Mentorenprogramm. Fachbereich Wirtschaft
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- Jasper Ritter
- vor 9 Jahren
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1 Fachbereich Wirtschaft Mentorenprogramm Das Mentorenprogramm besteht aus dem Mentoring für die Studienanfänger und Studienanfängerinnen des Fachbereiches Wirtschaft und einer entsprechenden Ausbildung zum Mentor/zur Mentorin. Es stellt als Betreuungsangebot für Studienanfänger und Studienanfängerinnen sowie in seiner Qualität ein Alleinstellungsmerkmal dar, das den Fachbereich Wirtschaft sowohl an der Hochschule Bochum auszeichnet als auch von den wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten anderer Hochschulen der Region unterscheidet. I. Mentoring I.1. Ziel des Mentoring Das Mentoring hat das Ziel, die ca. 160 Studienanfänger und Studienanfängerinnen des Fachbereiches Wirtschaft beim Studieneinstieg zu unterstützen. Es dient dazu, sie durch eine frühzeitige Begleitung und Ansprache bestmöglich zu integrieren und damit spätere Studienabbrüche möglichst zu vermeiden. Es ist somit ein Instrument der Qualitätssicherung im Fachbereich Wirtschaft. Dabei stehen Mentoren und Mentorinnen aus höheren Semestern den Studienanfängern und Studienanfängerinnen in den ersten beiden Semestern als Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen zur Seite und leisten Orientierungshilfe in Form einer Hilfe zur Selbsthilfe. I.2. Dauer und Ablauf des Mentoring Die Betreuung der Studienanfänger und Studienanfängerinnen ist auf 2 Semester angelegt. Sie werden zum Studienbeginn in der Einführungswoche gruppenweise einem Mentor bzw. einer Mentorin zugeteilt. Die Mentoren und Mentorinnen betreuen die Studienanfänger und Studienanfängerinnen ihrer Gruppe im Rahmen der Erstsemesterwoche, machen sie mit den Einrichtungen der Hochschule und des Fachbereiches vertraut und begleiten sie während einer Projektarbeit. Danach bieten sie in regelmäßigen wöchentlichen Sprechstunden über zwei Semester ihre Unterstützung an und sind auch per mail für ihre Mentees kurzfristig erreichbar. Darüber hinaus organisieren sie im ersten Semester ca. einmal im Monat ein gemeinsames Treffen in ihrer Mentees-Gruppe und fördern so das Kennenlernen und den Erfahrungsaustausch untereinander.
2 II. Mentorenausbildung II.1. Ziel der Mentorenausbildung Um die Qualität der Betreuung zu gewährleisten, werden die Mentoren und Mentorinnen für ihre Tätigkeit ausgebildet und in ihrer Arbeit begleitet. Dabei werden sie nicht nur für ihren unmittelbaren Einsatz on the job geschult, sondern erhalten eine Grundausbildung im Coaching und erfahren regelmäßige Supervision. Die Ausbildung und Tätigkeit im Mentorenprogramm ermöglicht es den Mentoren und Mentorinnen Beratungs- und Führungskompetenzen zu entwickeln und auszubilden, die sowohl unmittelbar für ihre Mentorentätigkeit als auch mittelfristig im späteren Berufsleben von Nutzen sein werden. Über diesen Zusatznutzen soll die Tätigkeit der Mentoren und Mentorinnen honoriert werden. Eine weitere Vergütung der (in Anlehnung an studentische Hilfskräfte) erfolgt nicht. Diese sehr fundierte und umfangreiche Ausbildung dient der Sicherstellung einer qualitativ guten Begleitung der Studienanfänger und Studienanfängerinnen und honoriert dabei gleichzeitig den Einsatz der Mentoren und Mentorinnen. II.2. Zielgruppe Die Teilnahme am Mentorenprogramm richtet sich an Studierende der Bachelor- Studiengänge Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsingenieurwesen und Wirtschaftsinformatik im zweiten und dritten Semester. II.3. Ausbildungskonzept Die Mentoren und Mentorinnen sollen die Studienanfänger und Studienanfängerinnen unterstützen, die eigenen Fähigkeiten und Ressourcen für eigene Lösungswege einzusetzen. Damit die Mentoren und Mentorinnen diese Aufgaben erfolgreich und verlässlich übernehmen können, erhalten sie eine fundierte fachliche Ausbildung und werden in ihrer Tätigkeit supervisorisch begleitet. Die wesentliche Grundlage für einen erfolgreichen Begleitungsprozess ist eine tragfähige Beziehung zwischen dem Mentor/der Mentorin und dem Mentee. Diese Beziehung zu reflektieren ist ein wichtiges Lernfeld. Die Ausbildung ist daher prozessorientiert, d.h. die Ausbildungsgruppe ist ein Übungsfeld, das sich im Prozess entwickelt. Dieser Prozess wird in der Gruppe erfahren und reflektiert. In der Ausbildung lernen die Mentoren und Mentorinnen die Studierenden professionell zu begleiten, ihren eigenen, auf ihre Person abgestimmten Stil zu entwickeln,
3 und ihre eigene Identität als Mentor/Mentorin zu entwickeln. Die Entwicklung und Erweiterung der Kompetenzen der Mentoren und Mentorinnen in den folgenden Bereichen wird ermöglicht: Die Wahrnehmungsfähigkeit eigener und fremder Anteile (Ängste, Wünsche,...) wird geschärft und ermöglicht somit, die Mentees bei der Entwicklung eigener Lösungen zu begleiten. Es wird die Fähigkeit entwickelt, sich mit den Mentees ein Bild der jeweiligen Situation zu machen und die zur Verfügung stehenden Ressourcen zu erkennen. Die Ausbildung beinhaltet Schulungen, die sie unmittelbar auf ihren ersten Einsatz vorbereiten sowie eine umfassende Coaching-Ausbildung, die prozessual begleitend zu ihrer Mentorentätigkeit verläuft. Die Coaching-Ausbildung vermittelt den Mentoren und Mentorinnen die notwendigen Instrumente für das Mentoring, soziale Kompetenzen und Führungskompetenzen. Über den erfolgreichen Abschluss ihrer Grundausbildung im Coaching erhalten die Mentoren und Mentorinnen ein Zertifikat. Konkret setzt sich die Mentorenausbildung aus Schulungen, einem gruppendynamischen Training, diversen Workshops und Supervision zusammen. Die verschiedenen Methoden und Formen der Ausbildung dienen der Erlangung umfassender Schlüsselkompetenzen und sprechen unterschiedliche Lernbereiche an: So werden im Training u. a. Themen wie Nähe und Distanz, Konkurrenz, persönliche Stärken und Schwächen, Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung, Umgang mit Konflikten oder Rollenzuweisung und -klärung erlebbar und bearbeitet. In den Workshops stehen integrierte Theorie und Praxis im Vordergrund. Es geht um die Einübung von Schlüsselqualifikationen, um Reflexion und den Erfahrungsaustausch. In den Supervisionsgruppen wird die konkrete praktische Tätigkeit als Mentor/ als Mentorin reflektiert. Im Einzelnen umfasst die Ausbildung der Mentoren und Mentorinnen die folgenden Bausteine in chronologischer Reihenfolge: Gruppendynamisches Training Wirkung von Beziehungen in Gruppen (5 Tage + 1/2 Tag Vorbereitung) Die Mentoren und Mentorinnen setzen sich mit verschiedenen Formen von Gruppen auseinander und reflektieren die unterschiedlichen Rollen, die Men-
4 schen in Gruppen einnehmen. Sie beschäftigen sich mit gruppendynamischen Prozessen und lernen mit ihnen als Mentoren und Mentorinnen und Gruppenleitern und leiterinnen umzugehen. Zur Teambildung und zum besseren Verständnis der Dynamik in der eigenen Gruppe findet dieses Training extern, d.h. außerhalb der Hochschule als Lernort und außerhalb des sozialen Alltags der Teilnehmer und Teilnehmerinnen statt. Das Training wird durchgeführt von Trainern und Trainerinnen, die zertifiziert sind von der Deutschen Gesellschaft für Gruppendynamik und Organisationsdynamik (DGGO), und ist anerkannt von der Sektion Gruppendynamik im deutschen Arbeitskreis für Gruppendynamik und Gruppenpsychotherapie. Vorbereitung auf den Einsatz in der Erstsemesterwoche (1 Tag) Die Erfahrungen des gruppendynamischen Trainings werden auf den ersten Einsatz der Mentoren und Mentorinnen in der Erstsemesterwoche übertragen. Zudem werden die Studierenden konkret auf die Erstsemesterwoche vorbereitet. Bündelung und erste Erfahrungen mit dem Mentorat (1 Tag) Im Nachgang der Erstsemesterwoche werden an diesem Fortbildungstag die ersten Erfahrungen ausgetauscht und reflektiert sowie die Supervisionsgruppen gebildet. Workshop Meine Rolle als MentorIn (3 Tage) Wie die Mentoren/Mentorinnen bei der Begleitung der Studierenden vorgehen, wird sowohl von der eigenen Persönlichkeit und den individuellen Erfahrungen geprägt als auch von der eigenen Haltung zum Mentoring/Coaching bestimmt. Im Workshop wird in Übungen und anhand von Fallbeispielen das eigene handlungsleitende Konzept reflektiert. Zudem setzen sich die Studierenden mit Texten zum Thema Rolle auseinander und diskutieren die Aspekte und Aussagen im Hinblick auf ihre eigenen Erfahrungen. Workshop Diagnose im Coaching-Prozess (3 Tage) An konkreten Beispielen aus der Arbeit als Mentor/Mentorin werden Instrumente zu Diagnose und ressourcenorientiertem Vorgehen erarbeitet und eingeübt. Dazu werden im Vorfeld die Studierenden aufgefordert, ihre Betreuungsangebote und -prozesse unter verschiedenen Leitfragen zu beobachten. Ziel des Workshops ist es, die Probleme, die sich aus der Arbeit der Mentoren und Mentorinnen ergeben, zu erkennen, sie als Chance zu verstehen und
5 entsprechend zu nutzen. Wesentliche Bestandteile des Workshops sind daher auch der Umgang mit Kritik, Konfrontation und Konflikten. Workshop Methoden des Coaching und Abschluss (3 Tage) Die Mentoren und Mentorinnen lernen und trainieren verschiedene Methoden des Coachings wie Gesprächstechniken, Feedback, Rollenspiele, Konfrontation, Techniken zur Entlastung, zur Selbstreflexion und zur Förderung von Zielsetzungs- und Ordnungsprozessen. Daneben ist die Beratung per mail Inhalt des Workshops. Supervision Die Mentoren und Mentorinnen werden in ihrer Tätigkeit von Supervisoren und Supervisorinen in Kleingruppen begleitet. Pro Semester erhalten die Mentoren und Mentorinnen 4 Einheiten Gruppensupervision à 1,5 Stunden. Die Supervisoren und Supervisorinnen sind zertifiziert von der Deutschen Gesellschaft für Supervision e.v. (DGSv).
6 II.4. Auswahl der MentorInnen Studierende des zweiten und dritten Semesters können sich für eine Teilnahme am Mentorenprogramm bewerben. Für die Begleitung der ca. 160 StudienanfängerInnen sollte eine Gruppe von ca. 15 Mentoren und Mentorinnen zur Verfügung stehen. Die mit dem Mentorenprogramm verbundenen hohen persönlichen und zeitlichen Anforderungen an die Studierenden über drei Semester erfordern eine sorgfältige Auswahl der Bewerber und Bewerberinnen sowie ein Auswahlverfahren, das den interessierten Studierenden die Anforderungen und die Verbindlichkeit einer Teilnahme am Mentorenprogramm deutlich macht. Bewerbungen von Studierenden für eine Teilnahme am Mentorenprogramm müssen daher schriftlich erfolgen mit Lebenslauf, aktuellem Leistungsnachweis und einem Motivationsschreiben unter Angabe von Vorkenntnissen und Erfahrungen. Im Rahmen eines verbindlichen eintägigen Informations- und Auswahltages wird den Studierenden verdeutlicht, was von ihnen als zukünftige Mentoren und Mentorinnen erwartet wird, welche persönlichen Anforderungen an sie gestellt werden und welchen zeitlichen Umfang eine Teilnahme am Mentorenprogramm mit sich bringt. Dazu werden Gruppenübungen und Aufgaben gestellt, bei denen die Bewerber und Bewerberinnen von der Projektleiterin und der Ausbildungsleiterin beobachtet werden. Im Anschluss an den Informations- und Auswahltag erhalten die Bewerber und Bewerberinnen nochmals Gelegenheit, ihre Entscheidung für die Teilnahme am Mentorenprogramm zu überdenken. Auch die Projektleiterin und die Ausbildungsleiterin verständigen sich über die Bewerber und Bewerberinnen. Eine Zusage für eine Teilnahme am Mentorenprogramm erfolgt nur bei positiver Resonanz beider Seiten. Studierende, bei denen Zweifel hinsichtlich ihrer persönlichen Eignung oder zeitlichen Verfügbarkeit bestehen, erhalten eine Absage. II.5. Anrechnung der Mentorenleistung auf das Curriculum Die erfolgreiche Teilnahme am Mentorenprogramm wird bestätigt durch ein Zertifikat Grundlagen des Coachings. Wenn die Mentoren und Mentorinnen darüberhinaus noch einen Leistungsnachweis (z.b. Hausarbeit oder Präsentation) zu einem Bera-
7 tungsthema einreichen und bestehen, können sie sich ECTS-Punkte im Bereich Schlüsselqualifikationen anrechnen lassen.
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