Das Prismen- und Gitterspektrometer
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- Leon Schneider
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1 Physikalisches Praktikum für das Hauptfach Physik Versuch 3 Das Prismen- und Gitterspektrometer Wintersemester 005 / 006 Name: Mitarbeiter: Gruppe: Daniel Scholz Hauke Rohmeyer [email protected] B9 Assistent: André Holz Durchgeführt am: 10. Februar 006 Protokoll abgebeben: 14. Februar 006 Protokoll verbessert: Testiert:
2 1 Einleitung Bei der Spektrographie wird Licht in seine Wellenlängen aufgeteilt und die Intensität bzw. Existenz einzelner Wellenlängen gemessen. Durch die Analyse des Spektrums kann man zum Beispiel den Aufbau eines leuchtenden Gases feststellen. Bei diesem Versuch werden zwei Methoden der Spektrographie insbesondere nach ihrem Auflösungsvermögen verglichen. Eine Quecksilberdampflampe, deren Spektrum klar unterscheidbare Linien hat, wird hierbei als Lichtquelle verwendet. Theorie.1 Kohärentes Licht und Huygensches Prinzip Nach dem Huygenschen Prinzip ist jeder Punkt einer sich ausbreitenden Wellenfront Quelle einer Kugelwelle, einer so genannten Elementarwelle. Die Wellenfront breitet sich durch Überlagerung all dieser Elementarwellen aus. Beide Spektrographen verlangen die Arbeit mit kohärentem Licht, d.h. einzelne Lichtwellen dürfen keine Phasenverschiebung zueinander haben. Hierfür wird das Licht durch einen [infitisimal] kleinen Spalt gebündelt. Der Spalt ist dann nach dem Huygenschen Prinzip Quelle einer Elementarwelle, die natürlich keine Phasendifferenz zu sich selber haben kann. Durch eine zweite Linse entsteht ein paralleles Strahlbündel mit kohärentem Licht.. Auflösungsvermögen von Spektrometern Um das Auflösungsvermögen eines Spektrometers zu definieren, betrachtet man den Ablenkungswinkel γ in Abhängigkeit der Wellenlänge λ und definiert die Winkeldispersion D durch D = dγ dλ. (1) Um das Bild nun scharf zu bekommen, macht man den in das Spektrometer eintretenden Strahl möglichst schmal. Dabei tritt allerdings der Effekt eines Beugungsmuster auf. Für einen Lichtstrahl der Wellenlänge λ ist der Winkelabstand α zwischen dem nullten Beugungsmaximum und dem ersten Beugungsminimum nach (16) und (17) [siehe unten] gegeben durch α = λ N d α = λ. () N d Im Falle eines Prismas ist d hier die Breite des Spaltes und N = 1. Im Falle des Gitters ist d die Gitterkonstante und N die Anzahl der beleuchteten
3 3 Gitteröffnungen. Ein weiterer Lichtstrahl mit Wellenlänge λ + λ wird nun um den Winkel γ anders gebrochen, als der erste. Mit D = dγ/dλ kann man γ nähern durch γ γ = D λ = λ. (3) D Ist γ(λ) linear, so ist diese Näherung sogar exakt. Nach dem Rayleigh- Kriterium können zwei Linien eines Interferenzmusters noch aufgelöst werden, wenn das nullte Beugungsmaximum der einen Wellenlänge in das erste Beugungsminimum der anderen fällt. Es muss also gelten: γ α. Das Auflösungsvermögen A ist durch den Extremfall γ = α und A := λ λ definiert. Es gilt also nach () und (3) A = d α γ/d = N d D. (4).3 Prismenspektrometer Brechungsgesetz nach Snellius Die Geschwindigkeit des Lichtes ist abhängig von dem Medium in dem es sich ausbreitet. In dieser Tatsache liegt der Grund dafür, dass Licht an der Grenzfläche zwischen zwei Materialien gebrochen wird. Der Brechungsindex n eines Materials ist definiert durch n := c 0 c, (5) wobei c die Lichtgeschwindigkeit in dem Material und c 0 die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum ist. Im Allgemeinen ist c [und damit auch n] von der Wellenlänge λ abhängig.
4 4 Abbildung 1: Brechungsgesetz nach Snellius. Um das Snelliusche Brechungsgesetz herzuleiten, betrachten wir den Grenzübergang von einem Material mit geringerem Brechungsindex n 1 in ein Material mit höherem Brechungsindex n [es gilt also n 1 < n, siehe auch Abbildung 1]. Der Lichtstrahl habe die Wellenlänge λ 1 im ersten Medium und λ im zweiten. Er trifft mit Winkel α auf die Grenzfläche. Desweiteren sei T die Periodendauer der Lichtwelle. Es gilt also nach Gleichung (5) λ i = c 0 n i T für i = 1,. (6) Wir betrachten einen Zeitpunkt t 0, zu welchem ein Punkt der Wellenfront des Lichtstrahls gerade auf die Grenzfläche am Punkt A trifft. Und einen weiteren Punkt B, welcher in Ausbreitungsrichtung den Abstand λ 1 zur Grenzfläche hat. Nach der Zeit T hat sich B nach B bewegt und es gilt B B = λ 1. A kann sich aber nur bis zu einem Punkt A bewegen, bei welchem A A = λ gilt. Die Wellenfront liegt nun zwischen A und B und hat den Winkel β zur Grenzfläche. Aus Abbildung 1 geht hervor, dass ( π ) cos α A B = λ 1 und ( π ) cos β A B = λ gilt. Daraus folgt mit (6) n n 1 = λ 1 λ = cos ( π α) cos ( π β) = sin(α) sin(β). (7) Dies ist das Brechungsgesetz nach Snellius. Im Normalfall hängt der Brechungsindex eines Materials von der Wellenlänge λ ab. Daher schreiben wir auch n = n(λ). Verschiedene Wellenlängen werden also verschieden stark gebrochen.
5 5 Frauenhofersche Formel Ein Prisma ist ein Körper mit der Grundfläche eines gleichschenkligem Dreiecks. Der Winkel ε zwischen den gleichlangen Seiten nennt sich brechender Winkel. Die ihm gegenüber liegende Kante nennt sich Basis. Abbildung : Strahlengang durch ein Prisma. Abbildung zeigt den Strahlengang durch ein Prisma und definiert die Winkel α 1, α, β 1, β, ε und γ. Es gilt π = ε + π β 1 + π β ε = β 1 + β. (8) Damit folgt für den Gesamtablenkungswinkel γ γ = α 1 β 1 + α β = α 1 + α ε. (9) Soll γ minimal sein, muss also gelten 0 = dγ dα 1 = 1 + dα dα 1 Außerdem gilt immer wegen (8) β 1 = ε β dα dα 1 = 1. (10) dβ 1 dβ = 1. (11) Im Allgemeinen gilt wegen (7) für i = 1, sin(α i ) = n p sin(β i ) cos(α i )dα i = n p cos(β i )dβ i, wobei n p der Brechungsindex des Prismas ist und vorausgesetzt wurde, dass der Brechungsindex von Luft durch n Luft 1 angenähert werden kann. Division ergibt mit (10) und (11) cos(α 1 ) cos(α ) dα 1 dα = cos(β 1) cos(β ) dβ 1 dβ cos(α 1 ) cos(α ) = cos(β 1) cos(β ).
6 6 Mit (7) erhält man 1 sin (α 1 ) 1 sin (α ) = cos (α 1 ) cos (α ) = cos (β 1 ) cos (β ) = 1 sin (β 1 ) 1 sin (β ) = n p sin (α 1 ) n p sin (α ). Für n p 1 ist diese Gleichung nur für α 1 = α =: α erfüllt. Damit gilt natürlich auch β 1 = β =: β. Das bedeutet, dass das Prisma symmetrisch durchleuchtet wird. Für diesen einfach Fall folgt mit (8) ( ) γ + ε sin ( ε = sin(α) = n p sin(β) = n p sin. ) Also gilt die Frauenhofersche Formel n p = sin ( γ+ε) sin(ε/). (1) Dispersion und Auflösungsvermögen Man nennt dn/dλ die Dispersion des Materials. Gilt dn/dλ > 0, so wird die Dispersion normal genannt. Gilt dn/dλ < 0 bezeichnet man sie als anormal. Natürlich ist jetzt auch der Brechungswinkel γ für verschiedene Wellenlängen λ verschieden. Es gilt nach (1) und (1) D = dγ dλ = dγ dn ( = 1 cos ( γ+ε sin(ε/) ( ) dn dn 1 dλ = dn dγ dλ )) 1 dn dλ = sin(ε/) cos ( γ+ε) dn dλ. (13) Abbildung 3: Effektive Basislänge.
7 7 Abbildung 3 definiert die effektive Basislänge S eines Strahlengangs der Breite d durch ein Prisma. Für den Winkel φ zwischen ε/ und γ/ gilt φ = π ε + γ. Für die Länge l der vom Licht erfassten Prismakante gilt also Mit l ergibt sich für S l = d cos(π/ φ) = d cos ( ε+γ ). S = sin(ε/) l = sin(ε/) d cos ( ε+γ ) und somit sin(ε/) S = d cos ( ε+γ ). Mit (13) ergibt sich nach (4) für das Auflösungsvermögen A Prisma des Prismas A Prisma 3 Gitterspektrometer 3.1 Beugung = D d = S dn dλ. (14) Schickt man kohärentes Licht auf ein Gitter mit Gitterkonstante d [der Abstand zwischen zwei Öffnungen], so geht von jeder [vereinfacht infitisimal kleinen] Gitteröffnung nach dem Huygensches Prinzip eine Kugelwelle aus. Diese Kugelwellen interferieren miteinander und erzeugen ein Beugungsmuster. Damit die Interferenz positiv ist, muss der Gangunterschied zweier aus benachbarten Lücken kommenden Lichtstrahlen ein Vielfaches der Wellenlänge λ sein [siehe auch Abbildung (4)]. Abbildung 4: Beugung am Gitter.
8 8 Die Winkel, unter denen konstruktive Interferenz stattfindet werden Hauptmaxima genannt. Für den Winkel γ k des k-ten Hauptmaximums gilt also sin(γ k ) d = k λ. (15) Wir betrachten nun den Fall, dass der Gangunterschied λ/n ist, wobei N die Anzahl der beleuchteten Gitteröffnungen ist. Nummerieren wir die Gitteröffnungen von einer Seite zur anderen aufsteigend mit 1... N. Für jede Öffnung k N/ gibt es nun eine Öffnung k + N/. Zwischen diesen Öffnungen ist der Gangunterschied N λ N = λ. Die beiden Öffnung löschen sich also destruktiv aus. Damit interferieren alle Kugelwellen destruktiv. Diese Winkel werden Hauptminima genannt. Es gilt für den Winkel β k des k-ten Hauptminimums sin(β k ) d = k λ N. (16) Wenn man einen Einzelspalt der Breite d betrachtet, kann man ihn mit einem Gitter mit zwei Öffnungen [die beiden Hälften des Spaltes] vergleichen. Die Gitterkonstante ist dann d/. Die Anzahl N der Öffnungen ist. Somit gilt mit der Näherung sin(γ) γ für den Winkel γ des ersten Beugungsminimums γ d = λ γ d = λ. (17) Diese Beziehung wurde weiter oben benutzt. Auflösungsvermögen Nach (1) und (15) gilt mit der Näherung sin(γ) γ für die Winkeldispersion D k des k-ten Hauptmaximums D k = d k dλ d λ = k d. Damit gilt bei Betrachtung des k-ten Hauptmaximums für das Auflösungsvermögen des Gitters 4 Durchführung 4.1 Prismenspektrometer A Gitter,k = D k N d = N k. (18) Mit der Kondensorlinse, einem Beleuchtungsspalt und einer zweiten Linse wird das Licht der Hg-Dampflampe parallel auf eine dritte Linse gerichtet,
9 9 welche den Beleuchtungsspalt scharf auf das Okular abbildet. Das Okular wird auf den durchgehenden Strahl eingestellt. Dann werden alle Abstände auf der optischen Achse notiert. Nacheinander wird jedes der drei verwendeten Prismen [Kronglas, leichtes Flintglas, schweres Flintglas] in den Strahlengang gebracht, wobei folgende Schritte durchgeführt werden: ( 1 ) Der Ablenkwinkel einer der gelben Linien wird bestimmt. ( ) Mit dem Feintrieb wird die Winkeldifferenz zur grünen Linie bestimmt. ( 3 ) Der Abstand zwischen Okular und der dritten Linse wird notiert. ( 4 ) Ein zweiter Spalt wird zwischen die zweite Linse und das Prisma gebracht und der einfallende Strahl wird verkleinert, bis die beiden gelben Linien des Spektrums nicht mehr voneinander zu trennen sind. ( 5 ) Der zweite Spalt wird bei geradem Strahlengang an die Stelle des ersten gebracht und ein Rotfilter wird eingesetzt. Nun wird die Breite der roten Linie mit dem Feintrieb über das Okular bestimmt. Die Prismen sind alle gleichseitig mit einer Basislänge von 6 cm. 4. Gitterspektrometer Der Aufbau entspricht dem des Prismenspektrometers, wobei statt der Prismen ein Glasgitter [Breite b = 1, 5 cm] verwendet wird. Die folgenden Messungen werden jeweils für die erste, vierte und achte Ordnung durchgeführt: ( 1 ) Die Ablenkungswinkel der gelben, grünen und violetten Doppellinie werden bestimmt. ( ) Die Winkeldifferenz zwischen den gelben Linien und zwischen einer gelben und der grünen werden bestimmt. ( 3 ) Vor das Gitter werden verschiedene Spalte mit fester Breite gesetzt. Diejenige Spaltbreite wird notiert, bei der die gelben Linien nicht mehr voneinander zu trennen sind. 5 Auswertung 5.1 Das Prismenspektrometer Strahlengänge Abbildung 5 zeigt die Strahlengänge im Versuch.
10 10 Abbildung 5: Strahlengang. Der obere Teil stellt den Verlauf für die Messung mit dem Prisma dar, der untere Teil zeigt den Strahlengang bei der Bestimmung der Spaltbreite. Wellenlängen der Emissionslinien von Quecksilber In Tabelle 1 ordnen wir den [für unsere Auswertung relevanten] Wellenlängen der Emissionslinien von Quecksilber Indizes zu, so dass wir im Folgenden auf diese referenzieren können. Wellenlänge Farbe λ 1 = 579, 07 nm gelb λ = 576, 96 nm gelb λ 3 = 546, 07 nm grün λ 4 = 407, 78 nm violett Tabelle 1: Beobachtete Emissionslinien von Quecksilber. Ablenkwinkel Ohne das Prisma im Strahlengang haben wir den Drehtisch in Nullage gedreht und den Spalt mit dem Feintrieb im Fadenkreuz des Okulars zentriert. Somit müssen wir die Ablenkwinkel der gelben Linie ϕ 1 nicht um ihre Nullposition korrigieren. Da der Nonius eine Skala von 0, 1 hat, gehen wir von einem Ablesefehler von σ ϕ1 = 0, 05 aus.
11 11 Durch einfache Geometrieüberlegungen ergibt sich der Unterschied des Ablenkungswinkel ϕ 1,3 zwischen der gelben und der grünen Linie durch ( ) F0 F 1 ϕ 1,3 = arctan, d wobei F 0 und F 1 die Nullposition und die eingestelle Position des Feintriebs sind und d der Abstand zwischen dem Okuluar und Linse 3. Wir nehmen an, dass σ d = 5 mm gilt. Den Fehler des Feintriebes vernachlässigen wir. Der Fehler des Unterschieds des Ablenkwinkels berechnet sich dann durch das Gesetz der Fehlerfortpflanzung mit ( ) σ ϕ1,3 = σd ϕ1,3 σ d F 0 F 1 = ( ). d d 1 + F 0 F 1 d Somit gilt nach der Fehlerfortpflanzung σ ϕ3 = σ ϕ1 + σ ϕ1,3. Tabelle zeigt die berechneten Ablenkungswinkel. ϕ 1 [ ] σ ϕ1 [ ] ϕ 1,3 [ ] ϕ 3 [ ] σ ϕ3 [ ] Kronglas 38,90 0,05 0,13 39,03 0,06 leichtes Flintglas 48,50 0,05 0,31 48,81 0,06 schweres Flintglas 60,00 0,05 0,44 60,44 0,06 Tabelle : Ablenkungswinkel der Prismenspekrometer. Winkelabstand der gelben Linien Wir nehmen an, dass die Winkeldispersion konstant ist. Dann gilt Daraus folgt ϕ 1, λ 1, = const. = ϕ 1,3 λ 1,3. ϕ 1, = ϕ 1,3 λ 1,3 λ 1, = λ 1 λ λ 1 λ 3 ϕ 1,3. Der zugehörige Fehler ergibt sich mit der Fehlerfortpflanzung zu σ ϕ1, = σ ϕ1,3 λ 1 λ λ 1 λ 3, dabei haben wir die Wellenlängen der Emissionslinen als exakt angenommen. In Tabelle 3 stellen wir unsere Ergebnisse dar.
12 1 Kronglas leichtes Flintglas schweres Flintglas ϕ 1, [ ] 0, 008 ± 0, 001 0, 00 ± 0, 001 0, 07 ± 0, 001 Tabelle 3: Winkelabstand der gelben Emissionslinien. Winkeldispersion der Prismen Mit der Winkeldifferenz ϕ 1,3 berechnen wir die Winkeldispersion der drei Prismen. Es gilt D = ϕ 1,3 λ 1,3. Durch die Angaben des Herstellers 1 über die Winkeldispersion ε = ε F ε C, wobei ε F der Austrittswinkel einer Welle mit λ = 480 nm und ε C derjenige für eine Welle mit λ = 643, 8 nm ist, können wir Vergleichswerte berechnen. In Tabelle 4 stellen wir die berechneten Werte der Winkeldispersion zusammen. Dabei bezeichnen die mit H. gekennzeichneten Spalten die Herstellerangaben. Hinter den herkömmlichen Namen der Prismen sind die Materialbezeichnungen des Herstellers vermerkt. D [ rad rad m ] H. ε H. D [ m ] Kronglas [N-BK7] ± leichtes Flintglas [N-F] ± schweres Flintglas [N-SF10] 3064 ± Tabelle 4: Winkeldispersionen der Prismenspekrometer. Dispersion der Prismen Stellt man (13) nach dn/dλ um, so erhält man einen direkten Zusammenhang zwischen der Dispersion und der Winkeldispersion. Es gilt dn dλ = D cos((ϕ + ε)/) sin(ε/) Dabei ist ε = 60 der brechende Winkel des Prismas und ϕ der Gesamtablenkungswinkel. Die berechneten Werte stellen wir in Tabelle 5 zusammen d05.pdf, aufgerufen am
13 13 D [ rad m ] ϕ 1 [ ] dn dλ [mm 1 ] H. dn dλ [mm 1 ] Kronglas , ± leichtes Flintglas , ± schweres Flintglas ± Tabelle 5: Dispersionen der Prismenspekrometer. Auflösungsvermögen Um das Auflösungsvermögen der Prismenspektrometer bestimmen zu können, müssen wir zunächst die Breite desjenigen Spaltes berechnen, bei dem die beiden gelben Linien gerade noch voneinander unterscheidbar waren. Die Vergrößerung V unseres System ergibt sich durch V = Bildweite Gegenstandsweite = f 3 f Okular f. Da wir die Brennweite des Okulars nicht kennen, setzen wir d := f 3 f Okular, wobei d der Abstand zwischen Linse 3 und dem Okular ist. Da weiterhin der von uns verwendete Spalt nicht richtig funktionierte, haben wir nur einen Wert für das schwere Flintglas erhalten. Der Fehler der Vergrößerung ergibt sich durch σ V = σ d. f Wir nehmen f als exakt an und schätzen σ d = 5 mm. Damit erhalten wir V = 35, 4 cm/35 cm 1, 01 ± 0, 0. Wir maßen eine Breite von B = 0, 89 mm, somit ergibt sich die wahre Spaltbreite B zu B = V B = 0, 90 ± 0, 0 mm. Wieder ergibt sich der Fehler durch die Fehlerfortpflanzung, wobei wir σ B vernachlässigen. Die theoretische Auflösung A theor. berechnet sich nach (14) mit A theor. = S dn dλ = B sin(ε/) cos ( ε+ϕ) dn dλ. Dabei ist ε = 60 der brechende Winkel des Prismas und ϕ der Gesamtablenkungswinkel. Der zugehörige Fehler berechnet sich nach der Fehlerfortpflanzung zu σ Atheor. = σ B ( ) A ( ) A B + σ Disp. Disp. + σϕ ( ) A. ϕ
14 14 Wir erhalten ein theoretisches Auflösungsvermögen von A theor. = 07, 3 ± 4, 6. Das tatsächliche Auflösungsvermögen, d.h. das Auflösungsvermögen, welches das Prismenspektrometer mindestens hat, berechnet sich durch A mind. = λ λ. Dies bedeutet, dass Licht mit der Wellenlänge λ gerade noch von Licht der Wellenlänge λ+ λ zu unterscheiden ist. Wir haben die beiden gelben Linien voneinander unterscheiden können, und somit gilt A mind. = λ 1 λ 1 λ = 74, 5. Wir bemerken, dass das theoretische Auflösungvermögen kleiner ist, als das tatsächliche. Dies sollte nicht der Fall sein. Darum berechnen wir das theoretische Auflösungsvermögen noch einmal mit den Herstellerangaben der Dispersion und erhalten A H. theor. = 34,. Dieser Wert erscheint uns realistischer. Maximal erreichbares Auflösungsvermögen Wir hatten die theoretische Auflösung durch A theor. = S dn dλ berechnet. Nehmen wir nun an, dass die gesamte geometrische Basislänge von S = 6 cm ausgeleuchtet wird, so erhalten wir die maximalen Auflösungsvermögen des Prismensprektrometers. Die kleineste noch trennbare Wellenlängendifferenz, die im Bereich des gelben Lichts noch aufgelöst werden kann, ergibt sich dann durch λ min. = λ 1 A max.. Die folgende Tabelle zeigt unsere Ergebnisse. Kronglas leichtes Flintglas schweres Flintglas A max λ min. [nm] 0, , ,04191
15 15 5. Das Gitterspektrometer Ablenkwinkel Analog zu 5.1 berechnen wir die Ablenkungswinkel. Wir konnten die gelben Emissionslinien in der 1. Ordnung nicht unterscheiden und geben somit keinen Wert für ihre Winkeldifferenz an. Wir stellen unsere Ergebnisse in Tabelle 6 dar. Der Fehler ist jeweils 0, 05. Ordnung ϕ 1 [ ] ϕ 3 [ ] ϕ 4 [ ] ϕ 1, [ ] ϕ 1,3 [ ] 1 3,3 3,15,3-0, ,4 1,6 10 0,1 0,8 8 31,35 9,45 8,65 0,15 1,9 Tabelle 6: Ablenkwinkel beim Gitterspektrometer. Gitterkonstante Es gilt sin ϕ max. = kλ a, dabei ist sin ϕ max. der Ablenkwinkel, unter welchem ein Beugungsmaximum zur Wellenlänge λ in der k-ten Ordnung auftritt, und a die Gitterkonstante. Somit folgt kλ a =. sin ϕ max. Für den Fehler gilt σ a = σ ϕmax. ( a ϕ max. ) = σ ϕmax. λk cos(σ ϕmax. ) sin(σ ϕmax. ). Bei der Berechnung der Gitterkonstante aus den Winkeldifferenzen der gelben und grünen Linien gilt analog a = k λ sin ϕ max.. (19) Auch der Fehler berechnet sich auf gleiche Art und Weise wie bei den totalen Ablenkungswinkeln. Unsere berechneten Werte stellen wir in Tabelle 7 zusammen. Alle Angaben sind in µm. Aus Gründen, die wir weiter unten Peter Schaaf (005): Das Physikalische Praktikum. Universitätsdrucke Göttingen, Seite 171.
16 16 1. Ordnung 4. Ordnung 8. Ordnung ϕ 1 10, 04 ± 0, 1 9, 98 ± 0, 04 8, 89 ± 0, 01 ϕ 3 9, 94 ± 0, 16 10, 01 ± 0, 04 8, 89 ± 0, 01 ϕ 4 10, 16 ± 0, 9, 39 ± 0, 05 6, 8 ± 0, 01 ϕ 1, - 4, 84 ±, 4 6, 45 ±, 15 ϕ 1,3 1, ± 4, 9, 15 ± 0, 59 7, 71 ± 0, 1 Tabelle 7: Gitterkonstante in µm. erläutern werden, benutzen wir nur die Werte aus der 1. und 4. Ordnung, um den gewichteten Mittelwert der Gitterkonstante zu berechnen. Wir erhalten a = 9, 86 ± 0, 03 µm. Wellenlängendifferenz der gelben Emissionslinien Stellen wir (19) nach λ um, so können wir bei gegebener Gitterkonstante den Wellenlängenabstand zwischen den beiden gelben Emissionslinien berechnen. Es gilt λ 1, = a sin( ϕ 1,), k mit den gleichen Bezeichnungen wie oben. Der Fehler ergibt sich durch ( ) sin( ϕ1, σ λ1, = σa ) ( ) a + + σ ϕ cos( ϕ1, ) k 1,. k Wir erhalten in der 4. Ordnung eine Wellenlängendifferenz von λ (4) 1, = 4, 3 ±, nm und in der 8. Ordnung λ (8) 1, = 3, ± 1, 1 nm. Der Literaturwert 3 liegt bei, 1 nm und somit in unserem Fehlerbalken. Da wir grade schon so gut dabei sind, sonst nichts zu tun haben und diese 3 Peter Schaaf (005): Das Physikalische Praktikum. Universitätsdrucke Göttingen, Seite 173.
17 17 Auswertung auch sonst nicht zu lange dauert, berechnen wir abweichend vom Praktikumnsskript auch noch die Wellenlängendifferenz zwischen der gelben und der grünen Emissionslinie. Wir erhalten in der 4. Ordnung eine Wellenlängendifferenz von λ (4) 1,3 = 34, 4 ±, nm und in der 8. Ordnung λ (8) 1,3 = 40, 8 ± 1, 1 nm. Der Literaturwert 4 liegt bei 33 nm und somit leider nur bei der Messung in der 4. Ordnung in unserem Fehlerbalken. Auflösungsvermögen Das tatsächliche Auflösungsvermögen, d.h. das Auflösungsvermögen, welches das Gitterspektrometer mindestens hat, berechnet sich analog zu dem tatsächlichen Auflösungsvermögen des Prismensprektrometers. Es gilt A mind. = λ 1 λ 1 λ = 74, 5. Das theoretische Auflösungsvermögen in der k-ten Ordnung wird nach (18) durch = N k A theor. berechnet. Dabei ist N die Anzahl der beleuchteten Spalte. Es gilt N = B/a, wobei a die Gitterkonstante und B die Breite der Spaltblende ist, bei welcher die beiden gelben Emissionslinien gerade noch zu unterscheiden waren. Somit folgt A theor. = N k = kb a. Der zugehörige Fehler berechnet sich durch Wir erhalten in der 4. Ordnung σ Atheor. = σ abk a. A (4) theor. = 304 ± 1 und in der 8. Ordnung A (8) theor. = 609 ±. 4 Peter Schaaf (005): Das Physikalische Praktikum. Universitätsdrucke Göttingen, Seite 173.
18 18 Das theoretische Auflösungsvermögen ist wie erwartet größer als das tatsächliche. Das maximal erreichbare Auflösungsvermögen in der 1. Ordnung ergibt sich, wenn das gesamte Gitter der Breite B = 1, 5 cm ausgeleuchtet wird. Es ergibt sich A max. = 151. Wellenlänge der violetten Emissionslinie Die Wellenlänge der violetten Emissionslinie erhalten wir durch λ 4 = a sin(ϕ 4) k mit denselben Bezeichnungen wie oben. Der Fehler ergibt sich durch, σ λ4 = (σa ) sin(ϕ 4 ) ( ) σϕ4 a cos(ϕ 4 ) +. k k In Tabelle 8 stellen wir unsere Ergebnisse zusammen. Der Literaturwert 5 Ordnung λ 4 [nm] 396 ± ± ± Tabelle 8: Wellenlänge der violetten Emissionslinie. liegt bei 407, 78 nm. Somit liegt unser Wert der 1. Ordnung im gewünschten Bereich, der Wert der 4. Ordnung noch in akzeptablem Abstand. Der Wert der 3. Ordnung liegt jedoch völlig daneben und wir erkennen durch Rückwärtsrechnen, dass wir wohl nicht die 8. sondern eher die 11. Ordnung ausgemessen haben. Deswegen haben wir auch weiter oben bei der Berechnung der Gitterkonstante die Werte für die 8. Ordnung außer Acht gelassen. 6 Diskussion Allgemeine Anmerkungen Die berechneten Werte sind alle mehr oder weniger zufriedenstellend. Die meisten Schwierigkeiten lagen bei der Justierung des Versuchsaufbaus. Die 5 Peter Schaaf (005): Das Physikalische Praktikum. Universitätsdrucke Göttingen, Seite 173.
19 19 so verlorene Zeit hat ganz offensichtlich unsere Motivation für genaue Messungen verringert. Doch das Praktikumsskript 6 weist insbesondere bei diesem Versuch massive Lücken bei der Versuchsdurchführung auf, was die zu messenden Größen betrifft. Auch Literaturwerte vermisst man schmerzlich. Immer auf Vorgängerprotokolle angewiesen zu sein, kann auch seine Tücken haben. Natürlich hat man in der Forschung auch keine Literaturwerte zur Verfügung, doch ich denke, dass man bei einem Versuch, bei dem alle Ergebnisse aufeinander aufbauen, ruhig solch eine Stütze geben kann. Auflösungsvermögen Die theoretischen Auflösungsvermögen von Prismen- und Gitterspektrometer stimmen ungefähr überein. Das Auflösungsvermögen in den höheren Ordnungen des Gitterspektrometers ist jedoch sehr viel höher. Die maximalen erreichbaren Werte für das Auflösungsvermögen sind im Experiment nicht erreichbar. Die Intensität der Emissionslinien ist dafür viel zu schwach. Das tatsächliche Auflösungsvermögen sagt viel mehr über den Versuchsaufbau aus, da wir oft schon Schwierigkeiten hatten die beiden gelben Linien zu unterscheiden. Eigene Kommentare [Auswertung erinnert an Messung großer Widerstände: Viel, viel Rumgerechne, wobei der Sinn nur teilweise erkannt wurde. Durch ständiges Nachjustieren hat auch der Versuch ansich null Spaß gemacht.] Daniel [Der Versuch war nach der Justierung des Strahlengangs fix durchgeführt. Die Auswertung hat viel zu lange gedauert. Der didaktische Sinn der Auswertung blieb mir auch unbekannt. Es war viel zu viel rumgerechne. Man hätte die Auswertung wirklich auf einige interessante Punkte kürzen können, um somit die Motivation der Praktikanten hochzuhalten. So finde ich es zum Beispiel völlig übertrieben die Gitterkonstante nicht anzugeben, zumal man diese Angaben vom Hersteller beziehen kann. Viel spannender wäre es bei gegebener Gitterkonstante lediglich die Wellenlängen der Emissionslinien auszurechnen. Ist dies nicht der eigentliche Sinn eines Spektrometers?] Hauke 6 Peter Schaaf (005): Das Physikalische Praktikum. Universitätsdrucke Göttingen, Seite
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