Gute Bildung - gute Chancen
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- Martin Färber
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1 Statistik/Arbeitsmarktberichterstattung Gute Bildung - gute Chancen Der Arbeitsmarkt für Akademikerinnen und Akademiker
2 Gute Bildung - gute Chancen Kontakt für Rückfragen: Ralf Beckmann Susanne Lindner [email protected] Internet: Register: Arbeitsmarktberichte, Menüpunkt: Akademiker Bezugsmöglichkeit: Printexemplare können über bezogen werden. Zitierhinweis: Bundesagentur für Arbeit (2016): Gute Bildung - gute Chancen. Der Arbeitsmarkt für Akademikerinnen und Akademiker in Deutschland, Nürnberg. Nutzungsbedingungen: Statistik der Bundesagentur für Arbeit Sie können Informationen speichern, (auch auszugsweise) mit Quellenangabe weitergeben, vervielfältigen und verbreiten. Die Inhalte dürfen nicht verändert oder verfälscht werden. Eigene Berechnungen sind erlaubt, jedoch als solche kenntlich zu machen. Im Falle einer Zugänglichmachung im Internet soll dies in Form einer Verlinkung auf die Homepage der Statistik der Bundesagentur für Arbeit erfolgen. Die Nutzung der Inhalte für gewerbliche Zwecke, ausgenommen Presse, Rundfunk und Fernsehen und wissenschaftliche Publikationen, bedarf der Genehmigung durch die Statistik der Bundesagentur für Arbeit. 2
3 Inhaltsverzeichnis 1. Allgemeiner Teil Der Arbeitsmarkt Der Arbeitsmarkt für Akademikerinnen und Akademiker Entwicklung der Erwerbstätigkeit Künftige Ersatzbedarfe Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung Arbeitslosigkeit Arbeitskräftenachfrage Akademischer Nachwuchs Berufseinstieg mit Bachelorabschluss Berufsgruppen Ingenieurwesen Maschinen- und Fahrzeugtechnik Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik Forschung, Entwicklung, Konstruktion und Produktion Architektur und Bauingenieur wesen Informatik Naturwissenschaften Wirtschaftswissenschaften Rechtswissenschaften Medizin und Pharmazie Sozialarbeit, Sozialpädagogik und -beratung Lehrkräfte Gesellschaftswissenschaften Psychologie Sprach-, Literatur- und Geisteswissenschaften Redaktion, Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit Hinweise zu statistischen Angaben
4 Gute Bildung - gute Chancen Der Arbeitsmarkt für Akademikerinnen und Akademiker Die Zahl Erwerbstätiger mit Hochschulabschluss stieg 2014 auf 8,3 Millionen. Jeder 5. Erwerbstätige in Deutschland verfügt damit über einen Hochschulabschluss. Die Zahl arbeitsloser Akademikerinnen und Akademiker hat sich 2015 gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Die Arbeitslosenquote ist mit 2,6 Prozent sehr gering (2014). Die Nachfrage erreichte mit Stellenmeldungen den höchsten Stand seit 2007 (vorher keine vergleichbaren Angaben). Es gibt punktuelle Engpässe bei der Stellenbesetzung (Ingenieurberufe, IT-Berufe, Humanmedizin). In Ingenieurberufen zeichnet sich jedoch eine Entspannung ab. Die Studierendenzahl ist im Wintersemester 2015/16 mit 2,8 Millionen so hoch wie nie zuvor. Das akademisch ausgebildete Fachkräftepotenzial wird deshalb in den nächsten Jahren weiter spürbar steigen. 4
5 1. Allgemeiner Teil 1.1 Der Arbeitsmarkt 2015 Die deutsche Wirtschaft ist 2015 moderat gewachsen. Der Arbeitsmarkt entwickelte sich weiter positiv. Die Zahl der Erwerbstätigen hat weiter zugenommen und erreichte 2015 mit 43 Millionen den höchsten Stand seit der deutschen Wiedervereinigung. Wie im Vorjahr wurde diese Entwicklung vom kräftigen Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung getragen. Der Arbeitskräftebedarf der Betriebe ist auf hohem Niveau weiter gestiegen. Im vierten Quartal 2015 waren insgesamt 1,04 Millionen offene Stellen in Deutschland zu besetzen, rund mehr als im Vorjahresquartal. Der Bestand an Stellen, die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet waren, stieg im Vergleich zum Vorjahr um auf Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosigkeit ist auf 2,8 Millionen gesunken. Weniger arbeitslose Menschen wurden im wiedervereinigten Deutschland lediglich 1991 gezählt. 1.2 Der Arbeitsmarkt für Akademikerinnen und Akademiker Akademikerinnen und Akademiker profitierten auch 2015 von der guten Entwicklung am Arbeitsmarkt. Der Trend zur Höherqualifizierung setzte sich fort; die Erwerbstätigkeit erreichte einen neuen Höchststand. Auch die Zahl der gemeldeten Stellenangebote kletterte auf Rekordniveau. Die Zahl Arbeitsloser hat sich faktisch nicht verändert. Die Arbeitslosenquote ist mit 2,6 Prozent weiterhin sehr gering; sowohl im zeitlichen Vergleich als auch im Vergleich zu anderen Qualifikationsgruppen. 1 Einen flächendeckenden Akademikermangel gibt es nicht, jedoch sind Besetzungsengpässe in bestimmten Berufen und Regionen auszumachen. Hier sind im wesentlichen Ingenieurfachkräfte einiger Fachrichtungen, IT-Fachleute und ärztliches Personal zu nennen. Ärztestellen zu besetzen, fiel in 1 Die Arbeitslosenquote bezieht sich auf Für 2015 kann sie noch nicht berechnet werden, da die Zahl der Erwerbstätigen noch nicht zur Verfügung steht. Die Akademiker-Arbeitslosenquote für 2015 wird aber zweifellos ähnlich niedrig ausfallen wie die für
6 Gute Bildung - gute Chancen fast allen Bundesländern schwer; bei den technischen Berufsgruppen waren vornehmlich der Westen und Süden der Republik betroffen. Jungen Hochschulabsolventen bietet die positive Arbeitsmarktlage gute Chancen auf einen erfolgreichen Start ins Erwerbsleben. Allerdings gibt es in einzelnen Fachrichtungen auch Probleme beim Berufseinstieg, zu nennen wären hier beispielsweise die Sprach- und Kulturwissenschaften oder die Gesellschaftswissenschaften. Nach einer gewissen Suchphase gelingt der Einstieg ins Erwerbsleben in der Regel aber auch hier, wenngleich die Beschäftigung nicht immer studienadäquat erfolgt. 1.3 Entwicklung der Erwerbstätigkeit Jeder Fünfte hat einen akademischen Abschluss Rund 8,3 Millionen Erwerbstätige verfügten 2014 über einen akademischen Abschluss. 2 Damit hatte mehr als jeder fünfte Erwerbstätige an einer Universität, Fachhochschule oder einer Berufsakademie studiert. Die Zahl erwerbstätiger Akademiker ist in den letzten Jahren kräftig gewachsen: seit 2005 um rund 2,2 Millionen oder ein 2 Quelle: Statistisches Bundesamt. Mikrozensus gutes Drittel 3 (Abbildung 1). Der Akademikeranteil kletterte in diesem Zeitraum um vier Prozentpunkte. Dies spiegelt den fortschreitenden Strukturwandel hin zu einer Wissens- und Informationsgesellschaft wider. Der Großteil der Erwerbstätigen übt eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aus (vgl. Kapitel 1.5). Außerdem sind in akademischen Berufen Selbständigkeit und Beamtenstatus von Bedeutung. Überdurchschnittliche Zuwächse sind in allen Erwerbstätigkeitsformen feststellbar (Abbildung 2). So ist die Zahl der angestellten Akademiker seit 2005 um die Hälfte gewachsen. Insgesamt gab es bei Angestellten (und Arbeitern) in diesem Zeitraum ein Plus von 14 Prozent. Die Gesamtzahl der Selbständigen ist um drei Prozent angestiegen, die Zahl der Akademiker unter ihnen hingegen um 23 Prozent. Auch im öffentlichen Dienst ist der Trend zur Höherqualifizierung zu beobachten. Bei einer insgesamt rückläufigen Zahl verbeamteter Staatsbediensteter gab es sechs Prozent mehr Beamte mit (Fach-)Hochschulabschluss. 3 Ab 2011 werden auch Abschlüsse an Berufsakademien als akademische Abschlüsse einbezogen. Das betraf 2014 rund Erwerbstätige. 6
7 Abbildung 1 Zahl der Erwerbstätigen mit akademischen Abschlüssen steigt auf 8,3 Millionen Erwerbstätige mit (Fach-)Hochschulabschluss, ab 2011 einschl. Berufsakademien 6,0 6,2 6,4 6,8 7,1 7,1 7,5 7,8 8,0 8, Datenquelle: Statistisches Bundesamt. Rundungsbedingte Differenzen sind möglich. Abbildung 2 Zahl der akademischen Fachkräfte steigt in allen Erwerbsformen weit überdurchschnittlich Erwerbstätige insgesamt und Erwerbstätige mit (Fach-)Hochschulabschluss* Veränderung 2014 gegenüber % +37% +23% +9% alle Akademiker +3% +6% +14% -6% Insgesamt Selbständige Beamte Angestellte und Arbeiter Datenquelle: Statistisches Bundesamt *ab 2011 einschließlich Berufsakademien 7
8 Gute Bildung - gute Chancen Unterschiedliche Erwerbsformen in akademischen Berufen Wirtschaftswissenschaftler, Lehrkräfte, Ingenieure, Ärzte, Informatiker und Sozialpädagogen bilden die größten akademischen Berufsgruppen. Zwei von drei Akademikern gehören einer dieser Berufsgruppen an. Selbständigkeit und Verbeamtungen kommt dabei eine sehr unterschiedliche Bedeutung zu eine Tatsache, die unter Umständen schon bei der Wahl des Studienfachs berücksichtigt werden kann (Abbildung 3). Künstler sind überwiegend selbständig tätig. Auch unter Rechtswissenschaftlern, Psychologen, Architekten, Medizinern und Journalisten ist der Anteil Selbständiger überdurchschnittlich hoch. Dagegen ist er bei Lehrkräften und Sozialpädagogen gering. Gleiches gilt für die meisten Ingenieurberufe, in den Naturwissenschaften und natürlich in Verwaltungsberufen. Verbeamtungen gibt es in nennenswertem Ausmaß nur in den Bildungsberufen, namentlich bei den Lehrern; außerdem bei Verwaltungsexperten, Archivaren und Bibliothekaren; bei Juristen, die als Richter und Staatsanwälte, aber auch als Referenten und Sachbearbeiter in Behörden und Abbildung 3 Wirtschaftswissenschaftler/innen, Lehrkräfte, Ingenieure/innen sind die großen Akademikergruppen Erwerbstätige Management, Handel, Finanzen, Wirtschaftwiss Lehre und Ausbildung Maschinen-, Elektrotechnik, Entwicklung, Produktion (Techn. Ing.) Human- und Zahnmedizin Informatik Sozialarbeit, - pädagogik, -beratung Rechtsberatung, -sprechung, - ordnung Bau (Ingenieurtätigkeiten) Redaktion, Journalismus, Öffentlichkeitsarbeit, Verlagswirtschaft Naturwissenschaften Verwaltung, Archiv- und Bibliothekswesen Architektur Künstlerische Berufe Geistes-, Gesellschaftswissenschaften Psychologie Pharmazie Mediengestaltung, Werbung, Marketing Datenquelle: Statistisches Bundesamt, Mikrozensus 2014 Selbständige Beamte Arbeiter und Angestellte ohne Angaben Anteile in % 8
9 Ministerien beschäftigt sind; und bei Bauingenieuren, die beispielsweise in den kommunalen Bauämtern arbeiten. Unter Wirtschaftswissenschaftlern ist der Beamtenanteil verschwindend gering (2 Prozent); aufgrund der Größe dieser Berufsgruppe ist die absolute Anzahl der beamteten Wirtschaftswissenschaftler dennoch erwähnenswert (41.000). Das Angestelltenverhältnis dominiert in vielen Berufsgruppen. Besonders groß ist der Anteil der Angestellten bei Ingenieuren, Sozialpädagogen und Informatikern. Aber auch Geistes- und Gesellschaftswissenschaftler sowie Betriebs- und Volkswirte sind typischerweise abhängig beschäftigt. 1.4 Künftige Ersatzbedarfe Die Zahl der Erwerbstätigen, die heute 55 Jahre oder älter sind, bietet einen Anhaltspunkt dafür, wie viele Personen in den nächsten gut zehn Jahren in den Ruhestand eintreten werden. Mehr als jeder fünfte erwerbstätige Akademiker war 2014 mindestens 55 Jahre alt. Insgesamt waren das 1,7 Millionen Erwerbstätige. Der Anteil der älteren Arbeitnehmer ist in den letzten Jahren angestiegen. Dies liegt daran, dass erstens: Erwerbstätige länger im Berufsleben bleiben, zweitens: die geburtenstarken Jahrgänge das entsprechende Alter erreichen und drittens: weniger junge Menschen nachkommen. Der demografisch bedingte Ersatzbedarf ist in den Berufsgruppen unterschiedlich groß (Abbildung 4). Etwa jeder vierte Arzt und jede vierte Lehrkraft könnte altersbedingt in den nächsten Jahren aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Das entspricht Ärzten und Lehrkräften. Sehr wenig ältere Erwerbstätige finden sich hingegen in der Informatik sowie in Mediengestaltung, Werbung und Marketing. Ein hoher Anteil älterer Erwerbstätiger muss allerdings nicht automatisch zu einer Mangelsituation führen. Entscheidender dürfte die absolute Anzahl im Vergleich zur künftigen Zahl der Absolventen sein. Darüber hinaus gibt es viele Einflussfaktoren, deren Auswirkungen heute noch gar nicht absehbar sind. So spielen der Strukturwandel der Wirtschaft, neue Technologien, politische Rahmensetzungen, weltpolitische und weltwirtschaftliche Entwicklungen und Wanderungsbewegungen eine Rolle. Das Bundesinstitut für Berufsbildung und das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung kommen in einer Berufsfeld-Projektion, die bis zum Jahr 2030 reicht, zu dem Ergebnis, dass der Bedarf in akademi- 9
10 Gute Bildung - gute Chancen Abbildung 4 Viele Eintritte in den Ruhestand zu erwarten Erwerbstätige mit 55 Jahren und älter, Anteile an insgesamt (jeweils Expert/inn/en) Verwaltung, Archiv- und Bibliothekswesen Human- und Zahnmedizin, Pharmazie Psychologie Land-, Tier-, Forstwirtschaft, Gartenbau Bau und Architektur Lehre und Ausbildung Insgesamt (Expert/inn/en) Rechtsberatung, -sprechung, -ordnung Management, Handel, Finanzen, Wirtschaftwissenschaften Künstlerische Berufe Sozialarbeit, -pädagogik Geistes-, Gesellschaftswissenschaften, Publizismus Maschinen-, Elektrotechnik, Entwicklung, Produktion Naturwissenschaften Informatik Mediengestaltung, Werbung, Marketing % % % % % 27% % % % % % % % % % % Datenquelle: Statistisches Bundesamt, Mikrozensus 2014 schen Berufen durchaus gedeckt werden könnte. 4 Die Forscher sehen ab 2025 eher die Gefahr eines Fachkräftemangels im mittleren Qualifikationssegment, wenn die Trends der letzten Jahre anhalten sollten. 4 Bundesinstitut für Berufsbildung: BiBB-Report 23/2014, Februar Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung Akademisierung setzt sich fort Die Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit verzeichnet für 2015 rund 4,8 Millionen 5 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit Hochschuloder Fachhochschulabschluss (Abbildung 5). Gegenüber dem Vorjahr waren das rund mehr (+6 Prozent). Damit bestätigt auch die Beschäftigtenstatistik: der Trend zur Akademisierung setzt sich rasant fort. 5 Hier sind geschätzte Angaben einbezogen für Personen, für die keine Angaben zum Berufsabschluss vorliegen. 10
11 Abbildung 5 Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Akademiker/innen steigt seit Jahren kontinuierlich an Sozialversicherungspflichtig beschäftigte Akademiker/inne/n** in Millionen (jeweils zum Stichtag 30.6.) Einführung der neuen Klassifikation der Berufe 4,5 4,3 3,8 3,9 4,1 3,3 3,4 3,6 4, * 2012* Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit * Auf Grund Einführung der Klassifikation der Berufe (KldB 2010) keine Daten vorhanden. ** Einschließlich von Schätzwerten für Fälle ohne Angaben zum Berufsabschluss. Im Verlauf der letzten zehn Jahre hat sich die Zahl der beschäftigten Akademiker um nahezu die Hälfte erhöht (Abbildung 6). Gleichzeitig verringerte sich die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze, die keinen formalen Berufsabschluss erfordern (-6 Prozent). In dieser unterschiedlichen Entwicklung zeigt sich der Strukturwandel am Arbeitsmarkt hin zu einer Wissens- und Informationsgesellschaft: So werden auf der einen Seite mehr qualifizierte Beschäftigte benötigt, auf der anderen Seite geht der Bedarf an Geringqualifizierten tendenziell zurück. 6 6 Siehe hierzu auch IAB-Kurzbericht Nicht nur die absoluten Akademiker-Zahlen steigen, auch relativ gesehen gewinnen Tätigkeiten mit akademischem Anforderungsprofil an Bedeutung: 2015 verfügten 16 Prozent aller Beschäftigten über einen Hochschulabschluss. Vor zehn Jahren lag der Anteil bei 12 Prozent. Zahl der IT-Beschäftigten besonders stark gewachsen Am deutlichsten zeigte sich 2015 das Beschäftigungswachstum in IT-Berufen. Hier hat die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze gegenüber dem Vorjahr um oder neun Prozent zugelegt (Abbildung 7). Relativ 11
12 Gute Bildung - gute Chancen Abbildung 7 Kräftiger Beschäftigungszuwachs in IT-Berufen, in der Psychologie und Mediengestaltung Bestand sozialversicherungspflichtig beschäftigter Expert/inn/en Vergleich zum Vorjahr Informatik Psychologie Mediengestaltung, Werbung, Marketing Insgesamt mit akademischen Akademiker/innen Abschluss insgesamt (geschätzt**)* Geistes-, Gesellschaftswissenschaften, Publizismus Human- und Zahnmedizin, Pharmazie +9% Maschinen-, Elektrotechnik, Entwicklung, Produktion +3% Bau und Architektur +5% Lehre und Ausbildung Rechtsberatung, -sprechung, -ordnung Management, Handel, Finanzen, Wirtschaftswiss. Sozialarbeit, -pädagogik, -beratung Künstlerische Berufe Naturwissenschaften Land-, Tier-, Forstwirtschaft, Gartenbau +1% +4% +2% +2% +2% +2% +4% +3% +1% (+3.200) +1% (+400) +1% (+500) -1% (-200) +4% +4% ( ) (+1.400) ( ) +5% (+5.300) +6% ( ) ( ) +7% +7% (+7.000) +2% +9% (+2.200) (+2.600) ( ) ( ) *Fälle ohne Angaben zum Berufsabschluss geschätzt. Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Stichtag
13 betrachtet gab es hohe Beschäftigungsgewinne auch in der Psychologie sowie in Mediengestaltung, Werbung und Marketing. In absoluten Zahlen gab es das größte Plus an Arbeitsplätzen neben den IT-Berufen in technischen Ingenieurberufen ( ) und in Wirtschaftsberufen ( ), gefolgt von Medizinern und Pharmazeuten ( ) sowie Lehrkräften ( ). Steigender Frauenanteil 39 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die 2015 einer hochqualifizierten Tätigkeit 7 nachgin- 7 Anforderungsniveau 4 hoch komplexe Tätigkeiten (KldB 2010) gen, waren Frauen. Damit war der Frauenanteil bei den Akademikern etwas kleiner als bei allen Beschäftigten (46 Prozent). Auffällig sind die großen Unterschiede zwischen den Berufen (Abbildung 8): So sind in der Psychologie oder in sozialen Berufen Frauen deutlich in der Mehrzahl, während unter 100 Ingenieuren nur 11 Frauen zu finden sind. Überdurchschnittliche Frauenanteile gibt es auch unter den Angestellten in Bildungsberufen, in geistes-, gesellschaftswissenschaftlichen und publizistischen Berufen, in Medizin und Pharmazie oder in Verwaltungs- und Rechtsberufen. Abbildung 8 Frauenanteil bei Akademikern tendenziell steigend Frauenanteil bei sozialversicherungspflichtig beschäftigten Expert/innen insgesamt und bei unter 35-Jährigen in Prozent Psychologie Sozialarbeit, -pädagogik, -beratung Lehre und Ausbildung Geistes-, Gesellschaftswissenschaften, Publizismus Human- und Zahnmedizin, Pharmazie Verwaltung, Archiv- und Bibliothekswesen Rechtsberatung, -sprechung, -ordnung Beschäftigte insgesamt Mediengestaltung, Werbung, Marketing Künstlerische Berufe Expert/inn/en insgesamt Naturwissenschaften Land-, Tier-, Forstwirtschaft, Gartenbau Management, Handel, Finanzen, Wirtschaftswiss. Bau und Architektur Informatik Maschinen-, Elektrotechnik, Entwicklung, Produktion Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Stichtag alle Altersgruppen unter 35 Jahre
14 Gute Bildung - gute Chancen In den vergangenen Jahren ist der Frauenanteil leicht gestiegen lag er noch bei 37 Prozent. Auf die zukünftige Entwicklung kann man schließen, wenn man die Unterschiede zwischen jüngeren Menschen und der Gesamtgruppe untersucht. Dabei fällt auf, dass der Frauenanteil bei Akademikern unter 35 Jahren in fast allen Berufsgruppen höher ist als der Frauenanteil bei allen Akademikern. Dies lässt erwarten, dass der Frauenanteil insgesamt in der Zukunft zunehmen wird. Ein Beispiel: In akademischen Bau- und Architekturberufen sind nur 29 Prozent Frauen. Wenn man jedoch Personen unter 35 Jahren betrachtet, beträgt der Frauenanteil 42 Prozent. Ältere Jahrgänge mit hohem Männeranteil, die nach und nach aus dem Erwerbsleben ausscheiden, werden hier also durch Jahrgänge mit größerem Frauenanteil ersetzt. Dadurch dürfte der Frauenanteil insgesamt steigen und sich in Richtung 42 Prozent bewegen. Ähnlich ist die Situation in den naturwissenschaftlichen und wirtschaftswissenschaftlichen Berufen, bei denen unter den Jüngeren ein fast ausgeglichenes Geschlechterverhältnis herrscht. In Lehre und Ausbildung ist die Situation umgekehrt. Hier gibt es in jüngeren Jahrgängen einen geringeren Frauenanteil als insgesamt. Bemerkenswert ist auch die Entwicklung im medizinischen Sektor; dort sind fast zwei Drittel der jungen Beschäftigten weiblich. In einem starken Kontrast zu allen anderen Berufsgruppen stehen hingegen nach wie vor technische Berufe in Informatik, Maschinen- und Elektrotechnik, die wohl auf absehbare Zeit eine Männerdomäne bleiben werden. Ausländische Akademiker/innen zum Großteil aus Europa Rund sozialversicherungspflichtig beschäftigte Akademiker in Deutschland haben keine deutsche Staatsbürgerschaft. Der Ausländeranteil bei Akademikern betrug 2015 acht Prozent. Er ist damit höher als bei Arbeitnehmern mit Berufsabschluss (5 Prozent) und erheblich niedriger als bei Personen ohne Berufsabschluss (19 Prozent). Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der ausländischen Akademiker um gestiegen (+15 Prozent). So sind vermehrt Akademiker aus dem krisengeschüttelten Südeuropa, aber auch aus Osteuropa zugewandert. Zunehmend spielen gut Gebildete aus den Asylzugangsländern wie Syrien, der Ukraine oder dem Iran eine Rolle. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der ausländischen Akademiker stammen aus einem Land der Europäischen 14
15 Union (Abbildung 9). Rund von ihnen kommen aus Südeuropa, weitere aus den drei jüngsten EU-Staaten Rumänien, Bulgarien und Kroatien. Deutschlands Nachbarländer Polen, Frankreich und Österreich gehören zu den beschäftigungsstärksten EU-Einzelnationen. Nicht-EU-Staatsangehörigkeiten, die zahlenmäßig eine größere Bedeutung haben, sind China, Indien, Türkei und die USA mit jeweils über Beschäftigten. Die Staatsangehörigkeit eines Asylzugangslandes 8 besaßen 2015 rund Akademiker. Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen Anstieg von 18 Prozent ( Personen). Der größte Teil dürfte also bereits seit längerer Zeit in Deutschland leben. Die kulturelle Vielfalt der in Deutschland beschäftigten Akademiker ist größer als 8 Als Asylzugangsländer werden in der Arbeitsmarktberichterstattung die Staaten zusammengefasst, aus denen in den letzten Jahren die meisten Menschen in Deutschland Asyl beantragt haben (Afghanistan, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Eritrea, Irak, Iran, Kosovo, Mazedonien, Nigeria, Pakistan, Russische Föderation, Serbien, Somalia, Syrien und Ukraine). Näheres siehe: Statistische-Analysen/Statistische-Sonderberichte/ Migration-Arbeitsmarkt/Migration-Arbeitsmarkt-Nav.html Abbildung 9 Drei Viertel der beschäftigten ausländischen Akademiker/innen haben einen europäischen Pass Sozialversicherungspflichtig beschäftigte Akademiker/innen mit ausländischer Staatsangehörigkeit Ausländer/innen Deutsche 92% % EU 56% Nicht- EU 44% GIPS-Staaten Rumänien, Bulgarien, Kroatien Polen Frankreich Österreich sonstige EU Asylzugangsländer* China Indien Türkei USA sonstige Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Stichtag * Afghanistan, Albanien, Bosnien- Herzegow ina, Eritrea, Irak, Iran, Kosovo, Mazedonien, Nigeria, Pakistan, Russische Föderation, Serbien, Somalia, Syrien und Ukraine 15
16 Gute Bildung - gute Chancen der Ausländeranteil vermuten lässt. Rund 1,3 Millionen Akademiker haben einen Migrationshintergrund das sind 16 Prozent aller Erwerbstätigen mit Hochschulabschluss. 9 Wenige atypische Beschäftigungsverhältnisse Die Arbeitsmarktreformen des letzten Jahrzehnts haben flexiblere Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnet. So ist der Beschäftigungsanstieg der letzten Jahre von einer Zunahme flexibler, auch 9 Quelle: Statistisches Bundesamt, Mikrozensus 2014, Erwerbstätige mit Migrationshintergrund im engeren Sinne, das heißt: Ohne in Deutschland geborene Deutsche mit Migrationshintergrund, die nicht mehr mit ihren Eltern in einem Haushalt leben. atypisch genannter Beschäftigungsverhältnisse begleitet. Hierzu zählen Teilzeitverträge, Minijobs, befristete Beschäftigung und Zeitarbeit. Auch am Arbeitsmarkt für Akademiker ist diese Entwicklung zu beobachten, spielt aber eine nachgeordnete Rolle. So hatten 2015 rund Personen 10 und damit rund ein Prozent aller sozialversicherungspflichtig beschäftigten Akademiker einen Zeitarbeitsarbeitsvertrag (Abbildung 10). 1,2 Millionen Akademiker arbeiteten in Teilzeit fast jeder vierte. Nur sieben Prozent der beschäftigten 10 Es sind jeweils auch Beschäftigte einbezogen, für die keine Angaben zum Berufsabschluss vorliegen (geschätzt). Abbildung 10 Atypische Erwerbsformen spielen bei Akademiker/innen eine nachgeordnete Rolle Atypische Beschäftigung nach Qualifikationsniveau Anteile in Prozent 5 Zeitarbeit Befristung (ohne Auszubildende) 7 10 ohne mit (Fach-)Hochschulabschluss Berufsausbildung Berufsausbildung 26 Teilzeit ohne mit (Fach-)Hochschulabschluss Berufsausbildung Berufsausbildung Minijobber (ausschließlich geringfügig entlohnt beschäftigt) ohne mit (Fach-)Hochschulabschluss Berufsausbildung Berufsausbildung Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit Stichtag , Statistisches Bundesamt (Befristung) 2014 ohne mit (Fach-)Hochschulabschluss Berufsausbildung Berufsausbildung 16
17 Akademiker gehen ausschließlich einem Minijob nach. Bei einer Bewertung dieser Zahlen ist zu bedenken, dass Teilzeitarbeitsverhältnisse oder Minijobs freiwillig gewählt sein können, weil sie den persönlichen Präferenzen am besten entsprechen. Sie können aber auch deswegen zustande kommen, weil es an alternativen Angeboten (zum Beispiel in Vollzeit) oder vielleicht an Kinderbetreuung mangelt. Seltener freiwillig gewählt wird dagegen ein befristetes Arbeitsverhältnis. Laut Mikrozensus waren 2014 um die Erwerbstätige mit Fach- und Hochschulabschluss befristet beschäftigt. 11 Das war jeder zehnte abhängig beschäftigte Akademiker. Dabei gibt es merkliche Unterschiede zwischen den Branchen. Sehr häufig sind Befristungen an Hochschulen, denn Forschungsprojekte sind in der Regel zeitlich begrenzt und das Wissenschaftszeitvertragsgesetz gibt einen weiten Rahmen für Befristungen vor. Viele Befristungen gibt es außerdem bei gemeinnützigen Organisationen, bei unternehmensnahen und wissenschaftlichen Dienstleistern oder im Gesundheits- und Sozialwesen, während 11 Quelle: Statistisches Bundesamt, Mikrozensus, Angaben ohne Ausbildungsverträge. Enthalten sind Erwerbstätige, die eine Daueranstellung nicht wünschten. Vergleiche auch zum Thema Befristungen IAB-Kurzbericht 14/2010 oder STATmagazin: Arbeitsmarkt 5/2013. andererseits im Verarbeitenden Gewerbe oder bei Banken und Versicherungen die Befristungsanteile geringer sind. 12 Befristungen von Arbeitsverträgen treten vorrangig in der Anfangsphase des Berufslebens auf und werden mit fortschreitender beruflicher Etablierung immer mehr zur Ausnahme. Während von den abhängig Beschäftigten unter 35 Jahren etwa jeder Fünfte befristet war, betraf dies bei den 35- bis 49-Jährigen nur noch jeden 16. Arbeitnehmer. Bei Personen mit mindestens fünfzig Jahren hatte lediglich jeder 26. einen befristeten Vertrag. 1.6 Arbeitslosigkeit Keine Veränderung der jahresdurchschnittlichen Arbeitslosenzahl Die Zahl Arbeitsloser mit akademischem Abschluss hat sich 2015 gegenüber dem Vorjahr faktisch nicht verändert. Im Jahresdurchschnitt waren rund Personen arbeitslos gemeldet. Das waren 100 mehr als im Vorjahr. Es könnte verwundern, dass im gleichen Zeitraum die Arbeitslosigkeit über alle Qualifikationsstufen betrachtet erkennbar gesunken ist (-4 Prozent). Die Zahl arbeitsloser Akademiker ist dagegen, kritisch betrachtet, das vierte Jahr in Folge zumindest leicht 12 IAB-Betriebspanel
18 Gute Bildung - gute Chancen gestiegen. Wie ist das zu erklären? Ein Grund sind die Absolventenzahlen, die seit einigen Jahren kontinuierlich ansteigen. Bedenkt man dabei, dass jährlich nahezu Absolventen 13 in den Arbeitsmarkt starten, erscheint der Anstieg der Akademiker-Arbeitslosigkeit um 100 aber eher überraschend gering und zeigt, wie aufnahmefähig der Arbeitsmarkt ist. Zur Einordnung der Entwicklung gehört außerdem die Tatsache, dass sich die Akademiker-Arbeitslosigkeit weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau befindet. Verglichen mit dem Jahr 2005 waren Prozent weniger Akademiker arbeitslos gemeldet. Am wichtigsten ist aber: Gleichzeitig ist auch die Zahl erwerbstätiger Akademiker kräftig gestiegen. Die Akademiker-Arbeitslosenquote bleibt deshalb weiterhin äußerst niedrig, was den anhaltenden Bedarf auf dem Arbeitsmarkt dokumentiert. Sinkende Arbeitslosenzahl bei Berufen mit Lehr- und Betreuungsaufgaben Eine im Jahresdurchschnitt konstante Arbeitslosenzahl bedeutet natürlich nicht, dass am Arbeitsmarkt keine Bewegung herrscht. So ist die Entwicklung in den Berufsgruppen sehr 13 Zahl der Berufseinsteiger geschätzt (Erfolgreiche Prüfungen ohne Bachelor-Absolventen, die vorhaben weiter zu studieren; laut HIS-Forum Hochschule 7/ Prozent aller Bachelor-Absolventen). unterschiedlich (Abbildung 11). Am deutlichsten gesunken ist bei absoluter Betrachtung die Zahl der Arbeitslosen mit Berufen in Management, Handel, Finanzen, Wirtschaftswissenschaften oder Geistes-, Gesellschaftswissenschaften, Publizismus sowie Lehre und Ausbildung. Bei den beiden letztgenannten Gruppen sowie Sozialarbeitern und -pädadogen und Juristen dürften auch neu geschaffene Stellen im Umfeld des Flüchtlingsmanagements zum Rückgang der Arbeitslosenzahl beigetragen haben. Zuwächse an Arbeitslosen gab es bei technischen Ingenieuren, in den Naturwissenschaften, in der Humanmedizin und Pharmazie sowie in der Informatik. Man beachte aber, dass die absoluten Veränderungen in allen diesen Bereichen sehr gering sind. Der Zuwachs an Beschäftigten ist dagegen deutlich größer. Arbeitslosenquote auf Vollbeschäftigungsniveau Die Arbeitslosenquote setzt die Zahl der Arbeitslosen ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Erwerbspersonen (Personen, die eine Tätigkeit ausüben oder als Arbeitslose eine Arbeit suchen). Als relative Maßzahl sagt sie mehr über die Höhe der Arbeitslosigkeit aus als eine isolierte Bestandszahl und ist auch gut geeignet für längerfristige Betrachtungen. Da für die Berechnung auf Daten 18
19 Abbildung 11 In vielen Berufsgruppen Rückgang der Arbeitslosenzahl Veränderung des Jahresdurchschnittsbestands an arbeitslosen Expert/inn/en Vergleich zum Vorjahr Maschinen-, Elektrotechnik, Entwicklung, Produktion Naturwissenschaften Human- und Zahnmedizin, Pharmazie Informatik Psychologie Mediengestaltung, Werbung, Marketing Verwaltung, Archiv- und Bibliothekswesen Land-, Tier-, Forstwirtschaft, Gartenbau Rechtsberatung, -sprechung, -ordnung Künstlerische Berufe Bau und Architektur Sozialarbeit, -pädagogik, -beratung Lehre und Ausbildung Geistes-, Gesellschaftswissenschaften, Publizismus Management, Handel, Finanzen, Wirtschaftswiss Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, 2015 des Mikrozensus zurückgegriffen wird, sind aktuell nur Aussagen bis zum Jahr 2014 möglich. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) weist eine Akademiker-Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent aus eine Größenordnung, bei der Ökonomen von Vollbeschäftigung sprechen (Abbildung 12) Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung: Qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten, Nürnberg 2015, pdf Ein Rückblick über fast vier Jahrzehnte zeigt, dass Arbeitskräfte mit (Fach-) Hochschulabschluss immer seltener von Arbeitslosigkeit betroffen waren als alle anderen Qualifikationsgruppen. So war die Akademiker-Arbeitslosenquote immer die niedrigste aller Qualifikationsniveaus. Das galt auch in konjunkturell schlechten Zeiten. Seit der Wiedervereinigung blieb die Quote fast durchweg unter der 4-Prozent-Marke, seit 2007 sogar kontinuierlich unter drei Prozent. Das größte Risiko, arbeitslos zu werden, tragen auf der anderen Seite die nicht formal Qualifizierten. Hier ist 19
20 Gute Bildung - gute Chancen Abbildung 12 Akademiker-Arbeitslosenquote unter 3 Prozent Qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen Deutschland, bis 1990 früheres Bundesgebiet ,9% ohne Berufsabschluss Datenquelle: IAB 6,8% 4,9% 2,6% insgesamt berufliche Ausbildung/ Fachschule Hochschule/ Fachhochschule die Arbeitslosenquote in den letzten zwei Jahrzehnten auf ein sehr hohes Maß gestiegen. Zwar ist die Quote seit dem Krisenjahr 2009 rückläufig, trotzdem war 2014 jeder fünfte Geringqualifizierte arbeitslos. Darin spiegelt sich der Strukturwandel wider: Die Zahl der Arbeitsplätze, die hohe Anforderungen an die Qualifikation der Beschäftigten stellen, nimmt zu, während der Bedarf an einfachen Tätigkeiten, die keinen Berufsabschluss erfordern, zurückgeht. Geringste Arbeitslosenquoten in Medizin, bei Banken und Versicherungen oder Lehrämtern Obwohl die absolute Zahl an Arbeitslosen in MINT-Berufen oder in der Medizin leicht gestiegen ist (Abbildung 11), fallen die Arbeitslosenquoten nach wie vor gering aus. 15 Auch bei Lehrkräften kommt ebenso wie in den Erziehungswissenschaften, in der Sozialpädagogik, in den Rechtswissenschaften oder in der Psychologie Arbeitslosigkeit sehr selten vor (Abbil- 15 Studienfachspezifische Arbeitslosenquoten lassen sich allerdings nur näherungsweise berechnen, da bei der Zuordnung von Studienfachrichtungen zu Berufen Unschärfen bestehen. 20
21 dung 13). Es gibt aber auch Akademiker, bei denen die Arbeitslosenquoten vergleichsweise hoch ausfallen. Hierzu gehören Berufe in Werbung und Marketing, Redaktion und Journalismus, Geschichte oder Biologie. Da die Arbeitsmarktchancen mit der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit einer Region in Zusammenhang stehen, fällt die Arbeitslosenquote auch regional unterschiedlich aus. Sehr niedrige Arbeitslosenquoten gibt es ebenso wie bei der Gesamtarbeitslosigkeit im Süden Deutschlands. In den östlichen Ländern ist die Akademiker-Arbeitslosenquote mit 4,0 Prozent zwar fast doppelt so hoch wie in Westdeutschland (2,2 Prozent). Aber auch für den Osten Deutschlands zeigt in Abbildung 14 die linke Karte im Vergleich zur rechten Karte: Akademische Fachkräfte sind überall weit seltener von Arbeitslosigkeit betroffen als Nichtakademiker. So lag zum Beispiel die Arbeitslosenquote in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt bei 11,2 Prozent, die der Akademiker bei 4,1 Prozent. In Sachsen-Anhalt waren es durchschnittlich 10,8 Prozent gegenüber 3,7 Prozent bei Akademikern. Abbildung 13 Arbeitslosenquote in den meisten akademischen Berufsgruppen sehr gering Studienfachbezogene Arbeitslosenquoten für ausgewählte Studienfachrichtungen in Prozent Studienfachrichtung Arbeitslosenquote Human- und Zahnmedizin 1,0 Bank, Versicherungskaufleute 1,0 Lehramt allgemeinbildende Schulen 1,4 Informatik 1,8 Erziehungswissenschaften 2,0 Sozialarbeit, -pädagogik 2,2 Rechtswissenschaften 2,3 Psychologie 2,4 Akademiker/innen insgesamt 2,6 Chemie, Chemieingenieurwesen 2,6 Ingenieurwissenschaften 2,8 Sprach- und Literaturwissenschaften 2,8 Mathematik, Statistik, Physik 2,9 Politikwissenschaften 4,8 Biologie, Biochemie, Biotechnologie 5,0 Geschichte 5,3 Redaktion, Journalismus, Verlagswesen, PR 5,7 Werbung und Marketing 6,0 Datenquelle: Eigene Berechnungen auf Basis von Daten der Statistik der Bundesagentur für Arbeit (Arbeitslose) und des Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes (Erwerbstätige nach Studienfachrichtung) für das Jahr Angaben sind als Schätzgrößen zu verstehen, da Erwerbstätigendaten auf Hochrechnungen beruhen und hinsichtlich der Zuordnung von Studienfachrichtungen und Ausbildungsberufen Unschärfen bestehen. 21
22 Gute Bildung - gute Chancen Abbildung 14 In allen Bundesländern sind akademische Fachkräfte unterdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen Arbeitslosenquoten insgesamt und für Akademiker/innen 2014 Akademiker/innen (2,6%) Insgesamt (6,8%) Schleswig-Holstein Hamburg Schleswig-Holstein Mecklenburg-Vorpommern Bremen Hamburg Niedersachsen Mecklenburg-Vorpommern Bremen Brandenburg Brandenburg Niedersachsen Berlin Sachsen-Anhalt Berlin Sachsen-Anhalt Nordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen Sachsen Sachsen Thüringen Thüringen Hessen Hessen Rheinland-Pfalz Rheinland-Pfalz bis 2% Saarland Bayern Baden-Württemberg Saarland über 2% bis 4% über 4% bis 6% Bayern Baden-Württemberg über 6% bis 8% über 8% bis 10% über 10% Datenquelle: Eigene Berechnungen auf Basis der Statistik der Bundesagentur für Arbeit und Mikrozensus-Daten des Statistischen Bundesamtes Kurze Dauer der Arbeitslosigkeit Akademiker können Arbeitslosigkeit im Mittel schneller beenden als Personen mit geringerer formaler Bildung. Im Vordergrund steht hier die Sucharbeitslosigkeit. Rund 72 Prozent der arbeitslosen Akademiker, die im Jahr 2015 ihre Arbeitslosigkeit beendeten, sind kürzer als ein halbes Jahr arbeitslos gewesen (Abbildung 15). Bei Arbeitslosen mit Berufsabschluss lag dieser Anteil erkennbar niedriger (69 Prozent), bei nicht formal Qualifizierten waren es 62 Prozent. Langzeitarbeitslosigkeit, also ein Jahr Arbeitssuche und länger, war dagegen für zwölf Prozent der Akademiker ein Thema. Bei Arbeitslo- 22 sen, die keinen akademischen Abschluss haben, sind die Anteile Langzeitarbeitsloser um einiges höher. In der EU die niedrigste Arbeits losenquote Auch im europäischen Vergleich ist die Arbeitslosenquote von Akademikern in Deutschland sehr gering (Abbildung 16). Die ILO-Erwerbslosenquote von Personen mit tertiärer Ausbildung belief sich in Deutschland auf 2,3 Prozent.16 Sie war damit im EU-Vergleich Quelle: Eurostat, Angaben für 2014.Tertiäre Ausbildung: ISCED-2011-Level 5 bis 8. Näheres zur ILO-Erwerbslosigkeit siehe de > Grundlagen > Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung > Arbeitslosigkeit und Erwerbslosigkeit 16
23 Abbildung 15 Akademische Fachkräfte beenden die Arbeitslosigkeit schneller als Arbeitslose mit anderen Abschlüssen Durchschnittliche abgeschlossene Dauer der Arbeitslosigkeit nach Art der beruflichen Qualifikation Anteile 22% ein Jahr und länger 6 bis unter 12 Monate 16% 3 bis unter 6 Monate 20% 12% akademischer Abschluss 52% unter 3 Monate 16% 15% ohne Berufsabschluss 16% 18% mit Berufsabschluss 44% 50% 19% Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Jahresdurchschnitt 2015 Abbildung 16 Auch in anderen Ländern sind akademische Fachkräfte unterdurchschnittlich arbeitslos ILO-Erwerbslosenquoten insgesamt und Akademiker/innen (Fachkräfte ISCED Level 5 bis 8) 22,1 11,9 13,2 9,4 5,6 5,7 3,9 4,6 2,3 5,3 3,0 10,4 6,3 7,1 insgesamt Akademiker/innen Datenquelle: Eurostat, 2015 EU 28 Österreich Deutschland Vereinigtes Königreich Frankreich Italien Spanien 23
24 Gute Bildung - gute Chancen die geringste. Innerhalb der EU variiert die Akademiker-Erwerbslosenquote erheblich, da sie stark von der Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage des jeweiligen Landes abhängt. Gleichwohl ist in allen EU-Ländern die Erwerbslosenquote von Hochschulabsolventen geringer als die Erwerbslosenquote insgesamt. 1.7 Arbeitskräftenachfrage Rekord bei den gemeldeten Arbeitsstellen Im Laufe des Jahres 2015 wurden Arbeitsstellen für akademische Berufe 17 bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet. Das waren 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Zuwachs fiel deutlicher aus als am Gesamtarbeitsmarkt (hier +7 Prozent). Das entsprach der höchsten Zahl an Stellenzugängen für Akademiker seit (Abbildung 17). Im Monatsdurchschnitt hatte die öffentliche Arbeitsvermittlung damit Arbeitsstellen für Fachkräfte mit Hochschulabschluss im Angebot. Darüber hinaus gingen Stellenangebote ein, die sich an Arbeitsuchende mit einem Meister-, 17 Das Merkmal Fach- und Hochschulabschluss ist in der Statistik der gemeldeten Stellen nicht hinterlegt. Deshalb werden hier Stellen mit dem Anforderungsniveau 4 (Experte) zu Grunde gelegt. Dies entspricht einer Qualifikation, die einem mindestens vierjährigen (Fach-)Hochschulabschluss vergleichbar ist. 18 Für frühere Jahre liegen keine vergleichbaren Angaben vor. Techniker- oder Bachelorabschluss wandten. 19 Gesamtwirtschaftliche Nachfrage höher als die gemeldeten Arbeitsstellen In Deutschland gibt es keine Meldepflicht für offene Stellen. Deshalb ist der gesamtwirtschaftliche Bedarf an Fachkräften größer als die Zahl der gemeldeten Stellen. Nach Erhebungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wird rund jede zweite offene Stelle bei den Vermittlungseinrichtungen angezeigt. Bei Stellen für Akademiker liegt die Meldequote niedriger: für jede dritte bis vierte freie Stelle wird ein Vermittlungsauftrag erteilt. Laut IAB-Stellenerhebung waren im vierten Quartal 2015 rund Stellen für Kräfte mit Hochschulabschluss zu besetzen. Wirtschaftswissenschaftliche, soziale und technische Berufe am häufigsten gesucht Die Liste der gefragtesten Akademiker wird angeführt von den Wirtschafts-Experten: fast Stellenangebote für Tätigkeiten in Management, Handel, Finanzen oder Wirtschaftswissenschaften gingen im Laufe des Jahres Stellenangebote mit dem Anforderungsniveau 3 (Spezialisten). Eine Differenzierung nach Meister-, Techniker oder Hochschulausbildung ist nicht möglich. Siehe auch Hinweise zu statistischen Angaben. 24
25 Abbildung 17 Steigende Nachfrage nach hochqualifizierten Kräften Gemeldete Arbeitsstellen für Expert/inn/en Zugang (Jahressumme) Durchschnittsbestand Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit bei der Bundesagentur für Arbeit ein (Abbildung 18). Sozialarbeiter und -pädadogen waren 2015 die am zweithäufigsten gesuchte akademische Berufsgruppe. Sie haben damit die technischen Ingenieure überholt. Darüber hinaus waren nach wie vor auch Ingenieure stark nachgefragt, gefolgt von Informatikern, Bauingenieuren und Architekten, Lehrkräften sowie Medizinern und Pharmazeuten. Ausgeprägter Stellenzuwachs in der Sozialarbeit In fast allen akademischen Berufsgruppen zeigte sich 2015 ein Nachfrageplus gegenüber dem Vorjahr. Am auffallendsten ist die Zahl der Stellenmeldungen in der Sozialarbeit, Sozialpädagogik und -beratung gestiegen (Abbildung 19). Der eindrucksvolle Zuwachs von Stellenangeboten (+47 Prozent) dürfte vor allem mit der aktuellen Fluchtzuwanderung in Zusammenhang stehen. Der dadurch hervorgerufene Kräftebedarf schlägt sich ebenfalls in Lehrberufen, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, Verwaltungs- oder Rechtsberufen nieder. 25
26 Gute Bildung - gute Chancen Abbildung deutlich mehr Stellenmeldungen für Expert/inn/en für Soziales, Wirtschaft, Verwaltung und Bau Veränderung der Zugänge gemeldeter Arbeitsstellen für Expert/innen (Jahressumme) 2015 gegenüber Vorjahr Sozialarbeit, -pädagogik, -beratung Management, Handel, Finanzen, Wirtschaftswiss. Bau und Architektur Lehre und Ausbildung Geistes-, Gesellschaftswissenschaften, Publizismus Verwaltung, Archiv- und Bibliothekswesen Informatik Rechtsberatung, -sprechung, -ordnung Human- und Zahnmedizin, Pharmazie Naturwissenschaften Land-, Tier-, Forstwirtschaft, Gartenbau Mediengestaltung, Werbung, Marketing Psychologie Maschinen-, Elektrotechnik, Entwicklung, Produktion Künstlerische Berufe / % -6% +47% +6% +12% +14% +26% +28% +6% +14% +6% +8% +19% +13% +8% Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit 26
27 Besonders die prozentualen Veränderungen weisen auf eine sehr hohe Dynamik hin. Keine Veränderung der Nachfrage zeigt sich hingegen bei Stellenmeldungen für Ingenieure, ein leichter Rückgang nur bei Künstlern. Vakanzzeit als ein Indikator für Besetzungsprobleme Die Zeitspanne zwischen dem vom Arbeitgeber gewünschten Besetzungstermin und der tatsächlichen Abmeldung eines Stellenangebotes bei der Arbeitsvermittlung, die sogenannte Vakanzzeit, liefert Anhaltspunkte dafür, wie schnell es Unternehmen gelingt, freie Stellen zu besetzen. Ein hohes Niveau kann einen Engpass signalisieren. Allerdings ist zu beachten, dass die Besetzungszeit auch von anderen Faktoren beeinflusst wird, zum Beispiel wie zeitig mit der Personalsuche begonnen wird oder wie aufwändig ein Auswahlverfahren gestaltet wird. Durchschnittlich waren Stellen für akademische Experten Tage vakant. Das waren drei Tage mehr als im Vorjahr und entsprach dem Stand des Jahres Engpässe bei ärztlichem Personal, in der IT und Technik Hohe, weit überdurchschnittliche Vakanzzeiten kennzeichnen die Stellenangebote für Ärzte, Informatiker und technische Ingenieure (Abbildung 20). In Kombination mit einer sehr geringen Arbeitslosigkeit weist das auf Engpässe in diesen Berufen hin. Um von Besetzungsengpässen zu sprechen, sind dagegen in Bau und Architektur sowie in Management-, Handel-, Finanz- und wirtschaftswissenschaftlichen Berufen die Vakanzzeiten zu nahe am Durchschnitt. Dies zeigt, dass hier Stellen in der Regel in angemessener Zeit besetzt werden können. Auf unterdurchschnittlichem Niveau sind beispielsweise die Vakanzzeiten in Lehrberufen, in Verwaltung, Geistesund Gesellschaftswissenschaften oder sozialen Berufen Akademischer Nachwuchs Wie viele Jungakademiker dem Arbeitsmarkt zukünftig zur Verfügung stehen werden, wird beeinflusst durch die demografische Entwicklung, die Studierneigung junger Menschen, Ausmaß und Struktur von Zu- und Abwanderung oder auch Reformen des Bildungssystems. Demografisch bedingt geht mittelfristig die Zahl junger Menschen zurück. Dies könnte aber durch eine steigende Studierneigung oder Zuwanderung ausgeglichen werden. Die BIBB-IAB-Qualifikations- 20 Nähere Informationen zu aktuellen Fachkräfteengpässen, auch in nichtakademischen Berufen, finden Sie in der Fachkräfte-Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit. > Arbeitsmarktberichte > Fachkräftebedarf und Stellen 27
28 Gute Bildung - gute Chancen Abbildung 20 Sehr hohe Vakanzzeiten in der Medizin, in Ingenieurberufen und in der Informatik Durchschnittliche Vakanzzeit gemeldeter Arbeitsstellen in Tagen, gemessen bei Abmeldung der Stellen Human- und Zahnmedizin Informatik Maschinen-, Elektrotechnik, Entwicklung, Produktion Bau und Architektur Management, Handel, Finanzen, Wirtschaftswiss. Anforderungsniveau Insgesamt(Expert/inn/en) Experte insgesamt Mediengestaltung, Werbung, Marketing Naturwissenschaften Land-, Tier-, Forstwirtschaft, Gartenbau Psychologie Rechtsberatung, -sprechung, -ordnung Sozialarbeit, -pädagogik, -beratung Geistes-, Gesellschaftswissenschaften, Publizismus Verwaltung, Archiv- und Bibliothekswesen Lehre und Ausbildung Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit und Berufsfeldprojektion 21 rechnet damit, dass bis 2030 wesentlich mehr Akademiker ins Erwerbsleben eintreten als ausscheiden. Das Angebot an akademischen Arbeitskräften dürfte damit den sogenannten Ersatzbedarf übersteigen. Da jedoch der wirtschaftliche Strukturwandel einen steigenden Bedarf an akademisch gebildeten Arbeitskräften mit sich bringen könnte, dürften die Hochschulabsolventen der nächsten Jahre auf dem Arbeitsmarkt auch nachgefragt werden. Längerfristig bleibe allerdings laut BIBB und IAB 21 Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB): BIBB Report 18/2012 und 23/2014. Regionale Projektionen in IAB-Kurzbericht 9/2015 offen, ob alle Hochschulabsolventen eine ihrer Qualifikation entsprechenden Beschäftigung werden finden können. Sollte die derzeitige starke Studierneigung junger Erwachsener fortbestehen, dürften eher Engpässe auf Facharbeiter ebene als bei akademisch gebildetem Personal die Folge sein. Studierendenzahl erreicht neues Allzeithoch Insgesamt waren im Wintersemester 2015/16 2,7 Millionen Studierende immatrikuliert, zwei Prozent mehr als im Vorjahr und 39 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Damit erreichte die Studierendenzahl ein Allzeithoch. 28
29 Ungebrochener Trend zum Studium Rund Personen, zur Hälfte Frauen, nahmen 2015/16 ein Studium in Deutschland auf. Obwohl sich die doppelten Abiturientenjahrgänge mittlerweile kaum noch auswirken, ist die Zahl der Neueinschreibungen nochmals leicht höher als im Vorjahr (+0,2%). Sie bewegt sich damit nur wenig unter dem Rekordjahr 2011/12. Damals gab es mit fast die meisten Studienanfänger (Abbildung 21). Nach Phasen der Stagnation in den 1990er Jahren und von 2004 bis 2006 zeigen die Studienanfängerzahlen seit 2007 einen klaren Aufwärtstrend. 2015/16 begannen rund 40 Prozent mehr junge Menschen eine akademische Ausbildung als zehn Jahre zuvor. Mittlerweile nimmt fast jeder zweite Jugendliche ein Studium auf. Die Studienanfängerquote betrug Prozent (ohne Bildungsausländer). Daran lässt sich die Bildungsexpansion der letzten Jahre ablesen: 2005 hatte nicht mal jeder Dritte ein Studium begonnen (30 Prozent). Auch in den nächsten Jahren viele Erstsemester Die Kultusministerkonferenz geht in ihrer Vorausberechnung der Studienan- Abbildung 21 Studienanfänger- und Absolventenzahlen auf Rekordniveau Studierende im 1. Hochschulsemester und bestandene Prüfungen ab 2015 KMK-Vorausberechnung (+0,2%) (+6%) ohne Bachelor, die einen Master anschließen Bestandene Prüfungen (+3%) Studierende im 1. Hochschulsemester Datenquelle: Statistisches Bundesamt, Vorausberechnung: KMK, Prüfungen ohne Bachelor, die einen Masteranschließen: Statistisches Bundesamt, HIS, eigene Berechnungen 29
30 Gute Bildung - gute Chancen fängerzahlen aus dem Jahr für die kommenden Studienjahre kaum von einem Rückgang aus. Bis zum Jahr 2019 werden mit Studienanfängerzahlen um gerechnet. Erst danach ist ein allmählicher Rückgang auf Studienanfänger im Jahr 2025 zu erwarten. Das entspricht etwa dem Niveau des Jahres Ursächlich für die höheren Studienanfängerzahlen gegenüber der vorangegangenen Vorausberechnung aus dem Jahr 2012 ist in erster Linie der Anstieg der Studienanfänger aus dem Ausland auf rund pro Jahr. Außerdem ist die Zahl der Schulabsolventen, die das Abitur erreichen, seit 2012 noch weiter angestiegen. Mehr Prüfungen, aber viele Weiterstudierende Die Zahl der Hochschulabsolventen ist 2014 auf rund gestiegen ein erneuter Rekordwert und im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von sechs Prozent (Abbildung 21). Seit Anfang des Jahrtausends steigt die Zahl der Absolventen kontinuierlich an, so dass sie sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt hat. Allerdings sind die aktuellen Steigerungsraten mit Vorsicht zu interpretieren. Sie werden nämlich auch dadurch hervorgerufen, dass mit den Bachelorprüfungen eine neue 22 KMK: Vorausberechnung der Studienanfängerzahlen Stand Prüfungsart eingeführt wurde, für die vorher kein Pendant existierte. Mehr als die Hälfte der Prüfungen führte 2014 zu einem Bachelorabschluss lag ihr Anteil noch bei 40 Prozent. Nur der kleinere Teil startet sofort nach dem Bachelorabschluss in das Berufsleben, viele setzen das Studium fort. Rund 72 Prozent der Bachelorabsolventen haben ca. ein Jahr nach dem Abschluss ein Masterstudium begonnen oder geplant. 23 Deshalb ist die Zahl der akademischen Berufseinsteiger in Wirklichkeit nicht so deutlich gestiegen, wie die Prüfungszahlen vermuten lassen und es ist sinnvoll die Prüfungszahlen ohne die weiter studierenden Bachelor zu betrachten. Die Absolventenzahl lag 2014, so berechnet, mit rund drei Prozent über dem Vorjahr. In den Jahren 2010 bis 2012 gab es bei dieser Betrachtungsweise jährlich kaum einen Anstieg oder sogar leichte Rückgänge. 24 Vor dem Hintergrund hoher Studienanfängerzahlen ist zu erwarten, dass die Zahl der Nachwuchs akademiker in den nächsten Jahren deutlich wachsen wird. 23 Quelle: Christoph Heine: Übergang vom Bachelorzum Masterstudium, HIS-Forum Hochschule 7/2012. Befragt wurde der Absolventenjahrgang Es gibt zur Weiterstudierquote keine amtliche Statistik, sondern nur einzelne Untersuchungen, die auf Befragungen beruhen. 24 Bei einer Weiterstudierquote von 72 Prozent. 30
31 Zuwächse in allen Fächergruppen Um einzuschätzen, wie viele Absolventen 2014 in den einzelnen Fachrichtungen dem Arbeitsmarkt neu zur Verfügung standen, sind bei den Prüfungszahlen (Abbildung 22) die Bachelorprüfungen herausgerechnet, an denen sich ein Masterstudium anschließt. Fast jeder dritte Berufseinsteiger hatte ein Studium der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften abgeschlossen. Mit gab es 2014 zwei Prozent mehr Berufseinsteiger als im Vorjahr, wohingegen die Zahl der Berufseintritte von 2010 bis 2012 rückläufig gewesen war. Merkliche Zuwächse gibt es bereits seit einiger Zeit in den Sprach- und Kulturwissenschaften und den Ingenieurwissenschaften. Jeder fünfte legte 2014 eine Abschlussprüfung in den Sprachund Kulturwissenschaften ab. Das waren etwa Menschen, drei Prozent mehr als im Vorjahr. Jeder sechste Absolvent war ein Ingenieur. Mit Nachwuchs-Ingenieuren waren dies sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Die viel diskutierten Fachkräfteengpässe bei Ingenieuren resultieren in erster Linie aus dem Einbruch der Absolventenzahlen in den Jahren ab Seit 2003 nimmt die Zahl der Absolventen wieder zu. Aktuell Abbildung 22 Der Ingenieurnachwuchs legte zuletzt besonders zu Bestandene Prüfungen ohne Bachelor-Prüfungen, bei denen sich ein Masterstudium anschließt Angaben zum Prüfungsjahr 2014 Veränderung zum Vorjahr in Klammern Rechts- Wirtschafts-, Sozialwissenschaftler/innen (+2%) Sprach- und Kulturwissenschaftler/innen (+3%) Ingenieure/innen (+7%) Mathematiker/innen, Naturwissenschaftler/innen (+2%) Humanmediziner/innen, Gesundheitswissenschaftler/innen (+3%) Datenquelle: Statistisches Bundesamt, DZHW, eigene Berechnungen 31
32 Gute Bildung - gute Chancen übersteigt die Zahl der Berufseinsteiger den historischen Höchststand des Jahres 1996 (51.000). In den anderen MINT-Fächern gibt es, nach einer Phase der Stagnation, seit 2013 steigende Nachwuchszahlen Mathematiker, Informatiker und Naturwissenschaftler standen 2014 dem Arbeitsmarkt neu zur Verfügung, zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Humanmediziner und Gesundheitswissenschaftler zeigt sich trotz Ärztemangel vergleichsweise konstant. Hier spielt die Steuerung über zulassungsbeschränkte Studiengänge eine große Rolle. Bachelor und Master sind zum Regelabschluss geworden Peu à peu haben Bachelor und Master die traditionellen akademischen Abschlüsse überholt. Nach letzten Angaben der Hochschulrektorenkonferenz ist die Umstellung der Studiengänge an deutschen Hochschulen auf Bachelor- und Masterabschlüsse weitgehend abgeschlossen. Im Wintersemester 2015/16 waren 91 Prozent aller Studiengänge umgestellt. An Fachhochschulen liegt die Quote sogar bei 99 Prozent, an Universitäten bei 88 Prozent. 25 Die meisten der nicht 25 Hochschulrektorenkonferenz: Statistiken zur Hochschulpolitik 1/2015 umgestellten Studiengänge sind solche, die mit Staatsexamen abschließen oder im Zuständigkeitsbereich der Kirchen liegen. Eine Umstellung wird hier aus heutiger Sicht nicht erfolgen. 86 Prozent der Studienanfänger im Wintersemester 2014/15 strebten einen Bachelor- oder Masterabschluss an, während drei Prozent einen klassischen Lehramtsabschluss zum Ziel hatten, zehn Prozent ein Staatsexamen und zwei Prozent eine Promotion. 26 Der Anteil der Studienanfänger in den neuen Studiengängen ist damit leicht gestiegen und scheint sich bei rund 86 Prozent einzupendeln. Insgesamt sind nun vier von fünf der Studierenden in einem gestuften Studiengang eingeschrieben (Abbildung 23). Seit 2011 werden mehr Bachelor- und Masterabschlüsse als traditionelle Studienabschlüsse erworben. Mit rund Absolventen schlossen 2014 drei von vier ihr Studium als Bachelor oder Master. Gut die Hälfte der Prüfungen entfiel dabei auf Bachelor-, fast ein Viertel auf Masterabsolventen. 26 Studienanfänger - Studierende im 1. Fachsemester. Die Zahl der Bachelor- und Masterprüfungen schließt jeweils auch Lehramtsstudierende mit Bachelor- oder Masterprüfung ein. 32
33 Abbildung 23 Bachelor und Master haben sich zum Regelabschluss entwickelt Anteile Bachelor und Master an allen Studierenden / bestandenen Prüfungen Studierende im 1. Fachsemester Studierende Bestandene Prüfungen 84% 85% 86% 68% 76% 81% 70% 75% 68% 66% 65% 56% 60% 62% 52% 40% 49% 52% Bachelor 15% 19% 20% 12% 16% 18% 20% 23% Master 12% 2011/12 13/14 14/ /12 13/14 14/ Wintersemester Master *Sommersemester und vorhergehendes Wintersemester Wintersemester Prüfungsjahre* Datenquelle: Statistisches Bundesamt, Angaben zu Bachelor und Master enthalten auch die Lehramtsstudierenden. 1.9 Berufseinstieg mit Bachelorabschluss Bachelor und Master sind am Arbeitsmarkt angekommen. Laut Mikrozensus verfügten 2014 fast 1,2 Millionen Erwerbstätige über einen Bologna -Abschluss. Davon hatten rund einen Bachelorabschluss und einen Master. Diese Zahlen bestätigen, dass der Bachelorabschluss im Allgemeinen akzeptiert wird, trotz aller Skepsis, die ihm anfänglich entgegengebracht wurde und zum Teil heute noch wird. Auch eine umfassende Absolventenbefragung aus dem Jahr 2011 schätzt die Arbeitsmarktakzeptanz positiv ein. 27 Sie wird von einer erst kürzlich durchgeführten Unternehmensbefragung untermauert, die sich mit den Chancen von Ingenieuren und Wirtschaftswissenschaftlern auseinandersetzt Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, Hochschulinformationssystem (HIS), Institut der deutschen Wirtschaft Köln: Mit dem Bachelor in den Beruf Arbeitsmarktbefähigung und -akzeptanz von Bachelorstudierenden und -absolventen, Essen Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, Institut der deutschen Wirtschaft Köln: Karrierewege für Bachelorabsolventen, Essen
34 Gute Bildung - gute Chancen Die Mehrheit schließt ein Masterstudium an Vielen Studierenden reicht ein Bachelorabschluss nicht aus. Der weit überwiegende Teil startet nach der Bachelorprüfung nicht in das Berufsleben, sondern schreibt sich in einen Masterstudiengang ein. Laut einer Befragung aus dem Jahr 2011 neuere Daten liegen hierzu noch nicht vor absolviert gut jeder zweite Fachhochschulabsolvent ein Jahr nach dem Bachelor-Abschluss ein weiteres Studium; bei den Uni-Absolventen waren es sogar mehr als drei Viertel (Abbildung 24). Rechnet man diejenigen Bachelorabsolventen hinzu, die eine weitere akademische Qualifizierung noch planen, steigen die Anteile sogar auf 66 bzw. 85 Prozent. Überproportional hoch war der Anteil der Weiterstudierenden an beiden Hochschularten in den MINT-Fächern. Als wichtigster Grund für ein weiteres Studium gaben drei Viertel der Studierenden ihr fachliches Interesse an. Rund die Hälfte der Fachhochschulstudierenden und etwa zwei Drittel der Uni-Absolventen wollten mit dem Master ihre Berufschancen verbessern. Abbildung 24 Bachelorabsolvent/inn/en weisen eine sehr hohe Übergangsquote in ein Masterstudium auf Ausgewählte Verbleibsarten von Bachelorabsolvent/inn/en ein Jahr nach Studienabschluss Anteile in Prozent, Mehrfachnennungen möglich Uni FH Akademische Weiterqualifizierung Reguläre Erwerbstätigkeit Datenquelle: HIS, Befragung Absolventenjahrgang 2009 Übergangstätigkeiten (Jobben, Honorarverträge) Trainee, Volontariat Arbeitslosigkeit Praktika 34
35 Arbeitslosigkeit spielt beim Berufseinstieg kaum eine Rolle Nur eine Minderheit der Bachelorabsolventen ging somit direkt nach bestandener Prüfung in das Erwerbsleben. Etwa ein Jahr nach dem Bachelor-Abschluss übten 39 Prozent der Absolventen von Fachhochschulen eine reguläre Erwerbstätigkeit als Angestellte oder Selbständige aus. Bei Universitäts-Absolventen waren es nur 15 Prozent weil hier ja der Großteil noch einen Master anschließt. Positiv festzuhalten ist, dass Praktika und Übergangstätigkeiten wie Jobben oder Honorartätigkeiten kaum eine Rolle spielten. Auch Arbeitslosigkeit trat nur selten auf. Die ermittelte Arbeitslosenquote lag für Fachhochschul-Absolventen bei drei Prozent, für Uni-Absolventen sogar bei nur zwei Prozent. Allerdings bestätigen sich größeren Schwierigkeiten der Sprach- und Kulturwissenschaftler beim Berufseinstieg, die von den klassischen Abschlüssen her bekannt sind. Der Anteil Arbeitsloser lag hier mit sieben Prozent (Fachhochschulen) und fünf Prozent (Uni) über dem Durchschnitt. Auch Übergangstätigkeiten, Praktika und Volontariate nahmen in diesem Berufsfeld einen größeren Raum ein (FH 13 Prozent, Uni 14 Prozent). Fachhochschul-Bachelors häufiger in adäquater Beschäftigung Als Qualitätskriterien der von den Bachelors ausgeübten Erwerbstätigkeit können Aussagen zur Adäquanz der Beschäftigung, zum Einkommen und zur individuellen Gesamtzufriedenheit herangezogen werden. Die genannte Absolventenbefragung unterscheidet hinsichtlich der Adäquanz zwischen vier Abstufungen. Als nur vertikal adäquat wurde eine Tätigkeit beurteilt, wenn ein Hochschulabschluss notwendig oder üblich ist, aber die Arbeitsaufgaben nicht den Studieninhalten entsprechen. Dies wäre der Fall, wenn etwa ein Ingenieur nicht mehr fachlich arbeitet, sondern als Vorstand ein Unternehmen leitet. Fachliche Adäquanz heißt im Gegenzug, dass die Aufgaben zwar inhaltlich zum Studienfach passen, aber das akademische Anforderungsniveau nicht gegeben ist; das wäre zum Beispiel ein Betriebswirt, der als Verkäufer arbeitet. Volladäquat sind demnach diejenigen beschäftigt, die sowohl in vertikaler als auch in fachlicher Dimension angemessen tätig waren. Ihr Anteil lag bei Fachhochschulbachelors mit 54 Prozent deutlich höher als bei Unibachelors mit 40 Prozent (Abbildung 25). 35
36 Gute Bildung - gute Chancen Hinzu kam jeweils rund ein Fünftel der Absolventen, die ihre Arbeit als vertikal adäquat einschätzten und 8 bzw. 12 Prozent als fachadäquat. 28 Prozent der Uni-Absolventen und 19 Prozent der FH-Absolventen waren inadäquat beschäftigt. Nach Fachrichtungen betrachtet schnitten die Sprach- und Kulturwissenschaftler am schlechtesten ab, gefolgt von den Wirtschaftswissenschaftlern. Die besten Ergebnisse waren für MINT-Absolventen der Fachhochschulen sowie im Sozialwesen zu verzeichnen. Einstiegsgehälter bei Fachhochschul-Bachelors höher Es überrascht nicht, dass die Ingenieurwissenschaftler die höchsten Einstiegsgehälter erzielen konnten und Sprachund Kulturwissenschaftler durchschnittlich die geringsten. Im Vergleich der Hochschularten lagen die Verdienste von Fachhochschulabsolventen in der Regel über denen von Universitätsabsolventen. Eine Ausnahme bildeten hier nur die Wirtschaftswissenschaftler. Zu den besseren Verdienstaussichten von Fachhochschulabsolventen trug auch bei, dass überproportional viele bereits mit einer abgeschlossenen Berufsaus- Abbildung 25 Rund 80% der FH-Bachelors und 73% der Uni-Bachelors adäquat beschäftigt Adäquanz der aktuellen/letzten Beschäftigung von Bachelorabsolvent/inn/en nach ausgewählten Fachrichtungen, Anteile in Prozent Fachrichtung Bachelor an Fachhochschulen Datenquelle: HIS, Befragung Absolventenjahrgang 2009 Volladäquat vertikal adäquat fachadäquat inadäquat Sprach- und Kulturwiss Sozial- und Politikwiss., Sozialwesen Wirtschaftswiss Mathematik, Informatik, Naturwiss Gesundheitswiss Ingenieurwiss Fachhochschulbachelors gesamt Bachelor an Universitäten Sprach- und Kulturwiss Psychologie, Pädagogik Sozial- und Politikwiss., Sozialwesen Wirtschaftswiss MINT Universitätsbachelors gesamt
37 bildung in ihr Studium gestartet sind. Sie verfügten somit über Berufserfahrung und waren älter als ihre Kommilitonen von Universitäten. MINT überdurchschnittlich zufrieden, Sprach- und Kulturwissenschaften häufiger unzufrieden Fachhochschul-Bachelors waren häufiger (sehr) zufrieden mit ihrer beruflichen Situation als Hochschulbachelors (64 Prozent versus 56 Prozent). Hohe Unzufriedenheitswerte gab es in den Sprach- und Kulturwissenschaften, wo rund jeder vierte wenig bzw. überhaupt nicht zufrieden war. Probleme beim Berufseinstieg traten ebenfalls bei Gesundheitswissenschaftlern von Fachhochschulen und Wirtschaftswissenschaftlern von Universitäten zu Tage, von denen ähnlich viele unzufrieden waren. Überdurchschnittliche Zufriedenheitswerte wurden dagegen im MINT-Bereich registriert. nur auf technische und wirtschaftswissenschaftliche Berufe konzentriert. Befragt nach den Einsatzfeldern für Bachelorabsolventen, sehen die Betriebe eine weite Palette vor. Ingenieure werden am häufigsten in der Konstruktion, in Forschung und Entwicklung oder in Marketing und Vertrieb eingesetzt. Es folgen Produktion, Beratung, Schulung und Kundendienst sowie Montage und fertigungsnahe Dienste (Abbildung 26). Es gibt allerdings auch Restriktionen. So zeigen sich Arbeitgeber zurückhaltend gegenüber Bachelorabsolventen, wenn es um forschungsintensive Aufgaben geht oder Abbildung 26 Einsatzbereiche für Bachelor-Absolvent/inn/en (Technik) Anteile der Unternehmen, die Bachelor-Absolventen in diesen Bereichen einsetzen 65% Marketing und Vertrieb Vielfältige Einsatzbereiche in Technik und Wirtschaftswissenschaften Rund jedes vierte Unternehmen in Deutschland beschäftigt Bachelorabsolventen. Zu diesem Ergebnis kommt eine 2014 durchgeführte Unternehmensbefragung 29, die sich allerdings 58% Produktion 40% Montage 67% Forschung und Entwicklung 55% Schulung, Kundendienst, Beratung 67% Konstruktion 29 Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, Institut der deutschen Wirtschaft Köln 2015: Karrierewege für Bachelorabsolventen, Essen Datenquelle: IW-Personalpanel 2014, Anteile bezogen auf Unternehmen, die bereits Bachelor eingestellt haben und für die der jeweilige Bereich relevant ist. 37
38 Gute Bildung - gute Chancen vertiefte Spezialkenntnisse gefordert sind. 30 Vier von fünf Unternehmen, die bereits Wirtschaftswissenschaftler mit Bachelorabschluss eingestellt haben, nennen Rechnungswesen, Controlling und Marketing, Marktforschung, Vertrieb als wichtigste Einsatzbereiche. Wirtschaftswissenschaftler arbeiten häufig auch in betriebs- und volkswirtschaftlichen Abteilungen, im Personalwesen, im Finanzmanagement, Einkauf, Öffentlichkeitsarbeit oder in der Assistenz der Geschäftsleitung (Abbildung 27). Projektaufgaben und Sachbearbeitung als Einstieg In der Regel werden die Berufseinsteiger mit der eigenständigen Bearbeitung einer Projektaufgabe betraut oder sie arbeiten in der Sachbearbeitung nach Anweisung. Nicht selten bekommen Bachelor auch die Gesamtverantwortung für ein Projekt ohne Personalführung übertragen (in 43 Prozent der Unternehmen), selten dagegen mit Personalverantwortung (14 Prozent). Für Berufseinsteiger mit Masterabschluss werden diese Positionen zwar etwas häufiger vorgesehen (54 bzw. 30 Qualitative Interviews mit Großunternehmen in: Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, Hochschulinformationssystem (HIS), Institut der deutschen Wirtschaft Köln: Mit dem Bachelor in den Beruf Arbeitsmarktbefähigung und -akzeptanz von Bachelorstudierenden und -absolventen, Essen Prozent); insgesamt sind jedoch Aufgaben mit hoher Verantwortung die Ausnahme für Berufsanfänger, egal, welchen Abschluss sie haben. Karriere ist auch mit dem Bachelorabschluss möglich Mit dem Bachelorabschluss kann man auch Karriere machen. So gibt es in zwei von drei Unternehmen, die Bachelor beschäftigen, bereits welche, die als Abteilungsleiter arbeiten. In mehr als vier von fünf Betrieben haben Bachelorabsolventen die Position der 38
39 Promotion vorbehalten sein. Leistungsmotivation ist entscheidend Wenn es um die Auswahl für höhere Fach- und Führungspositionen geht, spielt die Art des Abschlusses zwar eine Rolle, aber nicht die größte: Für knapp jedes vierte Unternehmen ist ein Masterabschluss sehr wichtig oder eher wichtig, während für ähnlich viele Unternehmen die Abschlussart völlig unwichtig ist. Die Hälfte der Betriebe schätzt die Art des Abschlusses und des besuchten Hochschultyps als eher unwichtig ein. Viel zentraler für einen beruflichen Aufstieg sind: Leistungsmo- Abbildung 27 Projektleitung erreicht. Allerdings gibt es durchaus Karrierepositionen, die Bachelorabsolventen verschlossen bleiben. So gibt es in jedem fünften Unternehmen, das mehr als 250 Beschäftigte hat, Aufgaben, für die ein höherer Studienabschluss erwartet wird. Oft betrifft das oberste Führungskräfte wie Vorstand oder Geschäftsführung, manchmal aber auch das mittlere Management. Auch wissenschaftsnahe oder fachliche sehr spezialisierte Fach- und Leitungsaufgaben können Bewerbern mit Masterabschluss oder Einsatzbereiche für Bachelor-Absolvent/inn/en (Wirtschaftswissenschaften) Anteile der Unternehmen, die Bachelor-Absolventen in diesen Bereichen einsetzen 53% Assistenz Leitung 60% Einkauf Datenquelle: 61% Finanzen 83% Rechnungswesen, Controlling 79% Marketing, Vertrieb 56% 61% Personalwesen Marktforschung, Kommunikation 73% volkswirtsch. Abteilungen IW-Personalpanel 2014, Anteile bezogen auf Unternehmen, die bereits Bachelor eingestellt haben und für die der jeweilige Bereich relevant ist. 39
40 Gute Bildung - gute Chancen Abbildung 28 Leistungsmotivation oder Identifikation sind wichtiger Auswahlkriterien für höhere Fach- und Führungspositionen Anteile in Prozent Leistungsmotivation sehr wichtig 80 eher wichtig 19 Identifikation mit den Unternehmenszielen Kommunikationsfähigkeit Fähigkeit, andere zu motivieren Bewährung im Unternehmen Führungsmotiviation Weiterbildungsbereitschaft Uni- statt Fachhochschulabschluss 5 23 Master-Abschluss nach dem Bachelor 3 19 Doktortitel 1 4 Datenquellen: IW-Personalpanel 2014 tivation, die Identifikation mit den Zielen des Unternehmens und die Kommunikationsfähigkeit. Andere motivieren zu können und führen zu wollen, ist ebenfalls entscheidend für einen beruflichen Aufstieg; ebenso wie Bewährung im Unternehmen und Bereitschaft zur Weiterbildung (Abbildung 28). Unternehmen wünschen sich mehr Anwendungsorientierung Es gibt auch kritische Stimmen. So sieht die Hälfte der Unternehmen, die an einer Online-Umfrage des DIHK teilgenommen haben, ihre Erwartungen an Bachelor-Studiengänge nicht erfüllt. 31 Beklagt werden vor allem eine geringe Anwendungsorientierung, fehlende methodische Kompetenzen sowie mangelnde soziale und persönliche Kompetenzen. Dabei zeigen sich große Unternehmen tendenziell zufriedener, vielleicht auch deswegen, weil es ihnen leichter fällt, eine umfangreichere Einarbeitung anzubieten als kleine Betriebe. 31 Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK), Kompetent und praxisnah Erwartungen der Wirtschaft an Hochschulabsolventen, Ergebnisse einer DIHK Online-Unternehmensbefragung, Berlin
41 Zusammengefasst zeigen die Ergebnisse: Die pauschale Befürchtung, der Bachelorabschluss vermittle keine Berufsbefähigung, ist unbegründet. Viele Unternehmen beschäftigen Bachelorabsolventen und auch ein beruflicher Aufstieg ist möglich. Beim Berufseinstieg und den Beschäftigungschancen zeigt sich allerdings eine ähnliche Abstufung der Fachrichtungen wie bei den herkömmlichen Abschlussarten: In den MINT-Fächern gibt es überdurchschnittliche gute Chancen, in den Sprach- und Kulturwissenschaften, Geisteswissenschaften ist es schwieriger, denn hier sind einschlägige Arbeitsplätze rar. Gleichzeitig wünschen sich Unternehmen mehr Anwendungsorientierung in den Bachelor-Studiengängen und von den Absolventen eine bessere Sozialkompetenz. 41
42 Gute Bildung - gute Chancen 2. Berufsgruppen 2.1 Ingenieurwesen Überblick Dieses Kapitel betrachtet die ingenieurtechnischen Tätigkeitsfelder Maschinen- und Fahrzeugtechnik Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik technische Forschung, Entwicklung, Konstruktion und Produktion. 32 Ingenieure fanden auch 2015 einen guten Arbeitsmarkt vor. Die Nachfrage nach Technik-Experten war weiterhin hoch, obgleich das Niveau der Stellenmeldungen in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Die Zahl der Beschäftigten wächst kontinuierlich. Die Zahl der Arbeitslosen, die eine Tätigkeit als Ingenieur anstreben, hat im Kontext wachsender Absolventenzahlen zugenommen. Nach wie vor fällt sie aber so gering aus wie in kaum einer anderen Berufsgruppe. Vor allem im Süden und Westen Deutschlands hatten Arbeitgeber in einigen Ingenieurfachrichtungen Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Die stark gewachsenen Studierendenzahlen dürften aber diesen Engpässen zunehmend entgegenwirken und geben Anlass zu der Hoffnung, dass der anstehende Generationenwechsel erfolgreich zu meistern ist. 33 Zahl erwerbstätiger Ingenieurfachkräfte deutlich gestiegen Rund 1,02 Millionen Erwerbstätige verfügten 2014 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes über einen Studienabschluss als Ingenieur in den hier betrachteten Tätigkeitsfeldern. In den letzten Jahren ist die Zahl der Erwerbstätigen deutlich gestiegen (Abbildung 29). Die Zahl der als Ingenieur Arbeitenden fällt allerdings kleiner aus, da nicht jeder, der ein Ingenieurstudium abgeschlossen hat, diesen Beruf ausübt. 32 Damit ist nicht das gesamte ingenieurwissenschaftliche Spektrum abgedeckt. Nicht berücksichtigt sind hier zum Beispiel Ingenieure in Bergbau und Hüttenwesen, in Bauwesen und Architektur (siehe Kapitel 2.2), Feinwerktechnik, Medizintechnik oder Verkehrswesen. 33 Vgl. auch BIBB Report 23/14: Engpässe im mittleren Qualifikationsbereich trotz erhöhter Zuwanderung, Bonn
43 Abbildung 29 Erwerbstätigkeit stark gestiegen Erwerbstätige mit ingenieurwissenschaftlichem Abschluss* sowie erwerbstätige und sozialversicherungspflichtig beschäftigte Ingenieurfachkräfte Erwerbstätige Selbständige sozialvers.pfl. Beschäftigte Selbständige * Ingenieurwesen allg., Maschinenbau, Verfahrenstechnik, Verkehrstechnik, Energietechnik, Elektrotechnik und Datenquellen: Statistisches Bundesamt, Statistik der Bundesagentur für Arbeit Produktionstechnik So ermittelte der Mikrozensus rund Erwerbstätige, die als Experten im Feld der Maschinen- und Fahrzeugtechnik, der Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik oder der Forschung, Entwicklung, Konstruktion oder Produktion tätig waren. 34 Der Großteil befand sich in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis. Nur sechs Prozent waren als Selbständige tätig. Für die größte Teilgruppe der abhängig Beschäftigten nämlich Beschäftigte, 34 Berufshauptgruppen 25, 26 und 27, Anforderungsniveau 4 Experten (Klassifikation der Berufe 2010). die in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis stehen liegen differenzierte Daten aus der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit bereits für das Jahr 2015 vor. Danach waren im Juni 2015 insgesamt rund Ingenieurfachkräfte sozialversicherungspflichtig beschäftigt. 35 Das war ein Anstieg von knapp vier Prozent gegenüber dem Vorjahr, nachdem es bereits 2014 einen Zuwachs von drei Prozent gegeben hatte. Auch in den Jahren davor gab es Beschäftigungsgewinne. Allerdings ist 35 Zur Abgrenzung zwischen Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung siehe Hinweise zu statistischen Angaben. 43
44 Gute Bildung - gute Chancen es nicht möglich, diese genau zu beziffern, da aufgrund der Umstellung auf die neue Klassifikation der Berufe genaue Vergleiche mit Jahren vor 2013 nicht möglich sind. Überdurchschnittliche Vakanzzeiten Selbst in der Wirtschaftskrise 2009 und erst recht in den folgenden Jahren mit guter wirtschaftlicher Lage war der Ingenieurarbeitsmarkt von der Diskussion um den Fachkräftemangel geprägt. Beschäftigungswachstum oder offene Stellen signalisieren für sich allein aber noch keinen Fachkräftemangel. Als guter Gradmesser für Schwierigkeiten bei der Suche nach Fachkräften kann die Zeit herangezogen werden, die ein Unternehmen benötigt, um einen freien Arbeitsplatz zu besetzen. Ist diese Vakanzzeit 36 auffällig lang, könnte dies ein Anzeichen dafür sein, dass Unternehmen Probleme haben, in angemessener Zeit geeignete Fachkräfte zu finden, also dass entsprechende Fachkräfte fehlen. Legt man diese statistische Kennzahl zu Grunde, zeigen sich bei den Ingenieuren teilweise deutliche Engpässe. Während 2015 die durchschnittliche 36 Die Vakanzzeit misst die Dauer von dem Zeitpunkt, zu dem eine gewünschte Stellenbesetzung erfolgen sollte, bis zur tatsächlichen Abmeldung einer Stelle bei der Arbeitsvermittlung. Vakanzzeit von gemeldeten Stellen über alle Berufe Tage betrug, waren Stellenangebote für Ingenieure bis zu 126 Tage vakant. Die weit überdurchschnittliche Vakanzzeit ist bereits seit längerem zu beobachten nur in den Jahren nach der Wirtschaftskrise ist sie deutlich abgesunken. Zeitlich am aufwändigsten gestaltete sich 2015 die Personalsuche, wenn Ingenieure für Forschungs- und Entwicklungsaufgaben, für Maschinenund Fahrzeugtechnik oder Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik gefragt waren. Zügiger gelang dagegen die Stellenbesetzung im Tätigkeitsfeld Produktionsplanung und -steuerung (Abbildung 30). Engpässe vor allem in den westlichen Bundesländern 38 Anzeichen für einen generellen Ingenieurmangel gibt es derzeit nicht. Jedoch signalisieren die überdurchschnittlichen Vakanzzeiten zusammen mit der geringen Arbeitslosigkeit einen Fachkräftemangel in einzelnen Fachrichtungen, vor allem in der Maschinenund Fahrzeugtechnik, der Mechatronik und Automatisierungstechnik sowie in der Elektrotechnik. Auf jeweils Anforderungsniveau 2 bis 4 (KldB 2010) ohne Helfer. 38 Vgl.: Bundesagentur für Arbeit: Der Arbeitsmarkt in Deutschland - Fachkräfteengpassanalyse Dezember 2015, > Arbeitsmarktberichte > Fachkräftebedarf und Stellen 44
45 Abbildung 30 Überdurchschnittliche Vakanzzeiten, aber zuletzt rückläufig Durchschnittliche Vakanzzeiten gemeldeter sozialversicherungspflichtiger Arbeitsstellen für Expert/inn/en (gemessen beim Abgang, in Tagen) Maschinen- und Fahrzeug- und Fahrzeugtechnik technikberufe Mechatronik-, Energieu. Elektroberufe u. Energie- Elektroberufe Technische Forschung und Entwicklung Forschung und Entwicklung Technische Produktionsplanung,- Techn. steuerung Produktionsplanung,-steuerung Insgesamt alle Berufe (ohne Helfer) Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit gemeldete Arbeitsstellen kamen 2015 bundesweit rechnerisch 174 arbeitslose Experten der Maschinen- und Fahrzeugtechnik. In der Mechatronik, Automatisierungs- und Elektrotechnik waren es sogar nur 140 Arbeitslose 39. Darüber hinaus treten auch Mangelsituationen auf in den kleineren Ingenieurgruppen der Metall- und Schweißbautechnik oder der Ver- und Entsorgung. Die Arbeitslosen-Stellen-Relation 40 hat sich 2015 in Ingenieurberufen leicht erhöht. Hier könnte sich bereits 39 Berufs(haupt)gruppen 25 beziehungsweise 26 (KldB 2010). 40 Anzahl von Arbeitslosen, die rechnerisch auf eine gemeldete Arbeitsstelle kommen. abzeichnen, dass die Suche nach Technik-Experten in den kommenden Jahren wieder einfacher werden könnte, haben doch die Studierendenzahlen stark zugenommen. Regional betrachtet zeigen sich die Besetzungsprobleme vor allem im Süden und Westen Deutschlands (Abbildung 31). Abhängig von der Wirtschaftsstruktur gibt es hier einen überdurchschnittlichen Bedarf an Ingenieuren. Innerhalb der östlichen Bundesländer fallen vorrangig in Thüringen und teilweise in Sachsen und Sachsen-Anhalt Besetzungsschwierigkeiten ins Auge, wohingegen in einigen 45
46 Gute Bildung - gute Chancen Abbildung 31 Fachkräftemangel vor allem im Süden und Westen Expert/inn/en mit mind. vierjähriger Hochschulausbildung oder vergleichbarer Qualifikation Dezember 2015 Mechatronik, Automatisierung, Elektrotechnik Maschinen- und Fahrzeugtechnik Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein Hamburg Mecklenburg-Vorpommern Hamburg Mecklenburg-Vorpommern Bremen Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt Nordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen Thüringen Sachsen Thüringen Sachsen Hessen Hessen Rheinland-Pfalz Rheinland-Pfalz Saarland Saarland Bayern Bayern Baden-Württemberg Baden-Württemberg = Fachkräftemangel = Anzeichen für Fachkräfteengpässe = keine Anzeichen für Engpässe = Keine Daten aufgrund kleiner Größenordnungen Datenquelle: Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit anderen Regionen noch Fachkräftepotenziale vorhanden sind. Insbesondere in Berlin, das eher Dienstleistungs- als Produktionsstandort ist, überstieg die Zahl der Arbeitslosen die Zahl der gemeldeten Stellen zum Teil sehr deutlich Maschinen- und Fahrzeugtechnik Der Arbeitsmarkt zeigt sich für Ingenieure der Maschinen- und Fahrzeugtechnik nach wie vor sehr positiv. Die Zahl der Beschäftigten ist weiter gewachsen. Die Arbeitslosigkeit bewegt sich auf Vollbeschäftigungsniveau, auch wenn die absolute Zahl an Arbeitslosen wiederholt leicht gestiegen ist. Die Zahl der gemeldeten Stellen ist erneut gesunken. Dies könnte aber dadurch beeinflusst sein, dass Unternehmen seltener ihre offenen Stellen meldeten, weil sie sich wenig Chancen auf eine erfolgreiche Besetzung ausrechnen. 46
47 So gab es vor allem im Süden und Westen Deutschlands weiterhin Schwierigkeiten, offene Stellen in angemessener Zeit zu besetzen. In den kommenden Jahren dürften jedoch die deutlich gestiegenen Studierendenzahlen den Engpässen spürbar entgegenwirken. Großes und weiter wachsendes Beschäftigungsfeld Rund Maschinen- und Fahrzeugtechnik-Experten, deren Anforderungsprofil einer mindestens vierjährigen Hochschulausbildung oder vergleichbaren Kompetenzen entspricht, waren 2014 in Deutschland als Angestellte, Selbständige oder Beamte tätig. Für die größte Teilgruppe die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weist die Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit zum Juni 2015 rund Personen aus. 41 Das war ein Zuwachs von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Den Beschäftigungsschwerpunkt des Berufsfeldes bilden mit Beschäftigten und einem Anteil von zwei Dritteln der Maschinenbau und die Betriebstechnik. Dieser lässt sich in drei Teilbereiche gliedern: Ingenieurfachkräfte gestalten und 41 Zur Abgrenzung zwischen Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung siehe Hinweise zu statistischen Angaben. optimieren beispielsweise als Maschinenbau- oder Verfahrensingenieur Produktionsabläufe oder entwickeln und konstruieren Maschinen und Fertigungsanlagen sind im Technischen Service und der Instandhaltung tätig und weitere nehmen in erster Linie Führungsaufgaben wahr (Abbildung 32). In Berufen der Fahrzeugtechnik waren im Juni 2015 knapp Experten sozialversicherungspflichtig beschäftigt, mit Beschäftigten die meisten in der Kraftfahrzeugtechnik. Es folgt als weiterer zahlenmäßig nicht zu unterschätzender Tätigkeitsbereich, die Luft- und Raumfahrttechnik mit Ingenieuren. Hinzu kommen Ingenieure, die in der Fahrzeugtechnik mit Leitungsfunktionen betraut sind. Sonstige kleinere Tätigkeitsfelder sind der Schiffbau, die Land- und Baumaschinentechnik oder die Zweiradtechnik. Stellenmeldungen rückläufig Die Zahl der Stellenmeldungen geht seit 2012 kontinuierlich zurück. Rund Stellenmeldungen gingen im Jahresverlauf bei der Bundesagentur für Arbeit ein, drei Prozent weniger als im Vorjahr. Dabei bleibt offen, ob der Einstellungsbedarf tatsächlich in diesem Umfang gesunken ist. Es könnte auch eine Rolle spielen, dass 47
48 Gute Bildung - gute Chancen Unternehmen, die Schwierigkeiten bei der Besetzung von freien Arbeitsplätzen haben, ihre Vakanzen seltener melden, weil sie wenige Realisierungschancen über die öffentliche Arbeitsvermittlung sehen. Monatsdurchschnittlich hatte die öffentliche Arbeitsvermittlung Stellen im Angebot. Arbeitslosigkeit auf Vollbeschäftigungsniveau Die Zahl der Arbeitslosen ist 2015 weiter gestiegen, nachdem es bereits in den beiden vorangegangenen Jahren einen Anstieg gegeben hatte. Rund Experten der Maschinen- und Fahrzeugtechnik waren im Jahresdurchschnitt arbeitslos gemeldet. Obwohl dies sieben Prozent mehr waren als im Vorjahr, befindet sich die Arbeitslosigkeit weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. Bezogen auf alle Erwerbspersonen lag die Arbeitslosenquote unter zwei Prozent. 42 Dies entspricht Vollbeschäftigungsniveau. erhöhte sich auf Hinzu kamen erfolgreiche Prüfungen im Studienbereich Verkehrstechnik, Nautik. Ein Blick auf die Studierendenzahlen lässt auch für die nächsten Jahre erheblich wachsende Absolventenjahrgänge erwarten. Mit insgesamt fast Studierenden im Studienbereich Maschinenbau, Verfahrenstechnik war die Zahl der potenziellen Nachwuchsingenieure so hoch wie nie zuvor. Daneben waren junge Menschen für ein Ingenieurstudium in Verkehrstechnik, Nautik eingeschrieben. Hohes Interesse am Studienfach Im Prüfungsjahr 2014 beendeten rund Absolventen erfolgreich ihr Studium in Maschinenbauwesen, Verfahrenstechnik. Das waren sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Gut jeder Zweite schloss mit einer Bachelorprüfung ab. Die Zahl der Masterabschlüsse 42 Zur Berechnung der berufsspezifischen Arbeitslosenquote siehe Hinweise zu statistischen Angaben. 48
49 Abbildung 32 Maschinen- und Fahrzeugtechnik Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 7% Frauen Expert/inn/en Fahrzeugtechnik Kfz-technik % sonstige % Führungskräfte Luft- und Raumfahrt 6% % 2015 Maschinenbau, Betriebstechnik % 17% 55+ Führungskräfte Techn. Service, 10% Instandhaltung % Expert/inn/en Maschinenbau und Betriebstechnik Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit 7% Selbständige Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen Arbeitslose Gemeldete Stellen * 2006* Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit *ohne zugelassene kommunale Träger Anteile von Frauen, Älteren, Selbständigen beziehen sich auf Erwerbstätige (ausgeübte Tätigkeiten, Mikrozensus 2014); sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Bestand jeweils 30. Juni; Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen Jahresdurchschnittsbestand; jeweils Experten. Näheres siehe Hinweise zu statistischen Angaben.
50 Gute Bildung - gute Chancen Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik Die Arbeitsmarktsituation für Experten der Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik stellt sich gut dar. Arbeitslosigkeit spielt so gut wie keine Rolle. So war die Arbeitslosenquote in den letzten Jahren durchweg geringer als drei Prozent. Die Zahl der gemeldeten Stellen ist 2015 leicht gestiegen und befindet sich auf einem guten Niveau. Die Beschäftigung war in den letzten Jahren tendenziell rückläufig. Dies könnte aber auch ein Indiz für Schwierigkeiten von Unternehmen sein, qualifizierte Elektrotechnik-Absolventen in ausreichender Zahl zu finden. Vor allem in den südlichen und westlichen Bundesländern zeigte sich weiterhin ein Expertenmangel in der Mechatronik, Automatisierungstechnik und Elektrotechnik. Das gewachsene Interesse an einem Studium der Elektrotechnik dürfte in den nächsten Jahren aber spürbar zur Deckung des Fachkräftebedarfs beitragen. Zahl der Beschäftigten leicht rückläufig Nach letzten Angaben des Mikrozensus waren 2014 rund Experten der Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik in Deutschland tätig. Acht Prozent von ihnen übten die Arbeit als Selbständige aus. Mit Personen befand sich die große Mehrheit in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis als Angestellte, Beamte oder Minijobber beispielsweise neben einem Studium. Die Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit, für die bereits Daten für 2015 vorliegen, weist im Feld der Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik rund sozialversicherungspflichtig beschäftigte Experten aus. 43 Gegenüber dem Vorjahr gab es einen leichten Rückgang von einem Prozent. Vergleiche mit den Jahren vor 2013 sind aufgrund der Umstellung auf die Klassifikation der Berufe 2010 nicht möglich. Aussagen zu Entwicklungstrends können aber getroffen werden, wenn man stattdessen die ähnlich gefasste Berufsgruppe der Elektroingenieure betrachtet: Hier ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 2004 bis 2011 um elf Prozent gesunken. Damit gehören Elektroingenieure zu den wenigen Berufsgruppen, bei denen die Beschäftigtenzahl langfristig rückläufig ist. Es scheint, als ob die geringen Absolventenzahlen in den Jahren vor und nach der Jahrhundertwende dazu führten, dass Beschäftigungsmöglichkeiten unausgeschöpft geblieben sind. Darüber hinaus kann 43 Zur Abgrenzung zwischen Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung siehe Hinweise zu statistischen Angaben. 50
51 Abbildung 33 Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 6% Frauen Mechatronik und Automatisierung % Energietechnik % % 55+ Elektrotechnik % Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit 8% Selbständige Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen Arbeitslose Gemeldete Stellen * 2006* Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit *ohne zugelassene kommunale Träger Anteile von Frauen, Älteren, Selbständigen beziehen sich auf Erwerbstätige (ausgeübte Tätigkeiten, Mikrozensus 2014); sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Bestand jeweils 30. Juni; Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen Jahresdurchschnittsbestand; jeweils Experten. Näheres siehe Hinweise zu statistischen Angaben.
52 Gute Bildung - gute Chancen von einer zunehmenden Verlagerung von der Elektrotechnik hin zur (Technischen) Informatik ausgegangen werden. In der Zusammenschau betrachtet, ist das Berufsfeld Informatik/ Informations- und Elektrotechnik merklich gewachsen. Nachfrage auf gutem Niveau Die Zahl der gemeldeten Stellen ist 2015 leicht gestiegen, nachdem sie zuvor zwei Jahre in Folge zurückgegangen war. Im Jahresdurchschnitt 2015 waren Stellenangebote gemeldet, drei Prozent mehr als im Vorjahr. Der Zugang an neuen Stellenofferten, der besser das Nachfragevolumen eines Jahres beschreibt, belief sich auf Stellenangebote. Das waren ebenfalls drei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Nach wie vor gibt es Engpässe bei der Besetzung offener Stellen. Ein Indikator dafür ist die Vakanzzeit. Sie umfasst die Zeitspanne zwischen dem vom Arbeitgeber gewünschten Besetzungstermin und der tatsächlichen Abmeldung eines Stellenangebots bei der Arbeitsvermittlung. Sie lag 2015 in der Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik bei 118 Tagen. Im Durchschnitt aller gemeldeten Stellen betrug die Vakanzzeit lediglich 84 Tage Ohne Helfer. Wenige Arbeitslose Die Zahl der Arbeitslosen, die 2015 eine Expertentätigkeit in der Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik anstrebten, ist gegenüber 2014 leicht gestiegen (+6 Prozent). Die Zunahme sollte nicht überbewertet werden, da im Vergleich der letzten zehn Jahre der Arbeitslosenstand weiterhin gering ausfällt. Rund Arbeitslose waren 2015 gemeldet. Gegenüber 2005 waren das etwa zwei Drittel weniger. Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle Erwerbspersonen, lag weiterhin unter drei Prozent. Sie bewegt sich damit auf Vollbeschäftigungsniveau. Zahl der Studierenden steigt Die Zahl der erfolgreichen Prüfungen im Studienbereich Elektrotechnik steigt seit 2002 kontinuierlich. Im Jahr 2014 legten rund Studierende ihr Examen ab, vier Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anteil der Absolventinnen lag bei geringen zehn Prozent. Etwa die Hälfte der Prüflinge erwarb (zunächst) einen Bachelorabschluss. Weitere Elektrotechnikabsolventen starteten in das Berufsleben mit einem Masterabschluss und mit einem traditionellen Diplom-Abschluss. Zu bedenken ist dabei, dass drei von vier Bachelorabsolventen ein weiteres (Master-)Studium anstreben und damit 52
53 dem Arbeitsmarkt erst etwas später zur Verfügung stehen. 45 Nicht zuletzt die guten Arbeitsmarktperspektiven dürften dazu geführt haben, dass sich seit 2007 wieder mehr und mehr junge Menschen für die Aufnahme eines Studiums der Elektrotechnik entschieden haben. Im Studienjahr 2014/15 schrieben sich Technikinteressierte neu ein. Damit wird der Einschreibungsrekord des Vorjahres nur unwesentlich unterschritten (-0,1 Prozent). Insgesamt waren 2014/15 rund Studierende im Studienbereich Elektrotechnik eingeschrieben ein Prozent mehr als im Vorjahr und gleichzeitig so viele wie nach 1994 nicht mehr. 45 Quelle: HIS: Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium,
54 Gute Bildung - gute Chancen Forschung, Entwicklung, Konstruktion und Produktion Neben den in den vorangehenden Kapiteln beschriebenen Tätigkeitsfeldern finden Ingenieure vielfältige Einsatzbereiche in der Forschung, Entwicklung, Konstruktion und Produktion. Hier entwickeln sie zum Beispiel Produkte, technische Verfahren oder Technologien, sind in der Grundlagenforschung tätig, organisieren und überwachen den Betrieb von Anlagen und Fertigungsprozessen oder arbeiten an Aufgabenstellungen wie Kosteneffizienz, Qualitätssicherung und Prozessund Produktsicherheit. Typisch für dieses Feld sind Tätigkeitsbezeichnungen wie Forschungs- und Entwicklungsingenieur, Projektingenieur, Konstruktionsingenieur, Qualitätsingenieur oder Wirtschaftsingenieur. Gerade die Verbindung von technischem Know- How und betriebswirtschaftlichem Sachverstand, die kennzeichnend für die letztgenannte Berufsgruppe ist, hat an Stellenwert gewonnen. Als Führungskräfte sind Ingenieure darüber hinaus in produzierenden Unternehmen unter anderem für die Steuerung der Fertigung in Hinblick auf Quantität und Qualität, Termintreue und Effizienz verantwortlich. Diese hochqualifizierten Technik-Experten zählen zu den gefragten Fachkräften am deutschen Arbeitsmarkt. Dies zeigt sich in einer dynamisch gewachsenen Beschäftigung. Die Arbeitslosigkeit war 2015 nach wie vor gering. Die Zahl der gemeldeten Stellen war leicht höher als im Vorjahr. Stark gestiegene Studierendenzahlen dürften in den nächsten Jahren zu einer spürbaren Erhöhung des Fachkräftepotenzials beitragen. Forschung und Entwicklung als wichtiges Arbeitsfeld In den Tätigkeitsfeldern Technische Forschung und Entwicklung 46 einerseits und der Produktion und Konstruktion andererseits waren 2015 insgesamt Ingenieurfachkräfte sozialversicherungspflichtig beschäftigt (Abbildung 34). Von ihnen waren Ingenieure vorwiegend mit Forschen und Entwickeln betraut, darunter fünf Prozent als Führungskräfte. In der Produktionsplanung und -steuerung sowie der Konstruktion waren Ingenieure beschäftigt. Fast jeder zweite Ingenieur übte hier Leitungsaufgaben aus, während jedem Dritten als Arbeitspla- 46 Berufe in der technischen Forschung und Entwicklung, soweit sie nicht bei den Berufen in der Maschinen- und Fahrzeugtechnik bzw. der Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik erfasst sind. Berufsgruppe 271 Klassifikation der Berufe
55 Abbildung 34 Technische Forschung, Entwicklung, Konstruktion und Produktion Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 14% Frauen Forschung und Entwicklung % Leitungsaufgaben Produktionsplanung, -steuerung und Konstruktion % Konstruktion, Geräte-, Modellbau Qualitätssicherung 17% techn. Produktionsplanung, -steuerung 5% Selbständige Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen Arbeitslose Gemeldete Stellen * 2006* Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit *ohne zugelassene kommunale Träger Anteile von Frauen, Älteren, Selbständigen beziehen sich auf Erwerbstätige (ausgeübte Tätigkeiten, Mikrozensus 2014); sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Bestand jeweils 30. Juni; Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen Jahresdurchschnittsbestand; jeweils Experten. Näheres siehe Hinweise zu statistischen Angaben.
56 Gute Bildung - gute Chancen nungs-, Betriebs-, Fertigungs- oder Wirtschaftsingenieur fachliche Verantwortung übertragen war. Für weitere 14 Prozent stand die technische Qualitätssicherung im Mittelpunkt der Berufsausübung. Ferner waren acht Prozent als hochqualifizierte Fachkräfte in der Konstruktion beziehungsweise im Geräte- oder Modellbau tätig. Verglichen mit dem Vorjahr war 2015 ein deutliches Beschäftigungsplus von Personen zu verzeichnen (+5 Prozent). Differenzierte Aussagen zur längerfristigen Entwicklung der Beschäftigtenzahlen sind aufgrund der Umstellung der Klassifikation der Berufe nicht möglich. Die Richtung der Entwicklung ist aber eindeutig: In den vergangenen Jahren gab es kräftige Zuwächse. Stellenmeldungen leicht erhöht Monatsdurchschnittlich hatte die öffentliche Arbeitsvermittlung rund Stellenangebote im Portfolio. Damit hat sich der Stellenbestand nach zwei Jahren rückläufiger Entwicklung leicht erhöht (+2 Prozent). Im Laufe des Jahres wurden Stellenangebote neu gemeldet, das waren kaum mehr als im Vorjahr (+0,1 Prozent). Die meisten Offerten richteten sich dabei an Kräfte in der technischen Produktionsplanung und -steuerung. Arbeitslosigkeit unverändert auf niedrigem Niveau Jahresdurchschnittlich waren Personen arbeitslos. Die Arbeitslosigkeit hat sich damit gegenüber dem Vorjahr kaum verändert, nachdem sie in den Jahren 2013 und 2014 merklich gestiegen war. Die Arbeitslosenquote fiel weiterhin sehr gering aus. Bei Ingenieuren in Forschung und Entwicklung lag sie unter zwei Prozent und in der Produktion und Konstruktion bei unter drei Prozent. 56
57 wird bei drei von fünf Prüfungen ein Bachelorabschluss erworben. Insgesamt waren rund junge Menschen 2014/15 für ein Studium des Wirtschaftsingenieurwesens eingeschrieben. Gleichzeitig wies die Hochschulstatistik Studierende der Allgemeinen Ingenieurwissenschaften aus. Das waren vier bzw. fünf Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie noch nie. Im Bereich des Wirtschaftsingenieurwesens hat dabei der ingenieurwissenschaftliche Schwerpunkt erheblich an Bedeutung gewonnen. 48 Wählte im Jahr 2009 nur jeder Vierte diesen Schwerpunkt, so war es 2014/15 bereits mehr als jeder Zweite. Mehr Ingenieurnachwuchs Die Zahl der Absolventen verzeichnete in den letzten Jahren einen steten Aufwärtstrend. Rund Studierende schlossen 2014 erfolgreich ein Wirtschaftsingenieur-Studium ab und weitere ein Studium des Allgemeinen Ingenieurwesens 47. Das war ein Zuwachs von 10 bzw. 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mittlerweile 47 Für eine Berufstätigkeit in Forschung, Entwicklung, Konstruktion oder Produktion kann der Zugang natürlich auch über andere als die hier beschriebenen Ingenieurfächer erfolgen (z. B. Maschinenbau / Verfahrenstechnik). Die Entwicklungen in diesen Studienbereichen wurden in den vorhergehenden Abschnitten beschrieben. 48 Differenzierte Betrachtung von Schwerpunkten ab 2009 möglich. 57
58 Gute Bildung - gute Chancen 2.2 Architektur und Bauingenieurwesen Der Arbeitsmarkt für Architekten und Bauingenieure ist eng mit der Entwicklung der Baubranche verknüpft. Angesichts niedriger Zinssätze und einem hohem Bedarf an neuen Wohnungen stellt sich die wirtschaftliche Situation recht gut dar. So ist auch die Erwerbstätigkeit steigend und die Nachfrage nach Architekten und Bauingenieuren liegt auf dem höchsten Niveau der letzten Jahre. Die Arbeitslosigkeit fällt sehr gering aus und ist zudem rückläufig. Angesichts steigender Studierendenzahlen ist für die nächsten Jahre von einem steigenden Fachkräftepotenzial auszugehen. Erwerbstätigkeit stark gestiegen Laut Mikrozensus verfügten 2014 rund Personen über einen Abschluss im Bauwesen 49 und über einen der Architektur. Die Zahl der tatsächlich als Architekt tätigen Personen fällt merklich kleiner aus: Die Bundesarchitektenkammer registrierte rund Architekten und Stadtplaner. 50 Davon war mit rund knapp die Hälfte freischaffend tätig. Eine Tätigkeit als Bauingenieur oder in der 49 Einschließlich Studienfächer Holzbau, Stahlbau, Wasserbau, Wasserwirtschaft, Meliorationswesen, Verkehrsbau. 50 Stand In Abbildung 36 dem Jahr 2014 zugeordnet. Bauleitung übten Personen aus. Auch hier spielt die Selbständigkeit eine wichtige Rolle. Mit war etwa jeder vierte Erwerbstätige sein eigener Chef. Rund Bau-Fachkundige waren darüber hinaus bei Bauämtern oder anderen Institutionen des öffentlichen Dienstes als Beamte beschäftigt. 51 Die Zahl der Erwerbstätigen mit einem Studienabschluss im Bauingenieurwesen oder in der Architektur ist im Laufe der letzten zehn Jahre spürbar gestiegen, wobei allerdings die Zahl der Architekten zuletzt (2014) rückläufig war (Abbildung 35). Die aktuellen Daten verweisen aber auf einen Anstieg bei den Berufsausübenden: Die Bundesarchitektenkammer vermeldet für das Jahr 2015 ein Plus von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr. Laut BA-Statistik ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Architekten um fünf Prozent gestiegen, die der Bauingenieure und Bauleiter um zwei Prozent. Bauingenieurinnen und -ingenieure profitierten Bauingenieure konnten in den letzten Jahren vom günstigen Zinsniveau für private Hausbauten und Investitionen 51 Quelle: Statistisches Bundesamt, Mikrozensus Zwischen Architekten und Bauingenieuren kann hierbei nicht trennscharf unterschieden werden. 58
59 Abbildung 35 Architektur und Bauingenieurwesen Erwerbstätige (Studienabschluss und ausgeübte Tätigkeiten) Architektur Frauen 37% Erwerbstätige mit einem Studienabschluss in der Erwerbstätige mit einem Studienabschluss im Bauingenieurwesen Architektur % % Selbständige erwerbstätige Architekt/inn/en erwerbstätige Bauingenieure/ innen Bauingenieurwesen Datenquelle: Bundesarchitektenkammer, Statistisches Bundesamt % Frauen Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen 27% Arbeitslose Bauingenieurwesen 26% Selbständige Gemeldete Stellen Architektur * 2006* Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit *ohne zugelassene kommunale Träger Anteile von Frauen, Älteren, Selbständigen beziehen sich auf Erwerbstätige (ausgeübte Tätigkeiten, Mikrozensus 2014); Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen Jahresdurchschnittsbestand; jeweils Experten. Näheres siehe Hinweise zu statistischen Angaben.
60 Gute Bildung - gute Chancen von Unternehmen profitieren. So steigt die Nachfrage nach Fachexperten im Bau seit Jahren an. Im Verlauf des Jahres 2015 wurden Stellenangebote neu gemeldet, zehn Prozent mehr als im Vorjahr und gleichzeitig ein neuer Höchststand. Damit hatte der Arbeitgeberservice der Bundesagentur für Arbeit monatsdurchschnittlich Stellenofferten für Bauingenieure im Angebot. Dem standen rund arbeitslose Bauexperten gegenüber, vier Prozent weniger als im Vorjahr. Im Rückblick der letzten zehn Jahre gestaltete sich der Abbau der Arbeitslosigkeit sehr eindrucksvoll - sie betrug 2015 nur noch ein Viertel des Bestandes von Die Arbeitslosenquote fiel mit unter drei Prozent sehr gering aus. Gute Entwicklung in der Architektur Die Nachfrage nach abhängig beschäftigten Architekten stieg 2015, gemessen an den im Jahresverlauf neu gemeldeten Arbeitsstellen, um 16 Prozent auf Jobofferten. Dies entsprach einem jahresdurchschnittlichen Bestand von 800 Arbeitsstellen und war gleichzeitig der höchste Stand seit zumindest Auf der anderen Seite ging die Arbeitslosigkeit von Architekten um acht Prozent zurück. Rund Arbeitslose 52 Für frühere Jahre keine vergleichbaren Angaben vorhanden. Stellen für Selbständige sind hier in der Regel nicht enthalten. waren im Jahresdurchschnitt registriert. Das war der niedrigste Stand der letzten zehn Jahre. Die Arbeitslosenquote lag weiterhin deutlich unter drei Prozent. Positive Wirtschaftsindikatoren Laut den aktuellen Wirtschaftsindikatoren dürfte sich der Aufwärtstrend in der Bauwirtschaft fortsetzen. So gab es im Februar 2016 im Bauhauptgewerbe kalender- und preisbereinigt fast 15 Prozent mehr Auftragseingänge als im Vorjahresmonat. Auch bei den Baugenehmigungen für Wohnungen setzte sich der Zuwachs fort: 2015 wurden acht Prozent bzw mehr Baugenehmigungen als im Vorjahr erteilt. 53 Auch die freischaffenden Architekten blickten laut ifo Architektenumfrage zu Beginn des ersten Quartals 2016 optimistisch in die nähere Zukunft. 54 Interesse am Bau-Studium gestiegen Die Hochschulstatistik verzeichnete 2014 rund Absolventen des Bauingenieurwesens. In der Architektur erhielten Studierende einen Abschluss. Mehr als jede zweite Prüfung führte zu einem Bachelorabschluss. 53 Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilungen Nr. 99 vom und 142 vom Quelle: ifo Architektenumfrage, 1. Quartal
61 Für die nächsten Jahre können steigende Absolventenzahlen erwartet werden. Denn seit sieben Jahren ist ein zunehmendes Interesse an einem Studium des Bauingenieurwesens zu verspüren; in der Architektur steigen die Studierendenzahlen seit sechs Jahren. Zuletzt waren im Bauingenieurwesen und in der Architektur Studierende eingeschrieben (+4 bzw. +3 Prozent gegenüber Vorjahr). Der Frauenanteil betrug im Bauingenieurwesen 28 Prozent und war damit so hoch wie in kaum einem anderen ingenieurwissenschaftlichen Fach. Nur in den Studiengängen Architektur und Innenarchitektur waren Frauen mit 58 Prozent weit stärker vertreten. 61
62 Gute Bildung - gute Chancen 2.3 Informatik Der Arbeitsmarkt für IT-Fachleute 55 zeigte sich auch 2015 weiterhin in einer sehr guten Verfassung. Nach wie vor gibt es nur wenig Arbeitslose mit IT-Berufen. Das Vordringen der Informatik in nahezu alle Arbeits- und Lebensbereiche geht einher mit einem überdurchschnittlichen Zuwachs an Arbeitsplätzen für Computerfachleute in den letzten Jahren. Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern bewegte sich, gemessen am Bestand der 2015 bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Stellen, auf Höchstniveau. Gleichzeitig hatten Unternehmen Schwierigkeiten, ihre vakanten Stellen für hochqualifizierte IT-Experten zu besetzen. Hier könnte allerdings in den kommenden Jahren eine steigende Zahl von Absolventen eines Informatikstudiums zur Entspannung beitragen ebenso wie die zunehmende Attraktivität Deutschlands bei qualifizierten Fachleuten aus dem Ausland. 55 Betrachtet wird in diesem Kapital der Gesamtarbeitsmarkt für IT-Kräfte, unabhängig vom Berufsabschluss. Auf die Situation von Akademikern wird dabei als Teilgröße eingegangen. Zahl erwerbstätiger IT-Fachleute wächst weiter Rund IT-Fachleute waren laut Mikrozensus 2014 in Deutschland tätig. In dieser Zahl sind neben den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die den Hauptteil der Erwerbstätigen ausmachen, Selbständige und Beamte sowie geringfügig Beschäftigte enthalten. Die Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit weist rund IT-Fachleute aus, die zum Stichtag 30. Juni 2015 in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren (Abbildung 36). Im Vorjahresvergleich zeigt sich ein Beschäftigungszuwachs von Personen (+4 Prozent). Damit setzt sich der Wachstums trend fort. Zwei von fünf Beschäftigten verfügten über einen Fachhochschul- oder Hochschulabschluss. Arbeitslosigkeit gering Die Zahl arbeitsloser IT-Kräfte ist 2015 leicht gestiegen. Hier dürften sich die gewachsenen Absolventenzahlen bemerkbar machen. Rund IT-Fachleute waren 2015 arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr waren dies 200 oder ein Prozent mehr. Fachleute mit einem Informatikberuf sind aber nach wie vor seltener arbeitslos als viele andere 62
63 Abbildung 36 Informatik Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 14% Frauen % mit (Fach-) Hochschulabschluss 11% Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit 10% Selbständige Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen Arbeitslose Gemeldete Stellen mit (Fach-) 32% Hochschulabschluss * 2006* Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit *ohne zugelassene kommunale Träger Anteile von Frauen, Älteren, Selbständigen beziehen sich auf Erwerbstätige (ausgeübte Tätigkeiten, unabhängig vom Berufsabschluss, Mikrozensus 2014); sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Bestand jeweils 30. Juni (für 2012 keine Angaben, davor KldB88 Berufsordnung 774); Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen Jahresdurchschnittsbestand; jeweils alle Qualifikationsgruppen und darunter mit Fach- und Hochschulabschluss. Näheres siehe Hinweise zu statistischen Angaben.
64 Gute Bildung - gute Chancen Berufsgruppen. Die Arbeitslosenquote betrug insgesamt etwa drei Prozent. Am niedrigsten fiel dabei mit etwa zwei Prozent die Quote für die Teilgruppe der Informatiker mit Fachhochschuloder Hochschulabschluss aus. Zahl der gemeldeten Stellen auf Höchstniveau Jahresdurchschnittlich hatte die Bundesagentur für Arbeit 2015 rund Jobangebote im Bestand. Das waren sieben Prozent mehr als im Vorjahr und gleichzeitig der höchste Stand seit 2007; für frühere Jahre liegen keine vergleichbaren Angaben vor. Die Neuzugänge gemeldeter Stellen, die mehr über die Dynamik der Nachfrage aussagen, beliefen sich 2015 auf fast Arbeitsstellen. Stellenbesetzungen dauern länger Dass der Bedarf an qualifizierten IT-Fachkräften nicht immer ohne weiteres gedeckt werden kann, zeigt sich an einer langen und gestiegenen Vakanzzeit. Diese Vakanzzeit umfasst den Zeitraum vom geplanten Besetzungstermin bis zur tatsächlichen Abmeldung des Stellenangebots bei der Bundesagentur für Arbeit waren gemeldete Stellen für Informatiker auf Fachkraft- und Spezialisten-Ebene 97 Tage vakant. Das waren 25 Tage mehr als noch Bei Experten dauerte die Stellenbesetzung sogar 132 Tage; 43 Tage länger als Damit sind Stellen für IT-ler deutlich länger unbesetzt als Stellenangebote in anderen Berufsgruppen. Punktueller Fachkräftemangel Ein genereller Fachkräftemangel an IT-Fachleuten ist in Deutschland derzeit nicht erkennbar. Punktuelle Engpässe zeigen sich jedoch bei Informatikern und Softwareentwicklern, deren Kenntnisse einem mindestens vierjährigen Informatikstudium entsprechen. Hier stehen 100 gemeldeten Arbeitsstellen rechnerisch lediglich 104 arbeitslose IT-Experten gegenüber. Ein Mangel an IT-Experten zeigt sich in nahezu allen Ländern. In Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz gibt es Anzeichen für Engpässe im Expertenbereich. 56 In Bayern sind darüber hinaus auch Spezialisten mit Technikerabschluss, Bachelor oder vergleichbaren Abschlüssen knapp. In Berlin und Sachsen sind dagegen noch Potenziale vorhanden hier übersteigt die Zahl der arbeitslosen Menschen die Zahl der Stellen zum Teil deutlich und die Vakanzzeit ist unauffällig. Ein Fachkräftemangel ist darüber hinaus weder ersichtlich in der IT-Systemanalyse, der Anwendungsberatung, im Vertrieb noch 56 Differenzierte Aussagen zu Bremen, Saarland, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen sind aufgrund geringer Größenordnungen nicht sinnvoll. 64
65 in der Netzwerktechnik, der IT-Koordination, Administration oder der IT-Organisation. 57 Großes Interesse an Informatikstudiengängen Seit der Jahrtausendwende sind die Absolventenzahlen der Informatikstudiengänge stetig gewachsen. Rund Informatiker schlossen 2014 ihr Studium erfolgreich ab, sechs Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie noch nie. Herkömmliche Diplomabschlüsse wurden nur noch von sieben Prozent der Prüflinge erworben. Der Anteil der Bachelorabschlüsse liegt mittlerweile bei 62 Prozent. Die meisten Angehörigen dieser Prüfungsgruppe treten jedoch nicht unmittelbar in das Erwerbsleben ein, da sie noch ein Masterstudium anschließen. Der Anteil der examinierten Master lag bei 27 Prozent. Weitere Informationen zum IT-Arbeitsmarkt finden Sie in der Broschüre Der Arbeitsmarkt für IT-Fachleute in Deutschland 58. In den nächsten Jahren dürfte die Zahl der Berufseinsteiger weiter zunehmen, denn die Zahl der Studierenden ist kontinuierlich gewachsen. Insgesamt verzeichnete der Studienbereich Informatik im Studienjahr 2014/15 rund Studierende, oder sieben Prozent mehr als im Jahr zuvor. 57 Vgl. Bundesagentur für Arbeit: Der Arbeitsmarkt in Deutschland Fachkräfteengpassanalyse Dezember 2015, Nürnberg > Arbeitsmarktberichte > Fachkräftebedarf und Stellen 58 > Arbeitsmarktberichte > Akademiker 65
66 Gute Bildung - gute Chancen 2.4 Naturwissenschaften Der Arbeitsmarkt für Naturwissenschaftler zeigte sich im letzten Jahrzehnt sehr aufnahmefähig, was sich in einer kräftig gestiegenen Erwerbstätigkeit widerspiegelt. Gleichzeitig befindet sich die Arbeitslosigkeit in den meisten Fachrichtungen auf einem geringen Niveau, auch wenn es 2015 wiederholt einen leichten Anstieg der Arbeitslosenzahl gab. Allein in der Biologie ist eine für Akademiker überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Die Zahl der gemeldeten Stellenangebote, die sich explizit an Naturwissenschaftler richtet, fällt insgesamt sehr überschaubar aus. Trotz des leichten Anstiegs der Stellenmeldungen im Jahr 2015, ist die Nachfrage weiter eher verhalten. Insbesondere in der Biologie zeigt sich eine deutliche Diskrepanz zwischen der Zahl der Arbeitslosen und der der gemeldeten Stellen. Erwerbstätigkeit stark gestiegen Die Zahl der in Deutschland tätigen Naturwissenschaftler hat sich in den letzten Jahren stetig erhöht. Die Hochrechnungen des Mikrozensus wiesen 2014 insgesamt rund Erwerbstätige mit einem naturwissenschaftlichen Hochschulabschluss aus 59. Im Zehn-Jahresrückblick ist die Erwerbstätigkeit um ein Drittel gestiegen. Die Zahl der originär als Naturwissenschaftler Tätigen fällt mit schätzungsweise im Vergleich dazu gering aus. Darunter waren rund Chemiker, Physiker, Biologen, Mathematiker und Statistiker sowie Geografen, Geowissenschaftler und Meteorologen. Die große rechnerische Differenz zur Zahl derjenigen mit einem naturwissenschaftlichen Abschluss ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass Naturwissenschaftler häufig interdisziplinär in den verschiedensten Berufsfeldern tätig sind und ihre konkrete Berufsausübung oft nicht den Naturwissenschaften zugeordnet wird. So arbeitet laut Mikrozensus ein großer Teil der studierten Naturwissenschaftler in Tätigkeitsfeldern wie Lehre und Forschung, Unternehmensführung und -organisation, Informations- und Kommunikationstechnik oder technische Entwicklung und Produktion (Abbildung 37). 59 Quelle: Statistisches Bundesamt, Erwerbstätige mit einem Hochschulabschluss der Hauptfachrichtungen Mathematik, Physik, Astronomie, Chemie, Lebensmittelchemie, Biologie, Biochemie, Biotechnologie, Geowissenschaften und Geografie (ohne Informatik, Pharmazie). 66
67 Abbildung 37 Naturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sind in vielen Berufen zu Hause Erwerbstätige mit Studienabschluss der Naturwissenschaften nach ausgeübten Tätigkeiten Unternehmensführung, -organisation 13% Lehre und Forschung 23% Informatik 9% Techn. Entwicklung, Produktionssteuerung 4% Werbung, Marketing, Medien 4% 3% 3% 29% Recht, Verwaltung 2% 2% Einkauf, Vertrieb, Handel Medizin, Pharmazie Finanzdienstl., Rechnungsw. sonstige 11% Naturwissenschaften 26% Datenquelle: Statistisches Bundesamt, Mikrozensus 2014 Die Spielräume bei der Berufszuordnung werden auch beim Blick in die Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit deutlich. Danach standen 2015 rund Naturwissenschaftler in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis. In der Geografie, Geologie und Biologie gab es dabei merkliche Zuwächse gegenüber dem Vorjahr (+7 bzw. +5 Prozent). In der Physik zeigte sich kaum eine Veränderung, während die Beschäftigtenzahl in Chemie und Mathematik leicht abgenommen hat (jeweils -2 Prozent). Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit, aber etwas mehr gemeldete Stellenangebote Rund Arbeitslose, die eine hochqualifizierte Tätigkeit in der Physik oder Mathematik suchten, waren 2015 arbeitslos gemeldet, sechs Prozent mehr als im Vorjahr (+160 Personen). In Relation zur hohen Zahl Erwerbstätiger mit einem Physik- oder Mathematik-Studium bewegt sich die Arbeitslosigkeit aber mit einer Quote von 2,9 Prozent weiter auf einem niedrigen Niveau. Bei den gemeldeten Stellen gab es einen Anstieg. So gingen für Physiker und Mathematiker von 67
68 Gute Bildung - gute Chancen Januar bis Dezember Offerten ein, neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Auf das Jahr bezogen hatten 2015 die Agenturen für Arbeit durchschnittlich rund 300 Stellen im Angebot, die sich explizit an Physiker und Mathematiker richteten. In der Chemie ist die Entwicklung ähnlich. So ist ein Anstieg der Arbeitslosenzahl um 160 Personen bzw. sechs Prozent auf Arbeitslose auszumachen. Bezogen auf die Zahl aller Erwerbspersonen mit einem Studienabschluss der Chemie ergibt sich aber nach wie vor eine sehr geringe Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent. Im Jahresverlauf wurden Stellenangebote neu gemeldet, zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Monatsdurchschnittlich standen damit 270 Stellenangebote zur Verfügung. Die Zahl der Arbeitslosen in der Biologie stieg 2015 ebenfalls leicht an. Im Jahresdurchschnitt suchten rund Arbeitslose eine Anstellung als Biologe, 50 Personen bzw. ein Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote fällt für Akademiker vergleichsweise hoch aus (5,0 Prozent). Auch der Einstellungsbedarf, gemessen an den gemeldeten Arbeitsstellen, war gering. So standen den Arbeitslosen monatsdurchschnittlich nur 240 gemeldete Stellen gegenüber. Die Stellenzugänge im Jahresverlauf, die ein besseres Maß für das Besetzungsvolumen eines Jahres darstellen, beliefen sich 2015 auf knapp Vakanzen, sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei fällt ein hoher Anteil befristeter Stellenangebote auf. Mehr als jede zweite Biologie-Stelle wird mit Verfallsdatum ausgeschrieben. Eine Tätigkeit in den Geowissenschaften, Geografie oder Meteorologie strebten Arbeitslose an, 50 bzw. drei Prozent mehr als Gleichzeitig hatte die öffentliche Arbeitsvermittlung monatsdurchschnittlich 170 Stellen für diese Berufe im Bestand. Betrachtet man die Zugänge an Stellenangeboten, die von Januar bis Dezember 2015 gemeldet wurden, war mit 600 Stellenmeldungen ein Zuwachs von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr festzustellen. Studierendenzahl auf eine Viertel Million gestiegen Die Absolventenzahlen in der Fächergruppe Mathematik, Naturwissenschaften (hier ohne Informatiker betrachtet) steigen seit 2002 an. Rund Naturwissenschaftler beendeten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2014 ihr Studium erfolgreich, fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Der größte Teil hat Biologie studiert (27 Prozent). Etwa jeder Fünfte legte 68
69 Abbildung 38 Naturwissenschaften Erwerbstätige (Studienabschluss und ausgeübte Tätigkeiten) Frauen 35% Erwerbstätige mit naturwissenschaftlichem Studienabschluss Geowissenschaften, Geografie Mathematik % 55+ Physik Erwerbstätige 2014 Biologie Chemie Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Statistisches Bundesamt Erwerbstätige % Selbständige Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen Arbeitslose Chemie Geowissenschaften * 2006* Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit Biologie Gemeldete Stellen Physik, Mathe *ohne zugelassene kommunale Träger Anteile von Frauen, Älteren, Selbständigen beziehen sich auf Erwerbstätige (ausgeübte Tätigkeiten, Mikrozensus 2014); Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen Jahresdurchschnittsbestand; jeweils Experten. Näheres siehe Hinweise zu statistischen Angaben.
70 Gute Bildung - gute Chancen seine Prüfung in Chemie ab. Auf die Fachrichtungen Geowissenschaften einschließlich Geografie, Physik und Mathematik entfallen jeweils ein Sechstel bis ein Siebtel. Mehr als zwei von fünf Prüfungen führten zu einem Bachelorabschluss, dem in den Naturwissenschaften in der Regel noch ein Masterstudium folgt. Laut Absolventenbefragungen reichen die Anteile der nach einem Bachelor Weiterstudierenden von 86 Prozent in der Mathematik bis hin zu 100 Prozent in der Physik. 60 Rund ein Viertel der Prüfungen geht zurück auf Absolventen, die einen Masterabschluss erwar- ben. Jede sechste schloss mit einer Promotion ab jede neunte mit einem traditionellen Diplomabschluss. Auch in den nächsten Jahren werden die Absolventenzahlen weiter zunehmen. Insgesamt Studierende waren 2014/15 in der Fächergruppe Mathematik, Naturwissenschaften eingeschrieben. Das waren drei Prozent mehr als im Vorjahr, über 40 Prozent mehr als vor zehn Jahren und so viele wie nie zuvor. 60 Quelle: HIS: Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium,
71 2.5 Wirtschaftswissenschaften Der Bereich Wirtschaftswissenschaften wird nachfolgend in vier Tätigkeitsfelder unterteilt, die Beschäftigungschancen insbesondere für Absolventen mit (betriebs-)wirtschaftlichen Studienabschlüssen bieten: Unternehmensführung, -beratung, -verwaltung, Handel, Vertrieb, Verkehr und Logistik, Finanzen, Rechnungswesen, Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung sowie volkswirtschaftliche Tätigkeiten Die Wirtschaftswissenschaften gehören zu den großen Berufsfeldern. Rund jeder vierte Akademiker ist in einem wirtschaftswissenschaftlichen Beruf tätig. Der Arbeitsmarkt zeigt sich positiv. So hat die Zahl der Erwerbstätigen erhebliche Zuwächse erfahren. Die Nachfrage nach Fachkräften hat 2015 weiter zugenommen. Die Zahl der Arbeitslosen befindet sich auf einem niedrigen Niveau und ist aktuell rückläufig. Kräftig steigende Studierendenzahlen lassen in den nächsten Jahren allerdings eine verstärkte Konkurrenz am Arbeitsmarkt erwarten. Erwerbstätigkeit in den letzten zehn Jahren nahezu verdoppelt Studierte mit wirtschaftswissenschaftlichem Abschluss können sich über ein stark gewachsenes Arbeitsplatzpotenzial freuen. Im Lauf der letzten zehn Jahre hat sich die Zahl der Erwerbstätigen, die über einen wirtschaftswissenschaftlichen Hochschulabschluss verfügen, fast verdoppelt. 1,6 Millionen wies der Mikrozensus zuletzt aus (Abbildung 39). Insgesamt waren sogar fast 2 Millionen Personen mit hochqualifizierten Aufgaben in Management, Handel, Finanzwesen oder Wirtschaftswissenschaften betraut. Das zeigt, dass auch Fachkräften, die nicht Wirtschaft studiert haben, gute Beschäftigungsoptionen in diesem Berufsfeld offenstehen. Der Anteil der Selbständigen liegt bei 26 Prozent. Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit weist gut 1,1 Millionen Experten aus, die 2015 einen wirtschaftswissenschaftlichen Beruf sozialversicherungspflichtig ausübten. Gegenüber dem Vorjahr ist die Beschäftigung um zwei Prozent gewachsen. Unternehmensführung, -beratung, -verwaltung sowie Handel und Vertrieb haben am meisten zu diesem Wachstum beigetragen. 71
72 Abbildung 39 Wirtschaftswissenschaften Erwerbstätige und sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Frauen 32% Erwerbstätige mit wirtschaftswissenschaftlichem Studienabschluss 1,56 Mio 1,11 Mio 1,13 Mio 1,15 Mio Handel, Vertrieb, Logistik % Volkswirtschaft % Finanzen % 22% 55+ Beschäftigte 2015 Unternehmensführung Unternehmensführung % Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Statistisches Bundesamt Beschäftigte % Selbständige Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen Arbeitslose Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit Gemeldete Stellen Wirtschaftswissenschaften * 2006* Logistik, Handel, Vertrieb Wirtschaftswissenschaften, Volkswirtschaft Finanzen *ohne zugelassene kommunale Träger Anteile von Frauen, Älteren, Selbständigen beziehen sich auf Erwerbstätige (ausgeübte Tätigkeiten, Mikrozensus 2014); sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Bestand jeweils 30. Juni; Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen Jahresdurchschnittsbestand; jeweils Experten. Näheres siehe Hinweise zu statistischen Angaben.
73 Eindeutiger Aufgabenschwerpunkt ist die Unternehmensführung, -beratung und -verwaltung. Gut jeder zweite Wirtschaftswissenschaftler war hier tätig. Jeder vierte Wirtschaftsexperte nahm Aufgaben in Handel, Vertrieb, Verkehr oder Logistik wahr, während jeder sechste einen Beruf im Bereich Finanzdienstleistungen, Rechnungswesen, Steuerberatung oder Wirtschaftsprüfung ausübte. Auf Tätigkeiten mit volks wirtschaft licher Ausrichtung entfielen knapp ein Prozent der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze. Unternehmensführung, -beratung, -verwaltung Gemessen an den Neuzugängen gemeldeter Stellen, überstieg der Fachkräftebedarf an Experten der Unternehmensführung, -beratung und -verwaltung den des Vorjahres deutlich. Im Jahresverlauf wurden Stellen neu gemeldet, 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Monatsdurchschnitt belief sich der Stellenbestand auf Offerten. Die Arbeitslosenzahl hat sich leicht verringert. Rund Arbeitslose, die eine Tätigkeit in der Unternehmensführung, -beratung oder -verwaltung anstrebten, waren durchschnittlich gemeldet. Das waren drei Prozent weniger als im Vorjahr, und immerhin fast 40 Prozent weniger als noch vor zehn Jahren. Handel, Vertrieb, Verkehr und Logistik Für Betriebswirte mit den Schwerpunkten Handel, Vertrieb, Verkehr und Logistik wurden im Laufe des Jahres insgesamt Stellen neu zur Besetzung gemeldet. Das waren erstmals seit fünf Jahren weniger Stellenmeldungen als im Vorjahr (-1 Prozent). Der größte Teil entfiel mit Stellenangeboten auf Tätigkeiten im Handel und Vertrieb. Für Experten im Bereich Verkehr und Logistik wurden Vakanzen gemeldet. Auf den Monat bezogen hatte die öffentliche Arbeitsvermittlung damit insgesamt Stellenofferten im Bestand. Dem standen Arbeitslose gegenüber, die eine Leitungs- oder Expertentätigkeit in diesem Feld suchten, sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Finanzen, Rechnungswesen, Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung Nach zwei Jahren Rückgang wurden 2015 wieder mehr Stellenofferten gemeldet, die sich an Experten für Finanzen, Rechnungswesen, Steuerberatung oder Wirtschaftsprüfung wandten. Mit lag der Stellenzugang sechs Prozent über dem des Vorjahres. Im Monatsdurchschnitt waren gemeldete Stellen zu besetzen. Gleichzeitig waren Arbeitslose registriert, zwei Prozent weniger als im Vorjahr. 73
74 Gute Bildung - gute Chancen Wenngleich die Arbeitslosenzahl aktuell deutlich höher ausfällt als vor zehn Jahren, bewegt sie sich - dank einer hohen und gestiegenen Beschäftigung - auf einem niedrigen Niveau. Die Arbeitslosenquote liegt bei unter zwei Prozent. Volkswirtschaft 61 Der Arbeitsmarkt für Volkswirte hat sich 2015 gut entwickelt. Rund Personen, die eine Tätigkeit als Volkswirt suchten, waren 2015 arbeitslos gemeldet. Das waren sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Mit insgesamt 270 Stellenzugängen war die Nachfrage leicht höher als in den Vorjahren (+50 Stellenangebote). Generell suchen aber nur wenige Arbeitgeber wie Banken, Forschungsinstitute und Einrichtungen des öffentlichen Dienstes explizit nach Volkswirten: Der durchschnittliche Bestand gemeldeter Stellen belief sich deshalb nur auf 60. Dabei sind die Beschäftigungsmöglichkeiten regional unterschiedlich ausgeprägt: In Ballungsräumen wie dem Rhein-Main-Gebiet oder in Berlin, in denen es viele Banken und Behörden gibt, werden vergleichsweise viele Volkswirte gesucht. Dagegen sind Arbeitsplätze in mittelständisch geprägten Regionen rar. Mehr akademischer Nachwuchs Im Studienbereich Wirtschaftswissenschaften haben 2014 rund Absolventen erfolgreich ihre Abschlussprüfung absolviert, sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Darunter waren Absolventen der klassischen Betriebswirtschaftslehre, knapp der Volkswirtschaftslehre und der allgemeinen Wirtschaftswissenschaften. Ein weiteres stark belegtes Studienfach war zudem die Internationale Betriebswirtschaft/ Management mit über erfolgreichen Examina. Insgesamt erwarben zwei von drei Prüflingen einen Bachelorabschluss. Auch für die kommenden Jahre dürfte der Trend bei den Absolventenzahlen klar nach oben zeigen. 2014/15 waren insgesamt Studierende im Studienbereich Wirtschaftswissenschaften eingeschrieben. Das waren vier Prozent mehr als im Vorjahr und mehr als noch vor zehn Jahren (+47 Prozent). 61 Betrachtet wird hier die Berufsgruppe 914 (KldB 2010) Wirtschaftswissenschaften. Da diese Bezeichnung gleichzeitig als Oberbegriff für alle betriebs- und volkswirtschaftlichen Tätigkeitsfelder Verwendung findet, wurde hier auf die Benennung Volkswirtschaft zurückgegriffen. 74
75 2.6 Rechtswissenschaften Insgesamt zeigt sich die Lage am Arbeitsmarkt für Juristen positiv. Die Erwerbstätigkeit ist insbesondere in der Rechtsvertretung und -beratung in den letzten Jahren gewachsen. Die Arbeitslosigkeit befindet sich auf einem sehr geringen Niveau und ging 2015 weiter leicht zurück. Gleichzeitig war die Zahl der gemeldeten Stellenangebote höher als in den Vorjahren. Das dürfte auch mit dem gestiegenen Personalbedarf bei der Bearbeitung von Asylanträgen zusammenhängen. Trotz allem fällt der Berufseinstieg nicht immer leicht. Steigende Studierendenzahlen könnten zudem in den nächsten Jahren zu mehr Konkurrenz führen. Zahl der Erwerbstätigen stark gestiegen Die Zahl der Juristen ist im vergangenen Jahrzehnt deutlich gewachsen. Rund Erwerbstätige mit einem rechtswissenschaftlichen Studienabschluss waren 2014 in Deutschland tätig. Gegenüber 2005 ist die Erwerbstätigkeit um ein Viertel gestiegen. Allerdings ist nicht jeder, der einmal Jura studiert hat, aktuell auch vorrangig mit juristischen Aufgabenstellungen betraut. So arbeitet ein erheblicher Teil in anderen Berufsfeldern und das mit zunehmender Tendenz. Offen bleibt hierbei, in welchem Umfang für die Tätigkeit beispielsweise als Manager, Berater oder Sachbearbeiter juristische Kenntnisse notwendig sind oder mit eingebracht werden. 62 Auf Basis verschiedener Fachstatistiken sind Aussagen zu Entwicklungen in einzelnen Tätigkeitsbereichen möglich. 63 So weist die Mitgliederstatistik der Bundesrechtsanwaltskammer rund in Deutschland tätige Rechtsanwälte aus. Das waren gut ein Viertel mehr als Hinzu kommen laut Statistik der Bundesnotarkammer hauptamtliche Notare. Des Weiteren arbeiten gemäß Personalstandstatistik des Öffentlichen Dienstes Juristen als Richter und als Staatsanwälte. Ihre Zahl war in den letzten Jahren weitgehend stabil. Laut Mikrozensus standen darüber hinaus Rechtswissenschaftler im Dienst des Staates. Von ihnen sehen 62 Die Differenz zwischen Erwerbstätigen, die über einen Studienabschluss der Rechtswissenschaften verfügen und derjenigen, die einen juristischen Beruf ausüben, ist nicht automatisch gleichzusetzen mit einer nicht studienadäquaten Tätigkeit. So zeigen Absolventenbefragungen, dass Akademikern auch außerhalb der studierten Fachrichtung zahlreiche adäquate Tätigkeitsfelder zur Verfügung stehen. 63 Die jeweiligen Erhebungen beruhen auf unterschiedlichen Methodiken und haben abweichende Stichtage (Mitgliedererhebungen der zuständigen Bundesanwalts- bzw. Notarkammer zum , Hochrechnungen aus dem Mikrozensus Jahresdurchschnitt 2014, Personalstandstatistik des Öffentlichen Dienstes 2014, Statistik über die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zum ). Trotzdem können diese Angaben zu einer guten Orientierung dienen. 75
76 Gute Bildung - gute Chancen rund bei ihrer Tätigkeit einen eindeutigen juristischen Schwerpunkt, während der größere Teil in der Sachbearbeitung, als Referent oder Führungskraft allgemeine Aufgaben in Behörden und Ministerien wahrnahm. Weitere rund studierte Juristen arbeiteten in der freien Wirtschaft. Davon ging rund die Hälfte einer juristisch geprägten Tätigkeit nach, zum Beispiel als Wirtschaftsjurist, Vertragsberater oder Justiziar, während die Aufgaben der anderen Hälfte eher nicht juristischer Natur waren (Abbildung 40). Die Statistik über die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung weist 2015 rund Juristen aus. Viele sind in der privaten Wirtschaft zu finden: Mit arbeiteten mehr als vier von zehn beispielsweise bei Unternehmenszentralen und Unternehmensberatungen, bei Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Steuerberatungskanzleien, Kreditinstituten oder bei Verbänden und Institutionen. Weitere vier von zehn waren in der Rechtsberatung tätig, der größte Teil in Anwaltskanzleien und Notariaten. Zwei von zehn sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiteten im Öffentlichen Dienst; viele davon in der Rechtspflege zum Beispiel bei Gerichten oder im allgemeinen Verwaltungsdienst bei Abbildung 40 Fast die Hälfte arbeitet als Rechtsanwalt oder Rechtsanwältin Erwerbstätige mit Abschluss der Rechtswissenschaften, -pflege nach ausgeübten Tätigkeiten mit juristischer Tätigkeit Richter/innen, Staatsanwälte /innen Rechtsanwälte/innen, Notare/innen Öffentlicher Dienst ohne juristische Tätigkeit Freie Wirtschaft Datenquelle: Statistisches Bundesamt, Mikrozensus
77 Ministerien und Behörden. Anstieg der gemeldeten Stellen Die Zahl der gemeldeten Stellen ist 2015 auf den höchsten Stand der letzten Jahre gestiegen. Rund 900 Arbeitsstellen standen im Jahresdurchschnitt zur Besetzung bereit. Die im Jahresverlauf neu eingegangen Offerten, die die Dynamik am Arbeitsmarkt aussagekräftiger beschreiben, beliefen sich auf Das waren 14 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Zu diesem Anstieg dürfte 2015 vor allem der erhöhte Personalbedarf bei der Bearbeitung von Asylanträgen beigetragen haben. Die gemeldeten Stellen bilden nur einen Teilausschnitt des Arbeitsmarktes ab. Stellen für Richter, Staatsanwälte oder sonstige Beamte sind hier in der Regel nicht enthalten. 64 Geringe Arbeitslosigkeit Die Arbeitslosigkeit unter Juristen ist 2015 weiter leicht gesunken. Jahresdurchschnittlich waren Juristen arbeitslos gemeldet, zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Im Allgemeinen stellt Arbeitslosigkeit für Juristen nur ein Randphänomen dar. Die Arbeitslosenquote lag deutlich unter drei Prozent. 64 Eine gute Informationsgrundlage für den Einstellungsbedarf an Referendaren bieten die Internetseiten der Justizministerien des Bundes und der Länder. Auch im Rückblick der letzten zehn Jahre gab es eine positive Entwicklung: So fiel die Arbeitslosenzahl 2015 sogar um rund 40 Prozent niedriger aus als noch Trotzdem verläuft der Berufseinstieg nicht immer ohne Schwierigkeiten. Dies wird daran deutlich, dass unter den arbeitslosen Juristen ein sehr hoher Anteil junger Menschen zu finden ist. So waren fast 60 Prozent der arbeitslosen Juristen noch keine 35 Jahre alt. Mehr Nachwuchs von den Hochschulen Fast Rechtswissenschaftler beendeten 2014 erfolgreich ihr Studium, vier Prozent mehr als im Vorjahr. Da viele zunächst ein Referendariat beginnen, erfolgt der tatsächliche Eintritt in den Arbeitsmarkt allerdings erst nach frühestens zwei Jahren. Jeder Dritte hatte einen Bachelor- oder Masterabschluss erworben und strebt damit zum Beispiel eine Tätigkeit als Wirtschaftsjurist an. Auch die Studierendenzahlen insgesamt setzten 2014/15 ihren Wachstumskurs fort, der seit 2008 zu beobachten ist. Rund Frauen und Männer waren in einem rechtswissenschaftlichen Studiengang eingeschrieben. Das waren drei Prozent mehr als im Vorjahr und gleichzeitig die höchste Einschreibungszahl seit der Wiedervereinigung. 77
78 Abbildung 41 Rechtswissenschaften Erwerbstätige (Studienabschluss und ausgeübte Tätigkeiten) Frauen 39% Erwerbstätige mit Abschluss der Rechtswissenschaft, -pflege Richter/innen + Staatsanwälte/ innen* Notare/innen Rechtsanwälte /innen 22% * Daten nur bis 2014 verfügbar Datenquelle: Bundesrechtsanwaltskammer, Bundesnotarkammer (Stichtag jeweils 1.1. des Folgejahres), Statistisches Bundesamt (Mikrozensus Jahresdurchschnittsbestand, Personalstandsstatistik jeweils 30.6.) Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen 43% Selbständige Arbeitslose Gemeldete Stellen * 2006* Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit *ohne zugelassene kommunale Träger Anteile von Frauen, Älteren, Selbständigen beziehen sich auf Erwerbstätige (ausgeübte Tätigkeiten, Mikrozensus 2014); Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen Jahresdurchschnittsbestand; jeweils Experten. Näheres siehe Hinweise zu statistischen Angaben.
79 2.7 Medizin und Pharmazie Das Gesundheitswesen befindet sich auf Wachstumskurs. Damit einher gehen eine steigende Zahl an Erwerbstätigen und ein sehr niedriges Niveau an Arbeitslosen. Vorrangig in ländlichen Regionen wird ein Mangel an Humanmedizinern, aber auch an Tierärzten beklagt. Die Studierendenzahlen verzeichnen kaum Zuwächse. Humanmedizin Die Beschäftigungschancen nach dem Abschluss des Medizinstudiums stehen sehr gut. Die Statistik der Bundesärztekammer verzeichnete zum rund berufstätige Ärzte in Deutschland (Abbildung 42). Der Wachstumstrend der letzten Jahre setzte sich damit unvermindert fort. Gegenüber dem Vorjahr gab es zwei Prozent mehr berufstätige Ärzte in Deutschland. Im Vergleich zum Jahr 2005 bedeutete dies sogar eine Steigerung um ein Fünftel. Rund jeder dritte Arzt arbeitet als niedergelassener Arzt auf selbständiger Basis. Sozialversicherungspflichtig angestellt waren laut Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit rund Ärzte. Die Zahl der Angestellten wächst in den letzten Jahren deutlich stärker als die Zahl der Ärzte insgesamt, zuletzt um vier Prozent. Obwohl die Ärztezahlen kontinuierlich zunehmen, ist der Fachkräftemangel bei Humanmedizinern deutlich zu spüren; und das vor allem in ländlichen Gebieten, weniger in Ballungszentren. Mehrere Gründe führen dazu, dass der Bedarf an Humanmedizinern wächst: Erstens bringen der medizinische Fortschritt und die zunehmende Zahl älterer Menschen häufigere und aufwändigere Behandlungen mit sich. Zweitens gibt es zwar mehr Personen, die als Ärzte tätig sind. Gleichzeitig steigt aber auch die Zahl der Teilzeitbeschäftigten, denn auch in der Ärzteschaft gewinnt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf an Bedeutung. Arbeitete vor zehn Jahren nur jede sechste angestellte ärztliche Fachkraft Teilzeit, war es 2015 bereits jede vierte. Dieser Trend zur Teilzeitarbeit wird durch eine stetig steigende Zahl von Ärztinnen noch verstärkt. So waren unter den Angestellten 2015 gut die Hälfte Frauen (51 Prozent). Vor zehn Jahren lag der Frauenanteil noch bei 44 Prozent. Ein dritter Aspekt: Gut jeder vierte Arzt ist heute 55 Jahre oder älter. Das heißt, rund Ärzte werden in absehbarer Zeit in den Ruhestand eintreten (vergleiche Abbildung 4). 65 Trotz Fachkräftemangel stieg die Zahl arbeitsloser Ärzte 2015 gegenüber dem 65 Quelle: Statistisches Bundesamt, Erwerbstätige Ärzte laut Mikrozensus
80 Gute Bildung - gute Chancen Vorjahr wiederholt an: um 300 Personen oder 10 Prozent auf jahresdurchschnittlich arbeitslose Ärzte. Hier könnte sich eine wachsende Diskrepanz zwischen den Wünschen der arbeitsuchenden Mediziner und den angebotenen Stellen niederschlagen. So gibt es vergleichsweise viele Arbeitslose in den Großstädten, während viele Stellenangebote im ländlichen Raum unbesetzt bleiben. Nach wie vor bewegt sich jedoch die Arbeitslosigkeit auf sehr niedrigem Niveau. Die Arbeitslosenquote lag bei einem Prozent und entsprach damit Vollbeschäftigungsniveau. Hinzu kommt, dass der größte Teil nach einer kurzen Suchphase von weniger als drei Monaten seine Arbeitslosigkeit wieder beendete. Im Laufe des Jahres 2015 wurden der Bundesagentur für Arbeit neue Stellen gemeldet. Der monatsdurchschnittliche Stellenbestand belief sich auf Angebote. Im Vergleich zur Arbeitslosenzahl erscheint das sehr wenig, zumal es auch noch 18 Prozent weniger als im Vorjahr waren. Vermutlich schätzen Arbeitgeber in Zeiten des Ärztemangels die Erfolgsaussichten für eine Stellenbesetzung als gering ein und meldeten deshalb ihre Vakanzen seltener oder gar nicht. Zahnmedizin Laut Bundeszahnärztekammer waren am rund niedergelassene Zahnärzte in Deutschland tätig. Ihre Zahl geht seit 2006 leicht, aber stetig zurück. Im Gegensatz dazu steigt die Zahl der Zahnärzte, die in einer Praxis angestellt sind waren dies rund mehr als doppelt so viele wie Hinzu kommen Zahnärzte, die als Beamte oder Angestellte außerhalb von Zahnarztpraxen zahnärztlich tätig sind. Insgesamt stieg damit die Zahl der zahnärztlich Tätigen von im Jahr 2004 auf knapp Ende 2014 (+9 Prozent). Der Frauenanteil fällt bei den Angestellten mit 64 Prozent hoch aus. Bei den niedergelassenen Ärzten sind dagegen die Männer in der Überzahl, der Frauenanteil liegt hier nur bei 38 Prozent. Arbeitslosigkeit ist für Zahnmediziner kein Thema und wird es in absehbarer Zeit auch nicht werden. Knapp 700 Personen waren im Jahresschnitt 2015 arbeitslos gemeldet und das meist nur für kurze Zeit. Gegenüber dem Vorjahr gab es zwar einen leichten Anstieg um 70 (+11 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag aber weiterhin bei unter einem Prozent. Etwas mehr als 400 Stellenangebote 80
81 Abbildung 42 Medizin und Pharmazie Erwerbstätige (ausgeübte Tätigkeiten) Frauen 50% Tiermedizin* Zahnmedizin* Apothekerinnen / Apotheker 28% Humanmedizin Datenquelle: Bundesärztekammer, Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Zahnärztekammer, Tierärztekammer * Daten für 2015 noch nicht verfügbar Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen 40% Selbständige Arbeitslosigkeit Gemeldete Stellen * 2006* Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit *ohne zugelassene kommunale Träger Anteile von Frauen, Älteren, Selbständigen beziehen sich auf Erwerbstätige (ausgeübte Tätigkeiten, Mikrozensus 2014); Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen Jahresdurchschnittsbestand; jeweils Experten. Näheres siehe Hinweise zu statistischen Angaben.
82 Gute Bildung - gute Chancen wurden 2015 bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet, ein Prozent weniger als Dies entsprach einem durchschnittlichen Bestand von 160 Stellenangeboten für Zahnärzte einschließlich Kieferorthopäden. Tiermedizin Auch bei Tierärzten herrscht Vollbeschäftigung, und in vielen Regionen beginnt sich laut Aussage von Verbänden ein Mangel an Fachkräften abzuzeichnen. Rund Tierärzte waren laut Statistik der Bundestierärztekammer am in Deutschland tätig. Das waren zwei Prozent mehr als im Vorjahr und rund ein Viertel mehr als Etwa jeder Zweite übte seine Arbeit als Selbständiger aus. 66 Rund Tierärzte sind laut Tierärztestatistik als Beamte für die Tiergesundheit tätig. Die Beschäftigungsstatistik weist 2015 rund sozialversicherungspflichtig angestellte Tierärzte aus. Das waren vier Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosigkeit bewegte sich 2015 mit gut 500 Personen auf dem geringen Niveau der Vorjahre. Im Jahresverlauf gingen bei der Bundesagentur für Arbeit knapp 500 Stellenangebote ein, drei Prozent mehr als im Vorjahr. Der durchschnittliche Stellenbestand lag bei 100 gemeldeten Stellen. 66 Quelle: Statistisches Bundesamt, Mikrozensus Pharmazie Der Arbeitsmarkt für Apotheker entwickelte sich in den letzten Jahren positiv. Trotz steigenden Kostendrucks bei den Gesundheitsausgaben blieb die Zahl der Arbeitsplätze stabil. In den Apotheken waren 2015 rund Apotheker tätig, ein Prozent mehr als im Vorjahr. Hinzu kamen gut Apothekerassistenten und Pharmazieingenieure. 67 Die BA-Statistik wies 2015 rund sozialversicherungspflichtig angestellte Apotheker und Pharmazeuten aus. Das war ein Plus von drei Prozent gegenüber Vorjahr. Rund Arzneimittelkundige übten ihren Beruf laut Mikrozensus als Selbständige aus. Rund Stellenmeldungen gingen im Jahresverlauf für Pharmazieberufe ein, im Vergleich zu 2014 ein leichtes Plus von zwei Prozent. Damit hatte die Bundesagentur monatsdurchschnittlich fast 600 zu besetzende Stellen im Angebot. Die Zahl arbeitsloser Pharmazeuten zeigte sich mit 900 unverändert gegenüber dem Vorjahr. Die Arbeitslosenquote ist mit weniger als zwei Prozent sehr gering. 67 Quelle: Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Apotheker/innen in öffentlichen Apotheken und Krankenhausapotheken. 82
83 Kaum Zuwächse bei den Studierenden Rund Absolventen beendeten 2014 in den hier betrachteten Berufsfeldern erfolgreich ihr Hochschulstudium. Davon waren Studierende der Humanmedizin (+0,4 Prozent gegenüber Vorjahr), Studierende der Zahnmedizin (-1Prozent), Tiermediziner (unverändert) und Pharmazeuten (+10 Prozent). Die Zahl der Studierenden steigt in den letzten Jahren moderat an. Im Studienjahr 2014/15 waren Frauen und Männer für ein Medizinstudium eingeschrieben (+2 Prozent gegenüber Vorjahr), in Zahnmedizin (+1 Prozent), gut in Tiermedizin (-0,1 Prozent) und in Pharmazie (+4 Prozent). Verglichen mit anderen Studienfachrichtungen fallen die Zuwächse sehr gering aus. Während im Zehn-Jahres-Vergleich die Studierendenzahl über alle Fächergruppen betrachtet um mehr als 37 Prozent zugenommen hat, gab es trotz allseits beklagten Ärztemangels in der Humanmedizin gerade einmal ein Plus von zehn Prozent. 83
84 Gute Bildung - gute Chancen 2.8 Sozialarbeit, Sozialpädagogik und -beratung Der Arbeitsmarkt hat sich im Feld der sozialen Arbeit in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt. So hat die Zahl der Erwerbstätigen in diesem Feld stark zugenommen. Die Nachfrage nach Fachkräften ist kräftig gestiegen, wenn auch Stellen vielfach befristet und in Teilzeit angeboten werden. Gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit 2015 deutlich gesunken und fällt insgesamt gering aus. Zu dieser guten Entwicklung haben verschiedene Trends beigetragen: Der demografische Wandel macht mehr soziale Betreuung und Beratung älterer Menschen notwendig. Hinzu kommen Projekte wie der Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen, der Schulsozialarbeit und der Ganztagsschulen. Spätestens ab der zweiten Jahreshälfte 2015 lässt auch die Fluchtmigration den Bedarf an Beratung, Betreuung und Begleitung rasant steigen. Für die kommenden Jahre kann mit einer weiter wachsenden Zahl an Nachwuchskräften gerechnet werden, denn die Zahl der Studierenden nimmt seit 2008 kontinuierlich zu. Erwerbstätigkeit wächst kräftig Im Laufe der letzten Jahre hat die Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Sozialberatung als wichtiger Beschäftigungsbereich spürbar an Bedeutung gewonnen. Allein die Zahl der Erwerbstätigen mit einem akademischen Abschluss in der sozialen Arbeit hat sich seit 2005 um die Hälfte erhöht: Waren 2005 noch etwa Menschen in Deutschland erwerbstätig, die über einen (Fach-)Hochschulabschluss in der Sozialen Arbeit verfügten, stieg diese Zahl bis zum Jahr 2014 auf rund Personen (+52 Prozent). Die Zahl der Menschen, die in der Sozialarbeit mit hochqualifizierten Aufgaben betraut sind und deren Anforderungsprofil unabhängig vom formalen Abschluss einer akademischen Ausbildung entspricht, fällt sogar noch höher aus: Rund Erwerbstätige, darunter 75 Prozent Frauen, übten 2014 einen Beruf in der Sozialarbeit, Sozialpädagogik, in der Sozialberatung 68 aus oder nahmen in diesem Feld Leitungsaufgaben wahr. Der größte Teil war als Angestellter beschäftigt. Nur jeder Zwölfte war als Selbständiger sein eigener Chef oder stand als Beamter in Staatsdiensten. Die Beschäftigtenstatistik weist für 2015 rund sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Sozialen Arbeit aus ein Prozent mehr als im Vorjahr. Auffallend hoch ist die Teilzeitquote: Etwa jeder zweite Arbeitsplatz wird in Teilzeit ausgeführt. Unter allen sozial- 68 Einschließlich Heilerziehungspflege und Sonderpädagogik. 84
85 Abbildung 43 Sozialarbeit, -pädagogik und -beratung Erwerbstätige und sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Frauen Erwerbstätige mit einem Studienabschluss in der Kinder-und Jugendarbeit sowie Sozialarbeit und Beratung % % 55+ Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Statistisches Bundesamt Beschäftigte % Selbständige Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen Arbeitslose Gemeldete Stellen * 2006* Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit *ohne zugelassene kommunale Träger Anteile von Frauen, Älteren, Selbständigen beziehen sich auf Erwerbstätige (ausgeübte Tätigkeiten, Mikrozensus 2014); sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Bestand jeweils 30. Juni; Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen Jahresdurchschnittsbestand; jeweils Experten. Näheres siehe Hinweise zu statistischen Angaben.
86 Gute Bildung - gute Chancen versicherungspflichtig Beschäftigten war nur gut jeder Vierte in teilzeitbeschäftigt. Ein Drittel der Beschäftigten arbeitet im klassischen Feld des Sozialwesens, jeder Vierte in einer Heimeinrichtung, zum Beispiel für Kinder, Jugendliche, Behinderte oder Senioren. Ein weiteres Sechstel ist im öffentlichen Dienst angestellt; hierzu zählen Sozialämter, Jugendämter oder die Sozialversicherungsträger. Jeder zehnte Sozialpädagoge übt eine Tätigkeit im Bildungswesen aus, beispielsweise als Schulsozialarbeiter in einer Ganztagesschule oder auch bei einem Bildungsbetrieb, der Berufsvorbereitung und Berufsausbildung für benachteiligte Jugendliche oder Behinderte anbietet. Weitere zahlenmäßig bedeutende Arbeitgeber sind Organisationen in Trägerschaft von Interessenvertretungen, Kirchen und religiösen Vereinigungen oder auch Krankenhäuser. Nachfrage stark gewachsen, aber weiterhin viele Befristungen Die Kräftenachfrage ist 2015 kräftig gestiegen. Hier macht sich nicht zuletzt die Betreuung von Flüchtlingen bemerkbar. Im Laufe des Jahres wurden freie Arbeitsstellen des ersten Arbeitsmarktes bei der Bundesagentur gemeldet. Das waren 47 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Durchschnittlich waren damit übers Jahr betrachtet Arbeitsstellen zu vermitteln. Da viele Stellen im sozialen Bereich im Rahmen von Projekten öffentlich gefördert werden, gab es allerdings einen hohen Anteil befristeter Stellen. So wird bei fast jeder zweiten gemeldeten Stelle nur ein befristeter Arbeitsvertrag angeboten. Hinzu kommt außerdem, dass die Offerten für soziale Berufe häufig in Teilzeit ausgeschrieben werden (vergleiche oben). 86
87 Arbeitslosigkeit sinkt Die Arbeitslosigkeit von Sozialarbeitern und Sozialpädagogen hat sich 2015 deutlich verringert. Im Jahresdurchschnitt waren Personen arbeitslos gemeldet, die in der Sozialarbeit, der Sozialpädagogik oder -beratung eine Tätigkeit auf Fachhochschul- oder Hochschulniveau suchten. Dies waren sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Bezogen auf alle Erwerbstätigen waren akademische Fachkräfte im Bereich der sozialen Arbeit wenig von Arbeitslosigkeit betroffen. Ihre Arbeitslosenquote lag unter 2,5 Prozent. Absolventen- und Studienanfängerzahlen weiter deutlich im Plus Studierende beendeten 2014 ihr Studium erfolgreich. Das war eine Zunahme von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Anteil der Bachelorabschlüsse lag im Sozialwesen bei 86 Prozent, so hoch wie in kaum einem anderen Studienfach. Hier dürften sich die deutlich gestiegenen Anfängerzahlen der letzten Jahre niederschlagen. Außerdem sind in der Sozialarbeit mit dem Bachelorabschluss sehr viele Beschäftigungschancen vorhanden. Ein weiterführendes Studium könnte deshalb nur für einen kleineren Personenkreis interessant erscheinen, zum Beispiel wenn eine forschende oder konzeptionelle Tätigkeit angestrebt wird. Insgesamt waren im Wintersemester 2014/15 rund junge Menschen für ein Studium der Sozialen Arbeit, der Sozialpädagogik oder des allgemeinen Sozialwesens eingeschrieben. Das waren fünf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. 87
88 Gute Bildung - gute Chancen 2.9 Lehrkräfte Der Arbeitsmarkt für Lehrer und Dozenten hat sich 2015 positiv entwickelt. Die Zahl Arbeitsloser ist leicht gesunken und bewegt sich weiter auf sehr niedrigem Niveau. Die Nachfrage nach Lehrpersonal fiel höher aus als im Vorjahr. An den öffentlichen Schulen zeigt sich die Lehrerzahl insgesamt stabil. Die Situation stellt sich jedoch nach Bundesländern, Schulformen und Schulfächern unterschiedlich dar. Während sich in einigen Bereichen ein Lehrermangel abzeichnet, bestehen anderswo Überkapazitäten. Gleichzeitig wächst die Zahl der Unterrichtenden an Hochschulen. Die Zahl der Studierenden, die einen Lehramtsabschluss anstreben, nimmt seit einiger Zeit stetig zu. 1,4 Millionen Lehrkräfte in Deutschland Rund 1,4 Millionen Lehrkräfte gibt es in Deutschland. 69 Zwei von drei unterrichten an allgemein- oder berufsbildenden Schulen (Abbildung 44). Etwa jede fünfte Lehrkraft vermittelt ihr Wissen an Studierende einer Fachhochschule oder Hochschule. Jede achte, das sind rund , ist in der außerschulischen Bildung tätig. Hierzu zählen die Erwachsenenbildung, musikalische und 69 Quelle: Statistisches Bundesamt, Mikrozensus sprachliche Bildung, Kultur-, Theater-, Religionspädagogik oder auch IT-Schulungen und Sportunterricht. Zwei von fünf arbeiten hier auf selbständiger Basis. Stabile Beschäftigtenzahlen an allgemein- und berufsbildenden Schulen Im Schuljahr 2014/15 verzeichnete die Schulstatistik voll- und teilzeitbeschäftigte Lehrer an allgemeinbildenden Schulen und an berufsbildenden Schulen. 70 Damit zeigt sich die Lehrerzahl gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert (-0,1 Prozent). Im Zehn-Jahres-Vergleich ist sowohl an allgemeinbildenden Schulen als auch an berufsbildenden Schulen ein leichter Rückgang des Lehrpersonals zu beobachten. Die Zahl der nur stundenweise beschäftigten Lehrkräfte stieg im selben Zeitraum an den allgemeinbildenden Schulen deutlich an. Rund ein Drittel aller Lehrkräfte arbeitet als Angestellte, etwa zwei Drittel sind verbeamtet. 70 Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 11, Reihen 1 und 2. Berücksichtigt sind voll- und teilzeitbeschäftigte Lehrkräfte, ohne stundenweise beschäftigtes Lehrpersonal. Im Unterschied dazu sind bei den Mikrozensus-Daten in der Abbildung 44 auch stundenweise beschäftigte Personen eingerechnet. 88
89 Abbildung 44 Jede achte Lehrkraft ist in der außerschulischen Bildung tätig Erwerbstätige Lehrkräfte nach ausgeübten Tätigkeiten Berufsbildende Schulen, betriebl. Ausbildung Lehre, Forschung (Hochschulen) Erwachsenenbildung Allgemeinbildende Schulen Außerschulische Bildung Musikpädagogik Sprachen IT-Schulung, Theaterpädagogik u. a Datenquelle: Statistisches Bundesamt, Mikrozensus 2014 Fast jede dritte Lehrkraft 55 Jahre oder älter Knapp ein Drittel der Lehrerschaft an allgemeinbildenden Schulen ist 55 Jahre oder älter. 71 Dies deutet auf einen hohen Bedarf an Nachwuchslehrern in den kommenden Jahren hin. Allerdings muss dabei auch berücksichtigt werden, dass die Schülerzahl laut KMK im kommenden Jahrzehnt abnehmen wird. 72 Deshalb ist bei gleich bleibender Schüler-Lehrer-Relation insgesamt eine geringere Lehrer- zahl als zum aktuellen Zeitpunkt notwendig. Wie die Höhe des Ersatzbedarfs konkret ausfallen wird, ist aber von vielen weiteren Faktoren abhängig, wie der Entwicklung der Teilzeitquote, des tatsächlichen Pensionseintrittsalters oder bildungspolitisch gesetzter Rahmenbedingungen, beispielsweise der Größe der Schulklassen oder der Schulformen an sich. Darüber hinaus dürfte auch die Integration von Migranten den künftigen Bedarf an Lehrkräften tendenziell erhöhen. 71 Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 11, Reihe Quelle: KMK, Vorausberechnung der Schüler- und Absolventenzahlen 2012 bis 2025, Vergleichsjahr
90 Gute Bildung - gute Chancen Unterschiedlicher Bedarf an Nachwuchskräften Der Bedarf ist laut Berechnungen der Kultusministerkonferenz je nach Schultyp und Unterrichtsfächern, aber auch in den einzelnen Ländern, verschieden. 73 Insgesamt zeichnet sich rechnerisch für die Jahre bis 2025 in Westdeutschland ein Überangebot beim Lehrernachwuchs ab, während in Ostdeutschland der Einstellungsbedarf durch die voraussichtlich zur Verfügung stehenden Nachwuchskräfte nicht gedeckt werden kann. Allerdings kann die Situation je nach Lehramt oder Fachrichtung unterschiedlich ausfallen. So wird tendenziell ein Mangel an Lehrern im Sonderpädagogikbereich erwartet, während bei Lehrämtern für den Sekundarbereich II (allgemeinbildende Fächer) oder für das Gymnasium ein Bewerberüberhang wahrscheinlich ist. Nach Fachrichtungen betrachtet, dürfte es den Ländern schwerer fallen, genügend Lehrkräfte für die Fächer Mathematik, Chemie, Physik, Englisch, Französisch oder Musik zu finden. Für die Fächer Geschichte und Erdkunde wird dagegen eine eher geringe Nachfrage erwartet. 74 Im Bereich der 73 So wirbt derzeit beispielsweise das Land Mecklenburg-Vorpommern sehr eindringlich um Lehrkräfte - siehe 74 KMK: Lehrereinstellungsbedarf und -angebot in der Bundesrepublik Deutschland Modellrechnung , Statistische Veröffentlichungen der Kultusministerkonferenz Dokumentation Nr. 208 Juni Berufsschulen dürften besonders Bewerber mit den Fächern Metall-, Elektro- sowie Fahrzeugtechnik und Sozialpädagogik gefragt sein, ebenso wie Lehrkräfte mit dem allgemeinbildenden Fächerportfolio Mathematik, Naturwissenschaften und Fremdsprachen. Viele Bundesländer erstellen eigene Bedarfsprognosen und veröffentlichen diese im Internet. Einstellungen von Lehrämtern 2015 deutlich gestiegen Nach Angaben der Kultusministerkonferenz haben die deutschen Bundesländer 2015 rund neue Lehrkräfte in den öffentlichen Schuldienst eingestellt. Das waren mit +15 Prozent deutlich mehr als im Vorjahr. Zu diesem erhöhten Lehrerbedarf dürfte nicht zuletzt auch die Fluchtmigration beigetragen haben. In den Jahren 2009 bis 2014 bewegte sich die Zahl der Neueinstellungen auf einem stabilen Niveau von jährlich um die , nachdem in den Jahren 2003 bis 2008 deutlich weniger Personal rekrutiert wurde. Und wie standen für Studierende die Chancen auf Übernahme in den Schuldienst? Von 2000 bis 2012 wurden jährlich mehr Lehrkräfte eingestellt als es Absolventen des Vorbereitungsdienstes im jeweiligen Jahr gab und 2014 war bundesweit ein leichter Überhang zu verzeichnen, der sich vor allem in Bayern 90
91 Abbildung 45 Lehrkräfte Erwerbstätige Lehrkräfte insgesamt und Lehrkräfte an allgemeinund berufsbildenden Schulen Frauen Erwerbstätige Lehrkräfte 1,38 Mio 1,41 Mio 1,40 Mio 61% 1,02 Mio Wissenschaftl. Personal an Hochschulen Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen 25% Datenquelle: Statisches Bundesamt, Schulstatistik, Hochschulstatistik, Mikrozensus Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen 9% Selbständige Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen Arbeitslose Gemeldete Stellen * 2006* Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit *ohne zugelassene kommunale Träger Anteile von Frauen, Älteren, Selbständigen beziehen sich auf Erwerbstätige (ausgeübte Tätigkeiten, Mikrozensus 2014); Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen Jahresdurchschnittsbestand; jeweils Experten. Näheres siehe Hinweise zu statistischen Angaben.
92 Gute Bildung - gute Chancen und Nordrhein-Westfalen deutlich bemerkbar machte. Dort wurden nur jeweils rund 70 Prozent der Absolventen aus dem Vorbereitungsdienst in den Schuldienst übernommen. In den ostdeutschen Flächenländern und in den Stadtstaaten gab es dagegen deutlich mehr Einstellungen als Absolventen wurden mit Ausnahme von Bayern, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern in allen Ländern erheblich mehr Lehrkräfte eingestellt als in diesem Jahr den Vorbereitungsdienst beendet hatten. 75 Mehr Hochschulpersonal An den Hochschulen gibt es beim wissenschaftlichen und künstlerischen Personal einen stetigen Aufwärtstrend zu beobachten. Hier spiegeln sich die zunehmende Akademisierung wider, ebenso wie die doppelten Jahrgänge aufgrund der Umstellung auf das achtjährige Abitur. Für 2014 weist die Hochschulstatistik rund hauptamtliche Tätige 76 aus (+1 Prozent gegenüber Vorjahr) davon haben eine Professur inne. 75 KMK: Einstellung von Lehrkräften 2015, Berlin März Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 11 Reihe 4.4 Hauptberufliches wissenschaftliches und künstlerisches Personal. Studentische Hilfskräfte sind nicht berücksichtigt. Das kann auch eine Erklärung dafür sein, weshalb die Zahl der Lehrkräfte laut Mikrozensus (Abbildung 44) höher ausfällt als laut Hochschulstatistik. Zahl der gemeldeten Stellenangebote gestiegen Die Zahl der bei den Agenturen für Arbeit eingegangen Stellenangebote für Lehrkräfte stieg 2015 gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent auf Angebote. Im Jahresdurchschnitt entsprach dies einem Bestand von Offerten. Dabei handelte es sich nicht nur um klassische Stellenausschreibungen für Lehrämter an allgemeinbildenden Schulen. Darüber hinaus wurden zum Beispiel Dozenten an Universitäten oder Fachhochschulen gesucht oder Beschäftigungsmöglichkeiten an Privatschulen, Volkshochschulen, privaten Bildungsträgern oder in der Erwachsenenbildung angeboten. Arbeitslosigkeit sehr gering Die Zahl arbeitsloser Lehrkräfte ging 2015 um vier Prozent zurück. Insgesamt Arbeitslose, die eine lehrende oder ausbildende Tätigkeit anstrebten, waren im Jahresdurchschnitt registriert. Darunter befanden sich Lehrkräfte, die eine Arbeit an allgemeinbildenden Schulen oder in der beruflichen Erstausbildung suchten sowie Personen, die an außerschulischen Bildungseinrichtungen unterrichten wollten, zum Beispiel im Bereich der Erwachsenenbildung. Hinzu kamen rund Arbeitslose, die eine Dozenten- oder Forschungstätigkeit an einer Hochschule im Auge 92
93 hatten. Im Verhältnis zur Zahl der erwerbstätigen Lehrer ist die Arbeitslosigkeit sehr gering. Rechnerisch ergibt sich eine Arbeitslosenquote von unter zwei Prozent. Mehr Lehrernachwuchs Studierende erwarben 2014 einen Lehramtsabschluss, ein Plus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch in den nächsten Jahren ist mit einer Zunahme zu rechnen. Insgesamt waren 2014/ Lehramtsstudierende eingeschrieben. Das waren ähnlich viele wie im Vorjahr, in dem der höchste Stand an Immatrikulationen überhaupt verzeichnet wurde. Da Bachelorabsolventen in einigen Ländern auch später noch einen Lehramts-Master anschließen können, ist das Nachwuchspotenzial allerdings nur schwer einzuschätzen. 93
94 Gute Bildung - gute Chancen 2.10 Gesellschaftswissenschaften Der Arbeitsmarkt hat sich 2015 für Soziologen, Politologen, Erziehungswissenschaftler und andere gesellschaftswissenschaftliche Berufe im Vergleich zum Vorjahr positiv entwickelt. Die Arbeitslosigkeit ist gesunken. Die Fachkräftenachfrage zeigt sich dagegen, gemessen am Zugang gemeldeter Stellen, aufwärts gerichtet. Dies dürfte auch auf Bildungs- und Integrationsangebote für Flüchtlinge zurückzuführen sein. Generell gibt es aber eher wenige Stellenangebote, die sich explizit an Arbeitsuchende mit sozialwissenschaftlichem Abschluss wenden. Deshalb erschließen sich arbeitsuchende Gesellschaftswissenschaftler zunehmend fachverwandte und fachfremde Tätigkeitsbereiche. Steigende Studienanfängerzahlen lassen für die nächsten Jahre ein wachsendes Potenzial an wissenschaftlichen Nachwuchskräften erwarten. Soziologie Der Arbeitsmarkt für Soziologen zeigte sich in den letzten Jahren stabil. Laut den Hochrechnungen des Mikrozensus waren 2014 circa Personen mit einem sozialwissenschaftlichen Studienabschluss in Deutschland erwerbstätig fast doppelt so viele Menschen wie Allerdings arbeitete mit rund Erwerbstätigen nur ein kleiner Teil als Sozialwissenschaftler im engeren Sinne, zum Beispiel in der Forschung oder Lehre. Etwa Arbeitslose, fünf Prozent weniger als im Vorjahr, strebten 2015 eine Tätigkeit als Soziologe, Genderoder Sozialwissenschaftler an. Weitere Arbeitslose, die auch Soziologie studiert hatten, suchten vorrangig alternative Tätigkeiten, zum Beispiel im Personalwesen, der Sozialpädagogik oder Lehrtätigkeiten. Bezogen auf alle Erwerbspersonen mit einem Abschluss in der Soziologie lag die Arbeitslosenquote bei rund vier Prozent. Die Zahl der neu gemeldeten Stellen stieg von einem niedrigem Niveau aus im Vergleich zum Vorjahr merklich (+41 Prozent). Insgesamt knapp 700 Vakanzen wurden im Jahresverlauf gemeldet. Im Monatsdurchschnitt betrachtet bedeutete das aber lediglich einen Bestand von 140 gemeldeten Stellenangeboten und damit vergleichsweise wenig einschlägige Bewerbungsmöglichkeiten. Rund Absolventen schlossen 2014 erfolgreich ein Studium der Sozialwissenschaften ab. Das waren neun Prozent mehr als im Vorjahr. Die Konkurrenz am Arbeitsmarkt könnte sich künftig verstärken, denn die Zahl der Studierenden steigt seit
95 Abbildung 46 Gesellschaftswissenschaften Erwerbstätige (Studienabschluss) Frauen Erziehungswissenschaften % 21% 55+ Sozialwissenschaften Politikwissenschaften Datenquelle: Statistisches Bundesamt 11% Selbständige Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen Arbeitslose Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit Gemeldete Stellen * 2006* Politik-, Sozialund sonstige Gesellschaftswissenschaften Erziehungswissenschaften *ohne zugelassene kommunale Träger Anteile von Frauen, Älteren, Selbständigen beziehen sich auf Erwerbstätige (ausgeübte Tätigkeiten, Mikrozensus 2014); Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen Jahresdurchschnittsbestand; jeweils Experten. Näheres siehe Hinweise zu statistischen Angaben.
96 Gute Bildung - gute Chancen kontinuierlich an: Über junge Menschen waren 2014/15 in einem sozialwissenschaftlichem Studiengang immatrikuliert, zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor und so viele wie noch nie. Politikwissenschaften Die Politikwissenschaften haben, gemessen an der Entwicklung der Erwerbstätigen mit einem entsprechenden Studienabschluss, in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. So steigt die Zahl der Erwerbstätigen tendenziell an. Etwa Politologen waren 2014 in Deutschland tätig, was gegenüber dem Stand von 2005 eine Zunahme von zwei Dritteln bedeutet. Die Arbeitslosigkeit hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht um sieben Prozent verringert. Knapp Arbeitslose suchten eine Tätigkeit im Feld der Politikwissenschaften. Weitere Arbeitslose, die einen Abschluss der Politikwissenschaften vorweisen konnten, suchten schwerpunktmäßig Aufgaben in Büro und Sekretariat, in der Öffentlichkeitsarbeit, im Journalismus, in der Unternehmensberatung oder in der Projektleitung. Die Arbeitslosenquote fiel, bezogen auf alle Erwerbs personen mit einem Politikabschluss, mit 4,8 Prozent für Akademiker überdurchschnittlich aus. Die Zahl der gemeldeten Stellen, die sich gezielt an Politikwissenschaftler wenden, stieg 2015 leicht an. Das Niveau ist aber nach wie vor sehr gering. So verzeichnete die Bundesagentur für Arbeit im Laufe des Jahres 140 Stellenzugänge. Monatsdurchschnittlich bedeutete dies lediglich 30 einschlägige Jobangebote. Trotz der geringen Zahl an Stellenangeboten stößt das Studienfach Politik nach wie vor auf großes Interesse. So waren im Wintersemester 2014/15 in den Politikwissenschaften fast Immatrikulierte zu verzeichnen. Das waren ähnlich viele wie im Vorjahr, als die bislang höchste Einschreibungszahl im Fach Politik erreicht wurde. Die Zahl der Absolventen im Fach Politikwissenschaft fiel 2014 wiederholt kleiner aus als im Vorjahr (-1 Prozent). Rund Studierende legten erfolgreich eine Abschlussprüfung ab, davon erhielt jeder zweite einen Bachelorabschluss. 96
97 Erziehungswissenschaften Rund Erwerbstätige mit einem Studienabschluss der Erziehungswissenschaften waren laut Mikrozensus 2014 in Deutschland tätig elf Prozent mehr als noch Nur rund Personen ordneten jedoch ihre ausgeübte Tätigkeit in erster Linie erziehungswissenschaftlichen Aufgaben zu. Darunter waren etwa Selbständige. Welche Aufgaben nehmen Erziehungswissenschaftler wahr, die nicht zu den Erziehungswissenschaften im engeren Sinne gehören? Der überwiegende Teil (56 Prozent) arbeitete als Lehr- und Ausbildungspersonal oder war in der praktischen Erziehung oder der Sozialarbeit und -pädagogik tätig. Darüber hinaus fanden sich elf Prozent in der Unternehmensführung oder im Personalmanagement. 77 Auch mit Blick auf die Arbeitslosigkeit und die gemeldeten Stellen hat sich der Arbeitsmarkt für Erziehungswissenschaftler und Pädagogen 2015 im Vergleich zum Vorjahr positiv entwickelt. Die Zahl der Arbeitslosen, die explizit eine Tätigkeit als Pädagoge oder Erziehungswissenschaftler anstrebten, lag sechs Prozent unter der Vorjahreszahl bei Darüber 77 Quelle: Statistisches Bundesamt, Mikrozensus hinaus waren aber weitere Arbeitslose registriert, die über einen erziehungswissenschaftlichen Abschluss verfügten, und ihre Arbeitssuche auf verwandte oder auch fachfremde Tätigkeitsbereiche ausrichteten. Ihre Zahl ist in den letzten Jahren merklich gestiegen, war zuletzt aber ebenfalls rückläufig. Die Arbeitslosenquote fällt für studierte Erziehungswissenschaftler mit zwei Prozent nach wie vor gering aus. Schwierigkeiten bereitet, dass es relativ wenige Stellen gibt, die sich ausdrücklich an Erziehungswissenschaftler wenden. Monatsdurchschnittlich hatte die Bundesagentur für Arbeit rund 330 zu besetzende Stellen im Bestand. Übers Jahr verteilt gingen 2015 rund neue Stellenangebote bei der Bundesagentur für Arbeit ein. Das war gegenüber dem Vorjahr ein beachtlicher Anstieg von 55 Prozent, der vor allem auf die Sprachförderung und Integrationsangebote für Flüchtlinge zurückgehen dürfte. Zu einer wachsenden Fachkräftenachfrage haben in den letzten Jahren aber auch verstärkte Investitionen in frühkindliche Bildung oder Angebote zu lebenslangen Lernen geführt: So lag die Zahl der im Jahresverlauf neu gemeldeten Stellen seit 2011 kontinuierlich über der er Marke, während sie in den Jahren davor zum Teil erheblich niedriger ausfiel. Die 97
98 Gute Bildung - gute Chancen Mehrzahl der Stellenangebote kam aus dem Bildungswesen, angefangen von Kindergärten bis hin zu Universitäten und Einrichtungen der Erwachsenenbildung, aus sozialen Beratungseinrichtungen, Schul- und Jugendämtern, Jugendzentren, Pflegeheimen, Unternehmenszentralen sowie Krankenhäusern. Es fällt aber auf, dass ein sehr hoher Anteil der gemeldeten Stellen befristet ist (58 Prozent). Rund Studierende schlossen im Jahr 2014 ihr Studium der Erziehungswissenschaften erfolgreich ab, drei Prozent mehr als im Vorjahr. Mehr als die Hälfte der Prüflinge (60 Prozent) erwarb einen Bachelorabschluss und schließt zum großen Teil noch ein Masterstudium an. In den nächsten Jahren dürfte die Zahl der Berufseinsteiger weiter merklich steigen, denn seit 2008 nimmt die Zahl der Studierenden im Fach Erziehungswissenschaften kontinuierlich zu. Im Wintersemester 2014/15 verzeichneten die Hochschulen insgesamt Studierende. Das waren zwei Prozent mehr als im Vorjahr und rund ein Viertel mehr als vor zehn Jahren Psychologie 78 Insgesamt entwickelte sich der Arbeitsmarkt für Psychologen in den letzten Jahren positiv. So ist die Erwerbstätigkeit kräftig gewachsen. Gleichzeitig fällt die Arbeitslosigkeit gering aus. Steigende Studierendenzahlen dürften in nächster Zeit zu einer Erhöhung des Fachkräftepotenzials beitragen. Erwerbstätigkeit stark gewachsen, viele Selbständige Der Mikrozensus verzeichnete in Deutschland 2014 rund Erwerbstätige, die ein Psychologiestudium erfolgreich absolviert haben. Das waren fast doppelt so viele wie Nach dem aktuell ausgeübten Beruf befragt, gaben rund Personen an, als Psychologe tätig zu sein. Fast die Hälfte bot ihre Dienstleistungen auf selbständiger Basis an. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig angestellten Psychologen belief sich 2015 laut BA-Statistik auf rund , was einen Zuwachs von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Geringe Arbeitslosigkeit Die Arbeitslosigkeit bewegt sich in den letzten Jahren auf einem gleichbleibend niedrigen Niveau. Im Jahresdurch- 78 Die Berufsgruppe umfasst Psychologen und nichtärztliche Psychotherapeuten. Ärztliche Psychotherapeuten sind der Berufsgruppe der Ärzte zugeordnet. 98
99 Abbildung 47 Psychologie Erwerbstätige (Studienabschluss) Frauen Psychologie % % Datenquelle: Statistisches Bundesamt Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen 45% Selbständige Arbeitslose Gemeldete Stellen * 2006* Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit *ohne zugelassene kommunale Träger Anteile von Frauen, Älteren, Selbständigen beziehen sich auf Erwerbstätige (ausgeübte Tätigkeiten, Mikrozensus 2014); Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen Jahresdurchschnittsbestand; jeweils Experten. Näheres siehe Hinweise zu statistischen Angaben.
100 Gute Bildung - gute Chancen schnitt 2015 suchten Arbeitslose eine Anstellung als Psychologe und knapp 400 eine als nichtärztlicher Psychotherapeut. Rechnerisch ergibt sich für Absolventen eines Psychologie-Studiums eine niedrige Arbeitslosenquote von rund 2,4 Prozent. Stellenangebote aus Krankenhäusern und Reha-Kliniken Im Jahresdurchschnitt hatte die Bundesagentur für Arbeit 500 Stellenangebote für Psychologen und 120 für nichtärztliche Psychotherapeuten im Angebot. Die Stellenzugänge im Laufe des Jahres, die mehr über die Dynamik der Nachfrage aussagen, beliefen sich auf Angebote für Psychologen. Das waren neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Hinzu kamen rund 350 Offerten für Psychotherapeuten, zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Zusammengefasst erreichten die Stellenmeldungen damit etwa den Stand des Vorjahres. Die meisten Vakanzen waren im Gesundheitswesen zu besetzen. So kamen vier von zehn Stellenangeboten aus Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken. Aber auch im Bildungs- und Sozialwesen, von der Öffentlichen Verwaltung, von kirchlichen Vereinigungen, Bildungs- und Jugendorganisationen sowie von Unternehmensführungen und -beratungen wurden Psychologen gesucht. Großes Interesse am Psychologie-Studium Der akademische Nachwuchs scheint in der Psychologie gesichert: Die Hochschulstatistik weist für das Jahr 2014 fast erfolgreiche Abschlüsse aus im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um zehn Prozent. Mehr als jede zweite Prüfung geht auf einen Bachelorabschluss zurück. Erfahrungsgemäß folgt danach vielfach noch ein Masterstudium. Auch die Zahl der Psychologie-Studierenden insgesamt wächst in den letzten Jahren sehr deutlich. So waren 2014/15 rund Männer und Frauen für ein Studium der Psychologie eingeschrieben. Das waren sieben Prozent mehr als im Vorjahr und doppelt so viele wie vor zehn Jahren. 100
101 2.12 Sprach-, Literatur- und Geisteswissenschaften Unter geisteswissenschaftlichen Berufen werden hier insbesondere Sprach- und Literaturwissenschaftler, Geschichts-, Medien- und Theaterwissenschaftler, Philosophen sowie Regionalwissenschaftler und Anthropologen zusammengefasst. Insgesamt hat sich der Arbeitsmarkt für diese Berufe zwar positiv entwickelt; er stellt sich aber dennoch nicht unproblematisch dar. Die Zahl der Erwerbstätigen ist in den letzten Jahren sehr stark gestiegen. Allerdings verläuft der Berufseinstieg oft alles andere als einfach, da es nur wenige Stellenangebote gibt, die sich explizit an die Vielzahl der Absolventen geisteswissenschaftlicher Studiengänge richten. Eine frühzeitige berufliche Orientierung, Flexibilität und Mobilität sind daher wichtig für eine erfolgreiche Etablierung am Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosigkeit fällt in der ersten Zeit nach dem Studium höher aus als in anderen Fachrichtungen, bewegt sich aber insgesamt auf einem niedrigen Niveau. Das liegt aber auch daran, weil Absolventen der Sprachund Kulturwissenschaften sich bei der Arbeitssuche auch studienferneren Tätigkeiten offen gegenüber zeigen. Mehrzahl in adäquaten Tätigkeiten Auf der einen Seite ist der Arbeitsmarkt für Geisteswissenschaftler dadurch geprägt, dass es angesichts hoher Konkurrenz nur einem Teil der Absolventen gelingt, einen Arbeitsplatz in einem studienadäquaten Tätigkeitsfeld zu finden. In Befragungen geben zwei von drei Absolventen der Sprach- und Kulturwissenschaften an, einer Tätigkeit nachzugehen, deren Inhalte, Anforderungen und Position zumindest teilweise ihrem Studium entsprechen. Betrachtet man nur die Absolventengruppe der Magister eine vor allem in den Geisteswissenschaften bislang übliche Abschlussart fällt dieser Anteil kleiner aus: Nur etwa jeder zweite Absolvent übt eine dem Studium voll entsprechende Tätigkeit aus. Dies heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass alle anderen Geisteswissenschaftler unterwertigen Tätigkeiten nachgehen. Der Großteil der nicht volladäquat Tätigen beschreibt seine Arbeit zwar als fachfremd, die berufliche Position aber als einem Hochschulabschluss angemessen. Lediglich 11 Prozent der Absolventen der Sprach- und Kulturwissenschaften und 101
102 Gute Bildung - gute Chancen 17 Prozent der Magister sehen sich tatsächlich sowohl fachlich als auch positionsbezogen unter Niveau beschäftigt. 79 Zahl der Erwerbstätigen kräftig gewachsen Auf der anderen Seite ist zu beobachten, dass Geisteswissenschaftler in den unterschiedlichsten Wirtschaftsbereichen zunehmend geschätzt werden, verfügen sie doch in der Regel über ausgeprägte Kompetenzen im Bereich des Wissensmanagements. Auch ihre 79 Quelle: HIS-Forum Hochschule 10/2013, Hochschulabsolventen des Prüfungsjahrgangs 2001 zehn Jahre nach dem Studienabschluss. interkulturellen Kompetenzen und Fertigkeiten bei der Informationsgewinnung und -aufbereitung gehören zu den nachgefragten Fähigkeiten in einer wissensbasierten und globalen Arbeitswelt. So ist die Zahl der Erwerbstätigen in den letzten Jahren kräftig gestiegen. Waren im Jahr 2005 laut Mikrozensus noch Erwerbstätige mit einem Abschluss der Sprach- und Kulturwissenschaften, der Geschichte oder der Philosophie in Deutschland tätig, stieg ihre Zahl bis 2014 auf Personen. Das ist ein beachtliches Plus von einem guten Drittel. Abbildung 48 Etwa die Hälfte arbeitet in Branchen, für die ein Studium der Kulturund Sprachwissenschaften typisch ist Erwerbstätige mit Studienabschluss der Sprach- und Kulturwissenschaften nach Wirtschaftszweigen Kunst, Unterhaltung, Erholung Übersetzen, Dolmetschen Forschung, freiberufl. Tätigkeiten Verarbeitendes Gewerbe Medien Bildung Weitere Branchen Gesundheit, Soziales PR, Unternehmensberatung, Werbung IT-Dienstl. Gastgewerbe sonstige Handel Öffentl. Verwaltung sonst. wirtschaftl. Dienstl. Interessenvertretg., Kirchen Unternehmenszentralen Datenquelle: Statistisches Bundesamt, Mikrozensus
103 Vielfältige Einsatzfelder Etwa die Hälfte arbeitet in Branchen, die typisch sind für klassische Arbeitsfelder von Sprach- und Kulturwissenschaftlern. Hierzu gehört mit jedem dritten Erwerbstätigen das Bildungswesen, gefolgt von Medien-Unternehmen (Verlage, Funk und Fernsehen 7 Prozent), Kunst und Kultur (6 Prozent), Dolmetschen und Übersetzen (5 Prozent) oder Forschung und freiberufliche Tätigkeiten (2 Prozent). Weitere 4 Prozent der erwerbstätigen Sprachund Kulturwissenschaftler sind im Öffentlichen Dienst beschäftigt auch hier dürften viele fachnahe Einsatzbereiche zum Beispiel in der Kulturverwaltung zu finden sein (Abbildung 48). Außer diesen für die Geisteswissenschaften typischen Branchen gibt es Einsatzmöglichkeiten, die mehr oder oft auch mal weniger mit den Studieninhalten in Zusammenhang stehen dürften. So sind acht Prozent im Verarbeitenden Gewerbe tätig und sieben Prozent im Handel. Jeweils vier Prozent arbeiten im Gesundheits- und Sozialwesen, in der Public Relations-Beratung, Unternehmensberatung, Werbung oder Marktforschung oder erbringen IT-Dienstleistungen oder andere wirtschaftliche Dienstleistungen, z. B. bei Reisebüros, Reiseveranstaltern oder Call-Centern. Zu kleineren Anteilen werden Arbeitsplätze angeboten bei Verbänden, Parteien oder kirchlichen Einrichtungen, im Gastgewerbe oder bei Unternehmenszentralen. 80 Kaum Stellenangebote Berufseinsteigern bereitet es immer wieder Schwierigkeiten, dass es relativ wenig Stellenangebote gibt, die sich ausdrücklich an Geisteswissenschaftler richten. Es gilt daher, sich frühzeitig über Tätigkeitsfelder zu informieren und auf ein klares arbeitsmarktgerechtes Qualifikationsprofil hinzuarbeiten. Hierzu sind praktische Erfahrungen und gezielte Netzwerkpflege sehr hilfreich. Im Verlauf des Jahres 2015 wurden der Bundesagentur für Arbeit rund 900 Stellenangebote gemeldet, die sich explizit an Geisteswissenschaftler wendeten. Das war immerhin ein knappes Fünftel mehr als im Vorjahr. Monatsdurchschnittlich betrachtet, bewegten sich die öffentlich zu vermittelnden Stellenofferten mit einem Bestand von rund 200 Stellenangeboten aber weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. Im Einzelnen gingen für Historiker und Archäologen etwa 240 Stellenangebote 80 Quelle: Sonderauswertung Mikrozensus 2014 Erwerbstätige mit Studienabschluss der Sprach- und Kulturwissenschaften, der Geschichte oder der Philosophie nach Wirtschaftszweigen. 103
104 Abbildung 49 Sprach-, Literatur- und Geisteswissenschaften Erwerbstätige (Studienabschluss) Frauen % 18% Datenquelle: Statistisches Bundesamt 21% Selbständige Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen Arbeitslose Gemeldete Stellen * 2006* Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit *ohne zugelassene kommunale Träger Anteile von Frauen, Älteren, Selbständigen beziehen sich auf Erwerbstätige (Studienabschluss, Mikrozensus 2014); Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen Jahresdurchschnittsbestand; jeweils Experten. Näheres siehe Hinweise zu statistischen Angaben.
105 bei der Arbeitsvermittlung ein, für Germanisten und andere Sprach- und Literaturwissenschaftler 200. Für Medien- und Theaterwissenschaftler wurden 400 Stellen gemeldet. Arbeitslosigkeit auf niedrigem Niveau Nachdem sie von 2003 bis 2008 kontinuierlich rückläufig war, stieg die Zahl Arbeitsloser, die eine geisteswissenschaftliche Tätigkeit anstrebten, von 2009 bis 2014 leicht an zeigte sich wiederum ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Mit knapp gab es fünf Prozent weniger Arbeitslose als im Vorjahr. Im längerfristigen Vergleich mit dem Jahr 2005 ist sogar eine sehr positive Entwicklung auszumachen, die vor dem Hintergrund einer kräftig gestiegenen Erwerbstätigkeit noch an Bedeutung gewinnt: Gegenüber 2005 war die Arbeitslosigkeit 2015 um fast 40 Prozent geringer. Vielfach richten sie ihre Arbeitssuche auf alternative Einsatzgebiete aus oder wählen manchmal auch nur andere, tätigkeitsorientierte Berufsbezeichnungen. So waren 2015 weitere studierte Geisteswissenschaftler arbeitslos gemeldet, die zum Beispiel eine Arbeit suchten als wissenschaftliche Mitarbeiter an Hochschulen, als Übersetzer, als Journalist, als Lehrkraft oder als Pressesprecher. Auch weniger studiennahe Bereiche wie Büro- und Sekretariatsaufgaben, Werbung und Marketing, Verkauf, Unternehmensberatung oder kaufmännische Tätigkeiten standen immer wieder im Fokus. Aber auch wenn man diesen erweiterten Personenkreis mitzählt, bewegt sich die Arbeitslosigkeit auf einem niedrigen Niveau: Die Arbeitslosenquote lag für studierte Sprach- und Literaturwissenschaftler rechnerisch bei unter drei Prozent. Es würde jedoch zu kurz greifen, wenn man hier nur Arbeitslose berücksichtigte, die eine geisteswissenschaftliche Tätigkeit anstrebten, die der engen Definition laut Klassifikation der Berufe entspricht. So suchen Sprach-, Literatur- und Geisteswissenschaftler nicht nur nach den dünn gesäten Stellenangeboten für Historiker, Germanisten, Amerikanisten, Romanisten, Sinologen oder vielleicht Theaterwissenschaftlern. 105
106 Gute Bildung - gute Chancen Sprach- und kulturwissenschaftliche Studiengänge sehr beliebt Ungeachtet des begrenzten Angebots an einschlägigen Arbeitsangeboten erfreuen sich die Sprach- und Kulturwissenschaften sehr großer Beliebtheit. Bezieht man Lehramtsstudierende mit ein, ist fast jeder fünfte Studierende in Deutschland dieser Fächergruppe zuzuordnen. 81 Mit Studierenden (ohne Lehrämter) wurde im Wintersemester 2014/15 die Immatrikulationszahl der Vorjahre erneut übertroffen. Die Zahl der Studierenden stieg im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent. Auch die Zahl der Absolventen erhöhte sich seit dem Jahr 2001 kontinuierlich. Mit bestandenen Abschlussprüfungen gab es 2014 sechs Prozent mehr Absolventen als im Vorjahr. Darunter waren mehr als die Hälfte Bachelorabschlüsse. 81 Ohne Lehramtsstudierende betrachtet, ist rund jeder siebte Studierende in der Fächergruppe Sprachund Kulturwissenschaften eingeschrieben Redaktion, Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit Die Medienwirtschaft befindet sich im Umbruch. Zurückgehende Verkaufszahlen und Werbeeinnahmen im Printbereich, die sich bislang nicht durch entsprechende Mehreinnahmen im boomenden Online-Bereich ausgleichen, machen vielen Medienunternehmen das Leben schwer. Diese Veränderungen bleiben nicht ohne Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Beschäftigungsbedingungen. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes war aber alles in allem nicht schlecht. Positiv hervorzuheben ist eine steigende Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Die Zahl der Selbständigen ist nach einem merklichen Rückgang stabil geblieben. Die Arbeitslosigkeit fällt höher aus als in anderen akademischen Berufsgruppen, war aber 2015 leicht rückläufig. Die Zahl an Stellenangeboten ist 2015 leicht gestiegen, ist aber insgesamt gering. Da die sprach- und kulturwissenschaftlichen Studiengänge sehr beliebt sind, könnte perspektivisch die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt noch anwachsen. Offen bleibt dabei, wie sich der Kostendruck im klassischen Medienbereich und die Dynamik der Online-Nachrichtenwelt künftig weiter auswirken werden. 106
107 Über Erwerbstätige in publizistischen Berufen Rund Frauen und Männer übten laut Statistischem Bundesamt 2014 eine Tätigkeit in Redaktion und Journalismus, Verlags- und Medienwirtschaft oder in der Öffentlichkeitsarbeit aus (Abbildung 50). Der Großteil entfällt mit Erwerbstätigen oder 74 Prozent auf Tätigkeiten in Redaktion und Journalismus. Hierzu zählen neben Redakteuren und Journalisten, die zusammen einen Anteil von 59 Prozent ausmachen, auch Autoren und Schriftsteller (8 Prozent) sowie Lektoren (6 Prozent). In Berufen der Verlags- und Medienwirtschaft waren knapp Personen tätig (8 Prozent). Weitere (19 Prozent) arbeiteten zum Beispiel als Pressesprecher, PR-Berater oder Lobbyist im Feld der Öffentlichkeitsarbeit. Positive Beschäftigungsentwicklung, viele Selbständige Der Wachstumstrend der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung zeigt sich ungebrochen. Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit weist für 2015 rund Redakteure, Journalisten und Öffentlichkeitsarbeiter aus, die als Angestellte sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren. Das war gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs von zwei Prozent, nachdem es 2014 bereits ein Plus von drei Prozent gegeben hatte. Längerfristige Vergleiche sind wie bei anderen Berufsgruppen auch aufgrund der Umstellung auf die neue Klassifikation der Berufe nicht exakt möglich. Dennoch lässt sich mit Daten zu Beschäftigten nach alter Klassifikation, die bis zum Jahr 2011 vorliegen, ebenfalls ein merklicher Zuwachs an sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen feststellen. So stieg die Beschäftigung von 2003 bis 2011 in publizistischen Berufen um 15 Prozent ein überdurchschnittlicher Anstieg, der auch auf den Boom der Online- Medien zurückgehen dürfte. In den schreibenden Berufen kommt auch der freiberuflichen Tätigkeit eine hohe Bedeutung zu. Mit Selbständigen war jeder Dritte sein eigener Chef. Die Zahl der Selbständigen zeigte sich 2014 stabil, nachdem sie im Vorjahr merklich zurückgegangen war. Nachfrage leicht gestiegen Die Fachkräftenachfrage schwankt mit der allgemeinen wirtschaftlichen Lage. So war die Zahl der gemeldeten Stellen 2009 und 2010 krisenbedingt eingebrochen und im wirtschaftlichen Aufschwung 2011 und 2012 wieder merklich gestiegen. Nach einer wieder verhaltenen Entwicklung in den Jahren 2013 und 2014 stieg die Nachfrage 2015 auf Stellenzugänge. Das waren zwölf Prozent mehr als im 107
108 Abbildung 50 Redaktion, Journalismus, Öffentlichkeitsarbeit Erwerbstätige und sozialversicherungspflichtig Beschäftige (ausgeübte Tätigkeiten) Frauen % Verlags- und Medienwirtschaft % Öffentlichkeitsarbeit % Erwerbstätige % 55+ Redaktion Journalismus % Erwerbstätige Beschäftigte Selbständige Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Statistisches Bundesamt 36% Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen Arbeitslose Gemeldete Stellen * 2006* Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit *ohne zugelassene kommunale Träger Anteile von Frauen, Älteren, Selbständigen beziehen sich auf Erwerbstätige (ausgeübte Tätigkeiten, Mikrozensus 2014); sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Bestand jeweils 30. Juni; Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen Jahresdurchschnittsbestand; jeweils Spezialisten und Experten. Näheres siehe Hinweise zu statistischen Angaben.
109 Verlauf des Vorjahres. Im Durchschnitt entsprach dies einem monatlichen Stellenbestand von gut 500 Stellen, die über die Bundesagentur für Arbeit zu besetzen waren. Arbeitslosigkeit überdurchschnittlich, aber aktuell leicht rückläufig Die Zahl Arbeitsloser ist 2015 leicht gesunken, nachdem sie zwei Jahre in Folge gestiegen war. Rund Arbeitslose, die eine Arbeit als Journalist oder Redakteur oder eine hochqualifizierte Tätigkeit in der Öffentlichkeitsarbeit oder in der Verlags- und Medienwirtschaft suchten, waren 2015 durchschnittlich gemeldet. Das waren zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote fiel 2014 für Erwerbspersonen, die ein Studium der Publizistik oder Journalistik abgeschlossen haben, mit überdurchschnittlich aus (5,7 Prozent). Der überwiegende Teil der Arbeitslosen rund Frauen und Männer strebte 2015 eine Tätigkeit als Redakteur oder Journalist an. Weitere Personen hatten eine Betätigung als Pressesprecher oder andere Aufgaben im Bereich Public-Relation ins Auge gefasst. In Berufen der Verlags- und Medienwirtschaft waren rund 300 Arbeitslose auf Jobsuche. Vielfältige Zugangswege in eine journalistische Tätigkeit Die Wege zum Einstieg in eine Tätigkeit als Journalist sind vielfältig. In der Regel wird für ein Volontariat in der Medienbranche ein erfolgreicher Studienabschluss vorausgesetzt. Dabei muss es sich nicht unbedingt um ein Journalistik-Studium handeln. Geisteswissenschaftliche Studiengänge kommen ebenso in Frage wie fachspezifische. Allein im Studienbereich Kommunikationswissenschaften, Publizistik legten 2014 rund Studierende erfolgreich ihre Prüfung ab, drei Prozent mehr als im Vorjahr. Die Tendenz ist weiter steigend, denn die Zahl der Studierenden wächst von Jahr zu Jahr. Insgesamt waren 2014/15 rund Studierende für ein Studium der Kommunikationswissenschaft/Publizistik eingeschrieben. Das waren ebenfalls sieben Prozent mehr als im Vorjahr. 109
110 Gute Bildung - gute Chancen 3. Hinweise zu statistischen Angaben Um ein möglichst aussagekräftiges Bild über die Situation in den beruflichen Teilarbeitsmärkten zu zeichnen, wurden neben den Statistikdaten der Bundesagentur für Arbeit, je nach Verfügbarkeit, zahlreiche weitere Quellen einbezogen. Im Einzelnen wurde auf folgende Datenquellen zurückgegriffen: Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA): Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, gemeldete Arbeitsstellen, Arbeitslose Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB): IAB-Stellenerhebung Statistisches Bundesamt: Erwerbstätigenstatistik (Mikrozensus), Schulstatistik, Hochschulstatistik (Studierende, Prüfungen, nichtmonetäre Kennzahlen) Erhebungen von Berufsvereinigungen und Kammern Ergebnisse von Absolventen- und Unternehmensbefragungen: Stifterverband für die deutsche Wissenschaft Mit dem Bachelor in den Beruf, 2011; HIS-Forum Hochschule 17/2011 Hochschulabschlüsse im Umbruch ; HIS-Forum Hochschule 7/2012 Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium ; HIS-Forum Hochschule 10/2013 Karriere mit Hochschulabschluss? ; Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft:, Institut der deutschen Wirtschaft Köln: Karrierewege für Bachelorabsolventen, Essen Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK), Kompetent und praxisnah Erwartungen der Wirtschaft an Hochschulabsolventen, Ergebnisse einer DIHK Online-Unternehmensbefragung, Berlin Darüber hinaus flossen Erfahrungen aus den Beratungs- und Vermittlungspraxis der Bundesagentur für Arbeit mit ein. 110
111 Angaben zu Arbeitslosen Die Angaben zu Arbeitslosen beinhalten auch Daten der Jobcenter in kommunaler Trägerschaft (zugelassene kommunale Träger zkt). Für die Jahre 2005 und 2006 liegen bei den zkt keine Angaben über die Berufe der Arbeitslosen vor. Bis auf diese Ausnahme wird die registrierte Arbeitslosigkeit vollständig abgebildet. Angaben zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung Die aktuellen Daten sind mit früheren Veröffentlichungen nur noch bedingt vergleichbar. Grund sind Änderungen im Erhebungsverfahren (Einführung der Klassifikation der Berufe 2010) sowie eine Revision der Statistik über die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Jahr Nähere Informationen: > Grundlagen >Methodenberichte >Beschäftigung Angaben zu Berufen Die Berufsaggregate in dieser Broschüre basieren auf der Klassifikation der Berufe (KldB 2010) und sind in derselben Abgrenzung sowohl für gemeldete Arbeitsstellen und Arbeitslose (ab dem Jahr 2007) als auch für Erwerbstätige und sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (ab dem Jahr 2012) verfügbar. Mit früheren Veröffentlichungen auf Grundlage der Klassifikation der Berufe 1988 oder 1992 sind sie nicht vergleichbar. Die Zuordnung zu einem Beruf richtet sich in der Regel nach der ausgeübten Tätigkeit. Diese muss nicht unbedingt dem formalen Berufsabschluss entsprechen. So wird zum Beispiel ein Erwerbstätiger mit einem kulturwissenschaftlichen Abschluss, der als Pressesprecher arbeitet, statistisch nicht als Kultur- oder Geisteswissenschaftler ausgewiesen, sondern in der Berufsgruppe Öffentlichkeitsarbeit. Um eine bessere Lesbarkeit des Textes zu gewährleisten, sind die Bezeichnungen teilweise gegenüber den offiziellen Benennungen in der Klassifikation verkürzt. Akademische Berufe Die Gesamtzahl der erwerbstätigen, sozialversicherungspflichtig beschäftigten oder arbeitslosen Akademiker bezieht sich auf Personen, die über einen Fachhochschul- oder Hochschulabschluss verfügen, unabhängig davon, welche Tätigkeit sie ausüben oder anstreben. Gleiches gilt für Erwerbstätige mit einem Studienabschluss einer bestimmten Hauptfachrichtung. Wenn im Text von Hochschulabschluss gesprochen wird, schließt das in der Regel auch den Fachhochschulabschluss mit ein. 111
112 Gute Bildung - gute Chancen Als erwerbstätige, sozialversicherungspflichtig beschäftigte bzw. arbeitslose Akademiker in den einzelnen Berufsgruppen werden ansonsten Personen ausgewiesen, die aktuell eine Tätigkeit mit dem Anforderungsniveau Experte in genau diesem Berufsfeld ausüben oder anstreben. Im Sinne einer tätigkeitsorientierten Betrachtung tritt hierbei der formale Abschluss in den Hintergrund. Genauso werden in der Regel auch die gemeldeten Arbeitsstellen ausgewiesen: Als gemeldete Arbeitsstellen für Akademiker werden also Stellenofferten verstanden, die eine Tätigkeit anbieten, die dem Anforderungsniveau 4 ( Experte ) entspricht. Das Anforderungsniveau 4 ( Experte ) bezieht sich auf Berufe, die in der Regel eine mindestens vierjährige Hochschulausbildung und/oder eine entsprechende Berufserfahrung voraussetzen. Der typischerweise erforderliche berufliche Bildungsabschluss ist ein Hochschulabschluss (Master, Diplom, Staatsexamen, ggf. Promotion oder ähnliches). Je nach Relevanz werden zum Teil zusätzlich Angaben zum Anforderungsniveau 3 ( Spezialist ) einbezogen. Diesem sind Berufe zugeordnet, denen eine Meister- oder Technikerweiterbildung bzw. eine gleichwertige Fachschulausbildung vorausgegangen ist. Ebenso sind Berufe beinhaltet, für die ein Abschluss an einer Berufsakademie oder ein Bachelorabschluss an einer Hochschule vorausgesetzt wird. Eine Differenzierung nach akademischer oder nichtakademischer Berufsqualifikation ist innerhalb des Anforderungsniveaus 3 nicht möglich. Statistische Abgrenzung akademischer Berufsfelder Soweit nicht anders angegeben, wurden für die akademischen Berufsfelder folgende Studienfachrichtungen bzw. Abgrenzungen auf Basis der Klassifikation der Berufe 2010 (jeweils Anforderungsniveau 4) zu Grunde gelegt: 112
113 113
114 Gute Bildung - gute Chancen Berufsspezifische Arbeitslosenquoten Die studienfach- bzw. berufsspezifischen Arbeitslosenquoten in dieser Broschüre sind berechnet als Zahl der Arbeitslosen mit einem entsprechenden Berufsabschluss bezogen auf die Zahl der Erwerbstätigen, die einen Abschluss in dem einschlägigen Studienfach erworben haben und den Arbeitslosen. Sofern für eine Berufsgruppe hierzu keine ausreichenden statistischen Angaben vorliegen, wurde die berufsspezifische Arbeitslosenquote ermittelt als Quotient aus der Zahl der Arbeitslosen, die eine entsprechende Tätigkeit als ersten Zielberuf suchten, und der Zahl der Erwerbstätigen, die laut Mikrozensus eine Tätigkeit in diesem Beruf ausübten und die der Arbeitslosen. Die berufsbezogene Arbeitslosenquote ist als Schätzung zu verstehen, weil die verwendeten Erwerbstätigendaten aus einer Stichprobe hochgerechnet sind, die auf der Befragung von einem Prozent der Haushalte in Deutschland zurückgeht (Mikrozensus). Unschärfen können außerdem entstehen, weil es Spielräume gibt bei der Zuordnung von Studienfächern bzw. der ausgeübten Tätigkeit von Erwerbstätigen zu den Angaben von Arbeitslosen über die gesuchte (Haupt-)Tätigkeit laut Klassifikation der Berufe. 114
115 Unterschiede zwischen den Angaben zur Erwerbstätigkeit und zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung In vielen Berufsgruppen gibt es große Unterschiede zwischen den Angaben zu erwerbstätigen Personen (Quelle: Statistisches Bundesamt) und sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit). Dies hat mehrere Gründe: Zum Einen stellt die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, neben zum Beispiel Selbständigkeit, Beamtenstatus und geringfügiger Beschäftigung, eine Untergröße der Erwerbstätigkeit dar. Insoweit liegt es auf der Hand, dass die Zahl der Erwerbstätigen in der Regel höher ausfällt als die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Zum Anderen gibt es merkliche Differenzen, die auf die unterschiedlichen Erhebungsmethoden zurückzuführen sind: Während die Statistik über die Erwerbstätigkeit auf Hochrechnungen aus dem Mikrozensus beruht, resultiert die Statistik über die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aus einer Vollerhebung im Wege des Meldeverfahrens zur Sozialversicherung. Die Ergebnisse beider Statistiken weichen darüber hinaus aufgrund von Beurteilungsspielräumen bei der Zuordnung einer ausgeübten Tätigkeit zu einem Beruf laut Klassifikation der Berufe voneinander ab. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass bei der Erwerbstätigkeit Jahresdurchschnitte angegeben werden (letzte Angaben von 2014). In der Beschäftigtenstatistik wird dagegen der Stichtag 30. Juni als Jahreswert verwendet. Letzte Angaben sind hier für das Jahr 2015 verfügbar. Datenrevisionen Aufgrund der Weiterentwicklung der Auswertungsprozesse in der Statistik kann es auch über die genannten Umstellungen hinaus zu Abweichungen im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen kommen. Näheres siehe: www. statistik.arbeitsagentur.de > Grundlagen. Angaben zu Studienanfängern und Absolventen Die Zahl der Studienanfänger entspricht den Studierenden im 1. Hochschulsemester einschließlich der Lehramtsstudierenden. Bei Betrachtung der einzelnen Studienfachrichtungen werden als Studienanfänger die Studierenden im 1. Fachsemester herangezogen; diese Zahl beinhaltet auch die Studienfachwechsler. Lehramtsstudiengänge bleiben außen vor. Auch bei den Angaben zu den erfolgreichen Prüfungen werden die Fachrich- 115
116 Gute Bildung - gute Chancen tungen ohne Lehrämter ausgewiesen. Rundungen Angaben in der Größenordnung ab sind in der Regel auf ein Vielfaches von gerundet; Zahlen von 500 bis unter auf ein Vielfaches von 100 und Zahlen darunter auf 10. Innerhalb derselben Zeitreihe wird einheitlich gerundet; dabei bestimmt die kleinste Zahl, wie genau gerundet wird. Zeitangaben und Datenverfügbarkeit Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Text in der Regel nur das jeweilige Jahr benannt. Im Einzelnen verbergen sich dahinter folgende Größen und Zeitpunkte beziehungsweise Zeiträume: Bei Angaben zur Erwerbstätigkeit handelt es sich jeweils um Jahresdurchschnittsbestände. Aktuell sind Daten zu Berufen auf Grundlage der KldB 2010 nur für die Jahre 2012 bis 2014 verfügbar. Vergleiche mit früheren Jahren sind nicht möglich. Eine Ausnahme bilden die Angaben zu Erwerbstätigen nach Studienabschluss. Hier sind weiter zurückgehende Zeitvergleiche möglich (allerdings ohne Aussagen zum ausgeübten Beruf). Daten zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung beziehen sich in dieser Broschüre jeweils auf den Stichtag 30. Juni. Angaben zu den ausgeübten Berufen sind nach der KldB 2010 für die Jahre 2013 bis 2015 verfügbar. Vergleiche mit früheren Jahren sind nicht möglich. Bei Jahresangaben von Arbeitslosenbeständen wird auf den Jahresdurchschnittsbestand des jeweiligen Jahres zurückgegriffen. Standardmäßig sind Daten nach der Klassifikation der Berufe 2010 rückwirkend bis 2007 verfügbar. Um in dieser Broschüre längere Zeitreihen darzustellen, wurden mittels einer Index-Verkettung Schätzungen für frühere Jahre vorgenommen. Hinsichtlich der gemeldeten Arbeitsstellen werden die Zugänge von Januar bis Dezember sowie der Jahresdurchschnittsbestand des jeweiligen Jahres betrachtet. Angaben nach Berufen sind auf Basis der KldB 2010 rückwirkend bis zum Jahr 2007 vorhanden. Im Bereich der Hochschulstatistik umfasst das Studienjahr das jeweilige Sommersemester und das darauffolgende Wintersemester. In der Prüfungsstatistik beinhaltet das Prüfungsjahr das Sommersemester und das vorangehende Wintersemester. 116
117 Unser Service für Studieninteressierte, Studierende sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Unsere Beratungs- und Vermittlungsfachkräfte für akademische Berufe bieten Studieninteressierten, Studierenden und jungen Absolventinnen und Absolventen einen umfassenden Service für den optimalen Start ins Berufsleben. Information und Beratung zu - Berufs- und Studienwahl - Karriereplanung und Berufseinstieg - Bewerbungsprozess - Weiterbildung/berufliche Qualifizierung - Studienabbruch/-wechsel - Existenzgründung Vermittlung Informationsveranstaltungen So erreichen Sie uns: Telefon: * (Mo - Fr Uhr) persönlich: in Ihrer örtlichen Agentur für Arbeit Internet: Die ZAV Die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) ist Ansprechpartner für die internationale Vermittlung und spezielle Berufsgruppen. Unsere Angebote im Überblick: - Beratung und Information zur Beschäftigung im Ausland - Rekrutierung von Ausbildungsinteressenten und Fachkräften aus dem Ausland für Arbeitgeber in Deutschland - Vermittlung von Führungskräften des oberen und obersten Manage- ments - Vermittlung darstellender Künstlerinnen und Künstler - Akquise deutscher Expertinnen und Experten für internationale Organisationen und die Entwicklungszusammenarbeit - Stellenakquise für schwerbehinderte Akademikerinnen und Akademiker So erreichen Sie uns: Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) Villemombler Straße 76, Bonn Info-Center: Internet: Unser Service für Arbeitgeber Der Arbeitgeber-Service der Agenturen für Arbeit berät Unternehmen zu Personalfragen und unterstützt sie mit seinem umfangreichen Dienstleistungs- und Serviceangebot. So erreichen Sie uns: Telefon: * (Mo - Fr Uhr) persönlich: in Ihrer örtlichen Agentur für Arbeit Internet: *Der Anruf ist für Sie kostenfrei. KOMPETENT. VOR ORT.
118 Jetzt informieren: Bundesagentur für Arbeit
119
120 Herausgeber Bundesagentur für Arbeit Nürnberg Statistik/Arbeitsmarktberichterstattung Mai Druck: Bonifatius GmbH Karl-Schurz-Straße 26, Paderborn Einfach QR-Code mit Smartphone scannen.
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vollendetes Alter männlich weiblich 0 76,21 76,21 81,78 81,78 1 75,56 76,56 81,08 82,08 2 74,58 76,58 80,11 82,11 3 73,60 76,60 79,12 82,12 4 72,61 76,61 78,13 82,13 5 71,62 76,62 77,14 82,14 6 70,63 76,63
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