser Leine wird die vordere Ecke des Gennakers zum Gennakerbaum nach vorne gezogen und fixiert. 5. GENNAKERSCHOTEN: Die Gennakerschoten sind am Schothorn angeschlagen und werden auf beiden Seiten der mocean nach hinten geführt und übersetzt. Getrimmt wird das Segel durch die Leeschot. 6. GENNAKERFALL: Am Gennakerfall wird der Gennaker vom Cockpit aus gehisst
27 GENNAKER GENNAKER SETZEN 1. Gennakerbaum rausziehen und belegen 2. Abfallen auf Raumschot- oder Vorwindkurs 3. Gennakerfall hochziehen 4. Tack bis nach vorne ziehen und dabei die Basis gut gespannt halten, damit sie nicht ins Wasser kommt 5. Gennakerschoten führen, leicht anluven und Gennaker füllen 6. Fock rollen Punkte 3. und 4. können nacheinander von einer Person oder gleichzeitig von zwei Personen ausgeführt werden. HALSEN UNTER GENNAKER 1. Abfallen und mit der Bootsrotation gleichmässig den Gennaker fieren 2. Wenn kein Druck mehr in der Schot ist, diese aktiv herausgeben, bis das Schothorn vor dem Vorstag ist 3. Im neuen Lee den Gennaker zügig dicht holen 4. Bei Widerstand überprüfen, was klemmt 5. Auf neuem Bug Gennaker wieder trimmen 6. Bei viel Wind und Gleitfahrt nicht vergessen, beim Umschlagen der Segel Stützruder zu geben Bei wenig Wind darauf achten, dass der Gennaker nicht in der Saling hängen bleibt. Falls der Gennaker mit dem Achterliek an der Saling hängen bleiben sollte, das Gennaker-Fall etwas lösen. Der Gennaker kann sich dadurch wieder befreien. GENNAKER BERGEN (DROP) 1. Fock ausrollen und belegen 2. Abfallen auf Raumschot- oder Vorwindkurs, so dass fast kein oder nur noch wenig Druck im Gennaker ist 3. Unterliek (oder Leeschot) des Gennakers vor den Wanten im Lee greifen 4. Tack und Baum lösen, Schoten fieren 5. Gennaker am Unterliek zusammennehmen, Fall kontrolliert lösen 6. Gennaker bergen und unter Cap verstauen 7. Gennakerbaum reinziehen 27
28 TRAPEZ SEGELN IM TRAPEZ Um ins Trapez raus zu gehen, wird das Körpergewicht nach dem Einhängen so weit nach hinten verlagert, bis man ganz im Trapezgurt hängt. Dann stellt man das vordere Bein auf den Bootsrand und stösst sich aus dem Boot raus. Achte immer darauf, dass die Trapezleine, an der du hängst, gespannt ist. Bei durchhängender Leine kann sich der Metallring von selber aus dem Haken der Trapezhose lösen und man fällt ins Wasser. Das hintere Bein wird nachgezogen und auch auf den Bootsrand gestellt. Im Trapez steht man gestreckt. Hüfte nach oben drücken und Rumpfspannung erzeugen. Die Die Beine sind so positioniert, dass man eine stabile Position hat und den entstehenden Kräften gegenwirken kann. Das vordere Bein ist durchgestreckt und der Fuss zeigt in Fahrtrichtung. Das hintere Bein darf leicht geknickt sein und dient zum Abfedern von Wellen. Versuche, die Schiffsbewegungen zu antizipieren, damit die Schot zur Höhenverstellung vom Trapezbügel frühzeitig gefiert, dicht genommen oder wenn nötig ausgehakt werden kann. Im Trapez sollte eine Schwimmweste getragen werden, automatische Schwimmwesten über dem Trapezgurt anziehen! Die Gennaker-Schot kann als Sturzleine verwendet werden, wenn sie im Luv locker in die Klemme gelegt wird. 28
29 SCHLUSSBEMERKUNG Sailbox ist eine Non-Profit-Organisation, die ihren Mitgliedern das Segeln auf moceans zu günstigen Konditionen ermöglicht. Dies ist nur möglich, wenn sich alle an die sachgerechte Nutzung der moceans halten. Als Mitglied von Sailbox bist du verpflichtet, dieses Bootsmanual zu kennen und die darin enthaltenen Weisungen strikt einzuhalten. Wenn du als Mitglied von Sailbox eine mocean reservierst, trägst du die Verantwortung und bist verpflichtet die folgenden Dokumente zu kennen und die Weisungen strikt einzuhalten: mocean - Manual Standort-Manual Checkliste für die Übernahme eines Bootes Checkliste für das Verlassen eines Bootes Bei Schäden, die nachweislich durch unsachgemässe oder zweckwidrige Nutzung der mocean Yachten entstanden sind, behält sich Sailbox vor, die Kosten vollumfänglich dem Verursacher in Rechnung zu stellen. Im Wiederholungsfall behält sich Sailbox vor, Mitglieder zu ermahnen oder allenfalls eine Mitgliedschaft aufzukündigen. Vielen Dank, dass du mit uns segelst und die Regeln zu Gunsten aller Mitglieder einhältst! Wir wünschen dir viel Spass und tolle Erlebnisse mit unseren moceans auf den Schweizer Seen. Dein Sailbox-Team 29
30 ANHANG: ALLGEMEINE TIPPS ZUM SEGLEN VORTRITTSREGELN Kursschiff vor Fischer vor Segelboot vor Ruderboot vor Motorboot Segelboote untereinander: Backbordbug vor Steuerbordbug Ein Segelboot mit Wind von Steuerbord hat Vortritt gegenüber einem Segelboot mit Wind von Backbord Zwei Segelboote untereinander mit Wind von der gleichen Seite: Lee vor Luv Das Schiff im Lee (d.h. weg vom Wind) hat Vorfahrt. Das Schiff in Luv hat mehr Möglichkeiten zu manövrieren. (Es fährt z.b. auf einem Halbwindkurs und kann abfallen oder anluven, während das Boot im Lee einen Amwindkurs fährt und nicht anluven kann ohne zu Wenden.) Schiffe, die aus einem Hafen hinausfahren, haben Vortritt Innere Uferzone: (0 bis 150 m vom Land entfernt): Unter Motor darf die innere Uferzone nur befahren werden, um an- oder abzulegen oder stillzuliegen (ankern). Dafür ist der kürzeste Weg zu nehmen (90 zum Ufer). Parallelfahrten zum Ufer sind untersagt. ZUVIEL DRUCK IM SEGEL 1. Zuviel Druck auf einem Amwindkurs / zu starke Krängung Anluven (leicht in den Wind schiessen), bis sich das Boot wieder aufstellt, danach gleich wieder abfallen Grossschot fieren Baumniederholer lösen: Dies führt zu mehr «Twist», das Achterliek öffnet sich und der Druck im Segel wird geringer. 2. Zuviel Druck auf einem Halbwind- oder Raumwindkurs Grossschot fieren und weiter abfallen REFFEN Das Grosssegel auf dem Hart-am-Wind-Kurs mit Wind von Steuerbord reffen (Vortritt gegenüber anderen Segelbooten / Mastrutscher lassen sich auf diesem Kurs am besten bewegen) Fock auf einem Halbwind- oder Raumwindkurs ganz einrollen (Die Fock darf nur ganz einoder ganz ausgerollt gefahren werden!) Bei sehr viel Wind kann die mocean auch im zweiten Reff ohne Fock gesegelt werden 30
31 ANHANG: TIPPS ZUM SEGELTRIMM ALLGEMEIN Bitte nicht an den Trimmelementen würgen und zu stark anziehen! Nach dem Segeln diese dann auch wieder lösen, um das Material zu schonen. VORLIEK GROSSSEGEL Entlang des Vorlieks (Mast) sollten keine Falten im Grosssegel sein. Das Grossfall von Hand gut durchsetzen (niemals über die Winsch hochzwängen!). Mit Cunningham (Vorliekstrecker) das Vorliek soweit nach unten ziehen, bis keine Falten mehr im Segel sind. Das Cunningham (Vorliekstrecker) öffnet zudem das Achterliek, der Segelbauch verschiebt sich nach vorne und die Luvgierigkeit wird verringert. Wird bei Leichtwind nicht benutzt. Je mehr Wind desto dichter. UNTERLIEK GROSSSEGEL Zwischen Unterliek und Baum soll stets einen Abstand von zwei Handbreiten sein. Das Schothorn mit Unterliekstrecker nach achtern ziehen. Der Unterliekstrecker trimmt den unteren Teil des Grosssegels. Wenn er gelöst ist, hat das Segel unten ein bauchiges Profil, wird er dichtgeholt, wird das Profil flacher. Das Segel soll bei ganz wenig und viel Wind flach sein und bei Mittelwind bauchig. BAUMNIEDERHOLER / KICKER Der Baumniederholer verhindert das Steigen des Baumes und schliesst dadurch das Achterliek. Er wird vor allem bei mittelstarkem Wind (ab 2 Bft.) auf Amwindkurs gebraucht, um das Achterliek zu schliessen und dadurch Druck aufzubauen. Bei sehr wenig Wind wird der Niederholer komplett gelöst, um dem leichten Wind die Strömung durch das Segel zu ermöglichen. Auch bei sehr viel Wind (ab 4 Bft.) wird er nicht mehr ganz dicht genommen, um den hohen Druck im Grosssegel abzubauen. Dasselbe Prinzip gilt für den Raumschotkurs. Je stärker der Druck im Segel, desto mehr kann der Niederholer wieder gelöst werden. Aber Achtung, wird der Niederholer zu stark gelöst, steigt der Baum, das Segel verliert an Profil und der Druck im Segel kann nicht mehr kontrolliert werden. 31
32 ANHANG: TIPPS ZUM SEGELTRIMM Die Trimmfäden in der Fock sollten horizontal liegen. Die Pinne auf die Seite legen, auf der die Fäden nicht gutstehen. HOLEPUNKT FOCKSCHOT Die Holepunkte sind auf einer Schiene nach vorne und nach hinten verstellbar. Ist der Holepunkt hinten, ist die Fock flach und das Achterliek offen und verwindet sich. Die Fock öffnet sich oben stärker. Bei zu viel Twist verhalten sich die Trimmfäden unterschiedlich in verschiedenen Höhen. Ist der Holepunkt vorne ist die Fock bauchig und das Achterliek geschlossen. Bei wenig Wind sollte der Holepunkt eher vorne sein, bei viel Wind hinten. Die Position kann nur ohne Spannung, daher am besten im Luv verstellt werden VORLIEKSPANNUNG Das Fockfall kann mehr oder weniger durchgesetzt werden. Das Optimum ist, wenn es gerade keine horizontalen Falten mehr hat. Bei zu viel Zug kann das Segel Schaden nehmen. Der Fockstrecker ist nach dem Segeln zu entlasten! GEWICHTSTRIMM Der Rumpf sollte in Längsachse möglichst horizontal im Wasser liegen. Auf einem Amwindkurs (Wind drückt Mast nach Hinten) sollten die Segler möglichst weit nach vorne zum Mast/Kiel sitzen, um keinen Strömungsabriss am Heck zu erzeugen. Auf einem Vorwind- oder Raumkurs (Wind drückt Mast nach Vorn) Gewicht möglichst weit nach achtern verlagern, damit Boot ins Gleiten kommt. Die mocean segelt am besten mit einer leichten Krängung. Bei zu viel Krängung entsteht eine bremsende Leewelle. Abhängig von der Windstärke können sich die Segler auf Steuer- und Backbord verteilen, oder im Trapez hinaushängen. 32
33 ANHANG: MOCEAN 1. Kiel: Tiefgang: 1.6 m 2. Rumpf: Länge: 8 m, Breite: 2.2 m 3. PUR-Bug 4. Cap 5. Mittschiffsöffnungen (/Backskiste) 6. Seitentaschen 7. Motor (S.12-17) 8. Motorsteuerung (S.14) 9. Mast 10. Baum 11. Kicker / Baumniederholer 12. Ruder 13. Pinne (S.11) 14. Pinnenverlängerung (S.11) 15. Wanten 16. Trapez (S.24) 17. Vorstag 18. Grosssegel 22m 2 (S.18) 19. Grosssegel-Latten 20. Grosssegel-Fall 21. Stagreiter 22. Grossschot 23. Unterliekstrecker 24. Reffleine 1 (S.20) 25. Reffleine 2 (S.20) 26. Fock 14m 2 (S.19) 27. Fock-Fall 28. Fockschot 29. Rollleine Rollfock 30. Gennaker 70m 2 (S.21) 31. Gennaker-Fall 32. Gennaker-Schot 33. Gennaker-Baum 34. Gennaker-Tasche 35. Baum Auszieher 36. Gennaker Horn <
34 ZUHAUSE Plane deine Ausfahrt Wetter und Wind (Starkwind- oder Sturmwarnungen, Gewittergefahr) Boot (Frische dein Wissen über die mocean auf mit dem Bootsmanual) Standort (Infos zu Hafen, Untiefen, Kursschiffe findest du im Standort-Manual) IM HAFEN Beim Betreten der mocean nicht auf die Bugnase aus Gummi stehen Allgemeinzustand des Schiffes und Material auf Vollständigkeit prüfen Mängel und Schäden umgehend per Mail an melden. Bei Wasser in der Bilge: lenzen Sicherheitsausrüstung kontrollieren (Paddel, Bootshaken, Horn, Notflagge, Lenzpumpe, Sorgleinen) Schwimmwesten anziehen AN DER BOJE Liegt die mocean an einer Boje, können die Segel direkt gesetzt werden Beiboot richtig festmachen MOTOR Stecker vom Stromkabel zuerst landseitig ausziehen. Danach Stromkabel auf dem Boot ausziehen. Hauptschalter betätigen, Steuereinheit einschalten und Ladestand der Batterie kontrollieren. Funktionen des Motors überprüfen (Vorwärts-Neutral-Rückwärts). SEGEL Persenninge von Gross- und Focksegel ordentlich falten und verstauen Grosssegel anschlagen, obersten Pin einhängen und Grossfall mit Schäkel am Segelkopf befestigen Fallen und Schoten kontrollieren (keine Knoten, alles frei beweglich) VOR DEM ABLEGEN Vertäuung vom Steg aus betrachten und gut merken Fender sicher verstauen Motor bis zum Rumpf absenken, bevor er zum Ablegen/Auslaufen verwendet wird Gummi-Sicherungsleine von Pinne entfernen. Kontrollieren ob das Ruder sich einwandfrei bewegen lässt. Wetterlage beobachten. Bei unsicherer Lage oder falls du bei den vorherrschenden Wetterbedingungen ein ungutes Gefühl hast, segle nicht zu weit vom Hafen weg und beobachte das Wetter ständig. AUSLAUFEN Immer unter Motor aus dem Hafen auslaufen mit max. Halbgas In der äusseren Uferzone (> 150m von Land entfernt) in Wind stellen zum Grosssegel setzen Das Grossfall nie über Winsch setzen! Bevor Fahrt aufgenommen wird, den Motor ausschalten und hochziehen Fock immer auf Halbwind- oder Raumwindkurs ausrollen 34
35 RÜCKKEHR IN DEN HAFEN Fock auf Vorwind- oder Raumwindkurs einrollen Aufschiessen in der äusseren Uferzone (> 150m von Land entfernt) Motor herunterlassen und einschalten (leichte Vorwärtsfahrt) Grosssegel im Wind stehend bergen Immer langsam und unter Motor in den Hafen fahren! (max. Halbgas) FESTMACHEN Boot gemäss Standort-Manual und Schiffsordnung vertäuen Pinne und Ausleger gemäss Schiffsordnung sichern SEGEL Fock auf Vorwind- oder Raumwindkurs bereits eingerollt Grosssegel auf dem Baum auftuchen und mit Bändseln fixieren Grossfall an der Baum-Nock als Dirk befestigen, Grossbaum in waagrechte Stellung bringen Grossschot dichtholen, aufschiessen und am oberen Grossschot-Block mit Mastwurf unter der Persenning regengeschützt sichern Gennaker-Sack unter dem Cap witterungssicher schützen (nach vorne schieben in Richtung Bug schieben) PERSENNINGE Grosssegel Persenning unten schliessen und mit kleiner Schot an der Baum-Nock sichern Fock-Persenning soweit hochziehen, dass der untere Bund des Segels abgedeckt ist. Den Reissverschluss und die untere Sicherungs-Schlaufe mit der dünnen Schot am Pad-Eye sichern. LAUFENDES GUT Fallen und Schoten sind frei beweglich und ohne Knoten Gennakerschot auf beiden Seiten dichtholen, in Klemmen sichern und auf der Seite verknoten Alle Schoten aufschiessen und unter dem Cap witterungssicher schützen. Nasse Schoten unter dem Cap aufhängen. Trimmleinen (Unterliek, Vorliek, Niederholer) entlasten MOTOR Motor ganz nach oben hochgezogen Hauptschalter ausgeschaltet Landstrom bzw. Solarpanel angeschlossen bei Landstrom brennt die Ladeleuchte bei Solarpanel: (bei weniger als 30% Akku Meldung an BACKSKISTE Backskiste gemäss Schiffsordnung aufräumen, Kisten verstauen (Seite 9 & 10) Backskiste schliessen BOOT VERLASSEN Boot geputzt (Eimer und Schrubber sind in der Backskiste) Falls vorhanden: Vogelscheuche aufstellen 35
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