WENN DER PC ZUM PROBLEM WIRD PATHOLOGISCHER PC-GEBRAUCH

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1 WENN DER PC ZUM PROBLEM WIRD PATHOLOGISCHER PC-GEBRAUCH Vortrag im Rahmen der Reihe Mir Erfolg durch s Studium Dipl.-Psych. Michael Cugialy ZE Studienberatung und Psychologische Beratung Freie Universität Berlin

2 Wieviel Zeit verbringen Sie im Schnitt am Tag an Ihrem Rechner? Recherche / Informationssuche? Spiele? Onlinespiele? Chatten? (zielloses) Herumsurfen? Facebook, Twitter, StudiVZ?, SchülerVZ? Ebay? Youtube? Zeit gesamt?

3 Was macht Internet so faszinierend? Zugang rund um die Uhr, keine Wartezeiten, keine Bedürfnisaufschiebung Fast unbegrenztes Angebot Anonymität Experimentieren mit Identität(-en) Erleben von Anerkennung, Erfolg, Kontrolle, Zugehörigkeit etc. Beim Surfen werden räumliche Grenzen aufgehoben, das zeitliche Erleben wird verändert (Ähnlichkeit zu Rauschzuständen) Zitiert nach: Schweizerische Fachstelle für Alkohol und Drogenprobleme

4 Warum verliere ich soviel Zeit am PC? Will ich etwas anderes kompensieren? Will ich mich vor einer wichtigen Arbeit drücken (Prokrastination)? Ablenkung? Aufschieben? Habe ich eine Tendenz zu pathologischen PC- Gebrauch (umgangssprachlich Onlinesucht o.ä.)?

5 Warum verliere ich soviel Zeit am PC? Will ich etwas anderes kompensieren? Will ich mich vor einer wichtigen Arbeit drücken (Prokrastination)? Ablenkung? Aufschieben? Habe ich eine Tendenz zu pathologischen PC- Gebrauch (umgangssprachlich Onlinesucht o.ä.)?

6 Warum verliere ich soviel Zeit am PC? Will ich etwas anderes kompensieren? Will ich mich vor einer wichtigen Arbeit drücken (Prokrastination)? Ablenkung? Aufschieben? Habe ich eine Tendenz zu pathologischen PC- Gebrauch (umgangssprachlich Onlinesucht o.ä.)?

7 Behindert das Internet meine tägliche Arbeit? Prinzipiell sind die meisten studentischen Arbeiten zunächst eher aversiv. Lernen Hausarbeiten Vorträge und Referate vorbereiten Recherche

8 Behindert das Internet meine tägliche Arbeit? Generell werden willkommene Ablenkungen gerne genutzt!

9 Umgang mit Aufschieben Buchtip Hans-Werner Rückert Schluss mit dem ewigen Aufschieben Campus Verlag

10 Umgang mit Aufschieben Gründe und Mechanismen des Aufschiebens Umgang mit negativen Gefühlen (Scham, Ärger ) Strategien gegen Aufschiebeverhalten: Zielsetzung, Planen Zeitmanagement Hans-Werner Rückert Schluss mit dem ewigen Aufschieben

11 Umgang mit Ablenkung Zunächst: - Es ist immer ratsam, den Arbeitsplatz und das Privatleben zu trennen! - Nutzen Sie die gut ausgestatteten Bibliotheken! - Wenn Sie zu Hause arbeiten wollen, wählen Sie einen Arbeitsplatz, an dem kein Rechner steht.

12 Umgang mit Ablenkung Wenn Sie am Rechner arbeiten müssen: - wählen Sie einen Laptop und arbeiten Sie in der Bibliothek - Sie brauchen in der Regel KEIN wireless- Lan in der Bibliothek, Sie können also auch auf einen Account verzichten - meist brauchen Sie für Hausarbeiten oder Prüfungsvorbereitungen kein Internet.

13 Umgang mit Ablenkung Wenn Sie am Rechner arbeiten müssen: - Benutzen Sie getrennte Rechner für die Recherche (zum Beispiel die Rechner im Rechenzentrum) - und zum Schreiben Ihrer Hausarbeit (ihr Internetloser PC zu Hause oder ein Laptop in der Bilbiothek)

14 Umgang mit Ablenkung InternetExplorer oder FireFox manipulieren - bestimmte Zeitfresser-Seiten sperren. Problem: da man diese Seiten selbst sperrt, weiß man auch selbst, wie man sie wieder entsperrt. höchstens ein psychologischer Hinweis!

15 Umgang mit Ablenkung Versuchen Sie die 50/50/30-Regel 50 Minuten arbeiten, 10 Minuten Pause 50 Minuten arbeiten, 10 Minuten Pause 50 Minuten arbeiten, 30 Minuten Pause. In der Arbeitszeit ist auch nur Arbeiten erlaubt!

16 Warum verliere ich soviel Zeit am PC? Will ich etwas anderes kompensieren? Will ich mich vor einer wichtigen Arbeit drücken (Prokrastination)? Ablenkung? Aufschieben? Habe ich eine Tendenz zu pathologischen PC- Gebrauch (umgangssprachlich Onlinesucht o.ä.)?

17 Das Internet beschäftigt mich; ich denke daran, auch wenn ich offline bin. Ich brauche immer mehr Zeit im Internet, um zufrieden zu sein. Ich bin unfähig, meinen Internet-Gebrauch zu kontrollieren. Ich werde unruhig und reizbar, wenn ich versuche, meinen Internetkonsum einzuschränken oder darauf zu verzichten. Das Internet ist für mich ein Weg, um vor Problemen zu fliehen oder schlechtes Befinden (Hilflosigkeits- oder Schuldgefühl, Angst, Depression) zu bessern. Ich lüge meiner Familie oder Freunden gegenüber, um das Ausmaß meiner Beschäftigung mit dem Internet zu verbergen. Ich habe schon Arbeit, Ausbildungs- oder Karrieremöglichkeiten oder zwischenmenschliche Beziehungen wegen des Internets in Gefahr gebracht. Ich gehe ins Netz, auch wenn ich exzessive Gebühren zahlen muss. Ich bekomme im Offline-Zustand Entzugserscheinungen. Ich bleibe immer wieder länger online, als ich mir vorgenommen habe.

18 3 Typen des (pathologischen) Internetgebrauchs Gaming Online-Rollenspiele Ego-Shooter Chatting Surfing Ausuferndes zielloses Sammeln von Musikdateien, Reisezielen, Filmen

19 Betroffen meist: Junge männliche Erwachsene (27Jahre!) Gravierende Alltagsbeeinträchtigungen Berufliche Leistungsfähigkeit Langfristig: Gefühl von Einsamkeit Depression

20 Risikogruppen Arbeitslose Pensionierte Hausfrauen Studierende

21 Risikogruppen Arbeitslose Pensionierte Hausfrauen Studierende Warum eigentlich?

22 Diagnostisches Exzessive PC/Internet-Aktivität (>30h/Woche, schuloder berufsfremd) Überwertiges Immersionserleben mit Wunsch nach Anerkennung durch virtuelle Partner Identitätsdiffusion Ich-Syntonie Defizit sozialer Interaktionfähigkeit Sozialer Rückzug, sozialphobische Vermeidungstendenzen Negative körperliche, psychische und soziale Folgen Hohe psychische Komorbidität (Depression, Angst, Sucht)

23 Alle folgenden Kriterien (1 5) müssen vorliegen: 1. Ständige gedankliche Beschäftigung mit dem Internet Gedanken an vorherige Online-Aktivitäten oder Antizipation zukünftiger Online-Aktivitäten. 2. Zwangsläufige Ausdehnung der im Internet verbrachten Zeiträume, um noch eine Befriedigung zu erlangen. 3. Erfolglose Versuche, den Internetgebrauch zu kontrollieren, einzuschränken oder zu stoppen. 4. Ruhelosigkeit, Launenhaftigkeit, Depressivität oder Reizbarkeit, wenn versucht wird, den Internetgebrauch zu reduzieren oder zu stoppen. 5. Längere Aufenthaltszeiten im Internet als ursprünglich intendiert. Zumindest eines der folgenden Kriterien (6 8) muss vorliegen: 6. Aufs-Spiel-Setzen oder Riskieren einer engen Beziehung, einer Arbeitsstelle oder eines beruflichen Angebots wegen des Internetgebrauchs. 7. Belügen von Familienmitgliedern, Therapeuten oder anderen, um das Ausmaß des Internetgebrauchs und die Verstrickung mit dem Internet zu verbergen. 8. Internetgebrauch als ein Weg, Problemen auszuweichen oder dysphorische Stimmungen zu erleichtern (wie Gefühle von Hilflosigkeit, Schuld, Angst, Depression). Young (1996), Beard (2001); zit. Nach te Wildt (2009)

24 GAMING-Typ Chatting-Typ Dysfunktionales Surfing-Typ

25 Therapiekonzepte

26 Therapiekonzepte

27 Therapieansätze Abbau persönlicher Probleme Selbstabwertung Antriebsverlust Misserfolgsorientierung Hilflosigkeit

28 Therapieansätze Abbau persönlicher Probleme Verständnis für auslösende und aufrechterhaltende Bedingungen des pathologischen PC-/bzw. Internetgebrauchs Alternativen zu PC/-Internet-Konsum

29 Therapieansätze Anleitung zu einem normalen PC-Gebrauch Notfallkoffer Genaues Planen von PC-Aktivität (was habe ich heute vor? was sind meine Ziele?) Account-Abmeldung bei Online-Rollenspielen spätestens ab 1. Hälfte der Therapie Lösung der emotionalen Bindung zum Avatar Entfernung der Computerspiele aus dem Haushalt, Abos von Zeitschriften über Computerspiele abbestellen Löschen bestimmter ICQ-Listen

30 Teufelskreismodell Soziale Unsicherheit Mangelnde soziale Erfahrung Soziale Ängste Sozialer Rückzug Aktivität am PC Negative Gefühle wenn offline Erfolg / Anerkennung über Avatar

31 Abstinenz / Therapiemotivation Zur Therapie ist Bereitschaft wichtig Spielaccount löschen V.a. in den ersten drei Wochen sollte diese Bereitschaft entstehen Umgang mit Rückfällen

32 Drogen vs. Online Unterschiede Internet ist kostengünstig und verfügbar Internet hat ein gutes Image Internet: Kein Risiko der Toxizität, aber Gemeinsamkeiten neuronale Veränderungen Bagatellisierung durch Betroffene Verdrängung

33 Was kann ich machen, wenn ich merke, dass ich zuviel Zeit am PC verbringe? Das Internet beschäftigt mich; ich denke daran, auch wenn ich offline bin. Ich brauche immer mehr Zeit im Internet, um zufrieden zu sein. Ich bin unfähig, meinen Internet-Gebrauch zu kontrollieren. Ich werde unruhig und reizbar, wenn ich versuche, meinen Internetkonsum einzuschränken oder darauf zu verzichten. Das Internet ist für mich ein Weg, um vor Problemen zu fliehen oder schlechtes Befinden (Hilflosigkeitsoder Schuldgefühl, Angst, Depression) zu bessern. Ich lüge meiner Familie oder Freunden gegenüber, um das Ausmaß meiner Beschäftigung mit dem Internet zu verbergen. Ich habe schon Arbeit, Ausbildungs- oder Karrieremöglichkeiten oder zwischenmenschliche Beziehungen wegen des Internets in Gefahr gebracht. Ich gehe ins Netz, auch wenn ich exzessive Gebühren zahlen muss. Ich bekomme im Offline-Zustand Entzugserscheinungen. Ich bleibe immer wieder länger online, als ich mir vorgenommen habe.

34 Was kann ich machen, wenn ich merke, dass ich zuviel Zeit am PC verbringe? Versuchen Sie Freundschaften real zu pflegen! Versuchen Sie die Zeit, die Sie am Rechner verbringen, zeitlich zu begrenzen! Versuchen Sie, sich im Vorhinein festzulegen, was sie in dieser Zeit machen möchten!

35 Was kann ich machen, wenn ich merke, dass ich zuviel Zeit am PC verbringe? Verbringen Sie viel Zeit am Rechner, um etwas anderes zu kompensieren? zum Beispiel der Umgang mit Ängsten - Angst, andere Menschen anzusprechen - Ängste, die Sie begleiten, wenn Sie in der Stadt unterwegs sind (Unwohlsein in der U-Bahn; Angst, umzukippen) - Versagensängste im Studium

36 Was kann ich machen, wenn ich merke, dass ich zuviel Zeit am PC verbringe? Verbringen Sie viel Zeit am Rechner, um etwas anderes zu kompensieren? zum Beispiel der Umgang mit negativen Stimmungen - Umgang mit depressiven Symptomen (Stimmungsverschlechterung, Interesselosigkeit, Antriebslosigkeit)

37 Was kann ich machen, wenn ich merke, dass ich zuviel Zeit am PC verbringe? Brauchen Sie wirklich einen Internetanschluss zu Hause? Brauchen Sie wirklich einen Internet-USB-Stick für unterwegs?

38 Therapieansätze Berlin: Lost in Space Beratung für Computerspiel- und Internetsüchtige (

39

40 Therapieansätze bei persönlichen Problemen jeglicher Art:

41 Therapieansätze

42 Therapieansätze

43 ZE Studienberatung und Psychologische Beratung Wenn Sie ein Problem haben, bei dem Sie sich von einem Psychologen beraten lassen wollen, machen Sie einfach einen Termin für ein persönliches Gespräch aus.

44 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Fragen

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