Koproduktive Entwicklung/Implementierung/Evaluation

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1 Koproduktive Entwicklung/Implementierung/Evaluation von Methodiken: Erkenntnisse aus der deutschen Schweiz Prof. Dr. Kitty Cassée Panel B

2 Was ist eine Methodik? Eine Methodik ist ein theoretisch fundiertes Handlungsmodell, das als Standard bei mehreren Leistungserbringern vergleichbar zur Anwendung gelangt. Eine Methodik ist strukturiert, d.h. die wichtigsten Arbeitsschritte und Verfahren/Instrumente liegen in Form von Checklisten, Rastern etc. in manualisierter Form vor. Eine Methodik umfasst Arbeitsschritte und Verfahren für die - Diagnostik - Planung und Gestaltung von Interventionen - Evaluation 2

3 Methodikentwicklung: koproduktiv Entwicklung/Implementierung/Evaluation state of the art Wissenschaft Forschungsstelle Koproduktion Evidenzbasierung Forschungsergebnisse Erklärungstheorien Instrumente Techniken Methoden Praktische Erfahrungen Methodik Handlungsfelder good practice Praxis

4 Handlungsmodell für den ganzen Hilfeprozess Diagnostik- Prozess Analyse Diagnose Indikation Fallaufnahme Methodik Da Hilfeplan Abschluss Evaluation Monitoring Intervention Interventionsprozess

5 Mehrere Tools/Instrumente für die Diagnostik Auftrag BI EBD NK Eltern EKI 0-3 IA Kind 0-3 TR SW K/J KP K/J SDQ K/J RE-KipE BE SW M/V LB KP Eltern NK K/J SDQ Erw. CARE-CH Indikationsbericht Gutachten/Berichte

6 Implementierte Methodiken in der Schweiz

7 Stand der Methodikentwicklung in der Schweiz 7 Seit 2004/2005: KOFA in 17 Fachstellen Kompetenz- und risikoorientierte Arbeit mit Familien Seit 2006/2007: KOSS in 15 Organisationen Kompetenzorientierte Arbeit in stationären Settings Seit 2011: KORJUS in 14 Jugendanwaltschaften/8 Kantonen Methodik für die Jugendstrafrechtspflege Seit 2012: KO4JU in 6 Organisationen Kompetenzorientiertes Programm für Jugendliche (aufsuchend) Seit 2015: KOPP Pilotprojekt für die Platzierung in Pflegefamilien 2016: KORKJH Entwicklungsprojekt in der ambulanten KJH

8 Koproduktion im Rahmen einer Methodik Erstimplementierung/Weiterentwicklung Kontraktgespräche mit dem Management Anpassung des Grundmodells Unterstützung des Managements im Implementierungsprozess Basis- und Vertiefungstrainings für Mitarbeitende Coachings vor Ort/Gegenlesen von Berichten Begleitgruppen/Steuerungsgruppen Fallpräsentationen/Fallseminare Arbeitsgruppen für ausgewählte Themen Praxisforen zur Weiterentwicklung der Methodik Evaluationen als Standard 8

9 Evaluation im Rahmen einer Methodik Themenbereiche Ist-Soll-Analyse/SWOT Implementierungsprozess Stand der Implementierung/Methodiktreue Trainings der Mitarbeitenden Fähigkeiten der MA zu Beginn und Zuwachs der Fähigkeiten Zielerreichung auf Klientenebene Beurteilung klientbezogener Prozesse durch KlientInnen, Eltern und zuweisende Instanzen Follow-ups für die Nachhaltigkeitsüberprüfung Weitere Themen nach Bedarf 9

10 Kompetenz- und risikoorientierte Diagnostik Gelingensbedingungen

11 Gelingensbedingungen Der Veränderungsimpuls kommt aus der Praxisorganisation die Organisation benennt Veränderungswünsche. Das Management/die strategische Ebene hat klare Vorstellungen über den Veränderungsprozess und kann die notwendigen Ressourcen zur Verfügung stellen. Störungen/Konflikte im Implementierungsprozess werden transparent, rasch und fair bearbeitet. Die Methodik wird für die konkrete Praxisorganisation maßgeschneidert, d.h. auf die Rahmenbedingungen der Organisation zugeschnitten. Die Entwicklungsstelle ist fachlich aktuell, verlässlich, belastbar und flexibel

12 Stolpersteine Es bestehen unrealistische Vorstellungen über den Aufwand Parallel laufen andere Prozesse in der Organisation (z.b. QM) > viele externe Expertinnen/Experten Störungen/Konflikte im Implementierungsprozess werden nicht mit den Direktinvolvierten, Kompetenz- und risikoorientierte sondern mit Methodiken Dritten bearbeitet. Häufiger Personalwechsel oder personelle Entscheide werden hinausgezögert. Die Methodikentwickler nehmen Anliegen der Praxispartner nicht genügend auf. Die Entwicklungsstelle ist stark in institutionellen Routinen eingebunden und kann nicht schnell reagieren und keine Nachhaltigkeit garantieren.

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